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Full text of "Literarisches Zentralblatt für Deutschland 56.1905"

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Michigan State 
University 








SPRINGPORT, MICHIGAN 
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Citerarifches Zentralblatt 


für 


€ Za 


Deutſchland. 


Begründet von Friedrich Zarncke. 


Herausgegeben 


von 


Edunuard Zarncke. 


56. Jahrgang. 








Leipzig, 
Eduard Avenarins. 
1905. 


Literariſ, ches 


Zentralblatt 


ür Reuifhland, 


Bac von Sriedrid Barnke. 
Herausgeber Prof. Dr. Ed. Rarnke in Leipzig, Raifer Wilhelmftraße 29. 


bk. 


Icheint jeden Sonnabend. 





Inhalt. 

heoſfogie. Reſigionswiſſenſchaft (1)3: Weiß, Die z barung bes Johannes 
Arhiv für Reitgtonem: fenigaft. VII. AE d S È 
diſoſophie (8): ooet "Die gebeneanffaffuns der griech. Philoſophen. 
Niesiwe, Rahgrlaiiene Werte. 

file (10): Bertel. Tie —— Weir, The Shaikhs of Morocco. 

ehr. Yandl. Berhältn. im Herzogt. 
Den: m i Chroni? der Stadt Weißen urg i. B. Aus den Papieren der Familie 
on Schleini 
ándere und Völkerkunde (13): Unfer Baterland Japan. Ufrup, Unter den 
Nad barn des Nordpols. 
sinrwifendaften. Mathematiß asi SE u. v. 
arbeiten ju einer pflanzengeograph. Karte Deflerreich®. I. Marchis, 


Hay an 
hS . 
iynamique. Wernide, vLehrbuch der Meqanik. 1. D 2. u. 3. Abt. Wi Ki 


Aſphab etiſches Zuhaftsverzeichnis. 
v RE dé Zoé. A6 need 
zb Adelige U. o. 1./4. Heft. (3) 
ap. Œ., Unter a Nachbarn d. Yanpi; Ueberſ. 


Ha 
ratur bie Eufebius 2 


Mit der halbmonatlichen Beilage ‚Die Schöne Literatur‘‘. 


Verlegt von Eduard Avenarins in Ketpzig, Kindenfirafe 18. 


> 1, Januar 1905. 





Braunſ w. Wolfenbüttel im 16. Op. 


arnat, A., 3 el altchriſtlichen Litte» Piquet, 
— — ‚Lieder. Gef. u. Hrsg. 


DO. Jahren, 


Preis einſchl. Beilage jährl. 4 30. 


Medi in (In): Combe, Die Nervofität des Kindes. 

Nedis- und Staaiswil — (19): Elgbader, Die Handlungsfähigteit 
nat deutfhem bürgerl. Recht. I. BD. EE Dem rlungen vum Ent 
Ge eines Heiehe, betr. das Urheberredt. Sombart, den 

an De Neal) Lehmann-Ridter, Prüfungen in elettr Zentralen. 
zn ée d CN (22): Seriptores sethiopicl. Textus, ed. C. 
ossini. Versio. aufia-E prichwörter und Hauffa- Lieder. 
Harn di Tie Chror blogit der altchriftlichen Litteratur big Cufebdiue. 2. Bd. 
Fumagalli, Chi l'ha detto? Piquet, Notes sur la légende de Dietrich 
et la mort d'Alphart. Stabt, — fab Goethe aus. 

Aunfwifenfdaft (29): Sp andbuh der Kunft Dud Ia, IL Bimmer. 
sionn, Gizilien. L Die Mu — a d eppes? tten. Dentmäler der 
Tontunft in Defterreih. XL a 

Pädagogik (32): Kotelmann BE, 

Ber SL, 13:): Gon weng, Tie Gefährtung der Raturdentmäler. 


Nutes sur la légende de Dietrich et la 
Alpan 7 
Aus den Papieren der Familie von Schleinig. Mit e. 


R. Prieze Borbeme:?. von %. v. Zobeltig. (12) 
N. Fangieldt. (15.) Unfer Booch SE Grtn (13.) — aothiopici. Tertus. Series altera. Tom. XXII. 
Ve — Die Barusſchlacht. 110. Kotelmann. , Chulgeu ——— (32 — Rossini. Versio. (22. 

, Die Nervofitär des Kindes. (18.) ehmann — rüfungen in elettrifcen Sombart, W.. Gewwerbereien. 3 Zeie, 21) 

— P. Z fe Gefährdung d. Naturdentmäler. (33.) ———— a (.1.) Springer, = Handb. d.Runftgefchichte. III. 7. Aufl., 
nåler der — in Oeſterreich. 1. u. 2. Tl. archis ‚ Thermodyramique. L 16) Gët. umgeark. v. A. Philippi. a 
rd. on OW. Adler, O. Keller u. ©. funy. (31) Meyer, Ae" Ehro it d. Stadt Deifenburg 1. 2. (11.) Sieht, Wie fa: Wwoethe aua. (28.) 
wein, R., n. A. v. Dayer, SE e einer su Dinfeen ale Voltebilt ungsftarten. Ou.) The Shaikhs of Morocoo in the 16. cen- 


mengeogradß, Karte Defterreia:®. 1. (15 — BE ba. 
ater., $., Die — nad deutid. Deh r 


yerl. Redt. 1. 
chi l'ha detto? 4. 


agalli, G. Edis. 
ver Ò , Tie zebensonffaffung —— Sue 


Nachaelafiene Werte. (Werte JI, 10.) (9. 
£ändliche Berbältn. im Segen Braun. 
en? Wolfenbüttel im In. Jahrh 1.) 

eth, A., Bemerkungen zum — eines Ge⸗ 
A bett. das Urheberreast 3c. (20.) 


WC T. CA 
10 


J 
weit. ‚ Die GER des Sana 
Wernide, Lehrbuch ber d ebonit 1. Zi. 3. Ma (16.) 
Zimmermann, DI. %., Sizilien. I (30.) 


Aierctg die Beilage Die (Ane Literatur‘ fe, 1. 








Theologie. Religionswiſſenſchaft. 


ës Johs., Die Offenbarung desn Johannes. Ein Beitr 
' Literatur- und Religionegeschichte. Göttingen, 1908. 
ndenhoeck & Ruprecht. (164 S. Gr. 8.) æ 4, 80 


chungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen 
staments, hrsg. v. Wilh. Boussetu Herm. Gunkel. 3. Heft. 


jie vorliegende Ilnterfuchung des befannten Gelehrten, 
ver modernen Theologie auf dem Gebiete der Reih- 
3-Forjchung fo fruchtbare Anregungen gegeben hat, 
Ht, Durch einen Beitrag zur Löfung des literarifchen 
[8 Der Apofalypje das Antereffe an ber literarischen 
dDiefes geheimnisvollen Buches wach zu halten. Eie 

tt folgende Anidhauung von der Entftehung des Buches: 
>r 2. Hälfte der fechziger Jahre hat der Fleinafiatifche 
ıne3 (nad einer Andeutung des Verf. S. 155 Anm. 
resbyter Johannes) eine Apofalypje verfaßt, die „ohne 
bejtimmte Beitverhältniffe veranlaßt zu fein, die alten 
gungen des Herrn nur wiederholte”. Bu ihr gehörten 
folgende Stüde: 1, 4-6, 9-19. 2—5. 6. 7. 9. 12, 
. 13, 11—18. 14, 1—5. 20, 1—10, 11—15. 21, 
22, 3—5. 22, 8 fg. (mit Auswahl); diefe ergeben 

Zat ein wohlabgerundetes Ganze, in dem alle wid- 

Buntfte der urdriftlihen Zutunftshoffnung enthalten 
"Zeen Bahre 70 Hat dann ein Jude unter dem Eindrud 
lagerung Jeruſalems durch die Römer alte apofalyp- 
ine: und Bifionen gejfammelt, die ihm auf die gegen- 
 SPrijis Bezug zu haben und ihrer Erfüllung entgegen 

ı Tchienen. Wir finden dieje jüdiiche Upofalypfe in den 
O. 11, 1-13. 12, 1-6, 14—17. 13, 1—7. 
». 21, 4—27. € ift das Budh, das nad 10, 2, 
c Herausgeber verfhlungen Dot und aus dem er 
1 


wiederum prophezeit”. Diefer Herausgeber endlich hat zur 
Bett de3 Domitian, in dem für ihn die Weisfagung „des 
8. Raiferd, der doch einer von den Sieben ift,” erfüllt war, 
damals ald die chriftlihe Gemeinde in die hödhfte Bedrängnis 
und Erregung geriet, die alte Johannes-Üpofalypfe und bie 
obengenannte jüdische Apofalypje, Durch eigene Zugaben, Tert: 
verbindungen und Erklärungen verbunden und erweitert, 
herausgegeben, die Apofalypie des N. Zeit. Die beherr- 
Ihende Ubficht des Herausgeberd war eine durchaus felbftlofe, 
praktische: e3 galt die alte Sohanned-Upofalypfe ber og, 
welt zu erhalten und hamit zugleich ihre teilmeife, rein. bald 
zu erwartende vollfiändige Erfüllung zu zeigen, um dadurd) 
die Chriften aufs nahe Ende vorzubereiten und ihnen in 
diefer Ueberzeugung Kraft und Ausdauer zu geben. Da3 
find in Kürze die wichtigften Ergebnifje der gründlichen, fharf: 
finnigen, gut fundierten Unterjuhung. Der Berf. ift fid ber 
Echwierigfeiten und des bypothetifchen Charafterd derjelben 
fowopl im Einzelnen wie im Ganzen wohl bewußt, bejonders 
der Annahme, dap die Zohannes-Apolalypje noch bei Leb- 
zeiten deg Berf. von einem andern herausgegeben worden 
ift. Uber wer wird bei der vorliegenden Frage ohne zum 
Teil recht fühne HYypotheien ausfommen ? Jedenfalls gibt 
Weiß einen Lölungsverfuch, der feiner Haren, geichlofjenen 
Anfhauung wegen allgemeines Snterefje verlangen Tonn und 
eingehendes Studium verdient, ehe man Über ihn aburteilt. 
Er jtellt daher billigerweiie die Forderung: „Widerlegt werden 
ı fann eine folhe durd Nahempfindung entftandene Reton- 
jtruftion nit durch einzelne Einwendungen, fondern nur 
durch eine geichloffene Seiamtanjhauung, die durch größere 
Hingabe und befieren Geichmad der meinigen überlegen ift.” 
Uber auch der, der von Schritt zu Schritt bei der Lektüre 
Sragezeichen an den Rand machen muß, wird das Buch mit 
2 


3 — 1905. 1. — Literarifdes Bentralblatt — 1. Sanua. — 4 


berzlicher Dankbarkeit für die reihen Anregungen durchlefen. , Haufen vertreten: „Zwei NRecdtsriten bei den Hebräern“ 

Solche gibt auch der einen Rüdblid wie Ausblid enthaltene | (Rönigsfalbung und Miantelüberwerfen), den wir Hoffentlid 
Schlufabichnitt, der eine geichloffene Anfhauung über die | als Abjchlagszahlung betrachten fünnen. Doh gehört auh ` 
ganze johanneifche Frage und Literatur zur Erwägung Stellt, | Nöldete’3 Heine Zufammenftelung „7 Brunnen“ hierher, 
intereffant vor allem deshalb, weil die Möglichkeit feitgehalten | die für den im Titel genannten Namen Unalogien aus 
wird, daß das Evangelium (ebenfalls eine Redaktionsarbeit | diverfen Punkten der femitiihen Welt beibringt. Altiran 
und zwar des Verf. des Echlußkapitels), die Briefe und die | ift mit einem engliihen Aufiag Louis Gray’3 bedadt ` 
Apokalypfe aus demjelben Gemeindekreife ftammen. Cine ! »The double nature of the Iranian archangels«, der für 
Erklärung der ganzen Upofalypje gibt übrigens Johs. Weiß | die genannten Erzengel außer der fpäteren, rein fpiritualen 
im laufenden Jahrgang der Chriftlihen Welt. G. N. Natur auch eine frühere, materielle nadmweif. Am reid- 
—— — —— —— éf] ften ift, wie zu erwarten war, Athelas vertreten. L. Jar— 


Archiv für Religionswissenschaft. Unter Mitredaktion von nelt gilt in feinen E hy potheses Sons 
H. Usener, H. Oldenberg, C. Bezold, K. Th. Preusz. hgb. v. | the position of women in ancient religione eine dankens⸗ 
Albr. Dieterich u. Thomas Achelis. VII. Bd. 1./4. Heft. | werte Zuſammenſtellung der Behandlung der Geſchlechter im 
Leipzig, 1904. Teubner. (IV, 544 8. Gr. 8. mit 38 Fig. u. | Kult ber Mittelmeerländer (bei. Griechenland), au der mit 
1 Taf.) #4 16. nicyten auf Matriarhat und Synaikofratie geid;lofien werden 

Die Anlage und Bujammenjegung des vorliegenden | dürfe. Karo unterrichtet uns vol und anjtaulih (Su 

Bandes (des eren nad) der Reform der Beitfchrift) bezeugt | ftrationen find beigegeben) über „altkretiihe Kultſtätten“: 

in erfreulichder Weife die Energie und Umficht der Leitung, | diktäiiche Grotte, fnoifiihe Kapelle vim. Es find Dodnter, 

fowie da3 intenfive ntereffe und die Leiftungsfraft der | effante Refultate: jymbolifcher Gottesdienit, ohne Prieiter und 

Mitarbeiter; möge auch das dritte, zum Gedeihen einer | Tempel, wenig verändert innerhalb einer taufendjährigen 

Beitichrift notwendige nicht außsbleiben, die rege Teilnahme a freilich ift die Deutung der Denkmäler oft 

des lejenden Publitumg. Die Ausgabe ift diesmal in zei tiſch. Zu einem ſcharfen Zweikampf zwiſchen 

Teilen erfolgt, jede an Umfang gwei Heften entiprechend, | Ro,“ ce und Stengel bot das Problem der Poüs Ep- 

doch fol in der Zukunft die traditionelle Vierteilung beibe- | dowog Veranlafjung; eine Einigung wird faum möglid) fein, 

halten werden. Nun, vieleicht würden auh andere auber denm | da die Methode der Gegner vericieden ijt. „Etymologifce 

Ref. mit dem diesjährigen Syftem gang zufrieden fein; doh | Beiträge” hat Ofthoff beigefteuert, zunädit zur Deutung 

nun zum Inhalt! Eröffnet wird der Band durch ein pro: | de3 Mameng Priapos (»pri-hapos«, vorn den Phallos tra 

grammartiged Vorwort des erften Herausgebers, das die | gend), problematiih, wie das nicht anders möglich ift. 

Biele und Wege der neugeftalteten Zeitichrift angibt; fie | Mehr philologifher Art ift das „Dankfopfer an Asklepios“ 

laffen fih durd die drei Stihwörter: „Philologie, Ethno- | von Wünfch, religionsgefchichtliche Notizen zu Herodas IV, 

logie, Theologie” kurz und präzis kennzeichnen. Jedes Heft | in der Reihenfolge, wie fie die Interpretation an die Hand 

zerfällt in drei Abteilungen; die erite bringt wiffenichaftliche | gibt. Hierher gehört auh Reigenfteind „Zum Asclepius 

„Abhandlungen“, die zweite „Berichte” über den Fortichritt | des Pfeudo-Apulejus“: der Nachweis, daß das Schlußgebet die 

der einzelnen Bmeige der Religionswiffenfchaft, die dritte | Ueberfegung des im Papyrus Mimant erhaltenen griechijhen 

gelegentlihe „Mitteilungen und Hinweife”. Won der erften | Originals bietet. Das Nefultat ift einleuchtend, die fol 
fogleich; die zweite, die als ein für die Verfafler mühfeliges, | genden u. E. nichts fördernden ägyptologifchen Wuseinander- 
für die Benuger bequemes und arbeitiparendes Hilfd- und ! fegungen fpinnen eine Idee des Verf. weiter, von der 

DOrientierungsmittel befonders danfenswert ift, bietet im vor» | hoffentlih ein andermal. Die römische Religion ift nur 

liegenden Band Berichte über Aegypten (Wiedemann), Afiyro- | einmal vertreten, aber gut: durch Wifjfomas „Anfänge 

babylonien (Bezold), Indien (Oldenberg), Indonefien (Zuyn- | des römischen Larenfultes”, eine Iehrreihe Auseinander— 
bol), Afrika (Ankermann) und Amerifa (Preuß); wie man Ä fegung mit Samter und der Geelenkulttheorie. — Wieder 
jieht,- ift die Arbeit in be allereriten Hände gelegt. | reicher ift das frühe Chrijtentum bedacht. „Saframentlicdes 

Unter den Mitteilungen der dritten Abteilung wird die | im Neuen Teftament“ behandelt Holtzmann, Har und an 

Duhn’iche über den kretifchen Earfophag aus Hagia Triada ! regend, fade daß in den Urteilen von dem „gefunden 

nit dem größten Dank aufgenommen werden, wegen der ! Trieb” der fatramentlofen jüdischen Religion und der „In 

Wichtigkeit des Tenkmals für unfere Kenntnis der möyfe- | feftion* durch das Saframent weit mehr eine gewifle ton- 

nilchen Beltattungsbräuche. | feffionelle Boreingenommenheit fpricht al3 das objektive Er» 

Aber die Hauptjache ift doch die erfte Abteilung mit ' falfen einer Hiftorifhen Notwendigkeit. Küliher („Die 
ihren felbjtändigen wiffenfchaftlichen Gaben. Eingeführt wird ! geiftlihen Ehen in der alten Kirche”) opponiert gegen bie 

De durch einen fchönen Aufiag Ufeners über „Mythologie“, | Uchelis’she Auffaffung der virgines subintroductae, indem 

der dem Begriff der genannten Wifjenichaft vom religiond- | er das Element der Keufchheitsprobe betont. Deißmann 

theoretifchen Standpuntt gerecht zu werden fucht; ich muß | gibt Ergänzungen zum „angeblichen Evangelienfragment aus 
mich notgedrungen fu faffen, auch bedarf der Auffap, | Rairo”, deſſen Sdentifizierung er indefjen aufgibt. End 
der die Kooperation von Philologie, Ethnologie und Theo: | lich unterfuht Radermader im „St. Pholas“ die Legende 
logie trefflich fymbolifiert, nicht erft einer Empfehlung. | diefed Heiligen auf ihre antiten Elemente hin, leider ohne 

Demjelben Gelehrten gehört die vergleichend religionggefchicht- | greifbares Refultat, da einleuchtende antike Parallelen nit 

lihe Abhandlung „Heilige Handlung” an, die in pannender | beizubringen find. 

Weile das Wejen des religiöfen Ritus und feine Einwirkung Seitab von der Haffifch-europäifchen Heerftraße führen 

auf die Cage erörtert. Den Ieteren Gefichtspunft hält na- | nur drei Auffäte Die Religion der Kefchi-Indianer (in 

mentlich da3 dritte Kapitel, „Slions Fal” ein, folen wir | Zentralamerifa) ftelt Sapper dar in einem fehr anregenden 
wirklich glauben, die Sage vom Krieg um Sion Habe fid | auf Autopfie beruhenden Verfuh. Von der Verfolgung 
aus einem deiphifchen Sühnritus entwidelt? Mir fcheinen die | de Buddhismus durch Wu Tfung (9. Jahrh.) handelt 
angeführten Tatfachen auch einer anderen Deutung fähig. — | de Groot in einem englifch gefchriebenen Auffag. Mitten 

Aegypten, Babylon und Amdien find diesmal Teer ausge- | in die Gegenwart hinein führt ung endlih Beders Pan: 

gangen; Wltisrael ift durch einen Auffag von I. Well: | islamismus, und fo ift e3 denn fein Wunder, daß bei 


5 — 1905. M1. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Xanmar. — 6 





einer Lektüre die Objektivität verjagt. Nicht daß der Berf. | StimmenausMaria-Laacd. Kathol. Blätter. Jahrg. 1904. 10. Heft. 


ınd bange machte, im Gegenteil; aber gerade darum lernt 
nan eine Bervegung ernft nehmen, die durch ein gemein: 
ıme3 religiöjed8 Zentrum und eine gemeinfame, durch Die 
teligion geweihte Kulturfprache zufammengehalten wird. 
uropa hat dereinft beides gehabt und beides aufgegeben; 
m Semeinbefig der Haffifchen Bildung und Kultur wird 
nuh jhon gierig herumgenagt; nun gibt eë faum noch ein 
uropa mehr, mit der Vorfilbe „Pan-" pflegen wir nur 
eilbegriffe zu verbinden. Den technifchen Vorjprung find 
ir gleichfalls im Begriff an den Orient abzutreten, 3. T. 
fchieht e8 bereits. Doch wir fchweifen ja von der Wiflen- 
aft ab. Nicht fo ganz: „im Archiv, deifen wiflenfchaft- 
be Biele international find, ift jelbjtverftändlich die eng- 
che, franzöfiiche, italienifhe und neugriediihe Sprade 
ben der beutjchen gleichberechtigt" (S. 3). Da3 Latein 
dt; auch felbitverftändlich ? li. 


hin für Reformationdgefhichte. Terte u. Unterfuhungen. Hrg. 
on W. Friedendburg. 2. Jahrg. 1. Heft. Berlin, Schwetichte 
. Sohn. 

Snb.: E. Schäfer, Die älteſte InſtruktionenSammlung d. fpan. 
uiſition. I. — P. Tſchackert, Neue Unterſuchungen ũb. Auguſtana⸗ 
idſchtiften. — O. Clemen, Die Luteriſch Strebkatz. (108 S. 8.) 


alte Glaube. Eov.-luther. Bemeindeblatt f. die gebildeten Stände. 
rsg. v. W. Gußmann. 6. Jahrg. Rr. 10. Lpz., Wallmann. 


Inh.: F. Bard, Tröſtet, tröſtet mein Volk! — R. Guerrier, 
um nennt ſich unſere Kirche lutheriſch? — Skalsky, Evange⸗ 
es aus u. über Deſterreich — A. Petzold, Aus Briefen von 
rer an Meyer. — B. Huhn, Bon der Weltausftellung in 
Louis. 3. 


sem. evang.-luther. Kirdhenzeitung. Begr. von Chr. E. Lut» 
tdt. Mr. 51. Leipzig, Dörffling u. Frante. 

Inb.: Die lepte Predigt am Jordan. — L. Seidel, Was 
n wir tun, daf die Kandestiche Boltakirche werde? I. — Zwange- 
erung zugiebender Qutheraner und Reformierter zugunften der 
iſchen ee II. — Rob einmal Bereindluiheraner und 
neine Zutberifibe Konferenz. 


ntfhrift für Gotteödienft und kirhlihe Hunn, Hrög. von $. 
ritta u. 3.Smend. 9. Jahrg. Nr.12. Göttingen, Bandenhoed 
Rupredht. Ä 

nh.: Löfkhhorn, Ein Adventlied in lateinifhem Bewande — 
:t, Die Gebhardt - Audftellung im Berliner Künftlerhbaus. — 
auer, Weber den Einzelbecher beim jüdifchen Mahle. — Spitta- 
1 Burgdorf. — Diehl, Aus der Gefchichte der Chori musici. 
— Köftlin, Au ein Jubiläum. — leet, Eindrüde vom 
(ent, Leben in London. — Lafh, Das Ehriftushild in der 
i. 


nael. Hr3g. von Herm. L. Strad. 20. Jahrg. 6. Heft. Berlin, 
fl. Zeirfchriftenverein. ` 

b.: ©. Hönnide, jüdifhe Stimmen über das „Wefen deg 
ims“. (Schl.) — Ein konfırvatıver Rabtiner über den modernen 
glauben. — Wider Berleumdung der Judenmiffion in Paläftina. 





ifi Drient. Hrög. von Lepfiusd. V. 11. Heft. Berlin, 
8 der Deutiden Drient-Wijfion. 

.: Eine Miffionsreife nah Balöil. — U. Harnad, Aus 
— Dief.. Armenifhe Boltslieder, — Liparit, Die Kurden 
rmenier. — Ghriftopbilod, Die Jeboviten. — Dazu: 
m Chrifi. Orient. Nr. 7 u. 8: Chriſtophilos, Ruſſiſche 
fängnıfle- — Derf., Leidendgefhichte eined Etundiften. 


ntenblatt. Hıda. von R. Emde u. M. Fifcher. 37. Jahrg. 
. - Bremen Schünemann. 
- PM. (en, Die mit Tränen fäen, merden mit Freuden 
- Baentib, Entfiehung, Art und Gefhihte des israeli. 
tonotbrismud. VI. — Tb. Ahelid, Das religiöfe Welt- 
er Klafiiker. II. — 8. König, Selbfiverantwortlid. — Gott. 
Sucdeenten — A Urbain, Pro patria! — Beilage: 
dò Bifhyof. — Bom Freidenter-Kongreß in Rom. — Aus der 


EEE Ee 


Freiburg i. Br., Herder. 


Inh.: A. Baumgartner, dë Jubelfeier der unbefleckten Em⸗ 
pfängnis. 8. Dezember. — M. Meſchler, unſere liebe Frau pen 
guten Rat. — HPeſch, die neuzeitliche Entwicklung im Handwerk. 
— J. Braun, ein verſchwundener Kirchenſchatz des 14. Jahrh. (Schl.) 
— E. Wasmann, das Rätſel des Lebens. Eine entwicklungsphyſio⸗ 
logiſche Studie. (Schl) — C. A. Kneller, die Begleitfeſte der 
Beihnacht. 


Die Studierſtube. Theologiſche und kirchliche Monatſchrift. Hrsabr. 
Jul. Boehmer. 2. Jabrg. 12. Heft. Stuttgart, Greiner & Pfeiffer. 
Inh.: Blau, Neuteſtamentl. Seelſorgerbilder. (Schl.) — Kuhnke, 
Das Charatteriſtiſche der chriſtl. Religion. — Meinhold, Die 
religionsgeſchichtl. Methode. — Maurus, Experimentelle Pſychologie. 
— Paſig, die ev. Kirche u. das ev. Kirchenjahr. — Konferenz Ein⸗ 
drücke. — Meyer u. Rieks, Zur Schulaufſicht der Geiſtlichen. — 
Scheurlen, Fritz Lienharde Schriften. — Parerga. — Knodt, 
Weihnacht u. Jahresſchluß. 


Die hriftlihe Welt. Hrög. v. W. Rade. 19. Jahrg. Nr. 50/51. 
Marburg i. $. 

Snh.: (50.) Im Himmel gefchriebene Namen. — Johl. Weiß, 
die Offenbarung did Johannes. 30) Auferftebung und Gericht. — 
Traub, Leben-Jrfu-kiteratur. — B. Weiß, Pauluspredigten (Dryan« 
der). — (51.) Stimmen der Båter: U. Comenius. — 8. Middel, 
Fin Notruf an die hitorifh Gebild:ten unter den Chriften. — Johè. 
Weiß, Die Offenbarung des Johannes. 31) Das neue Jerufalem. — 
Weibnacdhtepredigt. — Schiele, Bom Werden dreier Denter, Fichte, 
Schelling, Schleiermacher. 


Zeitſchrift für kath. Theologie. 29. Jahrg. 1. Heft. Innsbruck, Rauch. 

Snb.: H. 3. Eladder, Hebr. 1,1—-5. 10. — St. v. Dunin: 
Borkowſtki, Methodolog. Vorfragen z. urchriſtl. Berfaffungsgeich. 2. 
— F. Schmid, Die Einführung der chriſtl. Taufe. — M. Son: 
mann, Studien über Ulrih von Etraßburg. 1. — R. v. Noftig- 
Riened, Zu den Brevierlektionen der Papfte Euariftod u. Aleranderl. 
— 1 iert, Gine volt. Handfwrift der Acta Archelai. — B. 
Duhr, noch einige Aktenſtücke A, 50/9 Streite im 16. Jahrh. — De rf., 
Eine fommentierte Ausgabe des angebl. v. Raymann verfağten Pro- 
cessus juridicus contra sagas. — ©. Haidadher, Rede des Ne- 
forıus uber Hevr. 3, 1 überliefert unter dem Namen des hi. Chry 
joftomue. — 9. Stiglmayr, Aus der Nera der bayer. Aufllärung 
unter Montgelas. 





Ahilofophie. 


Gomperz, Heinr., Die Lebensauffassung der griech. Philo- 
sophen und das Ideal der inneren Freiheit. Zwölf gemein- 
verständl. Vorlesungen, mit Anhang zum Verständnis der 
Mystiker. Jena, 1904. Diederichs. (VI, 322 8. Gr.8.) #8; 
geb. € 10. 

Sn vorliegendem Werte, welches, aus zwölf an ber Uni- 
verfität Bern gehaltenen Vorlefungen hervorgegangen, dies 
jelbe Form des Vortrags beibehalten hat, wird der Verfud 
gemacht, die verjchiedenen Syiteme ber wifjenichaftlichen 
rbl der Griechen von einem gemeinfamen Grundprinzip 
aus zufammenzufaflen und darzuftellen. Der beicheidene 
Wunich des Verf., daß feine Arbeit „den Bachgenofjen und 
vielleicht mehr noch einem weiteren Kreife einige Anregung 
zu gewähren imitande fein werde", wird fich ficherlich er- 
füllen, weil Dag, was er bietet, da e3 durchweg auf jelb- 
jtändigem Forihen und Denken beruht, nicht nur recht 
mannigfaltige Anregung gewähren, jondern auch den mit 
dem Gegenjtande fhon vertrauten Lefern willlommene För- 
derung bringen fann. (Eë ift wohl da3 erfte Mal, daß, 
wie Dier gejchieht, eine philofophiihe Entwidlungsgejchichte 
der griehiichen Ethit von einem einheitlichen Grundprinzip 
aus unternommen worden ift, und zwar beftimmt der Berf. 
dies die ganze Entwidlung der Sittenfehre beherrichende 
Prinzip als das „deal der inneren Freiheit”, deren Begriff 
von dem Gefichtöpuntt ausgeführt wird, Daß damit „das 
jedweder Weltanfhauung zugrunde liegende Streben nad) 


7 — 1905. M1. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 8 


Erlöfung zum Uuedrud tomme“. Die griehifhe Ethik 
fordert nun feiner Unfiht nah, im Gegenfag zu der (im 
Sinne der Religion gemeinten) „Fremderlöſung“ d. h. 
der Erlöſung durch eine vom Menſchen verſchiedene Weſen⸗ 
heit, die „Selbſterlöſung“, durch welche die innere Freiheit 
als Unabhängigkeit von jedem äußeren Schidjal zuſtande 
komme. Von dieſem Standpunkt aus ſucht er alſo die 
Lebensauffaſſung der griechiſchen Ethiker zu verſtehen, wie 
ſie durch Heraklit vorbereitet, von Sokrates begründet, durch 
die Sokratiker Antiſthenes, Ariſtipp und Platon fortgebildet, 
in der Stoa vollendet, in Epikur und Pyrrhon verfallen ſei 
und dann in Plotin einen bedeutſamen Nachklang gefunden 
habe. Die Stoa, in welcher allerdings, nach dem Vorgang 
der Kyniker, die Idee der ſittlichen Freiheit aufs Maß— 
gebendſte hervortritt, iſt ihm der Höhepunkt der griechiſchen 
Ethik. Er weiſt dieſer letzteren überhaupt aber in der 
Geiſteskultur der Hellenen die Stellung an, daß ihr Frei—⸗ 
heitsideal zwiſchen dem ariſtokratiſchen Ideal des Maßes 
als des harmoniſchen Lebens und dem Volksideal der Heilig— 
keit ein Mittleres bilde, das jenen beiden mehr populären 
Ideen gegenüber als ein Reues und Fremdes auftrete. Den 
Verlauf derſelben aber teilt er in vier Perioden, deren erſte 
bis zum Ausgang des fünften Jahrhunderts v. Chr. reicht, 
die Periode der Vorläufer, in welcher einerſeits mehr oder 
weniger aphoriſtiſche Bemerkungen, andererſeits Anſätze zu 
einer allgemeinen ethiſch-politiſchen Spekulation auftreten, 
jenes bei Pythagoras, Empedokles, Heraklit, Anaxagoras, 
Demokrit; dieſes bei den ſog. Sophiſten. Die zweite Peri- 
ode, die Blütezeit ethiſchen Denkens, umfaßt das Wirken 
des Sokrates und die ſieben Syſteme der Sokratiker, welche 
ſich in zwei Gruppen, dem Unterſchied der Generationen ent— 
ſprechend, bringen laſſen; ſie reicht bis etwa 300 v. Chr. 
Die dritte Periode, die bis in das erſte Jahrhundert 
v. Chr. gerechnet werden kann, iſt die der Epigonen; die 
vierte bedeutet den endgültigen Sieg der mit Plato einge» 
tretenen orphilch-pythagoreifchen Unterftrömung. Diefe fegt 
ſich bis zum Abſchluß des ganzen nicht⸗-chriſtlichen Denkens 
und bis zur Auflöſung der letzten Philoſophenſchule, der 
Akademie von Athen im Jahre b29 fort. Ueberall hat ©. 
mit Geſchick und Scharfſinn die Fäden verfolgt, welche die 
Syſteme ihrer logiſchen wie zeitlichen Abfolge nach mitein— 
ander verknüpfen, wobei er die Hauptpunkte treffend hervor⸗ 
hebt; ebenſo verſteht er es, von der wiſſenſchaftlichen Per⸗ 
ſönlichkeit der Gründer aus deren Schuldoktrin zu entwickeln, 
aber auf die Einwirkungen, welche das politiſche und kul—⸗ 
turelle Leben der Nation von außen her auf die Ausge— 
ſtaltung der ethiſchen Lehren geübt hat, geht er faſt gar 
nicht ein. Von den drei großen Meiſtern der zweiten Pe— 
riode hat er dem eigentlichen Vater der griechiſchen Ethik 
Sokrates eine eingehende Studie gewidmet, welche eine 
wohlgelungene Charakteriſtik des Mannes und ſeiner ſo 
überaus fruchtbaren Tätigkeit behufs der Erregung philos 
ſophiſchen Denkens bei ſeinen Schülern und der Unterſuchung 
der verſchiedenſten beſonders ſittlicher Begriffe enthält; auch 
die Behandlung der Ethik Platons wird als die Syntheſe 
ſokratiſcher Grundlagen mit der orphiſch-pythagoreiſchen Ae, 
bensanſicht einerſeits, andrerſeits dem perſönlichen Ariſtokra— 
tismus des Philoſophen treffend gekennzeichnet; allein das 
letzte Glied der gewaltigen Trias, Ariſtoteles, kommt bei 
unſerm Verf. ſehr zu kurz, indem er ihn, welcher doch die 
Sittenlehre des griechiſchen Intellektualismus auf ihre Höhe 
gebracht hat (man denke nur an das letzte Buch der Ni- 
komachiſchen Ethik und ganz beſonders an deſſen ſiebentes 
Kapitel, welches, möge die Ausführung auch lückenhaft 
und einſeitig ſein, dem Beſten, was die philoſophiſche 
Literatur Griechenlands uns bewahrt hat, an die Seite 





geſetzt werden muß), Platos größten Schüler, die „Ver— 
nunft“ dieſer Schule, wie ihn Plato ſelbſt genannt haben 
ſoll, mit einigen durchaus anfechtbaren Bemerkungen in der 
letzten Vorleſung „über ben Verfall uſw. ber Ethik“ ab 
fertigt. Die Kyniker dagegen und die Kyrenaiker, zumal 
die letzteren, in welchen beiden Schulen der Gedanke bei 
Freiheitsſtrebens allerdings machtvoll hervortritt, werden in 
feinſinniger Weiſe geſchildert, wie auch die wohldurchdachte 
Darſtellung der ethiſchen Seite des Stoicismus, der ja“ 
nicht minder den Freiheits- und wenn man ben Ausdruck 
gelten laſſen will, den bei den Griechen freilich wenig ge 
hörten Erlöſungsgedanken op bie Spitze ſtellt, gleichfallz 
näherer Beachtung und eingehendem Studium empfohlen zu 
werden verdient, obwohl man dem Urteil des Verf., daß die 
ſtoiſche Ethik den Höhepunkt der geſamten wiſſenſchaftlichen 
Sittenlehre der Griechen ausmache, ſchon um deswillen nicht 
beiſtimmen kann, weil die theoretiſch-metaphyſiſche Grundlage 
derſelben, der pantheiſtiſche Fatalismus, ſtreng genommen 
jedwede Sittlichkeit ausſchließt, ſo daß man ſagen muß, die 
Stoiker ſeien im Widerſpruch mit ihrem eigenen Grund— 
prinzip zur Aufſtellung ſittlicher Gedanken gekommen. Nach— 
dem dann dem Epikureismus und der Skepfis kürzere Dar— 
ſtellungen, dem Neuplatonismus eine eingehendere Beſpre— 
chung ſeiner Geneſis wie ſeines Inhalts gewidmet worden 
iſt, in welcher G. mit Recht den trotz der Einwirkung ori⸗ 
entaliſcher Elemente griechiſchen Charakter der Philoſophie 
Plotins betont, glaubt er noch einmal fein Ideal ber m 
neren Freiheit als das im ganzen Verlauf der ethiſchen 
Wiſſenſchaft der Griechen „entſchieden und unerſchütterlich“ 
herrſchend gebliebene Prinzip hervorheben zu müſſen. Dem 
gegenüber ſei aber doch daran erinnert, daß die „innere 
Freiheit“, deren Begriff allerdings ſchon bei Sokrates ganz 
deutlich hervortritt, eine bloße Negation iſt, die einer poſi⸗ 
tiven Ergänzung bedarf. Dasfelbe gilt von der „Erlöfung", 
ein in der guten Beit bei den Hellenen, wenn man von den 
Myfterien und fonftigen Geheimfulten abfieht, ohnehin nur 
fparfam gebrauchter Begriff. In der wiflenfchaftlichen Ethil 
Hebt al3 pofitiver WUusdrud für das zu gemwinnende Lebens 
ziel faft immer und überall die Cubdämonie- feft. Aud da? 
fann niht zugeftanden werden, daß die GSittlichkeitslehrer, 
welche feit Sokrates die Eudämonie auf das rechte Handeln 
begründeten („gut und glüdlich zufammen wird der Menid, 
wie es in ber fchönen Elegie des Ariftoteles an Eudemus 
in bezug auf Sotrates heißt), fi dabei auf die „Selbit- 
erlöfung” befchränkt hätten. Vielmehr haben fie, indem fie 
mit der Religion den Dualismus von göttliher Mat und 
menfchlihem Können, beziehungsmeije Nichtlönnen, feithielten, 
das Moment der „Fremderlöfung” keineswegs ausgeichloffen, 
welches ©. auszuhalten fuht. Hat nicht Sokrates im 
Sterben dem A3klepios ein Hahnenopfer zu bringen aufge 
tragen, weil ber Gott ihn von dem Leidwejen ber irdilchen 
Sriftenz geheilt habe; hat nicht Plato gelehrt, daß ber 
große Dämon der Liebe, alfo eine überirdifche Potenz und 
nicht da3 Naturell des Menichen allein, ihn durch die Dio 
fektit zu feiner himmlischen Heimat zurüdzuführen habe, und 
hat nicht Ariftoteles, nad) Dante der Meifter der Wifjenden, 
ohne alle mythifche Hülle das allgemeine Lebensprinzip der 
Welt, den göttlichen Nous, zu dem von fremd her (Ivoader) 
über den Menfchen kommenden Urfprung der wiffenfhaft 
fihen und fittlichen Erhebung gemaht? Solche Unerten- 
nung des Dualismus von Gott und Welt bei ben Griechen, 
die fih auch von andern Ethifern anführen ließen, verträgt 
Héi nicht mit dem von ©. vertretenen Sag, dap bei den 
Sriechen die „Selbfterlöfung“ überall der fittlichen Freiheit 
den Weg bahne. Bei aller fonftigen Anerkennung des Ber 
' dienftlihen in der Leiftung des Verf. mug alfo dagegen 





9 — 1905. M 1. — Literarifhes Zentralblatt — 1. Januar. — 10 





Proteft eingelegt werden. Wenn endlich berjelbe im Un. 
hang „zum Werftändnis der Mioftiker”, welcher eine Reihe 
artiger Bemerkungen über diefe Dentweije beibringt, bie, 
jeldbe gegen die „bebingungslofe Geringihäßung us 
Schwärmerei” in Shug nimmt, fo darf man dabei dod 
nt vergeffen, wohin diefe Bhaethons-Krantheit, wenn fie 
wie bei den Indern geſchehen ift, fonfequent durchgeführt 
wird, fHlieblih führt, nämlich in den heillofen Ke des 
bubbhiftifchen Nirvana. C. 


Nietzsche, Friedrich, Nachgelassene Werke. Aus den Jahren 
1872/73 und 1875/76. Zweite, Ke neu gestaltete Ausgabe. 
1. und 2. Tausend. Leipzig, 1 G Naumann. (VI, 
528 S. Gr. 8.) #9; geb. #1 


Nietzsches Werke. Zweite — Band X. 
Band der zweiten Abteilung.) 

Der geichidte Hrögbr. des neunten Bandes Ernft Holzer 
bat im Berein mit Auguft Horneffer auch diefen Band der 
nadgelafjenen Schriften Niepiches in ganz neuer Geftalt 
herausgegeben. Er enthält Schriften, Entwürfe, Skizzen, 
bingeworfene Gedanlen aus den Jahren 1872—76 und 
bringt außerordentlich wertvolles Material zur Kenntnis 
Niegfches. Um gleich den Gefamteindrud ded Ganzen vor- 
wegzunehmen, man fieht, daß Niebiche fich fpäter gar nicht 
fo wefentlich verändert hat, er ift nur einfeitiger, fchroffer, 
ärmer geworden. Je beffer wir den jungen Niegiche fennen 
lernen, defto mehr ftaunen wir über die Kraft und Gewandtheit, 
die edle Haltung diejes unerjchrodenen Steigerd, der ung 
emporziebt zu immer neuen Aug- und Umbliden, deffen ang- 
voller Sprache wir entzüdt laufchen, auch wo fie und vom Wirt- 
lien abführt und uns bloße Luftichlöffer vorgaufelt, und dejto 
mehr erfüllt ung tiefer Schmerz, wenn wir fehen, wie diejer 
Steiger immer engbrünftiger und furzatmiger wird, wie er 
zulegt nicht mehr fpridht, fondern nur abgerifjene Säge 
beifer Heraugichreit.. Diefe Empfindungen werden immer 
wieder rege bei der Leltüre eine3 von den zufammenhängenden 
Auflägen aus Niegfches Jugendzeit, wie der Dier mitgeteilte: 
„Die Philofophie im tragifchen Zeitalter der Griechen”, der 
leider audy Fragment geblieben ift. &3 ift ja Nießiche immer 
fhwer geworden, zujammenhängend zu fchreiben; feine Ge- 
danken, oft genug blitartige Einfälle, beherrichten ihn mehr, 
als er fie. Aber wo e3 ihm gelang, die ungejtümen Scharen 
zu Disciplinieren und in geordneten Reihen aufmarfjchieren 
zu lafjen, wie in der erwähnten Abhandlung, da bat die 
Darftelung einen fo großen Bug, dab wir e3 nicht genug 
bedauern können, daß ihm dies fo felten und fpäter nie 
mehr gelang. Wie viel Niegfche die vorjokratiihen PHilo- 
jophen beichäftigt haben, und wie fih gerade bei beer 
Beihäftigung die Keime entwidelten, au8 denen die Saat 
feiner fpäteren Lehren auffproßte, zeigen die ©. 93—237 
mitgeteilten Gedanken und Entwürfe. — Die folgenden Frags 
mente bilden Ergänzungen zu den „Unzeitgemäßen“. Bon 
befonderer Bedeutung find Hier erftend Die ziemlich umfang- 
reichen Gedanken und. Entwürfe zu der Beratung: „Wir 
Philologen” und zweitens die Gedanken über Richard Wagner 
in Bayreuth. E83 werden hier zum erjtenmal vollitändig 
die Sedanten Niegihes aus dem Januar 1874, als Dog 
Bayreuther Unternehmen zu fcheitern fchien, mitgeteilt. Nießfche 
begann mit der größten Kälte der Betrachtung zu unterjuchen, 
weshalb das Unternehmen mißlungen fei. Der Hrögbr. 
bemerft dazu: „Ein Monolog, der deutlich) zeigt, weld 
fchwere Bedenken ihm Wagners Kunft einflößte, und welche 
Opfer diefe Freundfhaft von feiner intellektuellen Rechenichaft 
beifchte. Noch ift Wagner niht überwunden, aber alle Ge- 
danten contra Wagner find dënn da.” —À. 


(Zweiter 





Geſchichte. 


Bartels, Ed., Die Varusschlacht m. deren EES 
Hamburg, 1904. Mauke Söhne. (67 S. 8.) 4 1, 80. 

Der Berf. jucht die alte Frage befonbera vom Stand» 
punkt feiner genauen Lolallenntnis aus zu löfen. Varus’ 
Sommerlager befand fih nad ihm nahe an der porta West- 
falica, fein Rüdmarjch geſchah durchs Wiehegebirge bis Bares 
nau, wo er mit Sondermühlen, Mommien u. a. bie Ratas 
ftrophe annimmt. Doch nimmt er diefe Dertlichkeit weniger 
wegen der dort gemachten Yunde augufteifher Münzen in 
Anfpruh (S. 54), jondern die Entiheidung ergibt fi ihm 
aus dem Charakter der dortigen fumpfreichen Gegend, aus 
„den paludes als fiheren Merkmalen, die von den Schrift- 
ftellern bezeugt find”. Dieſes iſt aber die ſchwache Seite 
ſeiner Deduktion. Bekanntlich haben wir zwei Schlacht⸗ 
berichte, den rhetoriſch aufgeputzten des Florus und Velleius 
einerſeits, den ſachlich nüchternen des Caſſius Dio anderer⸗ 
ſeits. Nun betont der Verf. (S. 21) mit Recht, daß Dios 
Bericht den Vorzug verdient. Wo ie nun don Sümpfen 
die Rede? Nur bei jenen anderen rhetorischen Hiftorikern, 
für die die Begriffe Germanien und Sümpfe eben zufammen 
gehören (vgl. Tac. Germ. c. 5): bei Dio aber (dieg wird 
viel zu wenig berüdjichtigt) ift in der Erzählung des Zuges 
und ber Glodt nur von Bergen und Wäldern, einmal 
auh vom Brüdenfchlagen, aber nirgends von GSümpfen 
die Rede! Weiter mup Ref. betonen, daß man nicht 
einen Rüdmarih nah Castra Vetera, fondern nah dem 
feit 5 n. Chr. beftehenden dauernden rechtörheinifchen Winter: 
lager (Bell. 2, 105; Dio 56, 18, 2) (wohl Haltern?) ing 
Auge faffen und danad) den Bug des Barus anjegen müßte. 
Hat der Verf. alfo auch fein Hauptziel wohl nicht erreicht, 
jo zeugt feine Schrift bod von umfichtiger, erniter Arbeit 
und im übrigen methodifcher Borjcjung und ift nigtig und 
erfreulich zu leſen. . R. 


Weir, T. H., The Shaikhs of Morocce in the XVIth century. 
With prefaco by J. Robertson. Edinburg, 1904. Morton. 
(XLV1I, 316 S. 8. mit Karte.) 

Nach dem biographiſchen Werte (Dauhat an nåšir) deg 
Ibn “Aslar und einigen anderen marokkaniſchen Chroniken 
erzählt der Verf. die Geſchichte des Landes im 10. (16. n. 
Chr.) Jahrh., den Übergang der Herrſchaft von den Wat—⸗ 
taſiden zu ben Scerifen und deren Geihichte bis zu der 
befannten Schladht von Ulcazar oder Madjäzin, wo außer 
zwei einheimifchen Prätendenten au König Sebaftian von 
Bortugal und unfer Gewährsmann Jon “Astar am 4. Aug. 
1578 fielen. Das Wert will keine Hiftorifche Unterfugung 
fein, jondern ein Gemälde maroffanijcher lislamiſcher, orien⸗ 
taliſcher) Denkweiſe und Praxis. Die naive Sprache und 
ſchmuckloſe Darſtellung des Ibn Askar wird moglichſt bei⸗ 
behalten; durch die zahlreichen Skoticismen wird das eigen⸗ 
tümliche Kolorit noch verſtärkt. Ton und Inhalt erinnern 
nicht ſelten an die ‚„Nouvelles asiatiques‘ des Grafen Go⸗ 
bineau, obwohl dort wahre Begebenheiten, bier freie Er- 
findung eines tiefen Renners des orientalifchen Beiftes vor- 
liegt. Die Einleitung jpricht über Koran, Tradition und 
das Wefen der islamischen up. der unfer EChronift und 
feine Helden ergeben waren. Werner hat James NRobertfon, 
der Gladgower Orientalift, dag Buh mit einigen febr per, 
ftändigen Worten eingeführt. Cine Rartenftizze Hilft uns 
bie Creigniffe verfolgen. Der Stein der maroflanifchen 
Gefhide ift neuerdings fo ftar? ing Rolen getommen, daß 
an ein Uufhalten nicht mehr zu denken ift, wenn auch ber 
enticheidende Fal noh lange ausftehen tann. Unter biefen 
Umftänden wird mander, dem das ne ZER unb 


11 — 1905. M 1. — Literariſches Zentralblatt. — 1. Januar. — 12 


die ſcherifiſche Majeſtät im übrigen gleichgültig ſind, gern 
zu dieſem Werke greifen, um aus der Vergangenheit die 
Gegenwart verſtehen zu lernen. K. Vollers, 


Hehr, Guſtav, Ländliche Berhåltniffe im Herzogtum Brann: 
ſchweig⸗ «Wolfenbüttel im 16. Jahrhundert. Nah Akten des 
berzoglich lüneburgifchen Landeshuuptarhivd zu Wolfenbüttel und 
des Stadtarchive zu Braunfchmweig. amt und Leipzig, 1903. 
Hahn. (X, 119 ©. Gr. 8) #4 2, 50 


Quellen u. Darftellungen zur —T SES 
Hiftor. Bercin für Itederradfen. BD d. 

Obwohl durh Wittih8 Wert sch Srundherrichaft in 
Nordweitdeutichland“ die ländliche Verfafjung Niederjachjens 
in ihren wejentlichen Zügen aufgeklärt worden ift, jo bleibt 
neben ihm doh noh Raum für Iohnende monographiiche 
Unterfuchungen. Eine folcye bietet der Berf. in der vorlie 
genden Schrift, indem er auf Grund gedrudter Quellen, 
namentlich aber nach Alten des Wolfenbütteler Yandeshaupt- 
archiv und des Braunjchweiger Stadtardhivg eine eingehende 
Daritelung der Berhältniffe im Herzogtum Braunfchweig- 
Wolfenbüttel im 16. Jahrh. liefert. Sowohl über die joziale 
Drganijation und die Wirtfchaft der einzelnen Klafjen wie 
über die landesherrliche Politik erfahren wir viel intereffantes. 
Lehrreich ift 3. B. die Schilderung ded Gebraudg, den die 
Landesregierung von den Organen der ländlichen Gemeinden 
für ihre ftaatfichen Bwede maht. Ganz befondere Aufmerk- 
famkeit verdient die Darlegung des Verhalten der Stadt 
Braunfchweig gegenüber den landesherrlichen Reformbeitre- 
bungen (vgl. namentlid S. 41 und 108): die fürftliche 
PVolitit gegenüber den Städten des 16. Jahrh.3 erfährt hier 
eine einleuchtende Rechtfertigung. Um ein paar tleine Defi» 
berien zu äußern, fo bemerkt Dehr (S. 85), daß „Die Gemeinde 
die Dorfhirten anftellte”. E83 wäre jedoch von Jntereffe, 
zu erfahren, ob die DBorfhirten von der Gemeinde unmittelbar 
oder nur vom Bauermeifter angenommen worden find (vgl. 
Wittih ©. 129). S. 89 meint Dehr, dab fih Hinfichtlich 
bes Amtes der Bauermeifter Rüdichlüffe aus den jpäteren 
Quellen gewinnen ließen. Hier muß man doh vorfichtig 
fein. Denn wenn 3. B. die Beitimmung begegnet, daß von 
zwei Bauermeiftern der eine Adermann, der andere Flöter 
fein fole, fo kann eine foldhe doch erft in einer Beit ents 
ftanden fein, in der die Köter in einen wahrnehmbaren 
Gegeniag zu den Bauern getreten waren; fie wird alfo nicht 
fonderlich alt fein. Allerdings fann fie, nad) den auf ©. 51 
gegebenen Mitteilungen über das Unmwadfen der Klafje der 
Köter, au dem 16. Jahrhundert wohl ftammen. Der Berf. 
der Haffiichen „Hannoverichen Berfafjungs- und Verwaltungs. 
aeichichte” Heißt nicht Meyer, jondern Meier (vgl. zu diejem 
Wert übrigens Gött. Gel. Anz. 1901, ©. 364 fg.). Nach 
Dehrs Schrift ift in derjelben Sammlung eine teilmweije dies 
felbe Landichaft betreffende Arbeit von Joh. Merkel über 
„den Kampf des Fremdrechtes mit dem einheimischen Rechte 
in Braunfchweig-Lüneburg” erichienen, auf die ih an anderm 
Orte zurüdfomme. Da ich Hier die Einführung des fremden 
Rechtes zu erwähnen Habe, fo trage ich zu meiner in Jahrg. 
1904, Nr. 7, Sp. 221 d. Bl. veröffentlichten Anzeige des 
Urkundenbuchs von Hameln nad), daß Sedel in feinen „Bei 
trägen zur Gejchichte beider Nechte im Mittelalter" (Tübingen 
1898) beachtendwerte Ergänzungen zu demfelben bringt. 

G. v. Below. 


Meyer, Dr. Chr., Chroni? der Stadt Weigenburg 1. B. Münden, 
1904. Eilbfiverlag. (IV, 686. Gr RB 
Diefe Heine Schrift tann als — Beitrag zur 
deutſchen Städtegeſchichte angeſehen werden. In dem Stadt⸗ 
archiv der alten einſtigen römiſchen Militärkolonie Weißenburg 
am limes rhaetieus, welche in einer Urkunde Ludwigs des 


Hrsgb. v. 


Deutſchen vom 14. Juni 867 als Konigshof bezeichnet 
wird, ſpäter Reichsdomäne ward und nach mancherlei wechſel⸗ 
vollen Schickſalen im Laufe der Jahrhunderte ſeine Reichs⸗ 
freiheit durch Anfall an Kurbayern (1801) verlor, hat ſich 
die Chronik des Lokalhiſtorikers Johann Alexander Doederlein 
(geb. 1675 + 1745) in einer gleichzeitigen Ubfchrift erhalten, 
welche die Jahre 790—1700 umfaßt. Weil die Edition 
in Neihhard3 „Beiträgen zur Hiftorie des Frankenlandes“ 
II. Zeit (Erlangen 1762) äußerft fehlerhaft und die Ausgabe 
heute fehr felten geworden ift, bringt der Hrögbr. dieje ftadt- 
geichichtlich wertvolle Chronik nebit dem kurzen ſummariſchen 
Bericht von der Belagerung der Stadt (1647) vollitändig 
und fritid zum Ubdrud. WBeigefügt find noch 4 urkundliche 
Beilagen und der Tert der in Weißenburg eingeführten 
Firhenordnung von 1528 (eine Folge ber 1524 in Weißen 
burg eingetretenen Kirchenreformation). 


Aus den Papieren der Familie von Schleinig. Mit einer Bor 
SE von Fedor v. Zobeltig. Berlin, 1906. Zrewenpt, 
GIL An e 8.) .4 8; geb. Æ 10. 

E3 kann gewiß nur mit Freuden begrüßt werben, wenn 
Yamilien, deren Mitglieder an Staatdaltionen beteiligt ge 
melen find, ihre Arhive öffnen und deren Altenftüde zu 
allgemeiner Kenntnis bringen. Freilich wird: der rechte de 
winn nur dann erzielt werden können, wenn die Publifation 
in völlig fachverftändige Hände gelegt wird. Gerade an 
diefem Erfordernis fcheint e8 ung aber bei dem vorliegen. 
den Buche etwas zu mangeln. Der ungenannte Berf. ift 
gewiß ein gebilbeter Mann, aber er ift iher kein Hiftorifer 
bon Fach, denn ein folder würde fein Material anders ge 
ftaltet und fein Subjeft mehr im Hintergrunde gehalten 
haben. Das Budh zerfällt in zwei Teile. Der erfte if 
Nühle von Lilienfiern gewidmet, defjen Stieftochter einen 
Scleinig geheiratet hat, und deffen Papiere fo an diefe 
Familie gelangt find. Mühle wor en ganz befonderer Typus 
eines preußischen Offiziers, der in mannigfadhen Beziehungen 
an Moltke erinnert, und. der noch immer nit den Bio 
graphen gefunden hat, den er oië Bildner der preußiichen 
Armee verdient. Er war von feltener Bieljeitigfeit, Philos 
foph, Wegyptologe, PhHyliker, Mathematiter, Militär, und 
jtand mit allen geiftigen Koryphäen feiner Beit in Beziehung. 
So konnte denn der Berf. eine ganze Unzahl interefjanter 
Briefe mitteilen, auf die wir um fo mehr hinmweijen möchten, 
al3 fie von den entiprehenden Fahmännern in diefem: Buche 
faum gejucht werden dürften. Man findet bier, um von 
anderen zu fchweigen, Briefe von Heinrich von Kleift, Goethe, 
Müffling, Karl Uuguft von Weimar, Scharnhorst, Blücher, 
Gneifenau, 4.W. von Schlegel, Shelling, Radowig, Bettina 
von Arnim. Der zweite Teil führt die Ueberichrift: Bug 
Gedächmis Kaiſer Wilhelms des Großen. Dieſer iſt, wie 
bekannt, ein beſonderer Gönner des ſpäteren Hausminiſters 
Grafen von Schleinitz geweſen, gegen welchen Bismardck ſeinen 
Groll auch noch in ſeinen „Erinnerungen“ zum Ausdrucd 
bringt. Das veranlaßt den Verf. zu weitläufiger Aus—⸗ 
einanderſetzung mit dem Bismarckiſchen Buche und zu einem 
Plaidoyer zu gunſten von Schleinitz und auch der Kaiſerin 
Auguſta, das, wenn ihm auch vielfach Recht gegeben werden 
mub, zuweilen eiwas ermudend wirtn. zumal hier der Berf. 
urkundliche Belege nicht beibringt. Weniger befannt find die 
Beziehungen, in welchen der Prinz von Preußen und der jpätere 
König zu dem älteren Schleinig, ber als Regierungspräf- 
dent in Trier geftorben ift, geftanden hat. Die Flucht be 
Prinzen im Jahre 1848 ift unter der Hilfe von Schlanih 
zu ftande gefommen und ihre Darftellung durch ben Berf. 
liefert eine ganze Zahl bisher unbelannter und doc hody 
intereffanter Tatfahen. Namentlich fpiegelt fich aber hier 


e ww" 


13 — 1005. 31. — Biterarifges Bentralblatt — 1. Januar. — 14 





die Perfönlichkeit des Prinzen in einer für Melen Höchft 
vorteilhaften Weife wieder, in ihrer fchlichten Natürlichkeit, 
mit ihrer nie vergeflenden Dankbarkeit für geleiftete Dienfte. 
Bud Hier werden bisher ungedrudte Vriefe des Kaifers, 
der Raijerin, bes Kronprinzen, des Fürften von Hohenzollern 
mitgeteilt, jo daß wir alles in allem genommen dem Berf. 
doch fir fein warm geichriebenes Buch dankbar zu fein haben. 





er und Mitteilungen ded germanifhen Rationalmufeumd. 
Jahrg. 1904. 3. Heft. Rürnberg, Selbfiverlag. 

Inh.: A. une Eine A von Holzfänitt-Borträts 
der gun von Mailand. — Stegmann, die Holzmöbel des 
Germaniihen Mufeums. 7. — a. B. Bredt, zu $. ©. Beham. 


Korreſpondenzblatt des Geſamtvereins d. deutſchen Geſch.u. Altert.⸗ 

Bereine. Red.: B. Bailleu. 52. Jahrg. Nr. 12. Berlin, Mittlet & S. 

Inh.: Hauptverſammlung des Geſamtvereins in Danzig. Bortrag 

des Schulrats Dr. Damus, Danzig in Geſchichte und Kunſt. — 
O. Krell u. E. Anthes, Bur Frage der römifchen Heizungen. 


Neues Laufipgifches Magazin. Hrög. von R. Jet. 80. Ban. 
Börlig, Zzihafhel in Komm. 

Iuh.: Arrad, Die Betenntniffe der Jahre 1438—1487. — ©. 
Uhlig, Die Gtadtbibliotbet gu Kamenz — Gößgen, Lieder und 
Reime aus der Laufig (Kirhip. Dubraude). — v. Sommerfeld, Der 
en dv. Et. Pererdkirhhe in Görlig im 15. Jahrh. (Mit 1 Taf.) — 

R. Jecht, Kurzer Wegweiſer durch d. Geſchichte d. Oberlaufigifchen 
Seielic. d. Wiffenidh. au Görlip von 1779—1904. (Mit 9 Bildern 
der Stifter u. Präfidenten.) — H. Schmidt, Der Wall u. die Burg 
auf dem Hutberge in Schönau a. d. Eigen. (Mit 1 Taf) — Wen- 
diſche Sprichwörter. — v. Eommerfeld, Die ne ae 
Bedeutung d. Gt. Peterd- u. Paulefirhe zu Görlig. — Th. Etod, 
Ueberfiht über die ländl. Schöppenbüdher d. fähl. u. preuß. Ober- 
laufig. —R. Reedon, Beiträge 3. Gcfchichte d. Baugner Onmnafiums. 
— N. Jeht, Die drei Börliper Münghäufer u. ihre Bewohner. — 
@. Uhlig, Beitrag d Schhichte d. Franziekanertlofterd zu St. Anna 
in Kamenz. — 2b. Diftel, Aus ungedrudten Briefen Petichles in 
Yaugen und Bräves in Kamenz. (Zum Oybin. Blide in Napoleons 
Arbeitögimmer zu Baugen. Kamenz.) 





Ränder- und Hölkerkunde, 


Unfer Beterland Japan. Ein Duellenbuch, gefchrteben von — 
Hrögb. v. Alfred Stead. Neudrud. Leipzig, 1904. E. A. See- 
mann. (XXVI, 763 ©. Or 8. mit 1 Tab.) Æ 6. 

Punt aneinander gereiht werden hier von einer großen 
Reihe einbeimilcher Kenner die verichiedenartigiten Seiten 
dB modernen Japan in 28 der Ausführung wie dem Werte 
nad) fehr ungleichen Kapiteln nebft einem umfangreichen An- 

nge mit Nftenftüden und Statiftilen zur Uufflärung des 
endlandes behandelt. Wei jeder einzelnen Arbeit ift der 

Berf., bez. das Minifterium, in welchem fie hergeftellt ift, 

nambaft gemadt. Der Wert al3 Nachfchlagebud wird leider 

beeinträchtigt durd das Fehlen eines für folche Werte unent- 
betrligen Sadjregifters, für welches die zwar ausführlichen, 
aber nicht immer zutreffend gewählten Eingelangaben des 

Smäaltöverzeichnifles einen nur notbürftigen Erfa gewähren. 

Mandje der von den leitenden Staat3männern Japans bier 

dargebotenen Mitteilungen bilden feine für das Wert be- 

fonders verfaßten Beiträge, fondern nur Ueberjegungen für 
ibre Anfchauungen bezeichnender Reden. Bei der Fülle des 

Smhalt3 und der Menge ber Berf. lann Hier ein auh nur 

oberflähliher Weberblid über das Ganze natürlich nicht 

angefirebt werden. Wiewohl die meiften ber Auffätze ſchon 
wegen de3 reichen und zum Teil nicht jebem leicht zugäng- 

Khen ftatiftifchen Materials dankbar zu begrüßen find, fo feien 

zur Kennzeichnung des gejamten Werkes bier nur einige 

wenige ber inhaltlidh beacdhtenswerteiten Arbeiten bervorge- 
hoben. Der Hiftorifer Uriga, befannt durch feine nad) mo» 
dernen Gefichtspuntten verfaßte Geichichte von Japan („Teis 
tofu Skriyafa“), liefert einen nicht nur buch Ausdehnung 


(©. 86—180) unter den Beiträgen weit hervorragenden 
Auffag unter dem Titel „Diplomatie“, ber dem reiden Dn, 
halt jedoch nicht voll gerecht wird. Un der Hand von zahl: 
reichen, im Auslande wenig bekannten Altenftücden beichreibt 
er fefjelnd die Beziehungen und befonders die Verwidlungen 
Japans mit dem Auslande in den legten vier bis fünf Jahr- 
zehnten. Mud zur Beurteilung ber leitenden Perjönlichkeiten 
de modernen Japan enthalten die Ausführungen Dë bes 
achtenswerted Material. Am einzelnen find e3 vor alem 
die Ayülyü-, die Sadalin- und die Korea-Frage, und im 
Bufammenhang damit in erfter Qinie bie Beziehungen zu 
China und zu Rußland, fodann aber auh zu England, 
Granfreih und Deutichland, welche erörtert werden. Eine 
gewiſſe Fritifhe Vorficht dürfte aber auch bei diefer Arbeit 
angemefjen fein. So befindet fih der Verf. vielfach in Wider- 
fpruh (S. 88—91) zu den Darlegungen des an den Er- 
eianiffen perfönlich beteiligten deutfchen Gefandten v. Brandt 
(33 Jahre in Oftafien II, ©. 168—209); 3. B. verwedfelt 
danach Ariga einen franzöfifhen Fregatten-Rapitän (de Petit 
Thouars) mit dem Gefandten diefer Macht und gibt die 
ganze Darftellung der blutig:eromantifhen Harafiri-Sühne 
für die 1868 ermordeten Sranzofen ziemlich entjtellt wieder. 
Unertennend hervorgehoben jeien ferner die trefflihen Aus- 
führungen von Nitobe über die japanische Ritterlichkeit 
(„Bufhido”) und von Hozumi über den Ahnenkultus, melche 
allerdingd den Lefern ihrer in mehreren abendländifchen 
Sprachen erjchienenen und mit Recht weitverbreiteten darauf 
bezüglichen Schriften nicht viel Neues bieten fünnen. Aus 
den Beiträgen von Inouye zu der Finanzgeſchichte (S. 291 
—303) ſei vermerkt, daß dieſer einflußreiche Staatsmann 
die Notwendigkeit fremden Kapitales für Japan anerkennt 
und daher den ſicheren Erwerb von Grund und Boden ſeitens 
der Fremden zu befürworten wagt, ein bei Aufhebung der 
Exterritorialität bekanntlich von den Ausländern als Erſatz 
ſo dringend, bisher aber vergeblich erhobenes Verlangen. 
Ein „Die kaiſerliche Familie“ überſchriebenes Kapitel von 
Sannomiya (S. 642— 657) behandelt in Wirklichkeit bie an 
deren Stelle die Herrfchaft ausübenden Regentenhäufer und 
manches andere, aber faft garnicht die taijerlihe Familie. 
Auch follte man in fo ernitgemeinten Werfen doch endlich 
aufhören, die fagenhaften Ueberlieferungen des fog. halb- 
hiftorifchen Zeitalter einfach als unbeftrittene Zatfachen 
vorzutragen. Mecht fragliche Ausführungen enthält u. a. aud) 
„die Entwidlung der Erziehung” von Dfuma (S. 186— 
192). Bezüglich de3 fo reichhaltigen und warm zu begrü- 
penden Bahlenmaterial8 bleibe nicht unerwähnt, daB Ref. 
bei einzelnen Stichproben zuweilen leider auf Abmweicyungen 
von den Ungaben des amtlichen ftatiftifchen Sahrbuches 
(»R6sum6 statistique«) ftieß. 

Sm ganzen würde das Werk fiher durch die darin vers 
einigte Fülle wertvoller Belehrung Anerkennung und Em- 
pfehlung verdienen. Ullein feine Brauchbarkeit wird erheblich 
geichmälert, wenigitens in der vorliegenden, allerdings febr 
wohlfeilen UWebertragung aus dem Engliihen von unge: 
nannter Seite, durch mangelnde Sorgfalt der Herausgabe und 
ein bisweilen geradezu empörendes Deutih. Nicht ohne 
Befremden lieft man daher auf dem Titelblatt den ftolzen 
Vermerk: „Mit befonderer Genehmigung gewidmet S. M. 
dem Kaifer von Japan.” Die faum glaublihe Menge von 
Drudfehlern entftelt bei den Namen, Fahregzahlen und 
ftatiftiichen Tabellen oft ganz und gar den Sinn. Selbit die 
vom Hrsgbr. beigefügte Aufftellung von Maßen und Ger 
wichten zeigt Heine Abweichungen von den amtlichen Angaben 
des ftatiftiichen Jahrbuches. Nengo werten aufgeführt ohne 
Beifügung der abendländifchen Jahreszahl (©. 7). Um 
fchlimmften aber ift Die Sprache. Soll man in einem deutichen 


15 — 1905. M1. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 


hochftehenden Werte japanifche Herren als „Mr.”, Edelleute 
wie Awalura zuerft ald „Lord“ (S. 144, 163) und nad) 
feiner Erhebung in den Fürftenftand al „Prinz" (S. 652) 
bezeichnen ? Die 3 Fürftentümer (!) ber Ryüfyü-Jnfeln werden 
als „North, South and Middle Mountains benannt“ aufgeführt 
(S. 98). „Der Herr Graf von Amur” fol bedeuten Graf 
Murawiew Amurski (S. 96). Unter dem „Vizelönig von 
Two-Fiangs“ ift ber Gouverneur der beiden chinefiichen Pro- 
vinzen Kiangfi und Kiangſu zu verftehen (S. 106). Von 
ber Hauptftabt wird al3 „City von Tokyo“ geiprocden (S. 235). 
Der Name der jebigen Wera „Meiji”, den man mit „erleuch- 
tete Regierung“ wiederzugeben pflegt, ol nad) einem Auffate 
des nicht genannten Suftizminifters „glänzende Ruhe” bes 
deuten. Ganz allerliebft aber ift in den ftatiftifchen Tabellen 
(©. 711) die Ueberfegung für Pflanzenftoff-Leim (japanijch 
„Kanten“) „Kanten- oder Colle-Gemüfe”, wahrfcheinlich weil 
in dem al3 Duelle dienenden in franzöfiiher Sprache heraus- 
gegebenen ſtatiſtiſchen Jahrbuche es ganz richtig Heißt: 
»Kanten ou colle vög6tale!« Nachod. 


Aftrup, Eivind, Unter den Nachbarn des Nordpol. Autorif. 
Ueberfegung aug dem Norwegifchen von Margarethe Langfeldt 
Mit 12 Bolbildern, 64 Zertilluftrationen u. 3 Karten. Leipzig’ 
1905. H. Haeffel. (V, 275 ©. Or. 8.) 4 4; geb. #5. 

Wohl felten werden fih die Erjcheinungen, welche auf 
den Nordpol oder das antarktiihe Gebiet Bezug nehmen, 
derart häufen wie bieden Winter. Drygalsti und Bord: 
grevin? bearbeiten in ftärferen Bänden ihre Reifeerlebniffe 
und ihre Erfolge, aber daneben fann fich auch Aftrups Buch 
fehen laffen, das freilich nicht der Wifjenjchaft dienen fol, 
darum aber weiteren Kreijen vielleicht um fo willlommener 
ift. Der Berf. lernte e3, das Leben der genügjamen, abge- 
härteten Estimos, bald in dunklen Gammen und Erdhütten, 
bald innerhalb der Wände eines einfamen Yellzeltes oder 
unter der wafjertriefenden Wölbung einer Schneehöhle zu 
führen. Lebendig und mit liebevollem Berjtändnis fchildert 
er uns bag Land, mit eingehender Sorgfalt malt er dag 

Leben ber E3timos, von denen er mit Recht hervorhebt, 

ihre gute Laune fei unerfchöpfli. Wenn das Original aud 

bereit3 1895 erjchien, jo können wir der Ueberjegerin nur 

Dank willen, daß fie und das Buch des leider fchon 1896 

verstorbenen Verfafjerd zugänglich machte. 


Globus. Hrög. von H. Singer. 86. Band. Rr.23. Braunfchmweig, 
Dieweg u. Sohn. 


Inh.: Förftemann, Vergleihung der Dresdener Mayaband- 
fhrift mit der Madrider. — Ginger, Dad Reifewerk der deutichen 
Eüdpolarerpidition. (Mit 6 Abb.) — Preuß, der Urfprung der 
Religion und Kunft. (Fortf.) — Der See Koffogol. — Reftaurierung 
der hanfcatifhen Ringmauer in Wisby. — Die Wohnfige u. Namen 
der Kimbern. — Nohmald Mont Evereft u. Saurifankar. (Mit 1 Apb.) 





HAnturmiffenfchaften. Mathematik, 


Eberwein, R., und A. v. Hayek, Vorarbeiten zu einer pflan- 
zengeographischen Karte Ossterreichs. I. Die Vegetations- 
verhältnisse von Schladming in Obersteiermark. Mit 1 Karte. 
Wien, 1904. Hölder. (II, 28 8. Lex.-8.) æ 3, 40 


Abhandlungen der k. k. zoolog.-botan. Gesellsch. in Wien, 
Bd. II, Heft 3. 

Mit Freude ift e3 zu begrüßen, daß die T. TL botanifche 
Gelellichaft in Wien mit diefen Vorarbeiten zu einer pflanzen- 
geographiihen Karte Defterreichd hervorgetreten if. Durch 
die Snangriffnahme mehrerer Hleinerer Gebiete in verjchiedenen 
Teilen der Monarchie fol die Aufftellung eines allgemeinen 
Programms ermöglicht werden. Die Eintragung der beob» 
achteten Formationen erfolgt mit Benugung einer Aufnahme 
tarte im Maßftabe 1: 25000, welche durch photographifche 


16 


Vergrößerung der öfterreichiichen Generalftabdtarte gewonnen 
wurde. Bon der Aufitellung einer einheitlichen Farbenjlala 
wurde für die Karten vorläufig abgefehen, doch ergingen oft, 
gemeine Direktiven. Sollen wir das Refultat der Aufnahme 
der DVegetationsverhältniffe der Umgebung von Schladming 
in Oberfteiermarf mitteilen, fo liegen die Schladminger Ulpen 
durchaus nahe der Grenze zwifchen der öftlichiten und der 
nächftfolgenden pflanzengeographifhen Proving. Während 
jedoch die Tauern noch zur öftlichiten Provinz, den noriichen 
Alpen zu rechnen find, ift die Flora der Dadfteingruppe 
von der der niederöfterreichiichen und Eifenerzer Alpen bereits 
fo verichieden, daß fie jhon zur Provinz der Salzburger 
Alpen gerechnet werden muß. 


Marchis, L., Thermodynamique. 1. Notions fondamentales. 
Préface de P. Duhem. Grenoble, 1904. Gratier & Rey. (176 S. 
Gr. 8.) Fr. 5. 

Das in feinem eren Bande vorliegende Wert gehört 
zu einer größeren, auf 70 Bde. berechneten Sammlung ted- 
nifcher Schriften (Bibliothöque de l’Eldve Ingenieur), welche 
von dem Direltor des Elektrotechniichen Snititut® an Der 
Univerfität Grenoble, J. Piondjon, Herausgegeben wird. 
Wir haben ein Lehrbuch vor uns, welches fich die Aufgabe 
stellt, den angehenden ingenieur mit den Grundbegriffen 
und Hauptfägen der mechanischen Wärmetheorie befannt zu 
machen. 3 Tieft fih febr glatt und läßt überall diejenige 
Klarheit in der Darftellung erkennen, die man Häufig in 
franzöfifchen Lehrbüdern antrifft. Diefer Vorzug ift um fo 
höher anzuſchlagen, als e3 fih Dier um eine Materie handelt, 
welde dem Anfänger erfahrungsgemäß manhe Schwierigkeiten 
bereitet. Man darf daher wünfhen, dag das Wert aud 
in Deutidland eine weitere Verbreitung finden möge. 


Wernide, Ad., Lehrbuch der Mechanik in elementarer Darftelung 
mit Anwendungen und Uebungen aus den Gebieten der Phyfit und 
Technik. In zwei Teilen. Erer Zeil: Mechanik fefter Körper von 
Aler. Wernide. Bierte, völlig umgearb. Aufl. 2. Abt. Statik u. 
Kinetit deg ftarren Körpers. Mit eingedr. Abb. 3. (Schluß⸗) 
Abteilung. Statik und Kinetit elaftifch-fefter Körper. Mit eingedr. 
Abbild. Braunfchweig, 1901/3. Birwig & Sohn. (IX, XL, &.315— 
1635. ©r. 8.) Æ 16. 

Während die erjte Abteilung der Mechanik feiter Körper 
nur die Lehre vom Gleichgewicht und der Bewegung bes 
materiellen Buntes umfaßt (vgl. Jahrg. 1901, Nr. 7, Sp. 275 
d. BL), folgt in der zweiten und dritten Abteilung die Statik 
und Rinetif ftarrer und elaftifch-fefter Rörper. Die letztere Ab- 
teilung bildet ein für Wéi abgefchloffened Werk und ift allen 
denen zu empfehlen, welche in elementarer Behandlung die 
Lehre von der Elaftizität und Feftigteit kennen lernen wollen. 
Die Behandlung des Stoffes zerfällt wiederum in einen theos 
retifchen Teil, ausführliche Erläuterung der Theorie an einzelnen 
Anwendungen und endlich Uebungsaufgaben nebjt Löfungen. 
Der Umfang des dargebotenen Stoffes wird am beten erfonnt, 
wenn das wejentlichite der Anwendungen und des Inhalts 
genannt wird: I. Teil, 2. Ubteilung: Kraftübertragung durch 
Seile, die belaftetete Seilfurve, die Utmoodihe Fallmaſchine, 
das Wellrad, Berechnung der Dachbinder nach Ritters Me- 
thode, Behandlung von Balfen mit einzelnen, ftetigen und 
beweglichen Belaftungen, Berechnung eines Brüdenträgers, 
Potential der Kugel, Cffektivfräfte bei der Uchjendrehung 
ftarrer Körper; Beitimmung von Schwerpunkten in rechnerifcher 
und graphoftatiiher Behandlung (Umfang eines Fünfeds, 
heterogen belaftete Strede, Rorbbogen, Schraubenlinie, Ketten- 
Tinie, Fläche eines Fünfeds, Schienenprofil, ſphäriſches Dreieck, 
Dbelist, fchief abgejchnittenes dreifeitiges Prisma, Oberfläche 
und Snhalt der Kuppel eines Kloftergewölbes, Mantel und 
Bolumen eines Klauen, Umdrehungstörper); ficheres Gleich- 
gewiht der Wippe und Epizylloidenwiege, Hebel und 


17 — 1905. 1. — Literarifhes3 Bentralblatt — 1. Januar. — 18 





feine Verwendung, Stangenverbindungen, Stüblinien und 
Belaftungsfinien, Realtionsbeftimmungen‘; Reibungen: Rei- 
bungshülfen und -Ringe, Reile, Schrauben‘, Reilketten und 
Stüglinien von Gewölben, Seil und Kettenrollen, Hebel, 
Quetſchwalzen, Wellrad, Hirnfche Reibungswage, Pronyfcher 
Bremdzaun, Reibungsrollen und Räder, Bremsvorrichtungen, 
Bahnräder, Schraube ohne Ende, Gleichförmige Bewegung 
von Zuhrwerlen; Berechnung von Trägheitd: und Deviationd- 
momenten von Flächen und Körpern, phufifches Pendel, Wiege, 
Umfallen eines fenfrechten Stabes, bejchleunigte Schrauben 
und Nollenbewegung, Kurbelgetriebe nebft Schwungrad, 
Schwungtugelregulator, Mafjenausgleihung bei Schiffsma- 
Ihinen, Rollen und Rollgleiten, befchleunigte Bewegung von 
Suhrwerfen, Gentrifugalfraft einer zur Adje windfchiefen 
Stange, Kreifelbemegung. — I. Zeil, 3. Abteilung: Bes 
gründung der Lehre von der Klaftizität und Feftigfeit, 
Statif ifotroper elaftiich-fefter Körper, melde dem Gejeh 
von Hoofe folgen: der gerade Stab unter Einwirkung von 
Bug oder Drud, unter dem Einfluffe von Schub, Biegung 
und Verdrehung des geraden Stabes, Knidung gerader Stäbe 
und Biegung bei erzentrifcher Belaftung, Biegung gefpannter 
Balten, Anftrengung gerader Stäbe bei Fällen zufammen: 
gejegter Elaftizität und Feftigteit, das Hachwerf aus geraden 
Stäben, Biegung frummer Stäbe, plattenförmige Körper, 
Schüttmafjfen und Erddrud, die elaftiihen Grundgleichungen 
und Arbeit der FZormänderung, Einfluß von Temperatur- 
ſchwankungen; Statik iſotroper und heterotroper elaſtiſch— 
feſter Körper, welche dem Geſetz von Hooke nicht folgen; Ki— 
netik: Spannungen elaſtiſch⸗feſter Körper, Stoß elaſtiſch⸗feſter 
Körper, Prinzip der Erhaltung der Energie; allgemeine Be— 
merkungen über Maſchinen und ſtatiſche Konſtruktionen; 
Anwendungen: Unterlagsplatten, Keile und Platten, Niete 
und Bolzen, SHrauben, Hafen und Oefen; gemeinjam tragende 
Balten, armierte Träger, Hängewert und Sprengwerte, 
Dachkonſtruktionen, Futtermauern, Gewölbe, Brüdenträger, 
Gelentträger; Zähne an Zahnrädern und -Stangen, Scheiben 
und Räder, Uchjen und Wellen, Zapfen, Lager, Riemen 
und Seilbetriebe; Riemen, Seile und Ketten zum Heben von 
Laften, Kolben und deren Stangen, Kurbelgetriebe, Cylinder 
und Röhren, gerade Biegungsfedern, gerade Drehungsfedern, 
Sederichwingungen, Stöße innerhalb einer Dafchine, balliftifches 
Pendel, Einrammen von Pfählen, Betrieb von Bochitempeln, 
Hammerbetrieb. v. H. 


Altnenland. Monatösſchrift f. d. wirtſch. Erſchließ. Paläſtinas. Hrsg. v. 
F.Dppenheimer, S. Sostin u.O.Warburg. Nr. 7 / 12. Berlin. 
Inh.: (7./9) D. Warburg, Die jüdifHe Koloniſation in Nord» 
Eyrien auf Grundlage der Baumwollfultur im Gebiete der Bagdad- 
bahn. — (7.) Jr. Oppenheimer, Harmonifhe und disharmonifche 
Genoſſenſchaften. II. — A. Biram, Die Druſen. II. — (8) M. 
Blandenhorn, Bericht über die Einrichtung meteorologiſcher Sta- 
tionen auf jüdiſchen Kolonien in Paläſtina. — (8./9.) D. Schoen⸗ 
feld, Die Halbinſel Sinai. — (9.) Br. Blau, Die adminiſtrative 
Autonomie der Infel Samog. — (10.) M. Blandenhorn, Abri 
der Geologie Syriend. — (10./11.) 8. Sander, Die Wanderheufchrede 
und deren Vernichtung. — (11./12.) Fr. Oppenheimer, Die Gewinn: 
beteiligung im landwirtfhaftl. Betriebe. — (12.) N. Wilbufde- 
with, Die Mübhleninduftrie in Paläfina. — M. Blantenhorn, 
Wetterberiht von Paläftina. ° 


Zoologifher Anzeiger. Hrg. v. Œ. Korf Helt. 28. Bd. Nr. 10. 
Leipzig, Engelmann. 

Inh.: Ulmer, Ueber weftafrifanifche Trichopteren. (Mit 8 Fig.) 
— Rohde, Die „Sphären”"-Bildungen der Sanglienzellen. — Hlava, 
Ueber eine neue Rädertierart aus der Gattung Albertia. (Mit 7 Fig.) 
— Cholodkopäty, Zur Kenntnis der Mundwerkzeuge und Syfte- 
saat? ber Pediculiden. (Mit 2 Fig) — Demig, Künftlihe Verfärbung 
bei Infetten. — Richters, Ysländifhe Zardigraden. (Mit 2 gig 
— Brauer, Die Gattung Myctophum. (Mit 9 Jig) — Wood- 
land, Note on an abnormal condition of the bladder in the 
frog (Rana temporaria). (With 1 fig.) — de Groot, Gin neuer 


Kitt zum Schließen von Gefäßen mit Altoholpräparaten, auch für den 
Berfand. — Literatur. 


Bulletin of the American Museum of Natural History, Vol. XX. 
Article XXI, XXVII, XXXI. New York, 1904. 

Cont.: (21.) Teleorhinus Browni, a Teleosaur in the Fort 
Benton. (2 S.) — (27.) H. F. Osborn, New miocene Rhinoce- 
roses with revision of known species. (20 S. mit 21 Abb.) — 
(31.) Ders., The great cretaceous fish Portheus molossus Cope. 
(5 S. mit 5 Abb.) 


Zahrbuh d. Hamburgifhen miflenfchaftl. Anftalten. 21. Jahrg. 
Hamburg, Gräfe & Eillem. (336 u. 33 ©. Gr. 8.) 

Snh.: Die wiffenichaftl. VBorlefungen. Oftern 1903 bid Oftern 1904. 

— Sahresberichte der wiffenihaftl. Anftalten. — W. Boege, Unter- 

fuhungen über die Strahlungseigenichaften der neueren Slühlampen. 

(Mit 4 Taf. u. 2 Abb.) 

— 1. Beiheft: Das Grundwaffer in Hamburg. Mit Berudfihtigung 
der Quftfeuchtigkeit, der Lufttemperatur, der a er 
u. d. Flußwafferftände (6 ©. 4., mit 4 Taf.) Inh.: U. Voller, 
Beobachtungen aus dem Jahre 1903. 

— 2. Beiheft: Mitteil. aug dem Naturhiftor. Mufeum in Hamburg. 
(207 ©. ©r. 8., mit 3 Abb., 4 Taf. u. 2 Karten.) Inh.: W. 
Mihaelfen, Revifion d. kompofiten Styeliden oder Polyzoinen. 
— Derf., Ueber eine Trinephrugart von Ceylon. — ©. Dunder, 
Die puër d. malayifhen Halbinfel. 

— 3. Beiheft: Mitteil. aus den Botan. Staatdinftituten in Hamburg. 
(89 &. ©. 8., mit 1 Taf.) Inh.: W. Hering, Die Bacharidarten 
ded Hamburger Herbard. — Č. Baharia, Ueber d. Cyanophyceen. 


Aftronomifhe Nahrichten. Hrög.v.H.Rreug. 167. Bd. Nr. 3985 
Hamburg, Maute Söhne. 
Inh.: B. Meyermann, Refultate aus den Beobachtungen von 
d Cephei. — J. Pidoux, Comete 1904 I. — E. Millosevich, 
Osservazioni di pianeti e della cometa 1904 I. — C. Ram- 
baud und F. Sy, Observations de planètes et de comète. — 
A. St. Williams, New variable star 187.1904 Persei. 


Naturwiffenfhaftl. Rundfchan. Hrög.v.W.Stlaref. 19. Zahrg. 
Rr. 50. Braunfhmweig, Bieweg u. Sohn. 

Snh.: E. Meyer, Die Bedeutung d. Berbrennungsfraftmajchinen 
für d. Erzeugung motorifcher Kraft. — K. Lindbauer, Unterfuchungen 
über d. Richtlage d. Laubblätter. I. Drientierende Perfudhe über dag 
—— d. Lichtlage monokotyler Blätter. — M. Seddig, 

eobachtung elaſtiſcher Wellen im Erdboden. 


Medizin. 


Combe, A., Die Nervoſität des Kindes. Vier Vorträge. Autoriſ. 
an von Herm. Halten. Leipzig, 1903. H. Seemann 
Naht. (194 S. Gr. 8) æ 2, 50. 


Das Heft verdankt feine Entjtehung einer an den Berf. 
ergangenen Aufforderung, vier Vorträge zu veröffentlichen, 
die er über die Ericheinungen, die Urfadhen und die Behand- 
[ung der Nervofität des Kindes, teild vor Studenten Der 
Medizin, teild vor Laien gehalten hat, und wir fünnen dem 
Verf. dankbar fein, daß er diefem Wunfche entiprochen und 
feine Erfahrungen mitgeteilt Hat. Die Lektüre diefer Bor» 
träge ift nicht nur Werzten und Studierenden, jondern viel- 
leicht noch mehr Lehrern und Allen, die darin Belehrung 
und viele praftifhe Winfe für die Erziehung ber Kinder 
erhalten, aufs angelegentlichfte zu empfehlen. 


Archiv d die gefamte Phyfiologie ded Menfchen u. der Vier, Hrög. 
von ©. F. W. Pflüger. 106. Band. 1. u. 2. Heft. Bonn, Hager. 

Snh.: H. E. Hering, Die Verzeichnung d. Benenpulfed am ifo- 
tterten,, fünftl. durdhftrömten Säugetierherzen. (Mit 1 Fig) — B. 
GSronheim, Beiträge a. Beurteilung d. Frage nah d. Nährwert d. 
Spaltungsprodufte d. Eimeißed. I. Bergleih d. Berdauungsarbeit von 
Fleiih u. Eomatofe. (Mit 2 Fig.) — ©. Bileled und Ad. Gizelt, 
Phufiolog. Unterfuhungen am Hund. — H. Bornftein, Ueber den 
Schwefel. u. Phosphorftoffwenhjel bei abundanter Gimeißfoft. Gin 
neuer Beitrag 3. Frage d. Eimweißmaft. — M. H. Fifcher, Weitere Ber- 
fuhe über d. Hervorrufung u. Hemmung von Ölykofurie bei Kaninchen 
durch Salze. — Alfr. Fröblicd, Ueber den Einfluß d. Zerftörung 
des Rubyrinthed beim Seepferdchen nebft einig. Bemerkungen über das 
kb dh 


19 — 1905. 31. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 


Schwimmen diefer Tiere. (Mit 1 Fig. u. 1 Taf.) — H. Aron, Ueber 
den Einfluß d. Alkalien auf dad Knohenwahstum. (Borläuf. Mitteif.) 


Zeitfhrift für Schulgefundheitspflege. Begr. von L. Kotelmann. 
a. Ge Fr. Erigmann. 14. Nr. 11. Hamburg, Bop. 

Snh.: Th. Heller, Die Gefährdung d. Kinder duch Frankhaft 
veranlagte u. br, defekte Auffichtsperfonen. — Th. Benda, Map 
d. Rehrpenfen u. ad an höheren Unterrichtdanftalten. — J. Drey» 
fuß, Die ländl. Bolkeichulen des Bezirtdamted Kaiferslautern in 
bygien. Beziehung. Stot, Darftelung (Sch!) — Waldihule und 
Schulcerholungsftätten. — Böttcher, Ein Wort z. deutfchen Mädchen« 
tunen. (Bortrag.) — Debbede, Das erfle Zriennium des fehulärzti. 
Dienfted in Breslau. 


Rechts⸗ und Staatswiſſenſchaften. 


Eltzbacher, Paul, Die Handlungsfähigkeit nach deutſchem bürger⸗ 
lichen Recht. Erſter Band. Das rechtswirkſame Verhalten. Berlin, 
1903. Vahlen. (XXI, 359 ©. ©r. 8) 47, 50. 


Trog des Buchtitel3 behandelt der Verf. nicht nur die 
in Gejchäfts: und Deliktzfähigkeit zerfallende) Handlungs- 
fähigkeit, jondern allgemein die Fähigkeit zu rechtswirkſamem 
Verhalten. Man Hat bisher dag mit Rechtsfolgen verknüpfte 
menjhlide Verhalten eingeteilt in die Rechtsgefchäfte, die 
unerlaubten Handlungen und die zuerft von den Motiven zum 
mn. jo genannten NRechtshandlungen. Diefe Einteilung 
ift, wie Eltbacher zeigt, uniyftematiih. Denn die Rechts 
Handlungen find eine große, unficher begrenzte und unges 
gliederte Majje; die Nechtsgefchäfte jodann ordnen fich den 
Willenserflärungen ein, und endlich tritt neben die menjch- 
fihen Handlungen, gleicjviel ob fie rechtmäßig oder recht3- 
widrig find, das menfchliche Verhalten rein feeliicher Urt. 
Deshalb eben pricht E. allgemein vom recht3wirkfamen meld, 
lihen Verhalten und von der Fähigkeit dazu. Bevor er nun 
die Frage nach Diefer Yähigkeit Löjen fann, mußte er be 
Lehre vom rehtswirkffamen Verhalten felbft ausbauen, und 
das tut er in dem vorliegenden eriten Bande feines Wertes. 
Das rechtswirkfame menschliche Verhalten ift nur eine Gruppe 
der juriftilchen Tatlachen, und rechtswirfiam fol daher die 
Ueberſetzung des Fremdwortes „juriſtiſch“ ſein. Ob diefe 
Ueberſetzung nicht irreführend iſt? Was E. rechtswirkſames 
Verhalten nennt, iſt vielfach nur in Verbindung mit an- 
deren „rechtswirkſamen“ Tatſachen rechtswirkſam, und zur 
Erzeugung der Rechtsfolgen gehört doch vor allem auch die 
Fähigkeit zum rechtswirkſamen Verhalten, von der ja E. 
zunächſt ganz abſehen will. So kann man denn von allen 
Arten des menſchlichen Verhaltens, das er rechtswirkſam 
nennt, vorläufig nur ſagen, daß es nach der Rechtsnorm 
geeignet iſt oder dazu beiträgt, Rechtswirkungen hervorzu—⸗ 
bringen. In der Sprache des Verfaſſers iſt die Willens⸗ 
erklärung ſchlechthin rechtswirkſam, und doch, wenn ſie von 
einem Geſchäftsunfähigen ausgeht, rechtsunwirkſam, weil ſie 
nichtig iſt. Er ſagt deshalb auf S. 151, die Willenserklä⸗ 
rung eines Geſchäftsunfähigen könne nicht als wirkliche 
Willenserklärung gelten: das alles iſt, wenn nicht wider—⸗ 
ſpruchsvoll, ſo doch unklar, und dieſe Unklarheit wird ja der 
zweite Teil, der von der Fähigkeit zum rechtswirkſamen Ver⸗ 
halten handelt, heben. Dabei möchte ich zu Eltzbacher S. 1853. 
N. 1, bemerken, daß „nichtige Ehe“ im 8 1323 BGB. 
nichts als ein kurzer und ungenauer Ausdruck für „nichtige 
Eheſchließung“ iſt, wie wenn man von einem nichtigen 
Pfandrecht anſtatt von einer nichtigen Pfandbeſtellung reden 
wollte. Das rechtswirkſame Verhalten, ſo führt E. weiter 
aus, wird von der Rechtswiſſenſchaft nicht als eine Crs 
ſcheinung des Rechtslebens, ſondern als ein Beſtandteil der 
Rechtsnorm betrachtet, und zwar als ein Beſtandteil des 
Tatbeſtandes der Rechtsnorm, der ſeinerſeits für das von 


20 


der Rechtsnorm geſetzte Rechtsverhältnis bedingend iſt. Folg⸗ 
lich kann es ein dem Rechte gleichgiltiges Verhalten nicht 
geben. Die oberſte Einteilung des rechtswirkſamen Ver— 
haltens iſt: rechtsmäßiges und rechtswidriges Verhalten. 
Jenes iſt jedes rechtswirkſame Verhalten, das mit den Normen 
der Rechtsordnung in Einklang ſteht und daher keine Ver⸗ 
letzung einer bürgerlichen Berechtigung enthält; rechtswidriges 
Verhalten, das übrigens nicht notwendig ſchuldhaft iſt, ſon⸗ 
dern auch ſchuldlos ſein kann, verſtößt wider eine Rechts— 
norm und iſt näher rechtswirkſame Verletzung einer bürger- 
lichen Berechtigung. Das rechtmäßige Verhalten zerfällt in 
zwei Arten: Willenserklärung und, wie es E. nennt, un— 
maßgebliches Verhalten. Die Willenserklärung iſt Willens— 
äußerung (gewollter Ausdruck eines Wollens), und zwar eine 
private (feine amtliche), und fie unterjcheidet fi von on: 
deren rechtmäßigen privaten Willensäußerungen dadurch, 
daß fie maßgeblich up. bh daß fih mit ihr gerade Die- 
jenige Rechtsfolge verbindet, die man zu wollen erklärt hat. 
Sm Gegenjfate dazu ift mit jedem anderen rechtmäßigen 
Verhalten, alfo dem unmaßgeblichen, irgend eine beliebige 
Nechtöfolge verfnüpft, die Höchftens nur mittelbar und vn, 
vollfommen von dem Willen des einzelnen abhängig ge- 
madt wird. Waz da3 Verhältnis des Nechtögeichäftes zur 
Willengerflärung betrifft, jo ift erjteres ein Tatbeftand, dem 
notwendig eine Willenserklärung angehört; die Willengerflä- 
rung Dagegen ift eine Urt der rechtswirffamen Tatfachen 
und fommt auch außerhalb des Rechtsgeichäftes vor. Vom 
unmaßgeblichen rechtswirkſamen Verhalten unterjcheidet €. 
fünf Arten: 1) unmaßgeblide private Willensäußerungen 
(Bufagen, Drohungen, Weigerungen, Erlaubnife zc.); 2) pri 
vate Gefühls- und VBorftelungsäußerungen (Verzeihung, Bes 
bauptungen, Mitteilungen); 3) private Handlungen ohne 
Heußerungsgehalt (z.B. Aneignung, Preisgebung, Verbin- 
dung); 4) Privatverhalten rein feelifcher Art (Wiffen oder 
Nihtwiffen, Kenntnisnahme, bloße® Wollen); 5) amtfiches 
Verhalten. Das rechtswidrige Verhalten endlich ift entweder 
Verlegung von Ausihließungs- oder von Yorderungsredhten. 
Eine eigentümlihe Stellung nimmt im Syftem des erch A 
die unerlaubte Handlung ein. Die VBerlebung eines Forde- 
rungsrechtes ift nie unerlaubte Handlung: die beiden fchließen 
fih aus. Dagegen find Berlegungen eines Ausichließungs» 
e Ko unerlaubte Handlung zwei fich fchneidende Kreife 
\. ©. 301). 

Die Spftematifierung des Verf.3, die jehr verzweigt ift, 
fonnte hier nur in den Hauptpunkten wiedergegeben werben; 
fie ift Mar und durhdadht und beweilt philofophifhe Be- 
gabung und Bildung. Bemerkenswert find feine Ausfüh- 
rungen über einige Gegenftände, die mit feinem Thema in 
engerem oder loferem Zufammenbange ftehen, jo über Recht3- 
norm, Rechtsſatz und Rechtsordnung, über den Unterjchied 
von Öffentlidem oder bürgerlichem echt, über die Perjön- 
lichleitsrechte und über den Befig. Auch mag fein Löbliches 
Streben, entbehrliche Fremdwörter durch deutjche zu erjegen, 
erwähnt werden. 


Osterrieth, Alb., Bemerkungen zum Entwurf eines Gesetzes, 
betr. das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste 
und der Photographie. Berlin, 1904. Heymann. (IV, 276 
3.8) #4. 

Bei dem Streben nad einem weitergehenden Rechts» 
Ihute von Photographien und Werken der bildenden Künjte 
vor Nahbildungen muß ein Buch befondere Beachtung finden, 
in dem einer der berufeniten Fachlenner das mwa3 gilt und 
was demnächit gelten fol, fyitematiih und Fritifch zur Ents 
widlung bringt. Mehr noch wie den Suriften ift der Band 
den weiten Yachkreifen der Künftler zu empfehlen, die flare 


21 — 1905. 31. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 22 





und leihtfaßliche Darftellung ift vor allem auf die Herbor- 
hebung der bei Erlaß der geltenden Gejebe gerichteten 
Dmede gerichtet, ihr Studium wird manchen zwedlojen 
neuen Borfchlag verhindern, andere in die richtigen Wege 
eiten. Im Anfange wird der neue Gefegentwurf mit 
Begründung, die Gutachten einzelner Künftler, fowie die 
om Schußverein veranstaltete Rundfrage abgedrudt. 
Coermann. 


Sombart, Werner, Gewerbewejen. 2 Teile. Leipzig, 1904. Böfchen. 
(110 und 123 ©. 8. 8.) æ 1, 60. 


Sammlung ®öfchen. 203/4. 


Der Berfafier gibt hier in Bezug auf das Gewerbewejen 
ı populärer Form wieder, was er ausführlicher in feinen 
Berten der beiden legten Jahre „Der moderne Kapitalisiuus“ 
nd „Die deutfche Vollswirtichaft im 19. Jahrhundert” zur 
arftelung brachte. Bunächit fchildert er die gewerbliche 
rbeit nach ihrer Hiftoriihen Entwidlung mit bejonderer 
harakterifierung des Altertums, des Mittelalter und der 
ueren Beit. Für die Gegenwart behandelt er die Geftaltung 
3 Gemwerbewejend in den modernen Rulturftaaten, jodann 
e Theorie der gewerblichen Konkurrenz, endlich die Ges 
rbepolitik. 


div m tathol. Kirchenreht. Hrög. von Franz Heiner. 84. Br. 
l. Heft. Mainz, Kirchheim u. Co. 

Snh.: Schmidt, Kirdl. Verordnungen d. Paffauer Bifchöfe Otto 
tonddorf (1254—1265) u. Wichhard v. Perchtoldsdorf (1280—1282). 
Sägmüller, Loify u. dad Kirhenredht. — Mayer, Die Patro. 
Iperhältniffe in d. Schweiz. — Röfh, Dad Kirchenrecht im Zeit 
ed. Aufklärung. (Fortf.) — Kirfch, Der sacerdos proprius 
ver abendländ. Kirche vor dem Sabre 1215. — Heiner, Bruh 
diplomat. Verkehrs zwifchen d. Apoftolifchen Stuhle u. Frantreich. 
dirchl. u. ſtaatl. Altenftüde u. Enticeidungen. 


tfhe SJuriften-Zeitung. Hrög. von Laband und Staub. 
Jahrg. Nr. 24. Berlin, Liebmann. 

Snh.: Wah, Die Erhöhung d. Revifiondfumme — v. Gordon, 
Berliner Scaulftreit. Bugleih ein Beitrag zum Regt d. Selbft- 
tung. — Müller-Erzbad, Ucher den Rüdtritt bei „fucceffiven 
ungsgefchäften“ u. ähni. Verträgen. — Raplaff, Unfelbfländige 
ungen. — Gtranz, Jurift. Rundibau. — Ritter, Rechtliche 
ing deg von einer Frau nah der Todederklärung ded Mannes 
nen Kindes. — Mepged, Die Geburtöurfunden vorebelicher 
. — Samedß, Der Ferndruder ald Uebermittler von Willend- 
ngen. 


en⸗Archiv. Organ für exakte Wirtſchaftsforſchung. Hrsg. v. 
Fbrenberg. J. Op 2. Heft. Jena, Fiſcher. 

15.: GH. Sföllin, Ative maritime Berufstătigteiten d. medlen» 
tüſten bevölkerung. 1) Das Fifhland u. die angrenzenden Bes 
2, Dir Hafenort Warnemünde. 3) Die Refrutierungdgcbiete 
3; Bemannungdperfonal der Roftoder Handelgflotte. 


wirtfchaftl. Beitfragen, a. u. Abhandi. Grën, pb, 
w. Gefelljch. in Berlin. 26. Jahrg. 8. Heft. Berlin, Simion Nf. 
b.: 9. Bleider, EES Ein Beitrag zur Ber 


‚spolitit. (406.8) 4 








Techniſche Wiſſenſchaften. 

= r, ©. B., Prüfungen in eleltrifchen Zentralen 
ns chinen- on a Abb. 
ihweig, 1903. Bieweg u. Sohn. (XI, 277 ©. Or. 8.) 48. 
Berf. gibt eine Anleitung aur Vornahme jämtlicher 
en, welde der Jngenieur auszuführen Hat, um fih 
Gite und Bwedmähigteit der Ausführung Fleinerer 
w Bentralen mit Dampf- und Gasbetrieb ein ares 
verschaffen. Eine derartige Zentrale befteht aus 
echanijchen und einem eleftriihen Teile; das Bud 
daher mit Prüfungen von Dampftefjelanlagen und 
iſchinen, von Saskraftanlagen und Gasmotoren. 


Dem elektrifchen Teile ist ein allgemeines Kapitel über elektriiche 
Meflungen vorangeftellt. Darauf folgen die Prüfungen der 
verjchiedenen eleftriichen Mafchinen und Apparate. Bei allen 
diefen Mefjungen ift auf die Ermittelung de3 Nubeffeft3 der 
einzelnen Teile der Anlage das Hauptgewicht gelegt. Jedes 
Kapitel beginnt mit theoretiichen Erläuterungen und fchließt 
mit Beilpielen praftifher Unterfuhungen. Diefe Prüfungen 
find zum größten Teil vom Berf. jelbjt ausgeführt, fodaß 
das Werk durchweg auf praftiiher Grundlage angelegt ift. 
Bum Berjtändnis find nur elementare Kenntniffe auf dem 
Gebiet der Mathematik und Phyfit, der Mafchinenfunde und 
Elektrotechnit erforderlich. 


Chemiler- Zeitung. Hrög. v. ©. Kraufe. 28. Jahrg. Nr. 100 u. 101. 
Cöthen, Kraufe. 

Snh.: (100.) Die Robelpreife — A. Eibner, Zur Kenntnis 
des Chinophthalons. — A. Fiſcher, Galvaniſche Cadmiumüberzüge. 
— (101.) Hauptverſammlung des Vereins deutſcher Eiſenhüuttenleute. 
— Chemiſches Repertorium Nr. 30. 


Photographiſche Mitteilungen. Hrsg.v. P.Hanneke. 41. Jahrg. 
24. Heft. Berlin, Guſtav Schmidt. 
Inh.: R. Renger⸗-Patzſch, Das Eiweiß-⸗Gummidruck-Verfahren. 
— Zu unſeren Bildern. — J. Switkowski, Ueber Objektive großer 
Lichtſtärke. — Schneelandſchaften. — Dreifarbendiapoſitive. 


Aprachkunde. Literaturgeſchichte. 


Scriptores aethiopici. Textus. Series altera. Tomus XXII. 
Vitae sanctorum indigenarum, edidit Karolus Conti Rossini. 
I. Acta Margorewos. Paris, 1904. Poussielgue. Leipzig, Harras- 
sowitz. (51 S. 8.) 


Dasselbe. Versio. Ebda. (64 S. 8.) 
Corpus scriptorum christianorum orientalium curantibus J.-B. 
Chabot, J. Guidi, H. Hyvernat, B. Carra de Vaux. 
Wir erhalten hier von Conti Roffini, der Héi um Grade 
und Literatur YAethiopieng (hon vielfach verdient gemacht Hat, 
das Leben eines abeffiniichen Heiligen des fpäteren Mittel» 
alter in Tert und Ueberfegung. Leider Dot ein von vers 
brecheriichen Händen angelegtes Feuer den im 16. Jahrh. 
gefchriebenen Koder, wahrjcheinlih das Autograph des Ver: 
fafjer8 oder doch unmittelbare Abfchrift desfelben, im Juli 
1904 in der Wohnung des Hrögbr.3 zu Asmara fat ganz 
vernichtet. Gerettet, wenn auch nicht ohne Beichädigung, 
find aber die umfangreichen, von Conti Roffini ausgewählten, 
größtenteil3 von ihm felbft, zum Teil aber von einem abeifi- 
nifchen Priefter Topierten Stüde und die Ueberfiht, die er 
fih über dag Ganze gemat Hatte. So können wir mit 
ziemlicher Sicherheit annehmen, daß ung das Wicdhtigfte aus 
der diden Handjchrift erhalten geblieben ift; mandes von 
dem Berlorenen können wir gewiß ohne Bedauern mifjen. 
Zieler uns bisher unbelannte Margoremwös (Mercurius) 
ift ein echt ätbiopifher Heiliger. Er ftammt nad dem 
Werke don einem der Söraeliten, welche den fabelhaften 
Menilet, den Sohn Salomos und der Königin ded Südens, 
nad Abeffinien begleitet Hatten. Wir finden Dier die vol- 
ftändige Aufzählung feiner Väter und ihrer Frauen. Schon 
die Geburt feiner Mutter bereiten Engelsericheinungen vor; 
zu feiner eigenen kommen bimmlifche und hölifhe Mächte 
in Bewegung. Er wird als Meines Kind zur Erziehung 
in ein Klofter gebracht, Lebt in verjchiedenen Klöftern als 
Mönd, Später als Ubt, und tut außer dem üblichen Heilen, 
Belehren und Totenerweden nod ganz außerordentliche 
Wunder: er tötet einen Draden, reift zwölfmal durch die 
Luft nach Jerufalem und macht noch eine andere Luftreife; 
für ihn zeugen in deutlicher Menichenrede die Steine und 
Bäume vor feiner Höhle. Natürlich ift er beim Volt und 
bei den KRönigen bochangejehen. 
Wie gewöhnlich bei abeffiniichen Legenden ift es auch 


23 — 1905. M1. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 24 


hier jchwer, aus den zum Teil ganz willlürliden Er- 
dihtungen einen fehmalen Hiftorifchen Kern herauszufinden. 
Wir können als fiher anjehen, daß unfer Mercurius als 
Reiter des Klofterd Dabra Damah im nördlichen Tigre ge- 
ftorben ift. Wir dürfen auch glauben, daß er aus der Pro- 
vinz Mambarta (Uomberta) OSO. von Adua „nahe dem Salz- 
Iande” gebürtig, und daß er in verfchiedenen Gegenden von 
Tigre Mönch gewefen ift, aber eine zeitlang au in Am- 
Dora nahe dem nördlichen Ufer deg Tiänä-Seed. Ob er 
wirflih aus dem Haufe der fürjtlihen Statthalter feiner 
Heimat ftammte, ift jehr zu bezweifeln. Die Namen der 
Ahnen Haben jedenfalls niht mehr Wert als die regelmäßig 
dazu gegebenen Etymologien. Wirklich individuelle Charafter- 
züge, ich meine folde, die nicht auf jeden andern möndhifchen 
Heiligen ebenjogut pafien, erhalten wir von ihm nicht. 

Der Todestag des Mercurius wird auf vier verichiedene 
Weifen angegeben, von denen leider feine zu der andern 
ftimmt. Nicht einmal die vollftändige Gleichheit des tops 
tifchen und des abeifinischen Kalender Hat der Verf. be- 
achtet. Wir dürfen aber wohl das abejlinifhe Datum, den 
16. Tahjas (= 12. Dez.), al3 richtig anfehen, denn diefer 
wird bei ber jährliden Zodesfeier beachtet worden fein. 
Al Todesjahr wird da3 7. Jahr des Königs oof ge- 
nannt, wahricheinlic” 1420: in dem Falle ftimmt auch ber 
Wochentag (Nacht von Donnerstag auf Freitag). Er fol 
130 Jahre alt geworden fein. Uber feine Geburt wird 
noch vor den Untergang der Zägue-Dynaftie (um 1270) ge- 
lebt: dann müßte er ein Leben von über 150 Jahren er- 
reicht Haben. Und nun gar die vier fonchroniftiichen An- 
gaben über fein Geburtsjahr: zuerft 6800 der Schöpfung, 
d. i. nach alerandrinifch-äthiopiicher Rechnung = 1307/8; 
1400 n. Chr., da3 ift nah derjelben Rechnung = 1407/8; 
900 Martyrum = 1182/3 und 300 d. H. — 912/3! Man 
fieht, wie täufdend hier der angeftrebte Schein der Ge- 
nauigfeit ift. Auch fonft fehlt e8 nicht an Anadhronismen, 
3.B. wenn bier Abeffinier im 14. Sahrh. Schießgewehre 
(naft) führen, während nod im 16. einige fremde Krieger 
durch den Schreden, den ihre bis dahin in dem Qande un: 
befannten Feuerwaffen einjagten, deſſen Geſchick entſchieden. 
Daß die Vorſtellungen des Verf. über die geographiſchen 
Verhältniſſe entlegener Länder unklar ſind, will nicht viel 
ſagen. 

Das große Werk iſt ſchlecht disponiert. Ganze Erzäh— 
lungen werden zeitlich vorweggenommen, andere nachgetragen, 
wie's dem Verf. gerade beliebt. Manches ſteht da, was zu 
dem Heiligen wenig Beziehung hat oder doch nur in loſe 
Verbindung mit ihm geſetzt wird, z. B. die Geſchichte eines an— 
geblichen Zuges des Königs David (4 1410 oder 1411) 
gegen den Sultan von Aegypten mit koloſſalen Uebertrei— 
bungen. Wir leſen hier auch die ganze Geſchichte der Kö— 
nigin von Saba, und was damit zuſammenhängt, nach dem 
Kebra Nagaſt (wie der Hrsgbr. gewiß mit Recht bemerkt), 
und eine charakteriſtiſche, unglaublich törichte Erzählung von 
dem heidniſchen Haraföſi, ferner eine längere Ausführung 
zugunſten der Bilder- und Kreuzesverehrung. Aber auch 
aus ſolchen Stücken lernt man abeſſiniſche Art kennen. Und 
daneben bekommen wir intereſſante Züge aus dem realen 
Leben, wenn vielleicht nicht der Zeit des Mercurius, ſo doch 
des 17. oder 18. Jahrh.s. Ich weiſe nur darauf hin, wie 
auch hier die Bedeutung des Handels mit Salz hervortritt, 
das in den heißen Niederungen im Oſten von Abeſſinien 
gewonnen wird, und auf die Angaben über die großen 
Handelsreiſen muslimiſcher Kaufleute. 

Der eigentliche Zweck des Buches iſt, wenn ich mich 
nicht fehr irre, die Verberrlifung von Dabra Damäah und 
namentlich die Darlegung feiner gewaltigen Befibaniprüche. 


Der don genannte König David fol dem Kfofter nämlich 
ungeheuer ausgedehnte Schentungen von Orten und Ländern 
gemacht haben, die Hier in langer Reihe aufgezählt werden. 
Diefe Lilte ift ohne Zweifel eine Sälfchung, wie und gerade 
Conti Roffini fhon mehrere der Art nachgewiejen hat. Für 
die Topographie des Landes ift fie aber wichtig, und ebeno 
eine Menge anderer in dem Budhe vorkommender geogra- 
phiicher Namen aus ganz Abeflinien „von Shoa bis Ha- 
majen“, meiftens freilic) aus Tigre. Auf der großen italie- 
nifchen Karte von 1894 habe ich zwar viele diejfer Namen ge- 
funden, aber leider weit mehr vergeblich gefucht. Nicht einmal die 
genaue Lage von Dabra Damah fonnte ih ermitteln, wenn 
auh aug ber Erzählung erhellt, daß e3 etwas nördlich 
von Quedo Falafi (Godofelafi) liegt. Der Hrögbr., welcher 
über dieje Gegenden wohl beifer unterrichtet ift al3 irgend 
ein anderer Gelehrter, hätte gut getan, feiner Ueberjegung 
einige geographifche Erklärungen beizugeben, vielleicht felbit 
eine Rartenftizze. Gewig kann auch er lange nicht alle 
Namen Lofalijieren, aber den Orten, bei denen er dag an- 
gedeutet hätte, brauchten wir dann nicht mehr Mühe und 
Zeit vergeblidhen Nachjuchend zu widmen. 

Der äthiopiihe Stil des Werkes ift für eine fo fpäte Beit 
recht gut. — Conti Roffini verknüpft die Ueberjegung der im 
Driginaltert erhaltenen und herausgegebenen Stüde durd) 
eine furze Inhaltsangabe der verlorenen. Shon dadurch ift 
die Ueberfegung au dem des Geez Kundigen unentbehrlich). 
Diefe felbft ift troß ihres nicht eben klaſſiſchen Lateins ſehr zu 
empfehlen. Die, welchen der Urtert unzugänglich ift, Fönnen 
fih dadurh für ben fabelhaft billigen Preig von 2 Fr. 
einen tiefen Einblid in diefe feltiame Welt verichaffen. 

Den Leitern der großen Sammlung find wir fer dant: 
bar dafür, daß fie dies Wert in fie aufgenommen haben. 
Bejondere Unerfennung verdient die ganze Ausftattung und 
namentlich der äthiopifche Drud, der noch dazu faft ganz 
frei von Drudfehlern ift. Th. Nöldeke. 


Haussa-Sprichwörter und Haussa-Lieder. Gesammelt und 
herausgegeben von Rudolf Prietze. Kirchhain N.-L., 1904. 
Buchdruckerei von Max Schmersow. (85 S. 8.) 

Xn erfreulicher Weife wählt von Jahr zu Jahr die Zahl 
der Publikationen über die Hauja-Spracdhe, jenes vom Tut, 
turellen und vom linguiftifchen Standpunkte gleich wichtige 
Idiom des meitlihen Sädän. Belanntlih ift das Haufa 
die Verfehröiprache jener Gegenden und eignet fich denn aud 
treffliġh Hierzu infolge feiner in jeder Beziehung Hervor: 
ragend leichten Erlernbarkeit. Den Linguiften, und zwar 
bejonders den order oul dem Gebiete der jemitifhen und 
hamitiichen Sprachen, intereffiert das Haufa ganz fpeziell 
durch feine auf verfchiedenen Gebieten der Formenlehre fiğ 
deutlich manifeltierende Verwandtichaft mit eben dem Hami» 
tiihen und Semitifchen; als charafterijtiicheften Beleg Dier, 
für zitiert man jederzeit am bejten das Verbum b& „geben“ 
mit Verbalpräfiren und Objettsfufficen: nabäka ich gebe Dir, 
kabäni du (m.) gibjt mir, kibäta du (f.) gibft ihr, jabAki 
er gibt dir (f.), tabaSi fie gibt ihm, mubäsu wir geben 
ihnen, kubämu ihr gebt ung, subäku fie geben euh (bà ift 
tranfit. Verbum). ©. hierüber fhon Zimmern, Vergi. 
Grammatit der femit. Sprachen, Berlin 1898, ©. 105f. — 
Die wertvolliten Publikationen über dag Haufa find be- 
fanntlih die mannigfadhen, zwijchen 1843 und 1888 er- 
fhienenen Arbeiten des trefflichen X. F. Schön. Neben ihm 
bedachte die Willenichaft mit Schriften über diefe Sprache 
namentlih Heinrich Barth (in feinen „Gentralafrit. Vocabu- 
larien”), jpäter CH. o Robinfon (Dozent des Haufa zu 
Cambridge), Julius Lippert (Lehrer des Haufa am Oriental. 
Seminar zu Berlin), U. Mifchlich (kaijerl. Beamter in Togo) 


25 — 1905. A 1. — Literarifhes Zentralblatt — 1. Januar. — 26 





und (indem wir auf Nennung jonftiger Berfaffernamen 
verzichten) der Autor des Hier anzuzeigenden Budes, 
Audolf Priege. Herr P., der Neffe Guftan Nachtigals, Lebt 
{eit etwa fünf Jahren in Nordafrika, mit emfigftem Studium 
der verihiedensten Negerfprachen beichäftigt. Seine Samm- 
lungen müjjen, nach dem, was ic) von ihm felbft weiß oder 
was id von Andern über ihn gehört habe, jehr bedeutend 
fein ; (hade, daß er big jet nur wenig von feinen Schäßen 
der Offentlichleit übergeben Hat. Heute Habe ich nun bie 
Breude, Priege’3 „Haufla-Sprihmörter und Haufja-Lieder” 
anzeigen zu Dürfen. echt intereffant find diefe 103 ung 
in ber Urfpradde und in deutfcher Überfegung mitgeteilten 
Spridwörter (wovon die eriten 21 übrigens jchon im 1. Hefte 
des VI. Bandes der mit jenem Hefte eingegangenen A. Seidel- 
Iden Beitidr. f. afrit., ocean. und oftafiat. Sprachen zu fin- 
den find; aus diefer Tatfache erflärt Wéi die Faffung des 
Untertitel3 auf ©. 23 und das Bitat ©. 2, B. 15); dod 
geradezu großartig und für den order oul dem Gebiete 
der vergleichenden Volkskunde in Höchitem Maße intereifant 
find die den Sprichwörtern folgenden 47 LXieder männlicher 
and weiblicher Bolfspveten de3 Hauja-Volfed, Lieder von 
grotesfer Schönheit. Diefe urwüchfigen Stüde tragen natür- 
liģġ ein ganz anderes Gepräge al3 die Produkte religiöfer 
Kunftpoefie, wie uns folhe Robinfon in feinen »Specimens 
of Hausa Literature« (Cambridge 1896) vorführt. Wie bei 
ber Überjegung der Sprichwörter, fo hat, nach unferer Über- 
zeugung, auch bei der Verdeutjchung der Lieder Prieke ftetd 
das Richtige getroffen, er bat überhaupt (bejonderö dess 
Halb, da er feine Überjegung ftet3 mit fehr initruftiven 
Erläuterungen verfieht) ein ganz trefflihes Buch gejchaffen, 
von dem man aufrichtigft wünfchen kann, daß ihm bald 
weitere aug der Feder deg Verfajlerd nachfolgen möchten. 
Cinige jegt folgende Beanftandungen im Einzelnen folen 
den Wert des fhHönen Buches natürlih nicht Herabfegen. 
Wir bemerfen: ftatt z und 3 hätte doch einfacher z und ž 
gegeben werden können; Diphthonge foten áu, éi, ái ır. 
betont werden, nicht aú, eí, aí; was gelegentlich auftreten» 
des z, c, J bedeuten fol, geht aus der Lauttabelle auf ©. 2 
nicht hervor, fonft haben wir an ber lautlichen Daritellung 
nichts zu beanftanden. — 26, Nr. 3 dzAir ift fon die 
maghreb. Jorm für eldschezäjir (aber j, nit g!). — 66, 
N. 9 die Blume fe ift wohl die in Tunis fläju genannte 
(= lat. pulegium). — 68, R. 3 gulbi „Teih“ ift augen- 
fcheinlich berber. agulmim (f. übr. Orient. Litteratur. 1900, 
Ep. 266, Anm. 4). | Hans Stumme. 


Harnack, Adolf, Die Chronologie der altchristlichen Litte- 
ratur bis Eusebius. Zweiter Band. Die Chronologie der 
Litteratur von Irenaeus bis Eusebius. Leipzig, 1904. Hinrichs. 
(XII, 56i S. Lex. 8) .4 14, 40. 


Geschichte der altchristlichen Litteratur bis Eusebius. 
ter Teil Die Chronologie. Zweiter Band. 

Der vorliegende, 7 Jahre nah dem erften erjchienene 
Band umfaßt Buch 3 und 4 der Chronologie d. Ņ. des 2. 
Teiles der Gejchichte der altchriftlichen Literatur, einen An- 
hang zu diefen beiden Büchern und eine Reihe von Berid. 
tigungen und Nacdträgen. Im 3. Buche „Die Literatur 
de3 Morgenlandes vom Ausgang de3 2. Yahrh.s. bis Eu- 
jebius“ werben 1) die alerandriniichen, 2) die von den 
Alerandrinern beeinflußten, 3) die don den Wlerandrinern 
unbeeinflußten oder in Gegenjaß zu ihnen tretenden orien- 
talifchen Schriftjteller, 4) unter der Ueberichrift „Varia“ 
die apofryphen Apoftelgefchichten (oder vielmehr die neueften 
Sorfchungen über diejelben), die fibyllinifchen Orafel u. |. w., 
im 4. Buche „Die Literatur des Übendlandes vom Ausgang 
des 2. big zum Anfang deg 4. Jahrh.3” die Schriftiteller 


Zwei- 


1) big gur Beit des Decius, 2) von Decius bis Konftantin, 
im Anhang 1) die Martyrien, 2) die Firchenrechtliche Gite, 
ratur, 3) die Pjeudoflementinen (legtere im Anfchluß an 
die Arbeit von Waig, Terte und Unterfuhungen N. F. X 4) 
befprochen. Die Nacträge und Berichtigungen nehmen größten: 
teil8 auf neuefte, erft während de3 Drudes erfchienene Lite 
ratur Bezug. Ueber Wert und Bedeutung des Harnadihen 
Werkes braucht an diefer Stelle wohl nicht mehr gefprochen 
zu werden, dagegen mag e3 niht überflüffig fein, mit dem 
Berf. felbft daran zu erinnern, daß der gejamte 2. Teil nur 
die auf Zeit und Echtheit der Schriftiwerfe bezüglichen Fragen 
zu behandeln bat, alle übrigen Probleme aber dem 3. Teile 
überlafjen bleiben, der fich mit der Charafteriftif der Literatur 
und ihrem inneren Entwidlungsgange zu beichäftigen haben 
wird (Harnad, Theolog. Literaturzeitg. 1904, Nr. 12, Sp. 355). 
— ©. 4 Anm. 2 find aus dem Ober: und Untertitel des 
Buches von de Jane über Klemens von Alerandria verjehent- 
li zwei verichiedene Schriften gemacht worden. — ©. 16 
(anläßlich) de3 Clemens) eine jehr zeitgemäße Bemerkung 
gegen die moderne „Jagd nach den Quellen“ und die (im 
vorliegenden Falle durch die markante Ueußerung einer Au⸗ 
torität, angeführt bei Chrift, Geich. d. griech. Lit.* ©. 930 
Anm. 4, geförderte) Neigung, „den Originalguellen wo- 
möglich abgeleitete unterzujchieben”. Ueber die Quelen deg 
Protreptifog wird außer der großen Ausgabe Stähling, deren 
1. Band beinahe im Drude vollendet ift, eine Arbeit 
F. Zuders näher belehren, von der ein Ausjchnitt u. d. T. 
„Spuren von Upollodoros regt Jew Det dritten Gritt, 
jtellern der eriten 5 Jahrh.” foeben alg Mündhener Differs 
tation (Nürnberg 1904) erichienen ift. — ©. 26 Anm. 1 
wäre eine orientierende Notiz über ben Jnhalt von Bratfes 
Aufſatz über die angebliche Origeneshandichrift der Bibliothet 
(nicht der Bibel) von Troyes am Plage gewefen. E3 handelt 
fih dafelbft um die Homilie de3 Johannes Scotus rigena 
über den Prolog des Yohannesevangeliumd (au im cod. 
Par. lat. 2950; vgl. B. Hauréau, Notices des manuscrits 
Latins, Parið 1904, S. 15 fg. = Notices et Extraits XXXVII 
©.411fg.) und um einen lateinifch-arianifchen Hiobfommentar. 
— Bon der in der gleichen Anmertung zitierten Arbeit 
F. MA. Winters über die direkte und indirekte Ueberlieferung 
von Origenes contra Celsum ift inzwifhen der 2. Teil 
(Burghaufen 1904) erfhienen. — Bu ©. 67 Anm. 2 
jei bemerft, dag die Aften über den Brief des Bilchofs 
Theonad von Wlerandria an den Oberfammerherrn Lucian 
Doh noh nicht als geichloffen gelten dürfen. Es beſteht 
zwar hohe Wahrfcheinlichkeit, daß er ein Fatfififat ift, aber 
Seröme Bignierd Schuld ift von Batiffol und Harnad 
(vgl. Sahrg. 1904, Nr. 22, Sp. 706 fg. d. BI.) nicht völlig 
erwiefen worden. Bgl. P. Lejay, Revue critique LVI 
(1903 II) 411 fg. — ©. 69 fg.: Die Alten des Phileas 
jegt bequem bei R. Knopf, Ausgewählte Märtyreraften 
©. 102 fg. — ©. 78 Anm. 2.: Die grieþifhen Hierony- 
mu3fcholien zu den Pjalmen im codex Taurin. B. VII. 30 jegt 
bei &. Morin, Anecdota Maredsol. III, 3 (1903) ©. 122 fg.; 
vgl. ©. XIX fg. — ©. 124: Ueber fyrifche Bruditüde von 
Eufebius reg diapwriag evayyekiwv U. Baumitarl, 
Oriens christianus I (1901) ©. 378 fg. — ©. 179: Das 
Tauflied im erften Bande der Amherst Papyri wird von 
KR. Krumbacder, Byzant. Beitichr. X (1901) ©. 332fg. an die 
Spibe der „erbaulichen Alphabete” geftellt. — S.217fg. neigt 
fih zwar Harnad denjenigen Zorjchern zu, welche die Predigt 
cis tà &yia Jenpareıa dem Hippolytug abiprechen, erklärt 
aber doch: „Abfolute Gewißheit in bezug auf die Unechtheit 
vermag ich indes nicht zu gewinnen.” Auf Anregung deg Ref. 
hat 3. Höfler im Programm des Progymnafiung zu Schäftlarn 
für 1903/4 die Frage auf3 neue unterjucht und ift mit beachten®- 
t 


27 — 1905. Ag1. — Literarifhes Zentralblatt. — 1. Januar. — 28 





werten Gründen für die Echtheit der Predigt eingetreten. — 
©. 255 fchreibt H. anläßli der „Oden” des Hippolytus: 
„Wie die Worte (auf der Statue) nah "Nıdal (0° rasas 
Tas yoapas) zu deuten find, weiß niemand.” Ref. möchte 
dazu nur bemerfen, daß die frühere Lefung "Audai (eis 
raag Tas yoapas nicht als „ſinnlos“ (ſo Achelig, Hippo- 
Iytftudien ©. 7, Terte und Unterfud. N. %. I 4) bezeichnet 
werden darf. Lange vor Lightfoot, deffen Erperiment mit 
dem fragmentum Muratorianum freilich verwerflich ut, bat 
der große Philologe Z. I. Scaliger die Dden al3 » epigrammata 
in omnes libros sacros, quae sunt quasi megioyaæi et, 
ut vulgo loquuntur, argumenta librorume gedeutet, und 
W. Chrift, dem ich dies entnehme, ftimmt ihm auch in ber 
neueften (4.) Auflage feiner Gejchichte der griech. Lit. ©. 928 
Unm. 5 zu. — ©. 324 Anm. 1: Walking? Bibliographie 
de Minucius Felix jet auch in feiner Ausgabe, Youvain 1903 
©. 5fg. — ©. 326 fg. entwidelt H. die Gründe, die ihm 
für die Anfegung des Octavius nach Tertullian (mahricheinlich 
zwiiden Mariminug Thrar und Decius) zu fprechen denen, 
Sie find zum Teile fehr gewicdhtig (am menigjten der der 
Sprache des Octavius entnommene; denn Minucius Felig 
ahmt nicht nur Vergil [darüber ©. Bürner, Bergils Cin- 
fuß bei den Kirchenjchriftitellern der vornifänischen Periode, 
Erlangen 1902 ©. 9 fg.! und Cicero, fondern aud) Seneca 
nod [vgl. F. X. Burger, M. F. und Seneca, Münden 1904], 
und prinzipiell ift fein Stil von dem deg Apuleius und 
Tertullian nicht verfchieden; vgl. Norden, Antike Kunftprofa 
©. 605 fg.), und da neuerdings auch der italienijche Philologe 
F. Ramorino (Atti del Congresso internaz. di scienze 
storiche vol. XI (Rom 1904) ©. 143 fg.}, allerdings auf 
Grund der nah Harnad zu feinem ficheren Rejultate führenden 
„Detailvergleihung”, für die Priorität des Apologeticum 
eingetreten ift (er fegt den DOctavius in dag 1., fpäteftens 
in dag 2. Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts), fo ericheint die 
gegneriihe Pofition, obgleich fie zur Beit noh die der Ma- 
jorität ift, ja nah G. Kihna (Patrologie I [Paderborn 1904] 
©. 228) Meinung „Die Priorität deg Minucius alg erwiefen 
gelten” fann, als ernftlich bedroht. — ©. 405 Anm. 1: Ueber 
die Kombination von Matth. 10, 32 und Luc. 12, 8 vgl. 
auch noch Biblifche Zeitichr. I (1903) ©. 181. — ©. 407 fg.: 
Ueber die Tractatus Origenis hat fih Ref. in der Biblischen 
Beitichr. II (1904) ©. 234 fg. nochmals geäußert. Vgl. aud 
E. Bratfes Epilegomena zur Wiener Ausgabe der Altercatio 
Simonis et Theophili, Situngsberichte der Wiener Afademie 
phil.-hift. Kaffe CXLVII (1904) 1 ©. 196. — ©. 552: 
Das griehiihe Original ber georgifch erhaltenen Schrift 
Hippolyts3 „Abhandlung über die Segnungen Jatobs” (vgl. 
Bardenhewer, Bibl. Beitfchr. III [1905] H. 1) liegt nad 
der Vermutung von U. Berendts, Terte und Unterfud. N. 
Ş. XI 3 (1904) ©. 72 in einer Hdichr. des Verklärungskloſters 
saec. X (Nr. 23 bei Uspensfi, Reife in die Meteoriichen und 
Oſſa-Olympiſchen Klöfter in Thefjalien, Peterb. 1896) 
unter dem Namen des Srenäus vor. — ©. 552 fg.: Die 
Hhpothejen von Grabifh und v. Blaha über die pjeudocy- 
prianiihen Schriften »ad Novatianum« und »de singularitate 
clericorum« find auh vom Ref., Deutliche Literaturzeitg. 1904, 
Tr. 28, Sp. 1742 fg. und von O. Bardenhewer, Literariiche 
Rundichau 1904, Nr. 11, Sp. 331fg. abgelehnt worden. — 
©. 26 Anm. 1 lied „Capitaine” für „Capitain”, ©. 255, 
Unm. 3 „Stiglmayr"“ für „Stiglmeygr”, ©. 314 im Tert 
und Anm. 2 und 4 „Schleht” für „Shlidt”", ©. 326, 
Unm. 5 „Bielinsfi” für „Bielinsfy”, ©. 466 3.1 Analecta 
Bollandiana” für „Acta Bollandiana”. ©. 401 Anm. 1 
müfjen mehrere Worte ausgefallen fein. C.W-n. 


Fumagalli, Gius., Chi Pha detto? Tesoro di citazioni italiane 
e straniere di origine letteraria e storica. 4. Ediz. riveduta. 
Mailand, 1904. Hoepli. (XXI, 637 S. 8.) L. 5. 

Das Buh Hat (gerade wie unjer Büchhmann, zu deffen 
„Seflügelten Worten“ e3 das italienische Gegenftüd ift) Glüd 
und verdienten Erfolg gehabt. Bor zehn Jahren erfchien 
die erfte Auflage, die mit näherer Charafteriftif des Inhalts 
in Jahrg. 1895, Nr. 18, Sp. 661 d. BI. angezeigt worden 
ifi, und Heute ift (hon die vierte da. Celbitverfjtändlich Hat 
e3 der Berf. niht an Beflerungen und Zufägen fehlen laffen, 
die er zum Teil der neueren Literatur und der Kritik entnehmen 
fonnte, Das bezeugt Schon äußerlich die Anzahl der beiprochenen 
Bitate, die von 1575 in der erjten Ausgabe jebt bis auf 
1936 gejtiegen ij. Der Inhalt und die Einrichtung mit 
den vielen Regiftern find gleich gut. Befonders anzuerkennen 
ift der in Anbetracht der trefflihen Ausftattung und deg er- 
heblichen Umfanges erftaunlich billige Preis, der der Leiftungs- 
fähigkeit de2 ja Léngt rühmlich bekannten und rührigen Ber- 
lage3 ein neues glänzendes Zeugnis ausitelti. —tz—. 


Piquet, F., Notes sur la légende de Dietrich et la mort 
d’Alphart. Le Havre, 1904. Imprimerie du Journal le 
Havre, O. Randolet, imprimeur. (36 S. 8 

Die Heine forgfältige Studie des bejonders durch ein (für 
franzöfiiche Anichauung dentwürdiges) Wert über Hartmann 
bon Aue (1898) befannten franzöfischen Germanijten zerfällt 
in zwei Hauptabfchnitte: I La légende de Dietrich et ses 
principaux personnages, II. Etude sur la Mort d’Alphart. 

Die Hare Hiftorifche Exrpofition des eriten Teils: Sujet de 

la légende de Dietrich, Histoire de la légende de Dietrich, 

Analyse de la Mort d’Alphart, Principaux personnages de 

la légende de Dietrich paraissant dans la Mort d’Alphart, 

ſowie die dem Gedichte felbft gewidmete eingehende Betrad: 
tung in Teil II: Origine et transmission du po&me, Sujet 
et Moeurs, fowie die mit vielfeitigen Ausbliden bereicherten 
furzen Schlußlapitel: Realisme et sentiment de la nature, 

Composition et exposition, und die nur allzu ffizzenhait 

ausgefallene »Langue« werden aud) deutichen Lejern Inter: 

effe abnötigen. Nicht unberechtigt ift der Vergleich Alpharts 
mit dem jungen Helden des Guillaume d’Drange-Cyflus: 

Vivien (S. 21), Iehrreih der Ausblid auf den gleichen 

Stoff berührende altenglifche Dichtungen und Dichtungsfrag- 

mente. Die Grenzlinien zwifchen Höfifcher und volkztümlicher 

Poeſie dürften wohl mit Hilfe von Sammlung andermeitigen 

Material3 noch fchärfer geichieden werden fünnen, außer in 

den häufigen Fällen, wo wie z. B. in Wolframs Willehalm 

fich deutfcher Rittergeift mit vollstümlichen erotischen Elementen 
verquidt bat. M. J. Minckwitz. 





Stahl, Frig, Wie fah Goethe an8? Mit 28 Taf. Berlin, 1908. 
©. Reimer. (65 ©. 81.8.) Geb. M3. 

Wir haben befanntlih bereit3 zwei gröpere Sammlungen 
von Goethebildniffen, da3 Prachtwerk Rollets (Wien 1883) 
und Friedrich Zarndes „Kurzgefaßtes Verzeichnis der Dri 
ginalaufnahmen“ (Leipzig 1888), in welchem der eigentlide 
Begründer der Goethe-Ikonographie das Mufter gedrängter 
Darjtelung langer und forgfältiger Fritiiher Forſchungen 
gegeben hat. Sehr erwünicht und willfommen gejellt ſich 
nun ben beiden größeren Werfen dies Heine Büchlein bei, 
da3 außer vier Gilhouetten im Tert 28 vorzüglid auf 
geführte Bilder Goethes bietet. Die Auswahl darf wohl 
al eine glüdlich getroffene gerühmt werden; das nad) 
Barndes grundlegendem Werte noch aufgefundene Material 
und die neuere Yorihung find verwertet, die ja fo auf 
fallende DVerfchiedenheit der Auffafjung durch die Künftler 
wird erflärt. Das höchſt gefällige Büchlein darf im Kreile 


29 — 1905. X 1. — Literarifhe3 Bentralblatt — 1. Januar. — 30 





der Goetheforjcher wie in den weiteſten freien der freund- 


hen Aufnahme, die e3 voll verdient, ficher fin. M. K. 


Annales de la fac. des lettres de Bordeaux et des univ. du midi. 
4e série. XXVlIe annde. Bulletin Hispanique. T. VI. No. 4. 


Somm.: J. Jungfer, Noms de lieux hispaniques d’origine 
romaine. — A. Morel-Fatio, Vida de D. Luis de Requesens 


y Zúñiga (suite). — G. Cirot, 'La famille de Juan de Mariana. 
— C. Pitollet, 
R. Cagnat, Lettre à 
d'Es 
graphiqaes sur les auteurs du programme de 1905. 


Blätter für dad Gymnafial-Schulmefen. Redig. von Joh. Melber. 
40. Band. 11. u. 12. Heft. Münhen, Lindauer. 
28 Fr. Ohlenſchlager, Horatiana (od. II, 5, 27; Bat. 
I. 1, . 1, 70; ep. II, 3, 291- 294). — K. Meijer, Zu Horat. 
sat. d A ; 


m Hrög. von P. Meyer u. U. Wirmer. 
Nr. 24. Paderborn, Schöningp. 


22. Jahrg. 


Snh.: Beder, Eine Warnun ung, für Schülerbibliotheken. — Pro⸗ 


grammigan Deutſch⸗Oeſterteich 1 Golling, Zum altſprachlichen 
nterrichte. Zur lateiniſchen Wortforſchung. 


Jahrbuch der Deutſchen Bibliotheten. rêg. v. Ber. Deutfher Biblio: 
(before, 3. Jahrg. Leipzig, Harraffowig. (II, 152 ©. 8.) æ 3, 60. 


Inh.: Verzeichnis der Bibliotheken u. der wiſſenſchaftl. Biblio- 
theksbeamten. — Verordnungen u. Erlaſſe. — Bibliotheksſtatiſtik. — 
Berein Deutſcher Bibliothekare. 


Danske Studier. Udgivne af M. Kristensen og A. Olrik. 
1904. 4. Hæfte. 


Indh.: Th. Laub, Vore folkevise-melodier og deres for- 
nyelse. — Kultur og folkeminder: Et vers fra Erik af Pommerns 
tid valravn. Anholt för per d nyt fra folkemindeforsk- 
ningen strengeinstrumenter. ndvaerksskik. — J. P. Ja- 
kobsen, Smedens mortensgilde. 


> 


Aunſtwiſſenſchaft. 


Spriuger, Anton, Handbuch der Kunſtgeſchichte. II. Die Renaiſſance 
in Italien. 7. Au an vollig umgearbeitet von Adolf Philippi. 
Mit 319 Abb. im Tert und 16 Farbendrudtafeln. Leipzig, 1904. 
G. A. Seemann. (VIU, 312 ©. Ger, BI Geb. M 8. 


Springers Handbuch gehört zu den gefuchteften Werken 
der Neuzeit über Kunitgeihichte, namentlich hat der dritte 
Teil, der die Renaifjance in Stalien behandelt, wegen ber 
meifterhaften Gruppierung die Anerkennung der Fachgelehrten 
und der gebildeten Kreife gefunden, was fih jchon daraus 
fchließen läßt, daß feit 1896, wo die vierte Auflage zum 
erftenmale in der Bearbeitung von Adolf Philippi erjchien, 
drei Auflagen nötig geworden find. Die vorliegende fiebente 
Auflage nennt fich eine vollftändig umgearbeitete. Sie ftellt 
ein Wert dar, das eine genaue Ueberficht über die Entwid- 
fung der italienishen Kunft in drei Jahrhunderten liefert 
und durch wertvolle Abbildungen und pracdhtvolle Farben- 
drucdtafeln illuftriert. Daß im 16. Jahrhundert, der Hod- 
renaifjance Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael 
eine hervorragende Stellung einnahmen und ihrem Leben und 
fünftlerifhen Wirken eine verdiente Würdigung zuteil ge 
worden ift, darf als ein bejonderer Vorzug des Springerjchen 
Wertes bezeichnet werden. Das Snhaltverzeihnid, das 
Regiiter der Künftlernamen, das Ortsregifter lafjen an Bol- 
ftändigfeit nichts zu wünfchen übrig. Aus dem Iehteren ift 
erfichtlich, welche Nunftfhäge in den Hauptitädten Italiens, 
Bologna, Florenz, Mailand, Rom, Siena, Venedig und 
Berona aufgehäuft find, die ſich teils in lirchlichen Bauwerken, 
teils in Paläſten, Villen und Denkmälern befinden. Sowohi 
dem Herausgeber als dem Seemannſchen Kunſtverlag gebührt 


A propos d'un >romance« de Quevedo. — 
Pierre Paris sur des inscriptions 
agne. — E. Mérimée et A. Morel- Fatio, Notes biblio- 


der aufrihtigfte Dant aler Runjtfreunde für dies ausge- 
zeichnete Wert. 


Zimmermann, M. ©., Sizilien. 
Städte der Clymer. 
Gr, H mit 102 Abb.) 


Berühmte Kunftftätten. Nr. 24. 


Der Titel könnte leicht irre führen. E3 Handelt fih nicht 
um die Refte der Nunft der Griechen und Elymer in Sizilien, 
fondern um die Kunftwerfe ganz verichiedener Beit, welche 
fih in den im Altertum von Griechen und Elymern bewohnten 
Städten finden oder daher ftammen. Das Bud ift ein 
Mittelding zwifchen Reifebejchreibung, Topographie, Gejchichte 
und Bejchreibung von Kunftwerfen; auch ein bischen Geo» 
graphie kommt vor. Daß e3 ein Publitum für folhe Dar- 
ftelungen gibt, läßt fich nicht leugnen, aber gerabe bieleg 
hätte Anipruch auf einen genaueren Bericht, der nicht, wie 
der vorliegende, vol von Fehlern if. Und ob die Art, 
wie überall Neminiscenzen au8 modernen Poeten angebracht 
werden, irgend einem Lefer, möge er nun Sizilien mit dem 
Bud in der Taiche durhwandern oder fih zu Haufe daran 
erbauen wollen, gefällt, jcheint ung fehr fraglich zu fein. Die 
landfchaftlicden Reize der herrlichen Snjel Hat der Verf. nicht 
vergefien gebührend Hervorzuheben; auch einige von ben 
Abbildungen find ihnen gewidmet. Die Bilder werden 
überhaupt vielfah mwilllommen fein, umjo mehr, da von 
manchen bedeutenden fizilianiichen Runftwerfen, wie von den 
Bildern des Antonello von Meffina und von der Aphrodite von 
Syratu3, Abbildungen nicht gerade bequem zugänglich find. 
Die Ausführung ift nicht überall gleich gut; ein paar Mal 
ift auch bei der Auswahl ein Mißgriff begangen worden. 
Der Brunnen de3 Montorfoli vor der Kathedrale von Mef- 
fina ift a, B. in viel zu Feinem Maßftab wiedergegeben, als 
daß man einen wirklichen Begriff davon befommen Tönnte, 
und von dem Dom zu Syrafus wäre wohl beffer eine Lang- 
feite mit den antifen Säulen als die barode Faſſade zur 
Unfhauung gebracht worden. Solange übrigens dag C 
noh niht aus dem deutfchen Alphabet verbannt ift, bleibt 
e3 nach des Ref. Anficht eine Barbarei, Sizilien mit einem z 
zu fchreiben, mag die orthographiiche Weisheit unferer Re- 
gierungen e3 hundert Mal erlauben oder gebieten. 


1. Die Griehenftädte und die 
"drun, 1904. ©. U. Seemann. (126 ©. 
M 3. 


Die Mufeen als Bollsbildungsftätten. Grgebniffe der 12. Konfe: 
rena der Bentralftelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen. Mit 
42 Abb. Berlin, 1904. Heymann. (VIL 228 ©. ©r.8.) Æ 5. 

Schon feit längerer Zeit fpielt die Frage der Nubbar- 
madung der Mufeen für weitere Kreife eine Role. Da 
war e3 nun ein höchit dantenswertes Unternehmen von der 

Bentrafftelle für Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen, eine Kon» 

ferenz einzuberufen, auf der die Frage in eingehender Zeile 

erörtert werden folte. Die Verhandlungen liegen hier ge 
drudt vor und find außerordentlich Iejenswert, auch für die 
jenigen, die an der Konferenz ſelbſt teilgenommen haben. 

Vieles ift hinzugekommen oder in erweiterter Geſtalt er⸗ 

ſchienen, was aus Zeitmangel gar nicht behandelt oder nur 

geſtreift werden konnte. Freilich herrſcht noch keine Rlar: 
heit über die erſt ſeit verhältnismäßig kurzer Zeit zur Dis— 
kuſſion ſtehenden Fragen, aber die Fülle von verſchiedenen 

Anſchauungen läßt dieſe gemeinſame Ausſprache doch ſehr 

wertvoll erſcheinen. Die eigentliche Arbeit wird erſt jetzt 

beginnen. Wir können hier nur einen kurzen Überölick 
über die Verhandlungen geben. Die Einleitung bildet der 

Vortrag von Lichtwark über die Muſeen als Bildungs— 

mittel, indem die von den Muſeen zu löſenden Aufgaben 

kurz ſtiziert werden. Jeſſen und Lampert geben kurz 

Rechenſchaft über die Geſchichte der Kunſt- und wiſſenſchaft— 


31 — 1905. A321. — Literarifhes Zentralblatt — 1. Xanuar. — 32 


Dëen Mufeen. Gë folgt die umfangreiche Darjtellung 
einiger bisher gemachten Verfuche, die Schäge der Mufeen 
weiteren Schichten des Volkes nubbar zu maden. Behn 
Mufeen, darunter das ftädtifhe Mufeum für Natur, Völter- 
und Handelzfunde in Bremen, das Altonaer Mufeum, die 
Mufeen in Hildesheim und Celle, da3 geologifhe Mufeum 
in Berlin und der Falfwang in Hagen, fowie die nordifchen 
und englifhen Mufeen werden fury nah beier Richtung 
hin fEizziert. Auch die amerifanifchen Beftrebungen und die 
deutichen Schulmufeen werden herangezogen. E3 folgt die 
Frage der Mufeumsbauten (Lichtwark) und der Aufftellung 
und der Bezeihnung in Kunst: und naturhiftorifchen Mufeen 
(Grofje und Lehmann). Die Bildungsmittel in Mufeen 
(Ächriftlihe und mündliche Belehrung) bilden ein weiteres 
interefiantes Kapitel, in dem zunädhft nach dem Vortrage 
von v. Erdberg eine Reihe von Urteilen über Führungen 
in Mujeen mitgeteilt werden, die die zahlreihiten Geficht!- 
punkte und Methoden entrollen. Befonderö hervorzuheben 
wären die Berichte von Friedländer und Schubring Bus 
fammenfaffend gibt Kaugfch feine Anjchauungen über Be 
lehrung in Kunjt-, Fraag in naturhiftorifchen Mufeen. Den 
Schluß macht Deneten über Augftellungen in Runftmufeen, 
während Leitfġuh in der Beichreibung ded Straßburger 
Münſters das Beiſpiel eines volkstümlichen Führers gibt. 
Eine Reihe von Netzätzungen führt uns die verſchiedenſten 
Muſeumstypen vor. Jedem Kapitel iſt ein kurzer Bericht 
über die Diskuſſion beigefügt, die ſich in anregendſter Weiſe 
geſtaltet. Jedem, der für den Kampf um eine neue deutſche 
Kultur ein warmes Herz Hat, ſei das Buch dringend em— 
pfohlen. K. S. 


Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich. Hrsg. mit Unter- 
stützung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht. 
XI. Jahrg. 1. Teil: Trienter Kodices. II. Geistliche und 
weltliche Kompositionen des XV. Jahrhunderts, bearbeitet 
von G. Adler und Osw. Koller. 2. Teil: Georg Muffat, 
Concerti grossi, 1., bearbeitet von Erwin Luntz. Wien, 1904. 
Artaria & Co. (VUI, 139; XIV, 147 S. Gr. 4.) 

Diefe erfte Fortfegung der aug den Hdfdrr. von Trient 
durd) die öfterreihdifhen Dentmäler gebotenen Auswahl mehr: 
ftimmiger Säße bereichert das Anihauungsmaterial für die 
Tontunft des 15. Sahrh.3 wiederum beträdtlid. Diesmal 
ift die mweltlihe Kompofition bevorzugt und mit einem halben 
Hundert franzöfiicher Chanjons vertreten, deren Mehrzahl 
bon wenig oder gar nicht befannten Tonjegern herrührt. 
Bon berühmten Namen finden fi nur Bindois und Bus» 
noig mit je einem, Dufay mit zehn Sägen. Dieje Arbeiten, 
lauter dreiftimmige Gäge, madhen mit einer großen Anzahl 
alter jchöner Melodien befannt, die al3 Tenöre das Ems 
femble ftügen, fie zeigen zweiten? die Verjchiedenheit der 
Methoden, nach denen die Künftler die übrigen Stimmen 
zufügten. Noch herricht Einfachheit, Nahhahmungen werden 
häufiger angejegt als durchgeführt, der Zufammenflang läßt 
die Zeit des Organum zuweilen jpüren. Die Kirchenmufif 
ift mit drei Meilen über Dunftables Lied: »O rosa bella« 
vertreten, die deshalb großes Interelje verdienen, weil fie, 
erjichtlih von geringen Talenten herrührend, darüber auf 
Hären helfen, worin die Größe eines Dufay befteht. Die 
dritte diefer Mefjen (vierjtimmig) wird außer in der Trienter 
noh in Modenejer Lesart mitgeteilt. Die erftere belebt bie 
Melodit mit Durchgängen und Heinen Verbindungsnoten, 
führt alfo an die Anfänge des Sologefangs heran. 


Kunfthronit. Hrg. von Œ. A. Seemann. R. F. 16. Jahrg. 
Nr. 8. Leipzig, E. U. Seemann. 
Inh.: O. v. Schleinig, Londoner Brief. — D. Bernhard, 
Die ere Wanderausftillung des Berbanded der Kunftfreunde in den 
Ländern am Rbiin. 





Die Kunft- Halle. Hıagbr. ©. Galland. 
Berlin, Harrwig Nadıf. 

Inh.: Ad. Kohut, Ernft Rietfhel. Ein Gedenfhlatt zu feinem 
100. Beburtstage. — Bon der Nationalgalerie. — ©. 3. Wolf, 
Dom Mündiner Kunftgewerbe. — J. Günther, Dresdner Kunftbrief. 
— €. Kiedling, Prof. Dftwalde Unterluhungen für Baitellmalerei. 


Der Kunftwart. Hıdgbr. 5. Avenariued. 18. Sahıg. 5. Seit. 
München, Callwey. 

Inh.: H. Mutheſius, Amerifa. — A. Schattmann, Debt 
das Weien der Oper. — U. Dresdner, Dad Kailer Friedrich Mufeum 
u. feine Kritiker. — Nod einmal: Ligmann über Gocthe. — Aus Emil 
Straußend „Kreuzungen“. 


Die Schönheit. Hrög. v. K. Banfelow. 2. Jahrg. Heft 8. Berlin. 

Snd.: H. Pudor, find wir gefund? — Philaletba, Erziehung 
zum Nadten. — D. Forberger, ded Weibed Madt. Novelle. (SHl) 
— Zur Kultur der Schönheit. 7. — D. Zilden, Örabdenfmäler — 
Unfittlihe Literatur. — €. v. Sidhart, dad moderne Modebild. — 
Körper und Kleidung — €. v. Kulmficg, vom Haarktamm. (Mit 
6 Abb.) — E. Stange, von fhönen Büchern. Lyrit1.— W. Bode, 
der Krieg gegen dad Schöne. 


Pũdagogik. 

Kotelmann, Ludw., Schulgesundheitspflege. 2., neubearbei- 
tete Auflage. München, 1904. Beck. (VII, 216 S. Gr. 8.) 
M 5; geb. 4 6. 

Handbuch der Erziehungs- und Unterrichtslehre für höhere 
u hrsg. von A. Baumeister. II. Band, 2. Abteilung, 
2. Hälfte. 


Da das Handbuch der Erziehungs und Unterrichtölehre 
für höhere Schulen doch nicht für alle Kreife gleiches Interelle 
befißt, ift e3 mit Freude zu begrüßen, daß die Schulgelund- 
heitspflege beifpielsweife auch einzeln zu Haben ift. Aud die 
Erweiterung von 137 auf VII, 216 ©. fann man im Jnter- 
effe der Lefer nur gut heißen. Bejonders hervorzuheben 
ift, bap auf Wunfch der Rezenfenten die Gefchichte der Schul. 
gefundheitspflege eine Erweiterung erfahren hat und die Frage 
der Ueberbürdung eingehender gewürdigt ift. Gelbjtverftänd- 
ih haben die immenfen Fortichritte, welche gerade die Schul« 
gefundheitspflege in dem legten Jahrzehnt aufzumeifen bat, 
ihren gebührenden Plag gefunden. Der Materie gemäß 
ordnet fi) der Stoff in die Hygiene der Schulräume und 
die Hygiene der Schüler. Leider wird ja diefen wichtigen 
Kapiteln noch nit Überall die fo notwendige Aufmerffam: 
feit zugewandt, und vielfach fann man das Elternhaus nidt 
von dem Vorwurf freifprechen, daß e3 namentlich in Meier 
Beziehung fidh zu wenig orientiert und zu läjfig ut. Möchten 
dodh die Ausführungen Kotelmanns über die Hygiene des 
Nervenigitems der Schüler zc. in recht weite reife dringen. 
Eine große Reihe von Abbildungen, ein alphabetifches Sad 
wie Namenregifter, fowie Unführung einer reichhaltigen Lite: 
ratur find weitere Vorzüge des Buches. 


Eomenius-Blätter für Boltderzichung. Hrag. von Ludw. Keller. 
12. Sabre. 5. Heft. Berlin, Weidmann. 

Ind: U. Damafchle, Die Förderung d. Volkderzichung ald 
Aufgabe d. Gemeindepolitit. — Grundiäge d. Comeniue-Geſellſchaft 
für die Begründung freier öffentl. Bibtivtheten (Bücherhallen). — B. 
Böttiher, Welche Folgen würde die Eıjepuny des hrüftl. Religiond 
unterricht durch einen Moralunterridt nad fih ziehen? — Runy 
fhreiben d. ComeniusGefilih. an die Magiftrate d. deutfben Städte. 


Körper und Geiſt. Hrsgbr. K. Möller, FJ. A. Shmidt, É 
Widenhagen. 13. Jahrg. Rr. 19. Leipzig, Boigtländer. 
Inh.: Siebert, Schwidiiched und deutiched Turnen. (Schl.) — 
Nadcezwill, Wie man in Finnland über dad Zurnen denkt. — 
Pulmwer, Rüdftändige Behandlung d. Volfsfchüler im Turnunterridt. 
— Dorn, Bom Schulfpicl u. den Schulplägen. 


Die Mäpdchenfchule. Hrög. von K. Heffel. 17. Zahrg. 12. Heit. 
Bonn, Marcus u. Weber. 

Inh.: E. Krudenberg, Einftelung der Frauen in die fommunale 

Schulverwaltung. — DOrtentl. Berjammlung des Teilvereind d. öffentl. 


10. Jahrg. Rr. 6. 








33 — 1905. M 1. — Literarifhes Bentralblatt. — 1. Xanuar. — 84 





döh. Nädchenſchulen d. Provinz. Brandenburg, Pommern u. Schlefien | Experimentelle Unterfuchungen üb. die Differenzierung des Geſchlechts 
am 5. Oft. 1904 in Berlin. — M. Zabele, 27. Haupverfammlung | bei Rana temporaria und Rana esculenta. 


des Zweigvereins für Höh. Mädcdenihulmeien in d. Prov. Sachſen, III. Hiftorifhe Kaffe. Inb.: v. Heigel, Das Projekt einer 
Anhalt u. Thüringen am 1. Oft. 1904 in Deffau. Bermählung d. Herzogs Philipp Wilh. v. sn = ande 
EE S e 

eitfährift f. Iateinlofe höbere Schulen. Hrög.v.Shmip-Mancy. mademoiselle* (Herzogin Anna Maria v. Montpenfier) 1652/3. 

16. Jahrg. 3. Heft. Leipzig, Teubner. Univerfitätsfäriften. 
es Snb.: 5 ý A Vë — a ann E — (Format 8., wo ein anderes nicht bemerkt if.) 

örnig, eri uber die 13. Hauptverfammlung des Bereind Athen. (Habilitationeihr.) T $ S 
Sächſ. Keatfeullehrer. — Budde, Die Zukunft d. Oberrealſchule. bara en éi 8) IOE EBeRBBange EE 
— Holymann, Gtatiftijhes Über die Höh. Schulen (Mittelihulen) Galle a. ©. (Inauguraldifl. [BHilof. Fal.) Wilhelm Berens: 


Badeng 1903/04. — Quandt, Der Unterricht in d. philof. Propä- | mann, Wirtfhaftsgeographie Schantung’d unter beionderer Berté, 
deutit. — Ratſchläge für diejenigen Studierenden, lä bé auf das | fidhtigung des Kiautfwou Gebietes. (33 S.) — (Med. Fat.) Ernſt 
böbere Lehramt vorbereiten und einen Teil ihrer Studienzeit auf der | Rodenwaldt, Aufnahmen des giftigen Inventars Geſunder ald 
techniſchen Hodhfhule verbringen. au D Defeltprüfungen bei Kranten. (72 ©.) 

EEE ET TEE BETT TE Tu Te EEE eidelberg. (Akad. ğeftrede.) Wild. Braune, Ueber die Gini» 
Katehetiihe Beitjärift. Hrög. v. A. Spanutb. 7. Jahrg. gung d. deutich. Ausiprache. (32 ©. 4.) Halle a. ©. Niemeyer. 41,20. 


12. Heft. Stuttgart, Greiner & Pfeiffer. Helfin e 
i le gfors. (Inauguraldiſſ. Philoſ. Jat.) K. Jaakkola 
Indh.: A Spanuth, Die Entwürfe über die „Urgeſchichte“ und de praepositionibus Zosimi quaestiones. (i26 8.) i 
die Haltung d. Zeitihriftl. — A. Hademann, „Es ift ein Rog ent» Leipzig. (Probevorleiung) W. Er. Biermann, zur Lehre 


fprungen“. — Sr. Schlegelmildh, Des Chriften Teilnahme am firhl. | Yon der Produktion und ihrem Zufummenhang mit der Wert, Preis- 
Leben. — H. Spanutb, Gleihnisreden Jefu. Für die Oberflufe | u. Eintommenslchre. (29 €. Geng 1904. 349 & Schunte. — 60. 
bearbeitet. 16. Von den unnützen Knechten. — A. Geyer, Der — Gabilitationsſchr.) Geotg Lokemann, J. Ueber die Akrolen 
zwölfjäbr. Jeſus im Tempel. Ein Lehrbeiſpiel in konkret- aufbauender darſtellung nach dem Borſäureverfahren und Beiträge zur Kenntnis des 
(entwıdelndsdarftellender) Form f. d. Unterftufe. — G, Chr. Dieffen⸗Aethylidenphenhlhydrazins. II. Ueber den Arſennahweis mit dem 
bach, 1. Chriſtfeiettag. Joh. 1, 127. — Derſ., 2. — Marſh'ſchen Apparate und die katalytiſche Zerſeßung von Arſenwaſſer⸗ 


et: Joh. ne — en, nn 4, — 1 o foff. (104 ©.) 
beling, eib mit deiner Gnade. — H. Spanuth, Künftle — (Inauguraldifl. [BHilof. Fat.) Robert Herndon Fife, der 
rifher Wandfhmud u. künftler. Anfhauungsbilder für die Schule. Woriſchaß des an Maundeville nah der Beron der Cotton 


Handfdhrift (Brit. Mufeum, London) Titus C. XVI. (289 ©.) — 
Demetrius Gufti, Egoidmud und Altruismud. Bur foziologifchen 
Motivation des praftiihen Wollend. (67 ©.) 


è Marburg. Chronit der Königlihen Preußiſchen Univerſität 
Vermiſchtes. Marburg für das Rechnungsjahr 1903/04. KVIL. Jahrgang. (74 ©.) 
Conwentz, H., Die Gefährdung der Naturdenkmäler und — (Kaifer Geburtätag.) Catalogi studiosorum Marpurgen- 


e d i ie sium ex serie recentiore depromptus fasciculus alter annos 
Ta onago an imor Erhaltung. Berlin, 1904. Bornträger. | daque ab 1656 ad 1667 complectens. (30 8. 4) 


e — — MRektorwechſel.) Ernſt Elſter, über die Elemente der Poeſie 
Wie wenig bisher in der Erhaltung unſerer Naturdenk⸗ und den Begriff des Dramatiſchen. (18 ©. 4.) 


mäler getan iſt, erhellt daraus, daß Conwentz, der berufenſte „.Gabilitationsſcht.) Wilhelm Krauß, zur intraofularen Ded- 
e . infeltion mit beionderer Berudfihtigung des Fodoformd. (84 ©.) 
Rufer im Streit, feine vorliegende Arbeit erjt einen Verjuch — (Fnauguraldiff. (Thest. Sat.) Wiliam Walter Rodwell, 


nennt, die Grundlagen und VorfdAläge gur Erhaltung und | die Doppelehe des Landgrafen Philipp von Heffen. (48 &.) — Gufav 
Erforfhung derjelben in Kürze darzulegen. Wir müffen erft | Wetphal, die Borftellungen von einer Wohnung Jahmes nad den 


: e OI : SEI „ | altteffamentlihen Quellen. I. Teil. (65 ©.) — Juriſt. Fak.] Carlo 
einmal bie Ziele einer planmäßigen Naturbenkmalpflege feit Andreae, der praftifche Begriff der materiellen Einrede im heutigen 


fegen, und die Organifation und Leitung der einjchlägigen Redt | | 

$ RA ; . (32 ©.) — Alerander Bótther, der Begriff des Gaſtwirtes 
Beftrebungen von Staatöwegen einrichten. Gelangen die | und die Borausfegungen für die Haftung des Gaftwirted nah $ 701 
Borichläge unfere® bewährten Vorlämpfers allmählih zur | 2.8.8. (75 S.) — eo v. Borberger, die rechtlihen Folgen der 


Annahme (und Gefahr ift vielfach im Verzuge), fo wird den | Beteiligung Minderjähriger an Bereinen des bürgerlichen Rechte. (83 ©.) 
— — — Albert Erlanger, materiellrechtliche und prozeſſuale Bedeutung 
Denkwürdigkeiten der freien Natur in Zukunft erſt eine des § 213 R.6t..B. (64 ©.) — Ferdinand FZugler, Entkehung 


ähnliche Fürjorge zu Teil werden, wie fie bereits lange an | gefhichte, Bereich und Organifation der richterlichen Gewalt des 
den Dentmälern frühzeitiger Kunft erfolgreich geübt wurde. | früheren Deutihen Bundes. (Unter Berüdfichtigung des Rechtes 


Mit Redt hebt Conweng hervor: werben in jedem Landes» | früherer Bünde.) (60 ©.) — R. Krug, die Zuläifigfeit der reinen 
teil die natürlichen Schönheiten und Seltenheiten erhalten EE a a — ee har 
und den Bewohnern geiftig näher gerüdt, jo ermwächlt diefen | von Loef A. die Kölner Raufmanngpilde im 12. Jahrh. (61 ©.) 

daraus eine erhöhte Freude und Liebe zur heimatlichen Scholle. München. (R. b. Atad. der gute. Johann Friedrich, 


Heimatliebe und Baterlandeliebe, welche zu allen Zeiten mit | Gerähtnierede auf Karl Adolf von Gorneliud. (66 ©. 4) Ruͤrchen, 


die Ichönften Züge des Volfscharafterd bildeten, würden Drang N — nn ‚[BHilof. Zak.)) Otte Bobfin, Shake 
burd) bie jet endlich angeregte Pflege der Naturdenkmäler | fyeares aan 2 the (99 ©.) — Errinus 
eine nicht gering anzufchlagende lebhafte Förderung und Oldeuburegr. de oraculorum ees eloeutione. (54 S.) 


Stärtung erfahren. Man muß die Ausführungen von Ç. Rostock, 1 Warkentien. # 1, — Fridericus Guilelmus 
e Stegemann, de scuti Herculis Hesiodei poeta Homeri ear- 
lefen, um (menigftens in ber gropen Welt) zu erfahren, | inen imitatere. 106 S.) Ebd., 1904. 4 2 





welche Gefahr unferer Natur droht und wie nur jchleunige Tübingen. (Inauguraldifl. (PHilof. Fak.) Peter Thomfen, 
Maßnahmen zu retten vermögen, was noch da ift. Baläftina nad) dem Onomaftiton des Gujebius. (188 S., mit Karte.) 
ö— — — — — — — — Würzburg. (Inauguraldiſſ. Philoſ. Fat.) Martin Wolf, 
Abhandlungen der l. bayer. UAlademie der Wiſſenſchaften. III. Kl. Walter Scott's Kenilworih. Eine Unterſuchung über ſein Verhältnis 
. Bd. 1. Abt. München, Franz in Komm. zur Geſchichte und zu ſeinen Quellen. (77 S.) 
SInh.: 8. Traube, Paläographifche Forfhungen. 4. Zi. Bam» Zürich. (Inauguraldiff. [Bhilof. Zak.]) Johann Jalob Difen- 
berger Fragmente der vierten Dekade des Livius. Anonymud Corte | mann, das Nahrungdweien in England pen ALL bé AN. Japı- 
ganus. (56 ©. 4. Mit 7 Taf.) Æ 3. hundert. (63 ©.) 
Siungsberichte der al. bont, Akademie der Wiffenfchaften zu 
Münden. November 1904. Kritiſche Fachzeitſchriften. 
L Philoſophiſch⸗philologiſche Klaſſe. Inh.: von Hertling Göttingiſchegelehrte Anzeigen unter der Aufſicht der kgl. Gefell- 
Auguſtinus⸗Zitate bei Thomas von Aquino. fhaft der Wif. 166. Jahrg. Nr. 12. Berlin, Weidmann. 


I. Mathematiſch⸗phyſikaliſche Klaſſe. Inh.: K. Göbel, Ueber Inh.; Sünger, Kante Lehre vom Slauben. (E. Troeltſch.) — NRiketta, Der 
Ne kleiſtogamen Blüten und die Anpaſſungstheorien. — R.Hertwig, Pharao des Auszuges. (R. Sethe) — Brünnow-Deomaszemsti, DI 


35 — 1905. 31. — Literarifhes Bentralblatt — 1. Januar. — 36 


Provincia Arabia. Bd. L (Wellhaufen.) — Mazon, Essai sur la compo- 
sition des com6dies d’Aristophane. (Fr. Leo.) — Blüß, Das Iambenbud 
Méi e pora, (R. Reitenftein.) — Anecdota —— — II, 3. (E. Kloster- 
n.) — Lair, La bataille de Formigny. Joret, La bataille de For- 
mien. (K. Uhlirz.) — Kölner Inventar. Wd. II. beart. v. Höhlbaum. (TH. 
igen.) — Joachim Weftphal, Brieifammlung. I. (W. Köhler.) — Yahrbud) 
dee dE Bereind des Kantons Glarus. 31—33. Bd.; Heer, Gefdidte 
deg Landes Glarus. Vd. ; Heer, Ölarnerifde Reformations eſchichte. 
— ner on von Knonau.) — Wilhelm v. Sumbeibie gefammelte Schriften. 
. (Fr. N. Find.) — Erben, Das Privilegium isriedride I 
oi Kee Zurba, Thronfolgerecht in De erreich. (C. 
Stadtrechnungen von Bern, hreg. v. Welti. (©. 


Revue crit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 
38° année. Nr. 50. Paris, E. Leroux. 


Somm.: Socin, Grammaire arabe, be éd. p. Brockelmann. — Lazare de 
Pharpi, Histoire d'Arménie, Ter-Mkrttchean et Malxasean. — 
Les martyrs de l'Arménie, p ee et Adjarean. -— Brünnow, 
La province d'Arabie. — Pichon, Lactance. — Vitry et Brière, Docu- 
ments de sculpture française du moyen age. — Freeman, Geographie histo- 
rique de l'Europe, 3° éd., p. Bury. — R. Henry, Questions d'Autriche- 
Hongrie et question d' Örkent. — Geblesco, La question d'Orient. — 
Pinon, L'Empire de la Méditerranée. — Day, Le système colonial hol- 
landais à Java. — Kovalevsky, Institutions politiques de la Russie. — 
Skrine, L'expansion de la Russie. — Borkowsky, Turgenjew. — Me- 
rej kovski, Tolstoi et Dostoievsky. — Strannik, La pensée russe con- 
temporaine. — Annales de l'Institut international de sociologie, A. — 
Wagner, Les fondements de l'óconomie politique, I. 


WohenfHrift für tlaffifhe Philologie. Hrg. v. G. Andrefen, $. 
Draheim u. F. Harder. 21. Jahrg. Nr. 51. Berlin, Weidmann. 


Inh.: Euripides, Iphigenie in Aulis, hreg. u. déi? v. K. Buſche. J. Tert. II. Ein⸗ 
leitung und Kommentar. (O. Altenburg.) — A. Pifhinger, Der VBogelzug 
bei den griech. Dichtern des Maffiichen —— (A. Biefe.) — Or. Bere 
teli, Die Abkürzungen in KE Hanbigriften. (©. Weilely) — Pirrome, 
L’Epicedio di Cornelia. (K. P. Schulze. 8. Studnic Ar Tropaeum 
Traiani. (R. Delbrüd.) — Florilegium ironis Graecum. imple passages 
for Greek unseen translation, R. M. Burrows and C. Fl. Walters. — 3. 
Roſenbaum, Geſchichte der Luſtſeuche im Altertum. 7. Aufl. — O. Schra⸗ 
der, Die Schwiegermutter und der Hageftolz. (Yr. Harder.) 


Außerdem erfchienen 


ausführlidye Kritiken 


über: 


Amdt, NA., Die tirgi. u. mweltl. Redhtöbeftimmungen f. Orden u. Kon- 
gre ationen. (Allmang: Archiv f. kath. Kirhenreht LXXXIV, 4.) 

Benedicti XIV Papae opera inedits, publ. F. Heiner. (M. Hof 
mann: Ztfhr. f. tath. Theol. XXIX, 1.) 

La Sainte Bible traduite en français p. A. Crampon. (Fond: Ebd.) 

Borrie, A. v., Die Erwerbêbefdhräntungen der manus mortua in 
Preußen 2c. (Holder: Archiv f. Tath. Kirchenrecht — 4.) 

— ae Handlerifon. (Fond: Ztihr. f . tathol. 


) 
u Sr. SR Die Hauptparabeln Jefu. I. (Seeberg: Theol. QLI. 


Brandi.) — 
eyer von Knonau.) 


Be G., Memorials of Edward Burne-Jones. 
mann: The Academy Nr. 1701.) 

Der erſte Clemensbrief e die Korintber, unterfuht v. W. Scherer. 
(Merk: Ztfhr. f. kath. Theol. XXIX, 1.) 

Coneiliun Tridentinum. Tom. IV, actorum pars I, ed. Steph. 
Ehses. (Bellesheim: Archiv f. tath. aeg) LXXXIV, 4. — 
Kröß: Ztihr. f. tath. Theol. XXIX, 1.) 

Dittmar, W., Vetus Testamentum in Novo. Die altteftamenti. 
Parallelen de N. Tet. (Fond: Ztihr. f. tath. Theol. XXIX, 1.) 

R %, Spuren Shafeiprared in Schillerd dramatifchen Werten. 

löde: Engl. Stud. XXXIV, 3. 

Engler u. Weißberg, Kritifhe Studien is die Borgänge der Autory- 
dation. (Bodländer: Chem. Ztfchr. III, 30.) 

Joſef Enjenöpege Ein Dergfteigerleben. ul, . Allg. Ztg. Nr. 284.) 

Farley, Scandinavian influences in the English romantic move- 
ment. (Roeppel: Engl. Stud. XXXIV, 3.) 

Sreifen, "3. Manuale Lincopense etc. Katholifhe Ritualbücher 
Schwedens u. Finnlande im MA. (Allmang: Arhiv f. Tathol. 
Kirchenreht LXXXIV, 4.) 

Frins, V., De actibus humanis. I. II. (Roldin: Ztidhr. f. fathol. 
Theol. XXIX, 1.) 4 

Sefenius’ hebr. Grammatil, bearb. v. Kaugih. 7. Aufl. (Joon: Ebd.) 

Gönner u. Sefter, Das Kirchenpatronatdreht im Broßh. Baden. 
(Heiner: Arhiv f. kath. Kirchenrecht LXXXIV, 4.) 

Grae, Die Elektrizität u. ihre Anwendung. (Unterh. Beil. 3. Tägl. 
Rundſchau Nr. 283.) 

Hedel, M. v., Die Kortfchritte der 1 288 Befteuerung in d. deutfch. 


Staaten. (Beil. j. Allg. Ztg. Nr. 288.) 
3. Aufl. (Holzmeifter: 


(Spiel- 


Herderd Konv.⸗Lexikon. III. Bd. Ziſchr. f. 
kathol. Theol. XXIX, 1.) 
Höhlbaum, K., Der Kurverein von Renſe 1338. (Viegener: Weſtd. 


Ziſchr. f. Seid. u. 8. XXI, 3.) 
Hofmiller, 3, Die erften fechd Masten Ben Sonfons in ihrem Ber- 
a zur antiken Kiteratur. (Scherm: Engl. Stud. XXXIV, 3.) 
Hol, R., Amphilochius v. Ikonium. (Zöckler: Theol. Lbl. XXV, 52.) 


Klapperich, J. Life and customs in Old England from the 
Sketch Book of Wash. Irving. (Globe ` Engl. Stud. XXXIV, 3.) 

Königsberger, L., Carl Guft. Jac. Jacobi. (Beil. 4. Allg. Ztg. Nr. 286.) 

Lafourcade, Etude historique des fiançailles. (Holder: Argiv í. 
tathol. Kirchenreht LXXXIV, 4.) 

Lügendorff, Frhr. v., Die Geigen- u. Rautenmader vom — 
bis zur Gegenwart. (Bezold: Anz. dD. Germ. Nat.Muſ. 1904, H. 3.) 

Melchior, F., Heinr. Heines Verhältnis zu Lord Byron. (Adermann : 


Engl. Stud. XXXIV, 3. 
Meyers gropes Konv. Rer. 6. Aufl. (Bredt: Ana. d. Germ. Nat. Muf. 
(Bredt: Ebd.) 


1904, 9. 3. 
Neumann, E., Rembrandt. 
Riffen, P., James Ehirley. (Glöde: Engl. Stud. XXXIV, 3.) 
Dftoiho8 oder Parakletike der orthodor-fath. Kirche ded Morgenlandes. 
Deutſch u. ſlaviſch, v. Al. v. Maltzew. Milles: Ztiſchr. f. kath. 


Theologie XXIX, 1.) 
(Achelis: Unterh.Beil. z. Zägl. 


Oppel, UA., Natur u. Arbeit. II. 
Rundſchau Nr. 293.) 

N H., GSefellichaftl. Zuftände während der erften Hälfte des 

Jahrh. im Spiegel Fieldingfcher Komödien. (Glöde: Engl. 

SE XXXIV, 3.) 

Paulu, N., Die deutfhen Dominikaner im Kampfe gegen Luther. 
(Hurter: Alfer. f. tath. Theol. XXIX, 1.) 

Pidoux, Histoire du mariage et du droit des gens mariés en 
Franche-Comté. (Holder: Arhiv f. D Kirhenr. LXXXIV, 4.) 

Pruner, Lebrbud d. Paftoraltheologie. I. 2. Aufl. (Pietih: Ebd.) 

Puton, Essai sur le mariage d'après les usages des anciens 


Germains. (Holder: Ebd.) 
Reidel, K., er tath. Kirche im Grofh. Heffen. (Heiner: Ebd.) 
Reipenftein, R ‚ Poimandred, Studien zur griedh.-ägypt. e ſmbrim. 
Literatur. (D. Kuhn: Ztichr. f. tath. Theol. X XXIX 


Sägmüller, Rich, d. kath. Kirchenrechts. UI Ti. Bee Ebd.) 
Schweitzer, H., Die Bilderteppiche u. Stidereien in der ftädt. Alter- 
tümerfammlung zu Freiburg i. B. (Sauer: Kunftdronit XVL 8.) 
Scripture, E., Studies from the Yale Psychological Ee 

(C. A. Meyer: Engl. Stud. XXXIV, 3.) 
(Streder: Unterb.-Beil. 3. Tägl. 


Stahl, F., Wie fah Goethe aus? 
Rundſchau Nr. 286.) 

Stanger, H.. Oemeinſame Motive in Ben Jonſons u. Molières Luſt⸗ 
ſpielen. (Aronſtein: Engl. Stud. XXXIV, 3.) 

Stanton, The gospels as historical documents. I. (Schultzen: 
Theol. ou. XXV, 52.) 

Turner, H. G., A histo (Flavell : 
The Academy Nr. 1701.) 

— A., Praelectiones canonicae. De religiosis institutis 

Fe 2. Aufl. (Laurentius: Archiv f. fathol. Kirchenrecht 


Bonner W., Shelleyd The Cenei, Analyfe, Quellen ıc. 
Engl. Stud. XXXIV, 3.) 

Witting, F., Wellfranzö aut. en. 
Germ. Nat Muf. 1 

Bettner, H., Shelleys Ee 
XXXIV, 3.) 


of the colony of Victoria. 


(Adermann : 
(S. T. Shula: Anz. d. 
(Adermann: Engl. Stud. 


— —— — — eng 


Bom 14. big 21. Dezember find nadftehende 


nen erfhienene Werke 


bei ung eingeliefert worden, deren Beſprechung fi bie Redaktion vorbehült: 


el. E Wagner. Borlefungen. Leipzig. Breitkopf & 
tte r 
Altmann, W., u. E. Seefe Ausgewählte Urkunden zur Gr, 


läuterung der Betafungegefsigte 2 Deutihlande im MA. 
Weidmann. (Gr. 8 

Annuaire pour l'an 1006, — e le Bureau des longitudes. 
Paris. Gauthier-Villars. (16.) Fr. 1, 50. 

Auer, Frig, Zur Pfyhologie der Geſangenſchaft. Unterſuchungshaft, 
Sefängnie- u. GE ale gefhildert v. Entlaffenen. Münhen. 
Bed. (Gr. 8.) Æ 1, 50. 

Sari Adolf, Delhite der le Literatur. In 2 Bänden. 

. Bd.: Die ältere SE 3. u. 4. Aufl. Leipzig. Avenarind. 
er 8.) Geb. 1./2. Bd. æ 1 

Baumgarten, Herders Rebenswert u. die religiöfe Frage der 
Ge — Tübingen. Mohr. (8) Æ 1, 80. 

Beif SA ‚ Sta Giovanni Ungelico da Fiefole. 2. Aufl. Frei⸗ 
bur re (Ler.»8. mit 5 Taf. u. 89 Xertbild.) Æ 8, 50. 

Beni dt. Buftav, Die afundhronen Drebftrommotoren, ihre Wir- 
fungsweife, Prüfung u. Berechnung. ae GA Bieweg & Sohn. 
(®r. 8. mit 2 farb. Taf. u. 112 Abb.) 

eG Di Rearfage vor Obate iite. ale a. ©. Niemeyer. 

t 

Bohatta, H., Javanifhes Aerzte u. Arzneiwefen. (S.A. a. „Wiener 

mediz. Wocenfcht.“ 1904, Rr. 42 fg.) Bien, SO, Gë e 8) 


erlin. 


37 





— 1905. JG 1. — Literarifhed Zentralblatt. — 1. Januar. — 38 
Bradley, Ri C., Shakespearean tragedy. Lectures on Hamlet, | Riegfche, Friedr., Werte. Bd. XIV. Nachgelaffene Werke. Unver 
Othello , King Lear, Macbeth. London. Macmillan & Co. öffentlichtes aug der Umwertungåzeit (1882/3—1888). Leipzig. €. 
(Gr. 8.) ah 1 G. wc (Gr. 8) Æ 9. 
ar Alfr., Anafalypteria. (64. SE um Windelmannd | Nodnagel, Das |höh. aiweſen im Großh. Heſſen. ei, 
fefte.) Berlin. ©. Reimer. (4. mit 2 Taf. u. 8 XZertabb.) M 4. — Ae, S E TON A Bi 8)41, 
Bukofzer, N., iene ded T 8. (SM. lin. orges gamle love nden række. 1388—1604. Udgivne a 
late. Ei SC Sng 8.) EE i 2. Absolon Taranger. Forste bad I. Christiania. Grondahl 
Burdhard, , Teater Krititen, Vorträge u. Auffäpe. Wien. & Son (in Komm.). (IX, 306 8. Lex.-8.) 


Rana. Ga 

Cartier, Julia, “Un intermédiaire entre la France et l'Alle- 
magne. Gérard de Nerval. Etude de littérature comparée. 
Genf. Socióté générale d'imprimerie. (130 S. Gr. 8.) 

Staafien, 9, u. W. Barg, Die Zuderinduftrie. I. Die Zucker⸗ 
fabritation. Leipzig. Teubner. (Gr. 8. mit 79 — AM 5, 60. 

Clapp, E. B., Hiatus in Greek melic et S.-A. a. >Uni- 
versity of California een class. philol.« Ber- 
keley. University. (34 S. Gr. 

Detle jen, D., Die an bei german. Nordeng im Altertum. 
Berlin. Weidmann. 8) M 

Diwän deg SE Rüba Ge Claggāg. Aus d. nn 
überf. v. W. AUhlmwardt. Berlin. Reuther & Rihard. (8.) 4 8. 

os — 


Eſſenwein, ew Moderne Illuſtratoren. J. H.: 
Heine. 1II: Hans Baluſchek. III: Henri de Zouloufe-fautrec. 
IV: Eugen Kirchner. Münden. Piper & Co. (4. mit zahlr. Abb.) 
Je A A im Abonn. je Æ 2, 50. 

griedrih von Schwahrn, aus der Stuttgarter Hoſchr. hrsg. v. M. H. 
Jellinek. Berlin. Weidmann. (Gr. 8. mit 1 Taf.) Æ 4, 40. 

Goethe- Briefe, brëg. v. — Stein. Bd. VI. Dichtung u. Wahr⸗ 
heit 1808— erlin. Elfner. (8. mit 1 Bildn.) .# 3. 

Griechiſche EE überf. v. Ulr. v Bilamowig-Mocllen:» 
dorff. I. Bd. 4. Aufl. Berlin. Weidmann. (8.) Geb. M 6. 

Briefe v. Herm. u. Qifela Grimm an d. Schweftern Ringdeid. Gef. 
v. Bettina Ringsdeid. Berlin. Fontane & Ço. (8) Æ 1, 50. 


Peno T a Lehre von d. Predigt. Berlin. Reuther & Reichard. 


(ër, 

Heu on ` a, Seh. d. deutih. Bildungamefend feit d. Mitte des 
17. Zen A . BD. Berlin. Weidmann. (Gr. 8.) M 8. 

peyman, Einführung in die au. a  Hrundiage der 
—— Reg Barth. (Gr. 8.) 4 8, 40. 

Hilpredt, HB, Die Ausgrabungen in Aliyrien u. Babylonien. 
1. X. Leipzig. Hinriche. (Gr. 8. mit 50 Abb. u. 1 Karte) #4, 

Historie van Mariken van Nieumeghen (ca. 1518). 's Gravenhage. 
Nijhoff. (4.) Fl. 3, 25. 

Holzbaufen, P., Bonaparte, Byron u. die Briten. Frankfurt a. M. 
Diefterweg. (XL 341 ©. Gr. 8.) 

Kenner, F., Römifhe Funde in Wien 1901—1903. (S.-M. a. i 
Jabrb. er Lt ZentralsKommiffion. Bd. II. 1904.) (68 ©. 4 
mit 32 Abb.) 

Kettner, — Leſſings Dramen sau ihrer u. unferer Beit. 
Berlin. Weidmann. (Sr. 8.) Geb. 

Kiefer, D., Die förperl. Züchtigung e d. EE in Ge⸗ 
ſchichte u. "Beurteilung. Berlin. Kohler. (8.) M 

Kißpinger, $, Die internationale edel Bereinigung. 

ünden. Bed. (164 ©. 8.) 

Köhler, Arthur, Der edit Carl Chriftian and Kraufe ale 
Geograph. Leipzig. Dieterih (Th. Weiher). DIAS 

Kraepelin, K., Naturftudien im Garten. 2. Aufl. Leipzig. Zeubner. 
(VIII, 186 e Gr, 8.) 

Ders., Raturftudien in Wald u. Feld. 2. Aufl. Ebd. (VIIL 187 ©. 9r.8.) 

Krepf u Leffing u. die Aufklärung. Leipzig. Bernd. Richter. 


Gr. 8 

Krü 6 $. ., Goethe u. feine Eltern. Böhlau? 
Nadf. 8) M 1 

Lehmann, Rud., Lehrbuch der EEN Propädeutik. Berlin. 
Reuther & Reihard. (Br. 8) M3 

Derf., Wege u. Ziele der pbilofoph. Propädeutif. Ebd. (Gr. 8.) æ 1, 20. 


Leopardi, G., Choix d'œuvres en prose. (Dialogues et pens6es.) 
Traduction de l'italien avec introduction et commentaire par 


Weimar. 


Mario Turiello. Paris. Perrin & Co. (8.) Fr. 3, 

Mergel, ©., Bilder au3 der Ingenieurtechnit. Reipzig. Teubner. 
(8. mit 43 Abb.) Geb. Æ 1, 25. 

Meyer, Friedr., Beneidnið einer Heinrih Heine-Bibliothel. Mit 
1 Jatfim. u. 2 Beilagen. Leipzig. Dyt. (Gr. 8.) Æ 4, 50. 

Kleinere mittelhochdeutiche an Fabeln u. ce . Die 


med Handſchrift, hrsg. Y en Berlin. Weidmann. 
(®r. 8. mit 1 Taf.) Æ 2, 


Mommifen, Zh., Gefammelte e riften. 1. Abt.: Sr Schriften. 
L Bd. Gbb. (Or. 8. mit 1 Bildn. u. aaa) M 1 

Mufil, Alfr, Bau der Dampfturbinen. Leipzig. — (233 ©- 
®r. 8. mit zahlr. Abb.) 


DO berländer, Jm Lande ded braunen Bären. Jagd» u. Reifebilder 
aus Rußland. Neudamm. Neumann. (Gr. 8. mit 137 Abb.) Æ 16. 

Dttenthbal, ©. v., Das f. f. GE — Geſchichtsforſch. 
1854— 1904. Fefſifchrift. Wien. (96 S 

Périer, Jean, Vie d’Al-Hadj-djädj ibn — (41—95 de 
l'Hégire = 661—714 de J.-C.), d’apres les sources arabes. 
Paris. Bouillon. (Gr. 8.) Fr. 13. 

Peter, Mar, = Entwidlung der un not feit Beginn 
des 19. Jahrh. 2. Bd. Jena. Fifder. (Gr. 8.) AM D 

Pitre&, Giuseppe, ‚Studi di leggende ann in Sicilia © nuova 
raccolta di leggende siciliane. Vol. unico. Turin. Clausen. 
( 

Shauroth, U. Frhr. v., Jm Rheinbund-Regiment während der 
Feldzüge in Tirol, Epyanien und Rußland 1809-1813. Berlin. 
Mittler & Sohn. (Gr. 8. mit 1 Bildn.) AS A 50. 

Starte, Herm., Erperimentelle Gieftrizitätölehre. Leipzig. Teubner. 
(XIV, 422 e ©r. 8. mit 275 Abb.) 

Theodosiani libri XVI cum constitutionibus Sirmondianis et 
leges novellae ad Theodosianum pertinentes. Ed. Th. en 
sen et P. M. moyer Vol. I. Berlin. Weidmann. (®r. 8 
mit 6 Taf.) æ 50 

Toop, P., St rechil. Bedeut. der Uebergabe der Verſicherungsbe⸗ 
dingungen vor Abihluß des EES Berlin. Putt» 
kammer & Mühlbrecht. (8.) M 

Vogt, J. H. L., Die Sititatf m elslöfungen mit bef. Rüdfiht auf 
gé Mineralbildung und die Schme a 2. Zeil. 
Ehriftiania. Dybwad in Komm. 66. Gr. 8. mit 4 Taf. u. 
26 Zerifig.) 

Bopler, Karl, Pofitividmud e Idealismus in der Sprachwiſſenſch. 
Heidelberg. Pinter. 8) # 2 

de Bried, G., Die Lehre von der Bentralprojeftion im neun 


Monat Raume. Reipaig. Göfdhen. (Gr. 8. mit 25 Big € 
re hg franzöfijchen Revolution. I. Bd — 
ohr. (Gr. 


Wleber, — Fiorenzo di Lorenzo. 
Straßburg. Heitz. Lex. 8., mit 25 Taf.) A 

Weißler, Ad., Gefamtverzeichnid ju den En zehn Jahrgängen 
a des Preuß. Arhivd. Leipzig. Pfefer. (Gr. 8.) Æ 5. 

Weltrih, R., Wagners Tritan und Jfolde ald Dichtung. Berlin. 
Reimer. GI AM 2, 40. 

MWitting, F., Kirbenbauten der Auvergne. Straßburg. Heip. (Ler. 8., 
mit 9 Abb.) MN 3, 50. 

Wolf, Zohe., Gefhihte der MenfuralsRotation von 1250—1460. 
I. Zeil: Geſchichti. Darſtellung. III. Teil: 78 Kompoſitionen des 
13. bis 16. Jahrh.s aus den Hoſchrr. übertragen. Leipzig. Breit: 
kopf & SE (Or. 8.) M i4 u. M8. 


a — Studie. 








Wichtigere Werke der ausländiſchen Literatur. 
Eugliſche. 


Aflalo, M., Truth about Morocco. Indictment of policy a 
British forei Dance an r E to Anglo-French 
ment. Pref. Ke C. Graham. London, Lane. (3 a SS 
Cr. 8.) Sh. 

Anderson, J journe = SE EE in Pontus. 
Illus. 9 ie le wen (8.) Sh. 6, 6d. (Studia 
Pontica, Vo 


Benedicti XIV. — opera inedita. Primum 
Heiner. London, Owen & C. (478 p. 4.) Sh. 

Collotype facsimile and type transcript of an Elizabethan MS. 
preserved at Alnwick Castle, Northumberland. Transcribed 
and edit. with notes and introduction by F. J. Burgoyne. 
London, Longmans. (4.) Sh. 84. 

Fothergill, G., List of emigrant ministers to America, 
1690-1811. London, Stock. (8.) Sh. 7, 6d. 

Gardner, E. G., Dukes and poets in Ferrara. Study in poetry, 
religion, politics, of 15th and early 16th centuries. London, 
Constable. (594 p. 8.) Sh. 18. 

Hall, G.S., Ge its peychology, &c. 2 vols. London, 
Appleton. (8.) Sh. 31, 6d. 

Hesiod, Studies in ak a view to Elucidate his meaning. 
No. 2. Shield of Hercules. By W. F. Cornish. London, 
Frowde. (8.) Swd. sh. 1. 


a F. 


` 


39 


Higgins, A. P., Hague Conference and other international 
conferences laws and usages of war, textes of conventions, 
notes. London, Stevens & C. (8.) Swd. sh. 3. 

Franzöſiſche. 


Le Double, A.F., Rabelais anatomiste et E Avec 
une pröface de M. Duval. Paris, Leroux. (XIV, p. avec 
174 ıllustr. par L. Danty-Collas et 32 fac-simil&s dont 6 hors 
texte en höliogravure. 8.) Fr. 15. . 

Lémann, J., la vierge Marie dans l'histoire de l'Orient chrétien. 
Paris, Lecoffre. (XVI, 640 p. 16.) 

Lévy, A., Stirner et Nietzsche. (Thèse.) Paris, Société nouvelle 
de librairie et d'édition. (116 p. 8.) Fr. 3. 

Maréchal, H., Rome. Souvenirs d'un musicien (le concours ; 
intermède sombre; le voyage; la villa Médicis; la vie ro- 
maine; Hébert; Liszt; hors murs, etc. Avec une préface de 
us sale: Paris, Hachette et Cie. (XIII, 311 p. 16.) 

r. 3, 50. 

Morié, L. J., histoire de l'Ethiopie (Nubie et Abyssinie), 

depuis les temps les plus reculés jusqu'à nos jours. T. 2: 


Abyssinie (Ethiopie moderne). Avec un appendice diplo- 
matique. Paris, Challamel. (515 p. 16.) 
Patouillet, J., l'impérialisme américain. (Thèse.) Paris. 


Rousseau. (390 p. 8.) 

Ricci, C., Sophonisbe dans la tragédie classique italienne et 
française. Grenoble, impr. Allier frères. (XIX, 223 p. 8.) 
Senchet, E., essai sur le méthode de Francisco Sanchez, 
rofesseur de philosophie et de médecine å l'Université de 
olouse. (Thèse.) Paris, Giard et Brière. (XXXIX, 177 p. 


et portrait. 8.) 
Stryienski, C., le gendre de Louis XV Don Philippe, infant 
d'Espagne et duc de Parme, d’après des documents inédits 
tirés des archives de Parme, des archives des affaires étran- 


goren, E Paris, Calmann-Levy. (IV, 497 p. et portrait. 8.) 
. 7, 50. 


Antiguarifche Kataloge, 


Baer & Eo. in Franffurt a. M. Nr. 505. Koftüme, Fefte, 1450 Nrn. 
Rr. 508. Bücher für Kunftfammier, 498 Nrn. 

DBertling, Rid., in Dredten. Nr. 51. Freimaurerei, geheime Ge 
ſell ſchaften, Geheimwiſſenſchaften, 577 Nrn. Nr. 52. Autographen 
von Mufitern, 469 Nrn. Nr. 53. Porträts von Muſikern, 1014 Rın. 

Boas, il in Berlin. Anz. Nr. 1. DBerfchiedene Wiffenfchaften. 


2087 Nrn. 

GerfHel, Ot, in Stuttgart. Rr. 72. Deutfche Literatur. Bers 
fhiedened. 3560 Nrn. 

Re i ! — in Breslau. Nr. 298. Klaſſiſche u. neuere Philologie. 


m. 
Niihoff, M., im Haag. Nr. 328 u. 330. Neue Erwerbungen. 
479 Nm. 


Bed, gran). in Hannover. N. 45. Deutiche Kit., Gefch., Kulturgeſch., 
Reifen. 751 Nm. 

Raabe's Nachf. in Königäbergi. Pr. Nr.221. Auswahl bedcutenderer 
Werke der Lit. u. Kunftl. 2319 Ren. R 

Rauftein, Alb., Schweiz. Antiquariat in Zürih. Nr. 252. Jurige 
prudenz. 1849 Nın. 





NAachrichten. 


Der a. ord. Profeſſor der Medizin Dr. M. Wolters in Roſtock 
wurde zum ord. Hon.Profeſſor, der Privatdozent der Phyſik Prof. Dr. 
D. Zummer in Berlin zum ord. Profeffor in Breslau, der Privat- 
dozent der Arzneimittellehre Dr. O. Loewi in Marburg, der Privat- 
dozent der Chemie an der techn. Hohichule Dr. H. Kauffmann in 
Stuttgart, fowie die Privatdogenten DDr. R. Fifhl, Kifh, Kohn, 
Petrina, Pietrzitoweti und Raudnig in Prag (deutfche Univ.) 
zu a. ord. Profefforen ernannt. 

Jn Berlin habilitierte fih Dr. H. Jacobstbal in der medi- 
zinifchen Fakultät, in Bonn Dr. O. Burkhardt für Larpngologie, in 

alle a. ©. Dr. 2. Brüel für Zoologie, in Leipzig Dr. ©. Heller für 

bemie, in Zübingen Dr. H. Heyfelder für Kunftgefchichte, in Würz« 
burg Dr. M. Pagenftecher in der juriftiihen Fakultät, in Zürich 
Dr. ©. Wild für Nafen- und Haldfrantheiten. 

Der Realihuldireftor Dr. Denicde in Rirdorf wurde zum Direltor 
ded Kaifer Friedrich-Realgymnafiumd dafelbft ernannt. 


Die Société médico-psychologique in Parið ernannte den 
Privatdozenten der Piychiatrie Dr. R. Förfter in Bonn zum aug- 
wärtigen zus 

ie theolog. Fakultät der Univ. Marburg verlieh dem Direktor 


— 1905. 31. — Literarifde3 


Bentralblatt. — 1. Januar. — 40 


des theolog. Seminars Prof. Knodt in Herborn (Heffen-Nafiau) die 
Würde eines Ehrendoktors der Theologie, desgleihen die theolog. Fa 
fultät in Bafel dem ord. Profefjor der neuteftamentl. Theologie Dr. 
E. Riggenbach daſelbſt. 

Ferner wurde verliehen: dem Gymn.Oberlehrer Dr. Heubaum 
in Frankfurt a. O. das Prädikat Profeſſor, dem GEymn.Profeſſor 
BE. in Glogau, }. 3. in Dredden, der f. preuß. rote Adler: 
orden 4. Klaffe. 


Am 17. Dezember + in Berlin der Kunfthiftorifer Profeffor an 
der techn. Hohfchule Dr. Alfred Gotthold Meyer, 40 Jahre alt. 

Am 18. Dezember + in Ehriftiania der deutfhe Sprachgelehrte 
Dr. Georg Sauerwein, 73 Jahre alt. 

Am 20. Dezember + in Nordallerton der Ingenieur und Chemiter 
Sir Lowthian Bell, 88 Jahre alt. 

Bor kurzem + in Krakau der Hiftorifer Dr. Rudolf Ottmann. 


Wiffenfhaftliche Anftitute und Vereine. 


Der fünfte internationale Kongreß für Berfiherungs-Wiffen: 
faft findet auf die Einladung ded Deutichen Bercing für Verfiherungd: 
MWiffenihaft zu Anfang Scptember 1906 in Berlin ftatt. 

Zum Neubau des Univerfitätdgebäudes in Jena bewilligte der 
altenburgifche Landtag einen Beitrag von 50000 W, in der Voraus: 
feßung, daß die beiden anderen erneftinifchen Erhalterftaaten (Sadjen: 
Meiningen und Eadjen-Koburg-Gotha) gleih hohe Beträge zahlen. 
Zu gleihem Zwed wurden von einem Denger Berlaggbuhhändler und 
doppelten Ehrendoltor fowie von einer bekannten Zenger Blasfabrit 
je 100000 geſvpendet. 

Kürslih hat fid eine „Bereinigung der Univerfitätsichrer bei 
Dentfhen in Großbritannien und Irland“ gebildet. Ihr Zmed 
ift die Erörterung aller Gegenſtände, die fi auf die Pflege der wifen 
Thaftlichen Befhäftieung mit der deutfchen Epradhe und Literatur an 
den englifchen Univerfitäten beziehen, fowie die Heranbildung von 
Lehrern ded Deutfhen und die Organifation des deutfchen Unterrihtd 
an den Schulen. 

In Hannover it am 22. Oktober v. 3. ein Verband nordweſt⸗ 
deutfcher Vereine für die wiffenfhaftlihe Erforfhung der älteften Kultur 
und Gefhicdhte Norpweftdentfchlands begründet worden. Der erfte 
Berbandetag fol Oftern 1905 in Münfter ftattfinden. 

Das neugegründete beigifche Hiftorifche Auftitut in Rom ift 
am 10. Dezember in Gegenwart des beigifhen Gefandten und einer 
eriefenen Berfammlung von Gelehrten eingeweiht worden. 


Wiffenfhaftlihe Stiftungen und Zuwendungen. 

Ueber die Rudolf Birhow-Stiftung madhte der Sohn ded ver 
ftorbenen Forfherd, Prof. Hand Virhom, in der Sigung der Ber 
liner Anthropologifhen Gefellihaft am 17. Dezember v. J. Angaben, 
nad denen das Kapital der Stiftung gegenwärtig 316800 .# beträgt. 
Am Jahre 1905 fol das Kapital aus dem Nadlaffe des jüngft ver 
ftorbenen Arztes und Anthropologen Prof. Bartels, cines Freundes 
Rud. Pirhomd, um weitere 3000 4 vermebrt werten. 

Der „Südweftd. Korrefp.” zufolge find die Stifter des Fonde 
zur — Inſtitus für wiſſenſchaftliche Krebsforſchuug 
in Heidelberg Dr. Richard Fleiſſcher, der Herausgeber der „Deutſchen 
Revue”, und die Baronin v. Rothſchild. Erſierer hat dem wirkl. 
Sch. Rat Prof. Dr. Czerny im vorigen Sommer 150000 Æ, leptere 
100000 Æ für den gedachten Zwed zur Verfügung geftellt. 

Aus der Ferdinand Piver-Stiftung der Univerfität Leipzig if 
sum 1. Oktober 1905 ein Reifeftipendinm von 3000 .4 an einen 
jungen evangelifchen Theologen zu vergeben, damit er die Urfige dei 
Chriftentumsd auffuhen, feine chriſtlich-archäologiſchen Studien durch 
eigene Anfhauung ergänzen und die Forfhungen auf diefem Gebiet 
fördern fann. 

Der Solumbia-Univerfität in New-Mork ging als @efchent der 
pnn J. Speyer, J. H. Shif und Prof. Prince die Reinhardſche 

ammlung perfifher nnd arabifcher Handfchriften zu. 
Altertumsfunde. Ausgrabungen. 

Bei den jüngften Grabungen, welche die öfterreichifchen @elehrten 
in Ephefns durdhführten, wurde, wie die „Neue Freie Preffe* berigtet, 
ein Gebäude freigelegt, dag alg eine antite Bibliothek erfannt murdt. 
Bon hohem Kunftwerte ift befonderd das Mittelftüd, das zwei bärttge 
Männer darftellt, zmwifchen denen ein Knabe ftebt, und im Hintergtunde 
ein Scepter fehen läßt, nach den Porträtzügen wahrfcheintich bie 1% 
mifchen Kaifer Mark Aurel und Beru mit dem jungen Gommodub; 
die Seitenreliefd bilden Ereigniffe aus dem Partherfriege ab. 

Der deutiche Snfehriftenforfiher Frhr. Hiller v. Gärtringen 
hat auf der Intel Baros einen für die antife Literalurgeſchichte wich 
tigen Fund gemacht, einen großen, jegt im Mufeum von Paro? auf 
bewahrten GSteinblod mit einer teilweife erhaltenen Infchrift, die deM 
parifhen Dichter Arhilohos gilt. Stifter des Denkmals if, © 
fiheus, deffen Begeifterung für den Dichter oder für den Ruhm fein! 
Heimat ihn dad Denkmal errichten ließ. 





41 


— 1905. 31. — Literarifhes Zentralblatt — 1. Januar. — 42 





Eine prächtige römifche Tempelanlage wurde bei Pola in Yftrien 
von der öfterreichifchen Regierung freigelegt. Das Heiligtum liegt an 
der Bal de Gatena genannten Meeresbudht; es tft balbtreisförmig 
angelegt und hatte im Mittelpunkt ein großes Standbild. Die fchönen 
Saulenhallen find in der feinen Dekorationskunſt geſchmückt, die das 
en Zeitalter auszeichnen. Münzen des Claudius, die man im 
Schutt fand, weifen ebenfalls auf die frühe Kaiferzeit Hin. 


Literariſche Neuigkeiten. 


Dem dringenden und allſeitigen Verlangen nach billigen Aus— 
gaben der Textbibel und des Weizſäckerſchen Neuen Teſtaments 
wil die Berlagõbuhdhandlung von J. C. B. Mohr (P. Sie bech zu 
entſprechen ſuchen, daß ſie bis auf weiteres folgende Verkaufspreiſe 
feftient. Die vollftändige Tertbibel: Altes Teftament mit Apofruphen 
und Neues Tetament, gh., nur noh Æ 5, geb. #6, geb. fhwarz 
mit Boldaufdrud Æ 7. Reben Meier volftändigen Ausgabe A werden 
nod nadhflehende Ausgaben geführt: Audg. B, A. T. obne die Apos 
trypben und R. T., geb. Æ 4, 50, geb. .# 5, 50; Aug. C, A. T. 
mit den Apokryphen, geh. Æ 4, 50, geb. Æ 5, 560; Ausg. D, A. T. 
ohne die Apokınpben, geh. #4 4, geb. Æ 5; Ausg. E, N. T., fe u.; 
z F. Die Apokryphen ded N. T., geb. Æ 1, 50, geb. Æ 2, 50. 
— R. T. von Beizfäder (9. Auflage): Original-(Kleinoftav-) Ausgabe, 
tart. „4 1, 50, in Enmwd. geb. Æ 2, auf ftartem Papier in Sever 
geb. M 3; Grofoltavauggabe (aug der Tegtbibel nach der 9. Auflage) 
art. Æ 1, 50, in nwd. geb. A 2, in Leder geb. Æ 3. (Mitteil. 
ver Berlagdbudhhand!.) 

Arthur Chuquet, der auch in Deutfchland gefhäste franzo- 
fifhe Hiftoriter, hat vor kurzem zwei Bände „KEtudes d’histoire“ 
beraudgegeben, worin er »Le r&volutionnaire Georg Forster«, Adam 
Zur 1765— 93, Klopflod, »Le soeur de Goethe«, Bayard in Meziöres 
1521, »L’affaire Abbatucci« 1778— 96, Rouid-Florentin Bertöde (ae 
nannt Lla Bertèdhe) 1764—1841 und »Le commandant Poincarré« 
1812 behanbelt. 

Bon der franzöftihen Zeitfhrift Revue germanique (vgl. Jahrg. 
1904, Rr. 51, Ep. 17623 d. BI.) ift im Berlag von felir Alcan zu 
Barið foeben das 1. Heft erfhicnen. Aus dem Inhalt heben wir 


hervor: Emmft Lihtenberger, Le Faust de Goethe: Esquisse 
d'une methode de critique impersonelle; Albert Schweiger, 
Bachs Symbolismus; E. Spenle, Referate zur Wadenroder- und 
Novaliestiteratur; drei unveröffentlichte Briefe Niegiched an Hugo 
dv. Senger; U. Tibal, über die jüngfte Hebbel-titeratur; Rusting 
Jugendgeſchichte; kritiſche Referate zur englifhen Literaturgefchichte. 

Von Neudrucken der Vork library (London, Bel & Sons) ift 
neuerdings eine Fortſetzung der Schriften von Samuel Taylor Coleridge 
(1772 - 1834) erſchienen, die Folgendes enthält: 1), Aids to reflection“, 
zuerſt veröffentlicht 1825, hier abgedruckt nach der 4. Auflage 1839, 
eingeleitet durch Dr. Marſh's Proliminary E der dem Werke 
erfimald in der Burlingtoner Ausgabe von 1840 kLeigegeben war. 
2) „The confessions of an inquiring spirit“, ald nachgelaffene® 
Wert zuerft gedrudt 1840. 3)„An easay on faith“, „Notes on the 
book of common prayer“ und „A nightly prayer. wieder abgedrudt 
auð den von C.8 Neffen Henry G. 1 39 herausgegebenen „Lite- 
rary remains of Coleridge“. Gin fahlicher Indey von 17 e bes 
fhließt das LXXVI und 381 ©. ftarfe Oktavbändchen, das gebd. 
2 Shill. Loftet. 


Geit Jahren fammle ich dad Material zu einer Bibliographie 
der Wüftungsliteratur und habe als Einleitung dazu einen Auffag 
nWüftungsverzeichniife” in den „Deutfchen Sefhichtsblattern“ 6. Band, 
©. 1—15, veröffentliht. Darin ift bereit die Bitte audgeiprochen, 
man möge die fchwer zugängliche Literatur, namentlich Zeitung, und 
Beitfchriftenauffäge über dieien Gegenftand mir zufenden, damit die 
Bibliographie auch diefe Veröffentlihunnen mit berudfichtigen tann. 
An diefer Stelle möchte ich meine Bitte wiederholen und jeden Forſcher 
im voraus meineg lebhafteften Dantes auh für die unfcheinbarfte 


Einjendung verfichern. 
Dr. Haus Befhorner 
Rgl. Hauptflaatsarhiv zu Dresden. 


Derihtigung. 


Jn Rr. 62, Ep. 1776 d. vor. Jahrg. 3. 16 lied: Die Anfänge 
der Gegenrevolution, ftatt: Die Nnbänger zc. 





An die Herren Verleger rihten wir die Bitte, alle neuen Ee ienga ibre Verlaged, die auf wifenihaftlide 


Bedeutung Anfprucd erheben, alöbal 
Behuung ded 


eraudge 
eu. Bei der Maje der Literatur muß in manden 


Zngleih erlauben wir und, an rechtzeitige Cinfendun 
Säulprogramme und der Differtatiomen zu erinnern. 


nad ihrem Erfheinen an die Erpedition diefed Blattes, Lindenftrage 18, (midt in die 

erd) einzufenden; neue Auflagen jrüher erfhienener Werke Fönnen aber nur augnahmsweije 8 

: aällen, namentlich bei kleineren Einzelidriiten, von einer Befpredung abge: 

chen werden und die Aufführung im VBerzeihnid der eingelaufenen Nenigleiten genügen. 
chen bleibender Bücher Tönnen wir, fall? wir fie nicht ausdrüdlid zur 


erüdfichtigung 


ine Verpflichtung u Hüdfendung unde: 
eipredung erbeten haben, im allgemeinen nicht übernehmen. 


der A LEERE LANE und der Univerfitätd= wie der 
nverläffige Nahricdhten über erfolgte Anftellungen, Auszeihnungen 


und Zodesiälle in dem Kreife der Gelehrtenwelt werden mit Dant benugt werden. 
ei Korreipondenzen über Bücher bitten wir ftetö die Namen der Verleger derjelben hinzuzufügen. 








Se Bütgeriendungen erbitten wir unter ber Abrelfe ber Erped. 8. BI. (Lindenftraße 18), alle Briefeunter der bed Herausgebers (Ratfer Wilgelmftr. 29). Mur folge 
Werte Binnen eine Befypreidung finden, Die ber Red. vorgelegen haben. Bei Rorreiyonbenzen über Bäder bitten wir Retö ben Namen von Deren Berleger angugeben. 





Literarifhe Anzeigen. 





x ar Peene Berlagshandlung zu_ Freiburg im Breisgan ericheint und | 
e 


fann durd) alle Buchhandlungen bezogen werben: 


Geſchichte Aer Weltliteratur. 


Bon Alexander Baumgartner S. J. 


Renefter, foeben aus gegebener Band: 


v, —6 Literatur. Erſte bis vierte Auflage. or. Bn GV u. 748) 


2. — ; geb. in Halbfaffian M 15.— 


An neuer Auflage liegt vor: 
IV. Dielsteinifheund griechifche Literatur der hriftli 
verbefjerte Auflage. gr. 80 (XVI u. Ai A 
Die früheren Bände’ umfaffen: 


L Die Literaturen Weftafiend und der Nillänber. 3. u. 4. Aufl. gr.50 (XX u. 638) M 9.60; geb. M 12.— 
3. u. 4. Aufl. gr. 890 (XVI u. 650) M 9.60; geb. M 12.— 
II. Die griedgifche und lateinifche Literatur bes Haffifihen Mitertumd. 3. u. 4. Aufl. gr.” 50 (XII u. 610) 


IL Die Literaturen Indiens und Oſtaſiens. 


M 9.—; ged. M 11.40 
Die weiteren Bände werden enthalten: 
T” Die Literaturen der Italiener, Gyarnier, Portugiefen nud ber üb 


— Die ventſche Literatur. 


enBöller. Dritteund.viert'e 
1.40; geb. M 14.40 


en romanifdhen Böller. — 
Die Literaturen ber ne er, Niederländer nnd Elandinavier,. — Die Kiteraturen. der Glaven und 
Megyaren. a 





48 — 1905. M1. — Literarifges Zentralblatt — 1. Jannar. — 44 
Verlagsbericht der 3. C. Hinrichs’schen Buchhandlung in Leipzig. 1904. 


(D. nach der Umfangsangabe = in deutscher Schrift gedruckt.) 


Acta Pauli. Aus der Heidelberger koptischen Papyrus- 
handschrift Nr. 1 hrsg. von Priv.-Doz. Lic. Dr. C.Schmidt. 
Textband: Übersetzung, Untersuchungen, koptischer Text 
u. Glossar. (VIII, 240 u. 80 S.) gr. 8°. 

Tafelband (40 Lichtdruck-Tafeln mit XII S. Text.) 4°. 
Vorhandene Ausgaben: 
A: Textbd. geheftet, Tafelbd. in Umschlag M 36.— 
B: Textbd. in Halbsaffian, Tafelbd. in Umschlag € 38.40 
C: Text- u. Tafelbd. in Halbsaff., Tafeln an Fälzen 4 42.— 
D: Textbd. in Halbsaff., Tafelbd. in Leinw.-Mappe 4 41.— 
(Verößfentlichgn. aus der Heidelberger Papyrus-Sammilung Il.) 

Berendts, Doz. Dr. A.: Die handschriftliche Überliefe- 
rung der Zacharias- und Johannes-Apokryphen. — Über 
die Bibliotheken der meteorischen und ossa-olym- 


pischen Kiöster. (84 S.) 8°. M 2.10 
(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchristl. Lit. N. F. 1X 3.) 
Böllenrücher, Dr. Jos.: Gebete und Hymnen an Nergal. 


(III, 52 S.) 8°. (Leipz. semitistische Studien. 16) 4 1.80 

Bonwetsch, Prof. D. G. N., s. Hippolytus, Drei georgisch 
erhaltene Schriften. 

Books, The sacred, of the Old Testament. A critical edition 
of the Hebrew text printed in colors, with notes prepared 
by eminent Biblical scholars of Europe and America under 
the editorial direction of Prof. Dr. P. Haupt. Lex.-80. 
Part. 9. Könige, von B. Stade, Giessen. In 10 Farben. 

#4 18; geb. in Leinw. Æ 19.50 

Books, The sacred, of the Old and New Testaments. 
A new English translation with explanatory notes and 
pictorial illustrations. Prepared by eminent Biblical scholars 
of Europe and of America and edited with the assistance 
of H. H. Furness by Prof. Dr. P. Haupt. Part 3, 6, 7, 
10, 12, 14. 5th Thousand. Lex.-80. Geb. in Leinw. 

3. Leviticus, by S.R.Driver, Oxford. In3 Farben. 4 6.— 
6. Joshua, byW.H.Bennett, London. In 9 Farben. 4 6.— 
7. Judges, by G.F.Moore,Andover. In7 Farben. # 6.— 
10. Isalah, by T.K.Cheyne, Oxford. In 7 Farben. .# 10.— 

12. Ezekiel, by C.H. Toy, Cambridge, Mass. A 10.— 

14. Psalms, by J. Wellhausen, Göttingen. 4 10.— 

Obige bis jetzt erschienenen 6 Bde. auf einmal bezogen 


statt Æ 48.— für 4 40.— 
Das 1.4. Tausend erschien nur in England und Amerika. 
Dobschütz, Prof.D.Ernst von: Probleme des apostolischen 


Zeitalters. (IV, 138S.) gr.8%. 4 2.70; geb.in Leinw. .# 3.60 

1. Die Entstehung der Urgemeinde. — 2. Judenchristentum und Judentum. 
— 3. Heidenchristentum und Heidentum. — 4. Judenchristentum und 
Heidenchristentum. — 5. Urchristentum und Katholizismus. 


Eusebius’ Onomastikon. Hrsg. von Priv.-Doz. Lic. Dr. E. 
K F ? termann. (XXXVI,207S. mit I Karte von Palästina.) 


. 8", M 8. 
(Die griechischen christl. Schriftsteller XI 1 = Eusebius’ Werke, III 1.) 
Eusebius’ Theophanie. Hrsg. von Priv.-Doz. Dr. H. Gress- 
mann. (XXX, 272 S.) gr. 8°. M 9.50 
(Die griechischen christl. Schriftsteller. X12 = Eusebius’ Werke, II 2.) 
— Onomastikon u. Theophanie in I Halbfrzbd. geb. 4 20.— 
Furrer, Pfr. Prof. Dr. Konr.: Das Leben jesu Christi 
dargestellt. Zweite, vermehrte Auflage. (VIII, 262 S. 
D.) 8°. #4 2.50; geb. in Leinw. Æ 4.— 
Gensel, Justizrat Dr. Jul.: Im Dienste des Gemeinwohls. 
Gesammelte Vorträge. (IV, 252S. 8°. m. 4 Abbildgn. D.) 
#4 2.50; geb. in Leinw. .4 3.50 
Goetz, Priv.-Doz. Lic. Pfr.: Die Abendmahlsfrage in ihrer 
geschichtlichen Entwicklung. Ein Versuch ihrer Lösung. 
(VIII, 312 S.) gr. 8°. 4 9.—; geb. in Leinw. 4 10.— 
Grass, Priv.-Doz. Mag. Karl Konr.: Die geheime heilige 
Schrift der Skopzen (russische Selbstverstümmler). 
Leidensgeschichte und Episteln des Skopzen-Erlösers. 
Kritische Ausgabe auf Grund der russischen Drucke in 
deutscher Übersetzung. (77 S.) gr. 80 M 1.50 
Harnack, Prof. D. Adf.: Geschichte der altchristlichen 
Literatur bis Eusebius. Zweiter Teil: Die Chrono- 
logie der Literatur von Irenäus bis Eusebius. (XII, 564 S.) 
gr. 8°. 4 14.40; geb. in Halbfrz. 17.40 
— — Zweiter Teil: Die Chronologie vollständig .4 39.40 
geb. in Halbfrz. .4 45.50 
Hauck, Prof. Dr. Alb.: Kirchengeschichte Deutschlands. 
Erster Teil. Bis zum Tode des Bonifatius. 3.u. 4. (Doppel-) 
Auflage. (X, 626 S.) # 12.—; geb. in Halbfrz. 4 14.— 
Preis der bisher erschienenen 4 Teile M 63.— 
geb. in Halbfrz. 4 71.— 


Haupt, Prof. Dr. Paul: Koheleth oder Weltschmerz in 
der Bibel. Ein Lieblingsbuch Friedrichs des Großen. 
(VII, 36 S.) 80. M Lä 

Hilprecht, Prof. Dr. Herm. V.: Die Ausgrabungen in Assy- 
rien und Babylonien geschildert. (In 2 Tin.) 1. Teil: 
Bis zum Auftreten De Sarzecs. (VIII, 208 S. m. 50 Ab- 
bildgn. u. 1 lith. Karte. D.) gr.8%. # 4.—; geb. 4 5.— 

Der 2. Teil soll Ostern 1905 erscheinen. 
Hilty, Prof. Dr. Carl: Glück. Jeder Teil 4 3— 
geb. in Leinw. .4 4.—; in Liebhaberbd. .4 5.50 
Erster Teil. S51.—55. Tausend. (III, 244 S. D.) 
Zweiter Teil. 38.40. Tausend. (III, 328 S. D.) 


Hippolytus: Drei georgisch erhaltene Schriften: Der 
egen Jakobs — Der Segen Moses — Die Erzählung von 
David und Goliath — Hrsg. von Prof.D.G. N. Bonwetsch. 
(XVI, 98 S.) 80. AM AN 
(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchristl. Lit. N. F. XI 1a.) 
Jeremias, Pfr. Dr. Alfr.: Das Alte Testament im Lichte 
des alten Orients. Handbuch zur biblisch-orientalischen 
Altertumskunde. (XIV, 383 S. mit 145 Abbildgn. u. 2 Karten.) 
gr. 80. «æ 6.50; geb. in Leinw. 4 7.0 
— Babylonisches im Neuen Testament. (VI, 132 S) 
gr. BD. (Erscheint Anfang 1905.) .# 3.—; geb. in Leinw. Æ 4.— 
— Monotheistische Strömungen innerhalb der babylo- 
nischen Religion. Auf Grund e. Vortrages, geh. auf dem 
II. internationalen Kongress f. Religionsgeschichte zu Basel 
1904. (48 S.) 8°. AM — DR 
Inschriften, Ägyptische, aus den königl. Museen zu Berlin. 
Hrsg. von der Generalverwaltg. Lex.-8°. 
Ill. Inschriften des Mittleren Reichs 1.Teil. (IIIS.u.S. 137-208 in Autogr.).4 7.50 
Preis von Teil I—III #4 21.50 
Kahle, Pfr. Lic. Dr. Paul: Die arabischen Bibelüberset- 
zungen. Texte mit Glossar und Literaturübersicht. (XV], 
66 S.) 8°. AM 4.—; geb. in Leinw. „4 4.0 
Kraatz, Lic. Wilh.: Koptische Akten zum Ephesinischen 
Konzil vom Jahre 431. Übersetzung und Untersuchungen. 
(VII, 220 S.) 8°. A 7.- 
(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchristl. Lit. N. F. X12.) 
Leipoldt, Dr. Johs.: Safdische Auszüge aus dem 8. Buche 
der apostolischen Konstitutionen. (62 S.) 80. 4 2— 
(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchristl. Lit. N. F. XI 1b.) 
Lepsius, + Prof. Dr. C. Rich.: Denkmäler aus Ägypten und 
thiopien, nach den Zeichnungen der von Sr. Majestät 
dem Könige von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., nach 
diesen Ländern gesendeten u. in den Jahren 1842-1845 
ausgeführten wissenschaftl. Expedition. Auf Befehl Sr. 
Majestät herausgegeben u. erläutert. Text in 5 Bänden 
u. 1 Ergänzungs-Tafel-Band, hrsg. von Prof. Dr. E.Naville, 
unter Mitwirkung von Reg.-Baum. Dr. L. Borchardt be- 
arbeitet von Prof. Dr. K. Sethe. 


Il. Textband: Mittelägypten mit dem Faljum. (III u. 261 autogr. Seiten m. 
Abbildgn.) A 32.— 


Preis der bisher erschienenen 4 Bände nebst Ergänzungs- 
Tafel-Bd. Lief. 1/3. «æ 160.— 
Lhotzky, Dr. Heinr.: Retigton oder Reich Gottes. Eine Ge- 
schichte. (VII, 402S. D.) 80°. 4 3.—; geb. in Leinw. 4 4— 
— Der Weg zum Vater. Ein Buch für werdende Menschen. 
4. Tausend. (VIII,594 S. D.) 80.4 5.—; geb. in Leinw. æ 6.50 
Literaturzeitung, Theologische. rsg. von Proff, DD. 
A. Harnack u. E. Schürer. 29. Jahrgang, 1004. 26 Nrn. 
(XIV, 736 Spalten.) 4°. 4 18— 
Michalcescu, Lic. Dr. Jon: Die Bekenntnisse u. die wich- 
tigsten Glaubenszeugnisse der griechisch- orientali- 
schen Kirche im Original-Text, nebst einleitenden Be 
merkungen. Eingeführt v. Prof. D. A Hauck. (Onoavoos Ts 
do9odotias.) (IV,315S$.) gr. 8%. æ 5.—; geb. in Leinw. 4 6.— 
Nathusius, Prof.D. Martin von: Handbuch des kirchliche 
Unterrichts nach Ziel, Inhalt u. Form. 3 Teile. 80%. D. 
4 480; geb. in 1 Leinw.-Bd. 4 5% 

1. Das Ziel des kirchlichen Unterrichts, oder die Konfirmation in ihrer E 

schichtlichen Entwicklung und ihrer Gestaltung in der Gegenwart. ( 


112 S.) Erschien 1903. M 180; er M 2.0 
2. Die christliche Lehre nach Luthers kleinem Katechismus. (IV, 171 a 


3. Das pädagogisch - didaktische Verfahren. (37 $S) A 80; * A 1.40 
— Die Mitarbeit der Kirche an der Lösung der sozialen 
Frage. Auf Grund einer kurzgefaßten Volkswirtschafts- 
lehre u. eines Systems der christlichen Geseltschaftslehre 
(Sozialethik) dargestellt. Dritte Ausgabe. (VIII, 583 S. 
DÄI 8°, 4# 5.—; geb. in Leinw. 4 6. 


? 


? 


1. 


(D. nach der Umfangsangabe = 


Orient, Der alte. Gemeinverständliche Darstellungen, hrsg. 


von der vorderasiasatischen Gesellschaft. [Redd.Dr. 
Dr. A. Jeremias u. H. Winckler.] Seit 1899, jährlich 
4 Hefte. 8%. D. Jeder Jahrg. .4 2.—; geb. in Leinw. 4 3.— 
Einzelpreis "jedes Heftes 4 —.60 

V. Jahrg. 1903. 


4. Weißbach, F. H.: Das Stadtbild von Babylon. 
VI. Jahrg. 1904. 
1. Winckler, Hugo: Geschichte der Stadt Babylon. 
2. Müller, W. Max: thiopien. 
3. Weber, Otto: Sanherib. 
4. Wildemans, A.: Aer ptische Magie u. Zauberkunst. 
3 u. 4 erscheinen Anfang 1905. 


Neue Auflagen erschienen von: 


Oefele, Fel. Frhr. v.: Keilschriftmedizin. 2. umgearbeitete Auflage. 9 2.) 
Weber, Otto: Arablen vor dem Islam. 2. durchges. u. erweit. Aufl. (III 1.) 


Othmer’s Vademecum des Buchhändlers und Bücher- 
freundes. Die wichtigsten Erscheinungen der schön- 
wissenschaftl. Literatur Deutschlands u. des Auslandes mit 
biograph. u. anderen Vermerken. 5. Auflage, vollständig 
neu bearbeitet von Fr. J. Kleemeier. 2.Ausgabe mit 
Ergänzungen, bis Ende 1903. (IV, 770 S. D.) 8°. 

#4 10.505 geb. in Leinw. #4 12.— 
Die Ergänzungen daraus (S. 601—770) einzeln AM —.50 

Posnanski, Rabbiner Dr. Adf.: Schiloh. Ein Beitrag zur 
Geschichte der Messiaslehre. (In 2 Tin.) I. Teil: Die 
Auslegung von Genesis 49, 10 im Altertume bis zu Ende 
des Mittelalters. (XXXIII, 512- u. LXXVI S.) gr. 8°. 

A 15.—; geb. in Leinw. 16.— 

Realencyclopädie für protestantische Theologie und 
Kirche. Unter Mitwirkung vieler Theologen und anderer 
Gelehrten in 3. verbesserter u. vermehrter Auflage hrsg. von 
Prof. D. A. Hauck. gr. 8%. In 100 Doppelheften zu je 


Mi 2.—; bez. in 20 Bänden zu je.# 10.—; geb. in Halbfrz..4 12.— 
XIV. Bd. Heft 135/140. (Ill, S. u. 5 321—808 D.) bis Nordamerika. 
XV. Bd. Heft 141/150. (IV, 820 S. D.) bis Patristik. 


Resch, Kirchenrat D. Alfr.: Der Paulinismus und die 
Logia Bag: in ihrem gegenseitigen Verhältnis untersucht. 
S.) 8°. 


(VIII, 656 AM 20.—; geb. in Halbfrz. 4 23.— 
(Texte u. Untersuchgn. Z. — d. altchristl. Lit. N. F. XIL) 


Schäfer, Prof. Dr. Heinr.: Die Mysterien des Osiris in 
Abydos unter König Sesostris Ill. Nach dem Denk- 
stein des Oberschatzmeisters I-cher-nofret im Berliner 
Museum. (42 S. mit 1 lith. Dopp.-Taf.) Lex.-8%. .4# 9.60 

(Untersuchungen zur Gesch. Ägyptens IV 2.) 

— Theo songs of an Egyptian peasant. Collected and 
translated into German by H. Sch. English edition by 
Frances Hart Breasted. (XXIV, 148 S.) 80. æ 2.20 


geb, in Leinw. Æ 3.— 
Jee Übersetzung. des bei uns im Jahre 1903 erschienenen Werkchens: 
Lieder eines ägyptischen Bauern.“ 


Schermann, Priv.-Doz. Dr. Thdr.: Die Geschichte der dog- 
matischen Florilegien vom V.—VIII. Jahrhundert. ni 
104 S.) 8°. 43 

(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchrist. Lit N. F. XIII 1.) 

Schnedermann, Pfr. Dr. Frz.: Die bleibende Bedeutung 
Immanuel Kants in — Hauptpunkten gezeichnet. 
Konferenz-Vortrag. (19 S 

Schriftsteller, Die — christlichen, der ersten 
drei Jahrhunderte. Hrsg. von der Kirchenväter-Commis- 


sion d. königl. preuß. Akademie d. Wissenschaften. gr. 8°. 
Eusebius’ Werke. Ill. Band. 1. Hälfte. Onomastikon. Von Priv.-Doz. 


Lic. Dr. E. Klostermann. M 8.— 
— — Ill. Een 2. Hälfte. Theopbanie. Von Priv.-Doz. Dr. H. Gress- 
[XI 2.) — 


DI. Lë ek: in i ——— 
Im lahre 1905 werden erscheinen: 
Eusebius’ EE hreg. von Proff. Dr. Dr. E. Schwartz und 
Tb. Mommsen. 2. Hälfte. 
Clemens Alexandrinus, hrag. von Prof. Dr. O. Stählin. I. Bd. Pro- 
trepticus u. Paedagogus. 
Koptisch- -gnostische Schriften, hrsg. von Lic. Dr. C. Schmidt. 


Stade, Prof. D. Bernh.: The books of Kings. Critical 
edition of the Hebrew text, printed in [10] colors, ex- 
bibiting the composite structure of the books, with notes. 
Assisted by Prof. Dr. F. Schwally. English translation 
of the notes by R. E. Brünnow and P. Haupt. ier SC 
Lex,-80 #4 18.—; geb. in Leinw. .4 

` Che sacred Books of the Old Testament Part 9.) 

Strack, Prof. D. Herm. L., Joma. Der Mischnatraktat „Ver- 

söhnungstag“. Herausgegeben u. erklärt. Zweite, neu- 


bearbeitete Auflage. (39 S.) 8°. 
(Schriften des’ Institutum judaicum in Berlin. Nr. 3.) 


— 1905. M1. — Biterarifhges Bentralblatt. — 1. Januar. — 
Verlagsbericht der J. C. Hinrichs’schen Buchhandlung in Leipzig. 





1904, ferner: 


In deutscher Schrift gedruckt.) 


Studien, Leipziger semitistische. Hrsg. von Proff. Dr.Dr. 
A. Fischer und H. Zimmern. 8°. 

1. 3. Pröbster: Ibn Ginni’s Kitabal al-Mugtasab hrsg. 
Anmerkungen. Erscheint Anfang 1905. 

4. Stumme: Maltesische Studien. Eine Sammlung prosaischer u. poe- 

tischer Texte in maltesischer Sprache, nebst Erläuterungen. M 4.— 

5. Stumme: Maltesische Märchen, Gedichte und Rätsel in deutscher 

o, Übersetzung. u 

Böllenrücher: Gebete und Hymnen an Ne 


rgal. 
Erster Band vollständig .æ4 18.—; geb. in Halbfrz. .4 20.50 
Stumme, Prof. Dr. Hans: Maltesische Studien. Eine 
Sammlung prosaischer u. poetischer Texte in malte- 
EE EE (IV, 124 S.)80. 4 4.— 
(Leipz. semitistische Studien. 14.) 
— Maltesische Märchen, Gedichte u. Rätsel i indeutscher 
Übersetzung. (XVI, 102 S.) 8°. 4 3.50 
(Leipz. semitistische Studien 15.) 
Ter-Minassiantz, Archidiakon Dr. Erwand: Die armenische 
Kirche in ihren Beziehungen zu den syrischen Kirchen 
bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Nach den arme- 
nischen u.syrischen Quellen bearbeitet. (X11,212 S.)80. .4 7.50 
(Texte u. Untersuchgn. z. Gesch. d. altchristl. Lit. N. F. X14.) 
Texte u. Untersuchungen zur Geschichte der altchrist- 
lichen Literatur. Archiv f. die v. der Kirchenväter- 
Kommission der kgl. preuß. Akademie der Wissenschaften 
unternommene Ausg. der älteren christl. Schriftsteller. 
Hrsg. von Prof. DD. O. v. Gebhardt u. A. Harnack. 
. Band. Der ganzen Reihe XXV. Band. A 43. - 
1—3 s. diese Zeitg. 1904. Nr. 1. 
4. Waltz: Die Pseudoklementinen. Homillen u. Rekognitionen. 4 13.— 
XI. Band. Der ganzen Reihe XXVI. Band. M 22.10 
la. Bonwetsch: Hippolytus drei georgisch erhaltene Schriften. 4 3.50 
1b. Leipoldt: Saïdische Auszüge aus dem 8. Buche der apostolischen 
Konstitutionen. A 2— 
2. Kraatz: Koptische Akten zum Epbesinischen Konzil. A 7.- 
3. Berendts: P acharias- und Jobannes-Apokryphen. 
— Bibliotheken der meteorischen u. ossa-olympischen Klöster. 4 2.70 


4. Ter-Minassiantz: Die armenische Kirche in ihren Beziehun zu 
den syrischen Kirchen. 7.50 
4 20.— 


XII. Band. Der ganzen Reihe XXVII. Band. 
Resch: Der Paulinismus und die Logia Jesu, 


XIII. Band. Der ganzen Reihe XXVIII. Band. 
Sener mann: Geschichte der dogmatischen Florilegien vom Yan 


mit ar u. 


Jah 
U fersuchungen zur Geschichte und Altertumskunde 


yptens. Hrsg. von Prof. Dr. K. Sethe. Lex. 80, 
Ill. 2 Sethe: zur ältesten Geschichte Ägyptens, 2. Hälfte. 
wen ag! Subskr.-Preis „4 1350; Einzelpreis 4 16.— 
. Schäfer: Die Mysterien des Osiris in Abydos unter Sesostris IIl. 
Subskr.-Preis 4 8.—; Einzelpreis 4 9.60 


Urkunden des ägyptischen Altertums. Hrsg. von Prof. 
Dr. G. SE ı gr. 4°. 


I. Band. Heft 1 u. 2. s. diese Zeitg. 1904 Nr. 1 

I Heft 1 u. 2. Hieroglyphische Urkunden der griechisch-römischen 
Zeit. 1. 11. Bearbeitet von Prof. Dr. K. Sethe. je 4 5.— 

. Historisch-biographische Urkunden aus den Zeiten der make, 

donischen Könige und der beiden ersten Ptolemăer. (S. 1—80 


in Autogr.) 
2. Historisch. bio hische Urkunden aus den Zeiten der Köni 
elphos und Ptolemäus Euergetes I. ($S.81—1 


A 
Waitz, Pfr. Lie Hans: Die Pseudoklementinen. Homilien 
und Rekognitionen. Eine quellenkritische EE 
(VIII, 396 S.) 8°. a 13:— 
altchristl. Lit. N. F 


(Texte u. Untersuc z. Gesch. d. 
Weber, Dr. Otto: Theologie u. Assyriologie im Streite 
um Babel u. Bibel. (31 S. D.) 8°. A — Q 
Weingarten, + Prof.D.Herm.: Zeittafeln und Überblicke. 
zur Kirchengeschichte. 5. verbesserte Auflage. Durchge- 
sehen u. ann von Prof. D.C. Fr. Arnold. (IV, 290 S.) 


Lex.-8 «æ 5.—; geb. in Leinw. # 6.— 
Jetzt in unseren Besitz übergegangen. 

Weiß, Prof. D. Bernh.: Das Neue Testament [D euts ch] nach 

D. Martin Luthers berichtigter Übersetzung mit fortlaufender 


Erläuterung versehen. 80%. „4 10.—; geb.in Leinw. 4 12.— 
1. Evangelien und Apostelgeschichte mit kurzer Entstehungsgeschichte des 
Neuen Testaments. (XX, 566 S. D. A 5.—; geb. 4 6.— 
2. Briefe und Offenbarung "Johannis. (546 S. M 5.—; geb. 4 86.— 
Auch in 20 Liefergn. zu je A Za beziehbar. 


— Entstehungsgeschichte des Neuen Testamentes, kurz 
dargestellt. (Erweiterter Sonderdruck aus Weiß, Das Neue 
Testament, deutsch.) (19 S. D.) 8°. A —20 

Winckier, Prof.Dr. Hugo: Die Gesetze Hammurabis, in Um- 
schrift u. Übersetzung herausgegeben. Dazu Einleitung, 
Wörter-, Eigennamen-Verzeichnis, die sog. sumerischen, 
Familien asetze u, dieGesetztafel, en 
988. I, 116.5.) 8°. „4. 5.00; geb in Leinw. .# 6 


[on 
























47 — 1905. M 1. — Literarifhes Bentralblatt — 1.Yanuar. — 48 
Berlag von Fel. Raus Buchhandlung in Iunsbrud. | e Hacflel Derlag in Keipsig 
Zeitfhrift für Ratholifhe Vheologte. — — | 
XXIX. Jahrgang. 
Sährlih 4 Hefte. Preis 4 6, —. Unter den Uachbarn 
Inhalt des ſoeben erſchienenen 1. Heftes: des Nordpole. 
, 9% ; .1, e lerifon (2. D 
er SE | ee > 


St. v. Dunin-Borkomfti, Methodolo- 
gtiche Vorfragen 3. urchriftlichen ln 
geihichte (2. Art.) 28 

5. Schmid, Die — der sungen 
Zaufe 

M. Srabmann, Studien über Ne don 
Straßburg I. Abfchnitt) ©. 82 


Nezenfionen. St.Ehses, Concilium — 
tinum (A. Kröß) S. 108. — V. Frins, 
De actibus humanis (H. Noldin) S. 114. 

— J.B. Sägmüller, Lehrbuch des 
katholischen Kircheureshtes ($. Bieder- 
lad; &. 117. — W.Scherer, Der erste 
una an die Korinther (A. Mert?) 

122. — R. Reitzenstein, 
Polsiandren, Studien zur griechisch- 
ägyptischen und frühchristlichen Li- 
teratur (U. Kuhn) ©. 124. — F. Brid- 
gett, ee des fel. Johannes Fiſher (A. 
Kröß) S . Kautzsch, Wil 
helm —— Hebräische Grammatik 
(P. Zolion) ©. 129. — R. Paulu, Die 
deutfchen Dominikaner im EEN gegen 
Ruther (H. Hurter) ©. 133. A. 
Maltzew, Oktoich (N. Niles) ©. 137. 
— F. Heiner, Benedicti XIV opera 
inedita (M. Hofmann) ©. 142. W. 
Dittmar, Vetus Testamentum in an 
(IR. Song e 143. — A. ano ‚La 
Sainte Bible (8. ond) S. 145. — mM. 


Mit Beilagen: 2 


















Kiterarifcher Anzeiger Nr. 102 


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Abonnementspreis des Jahrgangs mit 72 Bildern 24 Mark. 
Preis des Jahrgangs: Elegant geb. 28 Mark. 
Einzeln bezogene Hefte kosten je 3 Mark. Einzelne Bilder 1 Mark, 
gerahmt 3 Mark. 
Ein Wechselrahmen, für alle Bilder passend, 4 Mark. 


Jährlich 12 Hefte, enthaltend je 6 farbige Bilder mit Begleittexten. 


Das Unternehmen ist von den beteiligten Künstlern und der Presse 
mit großem Beifall aufgenommen worden. 


Prospekte wolle man verlangen. 


fationsd-Reriton (U. Holzmeifter) ©. 151. 
Analelten. Neuere moral- und paftoraltheolo- 
ifhe Echriften (H. Noldin) ©. 154. — 
Sur Literatur über die foziale Frage (M. 
Hofmann) S. 156. — Zu den Brevierlef- 
tionen der Päpfte Euariftod und Alerander I. 
(R. v. Noftig-Riencd) S. 159. — Heinrid 
von Bitterfeld, O. er; Profeffor in Prag 
(©. Sommerfeldt) ©. 165. — Eine vol: 
ftändige Handſchrift der Acta Archelai (A. 
Mert) S. 168. — Zur Katehetif (M. Gat- 
terer) ©. 171. — Nod einige oittenftüce 
zum e Streite im 16. Jahrh. (B. Duhr, 
S. 178. — Eine kommentierte Ausgabe des 
angeblich von Lehmann verfaßten Processus 
juridicus contra sagas (Bd. Dubr) ©. 190. 
— Rede deg Neftorius über Hebr. 3, 1 
überliefert unter dem a des hi. Ehry- 
fotomug (S. Haidadher) S. 192. — Aug 
der Ära der bayerifhen Aufklärung unter 
Montgelad (3. Stiglmayr) S. 195. — Uloid 
Meifters Hiftorifches Programm (E. Michael) 
©. 204. — Zum AYubelfeft der unbefledtin 
We KE Marien !H. Hurter) ©. 205. 
Der hi. Bonifatius, der Apoftel ber 
Deutfchen (A. Kröp) ©. 207. — Die Pa- 
ie verlorenen Schäflein (L. Fond) 


©. 209 
S. 1* 


Sivind Astrup. 
Autoriſierte Überſetzung ans dem 
Norwegiſchen von 
Margarethe Cangfeldt. 


Mit 12 Vollbildern, 
64 Tert-Illuftrationen und 3 Karten. 
18 Bogen. 8. 


M. 4.— geheftet, M. 5.— gebunden. 


Südwärts! 


Die Expedition von 1893-1895 
nach dem südlichen Eismeere. 


Don 


D. J. Bull. 


Autorifierte Überfegung aus dem 
Xorwegifhen von 
Margarethe Langfeldt. 
Mit 16 Dollbildern, 1 Tert-IMuftration, 
2 Plänen und 3 farbigen Tafeln, 
15 Bogen. 8. 

M. 4.— geheftet, M. 5.— gebunden. 
























Kleinere Mitteilungen 








Durch jede Buchhandlung zu beziehen. | 








Theodor Ackermann, 
München, Promenadeplatz 10. 


An neuen Katalogen gab ich aus: 


519. Rechtswissenschaft. 1020 Nrn. ` 

520. Deutsche Literaturgeschichte, Goethe, 
Lessing, Schiller, Shakespeare, Faust, 
Literatur. 1781 Nrn. 

521. Philosophie. 2156 Nrn. 

622. Bavaria. 1600 Nrn. 

623. Allgemeine u. vergleichende Sprach- 
wissenschaft. Orientalische und andere 
nichteuropäische Sprachen. 1565 Nrn. 

524. Volkslieder, Kinderreime etc., Sprich- 
wörter, Sentenzen, Rätsel, Inschriften 
etc. Dialektdichtungen. 627 Nrn. 

625. Allgemeine Weltgeschichte. Atlanten. 
Deutsche Geschichte. 3868 Nrn. 

526. Weihnachts-Katalog: Auswahl von 
wertvollen Werken aus verschiedenen 
Gebieten, etwa 2400 Nrn. 

528. EES philologica classica. II. 


24 rn. 

529. Musik (Geschichte, theoret. Werke). 
Theater (dessen Geschichte). Tanzkunst. 
969 Nrn. 

533. Militärwissenschaft. Kriegsgeschichte. 
1648 Nrn. 


Anzeiger172: Kompendien für Studierende. 


49 — 1905. M 1. — Literarifhes Zentralblatt — 1. Januar. — 





Neuer Verlag 


on 


Wilhelm Engelmann in Leipzig 


aus dem Jahre 1904. 


1. Naturwissenschaften: Allgemeines, 
Biographisches. 


Acta, Nova, Academiae Caesareae Leopoldino - Carolinae Ger- 
manicae Naturse Curiosoorum. Tomus LX . Cum ta- 
bulis IX. — Abhandlungen der Kaiserlichen Leopoldinisch- 
Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher. 
82. Band. Mit 9 Tafeln. (Halle; in Komm.) gr. 4. 

Kartoniert #4 40,—. 

Driesch, Hans, Naturbegriffe und Natururteile. Analytische 
Se hausen zur reinen und empirischen Naturwissen- 
schaft. gr. 8. 4 4—. 

Eisenhans, Th., Kants Rassentheorie unå ihre bleibende 
Bedeutung. Ein Nachtrag zur Kant-Gedächtnisfeier. gr. 2 

AM 


Möbius, M., Matthias Jacob Schleiden. Zu seinem Eundortsten 
Geburtstage. Mit einem Bildnis Schleidens und zwei Ab- 
bildungen im Text. gr.8. #M 2,60. 


Walden, P., Wilhelm Ostwald. Mit zwei Heliogravüren und 
einer Bibliographie. gr. 8. M 4,—. 
Semon, Richard, Die Mneme als erhalteudes Prinzip im 

Wechsel des organischen Geschehens. 8. 
6, —; in Leinen geb. #4 7,—. 


Idina. Amtliches Organ der Kaiserl. Leop.-Carol Deut- 
en Akademie der Naturforscher. gr. 4. Heft XL. (Halle; 
M 


in Komm.) — . 


2. Anatomie und Physiologie des Menschen, 
Medizin. 


Engelmann, Th. W., Das Herz und seine Tätigkeit im Lichte 
neuerer Forschung. Festrede, gehalten am Stiftungstage 
der Kaiser Wilhelms- Akademie für das militärärztliche Bil- 
dungswesen, 2. Dezember 1903. gr. 8. AM —,60 


Forster, A., Das Muskelsystem eines männlichen Papua- 
Neugeborenen. Beitrag zur vergleichenden menschlichen 
Anatomie. (Aus dem anatomischen Institute in Straßburg.) 
Mit 3 Tafeln Nr. I—II. (Nova Acta, Abhandl. d. Kaiser]. 
Leop.-Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher. Band 
CZ Nr. 1. Halle; in Komm.) gr. 4. 4 15,—. 


Gleichen, A., Einführung in die medizinische Optik. Mit 
102 Figuren im Text. gr. 8. 4 7 —. 


Graefe-Saemisch, Handbuch der gesamten Augenheilkunde, 
unter Mitwirkung von Th. Axenfeld, St. Bernheimer, 
A. Bielschowsky, A. Birch-Hirschfeld, O. Evers- 
busch, A. Fick, +Alfred Graefe, R. Greeff, A. Groe- 
nouw, E.Heddaeus, E. Hering, C. Hess, E. v. Hippel, 
J.Hirschberg,E.Kallius, A.Kraemer, E.Krückmann, 
Edmund Landolt, Th. Leber, F. Merkel, J. v Michel, 
M. Nussbaum, A. Pütter, Th. Saemisch, H. Sattler, 
0. Schirmer, G. Schleich, H. Samidi Timple 
0. Schultze, H. Snellen, H. Snellenjr., W. Uhthoff, 
Hans Virchow, A. Wagenmann herausgegeben von 
Theodor Ssaemisch. Zweite, neu bearbeitete Auf- 


lage. gr. 8. EE 68—90. 
Subs popapo für die Lfg. æ 2,—. 
inzelpreis „ „ » E 


— — Vierter Band, erste Abteilung: E. Landolt, Die 
Untersuchungsmethoden. Mit 270 Abbildungen im Text und 
einer Tafel. (Kapitel I des II. Teils [Pathologie und Thera- 
pie).) SBS —————— “4 21, —; in Halbfranz geb. .# 23,50, 

inzelpreis .# 31, 50; „, y Se _. 

— — Fünfter Band, erste Abteilung: Th. Saemisch, 
Die Krankheiten der Conjunctiva, Cornea und Sklera. Teil I: 
Die Krankheiten der Conjunctiva. Mit 48 Abbildungen im 


Text und auf 12 Tafeln. (Kapitel IV, Teil I des II. Teils 
[Pathologie und Therapie.) 
Subskriptionspreis .# 22, —; in Halbfranz geb. „4 24,50. 
Einzelpreis # 33, —; „ i vw «æ 35,60. 
— — Eltter Band, erste Abteilung: A. Groenouw, Be- 
ziehungen der Allgemeinleiden und Organerkrankungen zu 
Veränderungen und Krankheiten des Sehorganes, Erkrankun- 
gen der Atmunge-, Kreislauf-, Verdauungs-, Harn- und Ge- 
schlechtsorgane, der Haut und der Bewegungsorgane, Kon- 
stitutionsanomalien, erbliche Augenkrankheiten und Infektions- 
krankhriten. Mit 57 — im Text und 11 Tafeln. 
Kapitel XXII, Teil I des II. Teils |Pathologie und Therapie).) 
Subskriptionspreis .# 24, —; in Halbfranz geb. .æ 26,50. 
inzelpreis A 36, —; „ de Se 38, 
Heller, Theodor, Grundrifs der Heilpädagogik. Mit 2 Ab- 
bildungen auf einer Tafel. gr. 8. 
#4 8, —; in Leinen geb. 4 9, — 
Hellpach, Willy, &rundsüge einer Psychologie der Hysterle. 
gr. 8. # 9, —; in Leinen geb. 4 10,—. 
Köster, Georg, Zur Physiologie der Spinalganglien und der 
trophischen Nerven, sowie zur Pathogenese der Tabes 
dorsalis. Mit einer Abbildung im Text und 8 Tafeln. gr.8. 
In Mappe. A 6-. 
Schultze, Bernhard Sigmund, Lehrhuch der Hebammenkunst. 
Dreizehnte Auflage. Mit 102 Abbildungen. gr. 8. 
4 1, —; in Leinen geb. æ 8,—. 


Graefe’s, Albrecht von, Archiv für Ophthalmologie. Heraus- 
ben von Th. Leber, H. Sattler und H. Snellen, 
redigiert von Th. Leber und A. Wagenmann. gr.8. LVI. 
Band, 3. Heft — LIX. Band, 3. Heft. æ 49, —. 


3. Mathematik, Physik, Geophysik, Meteorologie, 
Astronomie. 


Jelineks Psychrometer-Tafeln, erweitert und vermehrt von 
J. Hann, neu herausgegeben und mit Hygrometer-Tafeln 
versehen von J. M. Pernter. Fünfte, erweiterte Auf- 
lage. gr. 4. éi D 

Kalender, Graphischer, für 1905. Eine übersichtliche ge- 
meinverständliche Darstellung über die für das bürgerliche 
Leben vorherrschend in Betracht kommenden Himmelser- 
scheinungen: Aufgang, Kulmination, Untergang der 
Sonne und des Mondes sowie Tageslänge und Mond- 
scheindauer etc. Nebst einer Beigabe — enthaltend Auf- 

ang, Kulminstion und Untergang etc. — der vier hellen 
Planeten Venus, Jupiter, Mars, Saturn mit gleichzeitiger 
Angabe der Sonnen-Auf- und Untergänge Fünf Tafeln in 
Farbendruck. Entworfen und nach astronomischen Epheme- 
riden reduziert von C. Brinschwitz. qu. Fol. (In Komm.) 


Ausgabe A (für Norddeutschland). 
Ausgabe „B (für Süddeutschland und die angrenzenden 
Teile von Österreich-Ungarn). i 


Katalog der Astronomisehen Gesellschaft. Zweite Abteilung. 
Katalog der Sterne bis zur neunten Grösse zwischen 2° und 
23° südlicher Deklination für das Aequinoktium 1900. Zweites 
Stück. Zone — 6° bis — 10° beobachtet auf der Stern- 
warte Wien-Ottakring. gr. 4°. (In Komm.) M 15,—. 


Keplers, Johannes, Mathematikers Sr. Kaiserlichen Maje- 
stät, Dioptrik oder Schilderung der Folgen, die sich aus 
der unlängst gemachten Erfindung der Fernrohre für 
das Sehen und die sichtbaren Gegenstände ergehen. 
(Augsburg, Druck von David Franke. Mit kaiserlichem 
Privileg für 15 Jahre. 1611.) Übersetzt und herausgegeben 
von Ferdinand Plehn. Mit 43 Figuren im Text. (Ost- 
wald’s Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. ae 

ei Zu 


61 — 1905. 91. — Literarifhes Zentralblatt. — 1. Januar. — 52 





Sturm, C., Abhandlung über die Auflösung der numerischen 
Gleichuugen (1835). Aus dem Französischen übersetzt und 
herausgegeben von Alfred Loewy. (Ostwald’s Klassiker der 
exakten Wissenschaften. Nr. 143.) 


, 


Beiträge zur Geophysik. Zeitschrift für hysikalische Erd- 
kunde. Herausgegeben von Georg Gerland. 8. 
M 6 —. 


Ergänzungband II. Mit 1 Tafel. 
Einzelpreis #4 8,—. 


A. u. d. T.: Verhandlungen der vom 24—28. Juli 1903 zu 
Straßburg abgehaltenen zweiten internationalen seismolo- 

ischen Konferenz. — Comptes-Rendus des séances de la 

euxieme conference seismologique internationale réunie à 
Strasbourg du 24 au 28 Juillet 1903. Redigiert vom Sekre- 
tär der Konferenz Emil Rudolph. 
VI Band, 4. Hoft. Mit 2 Tateln und 4 Figuren im Text. 


M 5,—. 
VI. Band, 1. Heft. Mit 6 Tafeln und 3 Abbildungen im Text. 


MI. 
VII. Band, 2. Heft. AA 


Vierteljahrsschrift der Astronomischen Gesellschaft. Her- 
ausgegeben von den Schriftführern der Gesellschaft R. Leh- 
mann-Filh6s und G. Müller. In Jahrgängen zu je 4 
Heften. 8. (InKomm.) 38. Jahrgang, 3. und 4. Heft — 39. 
Jahrgang, 3. Heft. Jedes Heft # 2,—. 


4. Botanik, Zoologie. 


Arbeiten aus dem Zoologischen Institut zu Gras, gr. 8. 
VII. Band, No. 1: L. v. Graff, Marine Turbellarien 
Orotavas und der Küsten Europas. Ergebnisse einiger, 
mit Unterstützung der kais. Akademie der Wissenschaften 
in Wien (aus dem Legate Wedl) in den Jahren 1902 und 
1903 unternommenen Studienreisen. I. Einleitung und Acoela. 
Mit 3 Tafeln. (Sonderabdruck aus »Zeitschrift für wissen- 
schaftliche Zoologie. LXXVIIl. Band, Heft 2.) éi d 
Ascherson, Paul, und Paul @räbner, Synopsis der mitteleuro- 
päischen Flora. gr. 8. Lieferung 29-35. Jede Lieferung 
M 2,—. 
— — Zweiter Band, zweite Abteilung, vollständi 
«æ 13,60; in Halbfranz geb. 4 16,10. 
Berthold, G., Untersuchungen zur Physiologie der pflanz- 
lichen Organisation. Zweiter Teil, erste Hälfte. gr. 8. 
| AM 6—. 
Bloch, Bruno, Die geschichtlichen Grundlagen der Embryo- 
logie bis auf Harvey. (Nova Acta, Abhandl. d. Kaiserl. Leop.- 
Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher. BandLXXXII. 
Nr. 3. Halle; in Komm.) gr. 4. A 6,— 
Bokorny, Th., Lehrbuch der Botanik für Realschulen und 
Gymnasien. Zweite, umgearbeitete Auflage. Mit 168 Figuren 
im Text. gr. 8. In Leinen geb. .# 2,60. 
Buchenau, Franz, Kritische Nachträge zur Flora der nord- 
westdeutschen Tiefebene. 8. M 1, 
Dalla Torre, C. G. de, et H. Harms, Genera siphonogamarum 
ad systema Englerianum conscripta. gr. 4. Fasciculus 
sextus (signatura 51—60). Subskriptionspreis # 4,—. 
Einzelpreis M6—. 
Enger A., und K. Prantl, Die natürlichen Pflanzenfamilien 
nebst ihren Gattungen und wichtigeren Arten, insbeson- 
dere den Nutzpflanzen, unter zahlreicher Mitwirkung hervor- 
ragender Fachgelehrten begründet von E. und P., fortgesetzt 
von A. Engler. Lex.8. Lieferung 219 und 220. 
Subskriptionspreis für die Lfg. .# 1,50. 
Einzelpreis „ „ „ M#3—. 


Graebner, Paul, Handbuch der Heidekultur. Unter Mit- 


wirkung von Otto von Bentheim und andern Fachmännern. 


Mit einer Karte und 48 Figuren im Text. gr. 8. 
A 9,—; in Leinen geb. A£ 10,—. 
Haberlandt, G., Physiologische Pflanzenanatomie. Dritte, 
neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 264 Ab- 
bildungen im Text. gr. 8. 
“4 18,—; in Halbfranz geb. 4 21,—. 
Halácsy, E. de, Conspectus Florae Graecae. gr. 8. Volu- 


men III, fasciculus I (signatura 1—20). A 7,500. 
—, fasciculus II (signatura 21—383). vi D — 
—, Volumen III. Vollständi «æ 13,50. 


Das Work ist mit diesem Band bgeschlossen. 
Helbing, Hermann, Beiträge sur Anatomie und Systematik 
der Laemargiden. Mit 2 Tafeln Nr. VIII und IX und 


42 T'extfiguren. ‚Nova Acta, Abhandl. d. Kaiserl. Lcop.- 
Carol. Deutschen Akademie der Naturforscher Band LXXXI. 
Nr. 4. Halle; in Komm.) gr. 4. 4 12,—. 


Knuth, Paul, Handbuch der Blütenbiologie, begründet von 
P. K. . Band: Die bisher in außereuropäischen 
GebietengemachtenblütenbiologischenBeobach- 
tungen. Unter Mitwirkung von Otto Appel bearbeitet 
und herausgegeben von Ernst Loew. I. Teil: Cycada- 
ceae bis Cornaceae. Mit 141 Abbildungen im Text und 
dem Porträt Paul Knuths. . 8. 
4 11,—; in Halbfranz geb. #4 20,—. 
Aonographieen afrikanischer Pflanzen- Familien und Gat- 
tungen. SE von A.Engler. VIIll:Sapataceae, 
bearbeitet von A. Engler. Mit Tafel I—X XXIV und 12Fi- 
guren im Text. Veröffentlicht mit Unterstützung der Ko- 
lonialabteilung des Auswärtigen Amtes. Fol. M4 30,—. 


Jorgan, Thomas Hunt, Die Entwickelung des Froseheies. 


Eine Einleitung in dieexperimentelleEmbryologie 
Nach der zweiten englischen Aurlage übersetzt von Bernh. 
Solger. Mit 6” Figuren im Text. gr. 8. 4 6—. 
Pfeffer, W., Pflanzenphysiologie. Ein Handbuch der Lebre 
vom Stoffwechsel und Kraftwechselin der Pflanze. Zweite 
völlig umgearbeitete Auflage. Zweiter ‘Schluß-; 
Band: Kraftwechsel. 2. Hälfte Bopen 23—62, sowie 
Titel und Inhalt zum II. Band. Mit Abbildungen im 
Text. gr. 8. 4 19,—. 
— — Zweiter Band. Vollständig. Mit 91 Abbildungen 
im Text. gr. 8. M 30.-; in Halbfranz geb. 4 3. —. 
’Nanzeunreich, Das. Regni vegetabilis conspectus. Im Auf- 
trage der Königl. preuß. Akademie der Wissenschaften 
herausgegeben von A. Engler. Lex. 8. Heft 19 und 20. 


«æ 30,60. 
D Refi na we Per 4 760. 
20 Hofte E E e e ie es A4 23, —. 


“rantls Lehrbuch der Botanik, herausgegeben und neu bear- 
beitet von Ferdinand Pax. Zwölfte, verbesserte und 
vermehrte Auflage. Mit 439 Abbildungen im Text. gr. 8. 

In Leinen geb. .£ 6,—. 
abl, Carl, Über die züchtende Wirkung fuuktioneller 
Reize. Rektoratsrede, gehalten in der Aula der k. k. Deut- 


schen Karl Ferdinands-Universität in Prag am 18. Novem- 
ber 1903. 8. AH —,80 


Roth, Georg, Die Europäischen Laubmoose, beschrieben und 
gezeichnet von R. gr. 8. 

6. Lieferung: 1. Banı (kleistokarpische und akrokar- 
pische Moose), Bogen 33—37 (Schluß), Titel und Inhalt 

zu Band 1. Mit Tafel XXXVII—XLV, L—LIU. 4#4—. 

6. Lieferung: 2. Bınd (akrokarpische und pleurokarpische 
Moose), Bogen 1—8, mit Taf.l I—X. AA—. 

7. Lieferung: 2. Band (akrokarpische und pleurokarpische 
Moose). Bogen 9—16, mit Tafel XI—XX. A 4, —. 

8. Lieferung: 2. Band (akrokarpische und pleurokarpische 
Moose), Bogen 17—24, mit Tafel XXI—XXX. 4 4,—. 

9. En g 2. Band, Bogen 25—32, mit Tafel XXXI 


M 4, —. 
10. Dieterung: 2. Band, Bogen 33—40, mit Tafel XLI 
== M4 


— — Erster Band. Mit 52 Tafeln. 
#4 20,—; in Halbfranz geb. .Z 23,—. 
Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft auf 
der vierzehnten Jahresversammlung zu Tübingen, den 
24. bis 26. Mai 1904. Im Auftrag der Gesellschaft heraus- 
gegeben von E. Korschelt. Mit 103 in den Text gedruckten 
Figuren. gr. 8. 4 11,—. 


Verhoeff, Karl W., Zur vergleichenden Morphologie und 
Systematik der Embiilden, zugleich 3. Beitrag zur Kennt- 
nis des Thorax der Insekten. Aus dem Berliner zoologi- 
schen Museum [Museum für Naturkunde]) Mit 4 Tafeln 
Nr. IV—VU. (Nova Acta, Abhandl. d. Kaiserl. Leop.- Carol. 
Deutschen Akademie der Naturforscher. Band LXXXII. 
Nr. 2. Halle; in Komm.) gr. 4. AM 1,50. 


— Über vergleichende Morphologie des Kopfes niederer Iu- 
sekten mit besonderer Berücksichtigung der Dermapteren 
und Thysauuren, nebst biologisch - physiologischen Bel- 
trägen. (Aus dem Berliner zoolugischen Museum [Museum 
für Naturkunde). Mit 8 Tafeln Nr. I—VIIl (Nova Acta, 
Abhandl. d. Kaiserl. Leop.-Carol. Deutschen Akademie der 
Naturforscher. Band LXXXIV, Nr. 1. Halle; in Komm.) 
gr. 4. AM 12,50. 


53 — 1905. 421. — Literarifdes Zentralblatt — 1. Gonner -- 54 
Ee EE 


Anzeiger, Zoologischer, begründet yon J. Victor Carus. BI. 13. Sect. Wurzen-Altenbach.” Mit Erläuterungen von jF. Schalch. 
herausgegeben von Eugen Korscholt. Zugleich Organ | Zynits Auliage, Modi rom Th, Blogeri d. Dt 
der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. gr. 8. XXVII. Auflage, neu bearbeitet von C. Gäbert. 5 nn Dalmer. Zweite 
Band ‚Nr. 1—26,, einschl. Bibliographia zoologica (diariv j ck Geringswalde-Ringethal. Mit Erläuterungen von E. Dathe. 
>» Zoologischer Anzeiger« adnexa) condita ab J. Victor weite Autlage, revidirt von E. Danzig i. J. 1901. 
C didi i k . Bl. 128. Sect. Marienberg-Wolkenstein. Mit Erläuterungen von F.Schalch 
arus, edidit H. H. Field vol. IX. Mit 1 Tafel uni Zweite Auflage, neu bearbeitet von C. Gå i ! ` 
S d , e g Gäbert i. J. 1903. 
297 Abbildungen im Text. 4 30.— Bl. 133. Sect. Plauen-Pausa. Mit Erläuterungen von E. Weise. 
Im Jahre 1404 erschienen Nr. 6—26. ? Bl. 13%. Sect. Annaberg-Jöhstadt. Mit E:läuterungen von F. Schalch. 


Zweite Auflage, nen bearbeitet von C. Gäbert i. J. 1903. 


— XXVIII. Band, einschl. Bibliographia zoologica, Be X. | Jede Karte nebst Erläuterungen .# 3,—; Karte allein 4 2,—; 


* E ? 
Im Jahre 1904 erschienen Nr. 1—10. a Erläuterungen allein .4 1, —. 


Archiv für Entwicklungsmechanik der Organismen. H 4 
gegeben von Wilhelm Roux. gr.8 XVIL Band, 2 a 9. | Zeitschrift für physikalische Chemie, Stöchiometrie und 





H eft—XVIII. Band, 4. Heft. M Wë ua, Unter ine zahlreicher Fach- 
Bibliographia zoologica, (diario Zoologischer Anzeiger‘ adne a; (on po aasgereben von Wilb. Ostwald und J. 
condita ab J. Victor Carus edidit Herbert Haviland K. — — — XLVI. Band: Jubelband, Wilhelm 
Field. gr. 8 Volumen IX ‚Ann. 1904) 16 Ostwald gewidmet zur Feier seiner vor fünfundzwanzig 
— Jahre 1904 erschienen Bogen 4—33 Do Jahren erfolgten Doktorpromotion von seinen Schülern. Mit 
— Volumen X. i K4 iG&— einer Einleitung von J. H. van't Hoff. Mit einem Bildnis 
Im Jahre 1904 erschienen Bogen 1—17. = von W. Ostwald und 111 Figuren im Text. gr. 8. 4 17,—. 
Gerzenbaurs Morphologisches Jahrbuch. Eine Zeitschrifi | Zeitschrift für physikalische Chemie, Stöchiometrie und 
für Anatomie und Entwickelungsgeschichte. Herausgegeben Verwandtschaftslehre. Unter Mitwirkung zahlreicher Fach- 
von Georg Ruge. Mit Tafeln und Textfiguren. gr. 8. genossen herausgegeben von Wilh. Ostwald und J. H. 
XXXI Band, 2.—4. Heft. — 4 29,—. van't Hoff. gr.8. XLVII. Band (6 Hefte). Mit 125 Figuren 
Jahrbücher, Botanische, für Systematik, Pfanzengeschichte im Text. 4 1, —. 
und Pflanzengeographie, herausgegeben von A. Engler. | — XLVIII. Band (6 Hefte). Mit einem Bildnis von J. H. Glad- 
gr. 8. XXXIII. Band, 4./5. Heft; XXXIV. Band, 1. bis stone in Heliogravüre und 95 Figuren im Text. 4M 17— 
4. Heft; XXXV. Band, 1.—2./3. Heft. 4# 11,—. | — XLIX. Band. (6 Hefte). Mit 139 Figuren im Text und den 
— Generalregister. Jahrgang I—XXX. (1881—1902.) Be- Registern zum XLVI—XLIX. Band. 417.4. 
arbtet von L. Diels und I. Mildbraed. 4 3— | — L. Band (Es erschien im Jahre 1904 Heft 1—4. 4 17,—. 
SE en Gartens und Museums RE ung Sachregister zu den Bänden 1—24 von 
Appendix Kir. A — 10. WE Ee Baad i a «4 5,— 
Nr. 33. (Band IV.) Mit 2 Textfiguren. M 1,50. 8. > (> ; S 17—26) 25 
Appendix XIll. 4 Lu 9, e (> IL > 2%- 36). KN 
E x — — SS 10. Schluß-)Lieferung (Band II, Bogen 37—50 und Titel) 
Ne 29 1Band IY) 4 1,50. | Yoitschrift für Krystall Ee 
Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Begründet von ee e r „rysralographie und Mineralogie. Unter 
C. Th. v. Siebold und A. v. Kölli itwirkung zahlreicher Fachgenossen des In- u. Auslandes 
ölliker, herausgegeben von 
A. v. Kölliker und E. Ehlers. gr. 8. LXXVI. Band, | heransgegeben von P.Groth. gr.8. XXXVIII. Band, 6.Heft 
1. Heft — LXXVIII. Band, 2. Heft. 4 127,—. | — XL. Band, 1. Heft. en 
Zentralblatt, Zoologisches, unter Mitwirkung v. O. Bütsch li 2 


und B. Hatschek herausgegeben von A. chuberg. g 8. 
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XL Jahrgang. 6. Philosophie, Psychologie. 
S y S i S Heller, Theodor, Studien zur Blindenpsychol e. Mit 
3. Chemie, Krystallographie, Mineralogie, Geologie. | 3 Fizuren im Text gr. 8. —— 3,—. 
Bunsen, Robert, Gesammelte Abhandlungen. Im Auftrage der | Sammlung von Abhandlungen zur psy chologisehen Pädagogik 
Deutschen Bunsen-Gesellschaft für angewandte physikalische aus dem »Archiv für die gesamte Psychologie«, heraus- 


Chemie herausgegeben von Wilhelm Ostwald und Max SE on von e E Erster Band (5 Hefte). Mit 
Bodenstein. Drei Bände Mit 269 Figuren im Text und iguron im Text. 8r. 8. 4 12,40, 
12 Tafeln. gr. 8. A 50.—; in Leinen geb. 4 54,—. 


Wundt, Wilhelm, Einleitang in die Philoso hie. Dritte 
Grotb, P., Einleitung in die chemische Krystallographie. Auflage. Mit einem Anhang tabellarischer Übersichten zur 
Mit 6 Textiguren. gr. 8. In Leinen geb. 4 4,—. 


Geschichte der Philosophie und ihrer Hauptrichtungen gr. 8. 
Kekule, August, Über die Konstitution und die Metamor- 


In Leinen geb. « 9,—. 
phosen der chemischen Verbindungen und über die che- | — Grundriss der Psychologie. Sechste verbesserte 
mische Natur des Kohleustoffs. Untersuchungen über aro- Auflage. Mit 22 Figuren im Text. gr. 8. 
matische Verbindungen. Herausgegeben von RK Ladenburs In Leinen geb. 3 7,—. 
Mit 2 Figuren im Text und einer Tafel. Ostwald’s Klassiker — Völkerpsychologie. Eine Untersuchung der Entwicklungs- 
der exakten Wissenschaften. Nr. 145.) A 1,40 gesetze von Sprache, Mythus und Sitte. Zweite, um- 

Lehmann, O., Flüssige Kristalle, sowie Plastizität von Kri- gearbeitete en ‚gt 8 Erster Band: Die 
stallen im allgemeinen, molekulare Umlagerungen uni Sprache. Erster Teil. Mit 40 Abbildungen im Text. 
Aggregatzustandsinderungen. Mit 483 Figuren im Text «æ 14,—; in Halbfranz geb. 4 17,—. 
und 39 Tafeln in Lichtdruck. gr. 4. In Mappe & 20,—. 


— — — Zweiter Teil. Mit 4 Abbildungen im Text. 
Ostwald, W., Die wissensehaftlichen Grundlagen der ana- æ 14,—; in Halbfranz geb. 4 17,—. 
Istischen Chemie. Mit 3 Figuren im Text. Vierte, ver- 
besserte Auflage. 8. In Leinen geb. 4 7,—. 
— Grundlinien der anorganischen Chemie. Zweite, ver- 
besserte Auflage (6.—8. Tausend). Mit 126 Textfiguren. 


Arbeiten, Psychologische, herausgegeben von E. Kraepelin. 
IV. Band, 4. Heft. gr. 8. M 6 —. 


Archiv für die gesamte Psychologie. Unter Mitwirkung von 


. 
m EE 


gr. 8. In Leinen geb. A 16,—. H. Höffding, F. Jodl, A. Kirschmann, E. Kraepelin, 
— 0. Külpe, A. Lehmann, Th. Lipps, G. Martius, G. 

N C. M. GERS Ee Störring, W. Wirth und W. Wanit herausgegeben von 
ungen ım Text. gr. o. e M Leinen gen; E? E. Meumann. gr. 8. II. Band (4 Hefte). Mit 20 Figuren 
Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen. Heraus- und einer Kurventatol im E — Heft 4. — 


eben vom K. Finanz-Ministerium. Bearbeitet unter der g ; 3 ; 
Liia von Hermann Credner. Imp. Fol. Erläuterungen in — Band (4 Hefte. Mit 33 Figuren im Text u — 


afol. 
er H In Komm.) IV. Band (4. Hefte.) A 20,-. 


Bl. 12. Sect. Brandis-Borsdorf. Mit — von F. Schalch, 
Zweite Auflage, rovidirt von Th. Siegert i. J.' 1908. Im Jahr 1004 erschienen Heft 1 und 2. Mit 1 Textäg. 


55 — 1905. 1. — Literarifded Bentralblatt. — 1. Januar. — 56 





RE 
54 (Bautzen). — 55 (Hochkirch). — 70 (Schirgiswalde). — 
71 (Neusalza). — 86m. 105 (Hinterhermsdorf und am Raum- 
berg). — 87 (Seifhennersdorf). — 107 (Zittau). 

Von der alten Aufnahme wurden kurrentgestellt: 
Sektion 43 (Lausigk!. — 59 (Frohburg). — 121 (Reibolds- 
grün). 


ah a 
Studien, Philosophische, herausgegebenvon Wilhelm Wu ndt. 
Namen- und Sachregister zu Band I—XX, bearbeitet 


von Hans Lindau. gr. 8. «æ 10,—. 








7. Geographie, Geschichte, Pädagogik, Rechts- 
wissenschaft. 


Heinze, H., und W. Schröder, Aufgaben aus Haffiichen Dramen, 
Goen und Romanen. 8 
3. Bändchen: Aufgaben au ‚Wallenftein“, zufammengeftellt 
von Heinze. Vierte, neu bearb eitete au und ausführlichem Sachregister. Lex. 8. 
artoniert „4 1,20. 4 %,—; in Halbfranz geb. 4 23, —. 


8. Technologie. 
4. Bändchen: Aufgaben aus „Boch von Berliding en“ | Gerhardt, Paul, Fischwege und Fischteiche. Die Arbeiten 


Esselborn, Karl, Lehrbuch des Tiefbaues. Bearbeitet von 
Th. Landsberg, H. Wegele und L. v. Willmann, her- 
ausgegeben von Karl Esselborn. Mit 1471 Abbildungen 


und „Egmont“, — — von Heinze. Vierte, neu des Ingenieurs zum Nutzen der Fischerei. Mit 142 Abbil- 

bearbeitete Auflage. artoniert 4 1,—. dungen im Text. gr. 8. „Æ 5,—; in Leinen geb. 4 6. 

6. Bändchen: Aufgaben aus „Hermann und Dorothea, | Handbuch der Ingenieurwissenschaften, in fünf Teilen. 

zufammengeftellt von Heinze Bierte, durhgefehene Auf. Ler. 8. 

lage Kartoniert Æ Le Erster Teil: Vorarbeiten, Erd-, Grund-, Straßen- 
7. Bändchen: Aufgaben au? „Minna von Barnhelm” zu und Tunnelbau. Erster Band: Vorarbeiten für 

fammengeftelt von Dr. Schröder. Bierte, neu bearbeitete Eisenbahnen und Straßen. Bauleitung. Bearbeitet. 

Auflage. Kartoniert W 1,—. von L. Oberschulte (+) und H. W egele, herausgegeben von 
13. Bändchen: Aufgaben aus Kleit? „Pring Friedrih von L. von Willmann. Vierte vermehrte Auflage. Mit 

Homburg“ und „Hermannsihlaht” und ien * 3riny’, 107 Toza Dy re vollständigem Sachregister un 8 litho- 

o i weite, ungearbeitete Auflage. aphierten Tateln. 
zufammengeftellt von Heinze. g e 8 flag grap e 9. im Halbfrans geb. 4 en. 


Kartoniert Æ 1,—. 
4. Bånd - Yufaaben aus Shafefpeares uliug Säfar” _ Zweiter Teil: Der Brückenbau. Erster Band: Die 
nn Sé „3 í Brückenim allgemeinen. Steinerne Brücken. Aus- 


und Goriolan”, aufammengeftellt von Heinze. weite, der 
befferte Auflage, * ton 4 1, —. führung und Unterhaltung der steinernen Brücken. 
22. Bändchen: Aufgaben auð Shatefpearc? „König Rear” Banane. von on. e Be — 
und Kaufmann von Benedig”, zujammengeftellt von Heimat. tens, herausgegeben von Th. Landsberg. vierie vor 
n d oniert 4 —80 mehrte Aufl ago, Mit 192 Textabbildungen, volständigem 
23. Bänden: Aufgaben aus Uhlandd: „Ernft, Herzog von Sachregister und 23 DEE n i reai — 
Schwaben“ und „Ludwig der Bayer“ und aus perder „Cid“, | _ _ zweiter Band: Hölzerne Brücken. Wasser- 


zufammengeftelt von Shröber. Kartoniert Æ 1,—. leitungs- und Kanalbrücken. DieKunstformen des 
Qangenbed, R., Leitfaden ber Geographie für höhere Lehr» Brückenbanch: Bearbeitet von R. Baumeister, F. Hein- 
anfalten im Anfhlug an die paeußiſchen Unter dré: zerling, F. Lorey, herausgegeben von Th. Landsberg. 
yläne von 1902. Erfter Teil. Lebrftoff der unteren Klaſſen. Vierte vermehrte Auflage. Mit 215 Testebbil. 
Mit 7 Figuren im Terte Bierte umgearbettete Auflage. 
An Leinen geb. „4 1,60. 

Reyer, E., Städtisches Leben im sechzehnten Jahrhundert. 
Kulturbilder aus der freien Bergstadt Schlackenwald. 8. 
(In Komm.) - Ä A L—. 
Schoetensack, A., Der Strafprozess der Carolina. gr. 8. 

M 


— 
. 


Staatsgruudgeſetze, Deutſche, in diplomatiſch genauem Abdrucke. 

Zu amtlichem und atademiſchem Gebrauche. Peaaru von 
Karl Binding. 8. 

. eft, L Die Berfaffungen des Rordbeutfchen Bunde vom 17. April 
1867 und des Deutichen Reihs vom 16. April 1871. 3. Auflage. 






dungen, vollständigem Sachregister und 11 lithographierten 
Tafeln. „4 8,—; in Halbfranz geb. .# 10,50. 


— Dritter Teil: Der Wasserbau. Dritter Band: Die 
Wasserversorgung der Städte. Bearbeitet von G. 
Oesten und A. Frühling, herausgegeben von A. Früh- 
ling. Vierte vermehrte Auflage. Mit 422 Textab- 
bildungen, vollständigem Sachregister und 7 lithograpbierten 
Tafeln. 4 12,— ;in Halbfranz geb. 4 15,—. 

— — Achter Band: Die Schiffsschleusen. Bearbeitet 
von L. Brennecke, heransgegeben von J. F. Bubendey. 
Vierte vermehrte Auflage. Mit 402 Textabbildungen, 
vollständigemSachregister und 11 lithographischen Tafeln. 

AM 


A. Gröfpere Ausgabe. Kartoniert Æ 4, —. — 
in Halbfranz geb. # 14,—. 
B. Kleine Ausgabe. (Tertaudgabe der Berfaffungen und deg 

Wahlgefepee.) 8 lren M4 1,20. Mehrtens, G. Chr., Vorlesungen tiber Statik der Baukon- 


struktionen und Festigkeitslehre. In drei Bänden. Zweiter 
Band: Statisch bestimmte Träger. Mit 231 zum Teil 
farbigen Figuren. gr. 8. „æ 14,—; in Leinen geb. #4 15,—. 
Niedner, Franz, Beitrag zur Berechnung von Schiffbrücken. 
Mit 54 Figuren im Text und einer Tafel. Lex. 8. A 


Sonne, Eduard, und Karl Esselborn, Elemente des Wasser- 
baues für Studierende höherer Lebranstalten und jüngere 
Techniker. Mit 226 Abbildungen im Text. gr. 8. Ææ 9,—; 

in Leinen geb. 4 10,—. 


geen, %., Aufgaben aus dentfcen epiichen und lyriſchen Ge⸗ 
dihten. 8.3. Bändchen: Das Lied von der Glocke. Zweite, 
verbefferte Auflage. Kartoniert Æ 1,—. 
— — 9. Băåndhen: Aufgaben aus KAlopftodd Gedichten. 

Rartoniert Æ 1, —. 
Weber, Georg, Lehr- und Handbuch der Weltgefhidte. 21. Auf- 
lage, unter Mitwirkung von Richard Friedrich, Ernſt Leh— 
mann, Franz Moldenhauer, Ernſt Schwalbe vollſtändig neu 
bearbeitet von Alfred Baldamud. Zweiter Band: Mittelalter. 

Zweiter Abdrud. (Bierted bie fecht«e Zaufend.) gr. 8. 
A 6,—; geb. in Leinen 4 7,—; in Halbftanz # 8,25. Über diese Neuigkeiten habe ich wieder ein gleichfalls 

— — nach Wissenschaften geordnetes 


Verlagsverzeichnis 


mit Inhaltsangabe der Zeitschriften anfertigen lassen, 
das durch alle Buchhandlungen wie auch unmittelbar von mir 
unberechnet zu beziehen ist. 


Leipzig, Anfang Januar 1906. 


EE Karte des Königreichs Sachsen in 1:25000 
‚n. Gr. Herausgegeben durch das Kgl. Finanzministerium, 
bearbeitet in der Abteilung für Landesaufnahme des Königl. 
Sächs. Generalstabes. Imp.-Fol. (In Komm.) 
Jede Sektion .# 1,50. 
Von der neuen Aufnahme erschienen: 
Sektion 36 (Kamenz). — 37 (Kloster St. Marienstern). — Wilhelm Engelmann. 


‚Bierzu eine Beilage der Weidwanufchen Buchhandkung in Berlin. 
Berantwortl. Rebatteur Brof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kalfer Wilkelmftraße 29. — Brad von Breitlopf & Härtel in Leipzig. 


Literariſches 


Sentralblatt 





für Deutſchland. 


Begründet von Friedrich Barnke. 
Heransgeber Prof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Raifer Wilhelmftraße 29, 


An ?. 


Erideint jeden Sonnabend. 





Mit der halbmonatlichen Beilage „Die fhöne Literatur. 
Verlegt von Eduard Avsmartus in Leipzig, Kindenfirafe 18, 


>: 7, Januar 1905. = 


D0. Jaben, 


Preis einichl. Beilage jährl. 4 30. 





nieft, 


EE EEE Sr EE EE ES E E O 
| En Ten: Mathematik (66): Möllhaufen, Bilder aus d. Reide 


Byret te (57): Jacoby, Die Evangelien des Markus u. Johannes. Hilgers, 
er der verbotenen Schriften 
ro (59): Ro thenbüher. Geſchichte der Philofophie. Port: Das 
eitgefes des Mleinften Rra tauftwandes in den Rrichen der Natur. BD. 

Oeſchi⸗t⸗ Miscellanea di Storia Italiana. Terza Serie. T. IX. Eeer 
Pouilles de la province de Lyon, de Sens et de Tours. Privatbriefe Kaifer 
Leopolds I an den an Br . Börting. 1. u. 2. Tl. Lamprecht, Deutſche 
Geſchichte, 2. Abt. 2. Bd. Meyer, ie Deutfhen ber —** Poſen ꝛe. 
Roter, Rieinfadilehm zc 

f ånder- und Wölherkunde Cies): Widert, Der Ruin und fein Berkehr. 
© chmidt, Liebe und Che im alten und modernen Indien. 


Natur. Danne, Das Kablam, Srafpmann, Gefammelte mathemat. 

E ` pinfitalifehe Ehriften. 2. Bd. 1. TL 

edizin C8: Behring, SE 

Goar, WS Staaiswiffenf a rin): Sombart, Die gewerbl. Arbeiterfrage. 
ı Spradhunde. Fiteraturgelid (die ı69): Nöldeke, Compendious Syriac gram- 
» mar. Ter Divan Sultan ums des Zweiten, hreg. v. Jacob. Stumme, 
| Wialtef. Studien. eck EC Wiärten. Buck, A grammar of Oscan and 
!  Umbrian. oam ‚ Mpd. Lefebuc. dartmann, Swillere Yugendireunde. 
` Auaha aerga: Te Gë ey Kunft des Jahres. Witting, NBeftfranzöfifhe 
` Nuppellicchen Nicola und Giovanni Pifano. Bod, Die Werte des 
I Mathias Srinewal e Daun, Beiträge zur Etok: Yorfdung 
! Păådagogik 179): Kienik- sHerloff, Methodi? des botanifchen Unterrichts. 








— Inhalts verzeichnis. Jacoby, H., Die Evangelien des Markus u. Johannes. Portig Gm Das Weltgeieg des SES wi e 
Dachman Diittelhochdentfihes ST e ad L d. Weiden ber Natur. Vd. I 

Behring , Œ. v., A oeenn Dang ar R lenig, :Gerloff, ©., Methodit des botanifgen | Prinatbriefe Kaifer Leopold® I an den Grafen) F. 
Deg, a "Die Werle des Mathias © newa KE d? Unterrihte. (79.) Bötting. Hreg. v. A. CC M. en: 
Prad, A., Nicola und Giovanni Bifano. (76.) Die Runft i abres v. Bragenam. i u. 2. TI. (61 

Buck, C. D. A grammar of Oscan and Umbrian. (74.) | Yampredt, oe, Gefechte, 2. Abt. 2. Bd. (62.) SE ‚ Geihichte der Ste bie. (89.) 
Danne 3% , Dat Radium. (66.) Longnon, ir A. Pouilles de la province de Lyon. (61.)| Schmidt, — Liebe und Ehe in Indien. (66. 
Daun, 8., "Beiträge jur Stof. Vorſchung (77.) —, Pouilles de la province de Sens. (b1.) Sombart, Die gewerbliche EE (68.) 


Der TZivan Eulten Diehmed® ded Zweiten, brög. v. ©. 


= Pouill6s de la province de Tours. 


(61.) 


Stu SC Daltefifce Studien. (73. 
Bacob. (69.) Meyer, Chr., Die Deurfchen der Proving Pofen zc. (63.) | —, Dialtefifae "Märchen sc. (73.) 
&®rotmeann, H., Gefammelte euer n. phnfl- Miscellanea di Storia Italiana. Terza Serio T. IX. (60.) w ächter, G., ER ROLLER 2c. (64.) 
Tanig Serif ten. 2 un e I ou ——ã — — a. d Reiche d. eier 106) ne K Ka he an fein eg. re 
ar es er Sugen E exo ompendious Syriac grammar. nsi. ttin eſtfran zofiſche rchen. 
tIgers, 3 De S der verbotenen Bücher. (68.)| dy J. Crichton. S (69.) r S EE apee Ss 





Theologie, 


<Jacsby, Hermann, Die Evangelien des Markus nud Johannes. 
ne, Betradhtungen. Leipzig, 1903. Strübig. (XIL, 255 ©. 


Das der Berf. „Betrachtungen“ gibt und keine Entwürfe, 
ift der grope Vorzug feines Buches vor all den „Ejelsbrüden”, 
Die einem nit nur die Vorarbeit zur Predigt unerlaubt 
erleichtern, jondern einen auch in den eigenen Gedankengängen 
nur ftören. Hier find allein die Grundgedanfen, die der Tert 
gibt, Hor herausgehoben und fodann nach der hiftorichen, 
religidjen, ethiihen und praftiihen Seite gut beleuchtet. 
Jedem Tert ift eine Dispofition beigegeben; Ddieje zeichnet fidh 
in den weitaus meiften Yällen durd eine faßliche, fnappe, 
leicht zu behaltende Form aus, nur fcheinen ung die rein 
formalen Gliederungen zu fehr vorzuberrihen. &8 ift ein 
guter Gedanke, Markus: und Kohannes-Evangelium in diefer 
eife nebeneinander zu ftellen; ftellt jenes Buch die Herrlich. 
Leit Jefu mehr noch (rer äußeren Erjcheinung dar und findet 
fo Durch diefes, das ja in das innere Leben Jefu einzubringen 
fucht, eine notwendige, befruchtende Ergänzung. Der theos 
fogiihe Standpunkt des Berf.3 Tonn al3 gemäßigte Ortho- 
Dorie bezeichnet werden. Seine Sprache bewegt fidh in den 
Termini ber alten Dogmatik, da8 Sohannes-Evangelium ift 
ihm eine geihichtlich zuverläffige Quelle für das Lebenebild 
SZefu; andrerjeit3 verkennt er nicht den jubjeftiven Charakter 
befonderd der Reden bdesfelben. Eine Analogie für diefe 
letzte Erſcheinung findet er „in unferen Predigten, in denen 
wir Tert und Wuslegung zur Einheit verbinden und mit 
innerer Berechtigung unjere Zueignung des Terte3 ald eine 
Erweiterung der in jenem enthaltenen Gottesrede betrachten 
(S. 115 Anm.) Uber man mag tbeologijch noch jo ver- 
fchiedene Anfchauungen Haben, wo man in die Tiefe ber 
Religion und ber religidfen Erfahrung zu bringen fucht, da 

67 


find immer mehr Berührungspuntte ald Meinungsverjchieden- 
heiten. Und fo wird aud jeder das tiefgegrünbete Buch 


mit reiher Unregung zu eigener homiletifcher Betätigung 
benutzen. G. N. 


Bilgers, Jos., S. J., Der Index der verbotenen Bücher. In 
seiner neuen Bug dargelegt und rechtlich-historisch ge- 
würdigt. Freiburg i 1904. Herder. (XXII, 638 S. Lerx. 8.) 
A 9; geb. æ 11, 


Daß Frang Ch Neufchen? Buh „Der Ander ber 
verbotenen Bücher” das eigentliche standard work über den 
Segenftand ift, braucht nicht mehr gejagt zu werden. Auch 
Hilgers jagt nicht8 davon, offenbar aber nicht aus biefem 
Grunde, fondern wohl deshalb weil er ein Zoblied auf ben 
Mann zu fingen, dem er für den geichichtlichen Teil feines 
eigenen Buches doch da3 meilte verdantt, für eines guten 
Ratholifen unmwürdig, vielleicht fogar für bedenklich hält. 
U. €. hätte es ihm befler angeitanden, in der Vorrede des 
Buches Reujchens Verdienite gebührend hervorzuheben ala ihm 
in den Unmerfungen gelegentlih ou im Texte Heine Ver 
jehen nachzumweijen, deren Korrektur angefichts der von NReufch 
geleifteten Riefenarbeit findlicd) anmutet. Dies vorausgeichidt, 
haben wir zum Buche felbit nur Gutes zu fagen. Bor allem : 
e3 ift ungemein prattifh. Die tiefgründige Gelehrjamteit 
feines Vorgängers geht Hilger freilih ab, mwenigftens ents 
widelt er fie nicht. Aber er bringt auch zur Geſchichte des 
Indexr alles Wiſſenswerte, und über das gegenwärtige Stadium 
wird man ſich nirgends beſſer unterrichten können als bei 
Hilgers. Nicht nur, daß er Beſitz und Nachſchlagen kleinerer 
Erläuterungsſchriften, wie der von Schneider und Hollweck, 
überflüſſig macht; ſondern er bietet darüber hinaus ſo viel 
Wiſſenswertes, daß Beſitz und Nachſchlagen ſeines Werkes 
unentbehrlich werden dürfte. Dazu kommt peinliche Ge⸗ 
nauigteit und Buverläffigteit in den Einzelangaben. Selbſt 

58 


59 — 1905. 32. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Ianuar. — GU 


der Inder von 1900 it auf Drudverjehen nachgeprüft worden. 
Ganz befonders verweifen wir auf die Auszüge aus ber 
Geichichte der Fatholiihen Benfur, die H. zunädjjt natürlich 
zu dem Bmede eingeflodhten hat, um zu zeigen, daß nicht 
nur die böfe Kirche zenfiert und daß andrerfeit3 ihre Zenfur 
die wirfungsvollfte und berechtigtfte ift. Mit Necht weit er 
ferbft darauf Hin, daß diefe Abjchnitte felbftändigen Wert 
Defiten. Sehr willlonmen ift da3 umfaffende chronologifch 
(alfo nicht alphabetifch wie der Leoninische Inder) geordnete 
Verzeichnis aller von 1575 (Conradus a Lichtenaw, Chronicon) 
bi8 1903 (Roify) ergangenen befonderen Bücherverbote. Warum 
die Beftimmung deg donec corrigatur niht durch ein vor: 
gefegtes Sternhen bemertbar gemacht worden ift, wiffen wir 
niht. Wozu fol man dafür immer erft den Inder nadjichlagen, 
zumal wo 9. die Art des Verbotes im übrigen durdy Sigla 
überall deutlich gelennzeichuet hat? G. Kr. 


Der alte Glanbe. Ev.-Iuther. Gemeindeblatt f. die gebildeten Stände. 
Hrsg.v. W. Gußmann. 6. Jahrg. Rr.11. Lpz., Wallmann. 

Inh.: L. Mau, Mein Volk vernimmts nicht! — Ed. König, 

Jeremia von Anathoth. — Skalsky, Evangeliſches aus u. über 
Oeſterreich. — A. Volck, Bilder vom oſtaſiat. Kriegsſchauplatze. 


Allgem. evang.-luther. Kirchenzeitung. Begr. von Chr. E. Lut⸗ 
hardt. Nr. 52. Leipzig, Dörffling u. Franke. 
Inh.: Pingoud, Immanuel. — L. Seidel, Was können wir 
tun, daß die Landeskirche Volkskirche werde? 2. — Zwangsbeſteuerung 
uziehender Lutheraner und Reformierter zugunſten der preußiſchen 
andes kirche. 3. — Die allgem. Paſtoralkonferenz der luther. Freikirche 
in Preußen. — Die Kloſterlausnitzer Konferenz. 


Deutſcher Merkur. Hrsg.von Mülhaupt. 36. Jahrg. Nr. 26. 
Bonn, Selbſtverlag. 
Inh.: Das Kirchenideal ber katholiſchen Kirche der deutſchen 
Altkatholiken. (Fortſ. — Natur und Bibel, Anthropologie und Na⸗ 
tionalität im Lichte chriſtlicher und moderner Weltanſchauung. ESchl.) 


Proteſtantenblatt. Hrsg. von R.Emde u. M. Fiſcher. 37. Jahrg. 
Nr. 52. Bremen, Schünemann. 

Inh.: Baars, Weihnachten. — H. Holgmann, Jefu Geburt 
nah tanon. u. nichtlanon. Evangelien. — Liegmann, Dad Weih- 
nachtsfeſt. — O. Schooſt, Bethlehem in Geſchichte u. Sage. — F. 
Löwe, Eine Weihnachtspredigt. — Beilage: Unſere Beilage. — 
Die kirchl. Zeitgeſchichte u. der Weihnachtsbüchertiſch. — Ueber die 
gegenwärtige Lage der Chriſten in Japan. 


Die hriftlihe Welt. Hrög. v. W. Rade. 
Marburg i. $. 
Inh.: F Philippi, Weibnahhtöfreude u. Weihnachtögeheimnid. 
— Die Hampitterd Gottlieb feinen Bruder fand. Eine Weihnadhts- 
— vom Wefterwald. — Q. Zimmermann, Ein biöher un- 
efannt gebliebened Bildnis Ludwig Ridhterd aus früher Zeit. — M. 
Martin, Kinderdriftentum. 


Zeitfchrift für Theologie und Kirche. Hrög. von J. Gottfhid. 
14. RE 6. Heft. Tübingen u. Leipzig, Mohr. 


Inh.: Fuchs, Chriftentum u. Kampf umd Dafein. — Xobftein, 
Wahrheit u. Dichtung in unferer Religion. 


18. Jahrg. Nr. 52. 


Ahilofophie, 


Nothenbächer, Adolf, Gefchichte der Philofophie. Leitfaden für 
Bebildete und Studierende. Berlin, 1904. Walther. (VIII, 240 ©. 
8.) æ 2, 50 

Das Bud ift „populär“ geichrieben. E3 behandelt faft 
mehr die PHilofophen als die Gefchichte der Philofophie. 

E3 bringt zahlreiche Anekdoten, auch moralifche Ermunterungen 

an den Lefer, aber wenig Hlare Darstellung der philofophifchen 

Hauptprobleme und Hauptgedanten. E3 fcheint darum aud) 

nicht febr geeignet, zur Einführung in das Studium ber 

Bhilofophie und ihrer Gefchichte zu dienen, zumal ba es 

dem unvoreingenommenen Lejer Teinen objektiven Ueberblid 


über die bisherige Entwidlung der Philofophie zu geben 
vermag, die nach des Verf. Anficht vorläufig in Oftwalds 
Energie-Subftanz-Lehre zu gipfeln jcheint. E. Mally. 


Portig, Gustav, Das Weltgesetz des kleinsten Kraftauf- 
wandes in den Beichen der Natur. Bd. I: In der Mathe- 
See Paeis und Chemie. Stuttgart, 1903. Kielmann. (XII, 

. Gr. 8.) 


Eë um jehr fchwer zu fagen, wag in dem Buche eigent: 
Dé fteht; jedenfalls nicht da3, was der Titel veripridt, 
wenn auch gelegentlich einmal von dem betreffenden Gejehe 
die Rede ift. Klar ift nur die Abficht des Berf. Er will 
den Monismus in jeder Geitalt, fei er materialiftifch oder 
idealiftifch, befämpfen und eintreten für „den Dualismus 
der Wechſelwirkung zwiſchen Geiſt und Materie als den beiden 
ewig notwendigen Urſubſtanzen“. — Å. 


Philosophische Aufsätze. Hrsg. v. der Philosoph. Gesell- 
schaft zu Berlin zur Feier ihres 60jähr. Bestehens. Berlin, 
1904. Weidmann. (IX, 257 S. Gr. 8) 45. 


Inh.: A. Lasson, Immanuel Kant. Zu seinem 100jähr. 
Todestage. — Ders., Festrede, gehalten bei der Kantfeier im 
Jahre 1904. — A. Döring, Zum Begriff der Philosophie und 
zu ihrer Stellung im Gesamtsysteme der Wissenschaften. — 
A. Wenzel, Der Humor als Weltanschauung. — W.Stern, 
Ueber den Begriff der Handlung. — G. Ulrich, Denken und 
Sein. — Kahle, Ueber den Begriff des Bewusstseins mit Be- 
rücksichtigung der Ansichten Ferd. Jacob Schmidts. — A. 
Lasson, Kausalität. — F. Lewin, Die Wege zur Wahrheit. 
— J. Schubert, Hegels Religionsphilosophie. — E. Jacob- 
sen, Energie u. Entelechie. — Ders., Naturphilos. Psalmen. 





Geſchichte. 


Miscellanea di Storia Italiana. Terza Serie. Tomo IX 
(XL della Raccolta). R. Deputazione sovra gli Studi di Storia 


Patria per le Antiche Provincie e la Lombardia. Turin, 
1904. Fratelli Bocca. (462 S. Kl. Fol.) 
Diefer Band enthält viele Tertpublifationen. Dabin 


find zu rechnen: Carutti, Supplemento ai Regesta Comitum 
Sabaudiae Marchionum in Italia ab ultima stirpis origine 
(1—56). E83 find Nachträge zu Earuttis Veröffentlichung 
von 1889, welche Urkunden der Grafen von Savoyen oder 
auf fie bezüglihe Schriftjtüde aus den Jahren 967 (986) 
—1295 enthalten. Hieran fchließen fih Documenti per la 
Storia del Piemonte (1265—1300) von Cordero di Pamparato. 
Hierbei handelt e3 fich weientlih um Ergänzungen zu Sara 
cenos Regeften der Fürjten des Haujes Acaja, durchweg um 
recht unmwichtige Dinge. Der vielfeitige Cipolla edierte einen 
Brief König Kohanns von Schweden vom Jahre 1583, der fid 
auf den Beronefen Ulefiandro Guagnini bezieht, und Poggi 
veröffentlichte die alten Statuten von Carpafio (21. Zuli 1433). 
Der unermüdlihe und rühmlichft befannte Antonio Manno 
lieferte eine furze Lebensbefichreibung von Eugenio Cais, 
der er eine feiner forgfältigen Echriftenverzeichniffe des Be- 
treffenden beifügte. Er Dot biede Art zu einer Spezialität 
gemacht und fie geradezu zur Vollendung gebracht. Colino 
fchrieb eine fleißige Unterfuhhung über die Kartulare der 
Propftei Dulg, der er ein Urkundenverzeichnis und den Abdrud 
zweier Papiturkunden (Calirt II und Ulerander III) beifügte. 
Sründlih gearbeitet find ebenfalls Dalaris „ranzöfifche 
Befegung Reggios während des fpanifchen Erbfolgefrieges“ 
(1702—1706), Buchi, Lomello (476—1796) con un cenno 
sul periodo delle origini, und Peragallog Nachweife über 
die italienische Kolonie in Portugal während des 14., 15. 
und 16. Jahrh. — E3 ift Hier nicht der Ort, um näher auf 
diefe Arbeiten einzugehen, wir können aber die Bemerkung 
nicht unterdrüden, daß es in dem Bande Ré gar zufehr um 


61 — 1905. 2. — Literarifhesd Jentralblatt — 7. Sanuar. — 62 





Klleinmünze handelt, daß e8 an wichtigeren ober gar beden- 
tenden Stoffen und deren groß zugefchnittener Behandlungs- 
weije denn doch etwas auffallend gebricht. v. P. H. 


1) Longnen, M. A., Ponillés de la province de Lyon. Faris, 
1904. Klincksieck. (XXVII, 318 S. 4.) Fres. 15. 

2' Ders., Ponillés de la province de Sens. 
(LXXXV, 788 S. 4.) Fres. 30. 

3) gen Pouill6s de la province de Tours. 
(CI, 601 S. 4.) Fres. 25. 


— des historiens de la France, publié par SESCH 
des inscriptions et belles-lettres. Tome I, iv D 


Den von und fchon beiprochenen (vgl. im lauf. Jahrg. 
Nr. 18, Sp. 576), feitend der Académie des inscriptions 
et belles-lettres herausgegebenen drei ftattlihen Bänden 
(behandelnd die Pfründen- und Geelenmellenregifter ber 
Metropolitankirche Rouen-Sens) find in Kürze drei weitere 
ftarfe Bände gefolgt, über die wir ein gleich günftiges Urteil 
augiprechen Tonnen, Der erite der angeführten Bände enthält 
neben einer orientierenden Einleitung die Pfründenregifter ber 
Diözefen Lyon, Autun, Langres, Chälons-fur-Saöne und 
Macon nebft einem umfangreichen alphabetifchen Ort3- und 
Perjonenverzeichnis und einer Weberficht der geographiichen 
Namen, der an zweiter Stelle zitierte Band bringt dag 
Seide in Hinfiht auf die Sprengel von Rouen» Seng, 
Ehartres, Aurerre, Troyes, Orleans, Paris, Meaur und 
Nevers, im dritten Band endlich finden fih die Regifter der 
großen geiftlichen Bezirte von Tours, Mans, Rennes, Angers, 
Nantes, Eornouailles, Banneg, Qeon, Tréguier, Saints 
Brieuc, Saint-Malo und Dol nebft einer Einleitung und den 
oben genannten Verzeichniffen. Alle drei Faszikel, die das 
Produft emjigiter und entfagungsvolliter Arbeit find und 
eine achtunggebietende Leiftung darftellen, find nach ben 
modernen Editiongregeln in fauberer und fritiicher Weile 
bearbeitet und bergen für den Zolder und Freund ber 
Beihichte eine Fülle von Material. Auch der Drud und 
die fchöne Ausstattung verdienen ungeteiltes Lob. 


Ebd., 1904. 


Ebd., 1904. 


Privatbriefe Kaiser Leopolds I an den Grafen F. E. Pötting 
1662 —1673. Hrsg. von Alfred Francis Pribram und Moriz 
Landwehr von Pragenau. I. Teil. November 1662 bis De- 
zember 1668. II. Teil. Januar 1 bis Dezember 1673. Wien, 
a Sg Gerold’s Sohn in Kömm. (XCIV, 430 u. 495 S. 

r. ©. 

Fontes rerum Austriacarum. Oesterreichische Geschichts- 
Quellen. Hreg. v. der Histor. Kommission der kaiserl. Aka- 
demio der Wissenschaften in Wien. Zweite Abt. Diploma- 
taria et acta LVI./LVII. Band. 

Auf die Bedeutung der Briefe Kaifer Leopold8 I an 
feinen Gejandten am fpanischen Hofe Yranz Eufebius Grafen 
von Pötting ald Duelle erften Ranges ift Schon oft hinges 
wiefen worden (3. B. durch Heigel), jodaß der Wunjih mehr- 
fah rege wurde, diefe Schreiben der Forſchung durch den 
Drud leichter zugänglic zu maden, da fie unfchägbares Mas 
terial zur Charafteriftif des Herrichers und feiner Umgebung 
enthalten. Diefer fchwierigen Aufgabe haben fidh die beiden 
Hrsgbr. mit äußerſt günftigem Erfolge unterzogen, ſodaß 
man ihnen vollſte Anerkennung zollen muß. Denn wie Heigel 
ausführt, „gehört Kaiſer Leopolds Handſchrift zu den gräu— 
lichſten Denkmälern der Schriftkunde“. Die Schriftzüge des 
Kaiſers (oft mit Chiffren untermiſcht) ſind äußerſt ſchwer zu 
entziffern, zumal da er ſich bald der Schriftſprache, bald des 
Wiener Dialekts bediente und die Worte, je nach Laune, 
in den verſchiedenſten Formen niederſchrieb. Vorliegende 
2 Bände enthalten nicht weniger als 360, meiſt in extenso 
abgedruckte eigenhändige Schreiben des Raifers (nur mit Aus; 
lafjung der Einleitungd- und Endworte) an feinen Sejandten 


in Spanien. Diefe Briefe find nur als Privatforrefponbenz 
anzujehen, denn politifhe Ereigniffe werden in ihnen 
bisweilen bloß nur geftreift, und es findet Dë für diefe 
nur ein Verweis auf die Kanzleifchreiben, die dem Gefandten in 
regelmäßigen Bmifchenräumen zugingen. Der Anhalt ber 
Kanzleifchreiben des Kaiferd wird ebenfo wie jener der Schreiben 
Pöttings ausnahmslos gleich Hinter dem entiprechenden Briefe 
Leopoldsin möglichit präzifer gorm mitgeteilt. Der muftergiltigen 
Beröffentlihung geht eine ausführliche einleitende Betrachtung 
über die Leopoldinifhe Zeit voraus; fie behandelt fomoHl das 
Verhältnis des Kailers zu feinen Gefandten F. E. Graf von 
Pötting, den BZuftand Spanien und feiner leitenden Pers 
jönlichteiten (1662 —1673), die Heirat Leopolds I mit Maria 
Margareta von Spanien, den portugiefiihen und den Des 
bolutionsfrieg, den Aufftand Don Buang, fowie die Beit 
vom Aachener Frieden (2. Mai 1668) bis zum Wbichluß 
der öfterreichiich-Ipanifchen Allianz (28. Auguft 1673). Auf 
Grund diefer äußerft willfommenen und verdienftlichen, durch 
eine wirklich entfagungsvolle und emfige Arbeit möglich ger 
madten Publikation, welcher neben Berichtigungen und Nach» 
trägen noch Ueberfegungen von einigen wichtigen |panifchen 
Stellen, ein alphabetifches Verzeichnis einiger in den Briefen 
häufig vorlommenden jpaniihen Ausdrüde (nebit Leberfegung) 
und ein gutes alphabetifches Regifter beigegeben find, erhält 
man einen genauen und interefjanten Einblid in mande 
Begebenheiten der deutihen Neichögefchichte während der 
zweiten Hälfte des 17. Zabrh. 


E zu — e Geſchichte. Zweite Abteilung: Neuere 
Zeit 2. Bd. 1 S SA Freiburg i. Br., 1904. Henfelder. 
XVL 482 &. e e 


Nach einer längeren — die der Förderung des Er- 
gänzungswerles „Zur jüngften deutichen Bergangenheit”" ge 
widmet war, wendet fih der Verf. wieder der Hortjegung 
und Vollendung des Hauptwerfes zu, wovon dem vorliegenden 
jechiten Band inzwilchen die erite Ubteilung des fiebenten 
gefolgt ift. Das erjte Kapitel des 17. Buches erörtert zus 
nädft die Vorausjegungen für die Wandlung des Seelen: 
lebend vom 16. zum 18. Jahrh., die in der Ausdehnung 
bes räumlichen Horizont3 durch den gejteigerten Verkehr und 
die Entdedungen, in der Ausdehnung des zeitlichen Horizonts 
durch den Eintritt des Humanismus und in der Veränderung 
ber fozialen Struftur, die auf größere Freiheit de Fndi- 
viduums abzielt, ihre Wurzeln haben. Bei diefer Daritellung 
wird naturgemäß die Entwidlung der Niederlande, die der 
binnendeutichen voraußeilte, gefondert betrachtet. Das zweite 
Rapitel jucht den intellektualiftifchen und den äfthetiichen Chas 
rafter ber Beit auf der Höhe der Entwidlung Harzulegen: 
das Umfichgreifen eines vornehmlich induktiven und abjtra- 
hierenden Denkens gegen die mittelalterliche Unalogie-Herr- 
Ihaft, dag zunehmende Jntereffe an der Perfönlichkeit, Die 
Entwidlung des Gefühl! für die Landichaft und den Unter, 
ihied der Stimmungen in Hof und Bürgerfreifen im 16. 
und 17. Jahrh. Das dritte Kapitel bietet die Geſchichte 
der Wiſſenſchaften und der Weltanſchauung; wir ſehen, wie 
der Verſuch, „noch einmal mit dem ſyſtematiſierten und ins 
große gefaßten Mitteln des mittelalterlichen Denkens eine 
freie Wiſſenſchaft und eine ſelbſtändige Weltanſchauung zu 
begründen, wie er im Pandynamismis vorlag“, ſcheiterte 
und wie ſich „in dieſem Kampfe, im Gegenſatze zugleich zum 
Pandynamismus, jung und kräftig ein wiſſenſchaftlicher Na⸗ 
turalismus erhoben hatte, der, ganz auf den ſeeliſchen Lebeng: 
formen der Zeit, auf der Konſtruktion der individualiſtiſchen 
Perſönlichkeit fußend, den Naturwiſſenſchaften eine eigene, 
die mathematiſche Methode gab und den Staat dem Natur⸗ 
recht, die Kirche der natürlichen Religion zu zudrängen ſuchte“. 


63 — 1905. 82. — Literarifhes Zentralblatt — 7. Januar. — 64 


Und diefen Beftrebungen fehen wir das cartefianifche Syitem 
entwacdfen und darüber hinaus Spinoza die „einfeitigen 
AUnfchauungen der Beit mit den das Ewige umfangenden 
Gedanken der Myftif verbinden“. Das vierte Kapitel bringt 
die Geichichte der Mufit bi8 auf Schüb, die der Dichtung 
bis auf Sad, Yilhart und Bonder, erzählt die Gefchichte 
ber Baufunft, Bildhauerei und des Kunftgewerbed im Beit- 
alter der Renaiffance und führt die Entwidlung der Dlalerei 
bi8 zum Ende der Wirkfamfeit von Rubens und Rembrandt. 
Dabei find mit fiherem Nahdrud zwei einjchneidende Tat- 
fadyen betont, die den Verlauf von vornherein verwirren: 
die Einführung der antifen und italienifchen Elemente der 
Nenaiflance und die Trennung der Entwidlung in eine binnen 
deutfche und eine niederländiiche. Und an diefer Stelle wird 
bereit3 darauf Hingewiejen, wie trog den ungeheuren Cins 
wirfungen der feit ber Entdefung Umerifas veränderten 
Weltlage zugunften der Niederlande, doch „die eingeborne 
Kraft der großen nationalen Entwidlung des Zentrums zur 
Geltung fam”. Das 18. Buch, das den politifchen und 
wirtfchaftlihen Verhältniffen gewidmet ift, beginnt mit der 
Darlegung der ölonomiichen und fozialen Lage nad) dem 
dreißigjährigen Kriege, wobei der allgemeinen Schilderung 
eine bejondere der bäuerlichen und bürgerlichen Berhältniffe 
folgt. Das zweite Kapitel entrollt dag Bild der politifchen 
Lage, der Verfafiung und des Verhältniffes zwiichen Kaifer 
und Reih. Im dritten Kapitel folgt der einleitenden Unter: 
fuhung über die geiftigen und materiellen Urfacdhen, die zur 
Durhhildnng des Abfolutismus führten, die Erörterung 
- der verjchiedenen Staatslehren diefer Staatsform von den 
beutfchen NReformatoren und Machiaveli big auf Hobbes 
und Pufendorf und darauf die Geihichte der abfolutiftifhen 
Pragis in Deutichland, des territorialen Abfolutismus nach 
dem weitfäliihen Frieden und jenes der Aufklärungdzeit. 
Das Schlußkapitel endlih bringt die genaue Darjtellung 
der Souveränität3entwidlung in den Territorien bis ins 
18. Jahrh. Der Widerjtand der ftändifchen Gewalt gegen 
die Beftrebungen der Fürften wird behandelt, wobei fih dag 
Heer und die Berwaltung al3 die wejentlichften Machtmittel 
des abfoluten Fürften entpuppen. Der lebte Ubjchnitt ver 
fuhht die ftaatliche Fürjorge der abjolutiftiichen Zeit (etwa 
don der Mitte des 17. big zur Mitte des 18. Jahrh.) zur 
Anjhauung zu bringen. Er beichäftigt fih in der Haupt- 
fahe mit der Entwidlung der merkantiliftiichen Jdeen und 
mit ihrer praftiihen Verwertung in der Handelspolitil. Der 
leitende Grundfab der großzügigen Darftellung ift aud in 
diefem Bande: „Der Hiftorifer hat nicht zu urteilen, fondern 
fih im reinen Berjtändniffe zu bejcheiden“. Nicht überall 
fann bei folh einem Unternehmen die Benübung felundärer 
Quelen umgangen werden; aber die vorbildliche Art, wie 
dag Material fo heterogener Disziplinen zu einem lebendigen 
Bilde der geiftigen Entwidlung und des politifhen Wandels 
von 250 Jahren verarbeitet ift, wie aus dem Niejenftoffe 
die führenden Linien mit fiherer Hand herausgebracht werben 
und die wifjenichaftlicde Darftellung den Gefehen künſtleriſchen 
Aufbaues unterworfen wird, muß bie gerechte Bewunderung 
bes Genießenben ermweden. C. N-r. 


Meyer, Chriftian, Die Dentfchen der Proving Hofer gegenüber 
dem polnifhen Aufftand im Jahre 1848. München, 1904. Selbft- 
verlag. (142 ©. Gr, HI 

Den Unlaß zu dem Büchlein feheinen Schriftftüdde gegeben 
zu Haben, die dem Verf., vielleicht in feiner früheren Eigen- 

Ihaft ald3 Staatsardivar, zuhanden gelommen find. AlS 

die wichtigften darunter nb mot die Briefe zu bezeichnen, 

die der Rektor der Realfchule in Meferig, Samuel Gottfried 

Kerft, ein waderer Vorlämpfer des Deutichtums, als Ber- 


treter des weftlichen Teild der Proving im Frankfurter Par- 
lament an Zreunde in der Heimat_gerichtet hat ©. 43 big 
123.) Sein Berdienft war e3 bauptjächlih, daß dem Bor 
parlament die Augen über die „edle Nation“ der Polen aufs 
gingen. Später wurde Kerft Bureaudirektor im Neichd-Marine- 
minifterium. Die Briefe reichen leider nur bis zum 10. Sept. 
1848. Daß der Ubdrud nicht fo forgfältig überwacht worden 
ift, wie man nad) der Stellung des Berf. erwarten möchte, 
zeigen Fehler wie: „WVermilchung (ft. Verwifchung) der gegen- 
wärtigen fchlefiichen und brandenburgifchen Grenze” (©. 64); 
oder in dem Bericht über die Wahl des Neichövermweiers 
(S. 104): fie (die gemäßigte Linke) ftimmten nicht (ft. meift) 
für Gagern, einige jedoch auch für Erzherzog Johann.” Bes 
zeichnend für die eigne Stellung Kerfts ift folgende Yeußerung 
in dem Briefe v. 23. Juni (S. 99): „Nod ift Ausficht für 
unfern König für die Kaiferwürde, aber ich fürchte, daß er 
fih diefe Ausficht aufs neue verfdherzen werde. Und dann 
für immer!" — Auch der am Schluß angefügte Bericht eines 
deutſchen Gutsbeſitzers im öſtlichen Pofen bietet wertvolle 
Beiträge für das Bild der Revolution. Ein tapferer Mann 
von geſundem Urteil. „Im Anfang', ſagt er (S. 133) treffend, 
„hätte man das Feuer mit einem naſſen Sack erſticken 
können, ſpäter konnte nur ein Strom von Blut die Flammen 
löſchen.“ Auch wer die Schwäche der damaligen Regierung 
im allgemeinen kennt, wird wieder und wieder erſtaunt ſein 
über dieſe Mißgriffe. Daß die katholiſchen Pfaffen die Hand 
im Spiele hatten, tritt vielfach zutage. Das Bild mit neuen 
Einzelzügen ausgeſtattet zu haben, ift jedenfalls ein Verdienſt 
des Verf., doch zerflattert die Darſtellung gegen den Schluß 
hin, und der Leſer behält den Eindruck, daß ſich aus den 
vorhandenen Quellen (zu denen die Anhänge inſofern nicht 
zu zählen find, als ihr Inhalt nur zu einem geringen Teile 
mit verarbeitet ift) wohl noch mehr hätte fchöpfen laffen, 
wenn fie im Bufammenhang mit anderen behandelt worden 
wären. Ein genaueres Urteil ift nicht möglich, da wir über 
da3 Wejen der wirklich, benugten Duellen im Unflaren ige 
laffen werben. Julius Gensel. 


Wächter, Georg, Kleinftadtlebenzin der Broßeltern jungen Jahren. 
an Bilder aus Medlenburg. Blau, 1804. H. Sande. 
( . 81. 8.) 


Der Berf. (Hilbert das Leben in Bühom während der 
erften Hälfte des 19. Jahrhunderts in anfpruchslofen Bildern, 
welche bereitö in „Niederfachlen”" (Bd. IV, 1896) veröffentlicht 
worden find. Ueber die engen Grenzen hinaus werben bie 
Skizzen fein größeres Intereife beanfpruchen, zumal der Berf. 
in febr vielen Fällen nicht genügend ficher geitaltete ober 
gar von ihm felbit in Frage geftellte Angaben macht, aud) 
fih wiederholter nkonfequenzen jchuldig macht, jobaß ber 
Leſer nicht der Kontrolle überhoben if. Trog des geringen 
Umfanges ift die Bearbeitung recht vielfeitig. A. L. 


Deutfhe Gefhichtsblätter, Hrög.v. A. Tille. 6. Bd. Heft 3. 
Gotha, F. NA. Perthes. 
Inh.: H. Werner, Kirhens u. fozialpolit. Publiziftit im Mittels 
alter. 1. — Die 8. Berfammlung Konter Hiſtoriker. 


RE Zeitfehrift für heffifhe Befchichte und Literatur. Red.: 
. Bennede. 18. Jahrg. Nr. 24. Kaffel, Scheel. 

Inh.: G.Neuber, Die Teilung Heffend durch Landgraf Philipp 
den Großmütigen. — F. Seeling, Verſuch einer krit. Ueberſicht der 
Kenn Literatur über Philippum Magnanimum, Landgraf zu Heffen, 

raf au Gapenelnbogen zc. (Schl.) — A. Burger, Das Epigramm 
in der heff. Literatur deg 18. Zahıh. — M. Holmquift, Weihnachts. 
bilder. (Sfizzen.) 


Borträge und Auffäge‘ aus der Komeniuß-Gefellfchaft. 12. Jahrg. 
4. Stud. Berlin, Weidmann. (15 ©.) A 1. 


Inh.: 2. Keller, Der Humanidmusd. Sein Wefen u. f. Gefchichte. 


65 — 1905. 2. — Literarifhes Zentralblatt. — 7. Januar — 66 


Weſtdeutſche Zeitſchrift f. EE Kunft. Hrsg.v. H. Graeven 
u. J. ee 23. Jahrg. 3. Heft. Trier, Qing. 

Inh.: a. v. Domaf — Zur handſchriftl. Ueberlieferung 
der ae Infariften. — $. Forf, Zur Erläuterung ded Prümer 
Urbaıd v. %. 893. . Lübe, Die Ablöfung der ewigen Zinfen 
in Frankfurt a. M. in d. a 1622 - 1562. (Schl.) 


Länder- und Hölkerkunde, ` 


Wickert, Friedrich, Der Rhein und sein Verkehr mit besonderer 
Berücksichtirung der Abhängigkeit von den natürlichen Ver- 
hältnissen. Mit 2 Karten und 29 Diagrammen. Stuttgart, 
1903. Engelhorn. (148 S Gr. 8) .# 12. 


Forschungen zur m... Landes- und Volkskunde, hrag. 
v. A. Kirchhoff. XV, 1 

Ueber den Rheinftrom und den auf ihm und an feinen 
Ufern berrichenden Verlehr liegen bereits zahlreiche umfang: 
und inhaltsreiche, zum Teil von amtlicher Seite ausgegangene 
Werle vor, welche durch die beinahe erdrüdende Fule deg 
in ihnen aufgejpeicherten Etoffe3 an Bahlen und Tatiadyen 
von vorn herein nur für engere Gachkreife berechnet waren. 
Der Berf. der vorliegenden Arbeit hat fi mit Erfolg De, 
müht, aus beer reihen Fülle wertvoller Quellenliteratur 
das Widhtigjte auszuheben und durch geeignete Verknüpfung 
zu einem gut orientierenden Ueberblid zu vereinigen. Bunädjt 
gibt er eine ausführlide Echilderung des NRheinlaufes von 
der Duelle bis zur bholländiihen Grenze. Tabei hebt er 
befonders alle für die Schiffahrt wichtigen Momente, als 
Waſſerführung, Gefälle, NRegulierungsarbeiten, Häfen und 
Ladeitellen hervor. Dann bejchreibt er in ähnlicher Weife 
alle jchiffbaren Nebenflüffe und die zum Aheingebiet gehörigen 
Kanäle. Endlich geht er unter Beifügung zahlreicher ftati- 
Riiher Tabelen und Diagramme auf die verichiedenen Arten 
des Flußverkehrs, auf Flößerei, Berfonen und Frachtſchiffahrt 
ein, entwidelt die Gefege der monatlichen und jährliden 
Echhmanfungen diejes Verkehr! und weilt auf die hohe wirt. 
Ichaitliche Bedeutung der NRheinhäfen Hin. ALS Anhang ift 
außer mehreren farbigen graphıfchen Darſtellungen eıne große 
ſehr überſichtliche Verkehrs- Karte des Rheingebietes beigefügt. 
Das auf gründlichen Studien beruhende Werk verdient die 
Beachtung aller Intereſſenten. V. H. 


Schmidt, Richard, Liebe und Ehe im alten und modernen 
Indien Vorder-, Hinter- u. Niederländisch-Indien). Berlin. 
1904. Barsdorf. ‚VII, 571 S. Gr. 8) .# 10; geb. «æ 11, 50. 

Das vorliegende Wert ift eine Bortjegung und Ergänzung 
der von demfelben Verf. vor zwei Jahren publizierten „Ber 
träge zur indiiden Erotif“, injofern dort vor allem die in 

Sanskrit geichriebenen Werke zugänglicy gemadjt wurden, 

während hier dad Hauptgewicdht auf die Witteilungen von 

Neifenden, fomweit fie das erotische Gebiet berühren, gılegt ift 

und Gebräuche bei den den Judern benachbarten Böltern zum 

Bergleihhe herangezogen werden. Das Budy ift in jehs Ba, 

pitel (betitelt: Biychologie des Seruellen in Indien, die Liebe 

in Jndien, Phyliologie des Seruallebeng in Jndien, Ehe und 

Hodzeit im alten und modernen Sndien, Embryologie, 

Schwangeridhait und Geburt, die Broititution) eingeteilt und 

vor jedem Kapitel eine detaillierte Inhaltsangabe, jowie am 

Schlufje des Werfes ein Sachregiiter gegeben, jo daß man 

über eine gewünfchte Einzelbeit fich zu orientieren bald im 

Stande fein dürfte, Doch wäre es wohl bejjer gewefen, die 

Kapitel 1 und 3, fowie 2 und 4 aufeinander folgen zu 

lafen, da fie dem Inhalte nach zufammengehören; ferner 

ift nicht recht verftändlih, warum ber Berf. die auf den 
©. 71—78 angeführte Literatur nicht gleih an die auf 
©. 8—6 aufgesählte angefügt hat. Auch dürfte der Lefer 


überrafcht fein, in einem doc Hauptfählih von der finu- 
lihen Liebe handelnden Werfe Mitteilungen über Frauen⸗ 
bildung und weibliche Aerzte zu finden (S. 51—73). Alles 
das find Weußerlichkeiten, die wahricheinlih einer haftigen 
Nedaktion zuzufcreiben find, aber den Wert ded Buches 
al3 Materialfammlung in keiner Weije, beeinträchtigen, und 
derjelbe ift in der Tat nicht gering, da wir hier zum erften 
Male (wenn wir das frühere Wert des Verf 3 binzunehmen) 
über eine Seite ber indijchen Kultur eine Fülle von zuver⸗ 
läffigen und von dem fompetenteiten order auf dieſem 
Gebiete fontrollierten Einzelheiten erhalten, über die bisher 
faum etwas in die breitere Deffentlichkeit gedrungen war. Tem 
Kulturhiftorifer ift die Lekiüre deshalb angelegentlih zu 
empfehlen, denn nirgends al in Indien und aus indiichen 
Huelen wird er in fo, ich möchte fagen, „offizieler” Weife 
über intimfte Vorgänge des geichlechtlichen Lebeng fih unters 
richten Tünnen. J. Kirste. 





Globus. Hreu. von H. Singer. 86. Band. Rı. 24. Braunfchweig, 
Bieweg u. Sohn. 
Snb.: David, Weitere SE üb. dad Dfapi. — Raufer, 
Ein buddhiſt. Pilgerbilo. (Mir 1 Abb, — Preuß, Der Uriprung 
der Religion u. Kunit. (Schl.) — Leßner, Die Balud- oder Rumpi- 
berge u. ibre Bımwohner. Schi.) (Mit 3 Abb.) 


EE des Dereind f. fiebenbürgifche Landestunde. Red. 
, BW Shullerud. 27. Jahrg. Nr. 11/12. Hermannfladt, Krafft. 
Inh.: B.Rotb, Der Tbomadaltar in der evang. Kirche zu Groß⸗ 

Sdent. — F.Mödeib, Die „Ruremburger Urkunden”. — D. Res 

toliczla, Der Weidmännıfce Jaun in xronftadt. — Gtymolopifdes. 


Geographiſche Zeitſchrift. Hreg. v. Alft. Hettner. 10. Jahrg. 

12. Heft. Leipzig, Teubner. 

Inh.: J. Partſch, Die Eiszeit in d. Gebirgen Europas zwiſchen 
dem nord. u. dm alpinen Eisgebiet. — M. Hertner, Das europ. 
Hugland. Çine anthropoy.ograph. Studie. 8) Die Boliewirtigaft. 
9 Die matter. le u. gültige Kultur. — H. Fiiher, Der 8. internat. 
Geographenkongieß. — F.e Regel, Der 13. internat. Amerikaniſten⸗ 
fongreß in Stuttgart (18.—23. Auyuft 1904). 





Haturmiffenfihaften. Mathematik, 


— Balduin, Bilfber ans bem Reihe der Natur. Berlin, 
904. D. Reimer. (VIL 1768. Gr. 8. mır 2 Portr.) Geh Zä. 
Da die Mehrzahl der Menichen lieber eine kurz um» 
riffene, aber geichloffene Darftelung gern lieft, Bor aus 
geiponnenen Abhandlungen und langatmigen Büchern aber 
vielfach flieht, können wir nur fagen, daß der Verf. den 
Geihmad feines Publitums getroffen hat. Wichtiger aber 
wären die Bilder al8 folche aus dem Reiche der amerifa- 
nifgen Natur bezeichnet, denn mit verfchwindender Uug 
nahme nehmen fie auf die neue Welt Bezug. Aber dag 
muß man Möllhaujen laffen, er erzählt lebendig, und bie 
20 Schilderungen werden ihre Verehrer finden und das 
Lob der Natur in weitere Kreife tragen. Und wenn aud 
„wehmutsvoll die Blide fchweifen über längft vergangene 
Tage“, jo möge es ihm zum Troft gereichen, daß jüngere 
Generationen fih an feinen Bildern erfreuen werben. 


Danne, J., Das Radiam. Seine Darstellun 
schaften. Leipzig, 1904. Veit & Co. (84 
A 2, 40. 

Der Berf. beipricht die Befchichte der Entbedung, ber 
Urt der Gewinnung der Radiumverbindbungen, ihre charakte- 
riftifhen Eigenjchaften und Wirkungen und die daran fi 
anſchließenden Hypotheſen. Im Vergleich mit der Behand» 
lung desſelben Gegenſtandes von Fr. Curie (Die Wiſſenſchaft, 
Delt J, Vieweg & Eohn) leidet die Darſtellung, der eine 
etwas phraſenhafte Einleitung des Hochſchuldirektors Charles 

ge 


und seine Eigen- 
.8. mit zahlr. Fig.) 


67 — 1905. M 2. — Literarifhes Zentralblatt. — 7. Januar. — 68 





Qauth in Paris vorhergeht, manchmal an einer gewiflen 
Unttarheit, jo umfaflend und eingehend fie fonft ift. 8. 


Grassmann, Herm., Gesammelte mathematische und physi- 
kalische Schriften. Zweiten Bandes erster Teil: Die Ab- 
handlungen zur Geometrie und Analysis. Hregb. v. E. Study, 
G. Scheffers und F. m. Mit 45 Fig. im Text. Leipzig, 
1904. Teubner. (X, 4562 S. Gr. 8) .# 16. 


Der erfte Teil des zweiten Bandes ift nun doch rafer 
erichienen, als fich bei der vorherigen Publikation des zweiten 
Teils dieje8 Bandes vorherjehen Dep (vgl. Jahrg. 1902, 
Nr. 23, Sp. 778 d. BL). Cr enthält nur Schriften, welde 
ſchon früher einzeln veröffentlicht waren, nämlidy 22 Abhands 
lungen zur Geometrie und Analyjis (1842— 1877), ein Stüd 
aus dem Lehrbuch der Arithmetit (1861) und eines aus dem 
der Trigonometrie (1865). Die 13 geometrifchen Arbeiten 
find von Sceffer8, die 6 allgemeinen Betradhtungen zur 
Ausdehnungslehre von Study, die 3 analytifchen Wrbeiten 
und die Stüde aus den Lehrbüchern, ebenjo wie das jehr 
ausführlihe Sadregifter, von Engel bearbeitet. Aus den 
eingehenden Anmerkungen feien die freimütigen und zutreff 
enden fritiichen YUeußerungen Study über die Stellung der 
Uusdehnungslehre gegenüber den übrigen Beftrebungen hervor: 
gehoben. Wenn aber in Anmerkung von ©. 97 behauptet 
wird, daß der Cag über die Erzeugung der allgemeinen 
Kurven (m + nt" Ordnung durd projeftive Büfchel von 
Kurven m! und nt? Ordnung au Graßmann folge, jo 
trifft dies wohl auf die Fälle zu, wo eine der Bahlen m,n 
gleich 1 oder 2, allenfall3 au 3, genommen wird; dagegen 
ift die Möglichfeit der Meberführung der planimetrifchen 
Gleichung in die verlangte Form für höhere Fälle nichts 
weniger al3 evident. —r. 


Drnitbolog. Momatsichrift des Deutfhen Bereins 3. Schuge der 
Bogelmwelt. Red. von 6. X. Hennide und D. Zafchenberg. 
29. Jahrg. Nr. 12. Gera-Untermhaus, Köhler in Komm. 


Inh: 2. Shufter, Die Einwanderung der Singdrofiel in He 
Städte — W. Sdufter, Die Entiehung und Geftaltung des nors 
malen und anormalen Kreuzichnaveld. 


Natur und Schule. Hıög. von B. Landberg, O. Edhmeil u. 
3. Schmid. 4. Bd. 1. Heft. Leipzig, Teubner. 


Inh.: F. Krafan, Die BWuderblume. — K. Fride, Zur Bors 
RE der Bredlaucr Verhandlungen über den naturmifiınfdaftl. 
nterricht mit Bezugnabme auf vinige damit zufamm.nbängınde Ber 
öffentlibung.n. — 3. Norrenberg, Zum ajtronom. Unterriht an 
böbıren Saulen. — %. Engleder, Das Zıidhnen im naturktund!. 
Unterrigte. — P. Weftberg, Das Rep der Kreuzfrinnen. (Mit 
6 Abb.) — H. Bohn, Kerjuhe üb. Standfeftigfeit u. Schwerpuntt. 
— 5. Wedde, Ein Mujhelmudell. (Mir 3 Abb.) 


Naturwiffenfhuftl. Rundichan. Hreg.v.W.Stlaret. 19. Jahrg. 
Rı. 51. Braunıhwerg, Bieweg u. Sohn. 
Snb.: E. Meyer, Die Bediutung der Verbrennungskraftmaſchinen 
für die Erzeugung motor. Kıaft. (Fortj.) — DO. Didel, Entwidlungd- 
geſchichtl. Studien am Bienenei. 


Dad Weltall. Hreg. von F. S. Archenhold. 5. Jahrg. 6. Heft. 
Berlin, Schweiſchke u. Sohn. 
Inh.: W. Krebs, Sonnenflecken u. erdmagnet. Ungewitter im 
J. 1903. — A. Sieberg, Erdbeben⸗ u. Vulkan⸗Rataſirophen der 
letzten Jahre. Vortrag. (Schl.) — F. S. Archenhohd, Das Problem 
der Farbenphotogtaphie. 


Zeitſchrift für Gewäſſerkunde. Hrsg. von H. Gravelius. 6. Band. 
6. Heft. Leipzig, Hirzel. 

Inh: Ph.Forhheimer, Wafferbewegung in Wanderwellen. (Mit 
9 Fig.) — A. Steuer, GBrolog. Beobadtungen im Gebi.t der alten 
DMündungen von Main u. Nedar in den Rhein. — E. Oppotomw, 
Zur Fıage der vieljähr. Abflußichwunkungen in den Dong groper 
Flüſſe. — PB. Dtopfij, Zur Frage über die budrogeolog. Rolle der 
Wälder in Gcbirgsgegenden. (Wit 1 fig.) — H. Oravelius, Ueber 
neuere Unterfuhungen am Titicaca u. Poopo. — W. Ule, Bemer 
tungen zu dım Aufſatz von W. Halbfag „über das Berhältnis der 
Serntunde 5. allacm. Erdkunde“. — C. Weigelt, Zum echug unjerer 
Bemwäfler vor faurın induftriellen Abwäfjern. (Dit 3 Fig.) 





Medizin. 


Behring, E. v., Tuberkuloseentstehung , Tuberkulosebekän- 
Na u Auuglingnernfhrung, Berlin, 1904. Hirschwald. 
(1 . Gr. 8.) 


Beiträge zur experimentalen Therapie, hregb. von Prof. Dr. 
E. v. Behring. Heft 8. 


Die vorliegende ausgezeichnete Arbeit fol einesteil3 dazu 
dienen, Veterinärärzten und praftifhen Landwirten die wifjen- 
fhaftlihen Prinzipien der Kälberaufzuchtreform und ber 
Tuberfulojeihugimpfungen des Verf.d verftändlich zu machen, 
jowie die technifche Durchführung der Maßnahmen desjelben 
im Snterefje einer rationellen Tuberfulofetilgung zu erleichtern, 
andernteild fol fie eine Verteidigung: und Gtreitichrift fein 
gegenüber den mediziniichen Gegnern des Verf.s, von denen 
Herr Geheimrat Schüß befonder3 farf angegriffen wird, 
wie e8 fcheint mit vollem Redt. Weber die Phtifiogenefe 
beim Menichen ftellt der Berf. den Sa auf, daß eine in 
fantile tuberfulöje Infektion zur tuberfulöjen Ehwindjudt 
prädisponiere und daß infolgedefjen die Tuberkulojebefämpfung 
don beim Säugling dur Verhütung der Tuberfelbazillen- 
einfuhr in den Mund desjelben einjegen müfle. Ref. ift 
ein begeifterter Anhänger des Berf.3 und hofft beitimmt, 
daß der Erfolg für derart zielbewußte Beitrebungen nicht 
ausbleiben und die Gegner des VBerf.s eine? anderen belehren 
wird. 


Arhiv f. die gefamte Phnfiologie ded Menfchen u. der Tiere. Hrög. 
von Č. J. W. Pflüger. 106. Band. 3. u. 4. Heft. Bonn, Hager. 


Inh.: V. Urbantfhitfh, Ueber den Einfluß der Farben 
empfindungen auf die Ginneefunctionen. — 93. 8. A. Wertheim 
Salomonfon, Ueber din Rrizwert finufoidaler Etiöme v. bober 
Frquınz. (Mit 4 Fig) — U. Basler, über das verfhud. Verhalten 
des Sartorius u. Gastrocnemius des Frofchre bei Ermüdung. (Mit 
25 Bia. — H. Lütbge, Zur frage der Zuderbildung aue Duech, 
— €. Pflüger, Die Bedeutung der neueſten Arbeiten über den 
Pankread-Diabeted. (Borläuf. Mitteilung.) 


Gentralblatt f. allgem. Sejundbeitspflege. Hrg. v. Lent, Stübben 
u. Kıufe. 23. Jahrg. 11./12. Heft. Bonn, Hager. 
Snb.: Shratamp, Örund;üge einer Orgunifation ded fommu« 
nalen Haltekinderweſens. — Czoplewsti, Ueber Veiſuche mit d, 
Loockſſchen Apparat zur Herſtellung v. Säuglingsmilch. Mit 1 Abb.) 


Zeitſchrift für Schulgeſundheitspflege. Begt. von L. Kotelmann. 
Grog. von Fr. Erismann. 1904. Nr. 12. Hamburg, Pop. 

Inh.: G. Leubuſcher, Schulhygien. Erwaͤgungen. — J. Moſes. 
Die Schulbant in den Hilfeklaſſen f. Echwachbefahigte. — Th. Benda, 
Manß der Lebrpenſen u. Lehrziele an höh. Unterrichteanſtalten. (Schl. 
— K. Graßßmann, Ueber Geſundbeitsſa ädigungen in den Mittel 
ſchulen. (Vortrag) — L. Mann, Das Manuheimer Sonderklaſſen⸗ 
ſoſtem vor einem mediz. Forum. — Dauer u. Lage der Ferien f. die 
Voltöſchulen. — P. Schubert, Das Swularztweſen in Deutſchland. 
Bericht über die Ergerniſſe einer Umftage bei den größeren Städten 
des Deutſchen Reiches. (Schl.) 





Rerhts- und Staatswiſſenſchaften. 


Sombart, Werner, Die gewerbliche Arbeiterfrage. Leipzig, 1904. 
Gösen. (144 © aLL BI æ 0, 30. 


Sammlung Göjhen. 209. 


Das Echhrifthen behandelt die gewerbliche Urbeiterfrage 
in 9 Kapiteln. Sie betreffen 1) wie eine Urbeiterfrage pb 
jtand, 2, die Löjungsverfuche, 3) die gemerkichaftliche Arbeiter 
bewegung, 4) die Konjumentenorganifation, 5) den Arbeiter. 
ihug, 6) die Arbeiterverficherung, 7) die Urbeitslojenfürjorge, 
8) joziale Statiftil 2c., 9) Wohnungsreform. Das Wichtigite, 
was über diefe Themen zu fagen ift, hat Sombart zweifello® 
mitgeteilt, indefien find die Hauptbeitandteile unfrer Sozial. 
politit, der Urbeiterverfiherung und der Urbeiterijhuß, A 
ftiefmätterlich dargejtellt, eine größere Gründlicyleit wäre 


69 — 1905. 42. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 70 





gerade im Sinterefie der Popularijierung diejes fozialen Wertes 
{ehr am Plage gemejen. 


fung enthält 21 Stüde, met in Remel, feltener in Hezeg 
(nur Nr. XIM ift in Musäri ), bon denen die lebten vier 
und Nr. 3 nur je zwei Halbverfe darftellen. Daß dies nicht 
alle Gedichte "Aoni’3 fein werden, wird fih jeder von vorn: 
berein jagen. Die mitgeteilten Nummern beruden in ber 
überwiegenden Mehrzahl lediglich auf der Upfalaer Gand: 
ſchrift Nr. 191 (Tornberg), außerdem iſt Latifi's Tedkere, 
“Atä und ferner Sehi nad der Wiener Hdſchr. Nr. 1216 


(Flügel 11) und Hasan Čelebi nah der Wiener Hdſchr. 
Nr. 1228 (Flügel II) benutzt worden. Hoffentlich werden 
bald andere Handſchriften von Apni's Gedichten entdeckt, 
damit eine ordentliche Textkritik möglich werde. In den 
von Jacob gegebenen Nummern Hat Ref. nicht3 gefunden, 
was gegen ihre Echtheit jprehen fonnte ` Die Einleitung 
(18 Seiten) ift ebenfo interefjant wie nach vielen Seiten 
hin injtruftiv. Dem Terte find tertkritifche und erflärenbe 
| Bemerkungen beigegeben. Natürlich zeigt fich auch) in diefer 
Arbeit diejelbe axp/eıa, die wir bei J. Iennen und fchägen, 
dennoch bleibt manches, mit dem Ref. fid niht einverftanden 
ı erflären fann. Dies gilt fowohl für die Lefungen wie für 
die Erklärungen. Hier nur Einiges! Der Berf. überlegt im 
Sloffar bakdan Cyq- mit „fih verzehren“. Der Ausdrud ift 
aber fynongm mit az- „die Grenze, dad Maß überfchreiten, 
| in zu ftarfe Erregung geraten“, in Nr. II, 4, 1 von der 
Kerze gejagt ift e8 — „auflodern, mit übergroßer Flamme 
brennen“. Das mit ihm verbundene ayla- „weinen“ bezieht 
fih auf das Tropfen der Kerze. Das > xo3 ber fol- 
genden Beile ift auf Grund der Bedeutung „angenehm” doch 
wohl mit „gern“ zu überfegen. Daß das Wort im Osmanischen 
je „Ihön“ bedeute, wie $. will, ift mir unbelannt, trogdem 
Benter diefe Bedeutung al erfte gibt. Ich überfehe: 
„Sieh’ die Kerze, wie fie in der Gefellichaft mit Dir weint 
und lobt, 
Gern brennt fie und verbrennt, o Du Kerze meines Nadit- 
gemaches, für Dich.“ 
Nr. X 4, a Bot die Hhichr. ds und %. nimmt ein 


Rheinifhed Archiv f. das Zivil u. Kriminal-Reht. 101. Band. 
1. Heft. Cöln, Schmip. 
Inh.: Entfteidungen des Oberlandedgerichtd zu Cöln. des Reichs⸗ 
u. des Kammergerichts, des Gerichtöhofes zur Entiheidung der Koms 
petenz» Konflitte und des Oberverwaltungsgerichted in Kompetenz» 
Konflittefüllen. 


Dad Recht. Hreg. v. H. Th. Soergel. 8. Jahrg. Nr. 24. Han 
nover, Helwing. 

Inh.: H. Keyß ner, Haftpflicht der Eiſenbahnen f. Sachbeſchä⸗ 
digung; Funkenflug. — E. Jaeger, Betreibung der Liegenſchafts⸗ 
vollſtrecung durch abſonderungsberechtigte — — Schl.) 
— Saneider, Ueber Forderungskündigung. (Sch 


Zeitſchrift für Socialwiſſenſchaft. Hrsg. von J. Wolf. 7. Jahrg. 

Heft 12. Berlin, ©. Reimer. 

Inb.: © R. Steinmep, Feminidmud an Raffie. — M. v. 
Brandt, „Unjer Baterland Japan.” — %. Schiller, zwei Jahre 
Zürforgeerzichung. — ©. v. Below, Zur Würdigung der hiftorıfchen 
Shule der Rationalöfonomie. 8. 


Zentralblatt j. freim. Gerichtsbarkeit u. Rotariat fowie Zwangever- 
fleigerung. Hreg.v.A.Lobe. 5. Jahrg. 12. Heft. Reipzig, Dieterich. 
Inh.: Entſcheidungen. 


— — — — — — — —— —— ——— — — 











Aprachkunde. Literaturgeſchichte. 


Nöldeke, Th., Compendious Syriac grammar. With a table 
of characters by Jul. Euting. Translated from the second 
no improved German edition by James KE London, 

illiams & Norgate. Gr. 8.) Sh. 
e Ueberfegung verdient das ihr von Nöldeke ſelbſt | 
in der VBorrede geipendete Lob in vollem Maße, foweit 

man fih ald Deuticher ein Urteil über engliichen Stil er- 

lauben darf. Jedenfalls bewährt fih ber Weberjeer dabei 

al3 guter Kenner nit nur des Deutfchen, fondern aucd) des 

Syrifhen. Mit vollem Redt Hat er fih eigner Zufäge zum 

Driginal faft gang enthalten. Ullzu unfelbftändig ift er nur | „srültmek gelehen werden maden, wieberfpiegeln“ an, aber 

einmal verfahren, indem er on bie Subnote zu § 1762 den nicht alle Bildungen, die man fid nad > Schema der 

fe aufhebenden Nadtrag einfach angehängt hat. N. jelbft | Grammatiken denten Könnte, eriftieren auch wirklich in der 








hat die Drudbogen durcdhgefehen und dabei einiges nod, Sprache. Ein görtiltmek gibt es ſonſt nicht, es müßte alſo 
en i So leg Ke Ee zu r 84 Ke aud SS hier, wenn berechtigt, ein urra& elpnuevov fein. Uber ber 
Be Be eer o S 105 able. Sm übrigen ift Si — kein ee und BE die 
hat der Ueberfeger alle Kapitel jorgfältig revidiert und einen — Mee KEEN gi — er 
erſchöpfenden Inhalt derielben beigegeben, der auh dem Be | Qefung sa 5 görende, die in älteren Quellen wie heute 
niger Des Originals willlommen fein wird. Die Uebers |. Së fü 5 dükd D mni 
fegung ift, wie das Original, von Drugulin mit gewohnter | ™ Ge = ne de gi GE E 
Meifterfchaft gebrudt; das Papier ift fogar beffer als das = Si gehen e ` KC e Se CN i g 
des Originals. Brockelmann. wobei y das Perjonalaffir der 3. Perf. Sing. ift. Nur 4, 
und 5, b tritt ftatt defien äh der auf. Sn beiden Fällen 
a X dyr herzuſtellen: 4, b fordert die Syntax anſtatt 
AM, (mat ad Au T „Jol amio in Uebereinftimmung 
mit bem Metrum: ‚21, zap eié) däer salel Sec g 
„wenn jener Lebenipender Religion Hat, fo ift e8 der Weg 
Jefu“. — Sn Vers 5, b lieft Ref. mıt einer Verfegung von 
wo ſtatt A& ssu3l5 St dem Grundreim entiprechend »25,} 
LA-ä Lë ip Auf diefe Weife wird diefelbe Mefjung qälaäta 
erzielt, Die durch III, b gefichert D alfo: sen sitamböl| 
sahysyn, öl | dä qälata | Sähydjr. „Du bift der Schah von 
Stambul und er ift der Schaf von Galata.” Ref. vers 
mutet, daß eine alte Borlage anftatt beg 5 in beiden Berfen 
nach der aus vielen Älteren Texten bezeugten Manier einfach 
Kesre geichrieben Hatte, fpätere Ubfchreiber liepen dann bie 
Hareke fort, und fo fonnte ein ol qalatada šah dyr „er 
ift Schah in Galata” aus einem ol da qalata šahy dyr „er 


Der Divan Sultan Mehmeds des Zweiten des Eroberers von 
Konstantinopel zum ersten Male nach der Upsalaer Hand- 
schrift hreg. v. Georg Jacob. Berlin, 1904. Mayer & Müller. 
(18 u. 34 8. Gr. 8.) 5. 

Mit Freuden iſt das Streben des Verf.s zu begrüßen, 
die Dichtungen ber osmaniſchen Sultane in handliden Aus- 
gaben mit allen wünjchenswerten Hilfen weiteren Streifen zus 
gängflich zu machen. Auf „Sultan Soliman des Gropen 
Diwan in einer Auswahl” (Berlin 1903) ift raih „Der 
Diwan Sultan Mehmeds deg Bweiten” (Berlin 1904) gefolgt, 
der erftere in Umfcrift, der lehtere in arabifcher Schrift. 
Solde Terte in Umichrift zu geben ift immerhin bedenklich; 
die Publifationsform der Gedichte Mehmeds oder, wie er 
wit Dem Dichternamen Heißt, Avni’ bedeutet nah dn, 
fiht des Referenten alfo einen Fortidritt. Ueber die Aus 
iprache gibt das beigegebene Gloſſar Aufſchluß. Die Samm⸗ 


71 


it der Edah von Galata” entftehen. — Das s fehlt aud, 
während e3 von der Syntagz durchaus gefordert wird XIV 
9, a, wo anftatt Ae ai ER eisi ganz ohne Zweifel e:5S 
ef sr zu lejen ift = „heht meiner Augen Thränen 
und..." Möglider Meife Tiegt jedoch Hier nur ein Drud: 
fehler vor. — Der Berf. nennt in der Einleitung ©. 15 
SI cam in Nr. XIV, 2, a eine „aufjallende" iafetver- 
bindung. Aber bei einer SZiafetverbindung müßte doch nicht 
s Sondern «$ geichrieben fein. Außerdem paßt das folgende 
ant perisan wohl auf dag Herz göhül, aber daß bie 
Liebe sevdä je ald periSän bezeichnet worden wäre, ift Ref. 
nit befannt. 8 jcheint Ref. ficher, daß anftatt „2lögm 
ganz einfach „Ngm serdaly „verkiebt“ zu lejen ift. Bwei 
3# Unrecht gefegte Punkte haben den Wirrwarr angerichtet! — 
Uebrigens beruht die Erklärung von perisän durch „ver- 
wirrend” im &loffar anf einem Srrtum, denn dag Wort 
bedeutet nah alen Quellen „verwirrt“, wie au) an unjerer 
Stelle, und nicht „verwirrend“. €3 ift nicht erfichtlich, wie 
det Berf. bei der Bedeutung „verwirrend“ fi den Sinn 
unjerer Stelle vorftellt. 
Iu Nr. XVII ergibt der Bers 2, a feinen Sinn. Wer 


verfteht: ale y pya Id alle? Im Gloffar findet 


man sıe izze = se „Ruhm, Ehre”. Über was ift „fei 
nicht Ehre für die Echönheit*? Außerdem ift ung die Aus- 
ipradye izze ftatt izzet ougë dem Osmanifchen nicht bekannt. 
Ata's Lefung 5° war nicht „Fälfchlich“, fondern aufzu- 


nehmen = »,& yirte, yyrra „leichtfinnig vertrauend, eitel 


auf” c. dat. Dies Femininum wird bei den Osmanen 
unterfchied3los für beide Gefchlechter gebraucht. Die Stelle 
bedeutet: „trau’ nidht der Schönheit! fei treu! feinem bleibt 
etwwad von Dauer, die fchöne Geftalt geht dahin." — Die 
Sprache Aoni's enthält mehr Altertümliches, als 3. gejehen 
und als er in der Einleitung hervorgehoben hat. So iſt 
XIX b ei,5 nit »qyrame«, fondern »qarame zu lejen, von 
bem veralteten qar- „mifchen“ c. dat. = garyädyr-, bag 
no in dem Hendiadyoin qarma garysyg „verworsen“ ers 
halten ift. Bu der Stelle vgl. Ahmed Befig’s Lehge ©. 598: 
pi Kil agbo A af —— md RR gaben Al za ai 
»qyzyl qanyny topraya garajym« (&. Joy: Stud. z. osm. 
Syntax J S. 108 fg.). Durch diefe Qefung wird dag Teğnis 
zn einem vollfommenen Gleichflang: | 
biz ile saltanat lafyn edermiš ol qaramany; 
yuda fursat verirse ger qara jere qaram any. 

J.s Auffaſſung „ih wil ihn auf oder im bie jchtwarze Erde 
zerbrechent, zerichmiettern" könnte Doch nur bedeuten wollen: 
„ih will ihn fo zerbrechen, daß er auf die fchtwarze Erde 
fällt oder in die fchwarze Erde finft”, aber ift dies im o8- 
manischen Geifte richtig ausgedrüdt? Die fehr bemerfens- 
werte, heute verjchmundene Fleriongform qaram hat X. unter 
den älteren Sprahformen “UAvni’s niht angeführt (vgl. 8. 
Foy: D. ält. osm. Transffriptionsterte II ©. 278 fg.). Hier 
wäre noch manches nadjzutragen, 3. B. görigek IX 4, a, 
deffen Typus befanntlih nur noch in der Fermanphrafe 
>hükm-i-Serifim vasil olygag«e gebräuhlih ift, kim an 
Hatt des heutigen as ki, ferner die Poftpofition üzre 
„auf“ mit dem Casus indefinitus II 2 im urjprünglich ört- 
liden Sinne, ftatt deren man Heute üzerinde jagt, auch 
iere „in“ in derfelden Konftruftion XV 2, ftatt deffen man 
beute icinde fngt. — Einem Mifverftändnis ift der Verf. 
m Bezug auf XIV b verfalen. Einleit: ©. 5 Debt e3: 
n14, 5 bezeichnet er (dev Dichter) dad Reich Osninn’ s als 


— 1905. M 2. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 


12 


dem Geliebten ausgeliefert”. Dagegen ift der Sinn ven 
XIV, 5: „enem Schah der Schönheit bift du Sklave op: 
worden, o “Avni, — und dodh ift dir (d. H. dem Dich er: 
Snltan) dag Reih O3mang übergeben, wenn es überhaupt 
eing gibt.” Das Gloffar ift im allgemeinen vollftändig, 


nachzutragen wäre zu „I müsellem die Bedeutung „aner- 
fonnt, allgemein befannt“, die XII 3, b gefordert wird, vgl. 
den Parallelismus 3, a nām u nišān bul-; ferner zu ucmagq 
„fliegen”, daB ucar XV 2, a adjektiviih gebraucht wird, 
fonft wird die Konftruftion ucar olmusdur nicht verftändlid. 
Der Ausdrud E gu „wahres Morgenrot” ift heute 


im DOsmaniihen allgemein befannt und erklärt fich fofort 
dur” den ebenfalld jehr gebräuchlichen gegenjägliden Aus: 
drud sos wlüglldeë Morgenrot”, d. i. „die Helle 
vor dem eigentlihen Morgenrot”. Unklar ift, wie %. dazu 
fommt, sid (heute: mejer ki = mejer) mit „vielleicht” zu 


überfegen. Die Bedeutung ift VI 2 Diejelbe, Die mejer 
jo oft in Künos’ Märhenfammlung hat — „nun aber, 
indeffen”. ass nige heißt überall „wie“, au XII 1 und 
XVI 3, wo der Berf. die Bedeutung „wie viel” anfegt. 
Für „wie viel“ wäre die Form asus nice mit & zu er 
warten, wie fie bei Junus fteht und wie fie heute im Azeri 
als néie (reng geichieden von nege „wie“) vorfommt (vgl. 
Transftript. Terte IE ©. 240). 

Was die im Glofjar beigegebene LZautumichrift betrifft, 
fo fcheint ber Verf. im allgemeinen die heute in Stambul 
übliche Aussprache geben zu wollen, aber arab. As „Hand“ 
wird mit jad umfchrieben, während alle Efendi’3 jed jprechen. 
Aehnlih fchreibt J. in feinem „Lefebuch” haryf „Serl, 
Burid, Menih” (= arab. _,.> mit a), während doc 
Hoh und Niedrig in Stambul herif mit e Ipridt. Für 
Leas D. L Sons „anziehen” wird die Ausfpradhe gejmek 
mit e gegeben, die wohl die früher üblichere war und aud 
bei Junus II t1 in geem jteht, während Heute in Stam: 
bul gij- geiproden wird. Für pè „ram“ und „> 


„Blut“ werden ferner die Ausipradhen yem und hün (yün) 
gegeben, nur weil 3. diefe bei Soliman burd Berglei- 
hung der Reime feftgeftelt hat, gegen die heutigen Aus- 
Iproden yam und yon. Wenn er aber tonfequent fein 
wollte, fo mukte er dann aud perf. m> „Spreu“ niht 
mit has, fondern mit hes umfcreiben, da e8 in Nr. XV 
mit lauter Wörtern auf -es reimt. Über dies und ähnliches 
find ſchließlich HMeinlihe Dinge. Bon ftörenden Druckfehlern 
ift die Arbeit rühmlicher Weife frei; dodh vgl. da3 zu XIV 3 a 
Bemerfte. E3 ift felbitverftändfich, daß meine wenigen Aua- 
ftellungen nur der Sache dienen wollen und dem Gejamtiwert 
der $.ichen Arbeit feinen Abbruch tun können, die ich befouders 
denen, bdie fih auf bequeme Art in die ältere Poefie Der 
Dsmanen einführen wollen, beftend empfehle, die aber auch 
für den Spradforfher nicht zu unterihägendes Material 
bietet. Für den kebteren hebt Ref. al3 Typen die Formen 
hervor: ejlejüben — ejlejip, görıgek — görünge, duruar — 
dur, olubdyr —= oldy, qaram = gar-a-m, lafyn = lafyny, 
qalata — yalata (vgl. qavya = yavya), ifrenk = ifreng, 
Stamm -+ üzre =— üzerinde, Stamm + itre = ilinde, 
kim = ki, nige — nasyl, 80ol — šu, qar- = garys-, öz — 
kendi, die durh bag Metrum geficherten Ausipradhen : 
sytambul = istambul, mtisülman = müsliman, da3 häufige 
Vehlen von | = a im Wortinnern, die häufige Schreibung 
y = n, ü in agglutinierten Silben gegenüber der heutigen 
Ausfprade y, i, sis „wieder“ neben iu. Inder Syntar 
wird der Sprachforfcher außerdem manches Beachtensruerte 


D 


13 — 1905. 32. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 74 


finden. SIntereffant ift bad Chronogramm Nr. XXI, deffen 
Schlußwort äyirün den Bahlenwert 857 alg da3 Jahr der 
Eroberung Stambuld ergibt Karl foy. 


1) Stumme, Hans, Maltesische Studien. Eine Sammlung pro- 
saischer und poetischer Texte in maltesischer Sprache nebst 
Erläuterungen. Leipzig, 1904. Hinrichs. (II, 124 S. Gr. 8 


2) Ders., Maltesische Märchen, Gedichte und Rätsel in 
EE Uebersetzung. Ebda., 1904. (XVI, 102 S. Gr. 8.) 

Leipziger Semitistische Studien, hregb. von A. Fischer u. 
H. Zimmern. I, 4. 5. 

Prof. L. Boneli, dem wir die erjten wiflenfchaftlichen 
Borichungen über die maltefiihe Sprache verdanten, hatte 
vor allem fein Augenmerk auf die Lerifographie, Biblio» 
graphie und Bolf3funde gerichtet. Höchft willlommen find 
nun diefe neuen Texte, von Prof. Stumme herausgegeben, 
überfest und erläutert, in denen er diejelben vortrefflichen 
Eigenjhaften zeigt, die feine Bücher über die arabifchen 
Dialekte von Tunis und Tripolis rühmlich dharakterifieren. 
Die Seiten 77—105 Handeln gründlich, wenn auh nod 
unvollitändig, von der Phonetif, die wegen der Vermifchung 
von arabiichen und neulateiniichen Elementen (vor allem von 
fizilianifchen Dialekten) jo verwidelt ift; ©. 106—124 be, 
gegen enthalten eine [pracdhliche Erläuterung der Terte. Diefe 
geben verjchiedene mundartlide Abftufungen wieder. Be- 
achtenswert und wahricheinlich ut bie Hhypothefe (S. 83) be- 
aalt der Stellung des Maltefiihen unter den arabifchen 
Dialekten (Iyriich-arabifhde Mundart mit ftarfem maghrebi- 
nifhem Einfluß); freilich müßte man unterfuchen, ob die dort 
angeführte Volfälegende aus Paläftina über den Urfprung 
der Maltejen auf geihichtlihem Grunde ruht. Merkwürdig 
ift einiges altertümliche, da2 fich in der fonit fo verdorbenen 
maltefiihen Sprade erhalten hat, wie die niht feltene Aus- 
fpradje der Unfang3-Hamza (©. 81) und die Betonung der 
Berbalformen jingäbat, jinstäma 2c. — Daß man hier und 
in vielen arabijchen Dialeften auw, aij (©. 101) und nidht 
aww, ajj ausjpreche, läßt fich unferes Erachtens fehr be, 
zweifeln; wir fürdten, viele Erforfcher des Neuarabifchen 
möchten von einer unjicheren Fleifcher’ichen Theorie irregeführt 
fein. — ©. 85 find Beile 19 und 20 megzuftreichen; im 
Worte carrozza hat das z denjelben Qaut wie in ragazzo, 
da3 ift ungefähr ts. — Die Berlängerung turzer Bofale unter 
Einfluß der Betonung (S. 103) und die abnormen Betonung 
weifen der Bolativa (S. 105) find ganz entjchieden dem 
Einfluffe jüditalienifher Dialekte zuzuschreiben; auch in Neapel 
fauten 3. B. signore und signora, im MWusruf oft sino, 
während fonft das i kurz und unbetont ift. ©. 107 ift 
habba eine genaue Ueberjegung des fizilianifchen grano, da8 
fomohl Weizentorn al auh ein Geldftüd im Werte von 
2 Sentimes bedeutet. ©. 111 ift po&ga nicht aus postare, 
fondern aus poggiar si] entftanden. ©. 89, 8. 3-2 v. u., 
ift ävga da3 italienische affogare (=-erwürgen, erjtiden), nicht 
affocare (=feurig, glühend maden); folglih muß Stummes 
hierauf bezügliche Bemerkung fallen. ©. 123, 8. 10, nicht 
eurialitä, jondern creanza.. ©. 111 ift armäriu — ital. 
armadio, mit fizilianifcher Ausipracdhe des intervofalifchen d 
alg r. Einige Heine Drudfehler feien nebenbei verbeffert: 
S. 108 I. incollerirsi, 111 innamorarsi; 117 crostini, 8c0- 
della; 119 paglietta, sciabola. — Ein Puntt, dem weder St. 
noch andere ihre Aufmerfjamkeit gefchentt zu haben fcheinen, 
ift e3, Daß verichiedene maltefifche Partikeln etymologifch wohl 
arabiih, femafiologifh aber italienisch find; fo ift 4. 8. 
metta, mitta — als, dem italienischen quando; kif — fobald, 
dem ital. come; flli = daß, dem ital. che (= welder und 
daß) nachgebildet; gleichfalls die zahlreihen Bufammen- 


ſetzungen von UI, um neue Bindemwörter zu bilden: billi = 
weil (per ciò che), filli =während (in quel che), waralli 
= naddem (dopoché) :c. Die Saglehre ift meiftenteild der 
italtenifchen Syntag ganz genau nachgebildet, ein deutlicher 
Beweis, daß lulturel Malta ganz italienisch if. E3 verjteht 
fih von felbft, daß aus St.8 ausgezeichnetem Werte auh 
die Forfher von VBollsmärchen nügliche Renntniffe gewinnen 
werden. C. A. N. 


Buck, C. D., A grammar of Oscan and Umbrian, with a col- 
lection of inscriptions and a glossary. Boston, 1904. Ginn 
& Co. (XVII, S. 8. mit 5 Taf.) Sh. 12,6 d. 

Eine durhaus verdienftliche Leiftung, die für ein erftes 
Studium deg DOskifchen und Umbrifchen in bequemer Form 
eine ftreng wiljenjchaftlich gehaltene, zugleich leicht veritänd- 
fihe Einführung darbietet. Bud Name ift allen, die Wë 
mit den italiihen Dialekten beichäftigt Haben, bereits 
vorteilhaft befannt und bürgt jo von vornherein für eine 
gediegene Arbeit. Das Werk Wellt fi) würdig neben die 
v. Planta’iche, etwas allzu korpulent ausgefallene Orammatil, 
nicht in der Abficht diefe zu verdrängen, jondern al3 will 
fommene Inappere Behandlung des Themas. Sie gibt nad 
einer furzen Einleitung alles Wefentlihe über Laut- und 
gormenlehre, Syntar und Nominalftammbildung, und ent- 
hält außerdem, kurz fommentiert, die wichtigften infchriftlicden 
Epradhdenfmäler. DaB der Berf. felbjtändig gearbeitet und 
fich nicht auf eine einfache Kompilation beichräntt hat, zeigen 
die vielfachen neuen Anläufe zur Erllärung verjchiedener 
Erſcheinungen. Wenn dabei vieles bloße Vermutung bleiben 
muß, manches au faum die Unerfennung der Bachgenofjen 
finden dürfte, jo beeinträchtigt da3 den Wert des Buches 
nicht. Es ſei allen warm empfohlen, welde die Befanntichaft 
des Dstifch-Umbrifchen auf einem möglichlt einfachen Wege 
machen wollen. 


Bachmann, Alb., Mittelhochdeutsches Lesebuch mit Grammatik 
und Wörterbuch. 3. Aufl. Zürich, 1904. Fäsi & Beer. 
(XXXIV, 278 8. Gr. 8) Æ 4; geb. Æ 4, 50. 

Am beiten fpriġt für das Buch der Umftand, daß es 
feit 1892 jchon zum dritten Male eriheinen fann. Sein 
Zweck, al3 Schulbuch einen möglihit umfafjenden Einblid 
in die literarifhen Erzeugnifjfe der mhd. Zeit zu gewähren 
und dabei faft durchweg ftofflich anziefende und äjfthetifch 
anfprechende Broben zu bieten, darf ald gut erreicht gelten. 
Sehr zwedmäßig ift ed, daß nicht nur allgemein bekannte 
Stüde, wie fie au in älteren Lejebüchern Weien, fondern 
aud eine ganze Unzahl andere, weniger alltägliche wie 3. B. 
Kobold und Eisbär, Dtte mit dem Barte und eine Heng 
Auswahl aug den Carmina Burana mitgeteilt werden. Boran 
geht ein ganz fnapper, aber überfichtlicher Ubriß der mhd. 
Srammatif, der auh die neuhodhdeutichen Berhältniffe bes 
rüdjichtigt. Den Schluß bildet ein reichhaltiges und ſorgfältiges 
Wörterbuch. Kurze Unmerkungen unter den Terten geben 
Ueberjegungen fchwerer Stellen und jahliche und fprachlidhe 
Erläuterungen. WUle3 Literarhiftoriiche bleibt dem Lehrer 
überlaffen. — Tas Bud ift gut; e3 bliebe nur zu wünjchen, 
daß unfere Lehrpläne geftatteten, e3 in ber Schule zu vers 
wenden und wenigftens einigermaßen auszunühen. —tz—. 


Hartmann, Julius, Schilerd Jugendfreunde. Mit zahlreichen 
men Stuttgart, 1904. Gotta Nadf. (VIII, 368 ©. 8.) 
BE 

Gë war ein äußerft glüdlicher Gedanke, Schillers ganzen 

Ihmwäbiichen Sreundesfreis, zu dem Mitichüler und Lehrer 

der Militärafademie naturgemäß die größte Unzahl Helen, 

zu verfammeln und alle über We nod erreichbaren Nad- 
richten fond au fichten. Die an mehreren nicht immer 


75 — 1905. M 2. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 


76 





leicht zugänglichen Stellen zerftreuten Nachrichten von Cong 
(S. 24), Hoven (©. 43 u. 52), Scharffenftein (S. 147), 
Danneder (S. 176), Peterfen (S. 192) und teilweife aud 
von Abel (©. 109) über Schiller find nun in diefem Bande 
bequem vereint. Briefe von Danneder (S. 260), der Brief: 
wechfel zwiichen Lempp und General Scharffenftein find Dier 
zum erftenmal oder doch berichtigt abgedrudt, und gerade 
diefer Briefwechfel bietet manches für die politifche Gefchichte 
Beachtenswerteds. So hat Lempp fhon im November 1813 
„die Hebung der Engländer” für die fontinentalen Kriege 
verantwortlich gemacht. Auf Lempps Rühmen der Leiftungen 
der preußiichen Nation erwidert Scharffenftein (9. Mai 1814): 
„Bei Defterreich findet fih ein fonderbares ftagnierendes 
Wefen ohne moraliihe Rüdmwirkung aufs Allgemeine.” Finden 
fich felbftverftändlich unter diefen Schwäbischen Jugendbelannten, 
wie bereit3 Schiller felbjt 1793 Fagte, unbedeutende Philifter, 
jo gewahrt man bei Hartmanns Generalappell dod) auffallend 
viele Charakterföpfe in diefem Kreife. Der von Hartmann 
eröffnete Einblid in fo verichiedene Lebenzichidiale ift als 
Beitrag zur Gefchichte Württemberg3 und der Militärafademie 
wie vom allgemein kulturgefchichtlichen Standpunft aus an: 
ziehend. Die Scillerliteratur darf mit Dant das Buch zu 
ihrem dauernd wertvollen Beitande zählen. Der ©. 22 für 
Cong in Anfpruh genommene Ruhm des erfien Konradin- 
Dichters ift nach den von Arnold und U. 2. Sellinek in 
den „Studien zur vergleichenden Literaturgeichichte” I, 375 
und UI, 104 mitgeteilten Berzeichniffen von Konradin-Dramen 
nicht begrüntet. ©. 301 ift „Horen“ für „Ihalia” vers 
drudt. Ein auffallender Ichwäbiicher Zdiotismus ift da8 von 
Hartmann ©. 110 und öÖfter8 gebrauchte Hauptwort „Auf 
Ihrieben” für Aufzeichnungen. M. K. 


The Classical Review. Ed. J.P. Postgate. Vol. XVIIL Nr.9 
London, Nutt. Boston, Ginn & Co. 

Cont.: W.Headlam, On some tragic fragments. — T. G 
Tucker, Adversaria upon »Fragmenta tragicorum adespota« 
— H. Richards, Platonica. VI. — J. W. White, Notes on 
the Scholia to the »Aves«. — W. G. Rutherford, The date 
of the Dionysalexander. — W. Peterson, The opening sen- 
tence of the »Verrines«. — H. J. Maidment, Horace, Ars 

oetica, vv. 125 f. — A. J. Kronenberg. Ad Apuleium. — 

. Greene, Notes on the emphatic neuter. — J. P. Post- 
gate, The Latin future infinitive. — J. T. Allen, On secrec 
in voting in the Athenian law courts in the fifth century, B. 
— R. K. Mc Elderry, Some notes upon roman Britain /con- 
tinued). — E. W. Fay, Studies of Latin words in -cinio-, 
-cinia-. — E. H. Blaken er Murray's Euripides. — W. H. D. 
Rouse, Miss Harrison’s >Greek religion«. — On the ancient 
sculptures exhibited at the Burlington fine arts Club. Correc- 
tions in professor Furtwängler’s reply. — Ch. Waldstein, 
Professor Furtwängler’s methods. 


Englifhe Studien. Begr. von E. Kölbing, hrsg. v. Joh. Hoops. 
34. Band. 3. Heft. Leipzig, Reisland. 

Inh.: F. P. v. Weſtenholz, Die Hamlet⸗Quartos. — Lionel 
R.M.Strachan, The poet of Manxland.— P.Fijn van Draat, 
Drunkards’ English. (Sidelights on phonetics.) — %. P. $. 
Prid, Holländische Parallelen zu „Londinismen”. — €. Kölbing, 
Nachträge zu meiner Nudgabe von Lord Byrond Werfen. Band I. II. 
— Q. Elton and H. C. Wyld, The Liverpool University. 


Beet für das Gymnaſialweſen. Herausg. von H. J. Müller. 
68. ZJadıg. 11./12. Heft. Berlin, Weidmann. 

Inh.: R. Ullrich, Benupung u. Einrichtung d. Lehrerbibliotbeken 
an böh. Schulen. Praftifche — au ihrer Reform. — Jahres. 
berichte ded Philologifhen Bereing zu Berlin: Tacitus. Cicero. 


Bentralblatt f. Bibliotheföwefen. Hrg. v. P.S hwent e. 21. Jahrg. 
12. Heft. Leipzig, Harraffowig. 

Inh.: E. Kubnert xd H Gerhard, zu Ermand BorfHlag 
einer einheitlihen Katalogifierung der preußifhen Bibliothefen. — 
DB. Moilsdorf, cinige in Handfihriften der königlichen und Univer: 
fitätsbibliothel zu Breslau gefundene Schrotblätter und Holsfchnitte 
des 15. Jahrh. — O. Elemen, zur Bibliographie der Gedichte 


Kobann Stigeld. — A. Wolfftieg, der 3. internationale Biblio 
thetarkongtreß in St. Louis. — Weitered zum „Ratenfyitem” ‚Roftod 
und Gießen). 


Aunſtwiſſenſchaft. 

Die Kunst des Jahres. Deutsche Kunstausstellungen 1904. 
München, Bruckmann. (X S., 159 Taf. mit 250 Abb. Lex. 8.) 
Geb. # 5. 

Der dritte Jahrgang diefer INuftrations- Publikationen, 
deren erjte Bände Ref. im 55. Jahrg. (1904), Nr. 33, 
Ep. 1108 fg. d. BI. beiprach, jteht auf derjelben Höhe technifcher 
Wiedergabe wie auch umfaffender Reichhaltigteit, wie feine 
Vorgänger. Nur eine Klippe wird diefen Paraden vielleicht 
gefährlich werden können, wenigitens in den Augen deffen, 
der in ihnen nicht nur ein amüfantes Bilderbuch fteht, fondern 
eine tatjächliche Ueberficht über die wertvollen Kunfterjchei- 
nungen des Jahres. Sämtliche Zluftrationen find im Laufe 
des Sahres in Brudmannichen Beitichriften erfchienen und awar 
den Tert des jeweiligen Runitreferenten (d. D. eine fubjeltive 
Ueußerung) begleitend, nah feinem Ermefien ausgejudht. 
Die „Kunit des Jahres” will al3 objektive „Schau“ gelten, 
gerade aber das fcheint fie dem Ref. nicht immer zu erreichen, 
befonder3 in der Heranziehung ded Yuslandes. Etwa 15 
ausländische Künftler find mit je einem Bilde vertreten, allein 
Rodin mit fieben Werfen von der Düffeldorfer Ausftellung. 
Dagegen England und Dänemark von derjelben Ausftellung, 
die qualitativ beiten Gruppen, nur mit einem Bilde. Gerade 
die Freunde der Publikation werden an diefer offenbaren 
Klippe nicht ftilfchtweigend vorübergehen wollen. E. A. Gr. 


Witting, Felix, Westfranzösische Kuppelkirchen. Mit 9 Abb. 
Strassburg, 1904. Heitz. (40 8. Lex. 8) AA 


Zur Kunstgeschichte des Auslandes. Heft XIX. 


Das Scriftchen bietet weniger ftreng methodiiche Unter: 
juhungen nad) irgend einer Seite Din, fondern eine recht 
ichwerflüffige Kunftphilofophie über die eigenartige Gruppe 
der weitfranzöfifchen Kuppelfirchen, ihre vermutlichen Bezie- 
hungen zur albigenfiichen Keberfirche, ihre etwaige Ubhängig- 
teit von byzantinischen, venezianischen, coprifchen, maurifchen 
Vorbildern und ihren (port betonten) landeignen Charafter, 
wobei wejentlich auf St. Sront in Perigueur Bezug genommen 
wird. Die Neigung des Berf.s zu hohen und höcjiten Ab- 
ftraftionen erjhmert die Teilnahme an feiner immerhin ernten 
Gedankenarbeit. „Die Pendentifs bewegen béi Inn in ob- 
liquen Raumfphären und bedeuten rüdwirtend fo eine größere 
Bewegungsfreiheit des Menichen“; in jolchen Sägen verläuft 
die Diskuffion, die mit einem ungeheuren Berbrauh von 
Sremdwörtern gewürzt it. „Da3 occidentale, bafilitale 
Syitem interpretieren, eine gewifle Seckhe;za beë Raumge- 
fühls, erzeptionelle Konzeption, trude Proportion, gedrange 
Subitantialität, Roloraturen und Fiorituren.” Cin foldes 
Kaudermelich ift für die Sprache Zutherd doch beihämend. 
Veberdies fehlt e8 nicht an fehreienden Widerjprücden. B. 


Brach, Albert, Nicola und Giovanni Pisano und die Plastik 
des XIV. Jahrhunderts in Siena. Mit 28 Abb. Strass- 
burg, 1904. Heitz. (123 8. Lex.-8.) #8. 


Zur Kunstgeschichte des Auslandes. Heft XVI. 


Die beiden erften Abjchnitte des Buches Nicola Pifano, 
Giovanni Pifano bieten wenig Neues. Crmwähnt fei, dap 
B. für die Pijaner Herkunft Nicolas eintritt und feine 
Buchhefer Kreuzabnahfme nah der Pifaner und vor der 
Sienefer Kanzel entitanden denft. Bei Giovanni mußte 
B. einen Aufenthalt in Franfreih annehmen, ebenfo bei 


17 — 1905. 2. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 78 





Arnolfo di Cambio. Gegen Bode beftreitet er die Urheber» 
ſchaft Giovannis bei den Geiligenfiguren in ©. Quirico. 
Der dritte Abfchnitt behandelt das Verhältnis von Giovanni 
Pifano und Giotto, der in mehrfacher Beziehung, in ein: 
zelnen Motiven, in der Gewandbehandlung, der Architektur, 
im malerifhen Relief von Giovanni beeinflußt erjcheint. 
Kapitel IV behandelt die Schule Giovanni Pifanos in Siena, 
und zwar wurden zunädjit für den plaftifchen Pfeilerſchmuck 
an der Ballade des Domes von Orvieto, für den fon 
früher zwei verjchiedene zeitliche Perioden erfonnt moren, 
beitimmte Zuweifungen verfuht: an Arnolfo di Cambio, 
Ramo di Paganello, und hauptjählid Lorenzo Maitani 
und feine Schüler. Auh an Andrea Pifano, der alg 
Sapomaefiro des Domes von 1347—1349 in Drvieto war, 
ift bei fech® Nelief3 des erften Pfeiler zu denten. Bei 
ber Tätigfeit Tino da Camaino wird insbefondere auf 
dag bei ihm zum eriten Male nachzumeifende Konjolengrab 
aufmerffam gemadt. Was über Gellino di Neje zu jagen 
ift, war bereit3 im Cicerone gejagt und zwar kürzer. €3 
folgen Agoftino di Giovanni, Angelo di Bentura, Gerno, Goro 
de Gregorio u. a., über die das. urkundlich zu Ermittelnde 
in Aberfichtliher Weife mitgeteilt wird. Bei Andrea Pijano 
wird auf Giovannid Darftellungen des unterften Bedeng 
de3 Brunnen? von Perugia Hingewiefen als „einen Der 
Ausgangspuntte der florentiniihen Plaftit des Trecento”. 
Nino und Tommafo Pifano mahen den Schluß. Der Ge: 
winn aus der Lektüre des Buches entfpricht leider nicht feinem 
Umfang. Die beiden erften Abfchnitte hätten ohne Schaden 
wegfallen können, alfo faft die Hälfte des Buches. So 
hätte fih da3 Neue viel deutlicher herausgehoben als jeßt. 
Auch Hier tritt wie öfter im der neueren Eunftwiflenichaft: 
lien Literatur die Neigung Hervor, die wenigen befchei- 
denen Baufteine, Sie man zu bieten hat, vierfpännig heran: 
zufahren und unter Hymnengefang abzuladen. Längjt Be: 
fanntes wird zum Überdruß wiederholt und immer wieder 
wird hervorgehoben, daß éin großer Stein der Entwidlung 
die großen Künftler verbindet, daß fich Giotto und Naffael 
über die Jahrhunderte die Hände reihen zz. Mit folchen 
Allgemeinheiten ift nicht3 geholfen. Lieber follte man nicht 
behaupten, daß die Jugend Duecciad „in die Zeit fiel, da 
Giovanni Pifano den Dombau in Siena leitete”. 


Bock, Franz, Die Werke des Mathias Grünewald. Mit 3i 
EE Strassburg, 1904. Heitz. (X, 178 8. Gr. 8.) 
A 12. 


Studien zur deutschen Kunstgeschichte. Heft 54. 


Grünewald und kein Ende! Während wir fon auf 
©. U. Ehmids große Publikation warten, bringt und das 
vorliegende Buch eine Gefchichte der Werke und der Entwid- 
[ung des Mainzer Malers. Je weniger fichere® man von 
ihm weiß, unfo mehr muß ein phantafievofler Kopf fi zu 
einem Aufbau feiner fünftlerifchen PBerjon gereizt fühlen. Hat 
man fidh erft in den BZauberfreis des großen Magus einge 
fponnen, jo glaubt man fchließlich über ihn zu wifjen, was 
man zu wiflen begehrt und der fchöpferiiche Drang in ber 
Bruft des orfchers nebelt da3 arme, beicheidene Seelchen 
Beobadtung. Suchen wir von den zuverlälligen Werfen 
Grünemald3 in das Dunkel feiner Unfänge vorzudringen, 
fo merfen wir bald, daß die mögliche Linie der Entwidlung 
fih gabelt. Die eine Viöglichkeit beherrjcht etwa ber Begriff 
Dürer, die andere führt facht in immer dichteren Nebel, 
vielleicht rheinabmwärts. Der Verf. hat fih in feinem inter- 
efjanten, aber recht unruligen und wilden Buch mit anderen 
für die erfte Alternative entichieden. Jhm ordnen fih Grünes 
wald Leben, Taten, wie folgt: Grünewald findet fih 


zuerjt am Oberrhein; zu Beginn der neunziger Jahre des 
15. Jarh. ift er in Bafel al „Meifter der Bergmann 
jhen Offizin” und trifft dort mit Dürer zufammen. (Ende 
der neungiger Jahre fommt er nad) Nürnberg. Um diefe 
Beit zeichnet oder malt Dürer fein Bildnis; da3 Abbild teilt 
Sandrart mit. Seit 1506 etwa arbeitet er in Alchaffenburg; 
dann wandert er wieder an den Oberrhein, kehrt aber fpäter 
nah Alchaffenburg zurüd. Die lebten Lebensjahre bringt 
er in Mainz zu. In diefe Lebensabjchnitte hat ber Verf. 
Grünewalds Werke verteilt, die er um viele mehr oder minder 
unfichere vermehrt. Bu einem eingehenden Referat über 
das von ihm zufammengeftellte Werk Grünewalbs ift hier nicht 
der Raum. Nur da3 wäre zu fagen, daß fiere, objektive 
Grundlagen für die Darfielnng des Lebens: und Entwidlungs- 
gangs Grünewalds im ganzen und für viele Bufchreibungen 
vermißt werden. Eine Möglichkeit begründet noch keine wifjen- 
Ihaftlihe Annahme. Trogdem fcheint mir das Buch eriprieß- 
lich, zumal da, wo e3 zu Iebhaftem Wideripruch herausforbert, 
was ja an vielen Orten der Fall fein wird. Über vor 
allem mwünjchte ich ihm eben etwas mehr Mag und etwas 
geringeren Pedalgebrauh. Abgefehen von dem Thema findet 
fidh nod einige3 erwähnenswerte: mit Thode gibt der Verf. 
die Sranffurter Rurtifane und den Meißner Altar Dürern, 
erwägt die Möglichfeit einer frühen niederländifchen Reife 
Dürerd dor 1496, führt (mit Nedt) die Wertihägung Bal- 
dung auf ein geziemendes Maß zurüd, fchreibt ihm u. a. 
den Sebaftiandzyflug im Biichofshaufe in Mainz zu, erkennt 
in dem Schwabadher Altar ein Jugendwerf des M. v. Mepkirch. 
Die legte Theje hat den Berichterftatter ordentlich gerührt, 
wie das Wiederjehen mit einem dem Leben Längft entichwun- 
denen Sugendfreund. Denn auh er hat fie vor vielen 
Jahren Bayersdorfer gegenüber ernftlich verteidigt. 


Veit 3 

und seine Schule in Deutschland, Polen und Ungarn. ‘Mit 
89 Abb. in Autotypie. Leipzig, 1903. Hiersemann. (VII, 
187 S. Gr. 8.) 4 10. 

Dag Budh ift mehr nur ein chronologifcher und räfon- 
nierender Katalog des Stoßmwerfes, wertvoll durch die überall 
auf eigner Anfhauung beruhende Fritit und Analyfe ber 
weitzerjtreuten Denfmäler, die mit Stoß oder feiner Schule 
in Beziehung ftehen, und ganz befonderd dankenswert durch 
die Vermittlung deijen, was polnische Gelehrte bisher unbe, 
achtet über Stoß in Polen und Ungarn gearbeitet hatten. 
Das erite (Haupt-)Kapitel ift dem Mkeifter felbit und feinen 
in Krakau und Nürnberg entjtandenen, bezeichneten, beglaus- 
bigten und ftilfritifch zumeisbaren Werken gewidmet, das 
zweite der in Frafau fortblühenden, fruchtbaren, aber all, 
mählich polonifierten Stoßichule, die mit ihren Werfen die 
jlavifche und magyariihe Umgebung verjorgte. Unter den 
Schülern treten Rikolaus und Paul von Leutichau hervor, 
in denen Stokiihe Züge in etwas übertriebener Art fort- 
leben, legterer durch ein recht umfangreiches Wert vertreten. 
Die väterliche Werkftatt in Krakau führte der Sohn Stanis- 
aus (3. Kapitel) noh über 3O Jahre weiter, italienische mit 
Düreriihen Einflüffen paarend. Das 4. Kapitel beichäftigt 
fi mit den Schnigereien Wohlgemutd und fährt auf eine 
Kunftinfel, die wohl immer verfhwommen, uferlos bleiben 
wird. Jm legten Kapitel werden die Stoß fälfchlich Auge, 
Ichriebenen Werke beiproden. Eine danfenswerte Bugabe 
bilden die SJluftrationen, melt nod des Berf.3 eignen Auf» 
nahmen, zwar fleinen Formats, aber doch hinreichend farf, 
um Dt gon der Entwidlung des Meifterd und feiner Schüler 
eine Vorftelung zu madhen. Wé ift nur au bedauern, daß 
des Verf.d Beobadhtungsgabe und Darftellung nicht ganz fo 
plaftiich, Hor und anfchaulich find, um in jedem all zu über: 


Poan; Berthold, Beiträge zur Stoss-Forschung. 


79 — 1905. M2. — Literarifhes Zentralblatt — 7. Januar. — 80 


zeugen, und fo werden wohl einige feiner Buweifungen jtarfe 
Unfechtungen erleiden. B. 


Sunftchronit. Hr3g. von ©. A. Seemann. 16. Zahrg. 
Nr. 9. Leipzig, E. A. Seemann. 

Snh.: A. Kifa, Die Kunftwerfe der Münftertirhe zu Eifen. — 

A. Wolf, Angerlich neue Gejahr für die Markustiiche in Benedig, 


Der Runftwart. Hıdabr. F. Avenariud 18. Jahrg. 6. Heft. 
Münden, Gallwey. 
Inh.: F. Avenarius, Bom Schenken. — Derf., Wilhelmine 
SchröderDevrient. — D. Anthed, Der deutihe Auffag und die 
fünftlerifche Kultur. — R. Batta, Lieder zur Laute. — Ernit Kietfchel. 


N. F. 


mn re nn —— ne E E E ———— — — — 


Pũdagogik. 


Kienitz-6erloff, Felix, Methodik des botanischen Unterrichts. 
Mit 114 Abbildungen. Berlin, 1904. Sale. (VIII, 2% S. 
Gr. 8) #6, 50. 


Das vorliegende Buch ftellt da3 Ergebnis eines 30 jährigen 
Unterricht3 an verjchiedenen höheren Lehranftalten dar, von 
denen der Landwirtfchaftsichule zu Weilburg die Hauptjache 
zu gute fam. Die in dem vorliegenden Werke enthaltenen 
Abbildungen wurden zum größten Teile nicht anderen Büchern 
entlehnt, jondern ftellen meift Originalgeichnungen nady jelbft- 
gefertigten Präparaten dar, fo dap der Tert fih niht nad 
den Vorlagen zu richten hatte, fondern die Figuren find, 
was fie fters fein follten, Erläuterungen zu dem gejchriebenen 
Wort. Der Inhalt gliedert Pë in einen empirischen Ab- 
jehnitt, einen theoretischen Teil und einen fynthetiichen Schluß, 
gemäß den von W. Wundt in feiner Logik aufgeftellten Grund- 
jägen. Die Lehrer wollen wir vor allem auf eine Reihe 
von Lehrplänen Hinweilen, weide das Gefamtgebiet der 
Naturwifjenichaften famt Anthropologie (S. 98fg.) umfaffen; 
ein Lehrplan, weldher Gymnafium, Realgymnafium und bie 
Dberrealfchule umfaßt, nimmt bereits Nüdficht auf ben bo 
logifchen Unterricht und fügt die Defcendenztheorie Hinzu. 
Den Ausführungen des gewiegten Pädagogen ift ein weiter 
Kreid von Lejern und Ausführenden zu wünfcden, e3 wird 
niemand bereuen, fih in dieje Methodi? vertieft an haben, 
und den Nupen haben die Schüler. 





Rehrproben und e WC aus der Prarid der Gymnafien und Real- 
(hulen. Greg. von W. Fries u. R. Menge. 82. Heft. Halle a. 6., 
Buahandlung des Waifenhaufes. 


Inh.: DO. Altenburg, Die Lateinübungen der Prima im An: 
IHluß an die Lektüre. I. Proven nah Horaz Od. 1. I—II. — 3. 
Strigl, Entwurf zu einem Eyftem der latein. Schulgrammatit. — 
Baede, Bemerkungen zum Kömerbrief. — U. Freybe, Die Bedeu: 
tung der Dnerizene in Goeihed Faufttragödie. — Dörmald, Der 
Eturm u. Drang. (Zur Bebandiung Överbes u. Schillers im deutfch. 
Unterriht.) — H. Schmidkunz, Schwächen des Univerſitätsunter⸗ 
richtes — A. Körtel, Zur „Begriffsbeſtimmung“ im Logikunterrichte 
an Gymnaſien. 


Educational Review. Ed. by N. M. Butler. December 1904. 
Rahway, N. J., and New York. 


Cont.: G. A. O. Ernst, The movement for school reform 
in Boston. — A. Tolman Smith, The educational exhibit at 
St. Lonis. — W. D. Hyde, The college. — E. D. Perry, 
Present problems of the university. — N. M. Butler, From 
King’s College to Columbia University. 


Zeitfhrift f. den deutfchen Unterricht. Hrg. von O. Lyon. 18. Jahre. 
12. Heft. Leipzig, Teubner. e 2 3 bis 
Inh.! J. Sahr, Martin Greifs Gedichte in fiebenter Auflage. 
— A. Wünſche, Die Tierwelt im Bilderſchmucke des altteſtam nil. 
poetiſchen Schrifttums. (Schl.) — H. Unbeſcheid, Anzeigen aus der 
Schillerliteratur 1903 - 1904. 











UEermiſchtes. 


Separat⸗Abdrücke aus den Sitzzungsberichten der mathemphyſ. Klaſſe 
der t. bayer. Afademie der Bifenfdaften. Bd. 34. 1904. $. 3. 
Münden, Franz in Komm. 

Snh.: A. Föppl, Ueber abfolute und relative Bewegung. (13 ©.) 

#4 0, 40. — Gottfried Merzbadher, Forfhungsrerie im Zian-Schan. 

93 ©.) Æ 1, 80. 


Signngsberichte der königi. preuß. Akademie der Wiffenfchaften zu 
Berlin. Gejamtfigung. 1904. Rr. 53. 


Inh.: F. C. Schulze, Ueber den Bau und die Entwidelung ge 
mier ZiefieeOrganidmen, welde bisher von einigen Boologen für 
Hornfpongıen, von anderen für Foramıniferen gehalten wurden. — 8. 
Foy, Die Epradhe der türfiihen Zurfanfragmente in manicdhätfcher 
Shhrift. — E. Cohn, Zur Eleltrodynamik bemegter Snfteme. 2. — 
%. Siegel, Unterjuhungen über die Aetiologie der Poden und der 
Maul und Klauenjeude. 


Siyungsberichte der Tout, Akademie der Wiffenfchaften zu Wien. 
bio butter, Klaffe Bd. CL. Gerold’ Sohn in Komm. 

Inh.: A. Œ. Schönbadh, Beiträge zur Erklärung altdeuticher 
Dichtwerke. 4. Stud: Die Sprüche ded Bruder Wernher. 2. (106 ©. 8.) 
— an Ueber Butolf von Heiligenkreuz. Unterfuchungen u. Terte. 
129 ©. 8.) 





Univerfitätsfhriften. 
(Format 8., wo ein anderes nicht bemerkt ift.) 

Berlin. (Inauguraldifl. [Philof. Fat.) Erih Topp, Die 
Edlaht an der Elfter, 15. Ottober 1080. (52 ©.) 

Leipzig. (Habilitationsihr.) Hermann Scholl, Photoelektrijde 
Eriheinungen am feuchten Zodjilber. 84 ©.) 

— (Snauguraldifi. [Philof. Fal.) Otto Angermann, De 
Aristotele rhetorum auctore. (73 S.) 

Marburg. (Hatiliturionsfchr) Franz Bod, Die Werke des 
Matbiad Gıunewald. (1 ©.) 

— (Snauyuralif. [Yur. Zal.) Arthur Oppenheimer, Die 
fiduziarifche Eigentumsübertragung, inebefondere dad Ausfonderunge- 
tcht an den zu fiduziariih.m (ıgentum übertragenen Geg.nitänden. 
53 ©.) — Georg Ortlieb, Einigung und dingi her Bertrag. Eine 
Studie zum Eadheuricht des B.9.B. für dad Deutfhe Reit. 86 ©.) 
— Carl Rei, Ueber mittelbaren Befig. (80 ©. — H. Rodoll, 
Die Yormerforrernijje des eigenhäntigen Zeftaments, insbefond.re dad 
Erfordernid richtiger Zeite und Ortsangabe. (53 8.) — Adolf Salo- 
mon, Tie Oınehmigung im 1. Bud did 3.8.3. in ihrer Be,ichung 
zu der Kinigung dıe 3. Buced. 65 ©.) — Huqo Sam, Die Recht 
ftelung der Erben eines Befrllihafterse im Falle ed $ 139 9.8.2. 
(89 ©.) — Gi gfricd Shwarzfhild, Die Tienfte der Kinder im 
Hauswefen und Gıfhäfte der Eltern. (8 1617 8.8.8.) (42 ©.) — 
Hugo Sedel, Die Automaten im Etrafr.ht. 40 ©.) — Karl Frei 
berr Löw von und zu Eteinfurth, Tie Actio Publiciana und 
die Klage aus § 1007 tes 3.0.83. 54 S.) — D. O. Croiffant 
Uhde, Das einieitige Rechtsgeſchäft des B.G.B. (90 S.) — Karl 
Weber, Dinglihe Ciherung des Rechts zum Wiererfauf von Grund 
tüdn. 57 S, — Werner Wedemeyer, Nudiegung und Irrtum in 
ihrem Zufammenhange. (67 ©)  (BPhilof. Fat., Deutihe Bhılol.] 
Heniih Pfennig, Tas Deminutivum bei Schiller uns finen 3eits 
genoifen. (39 S.) — Paul Wüft, Tie teutfhen Proiaromane von 
Bontus und Sıdonia. (77 ©) — Franz Zinkernag:!, Die Grund. 
lagen der Hebbeifhin Trayörie. (85 È. — (Engl. Philol.] karl 
Berninau, Orthograpbie und Ausiprache in Ridhard Stanyh ifte 
englüiher Ucberiegung der Ueneide 1582. (32 S.) — Georg Neu: 
mann, Die Or hograrhie der Paston Letters von 1422—1461. Ein 
Beitrag zur Geſcichte der engliſchen Orthographie. 32 S. — Alired 
Ritter, Die Bertcilung der ch- und k-ğgormen im Mittelengt ihen. 
8 ©.) — Ernft Rudolf, Die englifbe Drthonraphie von Garton 
bið Ehatefpeare. 50 S.) — Wilhelm Troft, Beiträge Aur Renntnid 
des Stils von John Donne in femen Poetical works. (62 €.) — 
(Alaf. Philol] Ernestus Bieber, Hygini fabularum supple- 
mentum. (44 S.) — Georg Jung, Beiträae zur Charakteriitit teg 
Qiviug und feiner römıhen Quellen Coelius Antipater, Balerius 
Antiad, Claudius Quadrıgarius. ‚66 S.) — (Roman. Philot. Wilh. 
Fiſcher, Guſtave Flauberts Verſuchung des heilinen Antonius nad 
ihrem Urfprung, ibren verfhieden.n Fafiungen und in ihrer Bedeutung 
für den Dichter. (100 ©.) — Otto Yangheim, De Bile fein Leben 
und feine Dramen. :109 ©. 4) — Georg Wenderoth, Eſtienne 
Pasquiers poetifne Theorien und feine Tätigkeit ald Literarhiitoriker. — 
a vergleiäung.) Carl Kappus, Der indogermaniihe Ablativ. 


E 


81 — 1905. 182. — Literarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 82 


Aritiſche Fachzeitſchriften. 


Revuo orit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 

38° année. Nr. 51. Paris, E. Leroux. 

Semm.: De Boer, Histoire de la — de l'Islam. — — Les sept 
tablettes de la er6ation. — Böllenrü cher, Prières et — à Nergal. 
— Burkitt, Le christianisme primitif. — Turmel, Tertullien. — Ven- 
äryes, Traité d'accentuation grecque. — Horace, p. 'Plossis et Vë E 
— Frans, Lo rituel de Saint-Florian. — Ibarra, Collection de 
ments sur l'histoire do |' Aragon, L. — Souvenirs de la baronne du Montet. 
— Deh6rain, Etudes sur l'Afrique. — G. Weil, Le pangermanisme en 
Autrıche. — La maison Barbära — Pete rs, L’Angleterre ot les Anglais. 
— Courant, Études sur l'éducation et la colonisation. — Lavalley 
Les mineurs de Littry en 1792. — J.R6gnier, L’instraction publique e 
la Convention. — Götz, Le condamn6 :88. — Pasdirek, Manuel uni- 
versel de la littérature musicale. 


Rivista aer, Mei Italiana. Diretta dal G.Ciardi-Dupre. 
Anno IX. Nr. 24. 


Somm.: G. De Flamini, La materia e la forma del bilancio inglese. — G. 
Carato Donvito, I teoremi fondamentali della statica o dinamica finan- 
ziaria, — J. Tivaroni, Le imposte dirette sulla riechesza mobiliare e 
sal reddito. — L. Neppi Modona, Scienza delle finanze e diritto finan- 
ziario italiano. — Per l'universitä italiana a Trieste. — L. Pavia, Croazia 
© Sun helte lotta fra diritto e dispotismo. — P. Brotto, Grammatica 
— V. Puntoni, Grammatica della lingua A Gilardi, 

matica italiana. — G. Bellati, Gli occulti. (Onoranze al Prof. 
V. Lilla pel suo XL anno d'insegnamento.) — E. B indi, Religione e morale. 


Reue philologifhe Rundihan. Hrda. von C. Wagener u. Ç. 

Ludwig. 1904. Rr. 26. Gotha, F. N. Perthes. 

Iuh.: J. Samuelsson, Ad Apollonium Rhodium adversaria, (J. Sitzler.) — 
a. Wefermannn. E. Rofe enberg, Uussrwählte Reden des — 
13. ze) Eduin. Mueller, De 'Posidonio Manilii auctore spec. I. (A. 
Kraemer.) — Yr. Rreppel, Der „parte der Horaniichen Römeroren. (€. 
Kimi E Thomas, Notes conjecturos sur Manilius. (A. Kraemer.) 
— Ron Usteod nad Ninive. (R. Harien.) — Eonr. Sihorius, Die röm. 
Dentmäler in der Dobrurfte. — Ad. Lehmann, Bilder uralten Geichicte. 
(8. Rod.) — W. G. Halo and C. D. Buck, A Latin grammar. (0. mn 
— € Bardt. Zur Tehni? des Neberfepens lateinıfaer Brofa. (N. Yun 
— Tb Udhelie, Abrıg der vergleichenden EM (8. way 
— Ph. Plattner, Leitfaden ber franı. Eprade. (Bd. Bihler ) — A. Har. 


nild n MW. Duhesne. Metbodifche franı Sprehfanie — B. Schmidt, 


Esquisses literaires. (E Meyer.) — G. Krüger u. C. Alphonso Smith, 
An English-German conversation book. (M. Thamm ) — Modern Philolo 
— K Bchladebach, Jerome K. Jerome, Fact and fiction. (H. Schmi deg, 
— Meyers Großes Konverfation- Leriton, VI. Band. 


Wocheuſchrift für klaffiihe Philologie. Hrög. v. ®. Andrefen, $. 
Drabeim u. F. EE 21. Jahrg. Nr. 52. Berlin, Weidmann. 


A: RB. Shulg benempfindungsfuftem der Hellenen. (Er. — 
— uv. EE rfaciden men, Katalog der Sammlung Petrowic 
IS nl — 8. Bartels, Die Barnsihladt und deren Oertligteit. 


Außerdem erfhhienen 


ausführliche Aritiken 


Bauch, B., Ee und Kant. 
Br&hier, L., La 
Theol. XLVIIL 
Benard, Ch., Ke du pole. (Lindeman: @eogr. Ztfdhr.X, 12.) 
Douglas, J., Theodore Watts-Dunton. (Spielmann: The Academy 


Nr. 1702.) 
Eigart, 3., (Kraft: Ztfchr. f. Echulgefund- 
eitöpflege 6. 1 
Freeman, E. A., Was Europe in the fifth century. (Rose: 
The Academy Nr. 1703. 
araona, L., Geogtaphiſche Kulturkunde. Kirchboff: Geogr. Ziſchr. 
— G., The National Gallery. (N. Beil: The Academy 
(Hilgenfeld: Hifchr. f. wiff. Theo. 


Nr. 1708 
Grid, 93., Der Primat des Petrus. 
XLVIII, 1 
Gruber, — ale Bildungdfadh. 
r. 
M., Aufwand und — der Mittelſchule ar. (Hilfiker: 


iſch 
Ziſchr. f. ẽ chuigefundhensp 

Sauerath, A., Luther Leben. Giant, Proteft. Monateh. VIII, 12.) 
Hein, Adalbert Etifter. (Deutfche Arbeit IV, 3. 


) 
Janet, P., ie * d'électrotechnique générale. (Simon: Phyfital. 


Eule: Protefl. Monateh. VIU, 12.) 
we des images. (Dräfele: Htihr. f. wiff. 


un; E? Erantheme. 


(Langenbed: Geogr. 


tſchr. 

en ‚Sri. d. griech. Kunft. I. (Mahler: Deutfhe Arbeit IV, 3.) 

Brett mer, pior: Geogr. V. Mitteleuropa. (Widmann: Gym: 
nafium zii .) 

Lehmann, D., Flüffige Kıy ae E Plafizität von KAruftallen ıc. 
(Riede: Phyfital. a 

Lipfius, F., Kritik d. theol. Eai (Graue: Ziſchr. f. wif. 
T$ ol. XLVII. 1.) 

Marſhall, er Tiere der Erde. (v. Hanftein: Raturwiff. Rund- 
ſchau xx e 2.) 


Minner u. Plane, W. Jordand audgew. Stüde aus d. 3. Dekade des 
Livius. 5. Aufl. (Heffelmeyer: Neues Korr.-Bi. f. d. Bel. u. Realicd. 
Burtt. XL 11.) 

Sammlung illuftr. Heiligenleben. 1) H. Günter, Heinrich IL der Heil. 
2) A. Egger, der hi. Auauftinus. (Ztfehr. f. ritil. Kunft XVIL 10.) 

E&hniper, 3., Savonarola ll. (Dräfete: Ztihr. f. will. Theol.XLVIIL 1.) 

The complete poetical works of Shelley, ed. by Th. Hutchinson. 
(F. Thompson: The Academy Nr. 702.) 

Wagner, H., Die Wafferfheide in Südamerila fürl. v. 400 ©. Br. 
(Gravelius: Stihr. f. Bewäffertunde VI, 6.) 

Wehmer, Enzyklopäd. Handb. d. Schulhygiene. (P. Meyer: 
nafium XXIII, 1.) 

Wendell, B., The temper of the seventeenth century in English 
litterature. (Shore: The Academy Nr. 1703.) 

Wettftein, R. v., e a aus Südbraſilien. Karſten: 
Geogr. Ztſchr. X.1 

Das Kgr. aber Hrög. v. d. Pol. ftatift. Landesamt. I. Bd. 
Mann: Neues Korr.Bl. f. d. dd. u. Realfh. Württ. XL, 11.) 


Gym⸗ 





Bom 21. bis 28. Dezember find nachſteben de 


nen erſchienene Werke 
bei nne eingeliefert worden, deren Beſprechung ſich die Redaltion vorbehält: 


Ashley, W. J., The progress of the German working classes 
in the last Gg of a century. London. Longmans, Green 


& Co. (8.) 
— s. J., Geſchichte der ne V. Die 
franzöf. Lit Freiburg i. e Herder. (Gr. 8.) Æ 12. 


ne, A., meet Des geograph. Unterrichted. Wien. Deutide. 
(Br. 8.) 4 
Duherer, 9. $., se Ginführung in die Elektronentheorie. 
Leipzig. Teubner. 148 ©. Gr. 8. mit 14 Fig.) 
ele, E E. — erte Kirche. Jugenheim. Suevia- 
erla (16 8.) 
Codex Deise Lusatiae superioris II, "206, v. Rich. Te 
Bd. II, H. 5, enthaltend das Regifter zu den 2 Bänden v. E. 
Seeliger. Görlig. Tufhafhel in Romm. S. 747—861. Br. e 
P H Kataſtrophe in Goethes Fauſt. Dortmund. Ruhfus. 


ei es. Geſchichte der SA" Literatur von ihren Anfängen 

bis auf die neuefte Zeit. 6. in neuer Bearb., mit 33 Abb. 
Reipzig. Zul. Bädeler. (Gr. 8.) Æ 6 

Faldenheiner, W., Perfonen- u. Ortöregifter u der Matrifel und 
den Annalen der SE Marburg 1527—1652. Marburg. 
Eiwert. m 8) 4 7 

Feuerbach, L., Das Weſen des Chriſtentums. Kritiſche Ausgabe. 
ët u. Anmert. rêg. v. 8. Quenzel. Leipzig. Reclam. 
( ) 

Filder, Iw., Kurze Einleitung in die Differential» und Integrale 
— („Infinitefimalrechnung”). Aus der 3. engl. Ausg. a 
R. Pintus. Qeipaig. Teubner. (VL 72 S. Or. 8. mit 11 Fig. 
Cu A., Einführung in die Marwellfhe Theorie der Gitt V ` 
Ee „umgearb. ns v. M. Abraham. Çb. XYI 
mit Fig. 

ne F., Streifiüge dur die Welt der Oropftadtlinder. Ebd. 
(Br. 8.) Geb. Æ 3, 20. 

Gareis, K., die Fortfepritte des internationalen Rechts im Le Ge 
Menfchenalter. Vortrag. Dresden. v. Zahn & Jaenſch. (8.) 

Gaye, R.K, The Platonie conception of immortality and ge 
nn with the theory of ideas. London. Clay & Sons. 
'8.) Ge 

SC nn Sunnar è un Wald und Feld. Wien. Mitſchke. 
(ër, 8. mit bb. 

Goltz, Bog., Zur gett u. e Por der Frauen. 6. Aufl. 
Mit t Portr. u. biogr. Skizze ded Berf.d v. OG Jante. Berlin. 
O. Jante. (8.) Æ 2. 

Gramzow, D., Gelhidte der Philofophie feit Kant. 3.—5. Heft. 
Gharlottenburg, Bürtner. (Or. 8. mit Bildn. u. Fali.) Je 4 0, 76. 

a VvVeſchichte der Staatötheorien. Inndbrud. Wagner. 
(Gr. 8.) 4 12. 

Hanfen-Taylor, Marie, Aus zwei WWeltteilen. Erinnerungen. 
Stuttgart. Deutfhe Berlagsanfl. (226 ©. Br. 8. mit 2 Bildn.) 

Hatfhet, 3, Englifhed Staatdreht. I. Band: Die Berfaffung. 
Zübingen. Bott. (et Al 4 18. 

Heyfelder, E. Aeſthetiſche Sun 2. Heft: Die ne 
u. Goethe? Neftherit. Freiburg i. 3. Henfelder. (201 

Jacobi, Mag, Da Weltgebäude des "Kardinals Fe a — 
Berlin. Kobler. (8.) Æ 1, 20. 

Kahle, P., Die arabiſchen ana an, Zerte mit Bloffar 
u. —XXEC Leipzig. Hinrichs 44. 

Kerr, Alfr., Das neue Drama. Berlin. e ec)? wd 8) æ b. 


83 — 1905. M 2. — Literarifhes Zentralblatt —- 7. Januar. — 84 


King; L. W., Records of the reign of Tukulti-Ninib I, king 

. of Assyria, about B. C. 1275. Edited and transi. from a 
memorial tablet in the British Museum. London. Luzac & Co. 
(8. mit Taf.) Geb. Sh. 6. 

Kleinpeter, H., Die Erfenntnidtheorie der Naturforfhung d. Gegen- 
wart, Leipzig. Barth. BIZ A 

Kreibig, 3, Lehrbuch der kaufmännilihen Arithmetit für d. Deutfche 

Neid. 2 Bde. Wien. Hölder. (Gr. 8.) M 4, 32 u. M 2, 80.; 

RQampredt, Karl, Deutfche Gefhichte. 1. Abt.: Urzeit u. Mittelalter, 
4. Bd. 3. Aufl. 2. Abt.: Neuere Beit, 1. Bd., 1. u. 2. Hälfte. 
3. Aufl. Freiburg i. B. Henfelder. (Gr. 8.) Je M 6. 

Müller, J048., Bon den Quellen des Lebens. 7 Auffäge. Münden. 

Bed. (8) M 3. 

Mufer, D., Der Kampf um die Echule. Vortrag. Frankfurt a. M. 
Sauerländer. (8) 4 0, 60. 

Nicholson, E. W. B., Vinisius to Nigra. A 4th. cent. Christian 
letter written in South Britain and discovered at Bath. With 
collotype facsim. London. Frowde. (8.) Sh. 1. 

Poppenberg, J., Bibelot. Leipzig. Beitler. (Gr. 8.) M 5. 

Proelp, Jobs., Friedrih Stolge und Frankfurt am Main. Frant 
furt a. M. Neuer Frankfurter Verlag, (VII, 380 €. Gr, 8 

Profi, 3. R., Beiträge zur Gefhichte der Enphilid. Bonn. Han» 
Hein, (8) .# 1, 50. i 

Reidh, H., Der König mit der Dornenfrone. (S.-A.) Leipzig. Teubner. 
(Sr. 8. mit 5 Abt.) #1. . 

Reich, Affe, Der Paulinidmus und die Logia Sefu in ihrem gegen 
feitigen Berhältnid. Leipzig. Hinrihe. (Gr. 8.) Æ 20. 

Riedel, W., and W. E. Crum, The canons of Athanasius of 
Alexandria. The Arabic and Coptic versions ed. and translat. 
with introd. ete. London. Wiliams & Norgate. (XXXV, 

59 u. 154 8. Gr. 8. mit 1 Taf.) 

Poyraxns, T. K., Pwuaiıxn yoauuarızr. "Exdooı B'. Athen. 

a j ep — E e ae j 
ofenfeld, €. H., Der Reihäftrafprogeß._ 2. Aufl. Berlin. Quttin- 
tag. (XVII, 448 ©. 8.) ph é 

Santod-Dumont, U, Jm Reih der Lüfte. Autorif. Ueterfeg. v. 

- L, Holthof. Etuttgart. Teutfhe Berlagdanft. (176 ©. Or. 8. 
mit zahlr. Abb.) 
déiert, H., Die Mofterien des Ofirig in Abydos unter König 
Gefoftrid II nah dem Dentftein ded Oberfhapmeiftere Jechersnofr:t 
im Berliner Muf. Leipzig. Hinrichd. (4. mit 1 Taf. .# 9, 60. 

Sheiner, J., Der Bau des Weltalld. 2. Aufl. Leipzig. Teubner. 

(8. mit 24 Abb.) Geb. M 1, 25. 

edhlömild, D., Uebungstudh zum Studium der höheren Analvfig. 
1. Zeil: ne aug der Differentialrehnung. 5. Aufl., bearb. 

v. C. Naetſch. Ebd. (VIIL 372 ©. ©r. 8. mit 85 Fir.) 

Schodorf, K. Sn zur genaueren Kenntnis der attifchen Gerichte: 

 fprache aud den zehn Nednern. Würzburg. Stuber. (Gr. 8.) A 3, 60. 

€ drader, D., Zotenhochzeit. Vortrag. Jena. Eoftenoble. (8.) Æ 1, 50. 

Schreiber, R., Die wichtigften Verfuche ded chem. Anfungsunterrichte. 
Halle a. S. Schrödel. (8.) Æ 1, 80. 

Schybergson, M. G., Historiska studier. Stockholm. Nor- 
stedt & Söner. (316 S. Gr. 8.) 

Simonyi, Zsigmond, A magyar nyelv. 
Sprache.) Budapest. Athenäum. (VI, 485 

Stedel, Œ., Briefe u. amtl. Schriftftüde im bürgerl. Leben u. Amtås 
vertehr deg Lehrers. 3. Aufl. Halle a. S. Schrödel. (8) M1. 

Strafprojeßordnung u. Serichtöverfaffungegefep. Xertaudg. mit Ein- 
leit. v.A. Hellweg. 13. Aufl. Berlin. Guttentag. (16.) Geb. M 2. 

Suyematfu, Baron, Rußland u. Japan. Aus d. Engl. überf. v. 

F. Müller. London. Probfihain & Co. (8.) .# 0, 80. 

Zromnau, A., Kulturgeograpbie ded Deutfchen Reiches u. feine Bes 
‚ziehungen zur Fremde. 8. Aufl. v. Mar Edert. Halle a. ©. 
Schrödel. (8) 8. 

Ufer, Chr, Die Ergebniffe u. Anregungen ded Kunfterzichungdtages 
in Weimar. Cine Beurteilung.. Altenburg. Bonde. (8) 4 1. 
Berzeichnid zürderifcher Univerfitätöfchriften 1833—1897. Im Anbang': 
Programmarbeiten der Kantonefchule Zürich 1834-1903. Zürich. 

Berlag der Kantondbibliothit. (Gr. 8.) M 2. 

Wiedemann, E., u. H. Ebert, Phyfitalifbee Praktifum. 5. Aufl. 
Mit 366 Abb. Braunfsweig. Bieweg & Sohn. (Or. 8.) Æ 10. 

Wirtrifh, M., Method. Handb. f. d. Untere. in d. mathem. Geos 
graphie in d. Bolkdihule. Halle a. S., Schrödel. (8.) Æ 2. 


Michtigere Werke der ansländifchen Literatur. 
l Engliſche. 


History of Northumberland. Issued under direction of North- 
umberland County History Committee. London, Simpkin. 
(643 p. 4.) Sh. 42. i 

Life 0 Pope St. Gre oy the Great, A. written by a monk 
Of the Monastery of Whi 


(Die magyarische 
S. 8.) S 





for the first time fully printed from MS. Gallen, 567, by F. 
A. Gasquet. London, Art and Book C. (4.) Swd. sh. 2. 
Munro, D.C., Source book of Roman history. London, Heath. 

(286 p. Cr. 8.) Sh. 5. 
Palmer, A.S., Folk and their Word-Lore. en on popular 
etymologies. London, Routledge. (202 p. 12.) Sh. 2, 6d. 
Plato, Phædo. Ed. with intro. and notes by H. William- 
son. London, Macmillan. :292 p. 12.) Sh. 3, 6d. 

Pratt, S. C., Saarbrück to Paris, 1870. Strategical sketch. 
10 sketches and maps. London, Sonnenschein. (118 p. Cr. 8.) 
Sh. 5. (Special campaign series.) 


Sranzöfifde. 

Cicéron, Les Catilinaires. Expliquer littéralement, traduites 
en français et annotées par J. Thibault. Paris, Hachette 
et Cie. (256 p. 16.) Fr. 2. 

— Plaidoyer pour Murena. Expliqué littéralement, traduit en 
français et annoté WE J. Thibault. Paris, Hachette et C'e. 
(200 p. 16.) Fr. 2, 50. 

Dechevrens, A., Le rhythme grégorien (réponse à P. Aubry.. 

` Annecy, impr. Abry. (70 p. avec musique. 8.) 


— 








Antiquariſche Kataloge. 


Bocca, Eilvio, in Rom. Nr. 203. Berfchierened. 738 Rrn. 

Heß, J, in Ellwangen. Nr. 72. Rehtêwifenfhaft (Bibl. d. Prof. 
v. Franklin), 1247 Nın. Nr. 73. Kirchenrecht, Kirhengifh. (Bibl. 
d. Prof. 3. Eilbernagl), 1218 Rin. Nr. 74. Geih., Kunft u. 
Arhiteftur, Medizin u. Naturmiffinfhaften, 628 Rrn. 

Rofenthal, Ludw., in Münden. Nr. 108. Rußland, Gefd. u. 
Geogr., Lit., oriental. Kirche. 


8 Nachrichten. 


Der a. ord. Profeſſor der Geophyſik Dr. E. Wiechert in Wat 
tingen wurde zum Ordinarius, der a. ord. Profeffor der Mathematit 
Dr. & Neumann in Breslau zu gleicher Stellung in Marburg, der 
Dozent der Mechanik an der fréën, Zodiéule Reg.-Baumeifter R. 
Skutſch in Braunfhweig zum a. ord. Profeffor, der Privatdozent 
der Phnfit Dr. Berndt. Deffau in Bologna zum o, ord. Profeſſor 
in Perugia ernannt. ` 

In Berlin habilitierten fih Dr. E. Abderbalden für biolo: 
aifhe Chemie und Dr. Helborn für Augenbeiltunde, in Klaufenburg 
Dr. U. Imre für ungarifhe Erziehungsgeihichte, in Leipzig Dr. ©. 
Heller für Chemie. 

Dir fhultechnifhe Mitarbeiter beim Provinzialfhulfollegium Prof. 
Dr. Prellmwig in Königsberg wurde zum Oymn.-Direktor in Raften- 
burg, der Gymn.-Direltor Prof. Dr. H. Spiep in Bodum zu gleicher 
Etellung in Danzig. der Onmn..Oberlehrer Dr. O brifatis in Könige 
berg zum Gymn.-Direktor in Bartenftein, ter Opmn.-Überlehrer Dr. 
%. Shmig in Bocholt zum Kreisfchulinfpefror in Eoeft, der Kunfe 
biftoriter Dr. Wilh. Neumann zum Direktor ded neu errichteten 
ftädtifchen Kunftmufeums (&emäldeyalerie) in Riga, der Affiftent an 
der groß. bad. Landesfternwarte auf dem Königftuhl bei Heidelberg 
Dr. 8. Gourvoificer zum Opfervator der fol. Sternwarte in Berlin, 
der Bibliothefar an der Univ. Bibliothet H. Eichfe in Jena zum 
Dberbibliotbefar, der Affiftent an der Kruppichen Bücherballe Dr. ©. 
Schulzin Elberfeld zum erften Affiftenten an der Stadtbücherei dajelbfi 
ernannt. | 


Die Dermatologifhe Gefellihaft in Wien mwählte den Privat 
dozenten der Dermatologie Dr. Frhrn. v. Notthafft in Münden 
zum forrefpondierenden Mitglied. 

Die thiol. Fakultät in Halle a. ©. ernannte den ord. Ptofeſſot 
ber ſyſtematiſhen Theologie Dr. M. Schulze in Königsberg i. Pr. 
zum Ehrendoktor. — 

Eè wurde verliehen: dem Direktor der Univ.-Dibliothet Dr. B. 
Erman in Berlin und dem erften Borfipenden der Göttinger Bere 
cinigung zur Förderung der angewandten Phyfit und Mathematit Dr. 
Böttinger in Elberfild der Charafter ald Geh. Regierungsrat, dem 
ord. Profeffor der pathologifhen Anatomie Dr. P. Grawip in Greifè 
wald der Charakter ald Sch. Medizinalrat, den Arhivdirektoren Arhiv 
räten Dr. 8r. Philippi in Münfter und Dr. P. Wagner in Pies: 
baden der Charakter ald Geh. Arhivrat, dem Privatdozenten der 
Phofiologie Dr. P. Jenfen in Breslau, dem Brivatdogenten der 
Chirurgie Dr. M. Marten in Berlin, dem Privatdozenten ber 
femitifhen Philologie Dr. M. Lid;barsti und dem Privatdozenten 
der Frauenheiltunde Dr. 8. Holzapfel in Kiel, dem Privatdogenten 
ded Staatd- und Berwaltungsrehie Dr. $. Stier-Somlo in Bon, 
dem Direktor. ded Kranfenhaufes Dr. Neißer in Stettin, den Diret 








tby (probably about A.D. 713). Now ¿oren deg Doft, Amt3 Dr. 3. Rıy:3 in Charlottendurg gun Dr. 


85 — 1905. M2. — Literarifhes Bentrafblatt. — 7. Januar. — 86 


H.Silbergleit in Schöneberg, dem Paracelſusforſcher Sanitätsrat Dr. 
x. Sudhoff in Hochgahl, dem Bibliothekar der kgl. Muſeen Dr. F. 
Laban in Berlin, dem Malariaforſcher Stabsarzt Dr. ODlwig und 
dem Kunſtgelehrten Dr. F. Sarre daſelbſt das Prädikat Proteffor, 
dem Reftor der Toi. Akademie Prof. Dr. E. Kühbnemann in Pofen 
der rote Adlerorden 4. Klaffe, dem ord. Profefjor ded röm. Givil- 
prozeffed Dr. Schulge in Straßburg der preuß. Kronenorden 2. Klaffr. 


Am 19. Dezember + in Gt. Peteröburg der Präfident der mit 
der Audarbeitung des Entwurf eines neuen Bivilrehts betrauten 
Kommiffion Senator Alerander v. Knieriem im 68. Lebensjahre 
und die ruffifche E chriftfiellerin auf dem Gebiete der Frauenbewegung 
Jelena Lihatfhem. 

Am 21. Dezember + in Dachau bei München der frühere Pror 
Ier der Botanit an der Univerfität Jena Dr. Ern Hallier im 
74. on 

Am 27. Dezember + in Halle a. ©. der Hiftoriker und Literar- 
biftorifer Sch. Neg-Rat Profeffor Dr. Hugo Holftein, vormald 
Direltor ded Gymnafiumd in Wilhelmshaven, im 71. Lebengjahre; 
in Braunfchweig der Profelfor der phyfital. Chemie und hem. Tedno. 
logie an der tedın. Hodfchule Dr. Suido Bodländer, 48 Jahre alt. 

Am 28. Dezember + in Aachen ber Profeſſor des Waſſerbaues 
an dertchn. Hodjculc Och. Reg. -Rat Dr.-ing. Otto Snge, 61 Sabre alt. 

Am 30. Dezember + in Berlin der Direktor der Tal. Kunſtſchule 
und der Unterrichtdanftalt de tgl. KAunftgewerbemufeumsd Prof. Ernft 
Cwald im 69. Lebensjahre. 

Ende Dezember + in Wien der ord. Profeffor der Zoologie Dr. 
Triedrid Morig Brauer im 73. Letendjahre; an der Riviera ber 
Profeflor der Bejchichte an der Univ. Leiden Dr. B. L. Müller im 
63. Eebendjahre; in Prag der Dramatiker Franz Ferdinand Scham: 
berg, 66 Jahre alt; in Kopenhagen der Archäologe Prof. Julius 
Kater, 61 Jahre alt. 


WViffenfhaftlihe Fuftitute und Vereine, 


Dir fünfte internationale Kongreß für Pfyhologie fol in den 
Tagen vom 26. bie 30. April 1905 in Rom ftatıfinden. Dem Organis 
fationdaueichuß in Rom gehören die Profefforen Luciani, Zamburini, 
Gante de Eantid und Sergi an. 

Die Teptjährige Bollverfammlung der Kommiffion für nenere 
Geidihte Lefterreichs fand am 31. DOttober 1904 im Snftitute für 
oͤſterr. Geſchichtsforſchung in Wien unter tem Borfige des Prinzen 
Franz Lichtenftein Hot, Aus dem und erft jept zugegangenen Bericht 
beben wir Folgendes hervor. Die Fertigftelung der „Scidicdhte der 
Drganifation der Gert, Zentralverwaltung” wurde nad) Th. Fellnere 
2ode Dr. Heinrich Kretihmayr übertragen, der mit dem Drude 
im Dezimber hofft beginnen zu können. Für die Ausgabe der öfterr.- 
engliihen Etaatevcerträge felt U. F. Pribram re Vorlage des 
Ranujtript deo eren Bandes für die nädfte VBollveriammlung in 
Ausfiht; H. Schlitter bearbeitet die öftere.sfran;öfiihen Staatd- 
Berträge, O. R. v. Erbit die öfterr.sniederländiihen, R. Goof die 
Berträge wit Bayern, Pfalz, Württemberg und Baden, L. Bittner 
den zweiten Zeil des „Shronologiichen Berzeihniffes der öſterr. Staate⸗ 
Kerträge” (1763 bie zur Gegenwart). Die „Korrefponden; Ferdinands I” 
wird W. Bauer, in der Sammlung ded Materiald von K. Gell 
unterfiügt, herausgeben. Auf Antrag Prof. RedlichE wurde beichlofien, 
die für die Arbeiten der Kommiifion cerftattiten Berichte über öfter 
teibiihe Privatarhive mit Zuftimmung der Befiger der betreffenden 
Arhive in geeigneter Auswahl und Bearbeitung ald „Berichte über 
Euellenmaterial zur neueren Gefchichte Defterreihd” mit Sondertiteln 
in zwanglofer Folge zu veröffentliben. Dad im Auftrage deö Prinzen 
Lichtenftein von H. Uebersberger bearbeitete Wert „Defterreidh 
und Rußland“ (Darftellung ter politifhen Beziehungen beider Staaten), 
ben erter Band im Manuftripte Iden vorliegt, foll unter die 
Rommiffionspublikationen aufgenemmen werden. = 

Rah den Beihhlüffen, die dad Organijationdfomitee faßte, wird 
der internationale Archäologen-Kongrek in Athen am 7. April 1905 
auf dir Alropolid durch den Kronprinzen Konftantin von Griechen. 
land feierlich eröffnet. Am nähften Tage beginnen die Verhandlungen 
de6 Kongrejjed, für weide aht Tage in Ausiicht genommen find, in 
fieben Eettionen: 1) Maffifshe Archäologie, 2) prähiftor. Altertümer und 
oriental. Bölker, 3) Ausgrabungen, Mujeen und Konfervicrung alter 
Dentmäler, 4) epigraph. Archäologie und Numismatit, 5) chriftliche 
Aräologie und mittelalterliche überhaupt, 6) archäolog. Unterricht, 
1) Geographie und Topographie mit bezug auf die Archäologie. Auch 
dad Thema der Ausipradye des Altgrichiichen, bezw. die Berechtigung 
der eradmifhen Ausfprahe fol erörtert werden. An den Kongreß 
zeiben fi Erkurfionen nad dem Peloponnes, nah Kreta, Smyrna, 
Eomothrafe und nad Kleinaficn zur Befichtigung der Altertümer von 
Ephefod, Bergamod und Miloe. 

di Auguft 1905 wird in Genf erfimald ein Kongreß der ann: 
tomiſchen Gefenfgaften ftattfinden, deffen en e8 u. a. ift, 
einen internationalen Zentralverband zu fehaffen. Das engere Bureau 





dis Komitied beftcht aus den Profefforen Eternod, Du Bois und 
Battelli in Genf. 


Wiffenfhaftlihe Stiftungen und Zuwendungen. 


Das Preisrichter- Kollegium der Karl Shwarz-Stiftung in Jena 
bat unter den Bearbeitungen der Preisaufgabe für das Jabr 1904: 
„30h. Salomo Semler in feiner Bedeutung für die Theologie mit 
befonderer Berückſichtigung ſeines Streites mit G. E. Leſſing“ die 
zwei erſten Preiſe dem Pfarrer om. Lie. Dr. G. Karo in Aeſchach 
bei Lindau und dem Pfarrer P. Grabow in Bergkirchen bei Hagen⸗ 
burg (Schaumburg⸗Lippe), den zweiten Preis dem Pfarrer W. Lug 
in Böttingen bei Münfingen (Württemberg) zuerfannt. Als nädhfte 
Preisaufgabe, teren Bearbeitungen big zum 1. Juli 1907 an den 
Kirhenrat D. Rudloff in Wangenheim bei Gotha cinzufenden find, 
wird das Ihema geftelt: „Chriftian Ferdinand Baur in feiner Be 
deutung für die Theologie.” Für Die befte wiitenichaftliche Behand» 
lung dicfes Themas zahit die Stiftung am 19. November 1907 einen 
Preig von 500 4. Die Arbeiten mujfen in deuticher Sprache von 
einer andern als ded Berfaffers Hand deutlich geichrieben und nfit 
einem Motto verjeben fein, und es ift ihnen ein verfchloffener Zettel 
beizulegen, welder den Namen des Berfafferd und das gleiche Motto 
wie die Arbeit enthält. Die gekrönte Arbeit bleibt Eigentum des Berf. 

Der unlängft verftorbene ehemalige Profejjor der Augenbeiltunvde 
an der Wiener Univerfität Hofrat Dr. Stellwag v. Carion hat feine 
wertvolle Bibliothek der Univerfität Innsbrud legtwillig vermacht. 

Siebzehn wertvolle Briefe von Rob. Mayer, dem GEntdeder 
des Prinzips von der Erhaltung der Kraft, wurden dem Mündpner 
Mufeum von Meifterwerken der Naturwifjenfhaften und Technik 
geſchenkt. 

Altertumsfunde. Ausgrabungen. 


Bei den Arbeiten, die der Archäologe Legrain zur Stütung 
des alten Ammonheiligtums in Theben Aegypten) vornehmen ließ. 
ſtieß er zufällig auf eine Krypta, worin er einen Haufen von Bild⸗ 
werten entdeckte, von denen die meiſten aus Bronze waren. Ungefähr 
1000 davon ſtellen den Oſiris in ſeinen veiſchiedenen Geſtaltungen 
dar. Bei weiterem Nachſuchen fand man 400 ſteinerne Bildſaulen in 
wohlerhaltenem Zuſtande. Die gefundenen Altertümer befinden ſich 
jept im Mufeum von Kairo. Manche der Bildſäulen ſtellen Könige 
det älteſten ägyptiſchen Dynaſtien dar; ſo wird bie 2. Dynaſtie durch 
das Standbild des Kha⸗Sechemui, die 4. und 5. durch die des Cheopsé, 
des Uferren Ka und des Eaha-Ra vertreten. Zahlreih find bie Bild⸗ 
werte der Könige und Königinnn der 18. Dynaftie, darunter das des 
Thetmes III, deffen griehitheg Profil an die Werte der hellenifhen 
Periode erinnert. 

Bei feinen Ausgrabungen auf der Juſel Keos (Kykladen) legte 
der belgifhe Archäologe Paul Graindon, auswărtigeg Mitglied der 
franzöfifiyin Schule in Athen, zunädhft das Atbenabeiligtum der Gtadt 
Kartpaia frei, dann in der Nähe diefed Gebäudes das Prytaneion, 
endlih einen Heinen dorifhen Zempel, der vier Säulen in der Front 
hatte und aug dem 3. Jahrh. v. Chr. ſtammt. In dem Schutte der 
Tempel fanden ſich Weihinſchriften an Demeter, Hygieia, die Große 
Mutter und Asklepios. Zm ganzen traten gegen 50 neue Inſchriften 
zu tage, darunter wichtige Reſte von Tempeltechnungen des Apollon⸗ 
heiligtums, ein Ehrenbeſchluß für Bakchon, den Nauarchen der erſten 
Ptolemäerkönige, und ein anderer für Hieron von Syrakus, den Ge 
ſandten des Ptolemäos Philadelphos. Unter den Kleinfunden ver⸗ 
dienen eine ſtattliche Anzahl Münzen Erwähnung. Graindon hat 
ferner auf der Inſel Jos Grabungen vorgenommen, die 16 griechiſche 
Inſchriften lieferten, darunter Reſte von 9 Volksbeſchlüſſen. Der 
Fundort iſt vielleicht die Stätte des Tempels des pythiſchen Apollon. 
Der rührige Forſcher wird Diefe injchriftlihen Funde dem Ergänzungd 
bande zur Verfügung fielen, den Profeſſor Hıller v. Gärtringen im 
Auftrage der Berliner Akademie zu den Snfchriften der tonifdhen 
Kytladen (Inscriptiones Graecae XII, 5, 2. Heft) herzuftellen im 


Begriff ftebt. 
Literariſche Neuigkeiten. 

Die Epirotifhe Geſellſchaft zu Athen hat unker Mitwirkung des 
Prof. Chariton das von Konftantin Ehriftophorides (+ 1895) aug. 
gcarbeitete umfafjende Wert über die albanefiihe Spradhe in der 
org eined griehifch-albanefifhen Wörterbuch herausgeneben. 

Der vor kurzem erfhienene 19. Band der Schriften der Goethe 
Gefelfchaft bildet den dritten Zeil der Reihe Uug dem Goethe» 
National-Diufeum. Hrg. von Carl Ruland“. „Dit feinem Bes 
idluffe”, fo heißt ed in der Borbemerkung, „in diefem Jahre den 
Mitgliedern flatt einer literarifcden eine künſtleriſche Weihnachtsgabe 
zu bieten, hat der Borftand einem ihm öfter gräußerten Berlangen zu 
entiprechen gewünfcht.“ Die Tafeln, denen fahkundige Erläuterungen 
des Hragbr.s vorangeben, enthalten folgende Bilder: 1) Goethe, 
Statuette in Zcerralotta (bidher unbetannt). 2) ©. M. Kraus, Se 
feined Goetheporträtd von 1775. 3) Marimiliane Larode, 1773. 
4) Anna Amalia und ihre Damen im Wermarifchen Part. bh Corona 
Schröter, von ihr felbR gezeichnet. Ga) Gorona, anonyme Miniatur; 


87 — 1905. M2. — Biterarifhes Bentralblatt — 7. Januar. — 88 


d) „&uphrofgne”, gezeihnet von 3. H. Lips. — Die übrigen find Zeic- 
nungen von Goethe: 7) Frauentopf (Herzogin Luife). 8) Thüringer 
Bauerngehöft. 9, Deögleihen. 10) Der Münzer-Zurm in Alfädt. 
11) Bli@ auf den Albaner Eee und Monte Cavo 1787. 12) Chriftiane 
um 1790 (nah Ruland ©. 11fg. „das liebenswürdigfte Bild von 
Ghriftianen, frei von dem mürrifcheunfreundlichen Zuge, den ihr Heinrich 
Meyers Aquarell wenige Jahre fpäter gegeben bat“). 

An die Stelle der verftorbenen Mitbegründer der „„Dentfchen 
Yuriften-Beitung‘, des Reichögerichtsratd Dr. Stenglein und des 
AYuftizratd Dr. Staub traten am 1. Januar d. J. neben Prof. Dr. 
Laband als Mitherausgeber der Oberlandeögerichtörat Dr. Ham 
in Köln und Juftizrat Grnt Heinig in Berlin. - 

Sprachatlas des Dentſchen Reichs. 1904 find folgende Karten 
abgeliefert worden: am (Gap 15), Apfel no. ge, das (Gap 4), 
dürft, durch (Sag 4) no. sw., er (Sap 20) no. sw., er (Čap 25) 
no. Bw., fünf, — sw., gestorben, habe (€ap 8) no. 8w., 
habe (Sap 9), heim, ihm, ist (Sap 25b) no. sw., kein no. ge. 
Korn sw., rein no. sw., ’s (Gap 4), sie (Gap 99), Bie (Sap 17). 
Brefamtzahl der fertigen Karten 745 (vgl. 55. Jahrg. [1904], Nr. 1, 
©p. 34 d. BI.). 

Marburg. Wenter. 

Berſchiedenes. 

Die alte, durch Goethe berühmt gewordene Dorfkirche in Seſen⸗ 
heim droht vom Erdboden völlig zu verſchwinden, um einem größeren 
Neubau Plag zu machen, wenn nicht die Goethe⸗Gemeinde hilfreich 
eingreift. Das ſchon zu Goethes Zeiten höchſt reparaturbedürftige 
Pfarrhaus von Seſenheim iſt bereits 1835 durch ein neues erfept 
worden. 

Manuel Garcia, der Erfinder des Kehlkopfſpiegels (1866), wird 
am 17. März 1905 hundert Jahre alt, Die laryngologiſchen Geſell⸗ 
ſchaften Europas, die Londoner an der Spitze, haben ſich zuſammen⸗ 
getan, um dem E Sänger, der in London lebt, zu feinem 100. Ge» 
burtstage eine Čhrengabe zu überreichen. 


Anfrage. 

Welger Gelehrte befindet fih im Befipe der Gollationen gu den 
Origines Ffidərs von Sevila? Würde derfelbe mir vielleicht ger 
ftatten, für cine wiflenfhaftlihe Unterfuhung in die Eollationen zu 
Bub XVII derfelben Einfiht zu nchmen? 

Gefänige Nachricht bitte id gelangen zu ar an 

Friedrich Eidenrodt, stud. phil., 
Bonn a. Rh., Siergaffe 19, II. 


Schlußwort. 


Spalte 1718 von Rr. 50, Jahrg. 1904 d. BI. enthält die Antwort des 
Herrn Mofed Rubinyi auf meine vorangehende Erklärung Was fih in 
diefer Antwort auf ungariihe fprachgefwichtliche Fragen bezieht, darüber 
glaube ih die Urteildbefähigung deuticher Lejer beftreiten Au dürfen, 


| Mimaut; Sp. 45, 


weshalb in biefelben bier einzugeben ein völlig überflüffiged Unter 
nıhmen wäre. 

Was aber die bartnädig fortgefegten Anfchuldigungen bezüglich 
meiner geichäfilichen Interefiennahme an den Ecricid meines verftorbenen 
Baters betrifft, fo follen diejelben durch die in authentifcher deutfcer 
Heberfegung angebogene Erklärung der Berlaydfirma „Franklin“ ®) 
ein für allımal crledigt weıden, laut welder feit dem Tode meines 
Baters keine umgearbeitite Auflage irgend eined BDallagi'ihen Wörter 
buces eriwien, und ih nie einen Hller für diefelben erhielt. 

Ebenſo grundlos und aus der Luft gegriffen it deo Herrn Mofes 
Rubinyi zweite Bebauptung, woracd die ung. Akademie dir Wiff. die 
Fortfegung meined Werkes cingeft ut bätte. Die Wahıheit ift, daf 
die zweite Klajfe der Alad.mie in ıhre jerermann zugängliche Budget 
vorlage für 1905 den Betrag von &. 10000 fur die Herausgabe 
meineg Wertes aufgenommen hat. 


Budapeft, 21. Dezember 1904. 
Aladár Ballagi, 


*) Diefe Erllărung liegt und vor. D. Rev. 


Antwort. 


Herr Ballagi irrt fih fehr, wenn er glaubt, dag die deutfhen 
Sprachforſcher, vor allem aber die deurfehen Drientaliften für die Un 
richtigkeiten feined Unternenmeng, auf welde ih Ep. 1509 und 1510 
von Nr. 45, wie auh Ep. 1718 von Rr. 50 d. BI. hingewiejen babe, 
kein Verſtändnis hätten. Die deutſchen Fachgenoſſen wären, wie ich 
ſie kenne, vielmehr geſpannt auf jene Belege, mit deren Hilfe Hert 
Ballagi die Urteildbefähigung deutſcher Leſer beſtreiten zu dürfen glaubt. 

Ob Herr Ballagi von der väterlichen Erdbſchaft finanzielle Vorteile 
hat oder nicht, kommt für die Sache gar nicht in Betracht. Den ge⸗ 
ſchäftlichen Charakter ſeines Unternehmens giebt er ſelbſt zu, wenn er 
S. 12 ſeines Werkes erklärt, daß dieſer ſein Kriegszug als Fortſeßung 
der väterlichen Wörterbuchsſtreitigkeiten anzuſehen iſt. 

Wenn Ballagi's „ſptachwiſſenſchaftliches“ Werk von den Laien der 
hiſtoriſchen Klaſſe wirklich weiter herausgegeben werden ſoll, ſo überlaſſe 
ich beiden Teilen gern dieſe Freude. 

Budapeſt, den 28. Dezember 1904. 

Dr. phil. M. Rubinyi. 


Stellung als Bibliothekar, Redakteur u. ä. ſucht Dr. phil. 
Längere Tätigkeit an Univ.Bibl., ausſsgedehnte Kenntnis 
europ. Sprachen (4 J. im Auslande). Briefe erb. an d. Bl. 
u. Z. A. 314. 


Berichtigung. 


Sn Nr. 1, Sp. 4, 8. 11 1. Farnell fl. Jarnell, 3. 35 Papyrus 
3. 14 I. Wiedemann. 


aaa a 
She Büderfendungen erbitten wir unter ber Abrefle der Erped. d. BI. (Linbenftraße 18), alle Briefeunter der bes Herausgebers (Raifer Wilheimfte. 29). Rur folde 
Werte Finnen eine Beipredgung finden, Die der Heb, vorgelegen haben. Bei Korreipondenzen über Bücher bitten wir ftetö deu Namen non besen Berieger anzugeben. 





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das Cand der aufgebenden Gonne 
einft und jest. 

Geibildert von Dr. J. Lauterer. Mit 108 Ad 

bildungen und einer Rarte. Eleg. geb. M. 8.50. 


Das vorliegende Werk ift vorzüglid geeignet, 
über die einfdlägigen Verhältnijje unterrid» 
ten und dem Lefer ein eigenes und }elbjtändiges 
Urteil 3u verfdbaffen. In feffelnder Weife und 
nad eigener auf mehrjährigen Reifen dur gon? 
le n gewonnener Anfcdauung entwirft der Ver 
offer ein anfcbaulides Bild des Candes mit fel 
nen Städten und feinen — land 
fcdaftliden Schönheiten. Er fcdildert den Boden: 
reidtum japans, feine Tiere und Pflanzen 

die geographifcben und Rlimatifcben Verhältniffe, 
insbefondere aber feine Bewohner in ihren 
eigenartigen Sitten und inihrer gong 
Lebensweife. Befonders bervorzubeben find 
die dem Werke beigegebenen vorzüglid a 
führten Jiluftrationen, weldbe mit Sadkun 
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echts ŞtaatswifenfGaften (101): Oppel, Natur und Arbeit. 1 Teil. 

echn. Wiſſenſchaflen (120 v. Czudnochowsti, Das elektriſſe Bogenlicht. 

prachtunde. Fiteraturgeſchichte 1103): Gibb, A history of Ottoman poetry. 
IL Swneider, Schuler: Kommentar zu Plato é Phaidon. Graden- 


Norsemen in Americs. Mirtembergifches Urkundenbuc, Vd. 8. Binder, = nn Laterculi vocum Latinarum. Meier. Die Strafennamen der Stadt 
Zürttembergifhe Ming. u. Dedarllen-Kunde. Wimarson, Bveriges krig i ; Braunfdimweig Kirichner, Erinrerungen an Goethes Urrike. 
Tyskland 1675—1679. Dör fel, Gervinus ale — Denter. Rauticug, Aunfwifenfdaft 1106): Kehrer, Die „Heiligen drei Könige” sc. v. Waſie⸗ 
Yahrbudy für Feutfchlande Eerintereffen, 6. Jahrg.: ? leweti, Die Bioline und ihre Meifter. 
Aſphabetiſches ZBnhaltsverzeichnis. pang! e GE D Landart —— der lgl. öffentl. Rome Get reſebuch zur Einführnng in die 
ind ui ber į tiothet au Dresden. (93.) enntnie Deutſchlande ꝛc äs) 
Fan sel a y S EE Kebrer, H.. Die „Heiligen drei Könige” sc. (106. | Das Pflanzenreih. Greg. v. A. Engler. 18. bis 


-) 
S judnodhomeli, ©. gu o. Das etteifche Bogen: | Kirfchner, X., Erinnerungen an Goethes Ulrike. (105.) | _20. Deft. 10.) 
lidt (102) À LitoweTi, ©., Die ruthen.röm. Kichenvereinigung. | Shleiermacers Dialektif, hreg. v. 3. Halpern. (92.) 
Törfel. 3., Gervinus als hiforifher Denker. (97.)| Ueberf. v. P. Jedzint. (ën Schneider, O, Säuler-Kommentar zu Platone 
Fischer, J., The Discoveries of the Norsemen in | Qoify 9., Evangelium u. Kirche. Ueberf.v. I. Gridre.- Ptaiton. (103.) 


o America, — Mae H. Soulsby. 01) Beder. (90.) ee is v., Die Bioline u. ihre Meiſter. 

ranfthaufer, 8. Prinzipien der Aeftherit. 192.) Meier, Tie Straßennamen d. Stadt Braunfchwei ; i Si 

Gibb, E. J Kë A history of Ottoman poetry. Vol. I, | (105.) Vi S f DES Ke — N., Sveriges krig i Tyskland 1675—1679. 
by w. G. Browne. (103.) Bus, abrbudh für Deuifchlands Seeinterefien. ae s 

Gradenwitz, O., Laterculi vocum Latinarum. (104.)!| 6 Jahrg.: (04. 197. * ſch fi Wirtembergifches Urfundenbud. (95.) 

Grimme, ©., Molammed. (v3 ) Oppel , Natur *— Arbeit. 1. Zeil. 1101.) | Stern die Beilage „Die fdöne Siteratur‘ Rr. 2. 





oi loni Dagegen. Wenn nun aud die Migftände des ruthenifchen 
heologie. Kirchentums nicht geleugnet werden können, ſo iſt doch die 
Likowski, Ed., Die ruthenisch-römische Kirchenvereinigung | drage nidjt erörtert, ob denn nicht in den zeitgenöſſiſchen 
genannt Union zu Brest. Aus dem Polnischen übersetzt | römischen Kirchenorganifationen des Dftens gleichartige Un- 
ST SC — Freiburg i. B., 1904. Herder. (XXIII, zuträglichkeiten vorhanden geweſen ſeien und ob dieſe nicht 
E — ‚ | mehr dem mangelhaft organifierten Staatswefen ald der 
‚Im Jahre 1596 ift auf einer Synode zu Breft die | ruthenifchen Kirche zuzufchreiben waren. Exit durch das 
Union der bis dahin griehijch-Fatholifhen ruthenifchen Kirche | Märtyrerblut des Hl. Jofephus ift die ruthenifche Kirche 
mit ber römifch-Fatholiichen Kirche erfolgt. Zur Dreihundert- | mit der römifchen feft zufammengefittet worden, ohne daß 
jahrjeier diejed für die fatholifhe Kirche hochwidtigen Er- | dodh der nationale Gegenfag zwifhen Polen und Ruthenen 
eignifjes, da3 troßdem unter den polnischen Gefchichtöfchreibern | Hig auf den heutigen Tag verwijt worden wäre. 
feine eingehende Erörterung gefunden Hat, hat der Verf. | — — — — — — — 
dieſe Schrift h raudgegeben. Sie beruht auf gebrudten und | Lotay Alfred, Evangelium und Kirche. Autoris. Uebersetzung 
ungedrudten Materialien, und ihre Überfegung ins Deutfche nach der 2. verm., bisher unveröffentl. Aufl. des Originals 
ift um fo dantenswerter aufzunehmen, al3 die erfteren aud von d Geiëre Becher, München, 1904. Kirchheim. (187 8. 
meift nur in polnifcher Sprache vorliegen und fo den | DrBI 4 4. 
meiſten Forſchern unverftändlich geblieben find. Der Berf. Ein merfwürdiges Buch: der Jorm nad eine Kritit von 
zeigt, wie die eriten Anregungen von den Sefuiten ausge | Harnad3 „Wejen des Chriftentums”, inhaltlih eine Necht- 
gangen find, wie diefe bei den polnifchen Königen, da fie | fertigung des Katholizismus. Vieles, was darin fteht, hat 
Deren politifchen Intereffen entiprachen, Förderung gefunden | für diefe, ja mandes aud für die erite Aufgabe taum Ber 
Haben, wie dann aber durch die Initiative weniger ruthe- | deutung. Oder was kommt für die Glaubwürdigkeit der 
nifcher Bilhöfe das Ergebnis erzielt wurde. Freilich war | Evangelien darauf an, wenn auch das zweite Evangelium, 
damit noh lange nicht der Abjichluß erreiht. Nicht nur | wie Von meint, nach jchriftlihen Quellen gearbeitet fein 
Die Eiferſucht der römiſch-katholiſch polniſchen Biſchöfe be- ſollte? Eher wäre es von Wichtigkeit, wenn eine ſpezifiſch 
reitete eine große Schwierigkeit, nicht nur der Übereifer der johanneiſche Tradition nicht anzunehmen ift, und immerhin er» 
Jeſuiten, deren Beſtrebungen, den rutheniſchen Ritus zu wähnt mag werden, daß L. die dreijährige Wirkſamkeit Jeſu 
verdrängen, Unruhe und Oppoſition beim Volke erweckte, auf die apokalyptiſche Zahl: eine Zeit und zwei Zeiten und 
auch die rutheniſche Ariftofratie feste ihren Starken Einfluß | eine Halbe Zeit zurückführt. Mehr zur Sache gehört es, 
gegen die Union ein, nicht minder die kirchlichen Bruder- wenn er weiterhin die Reichgottespredigt Jeſu faſt rein 
ſchaften und endlich die Koſaken, deren Hülfsleiſtung der eschatologiſch verſtehen will; ganz ohne Konzeſſionen an die 
polniſche König nicht entbehren konnte. Der Verf. ſteht entgegengeſetzte Anſchauung kommt er aber doch nicht aus. 
auf dem orthodoxen Standpunkt. Für ihn ift die ruthe | Sa die Weltflüchtigfeit der (Gut Jeſu kann er nur durch 
nifche Kirche vor der Union eine Stätte der Unfal und | fühne Uusdeutung einzelner Stellen bemweijen, an ber es 
Verderbnis geweſen, die Union das einzige probate Mittel | auch fonft nicht fehlt. Q. wil eben Harnad gegenüber zeigen, 
89 90 


daß das Ehriftentum in feiner uriprünglidden Yorm gar nicht 
weiter bejtehen fonnte; aber bevor er nun davon für die 
ihn eigentlich interefjierende Frage die Anwendung madt, 
jchiebt er wieder, wie zu Anfang, in die urjprüngliche Dar: 
tellung ein Kapitel ein, das noch weniger hierher gehört. 
Er fucht zu zeigen, daß die fog. johanneifhe Stelle Mt. 11, 
25 fg. ungeichichtlih ift, daB der Sohn Gottes vielmehr 
nur den Meijtad bedeutet und daß fich die darin auögelprochene 
Erwartung, wenngleih nur für den Glauben, verwirklicht 
hat. Man fieht, wie gejagt, nicht redt ein, was dag foll; 
wir wollen alfo auh, Dier jo wenig wie vorher, naheliegende 
fritiihe Einwendungen erheben, fondern wenden ung gleich 
der Hauptthefe des Verf. zu, die er auf ©. 95 in die Formel 
Heidet: für den Hiftorifer ift alles chriftlih, wag ein Fort: 
leben des Evangeliums aufweilt. Und dag wird nun für 
die Kirche, ihr Dogma und ihren Kultus im einzelnen nad) 
gewiefen: fie find awar alle erft fpäter geworden (nur eine 
Hierarchie fegt Q. fdhon zu Lebzeiten Jeju voraug), aber 
vermöge göttliher Notwendigkeit. Natürlicdy leugnet das aud) 
Harnad niht, gegen den Q. fort und fort polemifiert; aber 
er verfolgt diefe Untwidlung nod) weiter, während A bei 
der im Statholizismus erreichten Etappe ftehen bleibt. Ge- 
legentlichh zwar übt er etwas Kritif, namentlihd am Kultus, 
zumeiit aber lehnt er Dag ab, nimmt ouch die Sefuiten in 
Schuß (S. 117) und bejtreitet, „daß die firchliche Autorität 
jemals ein gewifjer äußerliher Zwang zur Unterdrüdung 
jeder perfönlichen Regun, des Gewiflend war oder heute 
nod ift“ (©. 119, vgl. 152). Sie þat fein Buch dafür 
auf den ndeg gelegt; was voranging und nadfolgte, findet 
man in Kürze in der Deutfchen Lit. Big. 1904, Sp. 1353 fg. 
berichtet. C. Clemen. 
Diralte Glaube. Ev.-lutber. Semeindeblatt f. die gebildeten Ständ: 
Hreg. v. W. Gußmann. 6. Janrg. Nr. 12/13. Ve, Ballmann. 


Snb.: (12) 'P. May, Ung ift ein Kınd geboren. — W. Gere 
hard, Dao Feft ver Liebe. — U. Keuter, Laffıt ung qen Bethe 
ichem gehen! — B. Ragel, Wag die Menihen vom Himmel ers 
warten. — U. Bold, Bilder vom oftafiat. Kriegsfhauplage. — (13. 
2. Diau, Eıwäblet eu heute, wem ihr dienen wollt! — Mein Reich 
UI néit von diefer Welt. — €. Strider, Maria, die Jungfrau. 
— M. Weishaupt, Anfelm Feuerbach. 


Deutfder Mertur. Hreg:Mülhbaupt. 35. Jabrg. Rr. 26. Bonn. 
Inh.: Neue Aufgaben de Preß- u. Schriftenvereind. — „Kaiſer 
u. Budget" — er Eroberungszug ded Idlam in Afrika. 


Mitteilungen u. Nachrichten des deutfchen Paläftina-Bereind. Hreg. 
von H. Buthe. 1904. Nr. 6. Leipzig. Bädcker in Komm. 
Inh.: ©. Kaupfch, Zur Deutung dee Römenfiegels. 


Proteftantifhe Monatähefte. Hrag. v. 3. Webäty. 8. Jahrg. 
Heft 12. Berlin, Schwetichfe u. Eohn. 
nh.: NR. Ehlers, Konfefiiond u. Eimultanfhule. — A. $. 
Braaſch, Vom Grenzgebiet zwiſchen Naturwiſſenſchaft u. Theologie. 
— M. Chriſtlieb, Moderne Weltanſchauung u. moderne Theologie 
bei Sceberg, Zrümpelmann u. Lepıud. 


Proteftantenblatt. Hreg. von R. Emde u. M. Fifcher. 38. Zapıg- 
Nr. Drımen, Schünemann. 

Inh.: R. Emde, Neujahrsgedanken. — Baentſch, Entſtehung, 
Art u. Seid. d. idraelit. Monotheismud. 8. — Traub, Bild. — 
Broße, Religion u. Naturwiſſenſchaft. — Koch, Können unſere 
Gebete eine Aenderung in Gottes Weltregierung herbeiführen? — 
A. Urbain, Des Paſtors Rieke. J. — Beilage: 1904. Ein Rück⸗ 
blick. — Unweihnachtliches aus der Kirche. — Weſtpreußen. 


Die yriftlihe Welt. Hrög.: W.Rade. 18. Jahrg. Rr.53. Marburg. 

Snb.: Dörrieg, Ein Prozeß wegen Gottesläfterung. — Jobs. 
Weih, Die Offenbarung des Zohanned. (SHl) — Shian, Der 
zweite Zeil von Göp Krafft. 


BZeitjchrift des deutfchen Paläftina-Vereind. Hreg. von 6. Stener 
nagel. 28. Band. Heft 1. 
- Inb.: ®. Debler, Die Drtfhaften u. Grenzen Baliläad nad) 
Joſevhus. — ©. Dalman, Pfiügelànge, Saarftreiten u. Ernteftreifen 


91 — 1905. X 3. — Literarifhes Zentralblatt — 14. Januar. — 92 


in Bibel u. Mifhna. — Derf., Gerrridemaß u. Feldmaß. — Eb. 

Neftle, SOrlgotba. — Derf.. Zum Onomaititon des Eufebiud. 

Zeitfhrift für willenihaftlihe Theologie. Hreg. von Ad. Hilgen 
feld. 48. Jahrg. 1. Heft. Leipzig, Reisland. 

Inh.: F. Yipfiud, Die moderne Welt» u. Lebendanfhauung u. 
das Chriſtentum. — A. Hilgenfeld, Die Ginleitungsichriften der 
Pſeudo Clementinen. — V. Pohlenz, Philoſoph. Nactlänge in 
altaril. Vredigten. — %. Börred, Charakter u. Rıligionepolitit 
des vorlepten ipan. Weftgotenkönigs Wıitza. — 3. Dräfele, zu 
Bafileios von Adhrida. 


Ahilofophie, 


Schleiermachers Dialektik, mit Unterstützung der Kgl. Preuss. 
Akademie der Wissenschaften hrsg. von J. Halpern. Berlin, 
1903. Mayer & Müller. (XAXVIII, 463 S. Gr. 8.) 4 6. 

Der Hragbr. Hofft, durch feine Neuausgabe der Dialektik 
„eine Bentralitelle, gleihjam den Brenupunft der Schleier: 
macherjhen Philofophie” geichaffen zu haben. Er Hat alle 
ihm zur Verfügung ftebenden Aufzeichnungen Schleiermaders 
und Vorlefungsnachfchriften benugt und fo einen Tert zuftande 
gebracht, der in Zukunft an die Etelle des früher von Jonas 
herausgegebenen treten dürfte. Tie aueführlidhe Einleitung 
unterrichtet zunädit allgemein über Sh.8 Beilrebungen, be- 
lehrt jodann uber die Weicichte und Herausgabe der Dias 
lektik und beleuchtet ſchließlich den Wert dieſes „Kathartikon 
des Verſtandes“. Dem Ref. will es ſcheinen, als ob der 
Hrsgbr. Sch.s Philoſophie in ſyſtematiſcher Beziehung ſtark 
überſchätzte. Die Behauptung, daß die neueſten Syſteme 
wejentlih aud deal: „Realismus“ find, it recht fühn und 
taum zutreffend. Im ganzen läßt fich nicht beftreiten, daß 
ih H. durch diefe mit Unterjtügung der Königl. Preuß. Afa 
demie der Wiffenfchaften erfolgte Neuausgabe der Dialettif 
ein bleibendes Berdienft um Schleiermader erworben hat. 
Bchn. 


Sranthanfer, Karl, Prinzipien der Aefthetil. Etrapburg, 1904. 
Hcib. (127 ©. 8, 42, 50. 
Dies Buch ftellt eine piychologifhe Merktwürdigfeit bar. 
E3 ift vollfommen rätjelhait, wie jemand ohne die entfern- 
tefte Ahnung von der Natur des Problems, ja anjcheinend 
ohne irgend welche Kenntnisnahme von der einfchlagenden 
Literatur glaubt aus freier Fauft die Prinzipien der Weftgetil 
feftftellen zu können. Er identifiziert das äjthetiiche Luftgefühl 
einfah mit dem Quftgefühl überhaupt im denkbar weitejten 
Umfange einfchließlich auch der finnlichen Quftgefühle, und 
macht fich nun mit viel Aufwand von fpintifierenden Diltink: 
tionen und Divifionen daran, eine Mlaffififation der Gefühld 
arten zu entwerfen. Damit ift dann die bisher vermißte 
Grundlage der Nefthetit gelegt. Charakteriftiich für diejen 
erceffiven Dilettantismus ift, daß, foweit Nef. gejehen hat, 
der Name irgend eines Philofophen oder aud nur jonftigen 
namhaften Schriftftellerd in dem ganzen Buche nicht vorfommt. 
Dagegen tritt namentlich in der zweiten Hälfte des Budes 
mehr und mehr eine außerordentliche Plattheit und Bulga 
rität in Gedanke und Ausdrud, eine Art Stammtifdy- und 
Stallgerud zu Tage, der unter anderem z. B. in ber Bor 
liebe für Wörter, wie „NReinfall”, „Reinleger” (sic), etwas 
„markieren“ u. dergl. zum WUusdrud kommt. Drog. 


Philoſophiſches Jahrbuch. Hrsg. v. Conſt. Gutberlhet. 18. Vd. 
1. Heft. Fulda, Aktiendruckerei in Komm. 

Inh.: A. Dyroff, Das Ich u. der Wille. — Scherer, Sitt⸗ 
lichkeit u. Recht, Naturrecht u. richtiges Recht. (Schl.) — P.C zaja, 
Welche Bedeutung hat bei Ariftoteles die finnlihe Wahrnehmung !- 
das innere Anfchauungsbild f. d. Bildung des Begriffes? — 
Neher, Patritius Beneditt Zimmer. — C. Gutberlet, Der erft 
Kongreß f. erperimentelle Piychologie. 


— 


Geſchichte. 


Grimme, Hubert, Mohammed. Die weltgeſchichtliche Bedeutung 
Arabiens. Mit 1 Karte und 60 Abbildungen. München, 1904. 
Kachbeim. (92 e Ler. 8) Geh ZA 


Beltgefhichte in Karakterbildern, hrg. v. FJ. Kampersd, S. Merkie 
und M. Spabn. 2. Abteilung. wittelalter. 


Es iſt als Fortſchritt der Forſchungen über die Gejchichte 
des arabiſchen Altertums anzuerkennen, daß man jetzt über 
die verſchwommenen Umriſſe, die früher auf Grund der 
durch fremde Quellen nur mangelhaft ergänzten arabiſchen 
Ueberlieferung für alles Vorislamiſche in Geltung waren, 
hinauszukommen ſtrebt und die Ergebniſſe des großen 
Urkundenmaterials, das die babyloniſchaſſyriſchen Funde 
darbieten, für eine Konſtruktion ber alten Bölterfunde Aras 
biens mit verwendet. Der Verf. hält nicht Arabien für 
die Urheimat der Semiten; er zeigt ſich, freilich mit der ſo 
heiklen Fragen gegenüber gebührenden Reſerve, geneigt, die 
Gige der älteſten Semiten in Nordoftafrifa zu fuchen (S. 9°). 
Arabien ſei aber der Durchgangspunkt ihrer Wanderungen. 
Der erſte Teil ſeines Werkes gibt eine geſchickte Ueberſicht 
der Geſchichte dieſer Wanderungen und der alten Staaten— 
bildungen; der Verf. weiſt den aus den älteſten Denkmälern 
erſchloſſenen Volks- und Ländernamen ihre hiſtoriſchen und 
geographiſchen Stellen in dieſem Syſteme an. Es kann bei 
der Aufſtellung eines geſchloſſenen Syſtemes über die Vors 
gänge des grauen Altertums, bei dem immerhin noch zweifel— 
haften Werte einiger jener Namen, natürlich nicht ohne 
Hypotheſen abgehen und wir müßten uns freilich von mancher 
erbgeſeſſenen, wohl auch berechtigten Anſchauung losſagen, 
wenn wir den Kombinationen des Verf.s durchgehends folgen 
wollten. Jedenfalls hat er eher Anerkennung als Tadel 
dafür verdient, daß er (was auh durh den Doppeltitel ge- 
rechtfertigt iſt) ſehr weit ausholt, ehe er an das Thema heran⸗ 
kommt, durch deſſen Behandlung er mit anerkannter Kom— 
petenz an der „Weltgeſchichte in Karakterbildern“ teilnimmt. 
Die Darſtellung des Charakterbildes, das den eigentlichen 
Mittelpunkt der Arbeit bildet, das des Mohammed und ſeines 
religiös-politifchen Werkes (S.45 fg.), knüpft er an eine Studie 
„Zur Kultur des alten Urabiend” (S. 26—45) an, wie er 
überhaupt bejtrebt ift, die Momente der Kontinuität der alt- 
arabifchen Sdeen in der Entftehung des Yslam ftar? hervor: 
treten zu laffen. In großen Zügen charafterifiert er auf 
Grund der Injhriften die füdarabifche Kultur und Religion; 
allerdings Hat er aud) hier aus einzelnen formalen Momenten 
zuweilen zu viel gefolgert, 3. B. die Vorausfegung abge- 
ftufter Grade der Verwandtichaft mit den Göttern aus der 
Berichiedenheit der in theophoren Namen figurierenden fpe- 
ziellen Berwandtichaftöbezeichnungen (S. 34—35). Er gibt 
au% dem Einfluffe füdarabiicher Religionsideen in der reli- 
gidfen Konzeption Mohammeds eine entfcheibendere Stelle, 
al3 ihm gegenüber den jüdiich-hriftlichen Einwirkungen at, 
fommt, die er vollends in den Hintergrund rüdt, indem er 
auf die Frage „Was jtelt Mohammeds Lehre entwidelungs:- 
geihichtlih dar?“ die Antwort erteilt: „So weit fie reli- 
giöſen Inhalt Haben, bedeuten fie einen Reflex des füd- 
. arabiihen Monotheismus.” Die Urgumente, die der Verf. 
zum Crweis diefer Theje beibringt, find von nicht genug 
liderer Art, um al? Bafis einer religionshiftoriihen Kon» 
ftruftion dienen zu fünnen. Wenn wir anerfennen, daß 
es zunächſt eschatologiihe Vorftellungen waren, die dem 
Mohammed den eriten Antrieb zu feinem Auftreten gaben, 
leben wir al3 Ausgangspunkt des Slam eine Reihe von 
Keen, die aus füdarabiihen Quellen nicht hergeleitet werden 
fünnen. Die Richtung der Gottesvorftellung, der Offen 
barungsbegriff, die liturgiihen Bräuche zc. können doc) 





— 1905. 33. — Literarifhes Zentralblatt — 14. Januar. — 94 





unmöglid von dem jüdiich-riftlihen Bufammenhang los. 
gelöjt werden. Man wird demnach beim Ueberblid der reli- 
giöfen Elemente ded Urislam unmöglich dem auffallenden 
Sage des Verf.3 zuftinmen, „daß direkte jüdifche und drift- 


fie Einflüffe dem älteften Jslam fehlten” (S. 53° unten). 


3n fehr anregender, durchaus origineller Weife fchildert der 
Verf. den inneren und äußeren Entwidelungdgang deg ara- 
bifhen Propheten und die hHiltoriihen Phafen feiner Lauf- 
bahn al3 Religiond-, Gemeinde» und Staatsftifter. Er gibt 
dem Gegenftande feiner Darftellung eine jedem Qefer wil- 
fommene Abrundung, indem er feine Studie in eine bündig 
gehaltene Skizze der Entwidelung ded Slam unter den 
Dynaftien bi an die Schwelle der neueften Zeit augmünden 
läßt. Das Buch kann fowohl von Fachleuten ald auch von 
einem weiteren Leferfreis willflommen geheißen werben. Auch 
jene werden, troß mancher Einzelheiten, denen gegenüber 
man Bedenfen hat oder in eine zweifelnde Stellung tritt, 
durch die felbftändige Auffaffung des Verf.3 fih angeregt 
fühlen. Hin und wieder hat er aber einige fchon von Vor» 
gängern mit Recht befeitigte Anfchauungen feftgehalten, 3. 2. 
wenn er die Forderung der Antlißverjchleierung der Weiber 
dem Mohammed zufchreibt (S. 72’), ein Srrtum, der durch 
Snoud Hurgronje al3 gründlich befeitigt gelten fann; oder 
die theokratiihe Reaktion der Schia noch immer von dem 
Einfluß des Perjergeiftes bedingt (©. 86*), wag erft un- 
längft durch Wellhaufen in ficherer Weife widerlegt wurde. 
Die „theojophifthe Spekulation” (S.60®) über den Inftanzen- 
zug des Offenbarungsdaktes entipricht der Auffafjung fpäterer 
neuplatonifcher Eregeje, aber nicht dem Gedanfengang des 
meffanifhen Propheten. — Eine Karte Urabiens, die befon- 
ders die Stämmegliederung in älterer Zeit anfchaulih madt, 
fowie 60 Abbildungen erhöhen die bereits in früheren Teilen 
diefer Sammlung bewährte vornehme Ausftattung des Buches. 
G—r. 


Fischer, Joseph, The Discoveries of the Norsemen in Ame” 
rica with special relation to their early cartographical Re- 
resentation, translated from the German by Basil. H. Soulsby. 
ondon, 1903. Henry Stevens, Son & Stiles. (XXIV, 130 S. 8 
mit 10 Tafeln.) Sh. 8. 

Bu den gründlichiten und ergebnisreichiten Schriften zur 
Gefchichte der Entdedungen und zugleich der Kartographie, 
die in ben legten Jahren erichienen find, gehört Jofeph 
Fischer Werk über die Entdedungen der Normannen in 
Amerika (vgl. 53. Jahrg. 1902), Nr. 16, Sp. 518 d. BI.). 
Der Verf. fügte fih mit echt auf die grundlegenden 
Arbeiten von Storm, Reeves, Zönffon u. a., durdhforjchte 
aber nochmalß jelbjtändig die mittelalterlihen Duellenberichte, 
namentlich die Urfundenihäte des Vatikaniichen Ardivs zur 
grönländifchen Kirchengefchichte und unternahm c3 vor allem, 
die Norblandäfarten einiger wichtiger Ptolemäushandichriften, 
jowie die beiden, von ihm auf Schloß Moliegg entdedten 
und gemeinfam mit F. von Wiefer in trefflicher Fakſimile— 
Reproduktion veröffentlihten Karten Waldjeemüllerd aus 
den Jahren 1507 und 1516 für feine Zwede auszunügen. 
Da das Buch die bisherigen Unterfuchungen über die erfte 
Entdedung der Neuen Welt in vielen Punkten mejentlich 
vertiefte, erregte e8 auch in Amerika verdiented Auffehen, 
ſodaß ih das Bedürfnis nod einer engliihen Ausgabe 
beraugftellte. Eine foldhe Liegt nun Dier aus der Feder 
des Leiter8 der Zandfartenabteilung im Britiiden Mufeum, 
Bafil H. Soul3by vor, der Déi Ion durch eine Reihe von 
Arbeiten ald gründficher Kenner der Geihichte der Erdfunde 
und deg Rlartenwejens und ald Freund deutfcher Forſchung 
bewährt hat. Sein Werk entipridt allen berechtigten An: 
forderungen, die man an eine gute willenichaftliche 1leber- 
fegung zu Bellen gewöhnt ift. Bereichert hat er das Dri: 


95 — 1905. 333. — Literarifhes Zentralblatt. — 14. Januar. — 96 
ginal dur größere Ausführlichkeit der vorausgefchidten 

Bibliographie, Die er von 66 Nummern auf 321 brachte, 
und durch ein forgfältig gearbeitetes, bisher fehlendes und 
Ihmerzlich vermißtes Namen- und Sadregifter, dag die Be- 
nutzung a a A, erleichtert. V. H. 


So pietätvoll dieſe Zurückhaltung gegenüber ber für ihre 
Beit hochverdienftlichen erjten Bearbeitung ift, jo wäre dod 
unfres Erachtend angeficht3 der Erweiterung und Vertiefung 
unferer münzgeihichtlichen Kenntnis in den lebten 60 Jahren 
eine umfaflendere Umarbeitung wenigfteng der erften Ab: 
Ihnitte angezeigt gewefen. Auch Hätte die Ueberfihtlidhteit 
gewonnen, mwenn darauf verzichtet worden wäre, in den 
Münz und Medaillenverzeichniffen zugleich einen Katalog 
in Komm. (XV, 551 S. Fol.) der Beitände der Königl. Münzfammlung in Stuttgart zu 

Diefer Band umfaßt die Urkunden von 1277 bis 1284. | geben. Die wefentlihfte Bereiherung ber neuen Auflage 


Wirtembergisches Urkundenbuch. Hrag. von dem königliche Urkundenbuch. Hrsg. von dem königlichen 
Diejenigen bis 1278 einfchließlich find noch von dem rühmlidft liegt, abgejehen von ber Beifügung der Urkunden, in ber 


Staatsarchiv in Stuttgart. Bd. 8. Stuttgart, 1903. Enderlen 


befannten Hrögbr. der vorausgegangenen 4 Bände, dem nun. | Yeigabe vortreffliher Abbildungen der michtigiten Stüde. 
mehrigen E Dr.v. Stälin bearbeitet, die folgenden | Der Mangel jeder Abbildung beeinträchtigte den Wert der 
von Archivrat Dr. Schneider und Ardivfekretär Dr. Mehring, ` Een Auflage erheblih. Hoffentlich legen nicht äußere 
welche aber beide noch von Stälin in danfenswerter Meile NRüdfichten bei der Weiterführung bed Unternehmens nad 
unterftügt wurden. Der MWechjel der Herausgeber hat in ein. | dieler Richtung größere Einihränfung auf. Um ee 
zelnen Punkten einen Wechfel der Grundfäge für die Be: könnte gegenüber den Erzeugnifjen des 19. Jahrh.s Spar— 
arbeitung mit fi gebracht, der im wefentlihen die Aufnahme jamfeit geübt werben. Schließlich noch zwei Wünſche: Be: 
einer größeren Bahl von Urkunden in einen Band und da: jonder8 bei Bearbeitung der niht Tandeöherrlihen Reihen 
durch ein rafcheres Fortfchreiten des Werkes bezweckte. Noch wird ja auf umfaſſendere Benugung ausmwärtiger Samm- 
ausichließlicher al im legten Bande find nur die wichtigeren | ungen niht verzichtet werden fünnen. ©3 ift dann für 
und inhaltreicheren Urkunden ganz abgebrudt, hierunter fämt: ſpätere Vergleichungszwecke dringend erwünjcht, überall den 
Yiche deutichen. Die übrigen erichienen bloß in Form von Beſitzer des Stückes angegeben zu finden. Und weiter möchte 
Regeſten und Auszügen, in welche der ſachlich oder ſprachlich künftig die Verteilung der Abbildung zweiſeitiger Stücke auf 
bedeutende Inhalt aufgenommen wurde. inigemal find | zwei Tafeln vermieden werden, leicht angängig durch Ber: 
mehrere zufammengehörige Urkunden ald Gruppe unter einer | Wendung von Oypsabgüfjen. 
Nummer vereinigt worden. Die Siegelbezeichnung nach dem es 
Syitem Hohenlohe wurde neben der Siegelbefchreibung nicht marson, Dr. Nils, Sveriges krig i Tysklan ; 
PPRA fondern mit Recht ald überflüffig und Ben re er och planer. Lund, 1903. Gleerap. (XXIX, 
weggelaſſen. Durch die Kürzungen hat man erreicht, daß als 
der Band 767 Nummern enthält, 168 mehr als fein Bor- Der im chen Zeil Länoug, 20, Lund, 1897) ger 
gänger; von 299 Urfunden wurde der ganze Tert gegeben, Ichilderte Feldzug des Jahres 1675 ift dur bie infofge ber 
gleihfall8 299 waren biöher unbefannt. — Man Tonn das völligen Ueberrajhung ‚hervorgerufene Hilfloſigkeit der ſchwe⸗ 
Beſtreben der Hrsgbr. nach Kürzung nur anerkennen und diſchen Heeresleitung in Deutſchland charakteriſiert. Der 
bedauern, daß es ſich bei dem einmal eingeführten raum- Feldzug des Jahres 1676 ſtellt ein zähes Ringen, wenn 
verſchwenderiſchen Drucke und dicken Papiere nicht noch auch mit unzureichenden Hilfsmitteln, dar. Für die Schil— 
weiterführen ließ, denn auch jetzt muß leider geſagt werden, derung hat der Verf. eingehende archivaliſche Unterſuchungen 
daß die Urkunden von 7 Jahren auf 531 Foliofeiten eigentlich nicht nur in Schweden und in Kopenhagen, ſondern auch 
zu wenig ſind. Je mehr das Werk anſchwillt, deſto unhand. in Deutſchland und Paris angeſtellt. Das von Müſebed 
licher geſtaltet es ſich für den Gebrauch, deſto unüberſichtiicher (Baltiſche Studien, 1897) gänzlich außer acht gelaſſene 
wird ſeine Materialverſtreuung. An Gründlichkeit und Ge- pommerſche archivaliſche Material iſt von ihm zum erſtenmal 
diegenheit der Arbeit ſteht dieſer Band den früheren nicht benutzt, ebenſo hat er in Paris die faſt vollſtändige Serie 
nach; faſt möchte man ſagen, daß zu viel Fleiß auf einen von Rapporten der bei der ſchwediſchen Armee in Pommern 
nicht immer wichtigen Stoff verwendet worden iſt. Geſammelt weilenden franzöſiſchen Militärbevollmächtigten hervorgezogen 
wurde mit großer Umſicht, doch vermißte Ref. die päpſtlichen und verwertet, ſodaß namentlich der zweite Abſchnitt über 
Regifter in Rom, von denen man annehmen follte, daß fie den Kampf in Pommern 1676 große Bedeutung erlangt, 
etwas ergeben. Befonders zahlreiche Urkunden beziehen fig | und zwar nicht allein durh die Schilderung der Friegerijden 
auf Bebenhaufen, Baindl, E3lingen, Herrenalp, Salem, Wein. | Aktionen, wie der Blodade Pommerng im Winter 1675,76, 
garten, den Deutjchen- und den Sohanniter-Orden. bes Gefechts bei Swinemünde, des Kampfes um die Stellung 
e P H bei Triebfees, der Eroberung der Peenemünder Schanze, Un 
— — —— —— — | Ham, Demmin, fondern vor allem durch die Darlegungen der 
Binder, Christian, Württembergische Münz- und Medaillen. | Mielelben vorbereitenden Maßnahmen und ber diplomatijgen 
Kunde. Neu bearbeitet von J. Ebner. Unter Mitwirkung Verhandlungen der Alliierten. Indem W. die Operationen 
Württembergischen Kommission fir Landsogtechiehte, Heft. | Aestgpuntte A Ven age fpesiel wn be 
icht3puntte der europäilcden, jpeziell nordifchen Politit be 
Stuttgart, 1904. Kohlhammer. (543. 4. mit 2 Doppeltaf.; #1. | trachtet, gelangter zum erftenmal zu einer gerechten Würbigung 
Eine Neubearbeitung des vor nun ziemlich 60 Jahren | der VBerdienite Königsmarf3 um die Erhaltung der jchmebdilchen 
veröffentlichten Binderfhen Werkes war längft Bedürfnis. | Großmadtftelung, die auf dem Befite Bommerns beruhte. 
Sp wird das erjte Heft einer zweiten Auflage, die gräfliche | Damit Tiefert er aber oud den Beweis, daß ber Plan 
und herzoglihe Münzgefhihte fowie das Tandesherrliche | Ehriftiand V, die Schweden in Schonen anzugreifen, bet 
Münz und Medaillenmaterial bi Herzog Ulrich umfaffend, | richtige war. Durch den fchonenfchen Krieg ift Karl XI fo 
dankbar begrüßt werden. Die Gejamtanlage ift getreu bet, | gänzlich in Unfpruch genommen, daß Königgmarf auf Truppen: 
behalten. Auch die Münzgeichichte ift zum Teil wörtlich | verftärfungen aus Schweden nicht rechnen tann und jelbft 
aus der eriten Auflage herübergenommen, ergänzt aus den | die aus den franzöfiichen Subfidien ihm gewährten pefuniären 
inzwifchen erjchienenen Arbeiten, befonders Grotes und Gün- | Unterftügungen nicht zur Unterhaltung der Truppen und zur 
tber8, und aus den feither befannt gewordenen Urkunden. | Kriegsbereitichaft der Befeftigungen Hinreichen. Nur durd 


— — 


97 — 1905. M3. — Literarifhes Zentralblatt — 14. Sanuar. — 98 


gleichzeitige Benutung feines perſönlichen Kredit3 hat Königs 
mart die beachtendwerten Leiftungen erzielen können. 


Dörfel, Johannes, &ervinus als historischer Denker. Gotha 
1904. F. A. Perthes. (66 S. 8) .# 1, 20. 


Geschichtliche Untersuchungen, hreg. v. Karl Lamprecht. II, 2. 


Ziele ouë Lampredt3 Schule hervorgegangene Schrift 
liefert einen dankenswerten Beitrag zur Gejchichte der Ge: 
hihtswiflenihaft. Gervinus wird darin auf die Prinzipien 
feines Hijtorifhen Denkend unterfuht und feine Stellung 
innerhalb ded Entwidlungdganges der deutjchen Hiftoriographie 
flargelegt. Deshalb behandelt der Berfafjer zunäcdhit kurz 
deffen Stellung zur geihichtlihen FBorihung und erörtert 
dann eingehend jowohl feine gejchichtsphilojophiiche Lehre 
(Rosmoglehre und ihr Verhältnis zur Hiftorit;, als auch 
feine Runjt der Darjtellung (Einfluß der Kosmoslehre auf 
die darjtellenden Werke, Zeitgrundecharalter). Gervinus fcheidet 
ſcharf zwiſchen Geſchichtsforſchung und Geſchichtsſchreibung, 
er iſt vom Werte der Forſchung durchdrungen, das Bedürfnis 
nach Durchdringung und Geſtaltung des Stoffes ſcheint ihm 
in der Geſchichtswiſſenſchaft ſeiner Zeit bei weitem größer 
zu ſein, als das nach Aufhäufung und Anſammlung des 
Materials. Er intereſſiert daher mehr durch ſeine geſchichts— 
philoſophiſche Lehre und ſeine Darſtellungskunſt, als durch 
ſeine Stellung zur Forſchung. Die erſtere zeigt ihn in Ab— 
hängigkeit von den geſchichtsphiloſophiſchen Denkern ſeiner 
eigenen Zeit, ſowie vom Klaſſizismus (Kant, Schiller), in 
den der Darſtellungskunſt ſeiner deutſchen Dichtungsgeſchichte 
zugrunde liegenden Denkvorausſetzungen weiſt er dagegen 
ſchon nach vorwärts zu den Prinzipien der modernen Kultur: 


geſchichtsſchreibung. 


Nauticus, Jahrbuch für Deutſchlands Seeintereſſen. 6. Jahrg.: 
1904. Mit 18 Tafeln, 17 Stizzen und 3 Karten. Berlin, 1904. 
Mittler & Sohn. (IX, 560 S. Yr. 8.) 4 5,50; Geb. X 

Dieſer neunte Band der Nauticus-Schriften wird allgemein 
mit gleichem Intereſſe begrüßt werden, wie ſeine Vorgänger. 

Mit anerkennenswertem Geſchick bringt Nauticus alljährlich 

belehrende und aufklärende Aufſätze immer gerade über ſolche 

Gegenſtände aus dem ſehr großen Gebiete des Seeweſens, 

die infolge beſonderer Umſtände im Vordergrunde des all⸗ 

gemeinen Intereſſes ſtehen, wie z. B. über den Stand der 

Unterſeebootsfrage, über den militäriſchen (gemeint iſt der 

taktiſche und ſtrategiſche) Wert der Schiffsgeſchwindigkeit, 

über die Fortſchritte der Funkentelegraphie, über den trans⸗ 
atlantiſchen Schnelldampferbetrieb und ſeine vorausſichtliche 

Weiterentwicklung. So bietet jeder Band eine neue wert» 

volle Ergänzung des Vorhergehenden und wird für Jeder- 

mann unentbehrlich, der für eine gejunde Entwidlung unſrer 

Seemacht mehr als oberflählihe Erkenntnis fih aneignen 

möchte. Belonders geeignet find dafür auch in diefem Naus 

ticu&Bande die Auffäge kriegsmaritimen, politiihen und 
biftorifhen SInhaltes und unter ihnen am fachlichften und 
wertoolliten diejenigen über die Sortjchritte fremder Friegs- 
marinen, ſowie über den Entwicklungsgang der deutſchen 

Kriegsmarine im verfloffenen Jahre. Weußerft Iehrreich ift 

aud die ausführliche Arbeit über die „Grundzüge der engs 

lichen Kolonialpolitit”, beherzigenswert auch für und; der 

Berf. führt mit allem Redt die riefigen englifchen Erfolge 

auf das ftarfe Nationalgefühl neben ftartem Unabhängigfeits- 

finn zurüd. Wie fteht e3 damit bei uns? Wie würdigt 
man in Deutfchland, das leider doch mit viel flaviihem Blut 
duchjegt ift, den echt germanischen Unabhängigfeitfinn ? 

Diefes ftolze Gefühl ift aber für Hohe Leiftungen unentbehrlich. 

Mit wirtfhaftlichen Uuffägen find die legten Jahrgänge des 

Nauticus überreichlic” verjehen, auch die Statiftit fönnte 


wohl noch eingefchränkt werden. Trogdem ift der Verfuch 
mit Freuden zu begrüßen, die wichtigiten Seehäfen der Erde 
in den Betradhtungsfreis de3 Nauticus aufzunehmen und 
ihren Seeverfehr anzugeben. Daß Nauticus ganz entjchieden 
auf höherer Entwidlungsftufe jteht ala ähnliche fremdländifche 
Jahrbücher, fei mit befonderem Stolze ausdrüdlich hervor: 
gehoben; aber trobem fann er doh noh von den fremden 
Sahrbüchern, 4. B. Braffey'3, lernen, bdag dag Hauptgerwicht 
immer auf feepolitijchem und marinetechnifchem Gebiete liegen 
mu, wenn folde Sahrbücher Tebensträftig bleiben folen. 
Mancher wirtſchaftliche Aufſatz des Nauticus wäre wohl in 
den Veröffentlichungen des Inſtituts für Meereskunde beſſer 
am Platze, käme dort auch auf ſeinem Gebiete beſſer zur 
Geltung. Vortrefflich und ſehr reich iſt ber neue Nauticus— 
Band mit ausgezeichneten Schiffsbildern, 18 großen Tafeln 
und vielen Planſkizzen ausgerüſtet; auch die Kabelkarte ver⸗ 
dient hervorgehoben zu werden. Das Werk kann wieder auf 
weite Verbreitung unter Laien und Fachleuten a 
. Wis. 
Schriften d. Vereins f. Reformationdgefhichte. 22. Jahrg. 1.4. Etüd. 
Halle o, E, Niemeyer in Komm. (8.) Je M 1, 20. 

Snh.: (1) ©. v. Schultheß-Rehberg, Heinrich Sul er 
der Nachfolger Zwinglis. (104 E.) — (2. S. Egelhaaf u. W.D l 
Landgraf Philipp von Heffen; M. Buperd Bedeutung f. d. tirgi. 
Reben in Heffen. (Bortåge.) (63 ©.) — (3.) W. Zahn, Die Altmarf 


im 3Ojähr. Kriege. (IV, 62 ©) — (4.) P. Kalkoff, Die Anfänge 
der Segenreformation in den Niederlanden. 2. Zeil. (VIL 119 ©.) 


Zeitſchrift der Geſellſchaft für SR Holfteinifhe Geſchichte. 
e Kiel, Univ.. Buhh. in Komm. 
: ©. Wegemann, Dad Brandes, BojeFrandı- u. Albert 
grandee Familienlegat nebft Verwandticaftenacmeifen der dazu 
berechti gen Familien Junge, Bielenberg, Boje, Kirchhoff, Sommer x. 
(Mit 14 Stammtaf) — H. Chr. Mattbiedfen, Chronik der Far 
milie Matthiesfen. (Mit 1 Stammtaf.) — Briefe des Grafen Otto 
Joahim Moltte an den Kanzler Cay Lorenz Broddorff aus d. 3. 
1830. — 8. Seip, Zur Belagerung und Grjtürmung von Breiten 
burg. — ©. Hille, Das Drdnen der Alten im Schledwiger Staat» 
arhiv. — KRadrichten über die Befellih. f. Schi..Holfl. Geh. — 
> zus Shliiw..Holft. Wörterbud. Bericht über d. 3. 1903/04. 
. dvd. Fifher-Benzon, Lit. Bericht für 1902/04. 





Länder- und Hölkerkunde, 


Paszkowski, Wilh., Lefebnh zur Einführung in die Kenntnis 
Dentfdlands und feines geiftigen Lebens. Zür ausländ. Studierende 
und für die oberfte Stufe höherer Lehranftalten des In» und Aug. 
nn. nn Berlin, 1904. Weidmann. (VIII, 196 &. ©r. 8.) 

e . 

Das Heine Buch ift bejtimmt, Ausländer, welche bereits 
eine für den Bedarf des täglichen Lebens ausreichende Kenntnis 
unjerer Sprache gewonnen haben, ohne allzuviel Beitaufiwand 
tiefer in den Geilt der willenjchaftlihen deutihen Schreibart 
einzuführen und ihnen zugleich einen gewiljen Einblid in 
die feineren Negungen unferes Geijteslebend und unjerer 
Boltsjeele zu verfchaffen. Die gewöhnlichen Schuflfejebücher 
genügen für diefen Zwed nicht, und die Lektüre eines ein- 
zigen Schriftfteller8 pflegt erfahrungsgemäß bald zu ermüden. 
Eine geihmadvol zufammengeftellte Auswahl vorbildlicher 
Aufjäge hervorragender Stiliften dagegen regt fiher am beten 
zu tiefer eindringenden Studien an. Deshalb ift der Dier 
durchgeführte Gedanke durhaus zu billigen, und feine Mus- 
führung verdient Beifall. Won mehr ald 30 der beiten 
deutihen Brofafchriftitellee der Gegenwart, namentlich von 
bedeutenden Univerfitätsfehrern find bier mit feinem Gefühl 
für da3 bleibend Wertvolle gegen 40 Abhandlungen an einander 
gereiht, die fidh teild mit deutjcher Landes- und Volffunde, 
teil8 mit den wichtigiten Problemen des modernen beutlden 
Beifteslebens in feinen verjchiedeniten Zweigen beichäftigen. 

Se 


99 — 1905. M 38. — Literarifhes Zentralblatt — 14. Januar. — 


Das Buch dürfte nicht nur dem oben angegebenen Zweck 
entiprechen, fondern könnte fidjer auch auf der oberjten Stufe 
höherer Lehranftalten des Jn- und Uuslandes mit Nuben 
gebraucht werden und erfcheint wohlgeeignet, in Diefen 
Kreifen dem Deutihtum neue Freunde zuzuführen. V. H. 


Hantzsch, Viktor, Die Landkartenbestände der königl. Öffent- 
lichen Bibliothek zu Dresden. Nebst Bemerkungen über 
Einrichtung und Verwaltung von Kartensammlungen. Leipzig, 
1904. Harrassowitz. (VI, 146 S. Gr. 8.) 4 6. 

Beihefte zum Zentralblatt für Bibliothekswesen. XXVIII. 
Borliegende, von einem bewährten Schüler des der geo- 
graphiihen Wiffenihaft durch den Tod allzu früh entriffenen 

Friedrich Nabel verfaßte, Höchit danfenswerte Arbeit wird 

fiherlich von den Geographen und Hiftorikern willlommen ge- 

heißen werden, da fie dem Meller in anjchaulicher und über: 
fichtlicher Weife einen Einblid in die reichen und wertvollen Land» 
fartenbeftände der Kgl. öffentlichen Bibliothel zu Dresden 
verichafft, Literariiche Nachweifungen, fowie Angaben über das 

Borhandenjein allgemeinzugänglicher Neproduftionen bietet und 

außerdem noch eine Reihe von wichtigen Bemerkungen über 

Einrichtung und Verwaltung von Rartenfammlungen enthält. 

Die eriten 42 Geiten behandeln die Entjtehung und Ge: 

Ihichte diefer Sammlung (die Zeiten von 1556 bis zur 

Gegenwart), deren Einrichtung, Verwaltung und Benugung 

und geben einen kurzen Ueberblid über die Verzeichnung, Ord— 

nung und Ratalogilierung (Standortsfatalog, alphabetifcher 

Katalog) der Beitände. Auf den folgenden 95 Seiten diefes treff- 

lichen, mit einem Berzeichnis der mehrfach benußten Literarifchen 

Hilfsmittel und mit einem alphabetischen Berjonenregifter ver: 

jehenen Nachichlagemwerfes werden nad) einem, den modernen 

geographiihen und politiichen Verhältniffen ent|prechenden 

Schema und in fortlaufender, big zur Zahl 686 reichenden Nu- 

merierung die bemerfenswerteften Bejtände (mit Literaturan- 

gaben) diefer wichtigen Landfartenfammlung aufgezählt und 
zwar zunächt die Atlanten und Karten allgemeinen Charafterg 

(Atlanten über alle Teile der Erde oder Länder mehrerer 

Erdteile Nr. 1—187, Erdfarten Nr. 188— 253, Seeatlanten 

und Geelarten Nr. 254—284, Snjelbücher Nr. 285 — 292), 

dann die der einzelnen Erdteile (Europa Nr. 293— 643, 

Alien Nr. 644—666, Afrika Nr. 667— 671, Amerila Nr. 672 

—685) und der Bolargebiete (Nr. 686). Die Reihenfolge 

innerhalb diefer Gruppen ift eine chronologijche. Obige 

Zufammenftellung will feinedwegd ein auch nur annähernd 

vollitändiges Bild von den Beltänden der Dresdner Karten: 

fammlung bieten, e3 wird vielmehr eine Auswahl der wid 
tigften, dafelbft vorhandenen Kartenwerfe geboten und das 
wichtigite, zur Zeit noch brauchbare Material hervorgehoben. 

Bor allem werden die Kartenwerfe berüdfichtigt, die durch 

ihr Alter, ihre Seltenheit, ihre Ausführung und ihren Ur: 

heber in der Geichichte der Kartographie eine gewifje Be: 
deutung erlangt haben, dagegen find die Erzeugnifje des 

19. Sahrh.8 und moderne Reproduftionen alter Kartenwerfe, 

ebenjo die in der Dresdner Kgl. Bibliothek zahlreich vertre- 

tenen Pläne und Anfichten, jowie die aftronomiichen Atlanten 
und Karten ausgejchloffen worden, um das Verzeichnis nicht 
allzuſehr anſchwellen zu lafen. Hoffentlich regt dieje ver- 
dienftvolle Arbeit zu ferneren derartigen Publikationen an, fo 
daß die in den verfchiedenen Bibliotheken Deutſchlands aufbe— 
wahrten LZandlarten, fartographiiche Jnfunabeln und Manu- 
jfriptfarten durch ähnliche Aufzeichnung in weiteren reien, 
vor allem unter den Fachgelehrten, bekannter werden und 
diefen dadurch manche mühlame Nachforfhung erleichtert wird. 


Deutihe Erde. Beiträge 3. Kenntnis deutfchen Bolldtumd. Hräg. 
v. P. Langhans. 3. Jahrg. 6. Heft. Gotha, FJ. Perthes. 

Snh.: F. Braun, Das Deutihtum in Konftantinopel. — 2. 

Friedemann, Die neue NRechtichreibung in den Niederlanden. — 


100 


S. Weber, Die Urjachen der Berflawung Zipfend. — V. Hanstzſch, 
Die Verbienfte der Deutfhen um die Erforfhung Südamerifad. 4) Im 
19. Jahrh. — H.Helmolt, Die Schaffung eincd deutihen „Who's 

who”. — P. Langhang, Die Mutterfprache der Mohnbevölterung 
der Schweů 1880, 1890 u. 1900. 


Globus. Hrsq. von H. Singer. 87. Band. Nr. 1. Braunſchweig. 
Vieweg u. Sohn. 

Inh.: Seiner, Ueber die Urſachen des ſüdweſtafrikan. Aufſtandes ˖ 

— Schütze, die Handelszonen ded Sambifi. (Mit 7 Abb.) — Singer: 

Der deutiche Kolonialetat f. 1905. — Fies, Der Hoftamm in Deutid- 

Togo. (Mit 2 Abb.) — Ruete, Die Schluftrantheit im Kongogebict. 


A. Petermanns Mitteilungen aus Juft. Perthes’ geogr. Anftalt. 
Hrg. von A. Supan. 50. Band. 12. Heft. Gotha, 3. Perthe. 
Snh.: A. Supan, Zum Ubfhluß ded 50. Bandes von Peter 
manng Mitteilungen. — E Hammer, Zwei praft. Beifpiele fchief- 
achfiger zylindriicher Kartennegentwürfe. — K.Rapner, Dad regen- 
reihfte Gebiet Europad. — 8. Breitfuß, Zur Frage üb. d. fibir. 
Serweg nad Dften. — N. Knipomwitfch, Hydrobiologifche Unter 
fuhungen des Kafpifhen Mecred. (Schl.) 


Haturmiflenfdhaften. 
Das Pflanzenreich. Regni vegetabilis conspectus. Hrsg. von 
A. Engler. 18.—20. Heft. Leipzig, 1 1904. Engelmann. 


(Lex. 8.) 


IV. 61. Taccaceae, mit 178 Einzelbildern in 28 Figuren und 
2 Verbreitungskarten, von R. Pilger. (124 S.) #7, 60. 


IV. 61. Betulaceae, mit 178 Einzelbildern in 28 Figuren und 
2 Verbreitungskarten, von Hubert Winkler. (1498.) .4 7,60. 


IV. 46. Zingiberaceae, mit 355 Einzelbildern in 52 Figuren 
von K. Schumann. (458 S.) Ææ 23. 

Heft 18. Pilger, Taccaceae. Das Begetationdgebiet 
der einzelnen Gattungen oder größerer Untergruppen fällt 
deutlich mit großen in der Pflanzengeographie charafterifierten 
Gebieten zufammen. Der Wert diefer feinen, aber alten 
Familie beruht bejonders in der ausgezeichneten Güte deg 
Holzes vieler baumförmigen Arten. Die Cibe ift wohl al- 
befannt, wie wohl audh, daß fie bei und dem Ausfterben 
entgegen gebt, daß fie fehr langjam wädjit und bie ihr zus 
fagenden Dertlichleiten mehr und mehr der Kultur anheim- 
fallen. — Heft 19. Winkler, Die Betulaceen. Dieje Birken- 
gerwädhje gehören faft ausichließlich der nördlich gemäßigten 
Bone an. Mit den Buchen find fie nicht verwandt. Bon 
feiner Familie dürften fo viele foffile Arten bejchrieben fein 
wie von den Betulaceen. Außer den Nüffen von Corylus 
(Hafelnuß) Liefert die Familie feine eßbaren Früchte. Birken: 
wein und Birkenchampagner wird vornehmlih in Rußland 
gewonnen. Durch Gehalt an Betulin ift die Rinde faft un- 
verweglih und für Näfje faum durdhläffig. Dagegen leidet 
das Holz der Birke, Erle und Weißbuche im rohen Buftande 
jehr unter Wurmfraß. Bigarrentiften werden in großen 
Mengen aus Birkenholz dargeftellt. Der Anbau der Betu- 
laceen madt béi nicht gut bezahlt, wenn aud die Kultur 
der Birke zu Beginn des vorigen Jahrhundert? jehr em- 
pfohlen wurde. Als Biergewähs find alle Vertreter gut 
verwendbar. — Heft 20. Schumann, Zingiberaceae. Hier 
haben wir es mit einer echt tropilchen Familie zu tum, 
welche ficherlich alt ift und big in das Mitteltertiär reicht. 
Der Löwenanteil diefer Gruppe kommt Ufien zu, namentlid 
Malalfa, Borneo, Celebes und Neu-Guinea. E3 find im 
allgemeinen Bewohner der niedrigeren Gebiete, fie bevor: 
Augen feuchte, jchattige Orte, einige wachen in Den bechten 
Plägen des dichteften Urwaldes. Die Zingiberaceae liefern 
den Menfchen wegen ihres Gehaltes an ätherifchen Delen, 
namentlich im Rhizom und in den Samen gefhätte Urznei- 
mittel und viele Gewürze. Die Bedeutung leterer ift frei: 
lih im Laufe der Jahrhunderte mit dem fallenden Gebraud 
und der finfenden Wertihähung zurüdgegangen. Am meiften 


101 


— 1905. 333. — Literarifhed Bentralblatt. — 14. Januar. — 


102 





werden noch der Ingwer gefhäßt, die Eurcumamurzel, bie 
Paradieeköürner, Kardamom. ALS Bierpflanzen ftehen viele 
Arten in großer Wertihätung, wenn fie auch für unfere 
Heimat nicht in Betracht tommen. 


Zoologifher Anzeiger. Hrög.v. E. Korfchelt. 28. Bd. Nr.11. 
Leipzig, Engelmann. 

Inh.: Spengel, Beihlüffe auf der Konferenz 3. Beratung üb. 
die Orthographie in biolog. Publikationen, Göttingen am 31. Juli 
1904. — Ger, In welhem Geifte find die Beflimmungen der 
Romentlaturregeln anzuwenden ? — Derf., Einziehung eines Gattungs—⸗ 
nameng unter den Golubriden. — Bang, Graan nigen u. Berid 
tigungen zu dem Artikel „über die Horizontale u. vertitale Verbreitung 
einiger Reptilien u. Amphibien Deutihlands u. der Ehmweiz“. — 
Bourquin, Contribution à l'étude des Cestodes de Mammi- 
feres. Le genre Bertia. — Spemann, Ueber Rinfenbildung nad 
erperiment. Entfernung der primåren Linfenbildungszelen. (Mit9 Fig.) 


Afronomiihe Nadridten. Hrög.v. H. Kreug. 167. Bd. Nr. 3986. 
Hamburg, Raute Söhne. 

Snh.: A. Abetti, Pianeta 14 NY. — Ders. Cometa 
1904 I. — A. Berberih, GEpbemeride ded Planeten (157) Deja- 
nira. — J.Coniel, Ephéméride do la comète Tempel 1904 c. 
— 9. Rreup, Neuer Komet 1904 d. — A. M. Nijland, phe 
meride des Kometen 1904 I. — W. Luther, (78; Diana. 


Naturwiſſenſchaftl. Rundſchau. Hrsg.v. W. Stlarek. 19. Jahrg. 
Nr. 52. Braunſchweig, Vieweg u. Sohn. 

Inh.: E. Meyer, Die Bedeutung der Verbrennungskraftmaſchinen 
für die Erzeugung motor. Kraft. (Schl. — G. Bertrand, Biochemiſche 
Studie über die Bakterie der Sorboſe. — E. Leift, Die Halophä- 
nomene in Rußland. — A. Righi, Ueber einige Erſcheinungen in 
der von radioaktiven Körpern ioniſierten Luft. 


Phyſikaliſche Zeitſchrift. Hrsg. v. E. Riecke u. H. Th. Simon. 
6. Jahrg. Nr. 1. Leipzig, Hirzel. 

nh.: F. SE: Bemerkung über dad Entitehen von Jonen 
aus Ozon. — 2. u. U. Bolpmann, Ueber dag Ernerfche Elektro 
flop. — B. Anode, Einige Meffungen lufteleftrifher Zerftreuung 
auf d. Pico de Teyde u. in Puerto Orotava (Tenerife). — E. Bofe, 
Anwendung deg Radium? z. Prüfung d. Strahlungsgejeges f. nicdrige 
Temperaturen. — E Behrde, Zur Deutung der Verfuhe mit 
N-Strahlen. — ©. 3. Barnett, Energiedicte, Spannung u. Drud 
im Magnetielde. — ©. Balentiner, Bemerkung über Hopped Bors 
trag „zur Konftitution der Magnete”. — N. Magnu, Ueber Sauers 
oneni ibuni durh Platin. — E. Soldftein, Ueber elektrifche 
Entladungeerfcheinungen u. ihre Speftta. — H. Lehmann, Lipp- 
manniche Speltra 2. u. 3. Ordnung in natürl. Farben. — R. Lucas, 
Bemerkungen zu d. Beleg der Helligkeitdgunabme eined glühenden 
Körpers mit der Temperatur. — G. Feliciani, Ueber die Wärmi 
fähigkeit des GStidftoffdioryds fowie einige Bemerkungen zu einer 
Arbeit ded Hern Rernft. — R. W. Wood, Apparat pam Nachweis 
rs Druded v. Schallwellen. — %. Ablborn, Ueber Wirbelbildung 
im Widerſtandsmechanismus u. die Wirkung der Schiffdfhraube auf 
dad Wafer. — W. H. Julius, Der grüne Strahl. 


Rechts⸗ und Ktaatswiſſenſchaften. 


Oppel, Alwin, Natur u. Arbeit. Eine allgemeine Wirtſchafskunde. 
1. Teil. Leipzig, 1904. Bibliograph. Inſtitut. (XR, 362 S. Gr. 8, 
mit 99 Nbb., 15 Karten u. 7 Taf.) Geb. Æ 10. 

Die Natur ift die einzige Fundgrube aller Stoffe, deren 
der Menih bedarf, die er (Dr enintmmt, feinen Erfordernifjen 
anpaßt und verarbeitet. Daher lautet der Titel diefer all- 
gemeinen Wirtichaftstunde „Natur und Arbeit”. Sie be- 
handelt den Stoff in drei Teilen: Vorausjegungen, Gejchichte 
und Gegenwart der Wirtichaft. Die Ausführungen bajieren 
auf den Ergebniffen der geographiichen, geichichtd- und volf3- 
wirtichaftlichen Willenihaft. Bejondere Beachtung verdient 
da3 Beimerf, das eine Art wirtichaftsgeographiichen Atlas 
bietet und die textlichen Ausführungen äußert veranfhauficht. 
Hoffentlich Toten aud) die folgenden Bände des interejjanten 
Wertes niht lange auf fi warten.*) 


ei On 2 ift unterdefien bereitö erfchienen. 


Deutihe Juriften-Zeitung. Hrög. von PB. Laband, D. Hamm 
u. E Heinig. 10. Jahrg. Rr. 1. Berlin, Liebmann. 

Inh.: Dernburg, Bum 5. Jahredtag des neuen bürgerl. Rechte. 
— Laband, Rechtspflege u. volkdtümi. Rechtöbewußtfein. — Förtfch, 
Sprade der Juriften, der Belege, der Sefhäftsmwelt. — Leonhard, 
Beiträge zur Srrtumslehre.e — v. Henle, Der 57. Band der Ent 
Iheidungen des Reihhegerichtd in Zivilfahen. — Kohler, Die Sefep- 
gebungspolitit ded 19. Jahrh. — Niemeyer, Dad Völkerreht u. 
der rujj.-japan. Krieg. — Heimberger, Zur reichörechtl. Regelung 
des Strafvollzugs. — Stranz, juriftifhe Rundfhau. — Hamm, 
Eheverträge zwedd Umgehung der gelen, Unterhaltungspflicht. — 
Mayer, Ueber dad Berbrehen des militär. Aufruprde. — Hirfch, 
Die Kartelle u. die Oefepgebung. 


Defterreihifche Zeitjchrift f. Derwaltung. Hrög. v. E. Ritter v. 
Zäger. 37. Zahıg. Nr. 46-52. Wien, Perles. 

Snd.: (46/47.) R. Engländer, Eine Ammenfteuer ald Kommu- 
nalfteuer. — (48/49.) &. Adler, Das Familienwappen ald gewerk!. 
Marke. — (50/51.) F. &. Müller, Die Befteuerung v. Gemeinde» 
unternebmungen. — (52.; $. Zerfch, Zur Frage ded Regreprechtes 
wegen des Aufwandes f. die Armenpflege gegen die Mutter, bezw. 
Sattin der Unterftügten. 


Techniſche Miffenfchaften, 


Czudnochowski, W.B. v., Das elektrische Bogenlicht. Seine 
Entwicklung und seine physikalischen Grundlagen. Mit 14 
Abb. und 42 Tab. 1. Lief. Leipzig, 1%%4. Hirzel. (VII, 
98 S. Lex. 8) 4 3. 


Das in feiner eren Lieferung vorliegende Wert fol 
eine Monographie ded Bogenlicht3 werden, ein auf breiter 
Bafis angelegte Hand» und Nahichlagebuh, welches ben 
Gegenſtand ſowohl hiſtoriſch als auch kritiſch möglichft er- 
ſchöpfend behandelt. Da die erſte Lieferung nicht über die 
Einleitung hinausgeht und andrerſeits über die beabſichtigte 
Gruppierung des Stoffes nichts Näheres mitgeteilt wird, ſo 
kann von einer Beſprechung des Werkes noch nicht die Rede 
ſein. Uebrigens zeigt die Einleitung: „Die Stellung des 
Bogenlichtes den anderen künſtlichen Lichtquellen gegenüber“, 
ſowie ein ſehr eingehendes Literaturverzeichnis, daß mir ein 
mit großer Sorgfalt und hervorragender Sachkenntnis be, 
arbeitete8 Wert vor ung haben. 


Chemiter- Zeitung. Hrög. v. ©. Kraufe. 28. Jahrg. Nr. 102—105. 
Göthen, Kraufe. 

nb.: (102.) A. Wolfrum, Die Individualitätsbildung des 
Technikers. — C. Goldſchmidt, Kleinere Laboratoriumsmitteilungen. 
— E. Wedekind, Die Waidmäühle bei Wisbech (England). (Mit 
Abb.) — P. Jannettaz, Eine Erſparnis in der Gußeiſenfabri— 
kation. — S. Gärtner, Ueber die hypnot. wirkſamen Beſtandteile 
unſerer Schlafmittel. — (103.) G. Lunge u. E. Berl, Zur Kennt- 
nis der Reaktionen zwiſchen Stickoxryd u. Sauerſtoff oder atmoſphär. 
Luft. — W. Vaubel, über die Einwirkung von Ammoniumnitrit u. 
Ammoniumnitrat bezw. naſzierendem Stickſtoff u. Stickorydul auf org: 
mat. Verbindungen. — P. N. Raikow, Unterſuchungen üb. die Ein⸗ 
wirkung v. Koblenfäure auf die Hydrate u. Carbonate der Alkali» u. 
Erdaltalimetalle. — 0. Zauber, Gbemttëeë Laboratorium der Tgl. 
atad. Hocdhfchule für die bild. Künfte zu Berlin. — (104.) J. Se- 
belien, Ueber pbotohem. Meſſungemethoden f. klimatolog. Zwecke. 
— 5. Büeler, Ueber eine Farbenſkala beim Arbeiten mit Neßlers 
Reagens. — (105. Guido Bodländer +. — Die Totenſchau des Jahres 
1904. — Chemiſches Repertorium Nr. 31. 


Die chemiſche Juduſtrie. Red. von Otto R. Witt. 27. Jahrg. 
Nr. 24. Berlin, Weidmann. 

Inh.: C. Löſer, Ueber die Herſtellung gröberer Steinzeug⸗ 
maſchinen. Kann dieſe als ein Betriebsgeheimnis betrachtet werden? 
— K. Pietrusky, Die Torfbrikettinduſttie in Canada. — F. 
Spitzer, Bericht über die vom 16. bis 30. November 1904 heraue⸗ 
gegebenen Patente aus dem Gebiete der chemiſchen Induſtrie. 


Chemiſche Zeitſchrift. Centralblatt f. die Fortſchritte der geſamten 

Chemie, breg. v. 3. B. Ahrens. 3. Jahrg. Nr. 30. Leipzig, Hirzel. 

Inh.: J. Klaudy, Die Mineralöle u. verwandten Produfte im 

2. Quartale 1904. — ©. Siermann, Komprefjoren mit elektr. An- 
trieb. — Derf., Geräufchlos arbeitende Kettengetriebe. 





103 


— 1905. M 3. — Qiterarif heg Bentralblatt — 14. Januar. — 


104 





Aprachkunde. Literaturgeſchichte. 


en E. J. Eis A history of Ottoman poetry. Vol. II, ed. 
Edw. G. Browne. London, 1904. Luzac & Co. (XII, 
A S. ar 8) Sh. 21. 

Diefer dritte Band enthält den gefeierteften türkifchen 
Dichter der Haffiihen Richtung, Bägi, und noch außerdem 
anbere ihrer berühmteften Namen, aber daneben jtehen aud) 
viele Kleinere Geifter, und jelbft die fogenannten Gropen er- 
melen fih, wenn man fie genauer unter die Lupe nimmt, 
bisweilen ihres hohen Rufs garnicht jo würdig. Dafür ift 
beionderd der vielgepriefene ëmt ein treffendes Beifpiel, 
an ihm ift auch nach Gibb tatjächlich nicht viel. Khajjalt, 
den ©. fehr hoch "elt. verdient diefe Wertichägung wohl 
auch nur mehr al3 Einäugiger unter Blinden. G. ſchließt 
fih in diefem Bande Häufig an die Urteile moderner türkifcher 
Schriftiteller an, die allerdings mindeftens ftet3 von Intereſſe 
find, da fie der Haffiichen Richtung Fritiich gegenüberjtehen. 
Als ein origineller Dichter verdient aug dem Bande der 
Albanefe Zahja genannt zu werden, der heftig gegen die 
perfiiche Nachbeterei Front machte mit der Erklärung, er wolle 
feiner Toten Helma (Buderzeug) in den Mund nehmen und 
nicht die Gpeife toter Perfer wiederfäuen, feine Bunge fei 
fein perfiicher Dragoman. Leider war Yahja’3 guter Wille 
größer alö feine Begabung, jo daß er der Dichtung doch Feine 
neuen Wege zu mweijen vermochte. Bei Nazim bat ©. bisher 
die erften Schargi’3 gefunden, eine interefjante Beobachtung. 
Ueber die Dichtungen Sultan Solimang I ift ingwifden 
Sacob3 Monographie erichienen. — Nach diefem dritten Bande 
wird voraugfichtlich eine Stodung in der weiteren Drudlegung 
des Werkes eintreten müfen, da das Hinterlafjene Manuffript 
der nädjlten Bände zu wenig drudfertig vorliegt. Prof. ©. 
©. Browne, der fich des Lebendwerkö feines verftorbenen 
Sreundes mit der größten Pietät angenommen hat, wird 
hoffentlich die bedeutenden Schwierigkeiten überwinden. Das 
Undenten G.8 wird auch durch Publikationen perfifcher und 
türfifcher Texte wachgebalten werden, aus einem reichen Fonds, 
den feine Mutter zu diefem Zwede geftiftet hat. Bisher find 
4 Werke in Ausfiht genommen: Baberd? Memoiren, Sems-i 
Dais’ Abhandlung über perfiiche Poefie, Reštdeddin’s „ıl> 
zu und ein Auszug aus bn Isfendijärd Gefchichte von 
Taberiftäan. Zwei davon hat Browne felbft übernommen, 
die Sraniften werden ihn daher Hoffentlih noch nicht fo 
bald für das Arabiiche verloren gehn fehen. 


Schneider, Gustav, Schüler-Kommentar zu Platons Phaidon. 
Leipzig, 1905. Freytag. (IV, 108 S. 8) #1. 

Ref. ift von jeher der Meinung gewejen, dap der „Bhaidon” 
fih niht nur für die Leltüre in der Gymnafialprima eigne, 
jondern fogar in erter Linie gelefen werden müffe Denn 
wenn e3 richtig ift, daß eine bejondere philofophiiche Pro- 
pädeutif auf dem Gymnafium entbehrt werden künne, fofern 
nur jeder Unterricht philojophifch geftaltet werde, fo ift die 
Leftüre feines Werkes jo geeignet, in dem Geifte des Schülers 
philoſophiſche Grundbegriffe zu erzeugen, wie die des Phaidon, 
weil in keiner Schrift, ſoweit ſie überhaupt für die Schule 
paſſen, ſo gute Gelegenheit geboten iſt, an die höchſten Pro— 
bleme der Menſchheit heranzutreten und die Schüler mit 
ihnen bekannt zu machen. Es kann dem Schüler für ſein 
ganzes Leben wahrlid nur von Nuben fein, wenn er eg 
einmal gelernt bat, die Welt und die Dinge in ihr mit ben 
Augen Platons anzujehen uub dem wahren Zielen aller 
Dinge, dem Bleibenden und Dauernden in der Erjcheinungen 
Flucht, nachzuſpüren. So verdient es alſo volle Zuſtimmung, 
wenn Schneider im Vorworte lebhaft für die Lektüre des 


„Phaidon“ eintritt. Und auch das iſt ſehr beachtenswert 
und wird mit Recht beſonders hervorgehoben, daß bei der 
Platonlektüre Philoſophie und Religion mit einander ver— 
einigt werden können; „es ſind nicht metaphyſiſche Geheim- 
niffe, die und bier entgegentreten, jondern ethifche und reli- 
giöfe Gedanken, die ung alle wohl befannt, ja zum guten 
Teil unfere eigenen Gedanken find”. So urteilt ©. auf 
Grund eingehender Kenntnis de3 Platonigmus und lang 
jähriger Beichäftigung mit dem „Phaidon”, von dem er 
Sagt, daß dem Studium diefed Dialoges ein guter Teil feines 
Lebens gewidmet gewefen Jet. Der Kommentar enthält eine 
Süle kurzer und treffender Anmerkungen nebft einer kurzen 
Einleitung in „die dem Dialoge zugrunde liegende Welt- 
anjhauung” und reiht fi würdig dem an, was wir fonft 
fhon von ©. für die Erflärung des Dialoges befigen. Jn 
Einzelheiten fowohl der Tertkonftruftion wie der Erklärung 
wird man abweichender Meinung fein können; aber in der 
Hauptfache ftimmt Ref. dem Verf. bei und begrüßt den 
Kommentar freudig als ein weitered Mittel, diefen unver 
gleichlichen Dialog, wie er von berufener Seite genannt ift, 
in die Schulfektüre einzuführen. Was die Kompofition des 
Dialoge3 anbetrifft, fo bekämpft ©. die vor furzem von 
Windelband geäußerte Meinung, wonach uns von Kap. 35 
an ein zweiter, jpäterer Teil de3 „Phaidon“ vorliege, und 
tritt für die einheitlihe AUbfafjung des Stüdes ein, fodaß 
für ihn der „Phaidon“ nur zwei Beweije enthält und das 
bon Kap. 35 an gejagte nur die Ergänzung des früheren 
bildet, nicht aber ein neuer, dritter Beweis ift. Der Erklärer 
de3 Phaidon wird daher, bevor er an bie Lektüre des Dia 
loges Herantritt, mit fih zu Rate gehen müfjen, welder 
Anſicht er ſich anſchließen will, und fo fei auch diefer Punkt 
des S.ſchen Kommentars der Beachtung der Fachgenoſſen 
angelegentlich empfohlen; es ſei jedoch bemerkt, daß der 
Wert des Dialoges wohl nicht von der Beantwortung dieſer 
Frage abhängig erſcheint. Hat etwa Goethes Fauſt an 
Wirkung verloren, weil er verſchiedenen Lebensperioden des 
Dichters angehört? Linde. 


Gradenwitz, Otto, Laterculi vocum Latinarum. Voces Lati- 
nae et a fronte et a tergo ordinatae. Leipzig, 1904. Hirzel. 
(XVI, 546 S. Gr. 8) æ 16. 

Gin lateinifhe3 Legifon, da3 die Wörter in umgekehrter 
alphabetijher Reihenfolge d. H. nadh den Endungen geordnet 
vorführt, ift al3 Grundlage der Wortbildungslehre und als 
teztfritifhes Hilfsmittel längft erjehnt worden. Schon im 
Kahre 1883 find auf Anregung des Altmeifterd der latei- 
niihen Lerifographie einige Münchener Studenten zur 
Dedung diejes Bedürfniffes zufammengetreten, aber die Ar- 
beit fam damals nicht über die Präliminarien hinaus. Nun 
ift fie unter Der Leitung eines Yuriften, dem Héi ihre Not- 
wenbdigfeit bei feinen Papyrusitudien aufgedrängt Hat (vgl. 
den Conträr-Jnder in des Berf.3 Einführung in die Bapyrus- 
funde 9. 1), und eines Philologen (Brintmann in Königsberg) 
von Studierenden dreier Fakultäten und den HH. Lehnert, 
B. A. Müller und Lommabjch geleiftet worden. Xm 1. Teile 
des Buches paradieren die Wörter »a fronte«, im 2. »a tergo« 
geordnet, wobei (im Lonträr-Änder) 3. B. das Verbum labor 
durch Vorjegung der Bahl 3 (3. Konjugation) von dem gleidh: 
lautenden Subjtantiv gefchieden und durch die Zahl 3 ober 
4 vor einem Worte auf -us angedeutet wird, daß es fid 
um ein Subjtantiv der 3. oder 4. Deklination, nit um 
ein Subitantiv oder Adjektiv der 2. handelt. Verarbeitet 
wurden der Wortiha der 7. Auflage des Lerifond von 
Georges, die Materialien Bauderd und die Addenda lexiecis 
des Wölfflinihen Archivs für Iatein. Lerikographie Die 
»praemonenda II« jchließen mit den Worten »id speramus 


105 


Thesauro lingnae Latinae ad finem perducto exstiturnm 
nobis Hommeliis Lenelium«. Ref. wäre neugierig, zu er- 
fahren, wie viele von der Heute zu den Füßen der »ante- 
Cessores« fißenden Generation dies richtig verftehen. 

C. W-n. 


Meier, Heinr., Die Strassennamen der Stadt Braunschweig. 
éi e Plan. „Wolfenbüttel, 1904. Zwissler in Komm. (144 8. 
r. 8.) 4 


Quellen und Forschungen zur braunschw. Geschichte. I. Bd. 


Diefer erfte Band einer neuen ortögeichichtlichen Samm- 
fung bebanbdelt ein Thema, da3 niht nur für die Stammes- 
genoſſen, fondern auch für weitere Kreife von Bedeutung 
ift. Sn den Straßennamen alter Städte birgt fih ja be 
fanntlich eine Tülle gefchichtlichen, Fulturgeichichtlihen und 
Ipradjlihden Stoffes, der e8 wohl verdient, ausgefchöpft zu 
werben. H. Markgraf hat in den „Straßennamen Breslaus“ 
(1896) in mufterhafter Weife gezeigt, wie folh ein Thema 
zu behandeln ift, und auch in Meiers Buch erkennt felbft 
der Fernftehende eine gute Leitung. Nach einer furen 
biftorifchtopographifchen Einleitung beipricht der Berf. in 
der alphabetifchen Reihenfolge der jet giltigen Namen alle 
Straßen der alten Snnenjtadt, indem er immer unter urfund- 
lichen Belegen die erfte Erwähnung verzeichnet, dann die Ber- 
wendung de3 Namens, die fih im Laufe der Jahrhunderte 
öfter geändert hat, feititellt und endlich die fachliche Erflärung 
gibt. Auh in Braunfchweig zeigt e3 fih, dab niht felten 
Volkswitz, Volkshumor und volkstümliches Zartgefühl bei 
der Namengebung oder -veränderung mitgejpielt haben. So 
it die alte „Ehebrecherftraße” in eine anjtändiger Elingende 
„Ehrenbredititraße”, der alte „Sauflint (sueklint)” in ben 
vornehmeren Südklint verwandelt worden. Aus Mißver- 
Rändnis machte man aus einem „Ghoyders⸗ oder Ghoders— 
hagen” einen „Geierdhagen”, aus der „DMelmtiwete” die „Maler- 
twete”, aus der „Manteljtraße” eine „Mandelnftraße”. Hu 
der aus „Taſchenſtraße“ entſtellten „Täſchenſtraße“ fei auch 
auf die Breslauer „Taſchenſtraße“, früher „Taſchenberg“ 
verwieſen, deren Name ebenfalls unerklärt iſt. Sollte dabei 
etwa an die unanſtändige Bedeutung von „Taſche“ zu 
denken ſein? -tz-. 


Kirfäuer, Ar., Erinnerungen an Goethes Ulrike und an die 
Familie von Levepow-Raud). Mit 11 Adtildungen. Auffig, 1904. 
Grohmann (in Komm.) (66 &. 8.) 

Das Büchlein, dejjen einziger Vorzug Kürze ift, gehört 
zu den in der Goetheliteratur leider niht jeltenen Erzeug- 
nien, für deren Dafeinsberechtigung man umjonft nad) fadh- 
fihen Gründen fucht. „Ulrifens Memoiren“ find fhon längft 
gebrudt und Leicht zugänglich, die Schilderung ihrer Wohn: 
Hätte auf Schloß Tridiblig, Mitteilungen über ihre Verwandten 
enthalten nicht? Nennendwertes. Dasim Auffiger Stadtmufeum 
verwahrte „Soethe-Album” ift Fein Album, jondern ein Der, 
barium, in das allerdings auf der erjten Seite von Goethe 
an Ulrike geichentte Pflanzen eingelegt find. Die von Be- 
tannten Ulrifen2, darunter von Mundt, eingetragenen Verſe 
tonnten füglicd ungedrudt bleiben. M. K. 


Gymunafinm. Hrsg. von P. Meyer u. U. Wirmer. 23. Jahrg. 
R 


r. 1. Paderborn, Schöningh. 

Inh.: Stürmer, Ginige fihere Anhaltspunkte für die Homer- 
fritit. — Brogrammfgau Deutfch-Defterreih 1908: Golling, Zur 
Pädagogik u. Didaktik im allgemeinen. Zur Mythologie. 





— 1905. 33. — Literarifhesd Bentralblatt. — 14. Januar. — 


106 


Aunftmiffenfchaft, 


Kehrer, Hugo, Die „Heiligen drei Könige“ in der Le een 
und in der deutschen bildenden Kunst bis Albrecht Dürer 
Mit 4 Autotypien u. 11 Lichtdrucktafeln. Strassburg, 1904. 
Heitz. (IX, 131 8. Gr. 8) 48. 


Studien zur deutschen Kunstgeschichte. 53. Heft. 


Xm eren Zeit mich die Ausgeitaltung der Legende vers 
folgt, im zmeiten eine Sonographie des Gegenftandes an 
der Hand der deutfhen Kunjtdenfmäler verfucht. Für diefe 
Aufgabe fehlt dem Verf. aber nicht nur die zureichende Ueberficht 
über die Monumente, fondern auch die fefte Methode und 
der Blid für das Wejentlide. Schon das Einteilungsprinzip 
(1. Gruppe Maria reht3, 2. Maria lint3, 3. Maria in der 
Mitte) und dann die landichaftliche Aufzählung nah Malers 
Ihulen ift fo furzfichtig wie möglih. Weiter verliert fih 
die Unterfuchung in wertlofe Einzelbejchreibung und neben. 
fählihe Züge. Mit folhen Bäunen verbaut man fih ben 
Blid auf3 Ganze und mit einer rein äußerlichen Behandlung 
läft fich einfach der genetifhen Entwidlung einer Kunjtvor: 
ftellung nicht beifommen. So find denn aud) die wenigen 
Gefamturteile und Teitjäge nur unflar gefaßte Halbwahrbheiten 
oder offne Irrtümer. 3 ift nicht wahr, daß das 14. Jahrh. 
ein eigned, durch die franzöfiihe Kleinplaftit übermitteltes 
Schema gehabt Habe: Wir finden die gemeinte Gruppierung 
ihon muftergiltig am Liebfrauenportal in Trier. Gë um 
ebenjo unrichtig, daB das ganze 15. Jahrh. unter dem Einfluß 
der Ronzeption Rogiers ftehe. Grade das gejellichaftlich und 
landichaftlich erweiterte Diafjenbild ift Anfang des 15. Jahrh.s 
fertig. Cine andre Gruppierung, der lange Reiterzug, ift dem Verf. 
anfcheinend nirgend begegnet. Und ebenfo unbefannt ift 
ihm die Legende von den 3 Beichen der unbefledten Em- 
pfängnis, die am Münfter zu Ulm dargejtellt ift. Un 
ſchiefen, unpaſſenden Ausdrücken wie „der junge Gott” ift 
fein Mangel. Die fakfimilierte Hutinfchrift S. 89 ift nicht 
Sancta Regina fjondern Gracia (plena) zu Tefen. B. 


Wafielewsti, W. J. v. Die Bioline und ihre Meifter. 4., weſentl. 
verm. Auf. mit Nbb. Rıipzig, 1904. Breitkopf & Härtel, (XIV, 
651 S. Sr. 8) 49. 

Der Hragbr. Waldemar v. Wafielewsti ift redlich bemüht 
gewefen, das feit Jahrzehnten allfeitig geichägte Werk durch 
zahlreiche Berichtigungen und Zufäge auf den Stand der 
gegenwärtigen ZSoridung zu bringen. Troßdem find einige 
Ungenanigfeiten ftehen geblieben, von denen hier nur bie 
das Leipziger Kunftleben betreffenden angeführt feien. En 
wird Henry Echradied immer wieber als Nachfolger feines 
Lehrmeifterd David im Gewandhausorgefter aufgeführt, 
während Engelbert Röntgen, der im vorliegenden Buche nur 
al8 zweiter Konzertmeifter desſelben Orcheſters figuriert, nad} 
dem Tode Davids tatfächlich in die Stelle des erften Konzert: 
meifter3 eingerüdt ift. Einem Sage feiner Vorrede Hat zu: 
dem der Hrögbr. nicht genügend Rechnung getragen, indem 
fih im biographifhen Teile bes Werkes nach) wie vor 
mehrere Namen von angeblihen Meijtern des Wiolinfpiels 
befinden, deren Träger auf diefe Ehre feinen Anipruch haben, 
während Urmah Sentrah, die durch ihr überaus graziöfes 
Spiel vor 20 Jahren alle Welt entzüdte, ebenjowenig ges 
nannt wird wie Friş Kreisler, der als Interpret des Beet- 
hovenjchen Konzert3 unter feinen Kollegen kaum einen Ri- 
valen hat. J. M. 


Runfthronit. Hr3g. von Œ. N. Seemann. N. F. 16. Jahrg. 
Rr. 10. Leipzig, € A. Seemann. 
` Inh.: 8. Hevefi, Wiener Brief. — B. Daun, Wittenberg die 
Geburtsſtätte der deuiſchen Renaiſſance? — A. Wolf, Neues aus 
Benedig. — N. ©. Meyer +. — Holländifche Neuigkeiten. 


107 


Die Kunft- Halle. Hıdabr. ©. Galland. 10. Jahrg. Nr. 7. 
Berlin, Harrwig Nadıf. 


Inb.: 8. Salland, Der Kaifer u. die Kunft. 1. — A. Heil» 
meyer, Auguft Hudler. (Mit Illuſtr. — A. Kohut, Ludwig Pictfc. 
— E.Brofh, Aus Venedig. — PB. Wilhelm, Bon Wiener Kunfl. 
— ©. 3. Wolf, Münchner Kunftfchau. 


Zeitfgrift f. Hriftliche Kunft. Hrög. von. Schnütgen. 17. Jahrg. 
10. Heft. Düffeldorf, Schwann. 

Inh.: C. Wufher-Bechi, Die Abfisfredten in S. Maria 
Antiqua auf dem Forum Romanum. (Mit 2 Orundriffen u. 1 Taf.) 
— J. Kuhn, Polychrome Einzelheiten v. d. kunſtgeſchichtl. Ausſtellung 
zu Erfurt 1903. — Schnütgen, Die kunſtbiſtor. Ausſtellung in 
Düſſeldorf. 30. (Mit 3 Abb.) 51) Spätgotiſcher Chormantel v. rötl. 
Sammetbrokat mit geſtickten Schild u. Stäben. 52) Silbergetriebene 
Madonnenſtatuette in St. Martin zu Emmerich. 


Hermifchtes, 


Separat:-Abdrüde aus den Sipungsberichten der mathem.-phyf. Klaffe 
der l. bayer. Afademie der ifenfehaften. Bd. 34. 1904. Heft 3. 
Münden, Franz in Komm. 

Inh.: U. Rothpleg, Die foifilen oberoligocänen Wellenfurchen 

des P u. ihre Beteutung für den dortigen Bergbau. (12 &. 8.) 

M 0, 40. 


Univerfitätsfdriften. 
(Format 8., wo ein anderes nicht bemerft ift.) 

Münhen (K. B. Akad. d. Wiſſ.). (Rede.) Johann Friedrich, 
Gedächtnisrede auf Karl Adolf von Cornelius. (55 S. 4.) München, 
1904. Franz (in Komm.). Æ 1, 40. 

Marburg. Gabilitationsſchr.) Arthur Schwantke, Die Ba—⸗ 
ſalte der Gegend von Homberg a. d. Ohm insbeſondere der Dolerit 
des Hohen Berges bei Ofleiden. (69 S.) 

— (Snauguraliff. (Bhilof. Fak., Geſchichte.) Ernſt Bickel, 
Wimpfeling als Hiſtoriker. (90 S.) — Bruno Hirſchfeld, Die Ges 
municipalia in römiſcher und frühgermaniſcher Zeit. (00 S.) — 
Hermann Hofmeiſter, Die Gründung der Univerſität Helmſtedt. 
(74 S.) — Guſtav Hölſcher, Die Quellen des Joſephus für die 
Beit vom Epil big zum jüdiſchen Kriege. (6b6 S.) — Leopold Roth— 
ſchil d, Die JudenOemeinden zu Mainz, Speier und Worms von 
1349 - 1438. Ein Beitrag zur Geſchichte des Mittelalters. (118 e 
— Karl Wagner, Das Ungeld in den ſchwäbiſchen Städten bis zur 
zweiten Hälfte des 14. Jahrh.s. (120 ©.) — [PHilof.] Enrico de 
Portu, Balileid Begriff der Wifjenfchaft. (54 ©.) — [Pädagog.) 
Mar Adolf Emted, Dad Erziehungsideal bei Gir Thomas More, 
Eir Thomas Elyot, Roger Aiham und John Lyly. (83 S.) — [Math] 
Friedrih Nolte, Meberfiht über die Theorie der Abelihen Funktionen 
zweier Bariabeln. (30 ©.) — Eugen Schmid, Die Caudhy’ihe Me 
thode der Auswertung beftimmter Integrale zwifchen reellen Grenzen. 
93 ©. 4) — Wilhelm Weftphal, Ucbertragung einer Dreieddaufr 
gabe auf das ZTetraeder. (67 ©.) — [Botan.) Ernft Neide, Bota- 
nifhe Beichreibung einiger fporenbildenden Batterien. (76 ©) — 
[Chemie.]) Buftaf Fr. Bergh, Beiträge zur Kenntnis der Zupinen- 
altaloide. (72 ©) — Dirt Hendrit Braund, Ueber Auercitrin, 
Sopkorin und Bappern-Rutin. Ein Beitrag zur Kenntnid der in der 
Natur vorfommenden Flavonderivate (73 ©) — Walter Gaebel, 
Ueber Kondenfationdprodufte au m-Krefol und p-Krefol mit Aceton. 
(38 ©.) — Wilhelm Geibel, Ueber Bromderivate de p-Oryftilbens. 
(48 ©.) — Leopold Hunte, Ueber die Einwirfung von tertiären 
Aminen auf Tetradhlor-p-Krefolpfcudobromid. (54 &.)— Theodor Filke, 
Ueber Ketohalogenverbindungen ded Phrnold und der Krejole. (55 ©.) 
— Döfar Keller, Uber tags Damadkcenin. (72 ©.) — Zalob Ligen: 
dorff, Ueber die Epaltung des Dijodfoblenftoffs (Dijodacetylen) in 
Kohlenftoff und Tetrajotäthplen. (32 S.) — Hermann Quede, Ueber 
dad Nitril der «-Phenyl-p-orpzimmtfäur. (40 S.) — Wilhelm 
Möller, Ueber die Einwirtung von Pyridin auf Dinitrochlorbenzol 
und Dinitrobromtoluol. (78 ©.) — Gottfried Mühlhaufen, Unter 
fuhungen über p-Diorydibenzalaceton und p-Orybenzalaceton. (67 ©.) 
— Karl Siebert, Einwirkung von Phenol und p-Krefol auf o-Nitro- 
benzaldebyd bei Örgenwart von Ealzfäure. (38 ©.) — Karl Thimme, 
Ueber die Einwirkung von Ehlorwafjerftoff auf wällerige Formaldehyd 
löfung und Zriorgmetbylen. Reaktionen der GChlormethlaltylätber. 
(87 ©.) — Bilhelm Unverzagt, Ueber die Einwirfung von Brom 
auf Di-p-orptolyl-dimethyimetban. (51 ©.) — Hand Wagner, Unter 
fuhung über Tetradlor-p-Diorytolan. (57 ©.) — F. Zimmermann, 
Ueber die Eyaltung die Kohlenorydee. (75 ©.) — [Geol. u. Mineral.) 
©. Lincio, Beiträge zur fryftallograpbifchen Kenntnid des Quarzed. 
(25 ©., mit 4 Taf.) — [Bhyfll. Erih Haupt, Ueber die ferro. 


— 1905. M 3. — Literarifhes Bentralblatt — 14. Januar. — 


108 


magnetifchen Cigenfhaften von Legierungen unmagnetifher Metalle. 
46 ©.) — Garl Klüpfel, Unterfuhung des Uebergangd elektrifcher 
Ströme zwiſchen Flüifigkeiten und Gafen. (43 ©.) — Emil Tate, 
Magnectifche Unteriuhungen: I. Unterfuhung der Magnetifierbarkeit 
der bei den Epandaucr Gravitationdmellungen verwendeten Materia- 
lien. Mit zwei Anhängen. II. Hiftorifche® und Theoretiſches über 
Umwandlungspunfte. II. Beflimmung von Umwandlungspunkten 
Heudlerfter Mangan-Aluminium-Bronzen. (136 ©.) — [BZoologie.) 
Wort Börner, Ein Beitrag zur Kenntnid der Bedipalpen. (23 ©. 4., 
mit 13 Fig.) — Wilhelm Börich, Zur Kenntnis der SC permatogenefe 
bei den Poriferen und Golenteraten nebft Bemerkungen über die 
Dogenefe der erfteren. (26 ©., mit 1 Taf. u. 4 Tertfig.) — Fran; 
Paechler, Ueber die Morphologie, Fortpflanzung und Entwidlung 
der Gregarina ovata. (26 ©.) — $. Harold Parkinfon, Ueber 
eine neue Culmfauna von Königäberg unweit Gießen und ihre Be 
deutung für die Gliederung des rheinifhen Culm. (46 ©.) — Hugo 
Schnabel, Ueber die Embryonalentwidiung der Radula bei den 
Mollueten. I. Die Entwidlung der Radula bei den Gaftropoden. 
(42 ©.) — Nlerander Shmweitart, Beiträge zur Morphologie und 
Geneſe der Eihüullen der Ecphalopoden und Chitonen. (54 ©.) — Gurt 
an a be Beiträge zur Spermatogenefe der Gephalopoten. (45 ©., 
mit af.) 


Kritifche Sadhzeitfchriften. 


Bollettino di filologia classica. Dir. da G. Cortese e L. 
Valmaggi. Anno XI. Nr.7. 


8omm.: Ebeling, De tragicorum poetarum Graecorum canticis solutis. (C. O. 
Zuretti) — Mazon, Aristophane, La Paix; Id., Essai sur la composition 
des comedies d'Aristophane. (G. Fraccaroli.) — Gomperz-Reymond, 
Les Penseurs de la Grèce, I. (C. Pascal.) — Noyak, C. Iulii Caesaris 
commentarii de bello civili. (S. Consoli) — Giorni, L'Elegia romana. 
(L. Cisorio.) — Reich, Der Mann mit dem Eselskopf. (V. Brugnola) — 
J. Beloch, Griechische Geschichte, ILL, 2. (V. Costanzi.)— Cichorius, 
Die römischen Denkmäler in der Dobrndscha. (L. Cantarelli.) — Communi- 
cazioni (A. Gandiglio, Ad Cic. Orat. XLVIII, 161; C. Pascal, Un carme 
di Venanzio e uno di Prudenzio). 


Maandblad voor philologie en geschiedenis. Red. 


Museum. 
P. J. Blok, J. J. Salverda de Grave, A. Kluyver en 
J. S. Speyer. 12. Jaarg. No. 4. Leiden, Sijthoff. 


Inh.: Delbrück, Einleitung in d. Studium d. indogerm. Sprachen!. (Kluyver.) 
— Aristophanis Plutus, ed. Van Leeuwen. (Kuiper.) — Libanius rec. 
Foerster, II. (Van Herwerden.) — Pseudacronis scholia in Horat rec. 
Keller. (Karsten) — Dahlmann, Die Samkhya-Philosophie. (H. Kern.) 
— Van den Vos Reinaerde, uitg. d. Buitenrust Hettema en J. W.Muller, 
I. (Verdam.) — Van de Graft, Historieliederen. (Fredericq.) — Berg- 
meier, Dedekinds Grobianus in England. (Borgeld.) — Rühl, Grobianus 
in England. (Borgeld.) — Luick, Untersuchungen z. engl. Laulgeschichte. 
Ders., Studien z. engl. Lautgeschichte. (Bülbring) — Leeman, Pract. 
Handleiding ... Spaansche taal, I. (Salverda de Grave.) — Agats, Der 
hansische Baienhandel. (Brugmans.) — Melanges Paul Fredericq. (Blok.) — 
Günther, Moderne Völkerkunde. (Steinmetz.) — Caesar de Bello Gall., d. 
Halberstadt. (Van Eck.) — Paszkowski, Lesebuch zur Einführung 
in die Kenntnis Deutschlands. (Kossmann.) — De Haas, Do chemie in 
dienst van de archaeologie. 


Revue crit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 

38e année. Nr. 52. Paris, E. Leroux. 

Somm.: La Karpüramanjari, p. Konow, trad. Lanman. — V. Henry, Précis 
de grammaire pålie. — Horovitz , Las Hacbemyyat de Komeit. — Rei ch, 
Le mime. — Magne, Bertran de Born. — Alphanddry, Les idées 
morales des hétérodoxes latins au début du XIIIe siècle. — Elise Richter, 
Comment la construction romane s’est degagde de la construction latine. 
— Babelon, Histoire do la gravure sur gemmes en France. — Le Lim 
XXII. — Mélanges des savants de Halle. — Trahey, Le vocabulsire d'En- 
nodius. — Schermann, La Didaché. — Leipoldt, Le VIIIe livre dee 
Constitutions apostoliques. — Strzygowski, La cathedrale d’Aix-la- 
Chapelle. — Sainte Hildegarde, Causae et Curae , p. Kaiser. — Eisen- 
hofer, Le rational. — Campion, Saint Servais et Baint-Servan. 


Wochenfchrift für klaffifche Philologie. Hrg. v. G. Andrefen, $. 
Drabeim u. F. Harder. 22. Jahrg. Nr. 1. Berlin, Weidmann. 


Iuh.: W. Spiegelberg, Aegyptologifhe Randgloffen zum Alten Tetament. 
(A. Wiedemann.) — J. Heckmann, Priscae latinitatis scriptores ua 
ratione loca significaverint non usi praepositionibus. (G. Funsioli.) — Chr. 
e Tas Forum Romanum, feine Seihidte und feine Denfmäler. — 

. Beigel, Rehnungsweien und Bühführung der Römer. (C. VBardt ) 


Außerdem erfchienen 


ausführlidye Kritiken 


über: 

Bendir, L., Terminologie u. Begriffsbildung im Gefegentwurf üb. d. 
Derfiherungdvertrag. (Gerhard: Ztichr. f. d. gef. Berfih.-Wilf. V, 1.) 

Berger, K, Shiller. Sein Leben u. feine Werke. (Baumeifter: Lehr: 
proben u. Lehrgänge 1905, 1. $.) 

Bonin, B. v., Grundzüge der NRechteverfaffung in d. deutfch. Heeren 
zu Beginn der Neuzeit. (Bornpat: Forfch. z. brantenb. u. preuß. 
Seh. XVII, 2.) 

van der Borgbt, Grundzüge der Sozialpolitit. (Maneg: Ztihr. f. d. 
gef. Verſich.Wiſſ. V, 1.) 


109 


— 1905. 383. — Literarifhed Zentralblatt — 14. Januar. — 


110 





Glaaßen, ®., Die fo;iale Berufs en d. deutſch. Volkes nach 
NRabrungẽquellen u. Familien. — Ebd.) 

— Wabeferintigtittehunmg, (Bohlmann: Ztfhr. f. Math. 

Phyſik 

Detmer, W., Das kleine dn ia Praftifum. (Deld: Lehr- 
proben u. Xebrgänge 1906 

Eufebiud’ Onomaftiton der bibl. ann hrsg. v. Kloſtermann. 
(Thomſen: Ztiſchr. d. deutſch. Baläftina-Ber. XXVIII, 1.) 

TS ta Chriftentum der Zulunft. (Grützmacher: Theol. Litbl. 

Fißner, R. Deutſches Kolonialandb. (Globus LXXXVII, 1.) 

Frins, V., De actibus humanis. II. (Pruner: Philoſ. Jahrb. XVIII, 1.) 

Gerlad, 3. v., Ernft Ludwig v. Gerlach. (Oncken: Deutſche Monats⸗ 
ſchrift, Jan“H.) 

Goeß, W. Hiſtor. Geographie. (S. Günther: Naturw. Rundſch. XX, 1.) 

Güttler, G., Wiffen u. Slauben. (Schreiber: Philof. Jahrb. XVIIL, 1.) 

Qutbmann, 3. Die Landfhaftömalerei d. tosfan. u. umbr. Kunft v. 
Giotto bi Raffael. (Beil. 3. Allg. Ztg. Rr. 295.) 

Handtuh d. Ditfenfstun Deutfhlande. (Maneg: Ztihr. f. d. 
gef. Verſich⸗Wiſſ. V, 1 

VE Sf die ter Jefu zeitgemäß? (Steinbed: Theol. Q1. 

1.) 


Hupta, 3., Die ae bé Bertreterd vn Bertretungdmadht. 
Gerhard: Ztihr. f. og Berfih. N 

Jahrbuch f. brandenburg. irhengefch., bgb "ege 1. Jahrg. 
(Kamwerau: Vert, 3. brandenb. u. preuß. Ba XVIL 2.) 

Gantt, R., Caput Nili. (Singer: Globus LXXXVII 1.) 

Ricnip-Gerloff, F- Methodik ded botan. Unterrihte. (Deld: Lehr- 
proben u. Lehrgänge 1905, 1. 9.) 

— A., Lehtb. d. Philoſ. J. (Schreiber: Philoſ. Jahrb. XVIII. 1.) 


RE y Deutige Rautlchre. (Windel: Lehrproben u. Lehrgänge 
) 
Mittnadt, Frihr. v., Erinnerungen an ne (v. Peterödorff: 


Forſch. A brandenb. u. preuß. Geſch. X 

uns ilităr. Werte. III: Der ital. a 1859. 
Schrötter: Ebd.) 

Oncken, H., Laſſalle. Rachfahl: Ebd.) 

— J. v., Vorgeſchichte Schlacht bei Belle⸗Alliance. 


Frhr. v. 


Schmitt: Ee 
Pohle, 3., —8 Sechi. (Ad. Müller: Philoſ. Jahrb. XVIII. 1) 
Brufhen, G., Leitfaden d. bibl. SE (Kaupfh: Ztſchr. d. 


deutſch. Paläftina-Ber. XXVIII, 
Putttammer, N. v., Die Nera —* (Onden: Deutſche Monats⸗ 
ſchrift, Jan.H.) 
dars, M., Honoré de Balzac. His life and writings. (Gar- 
nett: The Academy Nr. 1704.) 
(Onden: Deutfhe Monatsſchr., 


Shäfile, Alb., Aus meinem Leben. 
Jan.⸗H. 
Schindler⸗Volkmer, Die deutſche Sprachlehre f. Lehrerbildungsanſtalten. 
Tſchech: aut Scdulblatt LI, 1.) 
. Die Pſychologie Aibertẽ d. Gr. 


Schneider, A (Lauer: Philof. Jahrb. 
XVII, 1.) 
Schubert, H., Clementare Berechnung der Rogarithmen. (Lampe: 


Naturw. Rundſchau XX 

Schultze, M., Karl Reichögraf Lehndorff⸗ — (Seraphim: Forſch. 

. branden®. u. preuß. Sefh. XVII, 2.) 

d oben, Urchriſtl. Lit.Geſch. (Unterh.Beil. z. Tägl. Rundſch. Nr. 301.) 

Stettiner, P., au EE (Schufter: Forfch. 3. brandenb. u. 
Preuß. Geid. X U, 2.) 

Stoſch, U. v., tan: teiten des Generals u. Admirald Albr. v. 
nn Oncken: Deutſche Monatsſchr. Jan.H.) 

Unzer, Der Friede un Teſchen. (al Forſch. z. brandenb. u. 
preuß. N XVII, 2 

Belten, p Eitten u. Gebräuche der Suaheli. (Globus LXXXVII, 1.) 

Boigt, W., Thermodynamik. (Podeld: Ztfchr. f. Math. u. Phyf. LI, 3.) 

Boltelt, a. Suftem der Aefthetit. I. (Baumeifter: Lehrproben u. ge 
gänge 1905, 1. $.) 

Webrmann, M., Seid. v. Pommern. I. (v. Sommerfeld: Forfch. 3. 
brandenb. u. preuß. Gei, XVII, 2.) 

Wendt, G., Didaktit u. Methodik d. deutjch. Unterriht!. (Beil. A 

Allg. EI Nr. 296.) 

Berle, P., Die Renaifjance d. Ehriftentumd im 16. Jahrh. (Thimme : 
Theol. Dt XXVI, 1 

Bily, R., Friedrich Niepfche. (Ott: Philoſ. Jahrb. XVIII, 1.) 





Bom 28. Dezember 1904 bis 4. Jannar 1908 ſind nachſtehende 


nen erfhienene Werke 
bei uns eingeliefert worden, deren Befprehung fih die Redaktion vorbebält: 
Bippen, ®. v., Gefhichte der Stadt Bremen. Schlußlief. Halle a. ©. 
G. &. Müller. (Gr. 8.) A 3. 


Börner, W., Die Ethifhe Gefellihaft in Wien im erften Dezennium 
ihred Beftandes. Wien. Berl. d. Eth. Geſellſch. (22 S. Gr. 8.) 


Brann, M., Geſch. d. jüd.theolog. Seminars (Fraenckelſche Stiftung) 
in Breslau. Feſtſchrift un e Subiläum der Anftalt. Breslau. 
Koebner in Komm. (21 Ve. ©r. 8. mit 1 Bildn.) 

Burdhardt, R., Mauthnerè le Offener Brief an Hm. 
Georg Brandes. Bafel. Drud v. Birkhäufer.. (16 ©. Gr. 8.) 

Buidh, Wilh., Dad Deutihe Große Hauptquartier u. d. Bekämpfung 
v. Parið i. Feldzuge 1870—71. Stuttgart. Cotta Nadıf. (82 ©. Gr. 8.) 


Chauvin, V., Bibliographie des ouvrages Arabes ou relatifs 
aux Arabes publiés ans l’Europe chretienne de 1810 à 1885. 
VID. Syntipas. SE Vaillant-Carmanne. Leipzig. Harrasso- 
witz. ıGr. 8.) Fr. 6, 50. 

Chriftaller, ©. ©., Ein Meiner Kulturfampf. Alten u. Erlebtes 
zu den fatirischen Roman AE TEN NoN de? Geiſtes“. Jugenheim. 
Suevia⸗Verlag. (VIII, 69 ©. 8. 

CH en Tetel. Eine Strafpredigt an die Kirche. 2. Aufl. Ebr. 

Corpus scriptorum christianorum orientalium, cur. Chabot, Guidi, 

yvernat, Carra de Vaux. 1) Scriptores Aethiopici, series II, 
tom. V: Annales un Jyäsu I, Bakäffa, ed. J. Guidi. 
Pars I. Textus, versio. criptores Arabici, series III, 
tom. I: Petrus ibn Rahib, a orientale, ed. L.Chei kho 
S. J. Textus, versio. 3) Scriptores Syri, series II, tom. XCIII: 
Dionysius bar Salibi, Expositio liturgiae, interpretatus est H. 
Labourt. Textus, versio. Series III, tom. IV: Chronica 
minora, pars I, ed. J. Guidi. Textus, versio. Paris. Pous- 
sielgue. Leipzig, Harrassowitz. (55 u. 56; 146 u. VII, 174; 
95 u. 106; 39 u. 32 S. Gr. 8.) 

Detmer, Heinr. W. u. Rob. atiota, Zwei Schriften deg 
Be Bernhard Rottmann. Dortmund. Rupfus. 


(LXX, 132 

Drutfcher Univerfitätdsftalender, SE v. — SC F. Aſcherſon. 
66. Ausg. Winterſemeſter 1904/ h. Scheffer u. G. 
Zieler. J. Teil: Die Univerſitäten a onen Reich. Leipzig. 
Scheffer. (16.) .# 1, 50. 


Durfthoff, W., Die Entftehung, Entwidlung u. un der olden- 
burg. Brandtaffe. Oldenburg. Stalling. (Gr. 8.) A 


Fifer, D., Revifion u. Revifiondfumme in BER u. rechts⸗ 
vergleich. Darftellung. Bortrag. Berlin. Springer. (Gr. 8.) .4 0, 80 

Frey, Karl, Aus den Bergen ded Sernftaled. Alpine Erlebn. u. Ere 
innerungen (1896—1904). Zürih. Art. Inf. Orel Füpli. (8. 
mit Abb.) # 2, 50. 

Furrer, K., Das SC Jefu Chriſti. 
Hinrichs. (Gr. 8.) 

Gieſebrecht, F., de Metrik im de dargeitellt. 
Bandenhoed & Rupredt. (Er. 8.) Æ 1, 80. 

Gomperz, Theodor, Ejfayd und Erinnerungen. Etuttgart. Deutfche 
Berlagsanftalt. (Gr. 8) A 7. 

Sroßperzog Wilhelm Ernft-Audgabe deuticher Klaffiker, hab. v. Alfr. 
W. Heymel. Goethes Romane u. Novellen, Bd. L SHillers 
Dramen, Bd. I. Keipzig. Infel-Berlag. (RI. 8.) Geb. in Leinen je .4 4. 


Grünberg, P., Philipp Jatob Spener. 2. Bd. Göttingen. Ban- 
denhoeck & Aupredt. (Gr. 8.) Æ 4, 60. 

Hamye, TH., Rürnberger Ratsverläffe über Kunft u. Künfller im 
Zeitalter der Spätgotit u. Renaiffance (1449-1618). IL SE 
Mani Wien, Gräfer & Gie. Leipzig. Teubner. (8) Æ 5 

Heder, R, u. J. Trumpy, Atlad u. Grundtiß d. Rinderbeilfunde. 
Münhen. J. %.Lchmann. (8. mit 48 farb. Taf. u. 144 Abb.) Geb. „416. 


Heim, ©. Aus Ftalien. Material f. d. Unterr. in d. italien. Sprad 
1. Heft: Stal.-Deutfh. Zürih. Shulthef & Co. (8) Æ 1, 40. 

Henderson, Ch. R., Modern methods of charity. New York. 
The Macmillan Co. (Gr. 8.) Geb. Doll. 3, 50. 

Herrmann, VW. Die Geihichtdauffaffung Heintih Rudeng im a 
der leichzeitigen EE Strömungen. Gotha. F. A. 
Perthes. (IX, 125 ©. 8.) 

Heffelbaher, &., e der Dorflirhe. Zehn Predigten. Tübingen. 
Mohr. (8) M1 

Hintrager, Wie lebt u. arbeitet man in den Bereinigten Staaten ? 
Rordameritan. Reifeftizzen. 2. Aufl. Berlin. Fontane & Go. (8.) 45. 

Hönigemwald, R., Ueber die Lehre Hume’d von der Realität der 
Außendinge. Berlin. Shwetfhte & Sohn. (8) Æ 2, 40. 

Due vn Der Krieg des Jahres 1799 u. die zweite Koalition. 

e Gotha. F. A. Perthes. (Gr. 8.) .# 10. 


2., umgearb. Aufl. Leipzig. 
Göttingen. 


«4l 
‚ Schüler-Kommentar zu Sophofles' Antigone. 


Säle. Reipzig. 
SO (8.) 4 1, 20. 

Jeremias, A., Monotheiftifche Strömungen innerhalb der babylon. 
Religion. Reipzia. Hinrihs. (8.) æ 0, 80. 


Kalbfleisch, C., Galeni de causis continentibus libellus a 
Nicolao Regino in, in en latinum translatus. Primum ed. 
Marburg. Eiwert 


ae E a e 


111 


Kerler, N., Chriftlihe Gedanfen für die Suchenden unferer Beit. 
Tübingen. Mohr. (Gr. 8) M 2. 

T. Livi ab urbe condita libri. Ed. A. Zingerle. Pars VII. fasc. II. 
Liber XLIV. Editio maior. Leipzig. Teubner. (8) Æ 1, 50 
Lohmann, E., Tharfig oder Ninive. Ein Beitrag zum Berftåndnig 

des Budhe Jona. Freienwalde a. D. NRüger. (60 ©. 8.) 
Roti, Pierre, Indien (ohne die Engländer). Einzig autorif. Ucberj. 
von M. Zouffaint. Berlin. Hüpeden & Merzun. (8.) M 4. 
Lübke, W., Die Kunft der Barod;cit u. des Rotolo. Bolft. neu 
beart. v. Mar Semrau. Mit 5 farb. Taf., 2 Heliogr. u. 385 Abb. 
Stuttgart. Neff. (X, 435 ©. ker...) 

Milde, Natalie v., Maria Bawiowna. Ein Gcedenkblatt zum 9. Nov. 
1994. Hamburg. Seippel in Komm. (Gr. 8. mit 1 Bildn.) 4 2. 

Montgelas, P. Sräfin, Oftafiatifche Skizzen. Münden. Th. Ader 
mann. (8) 4 2. 

Neurath, W., Elemente der Volköwirtichaftslchre. 4. Aufl. Wien. 
Man; (Gr. 8.) M 5. 

Pahnde, 8.H., Pförtner Shulpredigten. Tübingen. Mohr. (8.).4 1,50. 

Preuß, Sigmund, Index Isocrateus. Leipzig. Teubner. (Gr. 8.) æ 8. 

Praygode, U, u. E. Engelmann, Brich. Anfangsdunterricht im 
Andi. an Kenoph. Anabafie. I. Zi. Berlin. Herbig. (8.)Öch. 4 2,40. 

Fuyaons, Zwn xı ien ot) uovuğıú. Joropıxza Evos xat- 
vovpiov Pounıvowva. Mthen, Heftia. Parig, Welter. (8.) Fr. 6. 

PBürtmannu. Meier, Der Offizier als englifcherDolmetfcher. Berlin. 
Mittler & Eohn. (Gr. 8) 4 4. 

Report of the Librarian of Congress for the flscal year ending 

une 30, 1904. Washington. Government printing office. 

(522 S. Gr. 8.) 

Ehmid, B., Lehrbuh der Mineralogie u. Geologie für Höh. Lehr- 
anftalten. 2 Tie. Mitzahlr. Abb. Eplingen. Schreiber. (Gr.8.) ®eb. 45. 

Schwarz, D. ©., Etrafrecht Strafprogeß. 2. u. 3. Aufl. Berlin. 
Heymann. (Gr. 8.) Æ 5, 50. 

Scidenberger, 3. B., Die preuß. Schulreform u. d. Stellungnahme 
f. Katholifen. Hamm i. W. Breer & Thiemaun. (Gr. 8.) „4 0, 50. 

Stengel, W., Formalitonographie der Gefäße auf den Bildern der 
Anbetung der drei Könige. Straßburg. Heip. (9 Taf.) M 2. 

Etufler, 3., Die Berteidigung Schelld dur Prof. Kic. Inndhrud. 
Rauh. (59 ©. 8.) 

Sunder, Franz, Das Finanzwefen der Stadt DOdnabrüd von 1648 
tig 1900. Jena. Fifher. (Gr. 8.) Æ 5, 60 

van der Gaaf, W., The {transition from the impersonal to 
a EEN in Middle English. Heidelberg. Winter. 
(Or. 8.) M D. 

Warned, F. S., „Ehret die Frauen”. Beitr. 3. mod. Kulturleben d. 
Frauenwelt. 2. Aufl. Braunſchweig. Wollermann. (8.) Æ 1, 50 


Wichtigere Werke der ansländifchen Literatur. 


Franzöſiſche. 

Candel, J., De clausulis a Sedulio in eis libris qui inscribuntur 
Paschale opus adhibitis. Toulouse, impr. Saint-Cyprien. 
(VIII, 173 p. 8.) 

—, Les Predicateurs français dans la premiere moitié du 
XVIIIe siècle, de la Régence à l'Encyclopédie (1715—1750). 
Paris, Picard et fils. (XLV, 697 p. 8.) 

(Championnet). Souvenirs du général Championnet (1792 — 
1800). Etude préliminaire, notes et documents par Maurice 
Faure. Paris, Flammarion. (LV, 361 p. 8. avec 1 portrait 
et 1 autographe.) Fr. 7, 50. 

Dalbon, C., Les procédés des primitifs. Les origines de la 
peinture à l’huile (étude historique et critique. Paris, Perrin 
et Cie, (228 p. 8.) 

Davignon, H., Molière et la vie (Molière et les femmes; 
Molière et les petites gens; le drame dans Molière). Paris, 
Fontemoing. (307 p. petit 8.) Fr. 3, 50. 

Dehérain, H., Etudes sur l'Afrique (Soudan oriental, Ethiopie, 
Afrique équatoriale, Afrique du Sud). Paris, Hachette et Cie. 
(VI, 301 p. et 11 cartes. 16.) Fr. 3, 50 

Derenbourg, H., Notes critiques sur les manuscrits arabes 
e la au orange nationale de Madrid. Paris, impr. Maurin. 

p. 3. 

Du Belley, J., La deffence et illustration de la langue fran- 
goyae- Edition critique par H.Chamard. Paris, Fontemoing. 
(XXI, 383 p. 8.) Fr. 7, 50 

Francfort, B., Guide dans le maquis de l'affaire Dreyfus. 
Paris. Cornély et Cie. (IX, 417 p. 16.) Fr. 3, 50 

Gilbert, M., Le mariage des prêtres (histoire des variations 
de la jurisprudence française au XIXe! siècle). (Thèse.) Paris. 
Rousseau. (140 p. 8.) 


— 1905. A 3. — Literarifhes Bentralblatt — 14. Januar. — 


112 


Jore, E., Des modes de nomination et d'élection des maires 
dans l'ancienne France. (Thèse.) Paris, Roussean. (131 p. 8.) 

Lécrivain, C., Etudes sur l'histoire auguste. Paris. Fonte- 
moing. (456 p. 8.) 

Nourrisson, P., Les Jacobins au pouvoir. Nouvelles études 
gur la franc-maçonnerie contemporaine. Paris, Perrin et Cie, 
(XV, 276 p. 16.) 

Les plus anciens monuments de la typographie parisienne. 
Prėfaces typographiques des livres sortis des presses de 
Sorbonne (1470-1472). Recueil de fac-similés, précédé d'une 
introduction par P. Champion. Paris, Champion. (22 p. et 
planches. 4.) 

Rondot, N., Les médailleurs et les graveurs de monnaies, 
jetons et médailles en France. Avant-propos, notes, planches 
et tables par H. de La Tour. Paris, Leroux. (XI, 449 p. 
et 39 planches. 4.) 

Rouge, I, Frédéric Schlegel et la genèse du romantisme 
allemand (1791-1797:. Bordeaux, Feret et fils. (XIV, 316 p 
8.) Fr. 7, 50. Bibliothèque des universités du midi, fasc. BI 

Saint-Hilaire, E., Une visite à quelques instituts de sourds- 
muets de l'Allemagne, conférence faite au personnel ensei- 
gnant de l'Instit. départemental de sourds-muets et de sourdes- 
muettes. Le Mans, impr. de l'Association ouvrière. (24 p. 
8. et grav.) 

Salmon, G., L'introduction topographique à lhistoire de 
Bagdädh, d'Aboû Bakr Ahmad ibn Thâbit Al-Khatib Al- 
Bagdâdhi. Paris, Bouillon. (310 p. 8.) (Bibliothèque de l'école 
des hautes études, 148° fasc.) 


Antiquariſche Kataloge. 


v. Doleiſch in Kaſſel. Nr. 1. Verſchiedenes, erſte Ausgaben, Auto⸗ 
graphen 2c. 475 Nrn. 

Fock, G. in Leipzig. Nr. 254. Romaniſche Philologie u. Literatur. 
(Bibl. d. Prof. 3. Stürzinger.) 2539 Nrn. 

Harrafiomwig, Dtto, in Reipzig. Nr. 284. Schrift u. Buchweien, 
Handſchriften, Buchdruck, Buchhandel, Bibliotheksweſen, Biblio 
graphie. 2575 Nrn. 

Solowicz, Jofeph, in Pofen. Rr. 152. Judaicau. Hebraica. 2500 Nr. 

Lit & Frande in Leipzig. Nr. 366. Philofophie, Univ. u. Schul 
weſen, Gelehrtengeſchichte, 2929 Nrn. Nr. 367. German. Linguiftil 
u. Literatur, 4297 Nrn. 2 

Auktion. 


13. Februar 1905 u. fg. Tage bei J. L. Joachimsthal in Amſterdam. 
Hebräifche u. jüd. Bücher, Handfchriften, Porträts 2c., nachgelaffen 
von N. H. van Biema in Amfterdam, befchrieben von ©. Seelig” 
mann. 3721 Nrn. (227 ©. 8.) 


Nachrichten. 


Der Privatdozent der Geſchichte Dr. K. Mayr und der Yymn. 
Profeffor der Mathematit am f. Kadettenkorps Dr. M. Döberl in 
München wurden zu Honorarprofeſſoren, die Privatdozenten Dr. H. 
Gudden, Dr. U. Weeſe, Dr. E. Sieper in München, Dr. F. 
Henrich in Erlangen, Dr. H. Spemann und Dr. W. Weygandt 
in Würzburg zu a. ord. Profeſſoren, Dekonomierat Dr. A. Schnider 
zum a. ord. Profeffor der landwirtſchaftl. Betriebslehre an der techn. 
£ohfhule in Münden, der ftellvertret. Vorftand der tgl. Nahrunge- 
mittel-Unterfuhungsanftalt Dr. 3. Röttger in Würzburg zum a. ord. 
Profeffor ernannt. 

In Göttingen babilitierte fih Dr. A. Pütter für Phyfiologie, 
au der techn. Hochfchule in Berlin der Oberingenieur A, Philippi 
für a. 

Der Seminarvireltor Dr. &. Dumdenyn in Herdede wurde zum 
Reg. und Echulrat in Arnsberg, der Privatdozent der Botanik Dr. 
®. Bitter in Münfter zum Direktor des botanifchen Bartend in 
Bremen, der Direttorialafäftent Prof. Dr. &. Sponfel zum Direktor 
beim tgl. Kupferftichlabinett in Dresden, Prof. 
Rektor des Lyzeumd in Augsburg ernannt. 


eihmayr zum 


Die juriſtiſche Fakultät in Marburg ernannte den ord. Profeſſor 
der Phyfiologie Geh. Hofrat Dr. v. Kries in Freiburg i. B. zum 
Ehrendoktor. 

(£8 wurde verliehen: den ord. Profefioren DDr. Ullmann, 
Riezler und Frhr. v. Hertling in Münden der Titel eine? Ot 
heimrats, dem etatsmäßigen Profeſſor an der techn. Hocſchule L. 
Schupmann in Aachen der Charakter als Geh. Baurat, dem Direktot 
der höheren Mädchenſchule Dr. Biermann in Halle a. S. der Cha⸗ 
rakter als Schulrat, dem Privatdozenten der Kunſtgeſchichte Dr. Ed. 


113 


— 1905. M3. — Literarifhes Bentralblatt. — 14. Januar. — 


114 





Firmenich⸗Richartzz in Bonn das Prädikat Profeffor, dem ord. Pro» 
fellor der Staatemifenfhaften Dr. ©. Schmoller in Berlin der rote 
Adlerorden 2. Klaije mit Eichenlaub, dem ord. Profeijor der Theologie 
Geh. Kırhenrat D. Hofmann in Leipzig das Komturfreuz 2. Klafje des 
TL fähf. Berdienftorteng, dem ord. Profeillor der Geburtshilfe Schrimrat 
Dr.v. Windel in Münden der l. bayr. Berdienftorden vom heil. Michacl 
2. glate ben ord. 'Projefforen Dr. v. Amira und Dr. 8. Brentano 
dajetbit derfelbe Orden 3. Klaffe, dem Enzealprofeljor Pug in Paffau 
derielbe Drden 4. Klaffe, dem Ruzealprofeilfor Schneider in Regend- 
burg dad Rıttırkreug des Drdind vom beil. Orabe, dem Verlagebuch⸗ 
händler Geh Kommerzienrat Ad. Kröner in Stuttgart dad Chren- 
freu der württemberg. Krone und der perfünliche Adel. 


Am 31. Dezember + in Jena der ord. Hon.-Profeffor des fächl. 
Privatrechts Geh. Hofrat Dr. Wilheim Langenbed im bald voll 
endeten 90. Rebengjahre. 

Anfang Januar + in Parið der Marineromanfchriftfteller M. 
Sauffe (Bieudonym Pierre Maël.) 

Am 3. Januar + in Tokyo (Japan) derem. Profeffor der Medizin 
Dr. Julius Scriba. 

Am 5. Januar + in Parid der Dramatiker und Romanidrift- 
feier Eugen v. Jagow im bald vollendeten 56. Lebensjahre. 


Wiffenfhaftlihe Yuftitute und Vereine. 


Der 22. Kongreß für innere Medizin findet vom 12. bie 
15. April 1905 zu Wiesbaden unter dem Borfige did Prof. Geheim- 
tat Erb (Heidilberg) ftatt. 


Wiffenfchaftlihe Stiftungen und Zuwendungen. 

Der in München lebende Kunft und Riterarbiftorifir Dr. Uhder 
Bernays, ein Adoptiviohn dis verftorbenen Soetbiforfherd Bernayg, 
bat dem preuß. Kultusminiftsrium die Bibliothek feined Paterd, ded 
1879 verftorbenen Scriftftellerd Dr. Hermann Übde, zur Verfügung 
geftellt; fie wird in der Kieler Univerfität, wo Dr. Ubde 1872 promo 
viert hat, zur Aufftellung fommen. Die Sammlung enthält 3200 Bände’ 
eroßenteils Driginalausgaben deutfcher Dramatiker ded 18. Jahıb. 
dann theatergeſchichtliche Forſchungen und Hamburgenfien, darunter 
gablreire Seltenheiten. 

Der Geh. Kommeriienrat Junghans in Schramberg bat feine 
Maſenm für Zeitmeßktunft, die bedcutendfie Ubrenfammlung der 
Belt, dem Lantesgewerbemufeum in Stuttgart al Bejchen? überwiefen. 


Altertumsfunde. Ausgrabungen. 


Das italienifche Unterrichtämin iferium bat gegenüber dem Plan 
ded amerikanischen Archäologen Prof. Waldftein betreff. die inter 
nationale Ausgrabung des vom Befuv verichütteten Herculaneum, 
am 30. Dizember 1904 ein amtliche® Gommuniqus veröffentlidt, 
wonadh Stalin aus vielfachen, vorwiegend nationalen Gründen eine 
internationale Leitung und Ueberwahung von Ausgrabungen auf 
italieniihem Boden nicht genehmigen tann. 

Ausgrabungen, die in Kujundfchil (am öfl. Ufer des Zigrie 
gegenüber den Ruinen von Ninive) unter Leitung von Leonard King 
vom Britijhen Diufeum vorgenommen wurden, baben einige wichtige 
Aufihlüffe über die afiyriihe Gefchichte gebradt. Die Skulptur in 
dem Palat del Eennacerib. in dem King arbeitete, bat fehr durd 
Feuer gelitten, wag darauf binzumweifen fcheint, daß der Scheiterhaufen 
Eurdanapald oder Afjurbani-pald am Ende der Belagerung durch die 
Meter und Babvlonier doch nicht gana cine Mythe war, fondern daß 
fid dag Greignig unter Saracod odır Sinjbar-iiblun, dem legten König 
von NAijyrien, wirklich zugetragen hat. King hat auh Anzeichen ge 
funden, daß der Palat Sennaceribe auf einer Stelle gebaut war, 
auf der früber königliche Gebäude lagen. Nach den Ziegeln zu urs 
teilen, müffen fie in den Zeiten von Tiglatb-pilefar I und A harnaf.pal 
errichtet worden fein, die im 11. und 9. Jahrb. v. Gbr. regierten. 

` (Beil. 3. Allg. Ztg.) 
Literarifche NRenigteiten. 

Rahdem dag Reue Teftament deg Coder B (Vaticanus gr. 1209) 
in neuer Lichtdrudaudgabe erfcicnen ift, bereitet die Baticanifde 
Bibliothet, wie wir einer Ankündigung des Mailänder Berlegerd Ulrico 
Hoepli entnehmen, noh FalfimileAusgaben folgender koftbarer Hand- 
fdriften vor: die chriftlihde Ortêtunde des Indienfahrerd Kosma? mit 
Riniaturen (Vatican. gr. 699), die Palimpfefte von Gicero de repu- 


blica (Vatican. 5757) und Fronto (Vatican. 5750), den Terena 
mit JMuftrationen (Vatican. 3868) und dag von Petrarca felbft ges 
fdhrietene Kiederbudb (Vatican. 3195). Die Ambrofianifhe Bibliothet 
þat ibre berühmte Zlias-Handfchrift mit Bildern bereits beraudgeneben 
und plant nunmehr eine Lichtdrudausgabe des fogenannten Fragmen- 
tum Muratorianum. 


Anläplich der Yubelfeier Petrarcad am 20. Juli 1904 wird in 
Kom eine Vervielfältigung des Orfini = da Coftafihen Mannfkriptes 
der Sonette, Kanzonen und Triumpbe des Dichterd veranftaltet werden. 
Diefe Hundfchrift, die aus dem Befig der Familie Orfini in den deg 
brafilifhden Gejandten da Eofta überging, ift ganı umgeben von den 
jbönften Miniaturen des Quattrocento (1476. Die Ausführung der 
Photormpien erfolgt buré Danefi; die Einleitung wird von Prof. 
Giampoli, Bibliothifar der Biblioteca nazionale Vittorio-Emanuele 
in Rom, beforgt. Die Ausgabe ift auf 300 Eremplare zu je 200 Fire 
befchräntt. 

Verſchiedenes. 

Die Bach⸗Geſellſchaft hat Joh. Seb. Bachs Geburtshaus in 
Eiſenach erworben; ſie beabſichtigt, es zu einem Bach⸗Muſeum aus⸗ 
zugeſtalten. 


Anfrage. 

Welcher Gelehrte befindet ſib im Beſitze der Collationen zu den 
Originos Ifſidors von Sevilla? Würde derſelbe mir vielleicht ge 
ſtatten, für eine wiſſenſchaftliche Unterſuchung in die Collationen zu 
Buch XVII derſelben Einſicht zu nehmen? 

Gefällige Nachricht bitte ich gelangen zu laſſen an 

Friedrich Eidenrodt, stud. phil., 
Bonn a. Rh., Biergaffe 19, II. 


Anfrage und Bitte. 


Sprachgeihichtliche Anfrage: (Gë wird gefudt feftiuftillen, mo 
und in welcher Bedeutung der Austrud Terra sigillata zuerft in 
der Literatur auftritt. Der Blaffifhen Zeit (éent er nicht anzu» 
ehören. Alle Bemühungen auch feitend Epätlatiniften waren erfolgloß. 
der. Mitt., Anreg. bitte an Paul Diergart, Berlin W. 35, Poté: 
damer Straße 35. 





Geit Jahren fammle id dad Material zu einer Bibliographie 
der Wäfungsliteratur und habe als Einleitung dazu einen Aufiag 
„Wüftungsverzeichniife* in den „Deutfchen Sefhichtsblättern" 6. Band, 
©. 1—15, veröffentliht. Darin ift bereits die Bitte ausgeiproden, 
man möge die fchmwer zugängliche Literatur, namentlich Zeitungs und 
Zeitfchriftenauffäge über dieien Grgenftand mir zufenden, damit die 
Bibliographie aud diefe Beröffentlidhhunsen mit berüdfihtigen tann. 
An diefer Stelle möchte ich meine Bitte wiederholen und jeden Forſcher 
im voraus meines Icbhafteften Dantes auh für die unfceinbarfte 


Einfendung verfiern. 
| Dr. Haus Befdhorner 
Rgl. Hauptflaatdarciv zu Dresden. 





SAtellenvergebung. 


Nr. 24221. Die Stelle des Vorftandes des ftädtifchen 
ftatiftifhen Amtes, welches hier auf 1. April 1905 errichtet 
werden wird, fol im Verlauf der näcdjften Beit befegt werden. 

Bewerber mit afademifcher Bildung wollen ihre Gefude 
mit Beugniffen verjehen, unter Bezeichnung der Gehaltsan⸗ 
fprüche, binnen drei Wochen dahier einreichen. 


Freiburg im Breisgau, den 23. Dezember 1904. 


Aer Stadtrat. 


Dr. Winterer. Mörder. 





Jung. Dr. phil. mit gründl. bewährt. tultur- u. literar. 
hiftor. Kenntn. fucht auf Grund vorz. Empfehlg. pafi. Stellg. 
an Biblioth. od. Verlag. Gef. Ungeb. bef. die Exped. bes 
Q. 8. sub. Z. 500. 


Nle Oügerjendnngen erbitten wir nnter ker kreie ber Eryed. d. OL (Lindenftrate 18), ale Briefennter der ded Geransgebers (Ratfer Wilheimfir. 29). Rur folde 


Werte können eine Befyredung fuben, die der Red. vorgelegen haben. Bei 


Norreſpondenzen über Ger bitten wir fet ben Namen von Deren Berleger anzugeben. 


enge a u 7 A 


115 





VERLAGSBERICHT 
1904 


Abhandlungen der königl. preu. Akademie der Wissen- 
N zu Berlin aus dem Jahre 1903. Mit 5 Tafeln. 
0, 


kart. æ 30. — 

Hieraus einzeln : 
Mathematische Abhandlungen. 4 4.50 
zupeisallecıe Abhandlungen. Mit5 Tafeln. 4 9.— 
Philosophische und historische EE 
AM 13.— 


Archiv für das Studium deutscher Kolonialsprachen. 
Herausgegeben von dem Direktor des Seminars für orien- 


talische Sprachen Prof. Dr. Eduard Sachau. Bd. II. 
Chamorro-Wörterbuch. (Deutsch-Chamorro und Chamorro- 
Deutsch) von Georg Fritz. 8°. M3.— 


Art’l, H. S., Richard Rösicke. Sein Leben und Wirken de 
Volke dargestellt. Mit einem Bildnis Rüsickes. 8°. .z 1.60 

Augsburger, J., Rechenbuch für Vorschulen. Heft Il: 
6. Auflage. 80. 

Auwers, A., Vierzehn unbekannt gebliebene Königsberger 
Zonen und Katalog von 1309 darin beobachteten Sternen 
für daa Aquinoctium 1825. (Aus den Abhandl. der Akademie 
der Wissenschaften 1903.) 40. N 4— 

Barth, Th., Politische Porträts. 8°. M2.—; 

in Lwd. geb. .4 2.80 

Baum, 6., Handbuch für Gewerbegerichte. Unter Benutzung 
des Archivs des Verbandes deutscher Gewerbegerichte. 8°. 

# 8.—; in Led geb. 4 9.— 

Beschreibung der Skulpturen aus Pergamon. I. Giganto- 
machie. 3. Aufl. Mit Textabbildungen u. 4 Tafeln. 80. #4 1.— 

Böttxer, H., Die preußische Volksschule kein Kompromiß- 
Gegenstand! 8°. AM —.60 

Byrons Werke. Übersetzt von Otto Gildemeister. In 
6 Bänden. 5. Aufl. 8°. M 12.—; 

geb. in 3 Lwdbde. 15.—; geb. in 3 Halbfranzbde. „4 18.— 

Commentaria iu Aristotelem Greca. Edita consilio et 
auctoritate academiæ litterarum regiæ Borussicæ. Vol. XXII. 
pars UL Michaelis Ephesii in libros de partibus animalium 
de animalium motione de animalium incessu Commentaria. 


Ed. M. Hayduck. 80. 4 8.— 
— — Vol XVIII. pars II. Davidis Prolegomena et in por- 
phyrii isagogen Commentaria. Ed. A. Busse. 80%. .& 10.— 


Corpus inscriptionum Latinarum. Consilio et auctoritate 
academiæ litterarum regiæ Borussicæ editum. Fol. 

— — Vol. VIII. Suppl. pars III. Inscriptionum mauretaniæ 
latinarum miliariorum et instrumenti domestici in provinciis 
Africanis repertorum supplementum. Ed. J. Schmidt. 
Renatus cagnat H. Dessau. kart. 4 4 — 

— — Vol XIÍl. pars I. fasc. II. Inscriptiones trium Galliarum 
et Germaniarum latinae. Ed. O. Hirschfeld et one 
meister. kart. „4 24.— 


Crelle, A. L., Rechentafeln, welche alles Multiplizieren und 
Dividieren mit Zahlen unter Tausend ganz ersparen, bei 
größeren Zahlen aber die Rechnung erleichtern und sicherer 
machen. Mit einem Vorwort von C. Bremiker. — A. u. 
d. T.: Tables de calcul ete. — 9. Stereotypausgabe. 4°. 

In Led geb. æ 15 

Diels, H., Laterculi Alexandrini aus einem Papyrus ptole- 
mäischer Zeit. Mit1 Tafel. (Aus den Abhandl. der Akademie 
der Wissenschaften 1904.) 4°. kart. A 1.50 


Drygalski, E. v., Zum Kontinent des eisigen Südens. — 
Deutsche Südpolar-Expedition. — Fahrten und Forschungen 
des »Gauß« 1901—1903. Mit 400 Abbildungen im Text 
sowie 21 Tafeln und Karten. Lex. 8%. 4 18.—; in Lwd. 

geb. .# 20.— 

Eyck, E., Der Vereinstag deutscher Arbeitervereine 1863 bis 
1868. Ein Beitrag zur Entstehungsgeschichte der deutschen 
Arbeiterbewegung. 8°. #4 1.50 

Fleischer, 0., Neumen-Studien. Abhandlungen über mittelalter- 
liche Gesangs-Tonschriften. Teil III: Die spätgriechische 
Tonschrift. 73 Seiten Besprechungen, 27 Seiten Faksimile- 
Notenschrift, 43 Seiten Musiknoten. Bertragungen 40, 

M 


— 1905. M 3. — Literarifhes Zentralblatt. — 14. Januar. — 





& 


GEORG REIMER 
BERLIN 


Fleischer, O., Die spätgriechische Tonschrift. un 
iiber mittelalterliche Gesangs-Tonschriften. 73 Seiten Be- 
sprechungen, 27 Faksimile- Notenschrift, 43 Seiten Musik- 


noten. Übertragungen.) 4°. #4 10.— 
Foerster, F. W., Jugendlehre. Ein Buch für Eltern, Lehrer 
und Geistliche. 1.—7. Tausend. 8°. M 5.—; 


in Lwd. geb. .& 6.— 

— Lebenskunde. Ein Buch für Knaben und Mädchen. 1.—. 
Tausend. in Lwd. geb. æ 3— 
Franke, 0., Beiträge aus chinesischen Quellen zur Kenntnis 
der Türkvölker und Skythen Zentralasiens. ‘Aus den Ab- 
handl. der Akademie der Wissenschaften. 1904. 40. „x 4.50 


| Friedländer, M., Griechische Philosophie im alten Testament. 


Eine Einleitung in die Psalmen- und Weisheitsliteratur. a 
A 5. 

Fritsch, @., Die Retinaelemente und die Dreifarbentheorie. 

Mit einer Tafel. (Aus den Abhandl. der Akademie der 

Wissenschaften 1903.. 40. 
Frobenius, L., Das Zeitalter des Sonnengottes. i 

M 8.— 


Führer durch das Museum für Völkerkunde. Herausgeg. 
von der Generalverwaltung der Kgl. Museen zu Berlin. 
11. Aufl. : M —.50 

Führer durch das Kaiser Friedrich-Museum. Herausgeg. 
von der Generalverwaltung der Kgl. Museen zu Berlin. 1.u. 
2. Aufl. 8°. AM — D 

Führer durch das Pergamon-Museum. Herausgeg. von der 
Generalverwaltung der Kgl. Museen zu Berlin. 80. „4 —.% 

Grabreliefs, die attischen. Herausgeg. im Auftrag der 
kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Wien von 
A.Conze. Lieferung XIII. 25 Tafeln mit Text in Maple. 


kart. æ% 1.50 
Bd. I. Bn 


Fol. véi DO. 
Guide to the Pergamon Museum. Translated for the board 
of Directors of the Royal Museums of Berlin by Mary 
McMahon Honan. 80. In Led geb. 4 1.— 
Handbuch für die Deutsche Handelsmarine auf das Jahr 1904. 
Herausgeg. im Reichsamte des Innern. 8%. kart. .# 8.60 
Hanptwerke der Bibliothek des Kunstgewerbemuseums. 
Herausgeg. von der Generalverwaltung der Kgl. Museen zu 
Berlin. 8%. Heft VI. Buchgewerbe. 2. Aufl. .# —.25 
Haussmann, K., Magnetische Messungen im Ries und dessen 
Umgebung. (Aus den Abhandl. der Akademie der Wissen- 
schaften 1904.) 40. kart. 4 9.— 
Herrmann, K., Einrichtung und Gebrauch des Internationalen 
Signalbuchs. Ein Auszug aus dem Internationalen Signal- 
buche. Mit 5 Tafeln. 80. M —.80; kart. .4 1.— 
Hiller von Gaertringen, F., Thera. Untersuchungen, Ver- 
messungen und Ausgrabungen in den Jahren 1895—1902. 
Bd. III. Stadtgeschichte von Thera. Mit 15 Tafeln, 259 
Abbildgn. u. Beilagen im Text. In Lwd. geb. .4 20.— 
Hirschfeld, O., Gedächtnisrede auf Theodor Mommsen. (Aus 
den Abhandl. der Akademie der Wissenschaften 1904.) Gr 
M l. 
Jahrbuch, Berliner, für Handel und Industrie. Bericht der 
Altesten der Kaufmannschaft von Berlin. Jahrgang 1903. 
2 Bde. Lex. 80. A 10.— 
Jahrbuch, biographisches und deutscher Nekrolog. Her- 
ausgeg. von Anton Bettelheim. VI. Band mit 1 Porträt. 
Lex. 8°, «æ 12.—; in Hlfrz. geb. 4 14.— 


Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik, begründet 
von C. Ohrtmann. Herausgeg. von E. Lampe und G. 
Wallenberg. 8°. 


Band XXXII (Jahrgang 1901) Heft 3. 4 12.40 
Band XXXII (Jahrgang 1902) Heft 1. “4 15.60 
Band XXXIII (Jahrgang 1902) Heft 2. 4 8— 


Jahresbericht, astronomischrr. Mit ne der 
astronom. Gesellschaft herausgeg. von Walter F. Wisli- 
cenus. Bd. V, enthaltend die Literatur des Jahres 1903. 


— 
. 


80, BAKU 
Consilio et auctoritate academiae 
Vol. XII Inscriptiones insu- 
Pars III Supplement. Fol. 


Inscriptiones graecae. 
litterarum regiae Borussicae. 


larum Maris Aegaei. II.- 





116 


| 


Á rm — O — — — — — EE — — — —— 


117 


— 1905. X 3. — Literariſches 


Bentralblatt — 14. Januar. — 118 








VERLAGSBERICHT 
1904 


Kants gesammelte Schriften. EE 
Preuß. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 8°. Bd. Ill: 
Werke Bd. Ill. 4 11.—; in Hlfrz. geb. #4 13.— 

Kaufmann, E., Lehrbuch der speziellen patholog. Anatomie 
für Studierende und Arzte. 3. neu bearbeitete und ver- 
mehrte Aufl. Mit 628 Abbildungen inkl. 2 Tafeln. Lex. 8°. 

#4 20.—; in Hlfrz. geb. 4 22.— 

Kirmss, P., ao in der Neuen Kirche zu Berlin ge- 

halten. I. Band. 2. Aufl. 8°. A4 5.— 
in Lwd. geb. .# 5.80 


Krause, R. u. S. Klempner, Untersuchungen über den Bau 
des Zentralnervensystems der Affen. Das Nachhirn vom 


von der Königl. 


Oranx-Utan. 40. Mit 2 Tafeln. kart. #4 3.— 
— — Da- Hinter- und Mittelhirn vom ÖOrang-Utan. Mit 
4 Tafeln. 4°. kart. 4# 4.50 


(Aus den Abhandl. der Akademie der Wissenschaften 1904.) | 
Kunsthandbuch für Deutschland. Verzeichnis der Behörden, 
Sammlungen, Lehranstalten und Vereine für Kunst, Kunst- 
gewerbe und Altertumskunde. Herausgeg. von der General- 
verw altung der Kgl. Museen zu Berlin 6. neu bearbeitete 
Aufl. In Lwd. gebd. .# 12.— 
tee des Seminars für orientalische "Sprachen zu 
Berlin. Herausgeg. vom Direktor des Seminars. 8°. 
Band XIX. Lange, R.. Übungs- und Lesebuch zum Studium 
der japanischen Schrift. n Lwd. geb. .4 28.— 
Liste, amtliche, der deutschen Seeschiffe mit Unterschei- 
dungssignalen, als Anfang zum Internationalen Signalbuche. 
1904. Herausgeg. im Reichsamt des Innern. 8°. kart. Z 1.60 
Magnesina am Maeander. Bericht über die Ergebnisse der 
Ausgrabungen der Jahre 1891-1893 von Carl Humann. 
Die Bauwerke bearbeitet von Julius Kohte. Die Bildwerke 
bearbeitet von Carl Watzinger. Mit 14 Tafeln und 231 
Abbildungen im Text. 4°. In Lwd. gebd. A 35.— 
Meunzer, A., Die Behandlung der Düngenschwindsucht durch 
Bekäm fung der Mischinfektion. 80. M 
Meyer, E., Agyptische Chronologie. Mit 7 Tafeln. (Aus den 
Äbhandl. der Akademie der Wissenschaften 1904.) 4°. 
kart. A 11.50 
| Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen an 
der königlichen Friedrich Wilhelms-Universität zu Berlin. 
| Herausgeg. von dem Direktor des Seminare Prof. Dr. Ed. 
Sachau. Bn Jahrg. VII. M4 15.— 


Hieraus einzeln: 


Abteil. I. Ostasiatische Studien. 4 6— 
Abteil. II. Westasiatische Studien. MN 6.— 
Abteil.IlI. Afrikanische Studien. A 6.— 


Müller, F. W. K., Handschriften-Reste in Estrangelo-Schrift 
aus Türfan, Chinesisch-Turkistan. U. Teil. Mit 2 Tafeln. 
(Aus den Abhandl. der Akademie der Wissenschaften 1904). 

kart. 4 7.— 

Münch, W. a a Utopien, Ideale, Möglich- 

keiten. 80. 4# 4—; in Lwd. geb. .4 4.80 


Oppenhoff, Th., Die Ressortverhältnisse zwischen den Ge- 
richten und den Verwaltungsbehörden in Preußen, zu- 
sammengestellt und erläutert. 2. Auflage von J rk 
Oppenhoff. 80. 4 12.— 


Pfleiderer, 0., Herder. Rede zur Gedenkfeier im zu 
zu Berlin am 16. Dezember 1903. 80. —.50 


Pischel, R., Gedächtnisrede auf Albrecht Weber. Rs den 
Abbhandl. der Akademie der Wissenschaften 1903.) 40. „4 —.50 


Priene. Ergebnisse der Ausgrabungen und Untersuchungen 
in den Jahren 1895—1898 von Theodor Wiegand und 
Hans Schrader. Unter Mitwirkung von G. Kummer, 
W. Wilberg, H. Winnefeld, R. Zahn. Mit 1 Plan, 
22 Tafeln und 614 Abbildungen im Text. 

In Lwd. geb. 4 50.— 

64. Programm zum Winckelmannsfeste der Archäologischen 
Gesellschaft zu Berlin. 4°. Anakalypteria von A.Brueckner. 
Mit 2 Tafeln und 8 Abbildungen im Text. M 4.— 

Prutz, H., Bismarcks Bildung, ihre Quellen und ihre Äuße- 
rungen. 8°. M 3.—; in Lwd. geb. .# 3.80 





GEORG REIMER 
BERLIN 


Ritter, P., Neue Leibniz Funde. (Aus den Au der 
Akademie der Wissenschaften 1904). 
Romberg, J., Uber die chemische eher der 
ESSEN in den Gebieten von Predazzo und Monzoni. 
(Aus den Abhandl. der Akademie der Wissenschaften. 
1904.) 4°. 4 6.— 
Sammlung von Renaissance-Kunstwerken. 
Herrn James Simon zum 18. Oktober 1904. 4%. 4 —.50 
— — Ausgabe mit 20 Tafeln. 4°. 4M 5.— 
Schiemann, Th., Deutschland und die große Politik. anno 
| 1903. 80. M 6.—; in Lwd. geb. 4 7.— 
— — Geschichte Rußlands unter Kaiser Nicolaus I. Bd. I. 
Kaiser Alexander I. und die Ergebnisse seiner Lebensarbeit. 








Gestiftet von 





80, 4 14.—: in Hlfrz geb. 4 16.— 
Schriften der deutschen Hünkeshrere- Gesellschaft. 8°. 
Wée I. Anders. H. R.D, Shakespeares Books, (Shake- 
an ann) A 7T.—; in Lwd. geb. #4 8.— 


E ba. l. Gaehde, Chr., David Garrick als Shakespeare- 
Darsteller und seine Bedeutung fiir die heutige Schauspiel- 
kunst. 4 4.50; in Lwd. geb. .4 5.50 
Schulte-Tigges, A., Philosophische Propädeutik auf natur- 
wissenschaftlicher Grundlage für höhere Lehranstalten und 
zum Selbstunterricht. 2. verbesserte und vermehrte Auf- 
lage. 8°. #4 3.—; in Lwd. geb. .4 3.80 
Schweizerhof. Privat-Heilanstalt für Nerven- und Psychisch- 
Krauke weiblichen Geschlechts. III. Bericht. Fünfzig 
Jahre nach seiner Gründung. 17. Dezember 1853 bis 
17. Dezember 1903. Geschichte. Beschreibung. Wissen- 
schaftliche Beiträge. Mit 14 Tafeln in Dreifarbendruck, 
10 Grundrissen und einem Lageplan. 4°. in Lwd. geb. .# 10.— 
Seuffert, B., Prolegomena zu einer Wieland-Ausgabe. Im 
Auftrage der deutschen Kommission entworfen. (Aus den 
Abha:ı.dl. der Akademie der Wissenschaften 1904.) 4%. 4 3.— 
Shakespearedramen ıRomeo und Julia, Othello, Tr Mac- 
beth. Nachgelassene Übersetzungen von Otto Gilde- 
meister. Herausgeg. von Heinrich Spies. 8°. 
«4 1.—; in Hitrz. geb. #4 9. - 
Spann, 0., u. C. J. Klumker, Die Stiefvaterfamilie CH STEE 
Ursprungs. Zugleich eine Studie zur Methodologie E Un- 
ehelichkeite-Statistik. (Separatdruck.) 80. —.50 
Stahl, Fr., Wie sah Goethe aus? Mit 28 Tafeln 1. bis 
4. Tausend. 8°. kart. æ 3.— 
Sulger-Gebing, E., Hermann Kurz, ein deutscher Volksdichter. 
Eine Charakteristik. Nebst einer Bibliographie seiner 
Schriften. Mit einem Bildnis des Dichters. 8°. 4 1.20. 
Thiersch, H., Zwei antike Grabanlagen bei —— Mit 
6 Tafeln und 10 Textabbildungen. Fol. — 
Verhandlungen der vom 4.—13. August 1903 in Ko — 
abgehaltenen vierzehnten allgemeinen Konferenz der inter- 
nationalen Erdwessung. Redigiert vom ständigen Sekretär 
H. G. van de Sande Bakhuyzen. I. Teil: Sitzun 
berichte und Landesberichte über die Arbeiten in den ein- 
on Staaten. Mit 10 lithographischen Tafeln und 
M 
Verzeichnis, beschreibendes, der Gemälde im Kaiser Fried- 
rich-Museum. 5. Aufl. 8°. M 1.— 
— — Ausgabe mit 82 Lichtdrucktafeln. In Led. geb. .4 10.— 
me hausen d., Israelitische und j N üdische Geschichte. 5. Aufl. 
—; in Hlfrz. geb. .# 11.80 
— Evangelium Matthai. —— und erklärt. 80. 0 4.— 
— Das Evangelium Lucae. Ubersetzt und erklärt. 80. 4 4.— 
Weltrich, R., Richard Wagners Tristan und Isolde als Dich- 
tung. 89. #4 2.40; in Lwd. geb. .# 3.20 
Wilski, P., Zwei Karten von Thera. In Taschenformat. 4 2.— 
Ziukernagel, Fr., Die Grundlagen der EE Tra- 
gödie. 8°. 4 3.— 
Zolltarif, der neue niederländische. Übersetzt im Auftrage 
des Handelsvertragsverein von Dr.H.Potthoff. 80. æ 1.— 
—, Entwurf des neuen norwegischen, nebst Zolltarifge- 
setz vom 12. X. 1904. Übersetzt im Auftrage des Handels- 
vertragsverein von W. Borgius. M 2.— 


Fortsetzung auf der nächsten Seite. 


119 


VERLAGSBERICHT 
1904 


Fortsetzung. 


Archäologischer Anzeiger. Beiblatt zum Jahrbuch des ar- 
chäologischen Instituts. Jährlich ein Band von 4 Heften. 
40. Preis pro Band «æ 4.—. Bis jetzt erschienen 9 Bände. 


Der Arbeitsmarkt. Halbmonatsschrift der Centralstelle für 
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Gewerbegerichte. Herausgeg. von J. Jastrow und K 
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ratur. Herausgeg. v.TheodorBarth. Jährlich 52 Nummern. 
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Repertorium für Kunstwissenschaft. RedigiertvonH.Thode 
und H.von Tschudi. Jährlich ein Band von 6 Heften. 
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Wissenschaften zu Berlin. Jährlich ca. 52 Nummern. 
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siologie und für klinische Medicin, Herausgeg. von 
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gerichtliche Medicin. Herausgeg. von Deutschlands Irren- 
ärzten durch H. Laehr. Jährlich ein Band von 6 Heften 
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Wolf. Jährlich ein Band von 12 Heften. Lex.-8%. Preis 
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Friedrich Karl von Preußen 
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: m ? Krieges in Eiütafrifa von 1899—1902 auf Seite Englands. 

ilmar al8 Oberhirte der Diöcefe Eaffel. 3 Spradkunde. Literaturgefbihte (11:7): Boiler, Pofitivigmus u. Idealismus 

alean (125): Jodi, Ludwig Freuerbah. Lévy, La philosophie de Feuer- ù ind. Epradwifienfchaft. Nallino, Al-Battäni etc, pars I. IH. Willing, 
dach. 3081, Riegihe und die Romantif. 35 Grundzüge einer genet. Eulgrammatı? d. latein. Sprache. Boccaccio-yunde, 

SÉ dir 1127): Agate, Der hanfifhe Yaienbandel. Bruhmüller, Zwifchen ? von O. Heder. Betbmann, Unterfud. üb. d mhd. Didtung vom Brafen 

umpf und Sand. Christensen, Dansk Btatsforvaltning ete. Lofch, Zwei > _ Rudolf. Minor, Goethes Gragmente vom ewigen Juden ıc. 
Kaffeler Shroniften. Holzbaufen, Honaparte,. Yuron und die Briten. Altertumshunde (144): Seler, Gefammelte Abhandl. :. ameritan. Eprad- u. 
$änder- und Yölkerkunde (132): Dehérain, Etudes sur I'Afriquo. v. Sak⸗ Ultertumsfunde, 2. ®d. Katalog der Münzen u. Vedaillen-Stenpel-Sammlung 
mann, Im Eatitel dur Sentralafien. des T. T. Hauptmüngamtes in Wien, Bd. 1/2. 

Katurwifenfdaften. Mathematik (133): Pfeffer, Bflangenphnfiologie, 2. Bd.. Aunftwifenfdaft (1416): FTellinet, Internation. Bibliographie der Kunft- 
2. oane DOftwald, Die Edyule der Chemie, 2. TI. Königsberger, Carl wie hari 2. Bd. (Jahr 190). Dürer, mir Einl.v. Scherer. B. B. Rubens, 
Guſtav Jacob Jacobi. mit Cini. v. Rofenberg. Jufti, Konftruierte Figuren u. Roöpfe unter den 

Fedts- und Steels ea een 1135): Stölzel, Das Terfonenfande OO Werten A. Durers, , 

Griedridg., Das Zuftändigleitägefeg. Wolff, Die Neugeftaltung des Fam e ù) Pädagogik (149): Lehmann, Deutices Lefebuch f. hob. Lehranftalten. 1.5. ZI. 


Snart. 
WO a Kittel, Die babyloniihen Uusgrabungen. Grebe, Auguft 
z T. 





olzhauſen, V., Bonaparte, Byron und die Briten. | Rinor, 3.. Goethes Fragmente vom ewigen Juden 8- 
Aſphabetiſqe⸗ Rntzalis verzeichnis. vom wiederkehrenden Selank, (143.) S 

Ugats, U, Der banfifhe Baienhandel. (127.) Jelliner, A, Internationale Bibliographie d. Kunfl- | Nallino, C. A., Al-Battänı etc. Pars I. IIL. (140.) 
Betbmann, I., Unterfuhungen über die mhd. Did- | miffenicaft. 2. Bd. (Iahr 1903). (146.) Sftwald, W.. Die Schule der Chemie. 2. TI. (131.) 
tung vom Grafen Rudolf. (142. opt, S Yudwig Weuerbah. (125.) RT Pllangenpbufiologie. 2.8. 2. Hälfte.(133.) 
Boccaccio Gunde. Bon D. Heder. a) 3081, R., Riegfde und die Nomantif. (126.) . B. Rubens. Mit Cint. v. X. Rofenberg. (146.) 
Brummäüller, W.. Bwifden Sumpf u. Sand. (128.)| Iufti, L.. Konftruierte Figuren und Köpfe unter den | Salmann, Ç. v , Im Sattel duró Bentralafien. (133.) 
Christensen, W., Dansk Stateforvaltning i det) Werfen Albreht Dürers. 1147.) Seler, E., Gefammelte Abhandl. zur amerifanifhen 


15. $rbundrede. , (129.) EE der Münzen. u. Medaillen-Stempel-Sammlung Eprad u. Ultertumstunde 2 Bd. 1144.) 
Dehérsin, H., Études sur l'Afrique. (132) des T. T. Hauptmünzamtes in Wien. Bd. 1/2. (145.) | Stölzel, OO. Das Berfonenftandsgefeg vom 6. Febr. 
Dürer. Dir Einl.v. B. Scherer. (146.) Kittel, R., Die babulonifhen Ausgrabungen 2c. 1121.) 1875. (135.) 

Briedrihe, 8. Das Zufändigkeitsgefeg vom 1. Ang. | Königsbe EDER, 2.. Carl Guftav Jacob Yacobi. (134.)| BoKler. 8. Bofitiviemus u. Idealismus in d. Sprach⸗ 

1883. (135.1) ` Lehmann, 9. . Deutfces Lefebud für höhere Lehr: | wiflenfhaft. (137.) 

Grebe, ©. R., Auguf fr. Chr. Bilmar ale Oberbirte | anftalten. 1.—5. TI. (149.) tlling, ©, Grundzüge einer genetiihen Gul. 
der Diöcefe Caſſel. (123.) vy, A., La philosophie de Feuerbach etc. (125.) | grammatit der Iateinifhen Sprade. EN 
dilfenbed, W., Die Dedung der Koſten bei Krieges | Loich, Ph., Zwei Kafielex Shronifen des 18. Jahrh.S. | Wolff. DM., Tie Neugeftaltung des amilienfideilom- 

in Güdafrifa von 1899 - 1902 sc. (136.) | 0130.) mißredts in Preußen. (136.) 


T loni Menſchen erfannten Jmhotep (S. 19) und betrachtet mit Recht 
heo ogie. auch Lykurg als heroiſierten Menſchen (S. 20 Anm. 14). 
Kittel, Bud, Die babylonisehen Anagrabungen und die Wichtig iſt ferner das S. 19 Anm. 13 über die Göttergräber 
biblische Urgeschichte. Leipzig, 1903. Deichert Nachf. | und den Kult der geftorbenen Götter Bemerkte. Dazu bet, 
B6 8. Gr. 8.) 4 0, 80. läufig die Bemerkung, daß Nef., der den Kult des toten 
Der wejentliche Vorzug diejes Schriftchens ift die von | BEL in Babylon nachgewiejen hat (BnAraväs bei Ktefias 
großen Hiftorifchen Gefichtspunften getragene Anfchauungs- | glei Bel-Etana, wohl zu unterfcheiden von dem Dynaftie- 
weile, die fi) au in diefem vor einer (theologiichen) Ron: | gründer und früheren Gärtner BeAnragag = BEl-Etir „Bel 
renz gehaltenen Bortrage mit dem bekannten theologifch | ift Netter”, d. t. der nach der keilinjchriftlichen Legende im 
religidjen Standpunft des VBerfaflers der Geichichte Ziraeld | Waffer ausgejehte, von BEI errettete, ald Gärtner aufge 
verträgt. UL3 weitblidender objektiver Hiftorifer erweijt fi | wachlene Sargon I), niemalg, wie Zimmern (KATI 371, wo 
Kittel, wenn er betont, daß die junge Afigriologie „in einzelnen | au Ed. Meyers Geich. d. Ultertums ©. XIV, Nachtrag zu 
ihrer Vertreter noch immer nicht aus den Rinderfchuhen der | 8 80 überfeben ift) behauptet hat, Xerres fei in eine Myſterien⸗ 
Senfationsluft herausgefommen iſt“ (S. 6); wenn er die | feier für dem toten Bel eingedrungen, jondern er hat nad) 
auf dem neutralen Boden des Haffiichen Ultertums wie auf | wohlbelanntem Sprachgebraud den Kult des toten B&l mit 
dem der altorientalifchen Kulturen gewonnene Einfiht, daß | allem Zubehör als „Myfterien” bezeichnet. Won der ge 
einmal die Grenze Hiftorifcher Erkenntnis fi um viele | nannten Unfhauung aus und aus anderen Gefichtöpunften 
Jahrhunderte nah rüdwärts verfchiebt, andererfeits (Myfene, | befämpft der Verf. die Unichauung nicht nur daß wie andere 
Kreta, Bubdea-Dungi) die Einficht, daß das, übrigens unferes | Geftalten der iöraelitifchen Urzeit, fo bejonder® Abraham 
Säiten keineswegs nur von wenigen Einzelnen und erft feit | ein Gott, ein aug Babylonien übernommener Mondgott fei 
kurzem verabichiedete Dogma von der geradlinigen Entwidlung | (S. 17 fg.), fondern überhaupt lediglih der Sage angehöre, 
ih als unhaltbar erwielen hat, auch für Jerael nugbar gemacht | vielmehr fpreche eine Hohe Wahricheinlichkeit dafür, daf 
wiffen will. Jm Gegenfag zu einer fehr nahdrüdlich betonten, | Abraham im Kern „eine geichichtliche Geftalt der israeli: 
auch vom Ref. (vgl. Beitr. z. alt. Geih.IV,263 fg.) befämpften | tifchen Vorzeit fei” (S. 21). Wie Ref. in anderem Bu- 
Wafhauung, wonach, abgefehen von dem auf einem anderen | fammenhange (Beitr. 3. alt. Geih. II 341!), fo madt K. 
Blatte ftehenden Königskult, Fälle von Bergötterungen von | (S. 11) berechtigte, durch intereffante Belege aus der Gegen- 
Menfhen überhaupt unbeweisbar und theoretifh undenkbar | wart geitügte Bedenken gegen die Vorftellung geltend, als 
fein folen, betont 8., daß im Altertum, wenigftens dem | gehöre jeder eponyme Stammvater und jeder Dynaitie- 
jemitiichen, regelmäßig nicht Götter zu Menfchen, fondern | gründer, auf den man nicht mit abjoluter Hiltoriiher Sicher: 
umgelehrt Dienihen zu Göttern werden. fr verweift | heit die Hand legen kann, ausichließlich ins Gebiet der Sage. 
dabei auch feinerfeit8 auf den von Sethe als vergötterten | Mit berechtigtem Nachdrud wendet fich der Verf. (S. 13) nn 
121 


123 — 1905. 34 — Literarifdes 
bie auch noch jebt vielfach gehörte und für die Kritik des 
U. Teft. verwendete Behauptung, das Yörael der mofaiichen 
Beit fei, ehe e3 in Kanaan einwanderte, nichts anderes ge- 
wejen al3 ein vorher von aller höheren Kultur [osgelöfter 
Nomadenftamm, und verweift auf den Durch den el Amarna: 
Bund erfannten tiefgreifenden Einfluß der ägyptiichen und 
der babyloniigen Kultur gerade auf Kanaan, Baläftina 
und deren Nachbarihaft. Auch für die Beurteilung und 
Bumweifung der ältejten israelitifchen Gefeggebung, da3 Bun: 
desbuch und etwaige ältere Beltandteile im Deuteronomium 
und im Leviticus ift, wie Referent Hinzufügt, der fo ver: 
mittelte Einfluß der babyloniichen Rechtsanjchauungen wie 
der älteften Beit, jo in ihrer Fortentwicklung und Kobifi- 
Tation burh Chammurabi von eingreifender Bedeutung, 
während die dee eines fchriftlichen Urgejeges, aus dem 
einerjeitd Chammurabi, andererjeit3 Die ißraelitiichen Gejeh- 
geber gejchöpft Hätten, ald unhiltorifh und unmöglich zu 
verwerfen ift. Auch in dem Feithalten an der Geichichtlich- 
feit ded Aufenthaltes der Ssraeliten in Gofen trifft R. mit 
Ref. (f. Zwei Hauptprobleme der altor. Chronologie S. 208 fg. 
und Jahregber. d. Geichichtsmwilfenihaft 1901, I ©. 31, 
beides in Spiegelberg3 neuer, wefentlich die gleiche Anficht 
vertretenden Schrift [1904] überjehen) zufammen. Jn dem 
zweiten fpeziell den religiöjen Elementen der biblifchen Ueber- 
lieferung gewidmeten Teile Je 22—36) herricht eine er, 
freufiche Uebereinftimmung zwilchen R.8 und den vom Ref. 
in feiner Schrift „Babyloniens Kulturmiffion einst und jebt“ 
(1903) ausgejprochenen Anfchauungen, die uns eines näheren 
Eingehens überhebt. R. leugnet unferes Erachtens mit Recht, 
daß im A. "Zeit babylonifhe Weltanfchauung herriche, nur 
die Motive der Sage, nicht ihr ethiicher inhalt fei über- 
nommen, vielmehr diejer auf israelitiihem Boden auf das 
Gründlichite umgejtaltet worden (©. 22 fg.), und diefe Unter: 
ichiede feien gerade da8 Ullerwefentlichfte. Freilich die kühne 
Behauptung, daß diefe völlige Umgeftaltung mythologifcher 
Ideen eine weit bedeutfamere und originalere Beiftestat twäre 
als ihre erfte Konzeption (S. 27), können wir uns nicht zu 
eigen machen. MUebereinftimmung berricht auch betreifs des 
aus dem vermeintlichen Sahmeh-Vorkommen herausdeftillierten 
babylonifhen Monotheismus der Chammurabi-Beit, betreffs 
de3 Siündenfalles und des Sabbat. Bum Sabbat würden 
Bimmerns neuejte Mitteilungen (ZOMG 56, 199 fg.) zu ver- 
gleichen fein. Die Entitehung der Sintflutfage dagegen wird 
befanntlih burd die Erinnerung an ein wirkliches Natur- 
ereignis Teineswegs völlig erklärt: e8 fpielen dabei noch 
wefentlid andere Elemente mit. Und wenn der Verf. in 
der theoretiichen Alternative: Hat Ysrael die Ueberlieferungs- 
ftoffe, die e3 felbitändig und durchgreifend umgeftaltete, von 
Babel her überfommen oder von Unfang an mit ihm geteilt 
und gemeinjam beleen d mehr der zweiten Möglichkeit zu— 
neigt, jo glauben wir, daß er den bis in die Grund: 
züge deutlich erfennbaren babylonischen Einfluß unterichäßt, 
freuen ung Dagegen, daß (S. 27fg.) Studierftube und 
Nedaltionstifh als maßgebende Faktoren in die ihnen ge 
bübhrenden Grenzen verwiefen werden. Wlles in allem eine 
auch durch ihren vornehmen Ton wohltuende Schrift, eines 
der wenigen Erzeugnifie des Babel-Bibelftreit3, das bieden 
feinen unmittelbaren Unlaß überdauern wird. 
C. F. Lehmann. 


Grebe, Ed. Rud., Auguft 
Didcefe Caffel. Marburg, 1 
«æ 3, 20. 


$ 


t. Chr. Bilmar ald Oberhirte ber 
. &lwert. (VIIL, 252 ©. Gr. 8.) 


Vilmar Hat auf die niederheifiiche Kirche einen tiefgehen- 
den Einfluß ausgeübt, einen Einfluß, der noch entjchiedener 
und nachhaltiger gewefen fein würde, wenn nicht da3 Jar 


Bentralblatt. — 21. Januar. — 124 
1866 der Selbftändigkeit Rurheflens ein Ende gemacht hätte. 
Die eigentlichen zielbewußten Anhänger und Schüler Bilmars 
find jeitdem infolge ihrer „Renitenz” gegen den Summ- 
epiffopat des Königs von Preußen, gegen die Synobal- 
verfaffung und dag Gefamtklonfiftorium der drei in Geffen 
vertretenen proteftantiichen Befenntniffe aus dem Klerus des 
Landes gemwaltfam ausgefchieden worden. Aber auh jo hat 
der Geift Vilmars noch lange fortgewirkt und dürfte immer 
no% in einem gropen Teile der älteren Geiftlichleit des 
Negierungsbezirkd Cafjel lebendig fein. Die vorliegenden 
Beiträge zum Leben des Mannes find deshalb fchon allein 
al Weußerungen feines Denkens und Woens gewig wil- 
tommen. Nur Hätte der Hrsgbr. größere Beichränfung 
walten laffen folen. Nad) einer etwas dürftigen und recht 
einfeitigen Einleitung über die politiiche Lage in Heffen feit 
dem Eintritt der politiiden Reaktion im Jahre 1850 bringt 
der Hrögbr. nicht nur alle amtlichen Erlafje Vilmard aus 
der Beit, wo er al8 Vertreter des altersfchwachen General- 
Superintendenten die Didzeje Caffe! verwaltete (1851—56), 
fondern auch fämtlide Gelegenheitsreden, foweit er ber 
Konzepte hHabhaft werden fonnte, ür jene find wir dankbar; 
in Bezug auf Iebtere, die den weitaus größten Raum des 
Buches ausfüllen, hätte eine ftarfe Ausleje getroffen werden 
fünnen, und bier wäre weniger entfchieden mehr gewefen. 
Denn fo wirkt die Fülle des ftet3 fi) wiederholenden Stoffes 
ermübdend und verwirrend, und zur Charafteriftil des Mannes 
hätten einige feiner bedeutenderen Neden bingereicht, zumal 
man den Theologen doch aus feinen andern Werfen genugjamt 
und befer erkennt. Immerhin geftehen wir gern zu, daß 
das Werk über eine wichtige Periode der Heififchen Kirchen- 
gefchichte mand) neues Licht verbreitet, indes Vilmar ferbft, 
der unter der Bürde feines Amtes zeitweije faft erlag, uns 
menjhlich näher gerüdt wird. — Der Bezirk eined Superin- 
tendenten heißt, nebenbei bemerkt, nicht Superintendur, fon« 
dern Superintendentur. 


Dentſch⸗Evangeliſch. Zeitichrift f.d. Kenntnis u. Förderung d. deutfchen 
ev. Diaſpora im Auslande Hrsg. v. E. W. Bußmann. 4. Jahrg. 
2. Heft. Marburg, Elwert. 

Inh.: Denkſchrift des Deutſchen Evangel. Kirchenausſchuſſes üb. 
die kirchl. Verſorgung der Diaſpora im Auslande. — Braunſchweig, 
Die Proteſtanten in Smyrna i. J. 1904. — E. Fuchs, Was haben 
wir, von unſeren Erfahrungen in Groß⸗Britannien aus, zu ſagen üb. 
Wechſelwirkung v. Frömmigkeit u. Nationalität. (Fortſ.) — Klein, 
Die Anforderungen der Kirche u. Schule in ben großen Auslands⸗ 
gemeinden. — M. Urban, Chronik. 


Der alte Glaube. Ev.-luther. Semeindeblatt f. die gebildeten Stände. 
Greg. v. B. Bußmann. 6. Jahrg. Rr. 14. Lpz., Ballmann. 


Snh.: 2. Mau, Und folft fie deinen Kindern einfhärfen! — 
Mein Reih ift nit von beer Welt. — ©. Zehme, Modernes 


Heidentum. — M. Weidhaupt, Anfelm Feuerbadı. 


Allgem. evang.-luther. Kirdenzeitung. Begr. von Chr. E. Luts 
hardt. 1905. Nr. 1. Leipzig, Dörffling u. Franke. 
Inh.: An der Wiege des Chriftentumd. 1. — Ultramontanismus 
u. Proteftantidgmus. — Ein Nahmwort zur „Zwangs beſteuerung zu⸗ 
ziehender Qutheraner zugunften der preuß. Randeskicche”. — Das Turm- 
u. Slodenbüchlein. — Zu den Katehidmudfragen in Baden. 


Theologifhes Literaturblatt. Hrg. v. Hölſcher. 26. Jahre. 
Rr. 1. Leipzig, Dörffling u. Franke. 
Inh.: CH. Neftle, Die neue Photographie deg Coder B (Codex 
Vaticanus 1209 des griech. N. Teft.). 


Broteftantenblatt. Hrög. von R. Emde u. M. Fifcher. 38. Jahrg. 
Nr. 2. Bremen, Schünemann. 

Inh.: 8. Müller-Goutelle, Unverzagt. — Baentfd, Ent 
ftehung, Art u. GefH. d. israelit. Monotheismus. 9. — W.Shubring, 
Neuere Berfuhe üb. d. evang.sfoziale Problem od. Chriftentum u. 
Snterefienlampf. 1. — U N. Bertrand, Moderner Proteflantie 
mus in Frantreihd. — A. Urbain, Des Paftord Riele. 2. — B ei- 
lage: Dag Redt der Keperei in der Kirche. i 


125 


Die driftlide Welt. Hrög.: W.Rade. 19. Jahrg. Nr. 1. Marburg. 


Jnd.: A. v. Bröder, Drei Reujahröwünfde f. die Kirche. — 
4. Hoffmann, Gedanken über Ewigkeit. — E. Badmann, Der 
= De Tranfreih u. d. Batifan. 1) Der Konflitt. — Leipzig 
u. Worms. 


mn egen 





Ahilofophie. 

1) Jodl, Friedr., Ludwig Feuerbach. Mit Bildnis. Stuttgart, 

1904. Fr. Frommann. (135 S. 8.) 
Frommanns Klassiker der Philosophie. XVII. 

2) Lévy, Alb., La philosophie de Feuerbach et son influence 
sur la littérature allemande. Paris, 1904. Alcan. (XXVIII, 
545 S. 8.) Fr. 10. 

opt (1) ift beflifien, nicht fomwohl über Feuerbach zu 

fchreiben, als Weuerbachs eigentümlihen Gedantengang im 

fahlih und Hiftoriih Wejentlichften den Beitgenofjen vorzu- 

ftellen. Ein Minimum interpretierender Zufäge zu den mit 
unübertrefflicher Umficht und Delonomie gewählten originalen 

Aeußerungen Feuerbachs hat dank der philoſophiſchen und 

darſtelleriſchen Befähigung des Verf.s zugereicht, der Abſicht 

vollkommen zu genügen. Der Verf. disponiert ſeinen Stoff 
nicht biographiſch, ſondern ſyſtematiſch „„Feuerbachs Leben“ 
ſtizziert er auf 8 Seiten im Anhang). Immerhin bietet er 
als Einleitung der in „Erkenntnistheorie und Ontologie“ 
und „Religionsphiloſophie“ gegliederten Ausführungen eine 
Erorterung der Ausgangspunkte der Philoſophie Feuerbachs; 
es entſpricht der Natur des den Verf. beſtimmenden ſyſte⸗ 
matiſchen Geſichtspunktes, daß er in Hegel ſo ziemlich die 
ganze Baſis der Gedankenentwicklung Feuerbachs erkennt, 
während doch de facto Feuerbach nicht zum wenigſten durch 
die der Bekanntſchaft mit Hegel vorausgegangene und gleich⸗ 
zeitige Vertiefung namentlich in die Theologie zu ſeinen 

Problemen und zu den geſchehenen Löſungen dieſer Probleme 

gelangt iſt. Nur infolge der Syſtematiſierung der Arbeit 

Feuerbachs kommt der Verf. auch in die Lage, eine Konſe⸗ 

quenz und Einheitlichkeit in der geſamten Leiſtung aufzuzeigen, 

bie bei unmittelbarem Studium der Werke häufig genug 
vermißt werden muß, und all da8 ausmerzen zu bürfen, 
was in das Syftem fi nicht gut einfügen liepe. Doğ, 

Das find Bemerkungen, die fi der Verf. wohl fjelbft gemacht 

Haben wird, bevor er fein Buch fo geftaltete, wie es ift! 

Siderlih ift e3 fo beffer geeignet, dem Wirken und ber 

Perſon Feuerbah3 Berehrer und feinen großen "heen in 

Wiffenfhaft und Leben die verdiente Geltung zu fchaffen. 

Befremdlich ift, daß der Verf. die neue Gefamtausgabe, die 

von ihm felbft und Bolin beforgt wird, ftet8 zitiert, obwohl 

Diefelbe noch nicht weiter al3 bis auf zwei Bände (I und IV) 

gediehen ift. Die Angaben „Literatur über Seuerbah” find 

recht mager; warum fehlt a, B. Karl Grün, einer der früheften 
und wärmften Borlämpfer für Feuerbach, deſſen „philo— 
ſophiſche Charakterentwickelung“ und Briefwechſel⸗ und Nach⸗ 
laß⸗Ausgabe bei aller Mangelhaftigkeit doch ſchätzbar bleibt? — 

Levy (2) bietet ein Buch, das eigen anmutet ſchon deshalb, weil 

es franzöſiſch iſt. Abgeſehen von dieſem keineswegs äußer⸗ 

lichen und auch nicht bloß ſprachlichen Moment, iſt die Leiſtung 
des Verf.s als ein dankenswerter Beitrag ſowohl zur Lite⸗ 
ratur über Feuerbach als namentlich zur Geſchichte ſeiner 

Zeit zu begrüßen. Was die einleitenden Ausführungen betrifft, 

in denen es der Verf. darauf abſieht, Feuerbachs Verhältnis 

zur Linken der Hegelſchen Schule, den poſitiviſtiſchen Zug, die 

Unſterblichkeitslehre, die Lehren über das Weſen des Chriſten⸗ 

tums und das Weſen der Religion ſowie die Morallehre 

Feuerbachs kritiſch darzuſtellen, ſo leiden ſie zu viel an geiſt⸗ 

reichen Abſchweifungen, um eine gehörige Darſtellung und 

eine ſei es hiſtoriſch ſei es ſachlich irgend adäquate Kritik 


— 1905. 4. — Literarifhes Bentralblatt. — 21. Jannar. — 


126 


zu fein. &3 wäre ein leichtes, von einigen der Thefen bes 
Berf.3 über den Charakter der Lehre Feuerbachs zu zeigen, 
daß ihr Gegenteil wenn nicht ftatt ihrer, fo mindeften3 ebenfo- 
viel gilt wie fie felbft. Hingegen läßt der Verf. bei der Gre, 
digung feiner Hauptaufgabe eine forgfältige und ftrengere 
Rüdficht auf die Quellen nicht vermiffen und dürfte, worüber 
in volem Umfange beftimmt zu urteilen Ref. aber nicht 
tompetent ift, für die literarifche und zeitgefchichtliche Spezial« 
forfhung neues Material und bedeutfame Anregungen bringen. 
Der Verf. befaßt fiğ im befonderen mit den Spuren euer: 
badjher Unfichten und Beftrebungen bei Strauß, Ruge, den 
Begründern des Sozialismus und der materialiftiichen Ger 
Ichichtötheorie, ferner bei Stirner, bei Heinzen, Marr, Ever- 
bed und Molefchott, fchließlich bei Hettner, Herwegh, Richard 
Wagner und Gottfried Keller. Der Verf. findet den Einfluß 
Veuerbah8 auf die Theologen big Heute noch gering und 
unentidieden, wie er jhon auf D. 3. Strauß nicht fo groß 
und rüdhaltlos geweſen fei, al3 behauptet zu werden pflegt. 
Hingegen haben nah dem Verf. Ruge in politifcher und 
Kart Marr in foziologifcher Hinficht die Waffen, die Feuer- 
bach gegen Kirche und autoritatives Dogma nebft deffen mora» 
Tiitifchen Konjequenzen gefchmiedet bat, gut genubt; Mar 
Stirner Hingegen habe auf Feuerbachs Kritit des Realismus 
der Ideen feinen Andividualismus gegründet. Molefchott 
dient dem Berf. ald Erempel für den Einfluß Feuerbacdhs 
auf empirifches Naturftubium, Hettner für den Einfluß Feuer: 
bahs auf die Verfolgung der Entftehungsbedingungen des 
äfthetifchen Verhaltens an Stelle der bisherigen die Künftler 
einengenden metapbyfiihen Spekulation. Herwegh fand nag 
Dem Verf. bei Geuerbadh die Rechtfertigung der revolutionären 
Tendenz in feinen Dichtungen, Rihard Wagner den Huma: 
nitären zertrümmernden und aufbauenden Enthufiasmus und 
Gottfried Keller den Nefpelt vor der univerfalen Natur: 
faujalität. Kurz, Feuerbach Hat nah dem Verf. dirett in 
den Jahren 1840— 1848 und indirelt in der zweiten Hälfte 
des 19. Jahrhunderts auf Männer der Tat, auf Gelehrte 
und Künftler einen höchft bedeutenden Einfluß geübt, einen 


Einfluß, der heute fehr abgeihwäcdt ift, den e3 aber von 


höchſtem Vorteil wäre wieder aufleben zu laffen. 
C. D. P. 


Yoöl, Karl, uenige und die Romantit, Jena, 1905. Diederichs. 
(366 &. 8) ÆT; god. MI. 

Das im „fliegenden Stil” der Sturm- und Drangperiode 
glänzend gefchriebene, geiftvolle Buch des Bafeler Philofophen 
fteht fernab von jener Trodenheit wifenichaftlicher Arbeit, 
über die der Berf. im Eingang Hagt, und liefert den glän- 
zenden Beweis dafür, daß e3 eine pathetifche Darftellung in 
Wort und Schrift gibt, die über den Vorwurf der Phrafe 
erhaben ift, ja, daß die ftimmungwedenden, ftiliftifchen Mittel 
des Vortrags geradezu erforderlich find und angewandt werden 
müfjen (verfteht fih von dem, der fie befigt), wo e3 fih um 
die wirkliche Berftändigung mit dem Hörer oder Lefer über 
Probleme Handelt, die mit dem falten Verftande allein nimmer» 
mehr erfaßt werden können. Zu diefen Gegenjtänden gehört 
Niebihe nun einmal, und wahrlich, Joël verfteht ed, ihn 
in unferen Herzen aufleben zu laffen und auh den Wider- 
ftrebenden zu gewinnen, ohne daß wir ihn irgendwie ber 
PVarteilichkeit für oder gegen feinen Helden bezichtigen dürften. 
Der Hauptteil des Buches trägt die gleiche Ueberjchrift wie 
das ganze Werk und zeigt in der rien Hälfte („Die Liebe 
und der Krieg”) die grundfählichen Gegenfäge, die Nietzſche 
von der weiblichen, bämmernden, gefühlsfeligen Romantif 
icheiden, in der zweiten („Leidenichaft”), wie doch wieder der 
Philofoph mit feiner ganzen Eigenart in der Romantik 
wurzelt. Um e3 kurz zu jagen, Niegfche hat die Romantik 


127 


— 1905. M4. — Literarifhes Zentralblatt. — 21. Januar. — 


128 





in fih felbft überwunden; vielleicht hätte der Verf. die „Schule“ 

nicht fo ganz einheitlich auffaffen, londern auf die Diskrepanzen 
innerhalb der Richtung jchärfer hinweiſen ſollen; gerade bei 
den „Jüngern“ regt ſich dodh da3 durch die unglaubliche 
Gefüplsfeligkeit und Gefühlsgenußjuht ber früheren Gene: 
ration faft unterdrüdte Willensmoment, da8 jedem Gefühl 
eigen ift, und führt zu großartiger Erhebung im Beitalter 
der Freiheitsfriege; die fozialen Triebe gewinnen wieder Die 
Ueberhand über die individuellen, die Staatsidee iſt das 
Neue, was die der Romantik entwachjenen Geifter, ein Fichte 
u. a. fi) erobern müffen. Dieje Erziehung hat au) Niebfche 
an fih durchgemacht, und mit Recht legt J. ben Nahdrud 
auf das erzieheriiche, felbiterzieherifche Element in feinem 
Wirken. Aber während er fih den Baubergärten der Ros 
mantif entwindet, während er alte phantaftiide Gebäude 
einreißt, Tann er nichts neues dafür aufbauen; denn aud) 
der Staat, wie er fi) wirklich entwidelt hat, fann feinem 
überijpannten Sdealismus nicht genügen. Gerade die aufge: 
wandte feeliihe Arbeit führt zum entgegengejegten Extrem. 
Xn ihm überichlägt fih noh einmal der gewaltige ndi- 
vidualismus, der Durch die Aufflärung hindurch doch fchließlich 
zur romantischen Bewegung geführt hatte, die ftarte Willens. 
natur ftelt das Sdeal des Uebermenichen auf und vergißt 
dabei die foziale Natur des Menfchen völlid. J. Hat das 
nicht verfannt (©. 89): „Niepjche tft ein Trunfener, ein Sieges» 
trunfener, und feiner darf Niebfcheaner fein, der Verant- 
wortung fühlt. Ich fann e3 Tur jagen, was ich über ihn 
glaube: Rietfche hat Recht mit all feinem Ja, Niebiche Hat 
Unredt mit all feinem Nein, Niegjche ift ein Uebergang, fein 
Biel, aber ein notwendiger Umfchlag, dem demofratifchen, 
fozialen Trieb der Zeit antwortet er flar mit feinem arifto- 
fratiichen Sndividualismugs, den Kampf ums Dafein läft er 
umfchlagen in ben Kampf um die Macht, die Defcendenz zum 
Affen in die Afcendenz zum Uebermenjchen und Schopenhauers 
Willensverneinung in Willensbejahung." Auh Nichard 
Wagner vollzog diefen Uebergang; aber in ihm rang fich 
eben da3 Etaatöbewußtjein de modernen Menfchen and 
Richt: wie bien geht er von einem „Lebe dir felbft” über 
zum „Lebe dich jelbjt“, aber im Dienfte der Gemeinfchaft. 
Und er entdedt die hödhite Lebenbejahung in der Tätigkeit 
für die Gemeinschaft, im Streben Jefu, an dem Niekde nur 
das MWeltflüchtige, Lebenverneinende bemerkt hatte. So 
reichen fih Wagner und Shiler mit ihrem Glauben an bie 
Menichengeiellichaft der Butunft die Hand, während Niedfche 
fchließlih für beide nur Hohn und Spott übrig hat, in 
Wagners Umwandlung ein Zufammenfriechen vor dem Kreuze 
fieht und im vollendeten Gegenfab zum Gefellihaftsideal 
der neuen Zeit zurüdjinft in den idealen Subjeftivismug 
einer freilich nicht gefühlsfeligen, jondern willensträftigen 
Romantik, deren Wille aber egoiftilch gerichtet ift. Jn weis 
teren Kapiteln behandelt %. das Verhältnis Nietzſches zu 
Schopenhauer und zur Antile, worauf bier wicht näher einges 
gangen werden fann. 





Geſchichte. 


Agats, Arthur, een Mit 3 Karten. Heidelberg, 
1904. Binter. (X, 180 ©. Gr, 4 3, 60. 


VM Abhandlungen N an u. neueren Gefch., brög. ©. 

R. Hampe, Œ. Mard u. D. Schäfer. 5. Heft. 

An der gefhichtsmwilienichaftlichen Literatur find bisher 
die Hanbelsbeziehungen ber Hanfe zu Weitfrantreih, ver 
allem der im Mittelalter blühende Baienhandel noch von 
feinem banfiihen Geichichtsforicher eingehender behandelt 
worden. Abgejehen von einigen Heineren Iolalgejchichtlichen 


Auflägen in franzöfiicher Sprache geben darüber nur die 
trefflihen Publikationen von Hirfh über Danzigs Handels. 
und Gemwerbögejhichte und von Damus über Danzigs Be 
ziehungen zu Frankreich (Zeitichrift des Weftpreuß. Gejchichtd- 
vereins, 5. Heft) einigen Aufichluß oder befchränfen fidh wie 
die franzöfifhen größeren Darftellungen auf die allgemeine 
Bemerkung, daß im Mittelalter ein wohl organifierter glänzenber 
Handel zwifchen der fogenannten „Baie“ (d. Y. die jüblid 
der Loiremündung gelegene Bucht von Bourgneuf [Bouin] 
und das angrenzende Küftenland, die Niederung zwilchen 
der Meeresfüfte und der Höhenrüden im Often und Süden) 
und den Völkern des Nordens beftanden hat. SInfolgedefien 
ift Die vorliegende Fritiich und anſchaulich geichriebene Unter: 
fuhung willtommen zu heißen, da fie ung gründlich orientiert 
über diefen banfishen Baienhandel, der dann allmählich fo 
pang und gar aufhört. Um die wichtigen topographiiden 
Berhältniffe kennen zu lernen, hat der VBerfafler die Gegend 
von Bourgneuf an Ort und Stelle eingehend jtudiert und 
feiner Schrift zur befieren Erläuterung 3 Rarten (die Baie 
im Mittelalter, am Ende des 17. Zahrhundert3 und zur 
Sebtzeit) beigegeben, von denen die erfte auf den aus ben 
DOrtsftudien und von Urkunden genommenen Anjchauungen 
beruht, die zweite dem Buch von Yuneau-Gallet, Documents 
sur l'ile de Bouin (Nante3 1874), die dritte der franzöfilchen 
Generalitabälarte entnommen ift. Der Vergleich diefer 3 Karten 
zeigt deutlich die im Laufe der Jahrhunderte für diefe Gegend 
eingetretenen gewaltigen Veränderungen. Auf Grund fleibiger 
Verarbeitung der einfchlägigen gedrudten Quellen (vor allem 
find das hanfifche, Tübifche und livländiſche Urkundenbuch, ſowie 
die Hanferecefje benubt) fchildert der Verf. zunächſt die Dert 
lichkeit und den Handel und unterfuht dann die Nachrichten 
über deffen geichichtliche Entwidlung, forohl was die Anfänge 
und Blütezeit, ald auch den fchließlihen Rüdgang der Baien- 
fahrten und ihr Ende im 18. Jahundert betrifft. Wenn aud) 
eine Erichöpfung des Gegenftandes bei dem jegigen Stand 
der hanfiichen Publikationen nicht zu erreichen war und Agats 
mit feiner Unterfuhung an der allgemeinen Auffaffung Han: 
fiiher Gefchichte nicht8 ändert, vielmehr die bisher gewonnenen 
Refultate beftätigt, fo verdient die vorliegende Schrift trogdem 
Beachtung, denn fie liefert einen danfenswerten Beitrag zur 
Geichichte der mittelalterlichen hanfiihen Handelsvorherricaft 
und der durch da3 politifche Uebergewicht anderer WBöller 
bedingten Wandlung. 


Bruhmäller, W., Zwijgen Sumpf uud Sand. a iszen aus bem 
märtifchen Landleden vergangener Zeiten. Berlin, 1904. Deutſcher 
Verlag. (286 S. 8.) Æ 3, 50 

Der Verf. dieſer Schrift, ein getreuer Sohn der Mark 

Brandenburg und begeiſterter Verehrer ſeines Heimatlandes, 

bietet und in anſprechender und liebevoller, mehr feuilleto⸗ 

niſtiſcher Darſtellung Skizzen aus dem märkiſchen Landleben 
vergangener Zeiten. Sein Buch, beruhend auf eingehenden 
archivaliſchen und literariſchen Studien und auf der genauen 

Kenntnis der Mark und ſeiner Bewohner, will dem echten 

Partikularismus, dem treuen Heimatsgefühl dienen. Wenn 

auch der Geſamtheit dieſer Skizzen nicht der Gedanke einer 

ſyſtematiſchen Geſchichtsdarſtellung zu Grunde liegt, noch 
dieſe den Charakter wiſſenſchaftlich hiſtoriſcher Abhandlungen 
tragen, ſo werden ſie ſicherlich nicht nur vom Laienpublikum, 
ſondern auch von jedem fachmänniſch gebildeten Hiſtoriker 
wohlwollend aufgenommen werden. Der Inhalt des Buches 
gliedert ſich in 9 Kapitel, die u. a. in mehr unterhaltender 
als ſtreng kritiſcher Darſtellung die Germaniſierung der Mark 

Brandenburg, die Koloniſationen Friedrichs des Großen in 

der Mark, einen adligen Hofball in der Neumark am Be⸗ 

ginn des 18. Jahrhunderts, eine Fehde zwiſchen Reformierten 


129 


und Qutheranern am Ende des 17. Jahrhunderts, märtifdhe 
Pfarrer und Pfarrhäufer im 17. und 18. Jahrhundert, die 
märliihen Dorfichulen, Züge märkiſchen Bauernlebeng ver» 
gangener Beiten, die Zeit des dreißigjährigen und fieben- 
jährigen Krieges u. bergt. anfchaulich behandeln, fodaß der 
Lejer einen Tihtvollen Einblid in die Zuftände der Marf 
Brandenburg vergangener Jahrhunderte erhält. Den flott 
gejchriebenen Skizzen geht des BVerf.3 „Brandenburger Lied“ 
voraus, welches an diefer Stelle nun glüdlich zum vierten 
Male (u. a. in zwei Gedichtiammlungen des Verf.) durch 
den Drud der Nachwelt überliefert wird. Dem anregenden, 
im Erzählerton gejchriebenen Büchlein wünfchen wir auch 
wegen feiner guten Ausftattung und feines billigen Preifes 
eine recht weite Verbreitung. 


Christensen, Willem, Dansk Statsforvaltning i det 15. År- 


hundrede. Udgivet med Understøttelse af det Kongelige 
Danske Videne abernes Selskab. Kopenhagen, 1903. Gad 
in Komm. (XI, 749 S. Gr. 8.) Kr. 7, 50. 


Die mit ganz außerordentlidem Fleipe bearbeitete Dar- 
ftellung der däniihen Staatsverwaltung im 15. Zahrh. füllt 
eine bisher tief empfundene Lüde in der Literatur zur 
dänischen Berwaltungsgefhihte aus. Mit Recht behandelt 
der Berf. den Beitabichnitt ald eine Uebergangsperiode, in 
der er niht nur bezüglich der Stellung des Königs, der 
Königin und des Thronfolgers, fondern auch für die Reih: 
ämter und deren Verhältnis zu den Hofämtern, für die 
Zandestdingd- und Spfjelthingsbeamten, für das Lehens- 
und Berteidigungs-, ſowie das Finanzweſen recht einſchnei⸗ 
dende Neus und Umbildungen nachweiſt, welche zum Zeil 
mit den Unionsverhältniſſen im Zuſammenhange ſtehen. Im 
15. Jahrh. hat die Krönung nicht die Bedeutung gehabt, 
die Allen und mit ihm ſpätere Rechtshiſtoriker ihr für 1613 
und frühere Zeiten zuſchreiben. Namentlich in Bezug auf die 
Beſtätigung der Privilegien und die Siegelbenutzung tann 
Chriftenfen fhon für dag 15. Jahrh. eine diefem Biele zu- 
Rrebende Bewegung nahweifen. Auch bezüglich der Vers 
waltung des Reiches bei Abweſenheit des Königs zeigt ſich 
kein konſtantes Verhältnis im 16. Jahrh.: Erich von Pom: 
mern und Chriſtian J betrauen die Königin mit der Regierung, 
während dagegen Johann befondere, aug 2—4 Mitgliedern 
beitehende Regierungs-Kommiffionen für die einzelnen Land» 
Ihaften ernennt. Bon den Königinnen des 15. Jahrh. 
haben die beiden legten (Dorothea und Chriftina) in größeren 
Teilen des Neiches umfafjende Befugniffe gehabt, jodaß die 
Gewalt de3 Königs dort wefentlich eingefchränft war; Chr. 
vermag jedoh auf Grund des vorliegenden Materiald teine 
genaue Grenze zu ziehen, und es bleibt unentjchieden, ob 
ihr Einfluß auf von der Heirat unabhängigen Rechtzaniprücden 
beruht oder nit. Die Stellung der hohen Reihsbeamten 
(Droft, Gäldker, Hofmeifter, Marihall, Rammermeifter, 
Kanzler) wird vorwiegend auf Grund der erhaltenen Berichte 
über ihre ZTätigfeit gejchildert, wobei Chr. eingehend prüft, 
ob die einzelnen Handlungen auf Grund amtlicher Befugnis 
oder perjönlichen Auftrages erfolgt find Das Verhältnis 
zwiihden den Drojten und dem Auftitiarius in Schledwig 
vermag auch Chr. nicht endgiltig au fären, Wertvoll find 
au die Unterfudjungen über das Kriegs- und Finanzweſen; 
zu lebterem Puntte fei befonder3 auf die Abjchnitte über 
die mittelalterlichen Abgaben Inne, Stud und Leding, jowie 
auf den nachträglich Hinzugefügten über den Sundzoll Yin- 
gewiefen. Die Orientierung in der gedrängten, mit der 
goldenen Medaille der fgl. dänifchen Akademie der Willen: 
haften gefrönten Abhandlung wird durch detailliertes Jn- 
baltöverzeichnis, umfafjende Namen» und Sadregifter SEN 
Dë erleichtert. A. 


— 1905. 34. — Literarifhes Zentralblatt. — 21. Sanuar. — 


130 
Lofh, Phil., Zwei Kaffeler Chromiten de3 18. Jahrhunderts. Ein 
Beitrag zur Orts und Familiengefhichte. Kaffel, 1904. Bietor. 


(VL 173 ©. 8) #2, 50. 


An gelürzter Form find bie beiden Kafleler Familien- 
hronifen, die jet einem größeren Publifum dargeboten 
werden, die Gunfeliche und die Graßmederjche Chronik, be- 
reit3 in den Beitfchriften „Helfenland“ (Kaſſel, bei 5. Scheel) 
und „Helfifhe Blätter” (Melfungen, bei W. Hopf) veröffent- 
liht worden. Während erjtere in weiteren Streifen früher 
unbefannt war, erjcheint „Sraßmeders Handchronifa”, deren 
Original verloren ift, nah einer vom Geh, Oberbergrat 
Schwedes (F 1882 zu Kafjel) angefertigten WUbjichrift, die 
auf der Kafjeler Zandesbibliothet verwahrt wird, Dier zum 
eriten Male in vollftändigem Abdrud. Die beiden Chronifen, 
deren Berfaffer in verichiedenen Stadtteilen wohnten, ers 
gänzen einander beitens. Ihre Mitteilungen, die von auf 
merffamer und ficherer Beobadjtung zeugen, find insbejondere 
für die Kenntnis der baulichen Entwidlung der heifischen 
Hauptitadt recht belangreich. Auch in kulturgeſchichtlicher 
Hinſicht ſind die Aufzeichnungen nicht ohne Wert. Einzelne 
Angaben über größere weltgeſchichtliche Ereigniſſe, z. B. über 
den ſiebenjährigen Krieg, ſind jedoch mit Vorſicht aufzunehmen. 
Der Anhang gibt uns eine Ueberſicht der Familie Gunkel, 
die 1646 in Kaſſel erſcheint; der Hiſtorienmaler Friedrich 
Gunkel (1819 —76), der Schöpfer der „Varusſchlacht im 
Teutoburger Walde”, jener begabte Schüler von Peter Cors 
neliug, gehört ihr an. Won allgemeinerem nterefje ift noch 
eine Unterfuhung über die Perjönlichkeit der Reichägräfin 
Bernhold zu Eihau, die eine wichtige Rolle am Kafjeler 
Hofe fpieltee Ein umfangreiches, forgfältig gearbeitetes 
Negifter erleichtert die Benugung de Buches. A. R—n. 


Holzhanfen, Paul, Bonaparte, Byron und die Briten. Ein Kultur 
bild aus der Zeit de& crften Napoleon. SEN a. M., 19%. 
Diefterweg. (XL 416 (Gr Bi #6 

Der allen Napoleonforihern moHlbelannte Berf. reiht 
hier feinen früheren Literar-kulturgejhichtliden Studien eine 
weitere bedeutungsvolle an und behandelt neben dem Thema 

„Napoleon im Spiegel engliider Stimmungen” insbejondere 

die Frage: Wie dachte Byron über Napoleon? Bwei fenns 

zeichnende Züge von des Berf.3 Darftellungsweije fallen 
bier noch jchärfer al3 früher ind Auge: einmal die Kunft, 

Stimmungsgeihichte zu geben, in die Umrifje der diploma- 

tiichen und ardivalifchen Darjtellung der Geichehnifje fein ange 

geführte Detailmalerei einzufügen, und jodann, problematifche 

Verfönlichkeiten der Geichichte mit der Kunft exakter pfycholo- 

gifcher Unterfuhung zu analylieren. In diefen Zügen Welt 

fih der Stimmungs3hiftorifer, für den Holzhaujen genommen 
fein will, al3 Schüler Tained® und etwa auh Bolas Dar 
und ald Nachfolger Woldemar Wendd, der in Deutjchland 
wohlalserjter derartige Geichichtsdarjtellung verfucht hat. Zur 

Unterlage für feine ftimmungsgefchichtlichen Skizzen, De 

feinen Zeichnungen mit der Feder zu vergleichen find, da 

fie die Nüancen forgfältig abwägen und auf pajtoje Hervors 
hebung der Hauptpuntte fih niht bejchränfen mögen, nimmt 

O., über die bisherigen Quellen Hinausgreifend, eine Slate 

gorie jefundärer Beugniffe: Mode al indireltes Beugnis 

für fulturelle und internationale Unterftrömungen, private 

Briefwechfel, Tagebuchergüffe, poetiihe Glofjen und epis 

grammatiche Kommentare zur Beitgeihichte, und vor allem 

das weite Gebiet der ephemeren Literatur, ingbefondere auch 
der Karikatur, das neuerdings gerade für jene Periode in 
vorzüglichen Sammlungen (Alten, Grand-Larteret) vorliegt. 

So gibt fih feine Geihichtichreibung alg ein Geitenjtüd 

und notwendiges Korrelat zu den immer mehr anerlannten 

Prinzipien der Lampredtihen Darftellungsart, die nener- 


Se 


131 


dings fogar für den Gejchichtsunterricht in der Schule aug- 
gemünzt zu werben anfängt. Nach einer breitangelegten 
Milieufchilderung, zu der H. die journaliftifche und pamphle- 
tifche englifche Literatur der anderthalb Jahrzehnte von 1790 
big 1815 jehr fleißig ausnüßt, wird die Entwidlung des 
Dichter inbezug auf fein Verhältnis zu dem Helden der Beit 
geihildert. Zunächft durch die nationalen Stimmungen ($nva- 
fionsfurcht und neben liberalen Sympathien toryftifhe Bers 
fegerung, wie fie fih in den squibs und invasions-bills 
malen und in zeitgenöffifchen Karikaturen oft grotesfen 
Ausdrud finden) nicht unbeeinflußt, erfährt feine Haltung 
allmählich eine durchgreifende Wandlung, und es vollzieht fid 
die Häutung des Feudalen zum liberalen Xord und mweltbürger: 
lich freien $mpreffioniften, der Hoch über nationalen Vorurteilen 
fteht und nur durch fubjeltive, feiner liberalen Grundftinmung 
entipringende Bedenken immer wieder von unbedingter Hin- 
gabe an das Heldenideal zurüdgehalten wird, dem Napoleons 
Haltung im Frühjahr 1814 eine ſchwere Enttäuſchung be— 
reitet, und der auch von einem gewillen Neid gegenüber dem 
Tatmenfchen nicht frei ift. Pilante Epifoden fehlen nicht, 
wie 3. B. die Szene vor Napoleons Bülte auf der Schule 
zu Harrow, wo Byron fchon 15jährig feinen Minoritätsfinn 
beweift, oder der Seitenblid, den er beim Auszug mit feiner 
Hydriotenflotte auf den Toten im einfamen Grab inmitten 
de3 Weltmeerd wirft. Zm ganzen tann man, wenn man 
auch oft verfucht fein mag, in dag Wort „Widerfpruh, 
dein Name ijt Byron“ einzuftimmen, dag Verhältnis des 
Lords zum Raifer wohl am beften mit den Worten bezeichnen: 
Erfrantte Liebe war fein ganzer Zorn. — Wir begrüßen die 
neue PBublifation Holzhaujens ënn deshalb, weil wir ung 
von ihr eine Mehrung des Byroninterefjed in Deutichland 
veriprehen, die wir jehr nötig Haben, folange Byron von 
unfern böhern Schulen jo gut wie ausgefchloffen und auf 
den Univerfitäten jtiefmütterlich behandelt ift; wir verjprechen 
uns von ihr aber au eine Klärung der AUnfichten über 
die problematiiche Natur des Dichters, zu der Holzhaufens 
Buch nicht verfehlen Tonn beizutragen, da er in einem be 
fonderen Kapitel Byrong Bizarrerien pfychopathiich begründet 
und für feine Widerfprüche überall die höhere Einheit fucht. 
Wie da8 germanifche Genie den durch und durch romanisch 
gearteten $mperator zu erfallen juchte, ohne irgendwie in 
blinde Erfolganbetung zu verfallen, ift ein überaus an- 
ziehendes Phänomen aus der Geihichte großer Geifter, und 
mit Recht meint der Verf. zum Scluffe, e3 fei nicht der 
Heinfte Triumph Napoleons, daß er das ftolzefte Blut deg 
ihm feindlichften Landes, daß er den trogigen Wilingerfohn 
mit der himmelanftürmenden Seele bezwungen hat. 
Hans Hofmann. 


Abhandlungen u. Vorträge z. Gefchichte Oftfriedlande. Heft 1 u. 2. 
Aurich, Friemann. 
Inh.: (1) P. Wagner, Oftfriedland und der Hof der Gräfin 
Anna in der Mitte ded 16. Jahrh. — (2.) F. Wachter, Oſtfries— 
fand unter dem Einfluß der Nachbarländer. 


Neues Arhiv für die Gefchichte der Stadt Heidelberg u. der rhein. 
Pfalz. 6. Band. 2. Heft. 

Inh.: F. W. E Roth, Aus der GSelehrtengefhichte d. Univer- 
fität Heidelberg 1456— 1572. — Derf., Geleitöbrief d. Heidelberger 
Hodhjchule, 15. Jahrh. — K. Hofmann, Die Erwerbung der Herr- 
fhaft Borberg durd) Kurpfalz. — K. Obfer, Cin Bericht üb. dad 
Gefeht bei Wiesloh am 3. De. 179. — F. W. E. Roth, Zur 
Gefhidhte der Hofmufit zu Heidelberg im 16. Jahrh. — A. T þor: 
bede, Die ftädt. Beamten Heibelbergd d. 17. Jahrh. — D. Heilig, 
F. J. Mones Bruhrainiſches Idiotikon. 


Forſchungen zur brandenburgiſchen u. preußiſchen Geſchichte. Hrsg. 
von O. Hin pe 17. Band. 2. Hälfte. Leipzig, Dunder & Humblot. 
(IV, 319 u. 24 e Gr BI æ 6. 

nb, ` Kregfhmar, Die Allianzverhandlungen Guftav Adolf 
mit Kurbrandenburg im Mai u. Juni 1631. — Plehn, Zur Ger 


— 1905. M4. — Literarifhesd Zentralblatt. — 21. Januar. — 


132 


fhihte der Agrarerfaffung v. Oft: u. Weftpreußen. (1. Hälfte) — 
Klintenborg, Unterfuhungen 3. Gef. der Staatöverträge Fried 
tih8d. Gr. (1. Die nicht ratifizierte PBoftlonvention zwifchen Preußen 
u. Kurfahfen v. 22. April 1767. 2. Berhandlungen mit Spanien 
wegen Abichlufjed eined Handeldvertraged.) — Steig, Die Stettiner 
Sonntagszeitung. Ein preuß. Patriotenblatt aus der Franzofenzeit. 
— Thimme, Die Miffion Knıfebedd nah Peterburg (1812, in 
neuem Lichte. — Meinarpdug, Die Erhebung Otto von Schwerin 
in den Reichäfreiberrnftand. — Heinemann, Zur Beid. d. ältelten 
Berliner Zeitungen. — Stolze, Die Xeftamente Kriedrih Pil: 
beim I. — Mamlod, Krankheit u. Tod des Prinzen Auguft Wil 
helm, des Bruders Friedrihs d. Gr. — v. Petersdorff, Ein Pro 
gramm zur Gründung einer konfervativen Zeitung. — 90 SEN Neues 
zum Müller Arnoldjhen Prozefje.. — Thimme, General v. Pritt: 
wig u. der 18./19. Mär; 1848. 


Heſſenland. Zeitſchrift für heſſiſche Geſchichte und Literatur. Red.: 

. Bennecke. 19. Jahrg. Nr. 1. Kaſſel, Scheel. 

Inh.: Ein Brief Benedikts XIV an Franz J wu Gunſten des 
Erbprinzen Friedrich v. Heſſen. — H. Keßler, Ueber die Koloni⸗ 
ſation des Oſtens u. das Städteweſen. — M. Ille-Beeg, Dad 
Lämpchen der Mutter. (Skizze.) 


Nenjahrsblätter d. Bibliothek u. d. Archivs d. Stadt Leipzig. J. 
1905. Leipzig, Hirſchfeld. (112 S. Gr. 8.) Æ 3, 50. 

Inh.: ©. Wuſtmann, Geſchichte der heimlichen Calviniſten 

(Kryptocalviniſten) in Leipzig. 1574 bis 1693. — Derſ., Hieroymus 


Rotter d. J. u. die Fürftenbildniffe im Leipziger Rathaufe. (Mitd Abb.) 


Länder- und Bölkerkunde, 


Deh6rain, Henri, Études sur P’Afrique. Soudan oriental, 
Ethiopie, Afrique peona Afrique du sud. Paris, 1904. 
Hachette & Cie. (VI, 301 S. 8. mit 11 Karten.) Fr. 3, 50. 

Das Buch bringt in teiner Richtung etwas Neues, ift 
aber als unterhaltende Lektüre demjenigen zu empfehlen, det 
über die darin behandelten Epifoden afrifanifher Forſchung 
einen kurzen und guten Ueberblid zu Haben wünjcht. Der 
erte Teil »Soudan oriental« ift faft auzichlieklih Emin 

Palha gewidmet, und man fann ihn als eine Condenfation 

des Schweizerfhen Werkes betrachten. Lobend darf man 

die Objektivität des Verf.s hervorheben, der deutfcher Wor: 
ihungsarbeit an feiner Stelle volle Anerkennung verjagt. 

Die näcdhjften Artikel über den Mahdismus find fehr Iejend- 

wert, und ber über die Handeldmege nod Siut fehr unter: 

haltend gefchrieben. Daß im zweiten Teil »Ethiopie« haupt 
fächlich der bekannte Franzoje d’Abadie Hohes Lob erhält, 
darf, da e3 wohl verdient ift, nicht wunder nehmen. Die 
italienifche Kolonie Erythrea wird für beffer al3 ihr Ruf 
bezeichnet. Der dritte Teil ift dem äquatorialen Afrita 
gewidmet. Ostar Baumann und Graf Göşen werden eins 
gehend gewürdigt. Das Ruwenzori-Gebirge wird in zwei 

Auffägen behandelt, in denen GStuhlmannd und Moores 

Befteigungen befchrieben werden. Schwad ift der Artikel 

über die Zunamen, die den Europäern von den Suaheli- 

negern gegeben werden. Man erfennt al3bald, daß ber Verf. 
aus Mangel an Sprachlenntnis den Humor der Namen nit 
erfaßt hat. Stofes wird demnächſt reingewafchen, und darauf 
die; Stadt Ngaundere und das Schari-Syitem einer Betrachtung 
unterzogen. Der lebte Teil behandelt Süd-Afrifa. Einige 

Epifoden alter Gefchichte werden der Vergefjenheit entrifien, 

do ift nur der Aufjag über Henning Hufing injofern von 

Bedeutung, als er zeigt, wie und warum der berühmte Kon- 

flitt zmifchen den Unfiedlern und dem Gouverneur Willem 

Adriaan van ber Stel zu Stande fam. Ebenfo ijt der Ar- 

titel über Oswell bemerfenswert, weil er nachweijt, was in 

wiffenfchaftlichen Kreifen allerdings nicht unbelannt ift, daß 
diefem, nicht Livingftone die Ehre der Enttedung des Ngami- 

Sees gebührt. Die im Werke enthaltenen Karten ftehen an 

Wert tief unter der fchriftftelleriichen Leiftung des DVerf.2. 


133 


Sakmann, Erich v., Im Sattel durch Zentralasien. 6000 Kilo- 
meter in 176 Tagen. Mit 185 Bildern, meist nach Original- 
aufnahmen des Verf.s, 1 Uebersichtskarte u. 8 Karteuskizzen. 
2. Aufl. Berlin, 1903. D. Reimer. (312 S. Gr.8.) Geb. # 5. 


Der auch neulich in den Kämpfen in Südweltafrifa rühmlich 
hervorgetretene Offizier gibt einen ebenjo anjpruchg[o8 als flott 
und anfchaulich geichriebenen Bericht über feinen Ritt von 
Peting bis zum Kafpifee, wobei er ganz befonders aud für 
den mongolischen Pony eintritt, deffen Verhalten bei Nennen, 
wie fie von den Europäern in den Hafenftädten veranftaltet 
werden, er ausführlich befchreibt. M. C. 


Globus. Hrg.: H. Singer. 87. Bd. Nr. 2. Braunihw., Bieweg u. ©. 


Snh.: Adler, Die deutihe Kolonie Riebensdorf im Gouvernes 
ment Woronefh. (Mit 1 Planu. 4 Abb.) — Frhr. v. Nordenftiöld, 
Ueber die Sitte d. heutigen Aymara. u. Quichua-Imdianer, den Toten 
Beigaben in die Gräber zu legen. — Mehlid, Die neuen Aug- 
grabungen im neolith. Dorfe Wallböhl bei Neuftadt a. d. H. u. ihre 
Bedeutung f. d. Kulturgefchichte. (Mit 27 Abb.) — Halbfafß, Der 
Ginflug ded Benjerfeed auf die Bevölferungsverteilung feiner Umge- 
bung. — Ueber die legten Schidjale ded Malers u. Ethnographen 
Guido Boggiani. 


— 1905. M 4. — Qiterarif hes 


3emazepbıbnie. (Erdkunde.) Redig. von D. N. Anutschin. 
11. Jahrg. Heft 3. Moskau, 1904. (In russischer Sprache.) 


Inh.: K. Kuljwez, Materialien z. Physiologie der Wiger- 
schen Seen (See Wigry u. einige kleinere in der Nähe, im russ. 
oln. Gouvy. Suwalki. (32 S. mit Karte, Abb., 3 Taf) — W. 
ochelson, Ueber die asiat. u. amerikan. Elemente in den 
Mythen der Korjaken. (Vortrag auf d. Kongress d. Amerika- 
nisten in Stuttgart 1904; vom Verf. selbst ins Russ. übersetzt.) 
— B. Adler, Friedrich Ratzel. (Mit Portr.) — D. Anutschin, 
Aus meinen Beziehungen zu Ratzel. — Ders., Die Japaner, 
eine anthropolog. u. ethnolog. Skizze. (39 S. mit Abb.) — Be- 
richt der Abteilung d. Lehrer d. Geographie bei d. Pädagog. 
Gesellschaft in Moskau 1903. Von A. Borsow. — D. Anu- 
tschin, Ueber die Verdienste des Admirals S. O. Makarow 
auf d. Gebiet d. physikal. Geographie d. Meeres. — Beilage: 
Russische Uebersetzung v. H. Grothes »Auf türkischer Erde«. 





Aaturmiffenfchaften. Mathematik, 


Pfeffer, W., Pflanzenphysiologie. Ein Handbuch der Lehre 
vom Stoffwechsel und Kraftwechsel in der Pflanze. 2., völlig 
umgearb. Aufl. 2. Band: Kraftwechsel. 2. Hälfte. Mit 60 Abb. 
Leipzig, 1904. Engelmann. (XI, 8. 353 — 986 Gr. 8) # 19. 

Mit dem vorliegenden Teile ift das Haffiihe Wert des 
allen Botanilern al8 hervorragender Foricher auf dem be, 
zeichneten Gebiete befannten DVerf.3 vollendet. Da3 bei An- 

zeige des 1. Bandes (vgl. Jahrg. 1898, Nr. 22, Sp. 837 

d. BI.) gefagte gilt in vollem Umfange aud) für diejen Band, 

dejen Manuftript im Juli 1903 abgefchlofjen wurde, in dem 

aber die inzwifhen erfchienenen Arbeiten in den Unmer: 
tungen berüdfichtigt worden find. Der vorliegende Teil 
beginnt mit allgemeinen Betrachtungen über Bewegungen, 
denen fih die fpeziellen Darftellungen der Krümmungsbe- 
wegungen (autonome Bewegungen, Ranfenflettererund Schling- 
pflanzen, Bewegungen durch mechanijche und chemilche Rei- 
zungen, photo-, thermo- und bydronoftilche, Deffnungs- und 

Schleuderbewegungen), über die tropischen Bewegungen (Geo- 

und Heliotropimus, Thermo-, Chemo-, Hydrotropismus 

u. f. w.) und die lofomotorifhen und Plasmabewegungen 

anfchliegen. Darauf folgt das Kapitel über die Erzeugung 

von Wärme, Licht und Elektrizität und ein Ausblid auf Die 
in der Pflanze angewandten energetifchen Mittel bildet den 

Schluß des Tertes. Cin ausführliches Autoren: und Sad: 

register über beide Bände ermöglicht das rajche Aufiuchen 

felbft der Heinften Einzelheiten des Werkes. Lssn. 





Bentralblatt. — 21. Januar. — 134 


Ostwald, W., Die Schule der Chemie. Erste Einführung in 
die Chemie fiir jedermann. 2. Teil: Die Chemie der wich- 
tigsten Elemente und Verbindungen. Braunschweig, 1904. 
Vieweg & Sohn. (VIII, 292 S. Gr. 8. mit 32 Abb.) æ 7, 20; 
gbd. 4 8. 

Die Erwartungen, welche Ref. an die Beiprehung des 

I. Teiles knüpfte, find im II. reichlichft erfüllt worden. Mit 

anerfennenswertem pädagogischen Geichid veriteht e8 der Berf., 

den Lefer, bei welchem ein äußerft geringes Mah von Vor- 
fenntniffen vorausgejeßt wird, mit den nicht immer einfachen 

Berhältnifien befannt zu maden, wie fie die Chemie der Ele 

mente und ihrer Verbindungen bietet. Das Wert eignet 

fi in jeder Beziehung zur Einführung in die moderne Chemie 
ſowohl für Laien wie für Facgenofjen, welche fih in die 

neueren Anjchauungen einarbeiten mollen. 8. 


Königsberger, Leo, Carl Gustav Jacob Jacobi. Festschrift 
zur Feier der 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Mit 1 
Bildnis und dem Faksimile eines Briefes. Leipzig, 1904. 
Teubner. (XVIII, 554 S. Gr. 8.) 

Aus dem Anlaß einer Feftrede zu der von dem Jnter- 
nationalen Mathematiferfongreß in Heidelberg Auguft 1904 
veranftalteten Jacobi-Feier ift die vorliegende umfangreiche 
Feſtſchrift entſtanden: nach Wbficht ihres Verf.d „eine op, 
Ipruchslofe Darftelung der Lebensichidjale und Arbeiten“ 
eine3 der [chöpferifchiten und für viele Disziplinen der Mathe— 
matif grundlegendften Geifter. Diejer Aufgabe bringt Prof. 
Königsberger alle Bedingungen des Gelingens entgegen: eine 
langjährige Arbeit gerade in den Hauptgebieten Sacobig, 
bezüglich eine3 derfelben, in den elliptiichen Tranjcendenten, 
auh eine eingehende hHiftoriihe Betätigung, die mit den 
Dingen und Perfonen langvertraute, vertrauenerwedende Ber: 
fönlichkeit, der fich die Familien und amtlichen Archive voll öffnen, 
die flüffige Feder, die, am Helmholg-Werk bewährt, einen großen 
und reichen Stoff rajch verarbeitet. Nach der glänzenden 
Charafteriftil, die vor 50 Fahren der nächite Freund Jacobis, 
Dirichlet, von deffen Schaffen und Charafter in einer heute 
noch nicht veralteten Rede gegeben, muß das neue Buch viel 
neue Detailunterfuchungen bringen, joll eg die Mathematiker, 
für die es allein geichrieben ift, interejlieren,; und dies ift 
auch wirklich der Fal. Auf die fhon befannten Lebensum- 
ftände fällt durch Mitteilungen aus vielen Alten und Briefen 
an den Bruder (den berühmten Phyfifer), an Beffel u. a. fo 
viel neues Liht bezüglih der Charatter:, Herzens: und Geiftes- 
eigenichaften Sacobis, daß manches bisherige, wenn auc 
feife Vorurteil fiegreich zerftreut wird; und zu den Analyjen 
aller bekannten Arbeiten gejellen fih auh fole von wid: 
tigen Vorlefungen, die noch nicht publiziert find, 3. B. ber 
bedeutenden über elliptiiche Funktionen vom Winter 1835/36, 
aus der Herr Gundelfinger fürzlih (FSranff. Btg.) noh wei- 
tere3 erichlojien hat, al8 der Verf. andeutet; ferner Mittei- 
lungen über verloren gegangene Manujffripte und auch über 
gelegentliche Sorfchungen: fo über die griechifche Mathematik 
(nah Briefen an A. von Humboldt) und über die Gejchichte 
des Prinzips der Heinften Ultion. Man muß fagen, daß 
hierdurch die Darftellung in ihrem Fortichreiten ein ftetig 
fteigende3 Sintereffe gewinnt. Vorher vermögen nur mehr 
einzelne Buntte, wie die Klarftellung der Beziehungen zwilchen 
Kacobi und Abel, ein erhöhteres Snterefje hervorrufen, während 
die eingehenden Analyfen aller jeweiligen Arbeiten, ftreng 
KHronologifch aufgereiht an dem Faden der Lebensbeichreibung 
und dadurch notwendig oft in ihrem inneren Zufammenbang 
unterbrochen, den Lefer Teicht unruhig machen oder ermüden. 
Undrerfeit3 kommt aber bei diefer wuchtigen Darftellung der 
vol nach allen Seiten fi) ausbreitende glänzende Get 
Sacobis, der zu gleicher Zeit in den mannigfadhften Gedanfen- 
richtungen fich betätigte, ert recht zur Geltung, und man 


185 


erlebt fein divinatorifches intuitives Erfaffen der Probleme 
und fein Herausarbeiten big zu Faren analytiichen Methoden. 
Auch Hat der Verf. durch einen zulammenfafjenden „Rüdblid“ 
am Schluß für eine allgemeine Einordnung Sacobis in das 
Ganze der Willenichaft gejorgt. Zweifellog wird das Wert 
8.3 viel dazu beitragen, Jacobi Größe den heutigen und 
ipäteren Mathematitern Har zum Bewußtfein zu bringen. 
Sür denjenigen aber, der ohne den Ballaft der mathematischen 
Betrachtung nur die DQuinteffenz des Buches fennen lernen 
will, bietet die oben genannte Rede des Verf.s, die im felben 
Verlag erihienen ift (auch mit demfelben Titelbild nah Kafe- 
fowsty, Rom 1843, verjehen), einen prägnanten, auch für 
den Nihtmathematiker genußreihen Auszug. — Das Bud 
enthält aud ein eingehendes Perjonenregifter, die ausführliche 
Inhaltsüberſicht erſetzt ein Sachregiſter; nur fehlen Hier für 


einige wenige Stelen die Bitate, fo für die Rede von 1832- 


(©. 131). N.....T. 
Aſtronomiſche te Söhne. Hrêg. v. G. Kreug. 167. Bd. Nr. 3987. 
er Maute Söhne 


B. Meffow, S u. Zeichnungen des 
Bast 1903 IV. — R. Ora ff, Beftätigung d. Beränderlichkeit v. 
94.1901 Cygni. — F.Riftenpart, Tafel f. Differential-Präzeifion 
u. Rutation f. 1905. — W. Ceraski, Une nouvelle variable 
188.1904 Draconis. — M.G vell, Zufag bierzu. — A.St. Williams, 
New variable star 189.1904 Andromedae. — f. de Ba It, 
Berihtigungen A. AG. Kat. Wien -Dttafring. — U. Berberidh, 
Ephemeride ded Planeten (319) Leona. — Fayet et Maubant, 
Éléments et éphéméride de la comète 1904 d. — Bassot, 
Ephéméride de la comète 1904 d. — M. Ebell, Elemente und 
Ephemeride ded Kometen EEN d. — 3. PBalifa, Beobachtungen v. 
ticinen Planeten auf d. t. t. Eternwarte in Wien. — E. Millo- 
sevich, Pianeta 1904 hr. — M. Wolf, Photograph. Aufnahmen 
v. Meinen Planeten. — H. Kreup, Neuer Komet 1904 e. — Derf,, 
Anzeige betr. Ephemeriden v. Kometen u. Planeten. 


Naturwiffenfhaftl. Rundjchan. Hrög.v.W.Stiaref. 20. Jahrg. 
Ar. 1. Braunicmweig, Bieweg u. Sohn. 

Inh.: W.A. Noyes, Öegenwärtige Probleme d. organ. Chemie. 
— E.Rutherford, Produkte langfamer Umwandlung deg Raviumg. 
— PB. Deegener, Die Entwidelung ded Darmlanald d. Snfekten 
während d. Metamorphofe. — E.Raunfiaer, Parthenogenefid beim 
Löwenzahn (Taraxacum). — ©. $. Dftenfeld, Zur Kenntnis der 
Apogamie in der Gattung Hieracium. 


Sn für Mathematik u. Phyfil. Begr. von O. Schlömilch. 
g.-v.R.Mehmteu.&. Runge. 51. Bd. 3. Heft. Lpzg. Teubner. 

— h.: L. Henneberg, Zur Torſionsfeſtigkeit. Mit 4 Fig.) — 
Derſ., üeber einige Forderungen, die ſich aus dem Satz von Green 
für die Torſion v. Stäben ergeben. — C. Runge, Ueber die Form— 
änderung eines zylindr. Waſſerbehaͤlters durch d. Waſſerdruck. (Mit 
1 Fig) — U. Knefer, Ein Beitran z. Theorie d. fchnell umlaufen« 
den elaftifhen Welle. (Mit 4 Fig) — F. Ludwig, Die biometr. 
Analyfe einer Pflanzenfpezied. — 8. Ermenyi, Pepvald Theorie d. 
Zonfpfteme. 

SEI für wiffenfhaftl. Mikroſkopie u. für mikroſkop. Technik. 
Hrsg. von ©. Ruiter, 21. Band. 3. Heft. Leipzig, Hirzel. 

Inh.: A. Köhler, a A Unterfuhungen mit ultra- 
violettem Lidt. (Shi) — F. © ‚ Der neue Keipfche mitro: 
Be Apparat. — QR. Peter, Ur neue Dotterfärbung — 

S. Lichtenberg, Objektträgergeftell 3. gleichzeit. Behandlung zahle 
reicher Schnitte. 


— 


Rechts⸗ und Stantsmiffenfchaften, 


1) Stolzel, Otto, Das Perſonenſtandsgeſetz vom 6. Febr. 1875 
ae Së Ed SSC Berlin, 1904. Häring. 


oc GC Ss aa vom 1. Aug. 1883. 
er 1904. (XV, 367 © 8) æ 6. 
Die Gefege des Kar. Preußen in turzgefapten Kommentaren. VI. I. 


Häring Hat mit diefer Kommentarfammlung für dag 
Red und für Preußen einen neuen Weg eingeichlagen, der 
die Mitte zwifchen den Tertausgaben mit Unmerkungen, 


— 1905. M4. — Literarifhes Bentralblatt — 21. Januar. — 


136 





wie fie zunächft durch Guttentag beliebt gemacht find, und 
den dicleibigen Kommentaren hält. Unter Vermeidung rein 
wiffenichaftliher Erörterungen werden die Beitimmungen in 
fnappejter Jorm vom praftiihen Standpunfte aus befprochen, 
dabei wird aber die größte Sorgfalt auf die Verwertung 
der gejammten NRedhtiprehung und im weiteften Umfange auf 
Heranziehung aller etwa in Betradhtffommenden Beitimmungen 
anderer Gefege gelegt. Daß Stölzel (1) bei einer derartigen 
Arbeit die Beitimmungen des B.6.B.3 gleich wie diejenigen 
des Perfonenftandagejeges behandeln mußte, fo weit fie jolche 
unmittelbar erjegt haben, Liegt auf der Hand; praftifh an» 
genehm ift die Verarbeitung der gejamten Ausführungs- 
gejeßgebung aller Einzeljtaaten in den Anmerkungen. Die 
im Anbange aufgeführten Ergänzungsbeftimmungen enthalten 
u. a. auch diejenigen des Haager Uebereinfommens. Bes 
jondere Beachtung verdient dann nod) ein geichicdter überficht- 
liher Auffag über daS Namensredt. — Zu noch weiterer 
Heranziehung anderer Gefege gelangt Friedrichs (2), deffen 
Nechtögebiet weniger in fich abgeichloffen ift. Die Auslegungs- 
Ichwierigfeiten bereitet hier die richtige Beleuchtung der ftet3 
zunehmenden Reich&verwaltungsgejebgebung. Die feit Erlaß 
des Buftändigfeitsgefehes ergangenen 29 weiteren Gejeße 
find in gleicher Weife in einem Anhange erläutert. 
Coermann. 


Wolff, Martin, Die Neugestaltung des Familienfideikommiss- 
rechts in Preussen. Berlin, 1904. Heymann. (VIII, 114 & 
Gr. 8.) 43. 

Wie man fi auch zu dem Snftitut des Fideifommiffes 
al8 folcdem ftellen mag, über die Pflicht des Gelebgeberz, 
das Recht des nun einmal beftehenden Snftitut3 den jeweiligen 
Berhältniffen entiprehend auszugeftalten, fann fein Zweifel 
herrihen. 3 verdient daher vollen Beifall, daß nunmehr 
auch feitend der preußifchen Regierung ein Fideilommißge- 
jegentwurf veröffentlicht worden ift, der auch auf diefem Ge, 
biet die ermwünjchte Rechtseinheit mwenigjtend für Preußen 
jelbjt anjtrebt. Dag vorliegende Werk enthält eine eingehende 
Kritik diefes Entwurfs, fomwohl feines prinzipielen Standpunfts 
wie feiner einzelnen Beftimmungen. W. ift dabei Feiner 
Schwierigkeit aus dem Wege gegangen; mit Scharfiinn und 
gründlicher Gejebeskenntnis find die Berührungspunkte des 
Entwurf mit dem allgemeinen Recht erörtert, wobei fiğ al 
wichtiges Ergebnis die teilweile Unhaltbarteit feines proze. 
rechtlichen Inhalts herausftelt.e Den WUusführungen W.8 
wird man regelmäßig durchaus beipflicyten müffen: fie liefern 
für die Berbejjerung des Entwurfs beachtenswertes und SES 
ih auch Beachtung findendes Material. 


Hilsenbeck, Wilh., Die Deckung der Kosten des Krieges in 
Südafrika von 1899—1902 auf Seite Englands. Stuttgart, 
1904. Cotta Nachf. (100 S. Gr. 8) æ 2, 40. 


Münchener volkswirtschaftl. Studien, hrsgb. v. L. Brentano 
u. W. Lotz. 66. Stück. 

Die vorliegende Arbeit unterfucht nicht im einzelnen Die 
durch den füdafrifanifchen Krieg auf englifcher Seite entftan- 
denen Koften, fondern ftellt nur deren Gefamthöhe feft und 
prüft, mie beier ungeheure Koftenbetrag aufgebracht worden 
ift. Die einzelnen dem Parlament vorgelegten Kriegsforde- 
rungen und die zur Dedung der bewilligten Beträge jeweils 
ergriffenen finangpolitiichen Maßnahmen werden eingehend 
dargeitelt.. Dabei werden auh die durch die Teilnahme 
Englands an dem neien Feldzug entjtandenen Kojten 
furz berüdjichtigt, während die den englifchen Kolonien durch 
den füdafrifanifchen Krieg erwacdhjenen Ausgaben nicht in 
die Arbeit einbezogen find. Sn einem Schlußlapitel werden 
Englands Rapitalreihtum, Steuerjuftem und Staatäfrebit 
al3 diejenigen Faktoren bezeichnet, denen es zu banten ift, 


131 


daß die enormen Ausgaben verhältnismäßig fo febr leidt 
aufgebraht werden fonnten. Der Iette Abfab, in dem ber 
Berf. fich gegen die Rüdkehr Englands zum Schußzoll wendet, 
wäre beier fortgeblieben; er paßt gar zu wenig in diefen 
Zujammenhang. Störend wirft es, daß die mitgeteilten Ta: 
belen niht dem Tert eingegliedert, jondern in den Anhang 
vertiefen find. 





Blätter für Örfängnigfunde Ridig. von v. Engelberg. 38. Band. 
5. u. 6. Heft. Heidelberg, Winter, 

Inhb.: va d. Golhtz, Nach welchen Grundſätzen foll die Dauer ber 
torrektionellen Nadhaft bemeſſen werden? Referat. — F. Leppmann, 
Begriff, Bedeutung u. Wirkung geiſtiger Minderwertigkeit bei Straf— 
gefangenen. — 5. Mecfer, Einiged über die Organifation u. Ber: 
bäftnıjfe des ungar. Öefüngniewefene — Erfurth, Warum u. mie 
int die ftaatl. „Arbeiterfürforge” in der Gefängnisfchule zu behandeln? 
— Bennat, Öefängnislehre f. Juriſten. — Derſ., Leibespflege 
jugendl. Gefangenen. — Lady Batterſea, Die Vereinigung der 
Gefangnisbeſucherinnen in England. Ueberſ. v. Roſenfeld. 








Yahrbüder f. Nationalötonomic u. Statistik. Srdg. von J. Conrad. 
3. Folge. 28. Band. 6. Heft. Jena, det, 

Snb.: P. Kollmann, Das ftatit. Amt f. d. Großheriogtum 
Tidenburn in den ren DI Jahren jeined Bejtebeng. — A. Heſſe, 
Die wirtjchajtl. Gefeggebung Defterreihellngarne i. 3. 1903. — 9. 
Rudor, Luntarbitergüurforge in Dänemark. — 9.Hcr3, Die Krimi» 
nalität u. d. arbeitenden Bolföflaffen in Dejterreih. — C. Stein: 
brüd, Ztatift. Mitteilungen über die Randwirtichaft in Bayern. — 
B. Qajtig, Zur Begriffsbeftimmung d. „Kaufmanns“, „Fabritanten“ 
u. „Handwerkers“. 





Zeitſchrift für die geſamte Verſicherungs⸗Wiſſenſchaft. Red. A.Manes. 
5. Band. 1. Heft. Berlin, Mittler u. Sohn. 

Inh.: Ulrich, Die neueren Fortſchritte der Schiffbautechnik in 
ihrer Bedeutung f. d. Transportverſicherung. — E. Lüders, Das 
Problem der Mutterſchaftsverſicherung. — Rau, Zur Rechtſprechung 
in Unfallverſicherungsprozeſſen. — Moldenbauer, Krankenkaſſen u. 
erste. — Bohlmann, Eine Rekurfioneformel f. Referven. — Engel: 
bredt, ie Wirkung der Auelefe auf die Sterblichkeit in den erften 
Rerfiherungejahren. — Samjon, Ueber den Berlauf von Unfällen 
bei Berficherten. — Supfa, Die Berwirkungsklaufel der Berfiherungd- 
verträge vor dem Deutjchen Juriftentag. 


Zentralblatt f. freim. Berichtöbarkeit u. Notariat jowie Ziwangsver- 

fleigerung. Hreg.v.A.Lobe. 5. Jahrg. 13. Heft. Leipzig, Dieterich. 

Snh.: Kockerols, Der 8 81 des Zwangsverſteigerungsgeſetzes 

u. die rhein. Kommand-Erklärung. — E. Joſef, Das zeitl. Zuſam— 

menfallen der räuml. aufeinander folgenden Erklärungen bei öffenth. 
Beurkundungen. — Entſcheidungen. 


ee — — —— — — — — — — — —— — nn LEE E — — — 
— ———— — —— —r — — —— — —— —— — 


Aprachkunde. Literaturgeſchichte. 


Vossler, Karl, Positivismus und Idealismus in der Sprach- 
wissenschaft. Eine sprachphilosophische Untersuchung. Heidel- 
berg, 1904. Winter. VIL 98 8. 8.) 4 2, 80. 

Der Lefer erwarte nicht, daß Pofitivigmus und dealis: 
mus bier im Sinne einer feften philofophiichen Terminologie 
gemeint find. Wer die genaue Bejchreibung ded Tatbeftandes, 
die empirische Kenntnis des Materiald al3 vorläufiges Biel 
der Forihung fett, ift für Voßler methodologifcher Pofitivift; 
wem e8 vorzugsweile um Ermittlung des Kaujalzufammen- 
hangs zu tun ift, Zdealift S. 2). Betrachtet der Pofitivift 
jein vorläufiges Biel al3 Endziel überhaupt, gibt er feine 
Kenntnis für Erfenntnig aug, begnügt er fih mit den Fragen 
„wag ift und mwa8 geichieht ?”, ftatt zu fragen „warum und 
woz3u?“, jo wird er metaphbyfijcher oder radifaler Pofitivift. 
Diefe „Aftermwifjenihaft” verfolgt der Berf. unerbittlich bis 
in ihre legten Schlupfwinfel. Nur die Weltanfhauung des 
kritiſchen Idealismus könne zu ſprachwiſſenſchaftlicher Er- 
kenntnis befähigen. Auf 98 Seiten in Kl. 8. ſucht der 
Verf. zu erweiſen, daß, da Sprache geiſtiger Ausdruck ſei, 
die Sprachgeſchichte in die Kunſtgeſchichte gehöre, und die 


— 1905. As4. — Literariſches Zentralblatt. — 21. Januar. — 


— — — — — — a a a — — 


(beſ. S. 10 und 42). 


138 





— — — 








Grammatik als ein Teil der Stil⸗- und Literaturgeſchichte 
zu betreiben ſei. Ueber die bisher angebauten Gebiete der 
Flexionslehre und Wortbildung, Satz- und Bedeutungslehre, 
Lautlehre, Accent- und Verslehre wird ſtrenges Gericht ge— 
halten. Sprache ſei äſthetiſche Tätigkeit eines Individuums, 
und alle dieſe zu ihrem Schaden getrennten Forſchungs— 
gebiete fallen der Stiliſtik und damit der Aeſthetik anheim 
Der Ausdruck „äſthetiſch“ wird hier 
nicht in dem Sinne gebraucht wie in der philoſophiſchen 


Normwiſſenſchaft ber Aeſthetik, wo es ſich darum handelt, 


für äſthetiſche und künſtleriſche Werturteile die Prinzipien 
aufzuſuchen, einer Disziplin, die der Logik und Ethik parallel 
iſt. Aeſthetiſch bedeutet für Voßler und ſeinen Gewährs— 
mann Benedetto Croce nicht das Wohlgefällige, ſondern nur 
ſoviel, was wir heute mit Tobler, Wundt und anderen pſycho— 
logiſch nennen (S. 25, 40, 63), nämlich das Geiſtige, das 
der Sprechende zum Ausdruck bringt. Für V. iſt die Tätig— 
keit des Sprechens eine äſthetiſche, und die Sprache über— 
haupt eine Kunſt. Die „unumſchränkte Rolle des pſychiſchen 
Faktors“ (S. 44) nachzuweiſen, iſt der Zweck des Verf.s. 
„Das Weſen der Sprache iſt innere Tätigkeit: Intuition.“ 
„Ob es zur akuſtiſchen Aeußerung kommt oder nicht, iſt 
praktiſch ſehr wichtig, theoretiſch völlig belanglos“ (S. 50). 
„Accent ift Geiſt und nur Geiſt“ (S. 66). „Aeſthetiſch be— 
trachtet ſind Tanz und Rhythmus lediglich geiſtige Gebilde; 
poſitiviſtiſch betrachtet ſind ſie lediglich phyſiſche Arbeiten“ 
(S. 85). „Die Aufgabe der Sprachwiſſenſchaft iſt darum 
gar keine andere als die: den Geiſt als die alleinig wirkende 
Urſache ſämtlicher Sprachformen zu erweiſen“ (S. 63). Dabei 
vergißt der Verf., daß der Sprechende, wenn er ſein Geiſtiges 
äußern will, ſich mit dem Material und ſeinen fördernden 
oder hemmenden Bedingungen abzufinden hat, ſo gut wie 
ein Künſtler, mag er Bildhauer oder Maler, Dichter oder 
Muſiker ſein, mit dem Zwang des Materials zu ringen hat. 
Die Sprechwerkzeuge müſſen eingeſtellt und geſchult, beſtimmte 
Muskeln zweckmäßig innerviert werden. Darum iſt das 
Sprechen al3 Aeuperung niht blokes „Beiden, oúvugßokov 
für eine pigdhifche Vorftelung“ (S. 25), jondern eine mannig- 
fah komplizierte Tätigkeit, rein piychiich nad) Zwed und Be- 
deutung, piyhophyfiih und piychiich zugleich als phonetiſches 
Erzeugnid. Man überjchäßte, ald in den jechziger und fieb- 
iger Jahren die empirifche Spradforihung einjeßte, Die 
materiellen Elemente und Saltoren des Sprechens. Charat: 
teriftiich war der ältere Name Lautphyfiologie für die Hilfs- 
wifjenfchaft der Phonetil. Hermann Cfthoff jchrieb 1879 
über „das phyfiologiihe und pfgchologiihe Moment in der 
ſprachlichen Formenlehre“, worin er den hiftoriihen Laut: 
wandel auf „phufiologifche Gejege” zurüdführtee Meyer- 
Lübke fchrieb 1890 auf der eriten Seite des eriten Bandes 
jeiner Romanihen Grammatit: „Bei der Entwidlung und 
Umwandlung der Laute einer Sprade . .. . Handelt eg 
ih meift nur um phyfiologifche Prozeffe.” | Diefer Cin- 
leitigfeit gegenüber habe ich 1900 in meiner Abhandlung 
„Gibt es Lautgeſetze?“ die verſchiedenen Yaltoren forg- 
fältig zu trennen verjudht (bei. ©. 358, 360, 378, 418). 
3n den Abfdnitten über Accent (S. 475 fg.) und Ana- 
logie Habe ich die Bedeutung, das Geiftige, al3 Faktor 
der Veränderung gebührend anerkannt. Boßler, der mid 
ald Hauptvertreter des von ihm verfolgten Bofitivismus 
anzujehen liebt, behauptet demgegenüber, die phonetifchen 
Veränderungen feien ale durch Wccent bedingt, alfo nur 
durch den Geift des Sprechenden verurfadt (S. 67. Nach 
dem Berf. kann es für die Wilfenichaft nur Individual- 
Iprachen geben (©. 51 und 90). Aber er kann doch nicht 
leugnen, daß die Sprache „einen Zwang ausübt, durch follef- 
tive Tätigkeit, durch ein Bufammenwirten zuftandetommt”. 
ese 


139 


Und er greift deshalb, nicht jehr glüdlih, auf die alte Per- 


Sonififation eines Sprachgeijte3 zurüd (S. 17 und öfter). 
Sn der Tat ift die Sprache eines größeren Verbandez nicht, 
wie V. behauptet, die bloße Summe von Sudividualiprachen, 
fondern gemeinfamer Befig eine3 größeren jozialen oder 
nationalen Verbandes. GSprade ald Berfehrömittel und 
Kulturorgan gehört der Gejamtheit al3 folder. Nah Laut, 
Form und Bedeutung muß fie in gewillem Grade einheitlich 
werben und bleiben, wenn fie dem geiftigen Austaufch der 
Einzelnen dienen fol. Nur aus ihren Zwed fann Aug- 
bildung und Entwidlungsverlauf der Sprache verftanden 
werden. Und die Sprache ift, wie Mythus und Gitte, ein 
fozialpiychifches Phänomen. Das eben ift die große Schwierig: 
feit, den Anteil der Einzelnen und der Gefamtheit an der 
Spradentwidlung abzugrenzen. 3.8 Schrift bricht da ab, 
wo eben diejes Hauptproblem beginnt. Von einer teleo- 
Logifchen Beurteilung ijt bei dem „dealijten” Voßler nichts 
zu bemerfen, und die von Wundt fo gewaltig geförderte 
jozial- oder völferpfychologijche Betrachtung bleibt ihm fremd. 
Dem Berf. ift die Sprache nicht eine Fertigkeit, jondern 
Runft, und daher Spradhwifjenichaft ein Teil der Kunft- 
willenjchaft. Syntar fomme nad Stilifiif (S. 16 und 37). 
Allerdings mwar die Sprahichöpfung Kunitleiftung für die 
begabteren Urmenſchen, die fie zuerft auögebildet haben 
mögen, von denen freilich niemand, auch nicht der Berf., 
etwas Genaues weiß. Hunt ift fie noch heute für Den 
Spracdhbeherrjcher, die jelbjtändige Perjünlichkeit, die über 
perjönlichen Ausdrud, d. H. Stil verfügt. Der Bauernmagd 
von Dußlingen oder Hagellod) ift fie eine faum ausreichend 
erlernte Fertigkeit. Dem Durchſchnittsmenſchen überhaupt, 
für den ſie „denkt und dichtet“, iſt ſie ein fertiges konven— 
tionelles Handwerkszeug, und ihre Handhabung nichts weniger 
als eine Kunſtleiſtung, die auf ihren äſthetiſchen Wert be— 
urteilt werden dürfte. Was der Verf. über die Vernach— 
läſſigung der Stiliſtik ſagt, unterſchreibe ich Wort für Wort. 
Aber ich weiß nicht, wie er ſeine äſthetiſch-individuelle Sprach— 
betrachtung praktiſch durchführen kann. Auch ein Molièdre 
und Lafontaine gebrauchen eben die konventionellen Ausdrucks— 
mittel, deren individueller Urſprung unbekannt iſt, beren jahr- 
hundertjährige Geſchichte aber aus den Sprachdenkmälern er—⸗ 
ſchloſſen und auf ihre pſychologiſche Bedeutung unterſucht 
werden fann. Für Moliere und Lafontaine war ihr per- 
ſönlicher Geiſt das Erfte, die Hiftorifch gewordenen Sprad- 
mitte! dag Bweite. Für uns Nachlebende, die wir diejen 
perjönlichen Geift erft aus dem Gelprochenen erjdjließen, 
muß der Gang ein umgefehrter fein. Darum fegt man für 
die Stiliftit feit alter die Syntag voraus. So verfahre 
auch ich in meinen Vorleſungen und Uebungen zur franzö- 
iichden Syntar und Stiliftif, die ich feit Jahren abhalte. Der 
Berf. leugnet, daß e3 Sprachgemeinfchaften, Mundarten und 
Mundartgrenzen, und den Unterfhied von Mundart und 
Kulturfprache gebe (S. 37, 56, 59). Da dies nur generelle 
Borjtellungen, feine Begriffe feien, gehören fie nicht in bie 
Wiffenichaft. Der Verf. vergißt, daß z. B. Sprachgemein- 
haften Hiftorifch gerwordene Erjceinungen find, nicht etwa 
bloße Abjtraktionen. Solche butorilde Tatfachen find auch 
die von der Gejamtheit vollzogenen phonetiichen Verände— 
rungen, die man Lautgejege genannt Hat. Daß fie möglich 
jind, erflärt fi) aus dem fozialen Zwang, den die Gefamt: 
heit auf den Cinzelnen ausübt. Für eine unbefangene Be- 
tradhtung des Hiftorifchen bleibt in dem ideologifchen Syitem 
des Berf. fein Raum. Friedrich Niebiche, in feinem nach. 
gelafjenen Hauptwerk (Bd. XV), hat gejagt, vielen Dentern 
werden ihre Untipoden zu Karikaturen. So ift e3 aud B. 
ergangen. Dan lefe feine temperamentvollen Angriffe gegen 
die von ihm fo genannten Pofitiviften (bef. ©. 29, 38, 53, 


— 1905. M 4. — Qiterarif deg Zentralblatt — 21. Sanuar. — 


80, 98): „Sobald in einem Wiljensgebiet der Pojitivismus 
Trumpf wird, ift ‚willenichaftlih arbeiten‘ auch für da 
flacheite Gehirn teine Kunft, für den willenjaftlich Ver: 
anlagten aber wahrhaftig feine Freude mehr." „Nichts ift 
gefährliher und nichts ift lächerlicder al3 ein Empiriker, 
der philofophiert." Diefe Proben aus vielen genügen, um 
zu zeigen, daß der Berf. jedenfalld eine fehr individuelle, 
aus „Phantafie und Zentut Don geichöpfte Sprache fchreibt. 
Aber über eines können wir bedauernswerten „Rofitiviften“, 
z. B. Ref., deſſen „Beweisführung auf den Tichticheuen 
Pfaden des Poſitivismus dahinkriecht“, uns mit Recht be— 
klagen, daß er uns alle, Materialiſten und Spiritualiſten, 
Lautphyſiologen und Sprachpſychologen, Regelgrammatiker 
oder Sprachhiſtoriker, in dieſen einen großen Topf geworfen, 
daß der Individualiſt uns ſo gar nicht individuell ſtudiert 
und behandelt hat. Hier iſt er ſeinem eigenen Prinzip 
untreu geworden. 

Was iſt es denn im grunde, was uns Poſitiviſten von 
dem Idealiſten, beſſer Ideologen Karl Voßler trennt? Wir 
andern gehen aus vom akuſtiſchen Phänomen, von Wort 
und Sag, um von da zur Bedeutung, zum „Geiſt“ vorzu— 
dringen. V. verlangt den umgekehrten Weg. Wir gehen 
vom bekannten A zum unbekannten X, Boßler will vom X 
zum A. Es bleibt ſein Verdienſt, darauf hingewieſen zu 
haben, daß dieſes X immer das einzige Ziel bleibt. Manche 
hatten es faſt ganz oder für immer aus dem Auge verloren. 
Der Verf. bekennt im Vorwort (S. VI, dap er mehr nad: 
gedacht als nachgeleſen habe. Ob das Nachdenken immer 
gründlich und ſachlich war, darüber erlaube ich mir kein 
Urteil auszuſprechen. Das Nachleſen jedenfalls hätte aus— 
giebiger ſein müſſen. Wundts Völkerpſychologie und die 
Erörterungen darüber durften nicht mit Stillſchweigen über— 
gangen werden. Toblers „Beiträge“ werden zwar (S. 24 
„mit der Geberde der vollkommenſten Hochachtung“ als 
Muſter empfohlen, ſcheinen aber keinen Einfluß geübt zu 
haben. Wegen einiger Ungenauigkeiten und Irrtümer im 
einzelnen will ich den Verf. um ſo weniger zur Rede ſtellen, 
da ih in einer größeren Arbeit über franzöſiſche Syntax 
und Stiliftit auf feine Polemik zurüdfommen werde. 
Eduard Wechssler. 


Nallino, C. A., Al-Battānī sive Albatenii Opus astronomicum 
ad fidem codicis Escurialensis arabice editum, latine versum, 
adnotationibus instructum. Pars prima: versio capitum cum 
animadversionibus. Pars tertia: textum arabicum continens. 
Mailand, 1899/1904. Hoepli. (LXXX, 327; 279 S. Gr. 4.) 

Das Hauptwert des Ml-Battäni (+ 929), eine3 der 
gröpten Aftronomen au3 der Glanzzeit der islamischen Kultur, 
war bisher nur durch die lateinijhe Ueberfehung des Plato 

Tiburtiug Albategnii de scientia stellarum (Nürnberg 1537, 

Bologna 1615) befannt. Den arabiichen Tert Hat dann 

Nallino vor fünf Jahren aus der einzigen Höfchr. im Escurial 

herausgegeben. Dazu kommt jebt eine Iateinijche Ueber: 

jegung des theoretifchen Teils, der die Tabellen folgen werden. 

Das Werf darf nicht nur den Hiftorifer der Aitronomie 

interefjieren, fondern auch, da e8 mancherlei für Geographie 

und Chronologie bringt, den Arabiſten. Die Hoſchr. läßt 
manches zu mwünjden übrig. Jhr Archetypus Hatte fchon 
viele Korrekturen und Lüden, die der Abjchreiber durch 

Konjelturen und Snterpolationen zu heilen fih vermaß. 

Zum Glüd verftand er von der Sade reht wenig, fodaß 

jeine Zujäge meift ohne Mühe aus dem urjprünglichen Texte 

des Berfallers auszufcheiden find. Die Hofchr., aus der Plato 
überjegte, muß Dielem Wrchetypus febr nahe geitanden 
haben; er bat jehr viele feiner Fehler, aber manchmal aud 
einen bejjeren Tert. Wenn e3 nun N. trog diefer mangel- 
haften Ueberlieferung gelungen ift, eine brauchbare Uusgabe 


141 


herzuftellen, jo erklärt ji) das natürlid) daraus, daß der 











größtenteil3 mathematische Inhalt des Buches fich gewiffer- 
maßen felbft kontrolliert und einem fachkundigen Bearbeiter 
mit ziemliher Sicherheit auch weitgehende Konjekturalfritif 
zu üben geitattet. Die Sprache des Berfafjers ift, abgejehen 
von den zahlreichen technischen Termini, über die uns N. 
hoffentlich noch einmal eingehend berichten wird, durchaus 
torreft und Hafiüh. Mean würde daher nad) Haffiihem 
Sprahgebrauh 21 13, 4113 (vgl. die Anm.) lieber ba- 
di’an Idien, ebenjo 21 22 sanauij, 22 11 qaruba und tagrubu, 
210 5 “izam, falls e3 fih dabei nicht überhaupt nur um 
Drudverfehen Handelt. Die Tabellen, denen diefer Ziğ 
eigentlich feinen Namen verdankt und zu dem die theoretilchen 
Kapitel nur die Einleitung bilden, Hat N. nicht vollftändig 
im Driginal herausgegeben, da die Zahlen in der nid, 
zu viel Fehler aufmeifen. Sie werden vielmehr gleich in 
berichtigter Form in europätfchem Gewand erfcheinen. Jm 
Original teilt er aug Den Tabelen nur Auszüge mit, Die 
ih auf Geographie und Chronologie beziehen, oder wegen 
der Sternnamen lerikalifches Anterefje bieten. Die Ueber: 
fegung ift bei einem folchen Werle ganz unentbehrlich für 
den WUitronomen wie für den Arabiften. Sie ift fo getreu 
wie möglich, in elegantem und dabei durcdhfichtigem Latein. 
Das Berjtändnis unterjtüßen zahlreiche Anmerkungen mit 
vielen wertvollen Beiträgen von %. Schiaparelli, dem Leiter 
der Mailänder Sternwarte zu Brera. Den dritten Band 
eröffnet eine fehr ausführlide Biographie des Verfafjerd mit 
einer vollitändigen Bibliographie. Unter den reichhaltigen 
Siteraturnachtweifen vermißt man ©. XIV bei den Erörte: 
rungen über die VBaterjtadt des Verfafferd IIarrän nur einen 
Hinweis auf A. Mez Gefdidhte der Stadt Harran. 
Brockelmann. 


Willing, Carl, Grundztige einer genetischen Schulgrammatik 
der lateinischen Sprache. In zwölf Lehrproben entwickelt. 
Halle a./S , 1903. Buchh. d. Waisenh. (93 S. Gr. 8) « 1,20. 

Wieder ein Verfudh, der zeigt, dah denn dodh den Gymnafial- 

Philologen ob der Rüdftändigteit unfrer Shulgrammatit in 

alem, wag die Ertlärung anlangt, bisweilen das Gewiſſen 

ihfägt; und al3 Symptom ift diefes Wagnis des „Entwurfs 
zu einer auf den Refultaten der modernen Sprachmwillenichaft 
aufgebauten Schulgrammatit der lateinischen Sprache” mit 

Freuden anzuerkennen. Das Werk als foldes zu loben, 

geht leider nicht an wegen der allzu eigenartigen „genetifchen“ 

Korftellungen, denen der Verf. Ausdrud verleiht. Wenn 

man 3. B. (S. 21) lieft, daß das i der i-Stämne ur 

fprünglich lang war, vielfady aber zu i verfürzt wurde und 
durch weitere Verfürzung zu č, Da3 wiederum im Abstr. 
pl. Dehnung erlitt; oder wenn e8 ©. 31 heißt, daß im Infinitiv 
auf ere Der io-Berben das i „ausgefallen“ ift, jo möchte 
man doch wünfcen, daß W. fich zunächit mit ben „Reful- 
taten der modernen Spradhmiflenichaft” ein bischen beffer 
vertraut gemacht hätte, ehe er an feine Yufgabe Herantrat. 





Boccaccio- Funde. Stüde aus der bielang verjchollenen Bibliothet 
ces Digters, darunter von feiner Hand gejchricbened YZremdes und 
Eigenes ermittelt und erwiefen von Oglar Heder. Mit 22 Taf. 
Braunfchweig, 1903. Weftermann. (XV, 320 ©. 4.) #20. 

Das Bud, da3 hier leider mit großer Verjpätung zur 

Anzeige gelangt, umfaßt vier Kapitel, ein jeded mit einem 

Anhange. Im 1. Kapitel fapt Heder die bisherigen Er- 

gebniffe der Forfhungen nach dem Beitande und dem Zer, 

bleibe der Bibliothek Boccaccios zufammen, wobei natürlich 
da3 von Goldmann gefundene Inventarium parve librerie 
die Hauptrolle fpielt. AB Anhang dazu gibt Q. eine neue 

Ausgabe des lateinischen Dante-Carmen in erfter Linie auf 


— 1905. G 4. — Literarijdhe3 Zentralblatt — 21. Januar. — 


— — — —— —— — — — — — — — — — — — — — — — — — — —— — — — 6 —— — — 


142 


Grund eines Cod. Palat. der Florentiner Nationalbibliothek, 


der direkt auf das verlorene Original zurückgeht. Als Ab— 
faſſungszeit wird mit einer gewiſſen Wahrſcheinlichkeit das 
Jahr 1352 feſtgeſtellt. Im 2. Kapitel teilt H. die Ergeb— 
niſſe ſeines mühevollen Suchens auf den florentiner Biblio— 
theken nach Hdſchrr. mit, die einſt in Boccaccios Beſitze ge- 
weſen ſind. Bis jetzt kannte man nur den von Boccaccios 
Hand geſchriebenen Terenz der Laurenziana. An der Hand 
des Inventarium parve librerie ſtellt nun H. mit Sicherheit 
acht, mit Wahrſcheinlichkeit weitere zwei Hoſchrr. feſt, die 
ehemals Boccaccio gehört haben. Von dieſen zehn Hdſchrr. 
zeigen zwei Spuren von Boccaccios Hand, in einer rühren 
mehrere Blätter von derſelben her, während eine, eine lateiniſche 
Sammelhdſchr., von Anfang bis zu Ende von B. geſchrieben 
iſt. Als Anhang zu dieſem Kapitel werden Berichtigungen zu 
Goldmanns Abdrucke des Inventarium gegeben. Das 3. Ka— 
pitel beſchäftigt ſich mit der Hoſchr. 1232 der Riccardiana, 
die Ellogen B.s enthaltend, und führt den überzeugenden 
Nachweis, daß dies die Originalhdſchr. des Dichters iſt. Es 
wird weiter die Entſtehungsgeſchichte dieſer Hoſchr. klargeſtellt 
und in einem Anhange die 14. Ekloge nach derſelben ab— 
gedruckt. Im 4. Kapitel gelingt H. der Nachweis, daß auch 
der Cod. Laur. Pl. 52 Nr. 9, die Genealogia deorum ent- 
Haltend, eine eigenhändige Niederjchrift des Verf.s ift. E8 
wird weiter die Entjtehungsgeichichte der Hdfchr. behandelt 
und fejtgejtellt, daß hier eine von der Bulgata abweichende 
Redaktion des Werkes vorliegt, über deren zeitliches Ber- 
hältnis zur Bulgata Licht zu verbreiten D. jedoch niht ge- 
lungen ift. Nadh einer Ausführung über das Griechiiche 
in der erwähnten Hdjchr. veröffentliht H. in einem Anhange 
ausgewählte, mit dem mythologischen Thema in feinem inneren 
Zufammenhange jtehende Abjchnitte a3 der Genealogia auf 
Grund der Driginalhdichr. mit den Varianten des Bafeler 
Drudes von 1532 und einer Parifer Höfehr. Diefer Tert 
nimmt einfchließlich mehrerer Beigaben ungefähr die Hälfte 
des ganzen Bandes ein. Mancherlei wichtige, B. und feine 
Werke betreffende Fragen werden in den über da3 ganze 
Buch zeritreuten Anmerkungen erörtert. Beigefügt find 22 
auf photographiihem Wege hergeftellte Proben von 10 in 
dem Werfe zur Beiprechung gelangten Hdoſchrr. H. hat bei 
feinem Suchen nad) Höfchrr. aus Boccaccios Bibliothek eine 
glüdfihe Hand gehabt. Namentlih der Nachweis, daß die 
Eflogen-Hdichr. und die Genealogia-Hdihr. Originale find, 
ijt für die Tertkritit diefer zwei Schriften von nicht zu 
unterfchägender Bedeutung. Mit Iebhafter Befriedigung 
folgt man den Haren, alle Umstände berüdjichtigenden, über: 
zeugenden Ausführungen und legt jchließlich das Buch mit 
dem Wunjche aus der Hand, fein Berfaffer möge die weitere 
Nachforihung nah Höher. aus Boccaccios Bibliothek nicht 
andern überlaffen, wie er ed nad) S. 29 Anm. tun zu wollen 
jcheint, jondern felbit in die Hand nehmen. H. V. 


Bethmann, Johs., Untersuchungen über die mhd. Dichtun 
vom Grafen Rudolf. Berlin, 1904. Mayer & Müller. (VO, 
170 S. Gr. 8.) 45. 


Palaestra. nen u. Texte aus d. deutsch. u. engl. 
Philologie. Hrsgb. v. A. Brandl, G. Roethe u. Er. Schmidt. 


Wie alle Denkmäler aus Uebergangszeiten bieten auch 
die ziemlich umfangreichen Bruchftüde des „Grafen Rudolf” 
eine Reihe von Fragen, die für die literariihe Entwicklungs— 
gefchichte bedeutjam find. Seit den beiden erjten und einzigen 
Ausgaben von Wilhelm Grimm (1828 und 1844) haben Wd 
zwar manhe Gelehrte gelegentlich mit dem Gedicht und 
einzelnen damit verfnüpften Problemen beichäftigt, aber eine 
die Ergebniffe der neueren Forjchung umfafiende Gefamt- 
unterfuchung fehlte bisher noch. Bethmann Hat fie in ber 


— 1905. SE 


143 

vorliegenden Schrift kennen Ab mit Fleiß, Geſchick 
und gutem Erfolg durchgeführt. Auf Grund ſorgfältiger Be— 
trachtung der Sprache und Reime ſucht er zunächſt die Heimat 
des Dichters zu beſtimmen und findet ſie in Heſſen, wonach 
die früher vielfach auseinandergehenden Anſichten zu berich— 
tigen ſind. Der von dem des Dichters abweichende Dialekt 
des Schreibers aber deutet auf Thüringen hin. Es WE 
darauf eine genaue Betrahtung der metrischen Verhältnifje, 

die entwidlungsgefchichtlich intereffant tft, und dann Die lite | 
rarifche und Hiftorifhe Duellenunterfucjgung, worin die Be: 
ziehungen zu dem franzöfifchen „Beuvde don Hanjtone” und 
zu einigen aus der Sreuzjugsgeidichte bekannten Perſönlich— 
feiten genauer erörtert werden. Als Entftehungszeit ergibt 
fih aus diefen und andern Erwägungen annähernd genau 
die Zeit bald nach 1170. Ten Abjchluß bildet eine eingehende 
Beichreibung des Stil, die gleich den metrischen Beobachtungen 
viel Beachtenswertes enthält, und endlich eine zufammenfaflende 
EHarakteriftif der Perfönlichfeit des Tichters; fie berüdjichtigt 
namentlich auch feine literarischen Kenntnijje, die fid aus 
mehrfachen Beziehungen auf das Rolandslied, die Kaifer- 
hronif, den Alerander und Eilharts Trijtan fejtitellen laſſen. 

-tz-. 





Minor, J., Goethes Fragmente vom ewigen na nund vom wieder— 
—W Heiland. Ein Beitrag zur Geſchichte der religiöſen Fragen 
in der Zeit Goethes. Stuttgart, 1904. Cotta Nachf. VII, 224 8. 8. 
véi 3, 50. 


Seinen ausgezeichneten zwei Bänden „Entjtehungsgeichichte 
und Erflärung” des erjten Teild von Goethes „Tauft” (1901) 
läßt Minor nun eine gleidy treffliche Arbeit über die viel- 
gedeuteten jugendlihen Bruchitüde und jpäteren Planjkizzen 
des gleichfalls einem Volksbuh entjtammenden Goethejchen 
Epo3 folgen. Dabei ergibt fidh freilih, daß in dem nad 
dem ewigen Juden benannten Gedichte nicht dem verfluchten 
Wanderer, jondern dem wiederkehrenden Heiland die Prota- 
goniftenrolle zugefallen ift. Beſonders lehrreich find bie 
von M. in der „Vorgeichichte" gegebenen Hinweife out get, 
lihe Romane wie „Sebaldus Nothankfer” und vom wieder: 
fehrenden Heiland, mit denen Goethe in feiner Schilderung 
der Kirchenzuftände ſich ftofflih berührt. Hmeifellos im 
Nechte ift M. mit feiner Behauptung, dap Goethes Gedicht 
nicht die früheren Zuftände der chrijtlihen Kirche, fondern 
nur jene beë 18. Jahrh.8 behandelt. om zweiten Teile, 
„die Spetheichen Fragmente”, werden diefe einfchließlich der 
Paralipomena nah Snhalt und Form erfhöpfend tommen: 
tiert. Die Wiederaufnahme des alten Plan in Stalien, 
feine Erzählung in „Dichtung und Wahrheit” und den trog 
des Beiltands hervorragender Botaniker nicht ganz tlar- 
zuftellenden Plan einer naturwilienihaftlicden Behandlung 
der Wiederkehr des Meffias unterjucht der dritte Teil „Nach: 
geihichte". Den Plan in „Dichtung und Wahrheit” möchte 
Ref. nicht fo Scharf, wie M. tut, von den Plänen des Frant- 
furter Dichterg trennen, fondern glauben, daß der Auto- 
biograph doch wirklich auf Grundlage alter Fdeen den Faden 
ausgeiponnen hat. Sin allem übrigen fann man M.nur dankbar 
zuftimmen für die fenntnisreiche und zugleich friti vorid- 
tige Art, mit der er einerjeits Goethes Fragmente aus dem 
fulturgefchichtlicden Hintergrunde ihrer Beit in ihrer Bedeu: 
tung Har zu maden weiß, andererſeits ihre dichteriſche Er- 
klärung manchen vorangehenden, weniger ch Ber: 
juchen gegenüber fichergeftellt Hat. M. K. 


Harvard studies in classical philology. Vol. XV. Cambridge 
Mass. 1904. Leipzig, Harrassowitz. (244 S. Gr. 8.) Geb. Æ 6, 


Cont.: E. K. Rand, On the composition of Boethius’ Con- 
solatio philosophiae. — A. St. Pease, Notes on some uses 
of bells among the Greeks and Romans. — E. Capps, The 


— SES OEFA RENS i 


— — — —— — EE 


144 


- 21. 


anuar. 


Namdais of ir Younger Giane. —F. G. Ballentine, Some 
phases of the cult of the nymphs. — G. W. Baker, De comicis 
Graecis litterarum iudicibus. — Indexes. 


ermes. , Zeitfehrift f. claff. Philologie. Hrog. von Friedr. $ 
É. Robert. 40. Band. 1. Heft. Berlin, Weidmann. 
Inh.: W. Sternkopf, Die Blätterverſetzung im 4. Buche der 
Briefe ad Atticum. — F. Münzer, Atticus als Geſchichtoſchteiber. 
— W. Helbig, Die Caſtores als Sch DREI des römiſchen Equitatus. 
— u. v. Wilamowiß-Moellendorf, Leſefiüchte. — J. Wader— 
nagel, Zu Bakchylides. — B. Keil, Ehrvſippeum. — F. Leo, Veiſi— 
ſfizierte Etzählung auf einem Oftrafen aus Theben. 





Leou. 


~. 


Rheiniſſches Muſeum f. Philol. Hrsg.: F. Buecheler, H. Uſenen 
A. Brinkmann. N. F. 60. Bd. J. Heft. Frankf. a. M., Sauerländer 
Inh.: H. Uſener, Keraunos. — P. v. Winterfeld, wie ſah 

der Codex Blandinius vetustissimus deg Horaz au? — F. Ja coby, 
Zur (Sntjtehung der römifden Elegie. — H. van Herwerden. 
Adnotationes criticae ad Libanii orationum editionem Foerste- 
rianam. — P. Öraffunder, Gntfichunggzeit u. Berfaifer der atro. 
N Horazſcholien. — F. Reuß, Kteftae’ Bericht üb. d. Angriffe 
d. Berjer auf Delphi. — G. naad, Zu Etrabon. — F. Solmfen, 
Gine Injchrift aus Pharfalod — W. Gilbert, Zu Hora; Oren. — 
B.Tebnert, Zur Tertgeichichte der größeren Pfreudo-Quintilian. Dekla- 
mationen. — UA. wv. Domaeszeweölti, Die Heimat des Corneliud Fudcus. 


Neuphilologiited Zentralblatt. Hreg.v.W. Kaften. 19. Jahrg. 
Nr. 1. Hannover, Meyer. 

Snh,: Sachs, Goethes Bekanntſchaft mit der engl. Sprade u. 
Literatur. — Kluth, Jodelle considéré comme pr — des 
classiques. — Scherifig, Ein neuer Betrauch des franzof. Relative 
quoi. — Hartmann, Kremdipradlide Rezitationen. 


Altertumskunde. Humismatik. 


Seler, Eduard, Gesammelte Abhandlungen zur amerikanischen 
Sprach- und Altertumskunde. 2. Band. Mit zahir. Abb. 
Berlin, 1904. Asher & Co. (XXXVI, 1107 S. Gr. 8.) 

: Der etwa 1100 Seiten ftarfe zweite Band, dem nod 
ein dritter folgen fol, bringt weitaus al8 Hauptjadhe die 
arhäologifchen Forihungen in Merilo, das will fagen 
die religiöfen und mytbologifchen Arbeiten, denn fait alles, 
was dort gefunden wird, auch die meisten Bilderjchriften 
und der größte Teil der alten Berichte bezieht fih darauf. 
Eine große Menge de3 Materiald verfchiedener Mufeen 
ift hier befchrieben und verarbeitet, befonders deg Mujeums 
für Völkerkunde zu Berlin und des Mufeo Nacional in 
Meriko, fowie viele8, was Seler im Privatbefig gefehen 
und auf feinen Reifen in situ fennen gelernt Hat. Nament- 
lih ift die Abhandlung über die legten großartigen Funde 
in der Hauptitadt Mexiko felbft, die bei Kanalifationsarbeiten 
zu tage gefördert wurden, ganz bedeutend erweitert worden. 
Als Grundlage für die Erklärung find auch die Ueberjegungen 
einiger Kapitel der aztefiihen Madrider Manuffripte des 
Pater Sahagun angefügt, die die Trachten der Götter, 
Shmud und Rangabzeihen, Goldjchmiedefunft, Ebdelftein- 
technik und Federarbeiten behandeln. Diefe Kapitel find um 
jo wertvoller, ‘ala der aztefiihe Tert noch nicht Heraus» 
gegeben ift, und fomit diefe Bruchftüde fat das Einzige 
find, was daraus befannt ift. Ales in alem ift e3 eine 
ganz ausgezeichnete Materialjammlung, da auch die erforder- 
lihen Abbildungen in geradezu verjchwenderiiher Fülle (e8 
find etwa 900) und in vorzüglider Ausführung geboten 
find. Sehen wir ung freilich nach den Ergebnifjen um, fo 
muß man zugeben, daß diefe, wie faum anders zu erwarten 
ift, nur vorbereitender Natur find und felbft da vieles nicht 
einwandfrei ift. ©. verfteht eben die megitanifhe Religion 
nicht al8 etwas Einheitliches, fondern als ein Mofail aus 
heterogenen Teilen. Jn diefem Sinne find aud) die Er- 
läuterungen zu verftehen, die S. zu feiner Ueberjegung der 
religiöfen Gefänge der alten Meritaner gibt. Die Lieder 


145 


ftammen ebenfalls aus dem jhon erwähnten Sahagun-Dkanu- 
jfript und find am Ende des Bandes in neuer Ueberjegung 
hinzugefügt, da Brintons Ueberjegungsverfuch faft vollfommen 
Phantafie ift. Die teilmweife ardhaiftifchen, teilmweife aus poe— 
tiichen und gejanglihen Rüdjichten fremdartig veränderten 
Worte find nun zum eritenmal im Zufammenhange ftudiert 
und dadurch mancher Ueberjegungsfehler vermieden worden, 
der dem leicht paffiert, der nur das eine oder andere Lied 
zu feinen befonderen weden vornimmt. Leider ift aber 
aud Dier da3 endgültige Verftändnis nicht durch eine wört- 
liche Ueberfegung gegeben, jo daß bei einer Ueberjegung jeder 
nad) den von ihm hineingelegten Fdeen mehr oder weniger 
gewaltiam verfahren wird, und das hat au) der Berf. getan. 
Dem arhäologiihen Teil voran gehen einige Tleinere Ar: 
beiten zur Geichichte und Volkskunde Meriktos Berichte über 
feine Reifen und Unterjuhhungen von Auinenitätten. 


Katalog der Münzen- und Medaillen-Stempel-Sammlung des 
k. k. Hauptmünzamtes in Wien. Band 1/2. Wien, 1901,02. 
K. K. Hof- und Staatsdruckerei. (VIII, 223; IV, S. 225—618 
Lex. 8. mit Tafeln.) 

Zm Sabre 1839 veröffentlichte der damalige Direktor 
des Münz- und WntifenfabinetS zu Wien Jofeph Urneth 
(ber Bater des befannten Hiftoriferd und Ardhivdirektorg 
Alfred von Arneth) einen Katalog der Medaillen-Stempel- 
Sammlung, der 571 Stüd umfaßte, indem er die Münzftempel 
unberüdjichtigt ließ. Die Sammlung hatte fich inzwifhen 
beträchtlich vermehrt und umfaßt jebt fat 7000 Stüd, die 
Ed. Ziala im Auftrage des öfterreihifchen Finanzminifteriums 
neugeordnet und Latalogifiert Hat. Diejer Katalog ift jebt 
der Deffentlichleit übergeben für rund 4000 Nummern, die 
big zur Regierungszeit Ferdinands I reihen; 31 Tafeln in 
Zupferäpdrud dienen zur Erläuterung. Fiala fhidt zunädft 
eine Geihichte der Prägetechnik in Defterreich voraus, der 
er nicht weniger wie 7 Tafeln widmet. Danah haben aud 
hier die Berfuche, dag primitive Prägen mit Hammer und 
Ambos durd) Mafchinenarbeit zu erleben, erit gegen Ende 
des 16. Sahrhunderts zu dauernden Erfolgen geführt. 1568 
wurde zu Mühlau in Tirol die erite Walzprägefunft auf 
geftellt, die durch das Tafchenwerf verbeiljert, fih durd das 
ganze 17. Jahrhundert erhielt. Sie wurde im Anfange 
des 18. Farh. durch die Spindelprefje abgelöit, der ihrerfeits 
die noch heute üblichen Kniehebelpreilen nach dem Shftem Uhl: 
Horn in den dreißiger Jahren des vorigen Sahrh.3 folgten. Bon 
beſonderem Intereſſe find die mitgeteilten Punzen für einzelne 
Zeile de3 Stempelbildes, die die Heritellung der mafjenhaft 
gebrauchten Stempel erleichterten. Dann folgt Die eigentliche 
Beichreibung der Stempel nach den Regentenjahren, innerhalb 
derjelben nah ben Münzitätten geordnet. Als Fingerzeige 
haben dem Bearbeiter Hier vielfach die „Schmittenzeichen“ 
auf den Prägeeifen gedient, denen Fiala eine bejondere Auf- 
mertjamfeit gewidmet bat. Mittelalterliche Stempel find 
befanntlich febr felteu, da man feinen Wert auf ihre Auf- 
bewahrung gelegt hat. Eo eröffnen auch hier Marimilian I 
(1/2 Bermählungstaler von 1479 und Echautaler von 1509) 
und Sigismund von Tirol (großer Grofchen von 1486) aus 
der Münzitätte Hall bei Snnsbrud den Reigen, denen fih 
die ungariide Münze von Kremnig (großer Grofhen Wla- 
bislaus’ II von 1506) anjhließt. E3 folgen in buntem 
Wechiel Münzen und Medaillen, Iebtere auf Fürften und 
Brivatperjonen, auch zahlreiche Bet- und Spottmedaillen aus 
allen öfterreihiihen Münzjtätten: Wien, Joahimsthal, Prag, 
Ruttenberg, Kremfier, Kremnit, Oraz, Salzburg, Hal, Brüffel, 
Antwerpen, Venedig, Mailand und Bologna; dazu kommen 
nod einzelne Stüde aus Nürnberg, Augsburg, Nancy und 
St. Urbain (Lothringen). Beſonders find zu beachten die 


— 19056. M4. — Literarifhed Hentralblatt — 21. Ianuar. — 


146 


Mitteilungen, die Fiala über die Stempeljchneider bringt, 
unter denen manhe berühmte Namen fih befinden. In 
einem britten Bande, deffen Erfcheinen noch ausſteht, gedenkt 
3. feine eingehenden archivalijchen Studien über diefe Stempel- 
ichneider zu veröffentlichen. 


— —— 


Kunſtwiſſenſchaft. 


Internationale Bibliographie der Kunst- 
wissenschaft. 2. Band (Jahr 1%3). Berlin, 1904. Behr. 
(IV, 374 S. Gr. 8.) Kart. .# 15. 

Die Befürchtung, Kellinef3 Bibliographie werde Héi nicht 
febensfähig erweifen, ift durch dag Erjcheinen des 2. Bandes 
und die Nachricht hinfällig geworden, dab die Bibliographie 
Laband im Repertorium für Kunftwiljenichaft zu Gunften 
des neuen Unternehmens aufgegeben wird. Wünjchen wir 
aljo dem Verf. Gefundheit, Ausdauer und faufluftige Freunde 
zu der mühjfeligen und felbitlofen Arbeit, die Laufenden zu 
gute fommt. Der Band umfaßt die Literatur von 1903 
(lüdenlos joweit Ref. prüfen fann) und ift wieder in 3 Hefte 
geteilt. Zmei (Uutoren- und Sad) Regifter ©. 327—374 
beweijen, mit welcher Afribie die Fülle der Eriheinungen 
verarbeitet und munbdgerecht gemacht worden ift. UVeberaus 
danfenswert find die mehrfach dargebotenen Andeutungen 
des Inhalts, zumal bei unklaren oder irreführenden Titeln. 
Möchte der Verf. dies Verfahren möglichjt ausdehnen. Es 
ift für ben Gudenben vom hHöcjjten Nuten. Und möchte 
er ernftlih erwägen, daß für die zufünftige und bleibende 
Bedeutung feiner Bibliographie die Unterteilung in mehrere 
Hefte niht nur zmed[os, fondern erjchwerend if. Erweiſt 
fich die monatliche Verarbeitung der Literatur für den fchnellen 
Tagesgebraud einmal als phyliiche Unmöglichkeit, fo ift die 
einheitliche Geftaltung einer Jahresüberſicht das einzig richtige. 
Uber Dank und höchite Anerkennung gebührt dem Werte 
in jeder Form, die ihm der Berf. au geben für gut findet. 

Br. 


Jellinek, Arthur, 


1) Dürer. Des Meisters Gemälde, Kupferstiche und Holz- 
schnitte in 447 — Mit einer biographischen Ein- 
leitung von Valentin Scherer. Stuttgart, 1 anne 
Verlagsanstalt. XXX, 396 S. Lex. 8.) Geb. 4 


2) P. P. Rubens. Des Meisters Gemälde in 551 We 
Mit einer biographischen Einleitung von Adolf Rosenberg. 
Ebd., 1905. (XLII, 518 S. Gr. 8) 412. 


Klassiker der Kunst. Band IV. V. 


Zog Dürer: Yudh (1) ift nicht unwefentlich anders an- 
gelegt, wie feine Vorgänger. Hatte man bei Rembrandt, 
wegen der Schwierigkeiten der Reproduktion, darauf ver- 
zichtet, feine Radierungen wiederzugeben, jo find für Dürer 
neben den Gemälden auh fäntliche Stiche und Holzichnitte 
mit reproduziert worden. Gie find im allgemeinen bejonders 
gut gelungen, und daher übertrifft diefer neue Band die 
vorangegangenen fowohl dur VBollitändigfeit wie durch Güte 
der Nadhbildungen. Die Zujammenftellung und Unordnung 
ift durch Dr. Scherer mit derjelben Sorgfalt gemadht worden 
wie für Rembrandt, Tizian und Raffael. Daß gelegentlich 
ein angezmweifeltes Bild oder ein Schulwerf mit aufgenommen 
it, Hat man von Fachleuten diefen Publikationen mit Un- 
recht zum Vorwurf gemacht, aber gerade vom wifjenjchaftlichen 
Standpunkte aus ift e3 wünjchensmert, daß aud joldde Kunft- 
werfe, über die man noh nicht zum abjchließenden Urteil 
gefommen ift, mit aufgenommen werden. Aud für den 
Moien ift diejes volftändige „Werk“ unferes Dürer in den 
melt jehr gelungenen Nachbildungen eine fo ermwünjchte 
Gabe, wie jelten eine aus der überreichen Fülle von Tun, 
wifienfchaftlichen Büchern, mit denen der Marft jet über- 
ichüttet wird. 


147 


Die Publikation des „Werkes“ von Rubens (2) ift ebenfo 
dankbar, wie die von A. Dürer, weil feine Gemälde der 
Photographie verhältnismäßig wenig Schwierigkeiten bieten, 
fie ift aber fehr jchwer dadurd, daß fein œuvre fo reich ift 
wie das Feines anderen Malers, und dah diefe Werte in 
Kirchen, Mufeen und Privatfammlungen zerftreut und zum 
Teil Schwer zugänglich find. Man pflegt die Bahl der Ge- 
mälde des Künftler3 auf etiva 1500 zu beredinen; darunter 
find freilich zahlreiche, die in der Werkitatt ausgeführt oder 
überhaupt nur Schulgut find. Smmerhin ift doch bie 
gute Hälfte eigenhändig. Won den Nachbildungen in diefem 
Bande der „Klafjifer der Runft” find der großen Mehrzahl 
nah nur folhe Werke aufgenommen. Wenn immerhin 
noch eima der dritte Teil der eigenhändigen Gemälde darin 
fehlt, jo find dies doch zumeift die weniger bedeutenden, 
namentlich manche Skizzen, von denen die ausgeführten Bilder 
wiedergegeben find. Die Ausführung der Autotypien ift fo 
gut wie in den übrigen Bänden. Die biographiiche (Gm, 
leitung ift mit der Sachlenntni3 und der Begeifterung ges 
Ichrieben, wie fi) von einem Spezialforicher über Rubens, 
wie es Adolf Rofenberg ift, erwarten ließ. Dagegen läft 
fih gegen die zeitliche Unordnung der Bilder manches ein- 
wenden. Die Rubens:Forfhung fteht Hier überhaupt nod 
nit auf der Höhe; auch bei dem Rubens-Forfher par 
excellence, Mar Roojes, begegnen wir argen Berjtößen 
wie in der Frage der Echtheit und Eigenhändigfeit, fo auch 
in der Datierung der Bilder. Auh Rofenberg führt treff- 
lihe Driginale, wie den jungen Falfenjäger im Budingham 
Palace, den Adonis in den Uffizien und den Lazarus in 
Turin als falfche Bilder auf und bringt dagegen eine Reihe von 
Bildern van Dyds, C. de Vog’, Snyderd’ u. a. unter Rubens’ 
eigenhändigen Werfen, wie er manhe Gemälde aus ber 
Augendzeit unter den jpäteren Arbeiten und umgefehrt auf- 
führt. Hier ift für die Kritif noch vieles zu tun, aber gerade 
ein folder großer Sammelband ift geeignet, raſcher en 
darüber zu verjchaffen. 


Justi, Ludwig, Konstruierte Figuren und Köpfe unter den 
Werken Albrecht Dürers. Untersuchungen und Rekonstruk- 
tionen. Mit 8 Taf. u. 27 Textabb. Leipzig. Hiersemann. 
(II, 718. 4) Geb. .# 20. 


Die „vier Bücher menschlicher Broportion“, die Albrecht 
Dürer 1528 in den Drud gab, haben gleich den übrigen 
theoretiihen Schriften des Meifter8 in der Mehrzahl der 
ihm neuerdings gemwidmeten Monographien feine tiefer 
gehende Behandlung erfahren. Teils überwog dort, ver- 
zeihlicherweife, das Intereſſe an den bildneriſchen Schöpfungen 
des Künſtlers, teils wurde auch wohl die tatſächliche Be— 
deutung ſeiner theoretiſchen Schriften unterſchätzt. Dieſen 
hatte zwar A. v. Zahn ſchon in den ſechsziger Jahren des 
vorigen Jahrhunderts eine gehaltvolle Studie gewidmet, je— 
doch hat ſie das für lange Zeit maßgebend geweſene Werk 
von Thauſing nur ſummariſch behandelt, mit dem Hinzu— 
fügen, daß Theorie und Praxis bei Dürer getrennte Wege 
gehen, und daß die erſte zum Verſtändnis der letzten nichts 
beizutragen vermöge. Wäre dem wirklich ſo, dann würden 
Dürers theoretiſche Studien allerdings für uns heute nur 
von ſekundärer Bedeutung ſein. Aber Thauſing ſelbſt iſt 
uns den Nachweis für ſeine Annahme ſchuldig geblieben. 
Unter dieſen Umſtänden war es ein glücklicher Gedanke, den 
Ludwig Juſti in der hier zur Beſprechung gelangenden 
Schrift durchgeführt hat, durch eine ſyſtematiſch vorgenommene 
Konfrontierung der aus verſchiedenen Lebensabſchnitten Dürers 
vorhandenen Proportionſtudien mit ſeinen gleichzeitig ent- 
ſtandenen Werken in Malerei und Kupferſtich einmal die 
Probe darauf zu machen, ob wirklich Dürers künſtleriſche 


— 1905. M 4. — Qiterarif deg Zentralblatt. — 21. Januar. — 


148 


Produftion von jenen theoretifhen BVerfuhen fo gang un- 
berührt geblieben if. Das Ergebnis der Unterfuhung hat 
gezeigt, daß die erwähnte ablehnende Anficht doch nicht das 
Rehte traf. Für die Beit vor 1513 Tiegen feine fchrift- 
lihen Aufzeichnungen Dürer3 zur Sade vor. Das zur 
Unterfuchhung der geftellten Frage dienende Material Liegt 
vorwiegend in den Zeichnungen beichlofien. Diele aber, 
angeordnet teil3 nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Ent- 
Hebung, teil8 nach den einzelnen Bildgruppen, die fie vor: 
führen, geben einen überrafchenden Einblid in die Gedanken: 
arbeit, die der Meifter jchon damals feinen Proportion- 
jtudien zumendet in der offenfundigen Abfiht, fie aud 
praftiih zu verwerten. Bejonders merkwürdig ift hier eine 
Gruppe von Beichnungen aug den Jahren 1504 big 1507, 
die ufti unter der Benennung „Upollogruppe” zufammens 
fapt, da fie, ausgehend von einer Nachzeichnung des Belve- 
derifchen Apollo, ein Normalichema des nadten männlichen 
Körper3 zu geben verjuchen. Unter anderem gehören zu 
diefer Gruppe die Borftudien zu zwei Darftellungen des 
Adam, der auf dem berühmten Kupferftihe von 1504 und 
der auf dem Gemälde von 1507 in Madrid. Jn manem 
Betracht find das zunächt noch unfichere, taftende QVerjuche 
in der angezeigten Richtung. Zuverfichtlicher werden Dürers 
Bemühungen nach der venezianifchen Reife, alfo von 1507 
an. Dürer hat, wie es fcheint, Gelegenheit gefunden, mit 
dem berühmten Mathematiter Luca Pacioli in Bologna zu 
fonferieren, auch fonjt mag ihm unterwegs Died und Do? 
zu Ohren gefommeı fein. E83 beginnt jet der fuftematifche 
Ausbau der gewonnenen Erfahrungen, der, 1513 mit be- 
ſonderem Fleiße mwiederaufgenommen, feine endgültige (ie, 
Hatt in der Drudichrift de3 Jahres 1528 gewonnen bat. 
Auffallend ift (auch das führt die weitere chronologifche 
Ueberficht des Berf. anfhaulih vor Augen), wie mit der zu- 
nehmenden theoretifhen Behandlung des menjchlichen Körper: 
baues das Intereſſe des Künſtlers an der bildlichen Dar— 
ſtellung des Nackten abnimmt. Seine Phantaſie findet nach 
dieſer Seite offenbar in den mathematiſch-theoretiſchen Ar— 
beiten ihr volles Genüge. Dementſprechend bildet für die 
ſpäteren Jahre das Hauptobjekt der von Juſti geführten Unter— 
ſuchung eine Reihe von Gemälden, in denen ſich die Dar— 
ſtellung unter Verzicht auf die Vorführung des ganzen Körpers 
auf den Kopf oder Bruſtausſchnitt beſchränkt. Dazu gehören 
insbeſondere verſchiedene Madonnenbilder, en face genommen, 
die in allen weſentlichen Abmeſſungen aus dem Schema der 
früheren Proportionſtudien entwickelt ſind, und nur in dem 
Verhältnis zwiſchen Geſichts- und Gehirnſchädel eine zu— 
nehmende Entfernung von jener Regel auſweiſen. Der Verf. 
iſt ſich wohl bewußt, daß es nur ein Bruchteil von Dürers 
Werken iſt, in dem ſich eine derartige praktiſche Verwendung 
ſeiner Proportionſtudien nachweiſen läßt, und er hält auch 
mit der durchaus zutreffenden Beobachtung nicht zurück, daß 
die Mehrzahl dieſer Werke infolge einer gewiſſen akademiſchen 
Befangenheit, die ſich darin äußert, nicht zu den anſprechendſten 
des Meiſters gehört. Im großen und ganzen aber muß der 
von ihm geführte Nachweis als gelungen angeſehen werden, 
ſelbſt wenn in dieſem oder jenem Einzelfalle der Skepſis 
noch irgend ein Spielraum geblieben ſein ſollte. Eine ſo 
ſchwierige und verantwortungsvolle Unterſuchung kann nicht 
auf einmal Antwort auf alle Fragen geben. Genug, wenn 
das Prinzip, um das es ſich handelt, feſtgeſtellt iſt, und das 
iſt hier ohne Zweifel geſchehen. Als die Hauptquelle von 
Dürers Proportionſtudien, inſoweit hier von Quellen die 
Rede ſein kann, nennt Juſti die von Vitruv aufgeſtellten 
Lehrſätze von den Maßen des menſchlichen Körpers. Die 
lang geglaubte Hypotheſe von einer Beeinfluſſung Dürers 
durch den Venezianer Jacopo de Barbari wird abgelehnt, 


149 


— 1905. 4. — Literarifhe3 Zentralblatt — 21. Januar, — 


150 





Hingegen werden um jo nahdrüdlicher Dürer perjönliches 
Mühen um den Gegenftand und die Selbftändigkeit feiner 
Studien hervorgehoben. So fällt nunmehr ein helles Licht 
auf ein von der Yorihung bi dahin mehr als billig ver- 
nacdhläffigtes Gebiet von Dürer3 Lebensarbeit: wir fehen 
vor allen Dingen, wie die ungewöhnliche mathematifch-wiljen- 
Ichaftliche Begabung, die er befaß, in einem ficher zu um- 
Ichreibenden Felde feiner Fünftlerifchen Tätigkeit mit ein- 
greift. E38 ijt Har, daB damit neue Anhaltspunkte ge: 
wonnen find nicht nur zum Veritändnig der Methode von 
Dürerd Schaffen, fondern aud, im Zujfammenhange damit, 
zu ihrer äfthetiicden Beurteilung. Auch das möchten wir 
al einen bejonderen Gewinn hervorheben, den ung Juftig 
Schrift gebradt hat. Das Charafterbild der Künftlerd, das 
wir aus feinen Werken gewinnen folen, hat durch fein Ber- 
dienft eine in hohem Maße dantenswerte Bereicherung und 
Vertiefung erfahren. H. Weizsäcker. 


Die Kunft. Red.v. %. Brudmann. 6. Jahrg. 4. Heft. München. 

Inh.: Jobs. Mandkopf, Bödlind Kindergeftalten. — Ed. E dert, 
Die geplante Neuregelung des Urheberrehts an Werken der bildenden 
Künfte. — A. Heilmeyer, Ueber Mündener Platit. — F. Günther, 
Aus den Erinnerungen eined Muicumedireltore. — B. Bantof, Das 
württemberg. Mufitzimmer auf der Weltausftellung in St. Rouid. — 
GE. 8. Schneider, Bartengeftaltung. — U. Mefjel, Der Neubau 
des Warenhaufes Wertheim in Berlin. — M. U. Nicolai, Korb 
möbel und Metallarbeiten. 


Der Nunftwart. Hıögbr. F. Avenariud 18. Jahrg. 7. Heft. 
Münden, Callwey. 

Inh.: 3. Apvenariud, Winterreifen. — O. Enting, Weih- 
nadtsaufführungen. — H. v. Wolzogen. Nationaldant für Rihard 
Wagner. — R. Batta, Peter Cornelius. — U. Dresdner, Bon 
neucren Meiftern. — Aus Karl Spitteler „DOlympifchem Frühling”. 


Die Schönheit. Hrög. v. 8. Banfelom. 2. Jahrg. Heft 9. Berlin. 

Inh.: W. Keuche, Jeſus u. die Nacktheit. — E. Falt, Bilder 
ſtütmer. — M. Holgers, Iſadora Duncan eine Erlöſung. — €. 
Iſolani, E von Hohenheim. — J. Kirchner, Die Photo— 
grapbie ald Kunjt. — Delar Wuppermann, Das ğarbige in der 
Männerkleidung. — W. Bode, Der Krieg gegen dad Schöne. ESchl.) 


Zeitfgrift für bildende Kunft. Hrög. von EU. Seemann. N. F. 
16. Jahrg. 4. Heft. Leipzig. 
Inh.: W. Weisbach, Käthe Kollwitz. — W. Rolfs, Sigilgaita 
und die Flachbilder der Kanzel von Ravello. — L. M. Richter, Die 
Ausſtellungen alter fieneſiſcher Kunſt in London und Siena. 





pũdagogik. 
Lehmann, Rud., Deutſches Leſebuch für höhere Lehranſtalten. Erſter 
bis vierter Teil (1. u. 2. Halbbd.). Fünfter Teil. Leipzig, 1904/5. 


un . (XIII 29; IX, 298; VIIL, 340; VIII, 199; VI, 254 ; 
; 205 ©. (Gr, HI Geb. Æ 2, 50; 2, 50; 2, 60; 1, 80; 
2, 20; 2. 


Die neuen preußifchen Lehrpläne Haben in den lebten 
Sabhren den Betrieb der meiften Unterrichtsfächer wejentlich 
umgeftaltet, und dementiprechend find auch die Verfafler von 
Schulbüchern aller Art genötigt gewefen, diefe Lehrmittel 
durch mehr oder weniger tiefeinjchneidende Umänderungen 
den neuen Forderungen anzupafien. Das gilt nicht nur von 
den geichichtlichen, geographiichen, naturfundlichen und ähn- 
Dien Leitfäden, jondern vor allem auch von den Lejebüchern. 
Unter diefen gab e8 von jeher nicht wenige, die den Bedürf- 
nijen der einzelnen Gattungen höherer Lehranitalten gut 
entijprahen. "Zubeen fchreitet nicht nur die pädagogiiche 
Theorie, jondern auh die Praxis unaufhaltfam vorwärts. 
Neue Wünfche, neue Forderungen treten auf, und die Shul- 
büģer müffen den modernen Strömungen zu folgen juchen. 
Wie auf allen Gebieten, fo ift auch Dier ber Kampf ums 
Dafein von großem Segen. Infolge der natürlichen Musfefe 


verichiwinden minderwertige Erzeugniffe faft immer in kurzer 
rift von felbit, wenn fie nicht durch mächtige Einflüffe eine 
zeitlang gehalten werden. Bahlreihe Lejebücher erfcheinen 
von Jahr zu Jahr, aber nicht alle bewähren fih und werden 
zu bedeutjamen Kulturfaltoren für die junge Generation. 
Bu den beiten, die in den legten Jahren aufgetaucht find, 
gehört das vorliegende. Der Hrögbr. ift durch feine gründ- 
De Unterfudung über Aufgaben und Wege des deutjchen 
Unterrichts befannt. Aud feine Mitarbeiter find teil3 durch 
ihre langjährige praftifhe Tätigfeit an herausgehobener 
Stelle, teils durch ſchriftſtelleriſche Leiſtungen legitimiert. 
Das Werk iſt für alle Gattungen höherer Lehranſtalten be— 
rechnet und erſcheint wohl geeignet, einen organiſchen Mittel⸗ 
punkt des geſamten Unterrichts zu bilden. Neben dem eiſernen 
Beſtande aller Leſebücher enthält es viele mit Geſchick aus— 
gewählte, dem Verſtändnis der einzelnen Klaſſenſtufen an— 
gepaßte Stücke aus der zeitgenöſſiſchen Literatur. Aber auch 
manche minder bekannte Perlen des älteren Schrifttums 
ſind mit feinem Verſtändnis hervorgezogen worden. Schon 
heute darf nach den vorliegenden Proben behauptet werden, 
daß das Werk durch geſchmackvolle, zweckmäßige und der 
jugendlichen Faſſungskraft entſprechende Auswahl und An— 
ordnung des Stoffes wohl geeignet zur Einführung an Mittel⸗ 
ſchulen aller Art erſcheint. Ein näheres Eingehen auf die 
der Bearbeitung zu Grunde liegenden pädagogiſchen und 
methodiſchen Grundſätze und eine ſich daran ſchließende At: 
ſammenhängende Beſprechung muß bis zum Erſcheinen der 
übrigen Bände aufgeſchoben werden. 


Körper und Geifl. Hıragbr. K. Möller, F. M. Shmidt, $. 
Widenhagen. 13. Jahrg. Nr. 20. Leipzig, Voigtländer. 


Inh.: Kargesd, Der Diskugwurf. 1. — Welz, Der Diskuswurf. 2. 


Neues Korrefpondenz- Blatt für die Gelehrten: und Realfchulen 
Wurttembergd. Hrg. von TH. Klett u. D. Jaeger. 11. Jahrg. 
11. Heft. Stuttgart, Kohlhammer. 

nb," Gouber, Die gramm. Grundbegriffe in deutfch. Bezeicy 
nung. — Fehleifen, Die Tiara d. Königd Saitapharnıd. — Neftle, 

Zu Upoftelgefhichte 21, 36. — Derf., Kaifer Trajan und Papflt 

Gregor d. Er. — Hirzel, Nervofität u. Schule. — Derf., Arhäolog. 

Kurfus in Italien. — Jahresverſammlung d. Vereins realiſt. Lehrer 

Württembergs. — Ackerknecht, Wie lehren wir die Verdeutſchung 

v. Plusqupf., Imperf., Perf. u. Fut. exact.? — Weller, Imagines 

Tubingenses. 


Die Mädchenfchule. Hrög. von K. Heffel. 18. Jahrg. 1. Heft. 
Bonn, Marcus u. Weber. 

"nb, ` Berhandlung im preuß. Landtag über die Beloldungsver- 

hältniffe der Leiter, Lehrer u. Lehrerinnen an öff. höh. — 


Monatsſchrift für das Turnweſen. Hrsg. von Gebh. Ealer u. $. 
Schröer. 23. Jahrg. 12. Heft. Berlin, Weidmann. 
Inh.: Prohl, Zum Turnlehrermangel an den höh. Lehranſtalten. 
— Schubert, Schlaglauf mit Gefangenenflucht. 


Educational Review. Ed. by N. M. Butler. January 1905. 
Rahway, N. J., and New York. 

Cont.: J. Morley, Some thoughts on progress. — W. T. 
Harris, Social culture in the form of education and religion. 
— E. E. Brown, Present problems in the theory of education. 
— M. C. Thomas, The college. — Ch. C. Hall, The teaching 
of theology. 


— — — — — — 
sea un. 


— — 


VUermiſchtes. 


Hochſchul⸗NRachrichten. Hrsg. v. Paul v. Salvisber g. 16. Jahrg. 
Nr. 3. München, —B6 Verlag. 
Snb.: PB. v. Salvishberg, Die ftudentifche Unfallverfiherung 
u. die Mensa academica. — R. Krönlein, Das Hauptziel des 
medizin. Studiumd an der Univerfität. — Das Kollegium für die 
Studierenden der böhmischen Hocfchulen in Prag. 


151 


Separat-Abdrud aus den Sipungäberichten der mathem.-phnf. Klaffe 
der t. bayer. Afademie der ifenfihaften. Bd. 34. 1904. Heft 3. 
Münden, Franz in Komm. 

Snb.: S. Bünther, Erdpyramiden und Büßerfchnee ald gleich- 

artige Erofiondgebilde. (24 ©. 8. mit 7 Abb.) Æ 0, 60. 


Situngsherichte der tönigl. preuß. Akademie der Willenihaften zu 
Berlin. Phyfttalifchsmathematifche Klaffe. 1904. Nr. 54. 


Inh.: Waldener, Nabtrag zum Vortrag über dad Os tibiale 
externum. — van’t Hoff, Untirfuhungen über die Bildungsver: 
hältniffe der ogean. Salzablagerungen: XXXIX. Bildungstemperaturen 
unterhalb 250%. — ©. Hellmann, Ueber die relative Hegenarmut der 
deutfchen Flachküften. 


— Philofophifch-hiftorifhe Klaffe. 1904. Nr. 55. 


Inh.: Dilthey, Ucher die Grundlegung der Beifteswiijenichaften. 
— BB. Schulze, Ueber lit. klausiu und dad indogerm. Futurum. 


Univerfitätsidriften. 
(Format 8., wo ein anderes nicht bemerkt ift.) 


Graz. (8.8. techn. Hohihule. Nektoratsreden.) Ad. Klingatfc, 
Sahresberiht. (15 S.) — Rudolf Schüßler, Die richtige Deutung 
perfpettivijder Bilder. (15 ©.) 

Königsberg. (Rede zu Kants Geburtstag.) Arthur Ludwich, 
Kant und der Humanismus. (9 ©. 4.) 

— (Ehrengedädtniercde.) Arthurus Ludwich, Quaestionum 
Pseudophocylidearum pars altera. (6 S. 4.) 

— Inauguraldiſſ. Philoſ. Fak., Geſch.)) ChHriftian Anton 
Krollmann, Die Begründung des Defenſionswerks im Herzogtum 
Preußen unter dem Markgrafen Georg Friedrich und dem Kurfürſten 
Joachim Friedrich. (116 S.) — Joſeph Schmid, Die Oſterfeſtberech— 
nung auf den britiſchen Inſeln vom Anfang des 4. bis zum Ende des 
8. Jahrh. (95 S.) — Engl. Philol.]) Johannes Kollberg, Beis 
traäͤge zur Lehre vom Bedeutungswandel ber Wörter im Engliſchen. 
Zeil I. Die Qualitätsverſchlechterung einiger Wörter. (225 ©. 4.) — 
Leo Pilch, Umwandlung des altengliſchen Alliterationsverſes in den 
mittelenglifhen Reimvers. (72 €.) — [Roman. Philol.) Georg 
Goerte, Ucber Tierverwandlungen in franzöjiicher Dichtung und 
Eage. (63 S.) — [Chemie.) Curt Elias, Beiträge zur Kenntnid 
der Diphenylenglycoljaure. (52 S.) — Leo Fint, Chlorierung der 
Sulfanilfäure und Phenolparafulfofäure. (35 S.) — Alfred Gluͤcks— 
mann, Ueber Chlorcitramaljäure und Hydrochlororycitraconfäure. 
(44 ©.) — nn Haefe, Zur Kenntnie des Strydhnind. (53 ©.) — 
Arnold Jjaac, Ueber die Einwirkung von Chlorwaffer und Brom- 
waſſer auf Ricinoljäure. (27 ©) — Leo Kob, Ueber die Einwirkung 
von unterchloriger Saure auf Benzoejäure und Monochlorbenzoäjäure. 
(53 ©.) — Zofef Liebermann, Ueber die Einwirkung von Chlor 
auf para-Orpbenzoefäure (37 ©.) — Sojcph Lippftadt, Ueber die 
Darftellung der Tetraphenyibernfteinfäure. i42 ©.) — Paul Giel: 
mann, Einwirkung von Schwefelwafferiteff auf Aldehyde. (31 S.) — 
Benjamin Siew, Ueber die Einwirfung von Sodfalium und Jod- 
natrium auf arienigiaure Salze. (35 S.) — Hannd Staffelftein, 
Ueber Succinylderivate ded Hydrorylamind. (59 S.) — Ernſt Wronka, 
Beiträge zur Kenntnis einiger angeblich flereoifomerer Verbindungen. 
(50 ©.) — [Nandw.) Walter Kchler, Ucher Methoden zur Sterili- 
fation von Erdboden und Pflanzenfamen und über zwei neue thermo» 
tefiftente Bakterien. (54 ©., mit 1 Taf.) — Walter Rothe, Unter 
fuchungen über dad Verhalten einiger Mikroorganismen ded Bodens 
d Ammoniumfulfat und Natriumnitrat. (45 ©., mit Tab.) — Paul 

ageler, Ueber den Einfluß der Degetationsperiode und der Düngung 
auf die hemifchen Beftandteile der Kartorfellnollen. (61 ©., mit 3 Taf.) 
— Franz Waterftradt, Ein Beitrag zur Methodik der Wirtichaftd- 
lehre des Landbaues. (39 S., mit 3 Taf.) — [Medizin Fat.) Karl 
Biefeler, Ueber Querulantenwahnfinn nah Zrauma. (51 ©.) — 
Wilhelm Junghans, Ueber die Genefe der Lues hereditaria. (37 ©.) 
— Bruno Paufftat, Betrachtungen über die Skiaftopie und ihre 
Anwendung im militärifhen Erfapgeihäft. (81 ©., mit 1 Taf.) — 
Meilah Seldin, Ueber die Wirkung der Röntgen und Radium: 
firahlen auf innere Organe und den Gefamtorganidgmud der Tiere. 
(46 ©.) — Karl Theme, Ueber die ftrafrechtliche Verantwortung des 
Arztes. (52 ©.) — Wilhelm Wafferfall, Ein Beitrag zur gerihte- 
ärztlichen Würdigung der PVerfhwendungsfuht. (33 ©.) — Rudolf 
Weidmann, Beiträge zur Hämophilte. (48 ©., mit Taf.) — [Phyflol.) 
Sion Harris, Die Zerfiörung ded Wdrenalind im lebenden Tier. 
( .) 

Madiſon (Wisconſin). (Inauguraldifi. [Bhilof. Koll.) CH. $. 
SHandihin, Dad Sprihwort bei Hand Eads. L. Teil: Berzeihnie 
der Spribmötrter. (153 ©. ©r. 8.) Doll. 0, 50. — L. M. Larson, 
a a ’g nn in England before the Normen conquest. 

. Gr. 8. 


— 1905. 4. — Literarifhes Zentralblatt. — 21. Ianuar. — 


152 


Marburg. (Habilitationdihr.) Alfred Lohmann, Zur Auto: 
matie der Brüdenfajern und der Ventrikel ded Herzend. (24 ©.) 

— ($nauguraldijj. (Medizin. Fak.])) Gottfried Eich, Zur Frage 
de fünftl. Abortug bei Phthisis pulmonum. (37 £&.) — Earl Eifen- 
bab, Das überweite Beiden. 20 ©.) — Carl Happe, Uebergroße 
Entwidllung der ganzen Frucht oder einzelner Zeile ald Geburtd 
hindernis. (29 ©., mit 2 Abb.) — Guftav Kehr, Formanomalien 
rer Placenta und ihr Einfluß auf den Verlauf der Schwangerfchaft, 
der Geburt und des Wohenberts. (37 ©) — Leon Fedegand, 
Dreißig Jahre Hafenfchartendhirurgie (1871—1901). (58 ©.) — Karl 
Quelen, Ueber den Einflug bocdhyyratiger Blutungen nah Geburten 
auf den mütterlien Organismus. (27 ©.) — leo Löwenitein, 
Der Edhyupbullon. (48 ©.) — Adolf Reinhardt, Die Hypochorda 
bei Salamandra maculosa. (41 ©., mit 2 Taf; — Georg Quftav 
Roth, Ueber die jubjeftiven Beicdwerden im Beginn der Phthife. 
24 ©.) — Wilhelm Siemon, Weitere Beiträge zu den Bezichungen 
zwiichen Gehirn und Auge. :62 S.) — Auguft Weber, Beiträge zur 
Rehre von den Zwillingen. (59 S.) — [Bharmalol.] Friedrid Peters, 
Pharmafologiihe Unterruhungen über Sorydalisalkaloide. (47 ©.) — 
(Phyfiol. Chemie.) Soswin Zidgraf, Die Orydation des Leimd 
mit ‘Permanganaten. (14 ©.) 


Kritiſche Fachzeitſchriften. 


Revue crit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 
39° année. Nr. 1. Paris, E. Leroux. 


Somm.: Homo, Le règne d'Aurélien; Le règne de Claude la Gothique. — 
Brown, Ivain. — Kittredge, Arthur et Gorlagon. — Miss Paton, 
Etudes sur les fies dans les romans arthuriens. — Féret, La Faculté de 
théologie de Paris, II. — Cabié, L'ambassade do Jean Ebrard en 
Espagne. — Kortzfleísch, La bataille de Türckheim. — Ernst, Lessing. 
— Longin, Journal du baron Percy. — A. Lévy, La philosophie de 
Feuerbach. — Eug. Martin, Le Pape Léon IX. — Denifle, Vie de 
Luther, I. — Sol, Le cardinal Simoneta. — Boy6, La milice en Lorraine 
au XVÍIIe siècle. — Homberg et Jousselin, Le chevalier d’Eon. — 
Elzingre, Histoire de la Suisse. — Uzureau, Andegaviana et autres 
brochures. — Seignobos et Métin, Histoire moderne. — Immisch, 
L'épopée grecque. 


Rivista bibliografica italiana. Diretta dal G. Ciardi-Dupre. 
Anno X. Nr 1 


Somm.: I. Petrone, La filosofia politica contemporanea. — G. Del Vecchio, 
Diritto e personalità umana nella storia del pensiero. — C. M. Derada, 
Gli uomini e le riforme pedagogieco-sociali della Rivoluzione francese. — 
A. Martini, L'educazione del carattere. — G. Uzielli, Le acque po- 
tabili e il Municipio di Firenze. — F. Flamini, I significati reconditi 
della »Commedia« di Dante. — A. Lorenzini, Il movimento letterario 
nel secolo decimonono. — IF. Calonghi œe L. Maccari, Esercizi latini 
ad uso dei ginnasi. — G. Giorgieri-Contri, Folicità del sonno. — 
G. Pierantoni Mancini, Novelle umili. 








Neue philoloniiche NRundfhan. Hrag. von &. Wagener u. E. 

Ludwig. 1905. Nr. 1. Gotha, F. A. Perthes. 

Inh.: W. Ehrift, Die überlieferte Auswahl theokritifcher Gedichte. (I. Sitzler.) 
— N. Sroffer, E. Ziegler, Xenophons Hellenifa. (M. Hodermann.; — 
Joh. Müller, Taciti opera. (Ed. Wolff.) — A. Furtwängler u. H. v. 
Urlih®, Tenfmäler arıeifiher u. romifcher Skulptur. (PB. Weizfäder.) — 
W. Bobeth, De indieibus deoram. (Eb. Nestle) — ©. Edhlofwnann, 
Altrom. Schuldredt u. Schuldverfahren. (OD. Wadermann.) — V. Wolpe, 
E. Shulke, Tie Zaalburg. (DO. Wadermann.) — F. Gustafsson, De 
dativo Latino; Ders, De gerundiis et gerundivis Latinis. (Fr. Stolz.) — 
F. Decori, Correspondance de (reorge Sand et d’Alfred de Musset. (H. 
SchickInger.) — E. Eberle, Amusements dans l'étude du français. (G. 
M. Küffner.) — Ph. Plattner u. 3. Kühne, Unterrichtöwerf d. frangoi. 
Eprae. (9. Bihler.) — 3. E Ait: u. mittelengl. Uebunasbud. (©. 
Epies.) — Sir Leslie Stephen, Hobbes. — L. E.Menger, The Anglo- 
Norman dialect. 


Wochenschrift für klaffifche Philologie. Hrög.v. ©. Andrefen, $. 
Drabeim u. F. Harder. 22. Jahrg. Nr. 2. Berlin, Weidmann. 
Inh.: J. Beloch, Griechiſche Geſchichte. III. Die grieh. Weltherrfchaft. 2. Abt. 
(Schneider.) — Chreſtomathie aus Xenophon von K. Schenkl. 13. Aufl. v. 
A. Corniger u. O. Sdent. — M. Arnold, Quaestiones Poseidonianae. 
1. (H. Moeller.) — D. Vaglieri, Gli scavı recenti nel foro Romano. 
Snpplemento. 1. — Tacitus’ Annalen und Hiftorien in Auswahl von U. 

Weidner. 3. Aufl.v. R. Lange. (Tb. np) 


Außerdem erfchienen 


ausführlicdye Aritiken 


über: 


Badem, J., Staatölerifon. (Beil. 3. Allg. Ztg. Nr. 6.) 

Bachmann, A, Mhd. Kefebuh. (Kunge: Star. f. d. Oymnw. LIX, 1.) 

Bauer u. Streinz, Wh. d. deutich. Spradhe. (Weidling: Ebd.) 

Bittner, 2, Ghronolog. Verzeichnid der öfterr. Staateverträge. I. 
1526—1753. (v. Wretihto: Beil. 3. Allg. Ztg. Nr. 10.) 

Dülberg, F., Althelländ. Gemälde im erzbifchofl. Muf. zu Utrecht. 
(Beil. 3. Allg. Ztg. Nr. 3.) 

Eberftadt, R., Das Wohnungsweien. (Der Städtebau IL 1.) 

Enriqued, $., Vorlefungen über projettive Geometrie. Ueberf. v. ©. 
Wieder, (Schwering: Oymnafium XXIIL 2.) 





153 


Unterr. XIX 

Feyerabend, K., History of the United States. (Kubfuß: Ztichr. 
d d. Sumnw. LIX, 1.) 

Zreund, W., Wie ftudiert man Maff. Philologic? 6. Aufl., hreg. v. 
D. Deiter. (Seiler: Ebd.) 

Friedrich, E., a u. fypez. Wirtfchaftögeographie. (Bludau: Gym- 
nafium XXIII, 2.) 

Gaudig, V.. Didaktiſche Ketzereien. (Weſſely: Ztiſchr. f. d. deutſch. 
Untere. XIX, 1.) 

Ginsbach, E., Die deutſche Branntweinbefteuerung 1887—1902. 
(vd. Heckel: Jabrbb. f. Nationalök. u. Stat. XXVIH, 6.) 

Haar, $. T., Das Dekret des Papfted Innocenz XI über den Pre 
babilidmus. (Zödler: Theol. L51. XXVL 


2.) 
1, 8., Entwü deut Aufſätzen. (Unbeſcheid: Ziſchr. f. 
De WR er Vor Side: Sifar f 
(Böttiger: Ztichr, f. 


Hein, Adalb. Stifter, fein Leben u. f. Werke. 
d. Gymnw. LIX, 1.) 

Hemme, A., Bad muß der Gebildete vom Griek. wifien? (Freytag: 
sang Ard. XLVIL 1.) 

Hefe, A., Diehl: Jahrbb. f. Nationalök. u. 


Natur u. Geſellſchaft. 
Etat. XXVIII, 6.) 

Hirſch, A., Die Frau in der bild. Kunſt. (Beil. Allg. 218 Rr. 2.) 

Landau, B., Karl v. Holteid Romane. (Pepet: Eed. Nr. 5.) 

Liebig, E. v., Beiträge u. Borfchtäge 3. Problem der Kreditverficherung. 
(Manes: Jahrbb. f. Nationalöf. u. Stat. XXVIII, 6. 

Qigmann, B., Goethes Lyrik. (R. Lehmann: Ztſchr. f. d. Gymnw. LIX, 1.) 

Lo Bianco, ©., Pelagifche Zieficefifcherei der „Maja“ in der Um- 
gebung von Capri. (Lampert: Raturm. Rundihun XX, 2.) 

Meyer, A., Die deutfchen Börfenfteuern 1881—1900. (Bredlauer: 
Sahıbb. f. Rationalöl. u. Stat. XXVIIL 6.) 

Bade, A., Raturgefühl u. Raturfombolit bei Heinr. Heine. (Sonntag: 
Beil. 3. Allg. Ste. Nr. 9.) 

Bfänder, A, Einfübrung in die Bfycologie. (Beil. 3. Allg. Big. Rr. 11.) 

Belorny, Raturgefh. d. Mineralreihe. Bearb. v. FifHer. (Böttger: 
Pädagog. Arh. XLVI, 1.) 

Särienz, 6., Gel. d. Pharmacie. (Roth: Beil. 5. Allg. Ste. Nr. 6.) 

Schneider. G. Schülerfommentar zu Blatond Phaidon. (Muff: Ztichr. 
f. d. Gymnw. LIX, 1.) 

Smalian, 8., Lehrbuch d. Pflangentde. (Böttger: Pädag. Arh.XLVIL 1.) 

Göhnd, F., Unsere Pflanzen. (Schwarze: Btichr. f. d. d. Unterr. XIX, 1.) 

Peig, D., Die Religion des Reuen Tert. Seeberg: Theol. b1. XXVI, 2.) 

undt. W., Principles of pagaologieal psychology. I. Transl. 

Titehener. (Saleeby: The Academy Nr. 1706.) 
Beuh, Gedanken über Kunft x. (Der Städtebau II, 1.) 





Bom 4. bis 11. Sanıtar find nahftehende 


nen erfchienene Werke 


bei sne eimgeliefert worden, deren Beiprechung fih die Rebaltion worbebält: 

Bartels, Adolf, Befhichte der deutfchen Literatur. In 2 Bänden. 
3. n. 4. Aufl. Leipzig. Avenarins. (Sr. 8.) Æ 10; geb. Æ 12. 

BibHotheca reformatoria Neerlandica, Geschriften uit den tijd 
der bervorming in de Nederlanden opnieuw uitgegeven door 
S. Cramer en F. Pijper. 2. Deel: Het Offer des Heeren. 
Baag. Nijhoff. (X, S. Gr. 8.) 

Gicerod Rede über den Sch des Pompejus. Hrög. V. GH. Rohi. 
3. Aufl. Leipzig. Freytag. (8.) Æ 0, 60. 

PAT x e — E G., Il sentimento giuridico. Turin. Frat. Booea. 
(18 8. Gr. 8.) 

Dorner, NA., Die hriftl. Lehre nah vem gegenwärt. Stande d. theol. 
Bifjenfhaft u. ihre Bermittiung an die Gemeinde. (Bortrag.) Berlin. 
Schwetſchke & Sohn. (27 ©. 8.) 

Fifhber, M., Die düt, Lehre zc. (Bortrag.) Eb». (38 ©. 8.) 

Goethe, SE v. Berlihingen. Für den Schulgebr. brögb. v. Aug. 
Saner. 2. Aufl. Leipzig. Freytag. (16.) Geb. #0, 90. 

wen O., Geſch. d. Bhilofopbie g Kant. 6. Heft: D.Fr. Strauß. 
Gharlottenburg. Bürkner. (Gr. 8.) Æ 0, 75. 

ragil, P., Gefhichte d. deutfch-böhmifchen Anfiedelungen im Banat. 
Prag. Galve. (VI, 138 S. ©r. 8. mit 8 Zaf.) 

rimm, Jakob, Rede auf Schiller. Mit dem Vilin. Siller vor 
Gerh. v. Kügelgen. en Butenberg-Berfag. (Gr. 8.) „#0, 50. 

Heilborn, Ad., Der Menich. Leipzig. Teubner. (Br. 8.) Geb. L1, 25. 

Jahresberichte für neuere deutfche Litteraturgefhichte. Mit bef. Unter 
flügung von Er. Schmidt hreg. v. J. Eliad, M. Deborn, ®. 

abian, 8. Jahn, $. Daftid. XI. Bd. (Jahr 1900), 8./4. Abt. 
erlin. Behr. (IV, 174 ©. ©r. 8.) 

Saumann, ©. Die —— der Bewegungelehre. Leipzig. Barth. 
(Gr. 8. mit 124 Abb.) Æ 11. 

Jeschim, H. H., A study of the Ethies of Spinose. Oxford. 

Clarendoa Press. (8.) Geb. Sh. 10, 6. 


— 1905. M4. — Literarifhes Bentralblatt. — 21. Januar. — 
Gige, $. B., WE den Sadfenlanden. (Sahr: Zifchr. f. d. deutfh. | 


154 


Zufti, 8, Dürer Dresdener Altar. Mit 7 Abb. Leipzig E. A 


Seemann. (Gr. 8.) Æ 1, 50. 
Katalog literatury naukowej polskiej Tom II. Rok 1903. 
Krakau. Univ.-Druckerei. (102 S. Gr. 8.) 


Keller, €., Der Beweig der Rotwehr. Eine rehtähifter. Studie aus 
dem Sadfenfpiegel. Breslau. Sletter. (Gr. 8.) Æ 1, 50. 

Krollmann, E., Das Defenfiondwert im Herzogtum Preußen. 1. TI. 
Berlin. Ebhardt & Co. (Gr. 8.) Æ 2, 40. 

Langmeffer, N, Conrad Ferdinand Meyer. Sein Leben, feine 
Werte u. fein Nahlap. 3. Aufl. Berlin. Wiegandt & Grieben. 
(Gr. 8.) æ 6, 50. 

Lebon, E., Extrait du plan d’une bibliographie analytique des 
écrits contemporains sur l'histoire de l'astronomie. (S.-A.) 
Rom. Accademia dei lincei. (19 S. Gr. 8.) 

Loforte-Randi, A., Voltaire. Nietzsche. Palermo, Reber. 


(8.) L. 3. 
Biers und fünfftelige Logarithmentafeln nebft einigen phyſikaliſchen 
Konftanten. Braunfchweig. Bieweg & Sohn. (ör. 8.) Æ 0, % 


Lothar, R., Das teutihe Drama d. Gegenwart. Mit 25 Bild. u. 
117 Tertit. Münden. Georg Müller. (Gr. 8) 4 10. 


Manzoni, A., I promessi sposi. Illustrati con 40 tavole tratte 
studio su gli anni di noviziato poetico del Manzoni di M. 
Scherillo. Mailand. Hoepli. ei L. 5. 

Tübingen. Mohr. (XVI, 
492 ©. Gr, 8 : 

Mehlhorn, P., Die Qirge für die Lebenden! Berlin. 

Müller, ©. F., Frig Reuter Leben und EHaffen. Leipzig. Heffe. 
(16. mit 14 Abb. u. 1 Fati.) # 1. 
Sachſen. Leipzig. Dürr. (4) æ 2. í 

Müller-Fraureutd, R., Aus der Welt der Wörter. Vorträge üb. 


da disegni originali di G. Previati e preceduti da uno 
Marti, 8, Das Dodelaproph:ton. 
(Predigt.) 
Schwetſchke & Sohn. (15 ©. 8.) 
Müller, ©., Katechismus u. Rates iömudunterriät im Abertinifchen 
Gegenftände deutfcher Wortforfh. Hale a. E. Riemeyer. (Gr. 8.) M4. 


Negri, G., Nel presente e nel passato. Profili e bozzetti 
storici. 2. ediz. larg. accresciuta. Precede: G. Negri alla 
caccia dei briganti, narrazione di M. Soherillo. nd. 


Heepli. (8.) L. 4, 50 , 
obt, H., Shülertommentar zu Gicereë Rede für T. Annius Milo. 
Leipzig. Freytag. (8.) Æ 0, 60. i 
Die, Ed., Da? deutibe Handwerk in feiner E Gnt. 
widelung. 2. Aufl. mit 27 Abb. Leipzig. Teubner. (8.) Geb. „4 1, 25. 
Pafhtis, H., Kosmetik für Aerzte. 3. Aufl. Wien. Hölder. (Ley.-8.) 
AM 


6, 80. e 
The diary of Samuel Pepys. Ed. with add. by H. B. Wheatley 
Vol. III. IV. London. Bell & Sons. (8.) Geb. je Sh. 5. 
Petrie, W. M. Flinders, Methods and aims ie archaeology. 
With 66 illustr. London. Macmillan & Co. (8) Geb. Sh. 6. 
Rasi, P., Saggio di alcune ve, nei versi eroici e lirici 
di S. Ennodio. (S.-A. a. Rendiconti del R. Ist. Lomb. di sc. 
= ə lett. S. II, vol. 37.) (23 S. Gr. 8.) 


Antiquariſche Kataloge. 


Jacobfohn & Co. in Breslau. Nr. 200. Kunſtgeſch., Geid., Geogr., 
Sileſtaca, Biogr., Sozialwiſſ., Deutſche Belletr. u. LitGeſch. Nufit, 
ttaffi. Philol., PHilof., 1500 Nin. Nr. 201. Kathol. Theol. (74 S.) 

Keil, K., in Rudolſtadt. Mitteil. Rr. 4. Deutiche Geihichte. 361 Rra. 

Merkel, Rud., in Erlangen. Nr. 149. Guriofa u. Miscelanea zur 
Aulturs u. Gittengefhichte. 1714 Nım. 

Mueller, J. Eah., in Halle oa E Rr. 108. Theologie. 1666 Nru. 


Aachrichten. 


Der Dozent der Phyſik an der techn. Hochſchule Prof.Dr. Dole 
zalet in Danzig wurde zum a. ord. Profeſſor in Göttingen, der 
Privatdozent der Botani! Dr. A. Gruft in Zürih zum a. ord. Profefjor 
und Direktor ded botamifd-mikroftopifchen Laboratoriums, James 
Davics zum Lector publicus der engl. Eprade an der Unin. 
Leipzig ernannt. . S a 

Ju Heidelberg habilitierte Rh Dr. G. Lagt für Philofophie, in 
Münden D. Th. — für Kirchengeſchichte, der Oberſtabsatzt 
Prof. Dr. A. Dieudonné für Hygiene, Dr. R. Gaupp für Ur 
diatrie und Dr. M. 3. Bonn für Rationalölonomie, in Bafıl Dr. 
©. v. Saltylow für pathelogiihe Anatomie. 

Der Gymn.Direttor Prof. Dr. Raumann in Rawitich wurde 
zum Direktor der Gymn.Abteilung der Hobenzollernfhule in Schöne 
berg, der Kuflod L. Ganglbauer zum Leiter der zoolog. Abteilung 
ded Raturhiftor. Mufeums in Wien ernannt. 


Die Alademie der Wiffenfhaften in St. Petersburg wählte den 
fländigen Selretär der ie ber Wiffenschaften Geh. Oberregierungd- 
rat Prof. Dr. Auwers iu Berlin zum Ehrenmitglied, den ord. Pro- 


155 


— 1905. 134 — Literarifhes Bentralblatt. — 21. Januar. — 


156 





feffor der Anatomie Geb. Med.-Rat Dr. Stieda in Königsberg i. Pr. 
und den ord. Profeffor der vergleih. Sprachmwifienfhaft Dr. Bartho- 
fomae in Gießen zu korreipondierenden Mitgliedern. 

= Die Academy of science in St. Roui ernannte den a. ord. 
Profeffor der Botanit Geh. Neg.-Rat Dr. Wittmad in Berlin zum 
Ehrenmitglied. 

Der Profeſſor der Erdkunde an der techn. Hochſchule Dr. S. 
Günther in Münden wurde von der Società sismologica italiana 
jum auswärtigen Mitglied ernannt. 

Berliehen wurde: dem ord. Profeffor der irauenheiltunde Dr. 
Beit in Halle a. ©. der Charakter ald Geh. Medizinalrat, dem ord. 
Profeflor der deutihen Philologie Dr. H. Baumgart in Könige 
berg t. Pr. und dem ord. Profeffor der Geihihte Dr. See in 
Greiföwald der Charakter ald Geh. Regierungsrat, dem Privatdogenten 
des Zivilprogeffed und Strafrchte Dr. W. Hoepfner in Göttingen, 
dem Privatdogenten der Hugiene Dr. Wolpert und dem Privatdozenten 
der pathologifhen Anatomie Dr. K. Kaiferling in Berlin, dem 
Kulturhiftoriter Dr. F. Weinig dafelbfi und dem Nffiftenten bei der 
oolog. Station Dr. W. Biesbreht in Neapel das Prädikat Pro» 
Kor dem Gymn.:Direftor Dr. O. Böhmer in Vopen, dem Direktor 
der Biftoria Rouifenfhule Dr. H. Gruber in Wilmersdorf (Berlin), 
dem Gymn.Profeſſor Dr. UA. Haafe in Küftrin und dem Realgymn.: 
Profefior Dr. &. Bellermann in Berlin der rote Adlerorden 4. Klaffe, 
dem Abteilungsdireftor an der T. Bibliothet Geh. Reg.-NRat Dr. Rofe 
in Berlin der l. preuß. Kronenorden 2. Klafle. 


Am 3. Januar + in Gießen der frühere ord. Profeffor der 
Beterinärmedizin Dr. Georg Pflug, 70 Jahre alt. 

Am 4. Januar + in Paderborn die Nomanfcriftftellerin Ferdi. 
nande Freiin v. Bradel im 70. Lebensjahre. 

Am 5. Januar + in Parid der Aftronom Paul Henry; in Salz 
burg der Ardivdireltor Dr. Rihard Schufter im 37. Lebensjahre. 

Am 7. Januar + in Hannover der etatömäßige Profefjor a. D. 
der Baufonftruktiondiehre an der techn. Hochſchule Geh. Reg. -Rat 
Ludwig Debo, 87 Jahre alt. 

Am 9. Januar + in Schlettfladt der elfäffifche Geſchichtsforſcher 
Stadttibliothetar Dr. Jofeph Gény, 43 Jahre alt. 

Am 12. Januar + in Leipzig der Berlagsbuchhändler Otto Dürr 
in faft vollendetem 73. RQebengjahre; in Frankfurt a. M. der Geologe 
und Paläontologe Dr. Albert v. Reinach, 62 Jahre alt. 

‚ Um 14. Januar + in Jena Prof. Dr. Ernft Abbe, der Be 
gründer der Karl Zeif-Stiftung, 85 Jahre alt. 

Bor kurzem + in Bonn der frühere Privatdozent der praftifchen 
Geometrie an der tehn. Hochfchule in Karlöruhe Obergeometer Dr. 
Mar Doll, 72 Jahre alt. 


Wiſſenſchaftliche Juſtitnte und Vereine. 


Der 5. internationale EECH Kongreß 
wird vom 11. bid 18. September 1 in St. Peteröburg ftattfinden. 
Der Borfigende ded Drganifationdtomitees ift Prof. v. Ott dafelbft. 

Für den 15. internationalen medizinifchen Kongreß, der vom 
19. bi 26. April 1906 in Liffabon ftattfindet, find nicht weniger ale 
188 offizielle Referate in Vorbereitung, Pie vor Eröffnung des Kon: 
greffed gedrudt werden folen. 

Der internationale Kongreß für vorgefchichtliche Authropo- 
logie und Arhäologie hält feine 13. Sigung vom 16. big 21. April 1906 
in Monaco ab. Anfragen und Anmeldungen find an Generalfekretär 
Dr. R. Berneau (Parie, Rue de Buffon 61) zu richten. 

Der 14. internationale Drientaliften » Kongreß wird vom 
19. bi8 26. April d. J. unter dem Prafidium des Direltord ber 
Algierer Ecole supérieure des lettres R. Baffet ftattfinden. Die 
Arbeiten verteilen fih auf folgende Sektionen: 1) Indien und die 
arifhen Spraden (Altperfifch zc.ı, 2) Semitifhe Sprachen, 3) ee 
des Jslam (Arabiſch, Türkiſch, Perſiſch), 4) Aegypten, afrifan. Sprachen 
und Madagaskar, 5; Oftafien, 6) Griechenland und der Orient, 7) Afris 
Tanifche Archäologie und muhammedanifche Kunt. Anmeldungen haben 
beim DOrganifationdtomitee (Algier, Rue d’Ysly 46) oder für Deutich- 
land bei Dtto Harraffowig in Leipzig zu erfolgen. Die Mitgliede 
karte koſtet 20 Fres. 

Vor ſieben Jahren faßte die Berliner „Geſellſchaft für deutſche 
Literatur“ den Beſchluß, eine Sammelftätte für Privatdrucke (dra⸗ 
matiſche Manuſkriptdrucke, Feſtſchriften, Liederdrucke, Memoiren, Brief—⸗ 
wechſel, Familiengeſchichten, Statuten ꝛc.) zu begründen. Nach mühe⸗ 
vollen und e Vorarbeiten ift Iept eine ſolche erſtanden, 
bereitö über 7000 Drude zählend, die ausfhlieplic dur Schenkungen 
zufammengefommen find. Alg eine Art Appendir zur SC Biblio: 
thet in Berlin, deren Berwaltung ihr in danfendwerter Weile ein Afyl 
E bat, wird fie im Januar d. 3. ber Benupung übergeben. hr 

rganifator und Leiter it Prof. Dr. Mar Herrmann, der ihre 
Shaffung nn t bat. 

Eine grönländifhe biologifğe Station wird in einiger Beit 

mit Mitteln des dänifchen Staates unter der Leitung des Botaniterd 


Morten P. Porfild in Godhavn auf ber Infel Disco errichtet 
werden. Dad Arbeitöprogramm diefer Station, deren Koften auf eine 
einmalige Ausgabe von 35000 Kronen und eine jährliche von 11000 
Kronen angefhlagen werden, foll außer der Botanik auch alle anderen 
Zweige der biologiihen Erforfhung Grönland, indbefondere aud 
unter dem wirtfchaftlichen Gefichtspunfte, umfaflen und die Station 
auh auswärtigen Gelehrten zur Bearbeitung befonderer Forfhung®- 
jweige offen gehalten werben. 


Wiffenfchaftlihe Stiftungen uud Zuwendungen. 


n der Shafefpeare-Stadt Stratforbd:on-Avon ift diefer Tage die 
Binliothek eröffnet worden, die der befannte amerifanifhe Wohltäter 
Carnegie diefer Stadt gefchentt hat. Die Stadt hat dazu ein Haus 
im Stil der Elifabethanifchen Zeit gebaut, das fi in der Nahbarichaft 
von Shakeſpeares Geburtshaus erhebt. 


Preisausſchreiben. 


Die k. Akademie der Wiſſenſchaften in Turin erinnert die „Ge—⸗ 
lehrten und Erfinder aller Voölker“ an den wiſſenſchaftl. Wettbewerb, 
den fie als Vollſtreckerin des Teſtaments des am 7. Dez. 1876 verſtorb. 
Dr. Cäfar Alerander Brefla für den Zeitraum 1903—1906 aus» 

efchrieden hat. Der Zwed dieſes Wettbewerbs ift ed, „denjenigen 

elehrten oder Erfinder, gleichviel welcher Nation, zu belohnen, ber 
innerbalb des vierjährigen Zeitraums 1903—1906 nad dem Urteil 
der Akademie der Wiflenfchaften zu Turin die hervorragendfte und 
nüglichfte Entdedung gemadht oder dad bedeutendfle Wert aus dem 
Gebiet der uhnfifafifeen und erperimentellen Wiflenihaft, der be 
f&hreibenden Natumwiffenfchaft, der reinen oder angewandten Matkr- 
matt, der Chemie, Phyfiologie oder Pathologie, der Geologie, Seo 
grapbie, Geihichte oder Etatiftit verfaßt hat.” Diefer Wettbewerb 
wird am 31. Dez. 1906 gefchloffen werden. Der audgefepte Preis 
beträgt 9600 Francë. Bewerber um Melen Preis baben die Abficht 
ihrer Bewerbung innerhalb diefes Zeitraums in einem an den Präfi- 
denten der Akademie, E&.d’Dvidio, gerichteten Schreiben audzudruden 
und trað Buch beizulegen, auf Grund deffen die Bewerbung erfolgt. 
Manuffripte find ausgeichloffen. Der Preid wird dem von der Afa- 
demie am würdigften befundenen Gelehrten erteilt werden, auch wenn 
dë ei an der Bewerbung nicht beteiligt Haben folte. (Beilage A 

. 3tg.) 

Le den Ende 1905 zu erteilenden Preid von 1800 Æ au? der 
Seinrich Lippertfchen Preisftiftung für Studierende der Medizin und 
Aerzte in Deutfchland und Defterreih wird folgende Aufgabe geftelit: 
„&3 follen die anatomifchen Veränderungen der Borderhornzellen und 
peripherifchen Nerven unterfucht werden, welche bei Tieren nadh erperi- 
menteller ee eined Gelenked entftehen.“ Die Einfendung der 
Arbeiten muß bie 9. Dezember 1905 an dad Sekretariat der Berliner 
Univerfität erfolgen. 


Altertumsfunde. Ausgrabungen. 


An der Nähe von Weil (Amt Engen in Baden) wurden auf einem 
Nder aht von Steinplatten eingefapte Gräber entdedt, ein Reihen: 
räber- Friedhof aus alemannifher Beit, etwa aug dem 5. biè 
. Jahrh. n. Chr. In den Gräbern, die von Oft nah Welt gerichtet 
waren, fand man außer Bebeinen zwei große Ohrringe aus Bronze, 
fllberverzierte Gürtelbefchlägftüde zc. Ganz in ber Mob diefer Gräber 
wurde eine Gruppe ftattlicher Grabhügel aus vordhriftlider Zeit ent» 
deett, die aber noch nicht unterfucht find. 

Ein Urnenfriedhof, den Prof. v. Wiefer (Wien) der ausgeben 
den Bronzezeit zumies, wurde unlängft beim Bau der ftädtifchen Waffer- 
leitung in & waz in Tirol aufgededt. Bisher wurden in Abftänden 
von 1—11/ Meter fee große Alchenurnen freigelegt; jede war mit 
einer Steinplatte zugededt und ftand auf einer folhen. Mande Umen 
haben ein bandartige® Ornament. Un Bronzebeigaben fanden bé 
Meffer, Meißel, zwei Beine Armringe, mean von Kindern, ferner 
Haarnadeln mit mohnkopfähnlihen Köpfen, Ringe, Ohrringe, Gürtel: 
haten und nod verfchiedene Gegenftände. 

Die legten Grabungen auf der Injel Ythala, die der befgiiche 
Arhäologe Dr. Bollgraff mit den von dem Holländer Gorlop ge 
fpendeten Mitteln ausgeführt hat, find von ziemlichen Erfolgen De 
gleitet gewefen. Bei der Kapelle des b Athanafiod wurde ein grobes 
Gebäude aus römifcher Zeit aufgededt, dad wahriheinlic einen Tempel 
darſtellt. Es mißt 54 Meter in der Länge und 28 Meter in Ber 
Breite und feint an der Stelle von älteren Bauten errichtet zu fein, 
denn dicht in der Nähe fand man deutliche moylenifhe Nefte Fermer 
hat Dr. Bollgraff auf dem Zfthmos der Infel gegraben, wo die alte 
Stadt gelegen hat. Auch bier fonnte er die Refte mehrerer Kultur- 
fhichten feftfiellen, die von Bafen geometrifhen Stils bið in die 
römifģġe Zeit reihen. Gine gröğere mytenifhe Anlage, del die er 
tiep, fonnte er leider wegen Geländefchwierigteiten nicht weiter ver- 


folgen. 
Forſchungsreiſen. 
Der ord. Hon.Profeſſor der Phyfiologie an der Berliner Uni—⸗ 
verſität Geh. Med.⸗Rat Dr. ©. Fritfch, der fih auf einer mit 


157 — 1905. M4. — Literarifhes Zentralblatt — 21. Januar. — 158 





Unterftügung der preuß. Regierung unternommenen gr um die Sn Malmö ift dur den Lunder Bibliothekar Ljunggren ein Grems 
Belt befindet, ift nah einer glüdlih verlaufenen und erfolgreihen | plar der vermuteten älteften Ausgabe deg Shatefpenreiäen „Titus 
Erpedition in das Innere Geylond, die der Erforfhung der Webdea, | Andronicus (gedrudt in London 1594) aufgefunden worden, von dem 
der Urbevölterung der Infel, gewidmet war, Ende Novbr. nah Colombo | man biäher nur zwei Quartaudgaben von 1 und 1611 kannte. 


utüdgetehrt. Bon Rangoon aus gedachte er die noh wenig durd- Berfchiedenes. 
bis: Aer OR, Si der däniſchen ſog. lite⸗ Da in Lauchſtädt die Verhandlungen mit der Stadt wegen Ueber⸗ 
rariſchen Grönfanbforihungsfahrt, die nad) 21/2 Jahren nad Kopen- nahme des fol. Bades gefcheitert find, befchloß die preuß. Regierung, 


- a as re ée 1802 unter Goethes und Schillerd Leitung erbaute Lauchftädter 
bagen zurüdtehrte, ift die volftändige Aufnahme der Melville-Bai im bad 8 o 
nördi. Grönland. Daé Hauptziel, die Unterfuchungen über die geiftigen — ee in — die augen en 
Fåhigteiten der Gtimos, fheint vollen Erfolg gehabt zu haben, denn | Mie A —— in SR m. oetheverehrer wurden be eſen 
ed wurde aan gammel an Sagen, — und ig m... geftiftet. Man hofft auh auf Förderung durch den 
von den zivilifierten Edtimos der dänischen Kolonie von Jvigtut im : : 
Süden big zu den heidnifchen Stämmen im hoben Norden. $ e ar SC KE Dr. dek und u en gegen hie an 
Literarifche Neuigkeiten und Funde veitlopf & Härtel, Profefior Dr. Hermann Krepihmar un edakteur 
Dr. Alfred Heuß angeſtrengte Prozeß iſt beendet. Das Koönigliche 
‚ Im Berlage der Firma Schulze & Go. in Leipzig befindet fiH, | Landgericht I zu Berlin bat den Anſpruch der Kläger, die die Guͤltig⸗ 
wie und biefelbe mitteilt, gegenwärtig ein Werk in Borbereitung, da® | teit der Sapungen und Wahlen der Internationalen Mufitgefelifchaft, 
im fommenden Sommer unter dem Titel „„Deutjches Zeitgenoffen- | fowie die Berechtigung zur Weiterherausgabe der Publikationen der» 
legiton. Biograpbifhes Handbud; deutfcher Männer und grauen der | felben beftritten, in allen Punkten für unbegründet erachtet, Profeffor 
Gegenwart“ erſcheinen und über ungefähr 5000 Perfonen berichten | Sleifcher und Gcenofien laut rechtsfräftigen Urteild vom 27. Oftober 
wird. Das Bud un alle Kreife in den Bereich feiner Behandlung | 1904 mit ihrer Klage abgewiefen und zur Tragung der Koften des 
und berüdfihtigt fowohl Gelehrte, Schriftfteller, Künftler al® auh | Rechtöftreitd verurteilt. („YZeitfchrift der Internationalen Mufitgefell- 
hohe Beamte, Diilitärd, Induftriche ıc., von denen e8 fletd in kurzer, | fchaft* 1. Januar 1905.) 
zufammenfafjender Weife einen Einblid in ihren Lebeng- und Bildungd- 








eben will und aud die betreffenden Schriften, Kompofitionen, 
— Erfindungen i anführen wird. Wir SEN auf Ale Atellennergebung. 
Lerifon, das ein intereffantes, auffhlußreiches und nüpliches Handbuch Nr. 24221. Die Stelle des Vorftandes des ftäntifchen 


werden dürfte, feinerzeit zurüdtommen. ag 
Der feit langen wartete dritte (Schluß) Bortrag von Friedr. ftatiftifchen Amtes, welches hier auf 1. April 1905 errichtet 


Delipfh über die Vabel-Wibel- Frage wird demnähft bei der | Werden wird, fol im Verlauf der nädften Zeit bejegt werben. 
Deutfhen Berlags-Anftalt in Stuttgart erfcheinen. Der Berf. GN Bewerber mit afademifcher Bildung wollen ihre Gefuche 
hierin zur Berteidigung und weiteren Entbülung der von ihm felte | mit Beugniffen verfehen, unter Bezeichnung der Gehaltsan- 


gehaltenen Gefihtöpunkte abermals eine Menge wichtiger und dem : . RR 
grogen Publitum noch unbekannter Detaild bei. (Mitteilung der Ber- Iprüdhe, binnen drei Wochen dahier einreichen. 


lagsbuchhandlung.) 
Das Arhänlogifge Inftitut von Liverpool iſt durch die Freigebige Freiburg im Breisgau, den 23. Dezember 1904 

teit eines privaten Gönner in den Stand gefept worden, die Ber- Mer Stadtrat. 

öffentlihung einer „Belgidhte Aegypteng” in die Hand zu nehmen, Dr. ®interer. Mörder. 


die alle Grgebnifje der neucren Forihung — Wl und von den 

älteſten Zeiten bis zur Eroberung durch Alexander d. Gr. reihen ſol..—— 5 
Das gel d d ne in ale, — et Sig. Jung. Dr. phil. mit gründl. bewährt. Eultur- u. literar- 

m Einband der aud dem Karmeliterllofter zu Bamberg ftammen- 2 : 

den Handfsrift Rr. 99, jept in der tgl. Bibliothek zu Bamber Aue fehia en WEE — el WEN 
wurden fürzlih drei unvollfiändige Blätter einer Sivinshandiärif orz. Empfehlg. paſſ. g. an Biblioth. od. Verlag. Gef. 
deë 5. Jabrh.s entdeckt. Die Blätter, die paläographiſch ſeht be⸗ Ungeb. bef. die Exrped. des L. B. sub. Z. 500. 

deutfam find, gehören zur 4. Delade de Liviug, fur die biher eine 


andere Bamberger Handfchrift de 11. Jabrh.ð die einzige Quelle war. Berichtigung. | 
Die Unterfuhung zeigt, daß die neu aufgefundenen Blätter offenbar In Rr. 2, Sp. 69, 3. 28 v. u. lied: einige neue Belege, 3. 22 
die Borlage zur Handfchrift des 11. Set bildeten. v. u. Bitate (fl. Kapitel), 3. 21 v. u. Inder (fl. Inhalt). 


Ulie Bütterfenbungen erbitten wir unter ber Abrefie ber Exrpeb. b. BL. (Sindenfivahe 18), alle Briefeunter ber deß Herausgebers (Ralfer Wilgelmfir. 29). NRur ſolche 
Werte Tounen eine Befyredung Iinden, Die der Red. vorgelegen haben. Bel Rorreipanbenzen über Bäder bitten wir Reis ben Ramen von deren angugeben, 





Literarifhe Anzeigen, 


0o 
= Fürft Hohenlohe; 
binterlaffene Aufzeichnungen 
General y. d. Sole: ren nn DE sen 
Rud. von Bennigjen: "einen Hnteriafenen Papieren 
erfiseinen im Zapegang 1905 der Monatfriite DEUFIHIE Renne 


Herausgegeben von Rihard Zleifcher. DVierteljährlich (3 Hefte) 6 Mark 
Das Zanuarheft liefert jede Buchhandlung zur Anficht, auch die Deutfche Verlags-Anftalt in Stuttgart 


Die intereffantefte deutfche Monatjchrift ihrer Urt 
oO o 


H 











— 1905. M4. — Literarifhes Bentralblatt — 21. Kama. — 160 





Für das Studium der mittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte: 


CHRONOLOGIE 


des 


Mittelalters und der Neuzeit 


von FRANZ RÜHL, 
Professor der Geschichte an der Universität Königsberg. 
Mit zahlreichen Tabellen. 
gr. 8°. VIII, 312 Seiten. — Preis M. 6,50, in Kal. gebunden M. 7.50. 
Prof. K. Krambacher (München) In der Byzant. Zeitschr.: Der Verfasser „hat sich durch 
seine höchst klare und anziehende Darstellung der verworrenen, den meisten wenig 


bekannten, vielen unheimlichen, ja verhaßten Hilfswissenschaft den Dank aller er- 
worben, die irgendwie mit historischen Dingen zu tun haben“. 





Verlag von Reuther & Reichard in Berlin W. 9. 





Antiquariat 
J. Ricker’sche Univ.-Buchh. Giessen 


Grosses Lager wissenschaftl. Werke. 
Kataloge kostenfrei. 
Ankauf ganzer Bibliotheken u. einz.Werke 


Angebote er 





Verlag von Otte Spamer in Leipzig 


Berlag von Eduard Avenarius in Leipzig. 
Adolf Bartels 
Kritiker und Kritikaster 


Pro domo et pro arte. 
Mit einem Unhang: 
Das Judentum in der deutschen Literatur. 
8 Bogen. Æ 1, —. 


Wichtige Neuheit 


für Zaufmänniſche Fortbildungsſchulen. 


In Auguſt Neumann's Berlag, 
Fr. Lucas in Leipzig erſchien ſoeben: 


Aurzer Lehrgang der 
sn Apradıe für 
anfmännilcde Schulen 


und ähbnlihe Anftalten mit be- 
Ihräntter Kurfusdauer 


(J Japan B 


das Land der aufgebenden Sonne 
einft und jest. 

Gefhblldert von Dr. J. Lauterer. Mit 108 Ab» 

bildungen und einer Rarte. Eleg. geb. N. 8.50. 


Das vorliegende Werk ift See geeignet, 
über die einfcblägigen Verhältnitie zu unterric» 
ten und dem Lefer ein eigenes und Jelbftändiges 
Urteil eu verfbaffen. In feffelnder Weife und 
nad eigener auf mebrjährigen Reifen dur 

n gewonnener Anjcbauung entwirft der Ver- 
affer ein anfcbaulicbes Bild des Landes mit fei- 


Sn diefer Schrift fept fih ver bekannte Lite» 
rarhiftoriker in fehr energifcher und amüfanter 
Weiſe mit feinen Gegnern auseinander, gibt 
aber zugleih eine gründlidelinterfuhun 
über dad Wefen der Kritik und Gtreif 
lichter über heutige deutfhe Derhältniffe, die 
zweifello® alle Gebildeten aufs hHöchfte inter 
effieren werden. 





Bon 
Brofefior Dr. I. B. Peters 
Leiter der Qaufmännifhen Shule zu Bochum 


und 
Dr. Adolf Sottfchalt 


DOberlehrer an der Handelsfhule und Dozent an der 
Handels Hochſchule zu Köln 


Gebunden in Leinen 4 2,80. 





nen Städten und feinen unvergleichlidben land» 
Ibaftliben Schönbeiten. Er Ibildert den Boden- 
reicbtum Japans, feine Tier- und Pflanzenwelt, 
die geographifcben und klimatifcben Verhältniffe, 
Insbefondere aber feine Bewohner inibren 
EE Sittenundinibrerganzen 
Lebensweije. bervo n find 
die dem Werke beigegebenen vorzüglib a 
führten Jtuftraionen welde mit Sabku 

a 


'und Sorgfal usgewählt wurden. 


EE EE 


Berlag von Ed. Avenarins in Leipzig. 


SEET 





Soeben erichienen: 


Adolf BartelS, Gejchichte der deutjchen Literatur. 


| In zwei Bänden. 
Sehhftes bis zehntes Taufend. we æ» Dritte und vierte Auflage. 


een Br M. 10.—, 


Gerd ift jemals eine Litexaturgefhichte jo heftig be 
lämpft worden wie die vorliegende, teine hat fih aber trogdem 
jo rafh durchgefegt. Das liegt daran, dab ihr Verfafier eine 
deutſche Perfönlichfeit ift, die ihren geraden Weg geht und fih 
durch nicht3 in der Welt von dem mutigen Ausiprechen ihrer 
Überzeugung abhalten läßt; fo erftanden dem Buche feine zahl- 
reihen Gegner, aber hinwieberum erwarb e3 auch feine begeifterten 
greunde. Nun muß man aber nicht glauben, daß das Bud) 
nur dur Bartels’ nationale Gefinnung und die kräftige Sub- 
jeftivität feines äfthetifchen Urteil Wert erhielte, nem, es ift 
zweifellos gud eine tüchtige wiffenfchaftliche Leiftung. Selten ift 
Die Gejchichte der deutfchen Literatur fo Hiftorifch Ka dar- 
geftellt worden, wie e8 in den acht einleitenben Überfichten ber 
at Bücher, in die das Werk zerfällt, geichieht, felten hat aud) 
ein Literaturhiftorifer vermocht, bei der unendlihen Mannig- 
faltigleit der Dichtergeftalten der deutfchen Literatur jede fo an- 
Idaulih und rund und geichloffen hinzuftellen, wie Bartels in 


geb. M. 12. —. 


den 102 (jetzt 104) Einzelcharakteriſtiken ſeines Werkes. Die 
Literaturgeſchichte des 19. Jahrhunderts zumal hat Bartels erſt 
endgültig begründet, ſo gern er ſelbſt auch die Verdienſte ſeiner 
Vorgänger anerkennt. Alles in allem iſt dieſe „Geſchichte der 
deutſchen Literatur“ nach dem Zeugnis zahlreicher berufener Be⸗ 
urteiler, unter denen ſich auch Franzoſen, Ruſſen und Amerikaner 
befinden, ein äußßerſt lebensvolles, intereſſantes Buch, das in der 
neuen Ausgabe an Exaktheit und ftiliſtiſch noch ſehr gewonnen 
hat! Hier kann man einmal mit voller innerer Berechtigung den 
Wunſch ausſprechen, daß das Werk in jedem deutſchen Hauſe 
vorhanden ſein möge; denn es hat wirklich großen erzieheriſchen 
Wert. Die Gegner Bartels' ſind, wie in literariſchen Kreiſen 
wohlbekannt iſt, faſt ſamt und ſonders keine Deutſchen der Raſſe 
nach, und fie find der Wahrheit fo wenig tren geblieben, daß 
der Verfaſſer in ſeiner Broſchüre „Kritiker und Kritikaſter“ eine 
Reihe von ihnen geradezu an den Pranger ſtellen konnte. Auch 
auf die große Billigkeit des Werkes ſei noch aufmerkſam gemacht. 


Hierzu eine Beilage von Leopold Boß in Gamburg. 
Berantwortl. Redakteur Prof. Dr. Ednard Zarnäce in Leipzigz, Kaiſer Wilhelmſtraße 29. — Druck von Breittopf a Hartel in Leipzig. 


J Ayo o 





Literariſches Zentralblatt 


für Ddeutſchland. 


Bbegründet von Sriedrih Baruke. 
Herausgeber Beat, Dr, Ed. Zender in Leipzig, Kaiſer Wilhelmſtraße 29. 


Mit der halbmonatlihen Beilage, Die ſchöne Literatur“. 
Verlegt von Eduard Avenarins in Leipzig, Kindenftrafe 18. 


Ad. Ob, Jahrg. 








Ericheint jeden Sonnabend. 


> 28. Januar 1905. = 


Preis einjchl. Beilage jährl. Æ 30. 





niert, 


Fe oe, us: Zaals, Alttefamentl. Chronologie; Zei Entdedungen in ber 
Eur hi an den Bergh van Eyſinga, Indifhe Cinflüffe auf evangelifhe ' 
ä set en. 


Fhitefoysie (164): Pater, Plato und ter Platonismud. 

o AulturgefGidte (165): Sohlbaum, Ter Kurverein von Renfe. 
‚ Die altgermant, Tierornamentif. Fontes rerum Austriacarum, 1. Abt 
Bd., 1. Hälfte: Die Chroni? des Serbonio Dont. 

SEI von Buchs, hrsg. v. F. Hirſch. 1. dn. 
Rlaffilern der Geographie, 


. N. 2. Reihe. Gaengió el, Das Erdfphäroid. 


Das Tagebud Zeg ) 
f ånder- nnd Bölkerkunde (168); Rrümm el, Ausgewählte Stüde ang den i 


RaturwifenfGaften. Mathematik 169): D — Mikroſkopiſche Faltungsformen. 

| Ahrens, Scherz und Ernft in der Mathematif. 

i nn (171): Kolb, Ter Einfluk von oben u. Haus auf bie SE des 
4 e Ee ‚Epemanne Hiftorifher Medicinal-Kalender, bearb. v. 3. Pagel u. 
Reale. SCH Staatswifenfgaften (172): Theodosiani libri XVI, ed. Th. M o m m- 

` senet P.M. Moyer, vol. I. Die Civilprozegordnung, erl. v. Beterfen, 1. Bd. 

Schanz, Der künſtliche Seeweg u. ſeine wirtfcaftli e Bedeutung. 

u WBifenfhaften (175): Korn, Eleftrifche wernphotograpkie. 

\ pradhunde. G tegt: 1176): Linguistic Survey of India, ed. Be 

Grierson. ndex —— composuit Preuss. Sing 

ze Humanift — Merfteter 1460—1512. v. Maung, Heraldik in Dienften 

er Shalefveare-Forfhurg. Abelen, Goethe in meinem Leben. 

4 Pädagogik (180) Bermifätes (181): Mommf en, Reden und Auffärr. 


— 





$5 aen neoe el, ©.. Das Crdfphäroid 3c. (169.) 
a. Ibau "Der Kurverein von Renfe i. 9. 1338. 
an 


Ter Einfluß von Boden und Haus auf die 


Aſphab etiſches Zuhaltsverzeihnis. * 
Abelen, B. R., Goethe in meinem Leben. (179.) olb 
Ahbrene R., Gg u. Ernft in der Diathematit. (170.) 
pan den Berg b van Eyſinga, G. A.. Zi Ein⸗ 
Hüte auf ef Erzählungen. (163 

Das Tagebuh Tirtrich — von KN (1647— 
168:3). Hrag. v 1. Bd. (16 

al Sioiloroiehortmung. erl. v. 9. Beterten. 5. Aufl. 


(174.) 
T — R. Miäkroſlopiſche EE (o) 
Fontes reram Austriacaru . Abt. t S 1. Hälfte: 
re . .) 


Die Chroni? deg Gerbonio Seo. 
Theologie, 


1) Taaks, Gerh., Alttestamentliche Chronologie. Uelzen, 1904. 
Selbstverlag. ou? S. Gr. 8 mit Tabellen.) .# 4, 50. 


2, Ders., Zwei Entdeckungen in der Bibel. Ebd., 1904. (III, 
15 8. Gr.8) #1. 


Sm erien Abfchnitt des erfigenannten Buches, ungefähr 

Der Hälfte de ganzen Werkes, unterfucht Taaks die in den 
biblifhen Königsbüchern gegebenen chronologifchen Daten. 
Belanntlid) werden in den Königsbüchern nicht bloß Jahr⸗ 
fummen der NRegierungsdauer, fondern aud) Synchronismen 
gegeben, und da paifiert e8 einigemal, daß die beiden Daten 
nicht ftimmen. T. geht die einzelnen Daten, ungefähr 50 
Voften, dur, konftatiert mindeftens 15 Fehler, die von einer 
zu engen Faſſung des Synchronismus herrühren ſollen. 
Einige bisher gemachte Erklärungsverſuche (von Wellhauſen, 
von Rühl und Löw) weiſt T. ab, indem er zeigt, „daß die 
vorliegenden Synchronismen eine Abſicht auf irgend welche 
Ausgleichung nicht erkennen laſſen“ (S. 19). Wäre doch nur 
der Verf. bei der Theorie der Abſichtsloſigkeit geblieben! 
Aber T. wittert überall Fälſchung und Betrug; der Verfaſſer 
der bibliſchen Königsbücher iſt ihm ein ausgemachter Schelm 
(S. 25), das Ganze iſt eine Schelmerei, ein Scherz (S. 43), 
ein Scelmenftreih (S. 52), und fo geht es weiter. Und 
warum dies harte Urteil? T. glaubt gefunden zu haben, 
dag dem Amazja nicht 29 fondern 18 Jahre gebühren; daß 
der Zeiger um 10 Stunden an der Uhr deg Ahas zurüd- 
gegangen, bedeute, daß Ahas 10 Jahre früher zur Regierung 
getommen jei (S. 28), ein jonderbarer Fälfcher das, ber 
eine Maſſe von LBahlen fäliht, aber gleichzeitig Sorge 
trägt, daß man ben Sclüffel zu feinen Fälſchungen ja 
nicht verliere! Der Feler ftede in den Jahren des Histia; 
Das haben auh jon andere gefunden (f. z. B. die Einlei- 
161 


Wd ch des Krebfe®. 


der Geographie. 1. u. 2. 
Vol. III, part 


Forſchung. (178 
Mommien, 


Linguistic GIE of India, — v G. A. Grierson, 
L Vol. V, (176. 
Maung, an. SE in P anen der Shakeſpeare⸗ 


Th., Jaen und Auffäge. (181.) 


S e a Br und der Platoniemns. (Mebertr. v. 
e 


Index Isocrateus. Composuit S. Preuss. (177.) 
Salin, B., Die E Zieromamentif. Ueberj. 


(171.) v. J. Mestorf. 
Born, 3. Eleltrifhe Yernphotograpbie. 1175.) 
Krümmel, D., Ausgewählte Etüde aug d. Klnffitern 


Shang, ©., Der tiahi he Seeweg ꝛc 
Si na "ER, Ter Humanift Iatob ae, 1460 — 
17 
— SEN er Dedicinal-Kalender, bearb. v. I. 
Pagel u. 93 Schwalbe. (171.) 
Zaals, o ltteflamentlidje Chronologie. (161.) 
, Zwei Enttedungen in IW Bibel. (161.) 
Theodosiani libri XVI. Ed. Th. Mommsen ot P. M. 
Meyer. Vol.]. dii 


Meihe. (168.) 


tung zu Sefaia in Strad-Bödlers kurz gef. 2. Aufl.), ohne 
daß fie den biblifchen Autor darum mit Schimpf- und 
Scheltworten traftiert hätten. T. mag ja barin Redt 
haben, daß die ganze Chronologie auf die Reform oho 
abziele (S. 32), aber da3 involviert doch nicht die bewußte 
Sälfhung. Daß der biblifche Autor einmal die Bahlen 
41 und 19 Dot, und T. nicht den Gefallen tut, mit 39° 
Hifchen Zahlen zu operieren, nennt T. felbit den tritifhen 
Puntt feiner Unterfuhung (S. 39), und aud) von den auf 
©. 44 berührten Fällen ift ja leicht zu erjehen, daß der 
biblifche Autor ehrlich zu Werte geht, aber T. weiß fih zu 
helfen, der Schelm ift ihm nit Schelm genug, al8 daß er 
nicht Hinter feine Schlihe füme. Jn Zahlen wie 55, 2, 31, 
11, 11 tritt nah T. die Elfzahl auffallend Hervor (©. 45). 
Edenjo fünftlich ift die Gruppierung der Nichterjahre (©. 66) 
im zweiten Ublchnitte des Taatfhen Buches; was fol man 
auch von einer Forihung Halten, in der der Autor erklärt: 
„Wir werden alfo doh ein AUbleitungsprinzip für die Rihter- 
chronologie annehmen mûffen, auh wenn es fich nicht ent: 
deden laffen folte” (S. 63)? Nein, man nimmt nicht? an, 
was fich nicht beweifen läht! Wollendg in den Bahlen der 
Genejis und im Buche Esra fdHaltet T. mit fouveräner 
Willkür; fein befonnener Foricher wird ihm dorthin folgen. 
Dn T.8 Buch ift vieles geiftreich, aber nur weniges wahr. 
Ubgefehen davon, muß auch bemerkt werden, daß T. nicht 
überall auf den Urtert zurüdgebt ; dies fcheint unter anderem 
daraus herborzugehen, daß T. Eonftant „Ummon“ fchreibt 
ftatt „Amon“ (Tor). Bei dem allen rangiert Taals „Ultt. 
Chronologie” als wifjenjchaftliche Urbeit; aber feine „Bwei 
Entdedungen” (2) find abjolut wertlog, und bei ben argen 
Schmähungen, die darin auf Altes und Neues Teitament 
verübt werden, ift e8 befler, die Alten darüber zu rt 
. K 


162 


163 


— 1905. Mb5. — Literarifhes Bentralblatt. — 28. Januar. — 


164 





van den Bergh van Eysinga, G. A., Indische Einflüsse auf 
evangelische Erzählungen. Mit einem Nachwort von E. Kuhn. 
Göttingen, 1904. Vandenhoeck & Ruprecht. (VI, 104 8. 8.: 
M 3. 


Forschungen z. Religion u. Lit. des Alten u. Neuen Test., hregb. 
v. W. Bousset v. H. Gunkel. 4. Heft. 

Die alte Anficht von der Abgeichloffenheit Indiens Hat 
Héi in ben legten Jahren mehr und mehr ald unrichtig 
herausgeftellt und es tritt immer Harer zu Tage, dap Die 
indifhe Kultur nicht bloß auf Oft: und Gentralafien, fondern 
auch nach dem Weiten Hin einen bedeutenden Einfluß ausgeübt 
hat. Befonders war e3 der Buddhismus, der infolge feiner 
wunderbaren Exrpanfionsfraft als Vehikel indiichen Geiltes 
diente, und je genauer fein Literaturfreis durchforjcht wurde, 
defto mehr Beziehungen mit den Erzeugnifien fremder Völker 
ergaben fih. Leider haben fih diejes dankbaren Stoffes, 
au beffen Beherrichung die volllommene Kenntnis einer großen 
Anzahl orientalischer Literaturen gehört, auch Kreife bemädhtigt, 
denen die nötigen Erforderniffe abgehen, und fo erjcheinen 
Jahr für Jahr Werke, in denen die Beziehungen von Bud- 
dHismus und Chriftentum von Dilettanten erörtert werden. 
Einen vorteilhaften Gegenjat zu diefen Arbeiten bildet die 
vorliegende Schrift, die in maßvoller. Weife durch Unterfuhung 
übereinftimmender Büge im Leben des Heilands, wie fie 
und fomwohl in den fanonifhen als apofryphen Schriften 
berichtet werden, und im Leben Buddhas Beeinfluffung der 
hriftlichen Legenden durch indifche zu erweilen fucht. Wie 
ſchwer e8 dabei ift, zu allfeitig befriedigenden Ergebniffen zu 
gelangen, erhellt aus zwei Bemerkungen des Wutors, nëm d 
einerfeit3, daß er verichiedene Parallelen, die andere Gelehrte 
für fchlagend halten, für wenig bemeisfräftig anjehen müfle 
(©. 54, 72) und daß andrerjeits fogar derfelbe Gelehrte feine 
Unficht bezüglich der Beweistraft einer bejtimmten Parallele 
geändert Habe (S. 59). So möchte ich Hinwiederum be 
vom Berf. al3 fehr wichtig angejehene Uebereinjtimmung 
der chriftlichen und bubdhiftifchen Befchreibungen des Welt- 
brandes (©. 53) al3 für feine Thefe faum in Betracht fommend 
erflären, da e3 viel näher liegt, Hier zoroaftrifche oder fagen 
wir mittelperjiiche Unihauungen wiederzufinden. erfifche 
Ehriften dürften überhaupt meines Erachtens auch) da, wo 
es fi um Buddhiftifches handelt, die Bermittlerrolle gefpielt 
haben und da der Verf. jelbit darauf aufmerffam nacht 
(S. 71), daß fi die Legende vom Schulbefuh Jefu bei 
ihnen findet und daß indifche Berichte über einen buddhiftiichen 
Arhat durh Parthien und Perfien nah Oft-Syrien gelangten 
(©. 89), fo dürfte eine eingehendere Prüfung des hier in Be» 
tracht kommenden mittelperfiichen Materials vieles in einem 
anderen Lichte erfcheinen laffen. Die vorliegende Schrift bot 
jedenfalls die ganze Frage in vorzüglicher Weife gefördert 
und verdient e8, von allen, die fich für die Geſchichte des 
Neuen Tejtamentes intereffieren, aufs eingehendfte ftudiert zu 
werben. f . Kirste. 


Allgem. evang.-luther. Kirdengeitung. Bear. von Chr. C. Luts 


hardt. 1905. Nr. 2. Leipzig, Dörffling u. Frante. 


Snh.: An der Wiege des Chriftentumd. 2 — Aus Quthardtd 
Privatiffimum über die „Lutheraner innerhalb der Union“. — Die 
Arbeit des Lirch!. Ausfchuffed. — Theolog. Kurfug in Braunfchweig. 
— Lutheriſche Konferenz in Greifswald. 


Proteftantenblatt. Hrög. von R. Emde u. M. Fifcher. 38. Jahrg. 
Nr. 3. Bremen, Schünemann. 

Inh.: BaentfH, Entftehung, Art u. Geſch. d. israelit. Mono⸗ 
theiömus. 10. — W. Schubring, Neuere Berfuhe üb. d. toong 
foziale Problem od. Chriftentum u. Jntereffentampf. 2. — U. R. 
Bertrand, Moderner Proteftantidömus in Frantreih. 2. — A. Ur: 
bain, Des Paftord Riele. 3. — Karl Shwary Stiftung. — B ei- 
lage: Zu den Angriffen auf D. Fiiher. — Bon den freien Rich 
tungen in der Kirhe. — Aus dem Großherzogtum Heffen. 


Die Studierſtube. Theologiſche und kirchliche Monatſchrift. Hrsgbr. 
Jul. Boehmer. 3. Jahrg. L Heft. Stuttgart, Breiner & Pfeiffer. 
Inh.: Rückblick u. Ausblick. — Girgenſohn, Die Theologie 
Reinhold Seebergs. — Bönhoff, Die Taufe des Herrn. — Jul. 
Boehmer, Die Heilandsnamen im bibl. u. kirchl. Sprachgebrauch. 1. 
— Derſ., Vom altteſt. Gebiete — Sarowy, Das bone evang. 
Snftitut f. Altertumdwiffenihaft im Heiligen Lande. — Klein, Die 
Miffion in China. — K. E. Knodt, Zur Jahreöwende. 
Die hriffliche Welt. Hrög.: W.Rade. 19. Jahrg. Nr.2. Marburg. 


Inh.: E.Lahenmann, Der Bruch zwifchen Frankreich u. d. Ba 
tifan. 2) Wer trägt die Schuld? — Röthig, Arbeiterverlehr. — 
Drews, IN.RI Frohe Botfhaft eined armen Günderd. Bon 
Rofegger. — v. Dergen, Hand Delbrüds Erinnerungen, Auffäße zc. 


Bhilofophie, 


Pater, Walter, Plato und der Platonismus. Aus dem Eng- 
lischen ken von Hans Hecht. Vorlesungen. Jena, 
1904. Diederichs. (VIII, 339 8. 8) 4 7; geb. # 8. 

Unter Blatonismus ift in diefem Buche Platos Gedanken: 
welt nicht jomwohl Hinfichtlich ihrer Hiftoriihen Nachwirkungen 
gemeint, fondern alg der unmittelbare Audru von Platos 
teils zeitgefchichtlich bedingter, teils ſchöpferiſch freier Pers 
fönlichleit. Dabei will der Verf. aber keineswegs einen Bei- 
trag zur jogenannten platonifhen rage bieten und das 
genetilhe Verftändnig von Platos PHilofophie im Sinne 
wiffenichaftlicher Unterfcheidungen befördern. E83 Yat etwas 
recht tröftliches zu jehen, wie wenig do im Grunde das un- 
mittelbar wertvolle, die Erwedung platonifchen Geiftes oder 
richtiger vielleicht einer platoniichen Stimmung in den Seelen 
moderner Lefer, abhängig ift von Der Löfung der fpezifiich 
wiffenjhaftlihen Probleme. So wirfen auch die altvertranten 

Terte der Bibel immer wieder, mit unmittelbarer Kraft, 

auch auf ben, der fich recht wohl bewußt ift, wie viel un- 

beantwortete Fragen diefe Wirkung noh Hinter fih bat. 

Pater ift jelbft ein Platoniker, in dem Sinne, daß für diefe 

Eigenichaft nicht eine beliebige Unzahl unterjcheidender Dog- 

men maßgebend ift, jondern eine gewille Lebensftimmung, 

eine ganz abjonderlide Harmonie in den aus innerjten Tiefen 
der Perſönlichkeit heraufklingenden Grundakkorden. Was 
an Plato ihn bezaubert, das iſt, was dieſem gerade heute 
wiederum eine tiefe Wirkung ſichert und was man das 
centaurenhafte ſeines Genius nennen könnte: die reide 

Sinnenhaftigkeit ſeines Empfindens und Könnens in ihrer 

wunderſamen Parung mit einer geradezu heroiſchen Leiden⸗ 

ſchaft für den abſtrakteſten Intellektualismus, nach Paters 

Formel: die Miſchung heraklitiſcher und eleatiſcher Grund— 

richtungen. Weniger erfreulich als das ſtimmungsreiche ag, 

erleben dieſer gegenſatzvollen Gedankenwelt iſt der Verſuch 

Paters, ihre Beſtandteile gleichſam kulturhiſtoriſch zu fixieren: 

attifch-ionifche Beweglichkeit mit centrifugaler Tendenz und 

dorifche Gemejjenheit und Ruhe mit centripetalem Streben. 

Sein eigned Herz ift (mit Plato, wie er glaubt) durchaus 

der zweiten Seite zugewandt, niht ohne eine direlt unhiftorijche 

Sealijirung des Dorertums, bei der aber den modernen 

Meder überrafhen wird, wie ftart ein fpezififch englifches 

Nationalempfinden Paters mit im Spiele ift. Trog aler 

Borbehalte bleibt da3 Ganze ein erfreuliches Buch, erfreulich 

auch wegen des für unjre Zeit ſo charakteriſtiſchen Neuerwachens 

einer Teilnahme für Plato, ein Interefje, da8 au an andern 

Unternehmungen des Diederichgichen Verlages bemerkbar ger 

worden ift und das nicht nur ein jehr bedeutfames, fondern 

wahrlid auch ein jehr ehrenvolles Zeugnis für ben Beit- 
geift darjtellt; ift doh aud in früheren Jahrhunderten [Hon 
das Aufs und Mbfhwanten der Wertihäßung zmwiichen Plato 
und Ariftoteles ein äußerſt zuverläſſiger Gradmeſſer geweſen. 
Leider kennt Ref. das engliſche Original nicht. So kann 


— — nn — — 





165 


— 1905. 155. — Literarifhes Zentralblatt — 28. Januar. — 


166 





er von den Berdienften des Ueberfeberd nicht fagen als 
da3 eine, daß fie jehr achtbar fchon um deswillen fein dürften, 
weil der Leer tatfählih nur ganz felten das Gefühl hat 
in einer Ueberfeßung zu elen. Db eine, zwar fein abgetönte, 
aber doc erkennbare Niebfheihe Färbung der Diltion dem 
Baterichen Stile völlig entipricht, vermag Nef. nicht zu fagen. 
Die Einheitlichleit ber Stimmung ift jedenfalls gewahrt. 
O. I. 





Geſchichte. Kulturgeſchichte. 


Höhlbaum, Konst., Der Kurverein von Rense i. J. 1338. 
Berlin, 1904. Weidmann. (488. Gr. 4) #5, 50 


Abhandlungen der kgl Gesellsch. e Wiss. zu Göttingen. 
Philol.-hist. Kl., N. F. Bd. VII, Nr. 3 

Dem um bie Gefchichtäwiffenichaft io hochverdienten Berf. 
fann man für diefe eingehende und äußerft fharffinnige Unter: 
ſuchung nicht mehr den gebührenden Dant? übermitteln, mit 
dem fie begrüßt werden muß, da er am 1. Mai v. J. aus diefer 
Beitlichkeit Durch den Tod abgerufen worden ift. Nadh 9. 
find die Renfer Beichlüffe zunädjit a13 ein Weistum „über 
die königliden und faiferlicden Regierungsrechte auf Grund 
der Tätigung der Wahl durch die Kurfürften” (S. 17) anzu: 
leben, für welches die dort anmwelenden Vertreter der übrigen 
NReichsftände dem Reiche gegenüber die Verantwortung mit: 
übernahmen. Der Verf. unterfudt dann eingehend die beiden 
Schreiben der Kurfürften an den Papft (welche unter den 
Gelehrten bisher immer Verdacht erregten), die Gejamter- 
Härung der Kurfürften und ein Schreiben des Erzbilchof3 
Balduin von Trier und erweift fie ald echt. Dadurch gewinnt 
er eine feite Bafis für feine Hypothefe und madt fie durch 
feine Argumente noh wahrjcheinlicher, nämlich dadurch, daß 
Erzbiihof Balduin das anregende und treibende Motiv zu 
dem Vorgehen in diejer Richtung gemwefen ift. Den Bejchluß 
der dankenswerten Unterfuchung bildet eine Klarftellung der 
Borgeichichte diefes Altes und der Nachweis, daß der Anftoß 
zur legten Entiheidung auf Avignon zurüdzuführen ift. 


Salin, Bernh., Die altgermanische Tierornamentik. Typo- 
Ben Studie tiber germanische Metallgegenstände aus 
bis IX. Jahrh., nebst einer Studie üher irische Ornamen- 
tik. Aus dem schwedischen Manuskript übersetzt v. J. Mes- 
torf. Stockholm, 1904. Beckmann. Berlin, Asher & Co. 
in Komm. (XIV, '383 S. Gr. 4.) «4 30. 

Ueber die Bedeutung diefes fchwer lesbaren Werkes werden 
voraugfihtli) in Deutichland nur überaus wenige zu urteilen 
imftande fein; jedenfalls in erfter Linie ift die Ueberjegerin, 
Brof. Johanna Mestorf, dazu berufen, Ref. dagegen muß 
fi begnügen, bier nur den Inhalt der groß angelegten Ar 
beit zu jfigzieren. Das Werk ift in zwei Bücher geteilt. 
Jm erften wird die „Entwidlung, Verbreitung und relative 
Chronologie einiger Formen der germanijchen Altjachen in 
ber Bölferwanderungszeit“ gehandelt. Das Wort „Ultiachen“ 
Ratt Altertümer, Antiquitäten ift uns nicht geläufig.‘ Das 
erfte Kapitel unterjucht die füdgermanischen Fibelformen. Da3 
Refultat ift, daß von Südrußland zwei Kulturftrömungen 
ausgehen, eine nad Süd- und Wefteuropa, der andere nord» 
wärts bis nah Skandinavien. Diefe Hypothele wird dur 
die Ermittelung der Verbreitung gewifjer Fibelarten erwiefen. 
Die nordbeutihen Fibeln werden im zweiten Kapitel De, 
Iproden. hr Verbreitungsgebiet erjtredt fi von Schweden 
und Norwegen über Dänemark, Deutichland, Yrankreich, 
Stalin. Zm dritten Abfchnitt werden neben den Yibeln 
auh die Schildbudel und vor allem die germanilchen 

er mit ihren Knäufen und Scheiden, ihrem Wiem, 
zeug in Betracht gezogen. Da3 vierte Kapitel gedentt end» 


lich gewiffer Formen der Tierornamentik. Diefe Mode ift 
bon Hannover ou8 nod dem Norden verbreitet worden mie 
bom Norden über denfelben Landftrich andere Fibelformen in 
Deutichland Eingang fanden. Die Verbindung mit Südrußland 
wird durch das VBordringen der Staven unterbrochen, beren 
uriprüngliche Wohnfige weftlich von der Berbindungslinie Krim⸗ 
Kiew gelegen Haben folen. Die mutmaßliche Richtung ber 
Völkerwanderung, forwohl der Maffenzüge, ald audy der oft, 
mählichen Völferbemegung jucht der Verf. an der Hand der 
Sräberfunde feitzuftellen und kommt zu dem Ergebnis, daß 
die Germanen fowohl nad Süden und Weiten (England 450), 
jedoch gleichfal8 nach Norden hin gezogen find. An dieſe 
Erörterung fchließt fi ein Exkurs über die Runeninfchriften, 
die vom Schwarzen Meer her nah dem Norden gebracht 
worden find. — Das zweite Buch ift überfchrieben: „Die gers 
manifche Ornamentit auf Metallgegenftänden. Die iriiche Dr- 
namentif. Ubjolute Chronologie“ und das erjte Kapitel beichäf- 
tigt fich mit der eigentümlichen germanischen Ornamentif, wäh- 
rend das zweite fpeziell der Tierornamentif gewidmet ift. Hier 
fegt fich der Verf. mit den Unfichten feiner Vorgänger, befonders 
Sophus Müller und Karl Woermann, auseinander; auch er ift 
der Meinung, daß die Tierornamentif nicht von den Germanen 
jelbftändig erfunden, fondern den Römern entlehnt worden ift. 
Im dritten Kapitel führt er die Details weiter aus, zunächft die 
nordgermanifchen Denkmäler ind Auge fafjend. Er unterjcheidet 
drei Stile der Tierornamentil. Dann befpricht er bie Up, 
germanifhen Monumente (Kap. 4) und gelangt darauf zu 
der Unterfuchung über die angelfächjiiche und irifhe Tier- 
ornamentik (Rap. 5). Zieler Abfchnitt dürfte auch für den 
KunftHiftorifer von großem Intereſſe ſein. Im ſechſten 
Kapitel faßt er die Reſultate ſeiner Forſchung noch einmal 
zuſammen, die Richtungen der Kulturſtrömungen feſtſtellend, 
und verſucht dann die Chronologie einzelner Denkmälerformen 
zu ermitteln. Schon dieſe gedrängte Ueberſicht läßt erkennen, 
wie mannigfache, aber für die Geſchichte auch hochwichtige 
Fragen der Verf. in ſeinem Werke erörtert. Ob er immer 
das rechte getroffen, das zu entſcheiden muß Ref. denen 
überlaſſen, die mit dieſen Denkmälern mehr vertraut ſind. Der 
Ueberſetzerin, Profeſſor Johanna Mestorf, gebührt unſer 
Dant, dah fie un3 wiederum mit einem Werte ftandinavifher 
Boriher befannt gemacht Hat. Sie folte fich aber doc 
endlich entichließen, ihre eigenen Erfahrungen und Yorjhungen 
befannt zu maden. Ein Handbuch der prähiftorifchen Alter- 
tümer würde vielen heute fehr willflommen fein, und wer 
tönnte e3 beffer verfafjen al3 Johanna Mestorf. A. Stz. 


Fontes rerum Austriacarum. Hrsg. von der Historischen 
Kommission der k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien. 
I. Abteilung. Scriptores. 9. Band, 1. Hälfte: Die Chronik 
des Cerbonio Besozzi 1548—63, "erläutert und hrag. von 
Walter Friedensburg. Wien, 1904. K. k. Hof- und Staats- 
druckerei. (185 S. Gr. 8) .æ 2, 90. 

Eine bei der Duntelheit ihrer Herkunft zunäcdhft unfdein- 
bare Duelle ift Hier durch die eindringende Yorjchung eines 
hervorragenden Rennera des 16. Yahrb.8 und bewährten 
Meifterd der Editiongtunft in ihrem befonders Fulturgejchicht- 
ih erheblichen Werte gefihert und bequem benubbar ges 
macht worden. Ein Humaniftifch gebildeter Mufitus ans 
Bergamo, über deffen heimatlihe Verhältnifie dant dem 
Entgegenftommen des dortigen Stabtbibliothelar® Dr. A. 
Mazzi Erichöpfendes beigebracht wird, hat in der Kapelle 
bes Kardinalbifhof? Madruzzi von Trient die Reife bei 
Erzherzogs Maximilian nad Valladolid und wieder die des 
Snfanten Philipp nah Deutichland mitgemacht (1548) und 
ift dann in die Dienfte des Kurfürften Morig übergetreten, 
fo daß er über deffen Kriegszüge und diplomatifche Reifen, 
befonders über den Verlauf der Schlacht von Sievers haufen 


167 


und den Tod des Helden auch gefchichtlich wertvolle Berichte 
liefern konnte. Für die nächiten Jahre am Hofe Uugufts in 
Dresden wie an dem Herzog Albrecht3 in München begegnen 
uns Schilderungen von Land und Leuten, höfifchen Feitlich- 
feiten, Schütenfeften, Zagden und Erefutionen, bejonders 
ausführliche Beichreibungen der Krönung Marinilians in 
Prag und der in Frankfurt (1562/3). Alles it vom Berf. 
nach Perjonen und Dertlichkeiten aufs forgfältigite erläutert 
worden; e3 fei alfo hier nur auf jene große politiiche Frage 
Hingewiefen, die den Hintergrund der eritgedachten Reife 
bildet und auch durch die zierlichen, oft in empfindfamer 
Sprade vorgetragenen Schilderungen unferes funftbeflifjenen 
Höflings gelegentlich Hindurhblid. Wenn man fih etwa 
nah der Icharflinnigen Abhandlung von O. Walt (Dent 
würdigfeiten Raifer Karl V, Bonn 1901, ©. 5fg.) vers 
gegenwärtigt, wie der fiegreiche Herricher damals feinen 
Sohn zu fih berief, um ihm zur Befeitigung des katholifchen 
MWeltreiches die Kaiferfrone zuzumwenden, während er ben 
Thronerben Ferdinands in Spanien feitzuhalten fuchte, To 
war e3 aljo eine bedeutiame Kundgebung des öjterreihiih 
gelinnten Kardinal® Madruzzi, wenn er bei der Trauung des 
Erzherzogs mit der Tochter des Kaifers in Valladolid dem 
deutjchen Habsburger eine Nachlommenichaft von »Caesares« 
wünjdhte (S. 60), während Philipp gleich darauf im jpani- 
[hen Mailand auf einem Triumphbogen am Kaftell mit 
„der Raiferfrone über dem Çaupte” abgebildet war (S. 75); 
der Autor zeigt fich fpäter über das Scheitern diefed Lieb- 
lingsplanes Karl3 V gut unterridtet (S. 135). Wenn nun 
bei der Ankunft Philipps in Trient dort al3bald Kurfürſt 
Morig erjcheint, anjcheinend um ihm feine Aufwartung zu 
maden, fo ift diefer Bejuch vielmehr in Beitätigung der 
von Waly (©. 15, Anm. 2) vorgetragenen Kombination ein 
Beugnis für das geheime Einvernehmen bes Sadjen mit 
Marimilian und feinen Unhängern in der Thronfolgefrage 
und für feine beginnende Oppofition gegen Karl V. Bei 
jener Hochzeit am ftrengften Hofe des reftaurierten KRatholi- 
zismus wurden übrigend die Suppositi Ariojts aufgeführt, 
über deren „fehr liederlihen Inhalt” fih L. Paftor in der 
Geichichte der Päpjte (III, ©. 94) entrüftet. P. K. 


Das Tagebud, Dietrih Sigismund von Buchs (1674—1683) 
Hrögb. von Ferdinand Did, Erfter Band. Keipzig, 1904 
Dunder & Humblot. (III, 270 © ©r. 8.) #6. . 


Beröffentlihungen des Dereind für Gefchichte der Mark Brantenburg. 


Das königliche geheime Staatsardiv in Berlin bewahrt 
die Handichrift diefes für die Gefchichte des großen Kurfürften 
wichtigen Tagebuch auf, das bereits vielfach von den Forfchern 
benugt, auch in einer deutfchen Ueberjegung fchon veröffent- 
ficht worden ift. Da letere aber fo ungenau und fehlerhaft 
ift, dab be Einficht des Originals nicht zu entbehren ift, 
hat fih der Verein für Geihichte der Mark Brandenburg 
zur Herausgabe ded Tagebuch8 in feiner urjprünglichen Ge: 
Hatt entichloffen und damit Hirih beauftragt, der durd 
feine Arbeiten über den großen Nurfürjten wie faum ein 
anderer dazu geeignet war. Das Tagebuch reiht von 1674 
bis 1683, mit einigen Unterbredjungen, und fein Wert beruht 
darauf, daß der Verfafier fich faft beftändig in der nächiten 
Nähe des Kurfürften befand und fo in der Lage war, ein an- 
Ichauliches Bild des Lebeng um den gropen Fürften zu geben. 
Dietrich von Bud, ein Spro der befannten märliichen Adels: 
familie, war feit etwa 1674 Rammerjunter im Dienfte Fried- 
rich Wilhelms; als folcher hat er 1674 den Bug gegen Tu- 
renne ins Eljaß und 1675/79 den Krieg gegen die Schweden 
in Bonmmern und Preußen mitgemadt. 1679 erhielt er eine 
KRompagnie in Rathenow, deren Fürforge ihn teilmeife vom 
Hofdienfte abhielt. Das ift der äußere Rahnıen feines Tage: 


— 1905. X 5. — Literarifhes Bentralblatt. — 28. Januar. — 


168 


buds, deffen erfter, jegt veröffentlichter Teil bis zum September 
1679 reiht. Den Mittelpuntt deijelben bildet der Krieg im El- 
faß 1674 mit der Niederlage bei Türdheim, der Zug gegen 
Wrangel mit dem glänzenden Siege von Fehrbellin 1675 und 
dann die langwierige Belagerung Stetting, die jih bis 1677 
Hinzog. Diefe Glanzftüde find jhon mehrfach benugt und zum 
Teil auch veröffentlicht worden. Die übrigen Aufzeichnungen be- 
halten daneben nod ihren Wert teilg durch die vielen Details, 
vor allem aber durch den Ton und Geift, der aus ihnen fpricht 
und für die Umgebung des Kurfürften charakteriftifch ift. 


Anzeiger f. fhweizerifche Gefhiäte. 35. Jahrg. Nr.4. Bern, Woß. 
Jnh.: M. Besson, Recherches sur l'église cathédrale de 
Genève au VIe siècle. — 4. Plüp, Hift. Literatur der Shwei;. 


— -—— m- — —— — — — — — — g — — 


Läander- und Bölkerkunde, 


Krümmel, O., Ausgewählte Stücke aus den Klassikern der 
Geographie, für den Gebrauch an Hochschulen zusammen- 
estellt. Erste Reihe: aus A. wv Humboldt, Carl Ritter, 
scar Peschel u. E. v. Sydow. Mit 8 Abb. Zweite Reihe: 
aus A. v. Humboldt, C. Ritter, O. Peschel, Ch. Darwin und 
F. v. Richthofen. Mit 9 Abb. Kiel, 1904. Lipsius & Tischer. 
(VII, 174; VII, 174 S. Gr. 8) Geb. je Æ 2,50. 

Der Gedanfe deg Herausgebers, für die Zwede und 
Bedürfniffe des akademischen Unterrichts, namentlih für 
Seminarübungen, geeignete Abjchnitte aus den Werfen der- 
jenigen geographiidhen Schriftiteller auszuwählen, die man 
als Klaffiter ihres Faces anzufehen gewöhnt ift, mup al 
ein glüdliher und fruchtbarer bezeichnet werden, da die 
Driginalwerfe teil8 wegen ihres Umfangs, teil aber auch, 
weil fie al3 veraltet oder als fchiwer verftändlich gelten, von 
den Studierenden faum jemal mehr vollftändig gelefen 
werden und die Bekanntfchaft mit ihnen doch jedem font, 
tigen Geographen unerläßlich ift. Bisher liegen zwei Bände 
diefer Mufterftüde vor. Der 1. enthält zwei Arbeiten Afe- 
randers von Humboldt: Hauptmomente einer Gejchichte der 
piychiichen Weltanfhauung (aus dem Kosmos) und Aspect 
physique du royaume de la Nouvelle-Espagne (au Dem 
Essai politique), zwei afademifche Vorträge Karl Ritters über 
die geographiihe Stellung und horizontale Ausbreitung der 
Erbdteile und über das Hiftorifhe Element in der geogra: 
phifchen Wiffenfchaft, ferner die beiden berühmten Abhand- 
lungen Ostar Pefhels über das Wefen und die Aufgabe 
der vergleichenden Erdkunde und über die Fjorbbildungen, 
beide aus den neuen Problemen, endlich eine Unterfudung 
Emil von Sydow über drei Kartenflippen aus dem 1. Bande 
des Geographifchen Jahrbuch. Der 2. Band der Gamm: 
fung bietet wiederum Auffäße von Humboldt, Ritter und 
PVeichel, dazu Darwind Theory of the formation of the dif- 
ferent Classes of Coral-Reefs und einen Abjchnitt über das 
Verhältnis des nördlichen China zu anderen Erdräumen 
nach dem Gefichtspunfte der äußeren Bededung aus Ridt: 
hofensg Monumentalwert über China. Für den nächiten 
Band find Beiträge von Ferdinand von Richthofen, Charles 
Lyell, Eduard Sueß, Eduard Grifebah und J. ©. Kohl 
in Ausficht genommen. Wichtig ift ed, daß auch englifche 
und franzöfiihe Terte geboten werden. Warum ift aber 
Friedrich Natel nicht vertreten? Auch dürfte e3 Wë wohl 
empfehlen, geeignete Stüde aus älteren Klaffilern wie Mer- 
cator und Verenius aufzunehmen, fowie einen Band mit 
Haffiichen Landihafts- und Neifefchilderungen zu füllen. 
Die bisher getroffene Auswahl ift al3 zwedmäßig und Broud, 
bar zu bezeichnen. Nur möchten in Zufunft auch die bisher 
nicht herangezogenen Teilgebiete der vielverzweigten geo: 
graphifchen Wiffenfchaft berüdfichtigt werden. V. T. 





169 


Haentzschel, Emil, Das Erdsphäroid u. seine Abbildung. 
Mit 16 Textabb. Leipzig, 1903. Teubner. (VIII, 140 S. Gr. 8.) 
Geb. æ 3, 40. 

Ein kurz gefaßtes, überaus Har gefchriebenes Lehrbuch, 
in weldem die zum Verftändnis der Landkarten erforderlichen 
mathematiihen Grundlagen entwidelt werden. Von den 
beiden Hauptabjchnitten behandelt der erfte die wichtigften 
geometrischen Eigenschaften des Erdfphäroidg, die Beziehungen 
zwijchen geographifcher, reduzierter und geozentriicher Breite 
und ferner die Darjtelung der Länge eines Meridianbogens 
und eine Parallelfreijes al3 Funktion diejer Breiten. Jm 
zweiten Abjchnitt erläutert der Verf. ausgehend von allge 
meinen Betrachtungen über flächentreue und winteltreue 
Erdabbildungen die den preußifchen Generalftabstarten zu 
Grunde gelegte Eonforme Doppelprojeftion und führt an 
einem numerifch durchgeführten Beilpiel die Gradnegberechnung 
für ein Meptijchhlatt vor. Der Berf. hat fih bemüht, bei feinen 
Darftellungen, die keineswegs Anſpruch auf Vollſtändigkeit 
erheben ſollen, einen möglichſt geringen mathematiſchen 
Apparat in Bewegung zu ſetzen, und er erreicht damit, daß 
ein mit den Elementen der Infiniteſimalrechnung und der 
analytiſchen Geometrie einigermaßen vertrauter Leſer zwar nur 
über die notwendigſten Grundbegriffe der Kartenprojektions— 
lehre, über dieſe aber auch gründlich orientiert wird. 


A. Petermanns Mitteilungen aus Juſt. Perthes' geogr. Anſtalt. 
Hrsg. von A. Supan. 50. Band. 11. Heft. Gotha, J. Perthes. 
Inh.: W. Anz, Aus dem zentralen Gebirgsland der Provinz 
Schantung. — W. Halbfaß, Weitere Beiträge zur Kenntnis der 
pommerſchen Seen. — H. v. Ihering, Der Rio Juruá. — A. 
Benrath, Ueber eine Eidzeit in der peruan. Küftenkordillere. — 
R. Zriederihfen, Veneplainbildungen im zentralen Tiön-fhan. 


Zeitfchrift für Schulgeographie. Hrög. von ©. Ruf. 26. Jahrg. 
Het A Wien, Hölder. 

Inh.: R. Marek, Der 8. internat. EE — €. 

Oppermann, Deutfh-Südweftaftila. — D. Dttfen, Ein Befud 
in den Düppeler Schanzen. 





Naturwiſſenſchaften. Mathematik. 


Dorr, R., Mikroſkopiſche Faltungsformen. Ein phyſikaliſches 
Erperiment. Mii 4 Tafeln und 31 Tertfiguren. Danzig, 1904. 
Kafemann. (76 ©. Gr Hl MD. 

E3 werden Hier die Crgebnifje eines eigenartigen Bers 
fuches geichildert: Kleine Mengen einer Harzlöfung werden 
zwischen zwei Glasplättchen bis zum Glühen erhigt; die Reite 
der Löfung bilden eigentümliche Bläschen und Streifchen, 
die mit den Krateren und Nillen der Mondoberjläche große 
Aebnlichkeit haben. Daraus wird der Schluß gezogen, daß 
bidde diejelbe Entftehungsurfacde Haben, wie jene, nämlich 
baß fie durch erhigte Luft und Wafferdampf veranlaßte 
Aufblähungsformen find, deren Gipfel die Schwerkraft hat 
einftürzen laffen. Bunäcdhft ift die liebevolle Sorgfalt zu 
bewundern, mit welcher der Berf. Hunderte der winzigen 
Gebilde beobachtet und die charakteriftiihen davon abgebildet 
und befchrieben hat. Eine Tafel mit vielen Abbildungen 
von Teilen der Mondoberfläche weift in ber Tat eine große 
Achnlichkeit mit jenen Runfterzeugnifien nach. Ob aber wirklich 
beide Brodufte auf ähnliche Entitehungsurfachen zurüdzuführen 
find, ift Doch durch diefe Verjuche nicht wahricheinlicher ges 
worden. Die Unficht, daß die Formen der Mondoberfläche 
Aufplähungserzeugniffe feien, ift nicht nen. Im vorliegenden 
Berfuche wirken aber doh Kräfte mit, die man auf dem 
Monde nicht in gleicher Urt vorausjegen kann: die wechſelnde 
Kohäfion der immer zäher werdenden Harzmafle, die an ver- 
fchiedenen Stellen ungleiche Adhäfion berjelben an der Glaz- 


— 1905. 5. — Literarifhed Zentralblatt — 28. Januar. — 


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platte, wie der Berfafjer felbft an einer Stele (S. 9) zus 
gibt, die Anziehung feiten3 der (oberen) Glasplatte felbft. 
Daß außer Luft und Wafjerdampf auh die Berbrennungs- 
gafe des Harzes mit aufblähend wirken, mag nur nebenbei 
erwähnt fein. Immerhin ift die Aehnlichkeit beider Gebild- 
arten nicht ohne Sntereffe, und der Verjuch, deffen Einzel- 
beiten ehr genau befchrieben werden, bei feiner Einfachheit 
leicht zu wiederholen. Hffm. 


Ahrens, W., Scherz und Ernst in der Mathematik. Geflügelte 
und Kategorie: Worte gesammelt und hrsg. Leipzig, 1904. 
Teubner. (X, 522 S. Gr. 8) #8. 


Ich tann mir nicht anders denten, al3 dab diefes Bud 
jedem Mathematiker eine wahre Freude bereiten wird. Es 
ift zwar feineswegs beftimmt und auch nicht geeignet, in 
einem Zuge durchgelefen zu werden, und doh, al ich e3 
zum erjten Male in die Hände befam, konnte ich mich gar 
nicht wieder davon losreißen, und feit ich e8 unter meinen 
Büchern ftehen habe, ziehe ich e8 gar oft hervor, um darin 
zu blättern, wobei ich gewöhnlich noch irgend etwas Jnter- 
eflantes entdede, was mir bisher entgangen war. Der Hrögbr. 
bietet in feinem Buche, was er bei Gelegenheit der Lektüre 
mathematischer und nichtmathematifcher Werke und Beitfchriften 
gejammelt hat: Ausfprüche und briefliche Yeußerungen hervor, 
ragender Mathematifer über fie jelbit und über andere, über 
Begenftände ihrer Wifjenfchaft und über allgemeine Fragen 
der Wiflenihaft und des praftifchen Lebens, andererjeits 
biographifche Notizen, Berichte und Urteile von Beitgenofjen 
über einzelne Matbematifer. Auh wer für die Geichichte 
der Mathematit wenig oder gar feinen Sinn Hat, wird 
überall etwas finden, was ihn intereffiert, und wer Sinn 
für derartige Studien hat, fie aber nur gelegentlich betreiben 
fann, der wird neben jehr vielen Neuen, das ihm begegnet, 
auch gar manches alte befannte Eitat mit Vergnügen wieder: 
erfennen und fich freuen, daß er e3 nun jederzeit leicht wieder: 
finden Tonn. denn der Hrögbr. Hat durch ein vortreffliches 
Namen» und Sachregifter dafür geforgt, daß man fi in 
feinem Buche, das er aus leicht begreiflihen Gründen nicht 
fyftematifch geordnet Hat, möglichft Leicht zurechtfinden Tann, 
wenn man etwas Beitimmtes jucht. E-l. 


Boologif her Anzeiger. Hrëg. v. Œ. Korf Helt. 28. Bd. Nr. 12. 
Leipzig, Engelmann. 

Snh.: van Doumwe, Neue Süßwajler-Harpacticiden Deutichlande. 
(Mit 10 Fig.) — Minchin, A speculation on the phylogeny of 
the Hexactinellid Sponges. (With 2 figs.) — Lönnberg, Kudis 
mentäre obere Edzähne bei eınem Elh (Alces alces [L.]). (Mit 
2 Fig) — Enderlein, Die Braconiden-Subfamilıe Mimagathi- 
dinae m. (Mit 7 Fig.) — Coe, Sexual phases in Geonemertes. 
(With 2 figs.) — ludwig, Gin wiederg funden: Tier: Rhabdo- 
molgus ruber Keferftein. — Siebenrod, Chelonolog. Notizen. (Mit 
3 Fig) — Schouteden, Längsteilung bei Opalina ranarum. 


Beiträge zur Biologie der Pflanzen. Begr. von Ferd. Cohn. Hrsg 
von D. Brefeld H Op 1. Heft. Breslau, Kern. 

Junh.: R. Jald, Die Sporenverbreitung bei den Baſidiomyceten 
u. der biolog. Wert der Bafivie. (82 S. Ör. 8. mit 6 Taf.) æ 7. 


LE LE a en a 

Drnithologifhe Monatsfchrift des Deutfchen Bereind z. Schutze 
der Bogelwelt. Red. von G. d Hennide u. D. Tafchenberg. 
30. Jahrg. Ar. 1. Gera-Untermhaug, Köhler in Komm. 

Inh.: R. Blafius, Nfred Nehring +. — K. Berger, Natur- 
religion u. Aberglaube al® Urfachen des Vogelſchutzee — P. G. 
Lindner, Zum zweiten Male auf ornitholog. Zour in Bosnien und 
der Herzegdvina i. 3.1904. — H.Nehrling, Die Vogelmelt meines 
Gartens. — A. Goering, Rote Löfler. — R. Hermann, Der 
Schneefint. — 3J. Thienemann, Pratt. Winterfütterung f- Meilen. 
— Parrot, Einiges vom Dahauer Mood. — W. Schuſter, Phos⸗ 
phorescenz bei Bögen? — H. Behter, Auf der Nordſeeinſel Neu⸗ 
wert im Winter 1903/04 beobachtete Wintervögel mit Berüdiichtigung 
der Witterungserfcheinungen. 


ge 


- — mm. mm in. — ñ—— — — — 


171 


Naturwiſſenſchaftl. Rundſchau. Hrsg.v. W. Stlarek. 20. Jahrg. 
Nr. 2. Braunſchweig, Vieweg u. Sohn. 


Inh.: W. A. Noyes, Gegenwärtige Probleme d. organ. Chemie. 
(Fortf) — P. H. Sreiladh, Speltralanalyt. Unterfuhungen über 
die Entftchung ded Chlorophylld in der Pflanze. — 9. Moiffen, 
Neue Unterfuhungen über den Meteoriten von Cañon Diablo. 


Medizin. 


Kolb, K., Der Einfluss von Boden und Haus auf die Häufig- 
keit des Krebses nach Detail-Untersuchungen in Bayern. 
Mit 9 Kartenskizzen München, 1904. J. F. Lehmann. (146 S. 
mit 6 Taf. Gr. 8) 44. 

Der Verf. beipricht in dem erjten Abjchnitte feiner Urbeit 
die Häufigfeit des Krebies im nördlichen Borland der Alpen. 
Er met ftatiftifch nach, daß weder die WohHlhabenheit, noch) 
die Dichtigkeit, noch die Anduftrie und Gemwerbstätigfeit der 
Bevölkerung von erheblidem Einfluß ift, und kommt unter 
Berüdlichtigung der Detailunterfuchungen von 8 Bezirksämtern 
und 2 Städten zu dem Ergebnis, daß der Boden die Häufig. 
feit des Rrebjes durch feine Feuchtigkeit, für deren Höhe es 
feine Grenzen zu geben fcheint, bedingt und daß Tertiär- 
boden, (hwer durdhläffiger, tonhaltiger Boden, auch feuchterer 
Ulluvialboden Höhere Kreböfterblichkeit aufzumweilen bat als 
poröfes Geftein, Geröll und Sandboden. Aud die chemijche 
Bufammenjegung des Bodens ift wahrjheinlic” von Einfluß, 
indem Ton fürdernd, während Kalk heinmend auf die Krebs- 
fterblichkeit wirft. Berner ift der Gehalt des Bodens an 
organischen Beftandteilen nicht ohne Einwirfung. Cbenfo 
wie der Boden ift das Wohnhaus durch die jenem gleichen 
Eigenjchaften bei der Häufigkeit der Krebserkranfungen be» 
teilig. Der Verfaffer jpriht am Schluß feiner Arbeit die 
Meberzeugung aus, daß die Urfache des Krebfeg ein Mitro- 
organismus und zwar ein Saprophyt ift, ber vom Boden 
im Freien direkt, vielleicht auch durch Wafer, vom Haufe 
bauptjähhlih vom Keller oder feuchten Erdgefhoß aus, den 
geeigneten Wirt findet. Die Arbeit ift ein fehr beachtlicher 
Beitrag zur Krebsforihung. 


Spemanns Historischer Medicinal-Kalender, bearbeitet von 
J. Pagel und J. Schwalbe. Stuttgart, 1906. Spemann. 
(183 Bi) 4 2. 

E3 war ein glüdficher Gedante, weitere Kreife für die Ge- 
Ihichte der Medizin dadurch zu gewinnen, daß man einen Qalen: 
der fuf, der für je 2 Tage das wifjenswerteite an Daten von be- 
rühmten Heilfünftlern enthält und zudem mit Abbildungen ges 
Ihmüdt ift, welde fih auf die Heilkunde beziehen. Die Bilder 
find meift Holländers „Medizin in der Haffiichen Malerei” ent- 
lehnt, oder Driginalien bezw. Nachbildungen aus Brettauers 
berühmter Sammlung in Trief. Durch bieden Schmud 
werden auch Nicht-Mediziner Freude an dem Abreißlalender 
haben, zumal ferner allerlei Aphorismen und Zitate bes 
rühmter Männer (wir treffen nicht nur Mediziner, fondern 
eine große Reihe hervorragender Leute wie Luther, Goethe zc.) 
zum Lefen anregen. Bejonder3 dürften auch die Berfe aug 
dem medizinischen Bauernkalender anfpredhen. Wir wünfchen 
dem hiftorischen Medizinallalender eine recht weite Berbrei- 
tung und Hoffen ihm nächſtes Jahr wieder zu begegnen. 


Abhandlungen z3. Gefhichte d. Medizin. En v.9. Magnus M. 
Neuburger u 8. Sudhoff. Heft 11—13. Breslau, Kern. (8.) 
Snh.: (11.) $. Magnud, Der Wert d. Gefchichte f. d. moderne 
indultive Naturbetrahtung u. Medizin. (24 ©) — (12) B. Man: 
nin 8° t, Der Entwidelungdgang der Antifeptit u. Afeptif. (168 ©.) 
— N% Schaefer, Wilhelm Fabricius von Hilden. Sein Leben u. 
feine Berdienfte um die Chirurgie. Studie aug der Geichichte der 
Chirurgie. (43 ©.) 


— 1905. Mb5. — Literarifhes Bentralblatt — 28. Januar. — 


172 


Internat. Arhiv f. Schulhygiene. Hrg. v. A. Jobanneifen u. 
9. Oriedbad. 1. Bd. 1. Heft. Leipzig, Engelmann. 

Inh.: H. Grie bach, Einführung u. Austlide. —A.Mathieu, 
Pédagogie physiologique. — 93. Mofes, Gliederung der Schul: 
jugend nadh ihrer Beranlagung u. dag Mannheimer Syftem. (Mit 
1 Fig! — ©. Schleidh, Die Augen d. Schüler u. Schülerinnen d. 
Tübinger Schulen. — 8. Speidel, Die Augen d. Zheologieftudieren- 
den in Tübingen. Unterfuhungen aus d. Zub. Univ..Klinit. — 9. 
Satafi, Ermüdungsmeflungen in vier japan. Schulen. (Mit 25 Fig.) 
— P. Borobio y Diaz, Les colonies scolaires ou colonies 
de vacances å Saragosse (Espagne. — A.v. Domitrovid, Der 
Hygieniter u. die Shulbant. — F. Ingerslev, Skolelægevæse- 
net i Danmark. — Grancher, Préservation scolaire contre 
la tuberculose. — E. Bocquillon, Hygiène de l'éducation 
et de la pédagogie. 


Rechts- und Ktaatswiſſenſchaften. 


Theodosiani libri XVI cum constitutionibus Sirmondianis et 
leges novellae ad Theodosianum pertinentes. Consilio et 
auctoritate academiae litterarum regiae Borussicae ediderunt 
Th. Mommsen et Paulus M. Meyer. Accedunt tabulae 
sex. Vol. primi pars prior et posterior. Berlin, 1905. Weid- 
mann. (CCCLXXX, 931 S. Gr. 8) æ 50. 

Im Jahre 1898 fapte Mommfen »auctoritate et con- 
silio« ber Berliner Atademie den Plan einer Herausgabe 
des Codex Theodosianus. Er hat fi dann big zu feinem 
am 1. November 1903 erfolgten Tode unabläjfig der großen 
Arbeit gewidmet, und jet liegt ung deren erjter Teil in 
zwei Bänden vor. Der erfte von diefen enthält die Prole- 
gomena, der andere die 16 Bücher de3 Codex Theodosianus 
und die fogenannten Sirmondiihen Konftitutionen. Eine 
Ialonifche Notiz auf ©. IX informiert ung, daß das Wert 
noch bei Lebzeiten Mommfens fat vollendet gemwejen fei, 
daß die Prolegomena bis S. CLXXXIV nod von Mommien 
herrühren, dagegen von der folgenden Seite ab durd die 
Freunde, denen Mommjen die Aufgabe geftelt Hatte, dem 
Drude übergeben worden feien. Ob diefe amici auh nog 
dem Terte des Coder eine redaktionelle Tätigkeit zugemwendet 
haben, wird ebenjowenig mitgeteilt, wie über Erjcheinen 
des zweiten Bandes Mitteilungen gemadjt werden, dem, 
nah dem Titel zu urteilen, die Novellen zum Theodofianud 
vorbehalten zu fein (heinen. — War eine folche neue Edition 
des Cober nötig, nachdem die große Haeneljche erft im 
Sabre 1842 erjchienen war? Haenel ift ein ungemein 
fleißiger Mann gewejen. Jahrelang Hat er in ganz Europa 
den Handfchriften feines Autors nadgefpürt und zwar mit 
jolhdem Erfolge, daß die Durdh Mommjen vorgenommene 
Nachlefe doch nur drei weitere Handichriften von größerer Be 
deutung aufzumeijen im ftande war. Wber freilich eine ge 
fchulte philologifche Kritit war dem fleißigen Leipziger Pro 
fefior nicht gegeben. Und doch war eine folde für die Heraus: 
gabe eines Werkes bejonders erforderlich, welches in den 
Handigriften nirgends vollftändig überliefert ift, und deffen 
Süden au8 dem Breviarium Alaricianum und dem Codex 
Justinianeus ergänzt werden mußten. Namentlich diefe lep. 
teren Ergänzungen waren bei Haenel um fo bedenklicher, 
al8 der Codex Justinianeus felber noch einer genügenden 
fritiichen Behandlung und Ausgabe entbehrte.e Wir haben 
bier teine Kritif der Haenelichen Ausgabe zu fchreiben. 
Mommjen felbit hebt ihre Mängel in den Prolegomena 
©. CXVII hervor, freilich nicht ohne Haenel andererjeitd 
die größte Anerkennung zu zollen und hervorzuheben, daß 
mit (Dm bie Sot des Codex Theodosianus erft begonnen 
habe, und daß ohne den Vorgang der Haenelichen Ausgabe 
die neue nie unternommen worden wäre. 

Vergleichen wir die neue Ausgabe rein äußerlich mit der 
Haenelihen (wir haben diefe Vergleihung für die erften fech® 
Bücher, die am mentglten vollftändig überliefert find, vor 


173 


genommen), fo ftimmen in Budh I von Tit. 34 an die Titel. 
zahlen nicht mehr überein. In Buch IL fehlt Mommfen 5, 1 
bei Haenel. 6,5 M. ift bei Ø. II, 7, 3, wodurch fich die 
gählung in LI, 7 verfhiebt. Jm Buch II fehlt M. 5, 24 
bei O., während umgefehrt H. 18, 2 als zweifelhaft bei M. 
fortgelaffen ift. Jn Buch IV finden fih dirett Berfchiebungen 
der Zählung, namentlich fehlt bei H. Tit. 12 M., jo daß 9. 
Tit. 12 bei M. 13 wird. M. 4 (4, 20) fehlt bei o Noch 
größer find die Verjchiebungen in Buh V. Auf Tit. 3 
folgt bei M. 6ff., bei H. Aff., doch fehlt die Rubrit des 
Çit. 9 bei M. —M. 11 ift bei H. 15, 7., 12 M. = 
H. 37 (5, 13); M. 14 = 9. 13, 30ff., M. 15 = 9. 13, 14 ff, 
M. 16 = Ø. 14, 5f, M. 17 = ğ. 9; M. 18 = $. 10; 
M. 19 = Q. 11; M. 20 = D. 12. Diefer Titel Hat bei 
M. nur eine RQonftitution, bei H. 39; während Buch V bei 
Ò. in 15, ift e3 bei M. in 20 Titel geteilt. Auch in 
Buh VI find ähnliche, wenngleich nicht jo zahlreiche Ber- 
ſchiebungen zu Eonftatieren. Aus diejen Stichproben erhellt, 
daß fipätere Benuger de3 Codex Theodosianus ihre Hitate 
nah beiden Ausgaben geben müffen, wenn niht Der 
Mommfenfhen Ausgabe, was woünjchenswert wäre, eine 
tomparative Tabelle beigegeben werden folte. Aber anderer: 
feit3 erhellt auh, daß eine wefentlihe weitere Ausfülung 
der Lüden des Gefegbuhes der Mommfenjhen Ausgabe 
nét gelungen ift. WoHl aber ift eine Berbefjerung der 
Tertgeftaltung in abfdliepender Weife eingetreten, wenns 
glei man auh in diejer Beziehung wird hervorheben 
müffen, daß der Haenelfche Tert fih beffer erwiefen hat 
als fein Ruf. So lann denn dag Urteil über die neue 
Ausgabe dahin abgegeben werden, daß ein mehr gelicherter 
Tert al3 der in ihr enthaltene überhaupt ouë den vors 
handenen Materialien nicht hergeftellt werden fann. Dabei 
bat der Benuber noch den Vorteil, daß er fi nicht mehr 
durch ein derartiges Variantengeftrüpp Hindurcdh zu arbeiten 
braucht, wie bei der Ausgabe Haeneld, wo einmal die ans 
geführten noch dazu mannigfadh der Buverläffigfeit entbehrten 
und andererfeit3 durch fachliche Unterfuchungen Haenel® be- 
Händig unterbrochen wurden. Und auch der bei Mommjen 
in marg. erfolgte Abdrud derjenigen KRonftitutionen, die in 
den Zuftinianischen Coder abgeändert aufgenommen worden 
find, ift Hödyft inftruftiv und erleichtert die Benugung wefent: 
Dé, Ob aus dem jebt feitgeftellten Terte fih für unfere 
Rechtskenntnis neue Mefultate ergeben und bisherige als 
Srrtümer herausftellen werden, ift eine andere Frage, die 
erfahrungsgemäß gewöhnlich nicht in dem Sinne gelöft wird, 
wie ber neue Hrögbr. e3 erwartet. Doc das ift nicht feine 
Sade. Abm muß e3 genügen, der Wifjenichaft den Tert 
de3 Autors zur Verfügung zu Stellen, welcher möglichjt dem 
Driginale entfpriht, und dafür hat die Wifjenichaft ihm 
dankbar zu fein, au wenn Ro jchlieplich ergeben folte, 
daß neue materielle Ergebniffe fih aus der Edition gar 
nit, oder doch nicht in dem Maße heraußitellen, welche 
der immenfen Arbeit bes Hrögbr.3 entfprechen. — Die Prole- 
gomena beichäftigen fih an erjter Stelle mit dem Codex 
Theodosianus, indem fie in zehn Kapiteln zunächit über 
Urfprung und Gebraud) de3 Eoder Handeln. Dabei wird 
eine tomparative Ueberficht der Titel-Rubrifen gegeben des 
Edift3 und der Codices Gregorianus, Theodosianus, Justi- 
nianus. Dann folgt eine Weberficht der Handfchriften des 
Theodofianus und des Breviarium Afaricianum (c. 2—6); 
Kapitel 7 verzeichnet und Haratterifiert die bisherigen Aus- 
gaben, während Kapitel 8 ber crisis librorum, Kapitel 9 
der orthographia librorum gewidmet ift. Kapitel 10 endlich 
Bett die Urheber und Empfänger ber einzelnen Konititus 
tionen feft, fowie den Zeitpunkt und den Ort ihres Erlafles. 
Darauf folgt eine eingehende und jehr danfenswerte Unter, 


— 1905. M5. — Literarifhed Bentralblatt. — 28. Januar. — 


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juhung des Innsbrucker Profeffors dv. Wretfchlo über den 
Gebrauch des Breviariumsd während bed Mittelalters. Xn 
diefer werden zahreiche Quellen herangezogen, welche weder 
Savigny noh Haenel berüdfidhtigen konnten, wenngleich für 
die umfangreicheren, wie A. B. Benedictus Levita und Pſeudo⸗ 
ifibor, die Entlehnungen aus dem Breviar nicht im eine 
zelnen aufgeführt werden, und die Nachweifungen über den 
Gebrauh des Breviard in den Gerichten noch vielfacher 
Ergänzung bedürfen, die fie auch Hoffentlich in dem zweiten 
Bande des Conratichen Werkes finden werden. Uebrigeng 
möchten wir ergänzend noh auf c. 4. X (5, 16) Yinweifen, 
welches au3 Burchard, der Collectio Parisiensis II, ber 
Lipsiensis in die Comp. I, und aus diefer in die Samm- 
fung Gregor IX aufgenommen worden ift. — Der Ausgabe 
find auf Mommfens Wunjch fechs vortreffli ausgeführte 
Scrifttafeln dur) Traube Hinzugefügt worden. Die auf 
Tafel 1—5 wiedergegebenen bat Mommijen jelbft noch De, 
jftimmt, während die fechite durch Traube ausgewählt ift, 
der auch fämtlichen eine Einleitung vorausgeichidt hat. 

Wir wollen diefe Anzeige nicht fchließen, ohne der Bes 
wunderung und Verehrung gegen den großen Gelehrten 
AUusdrud zu geben, der noch in feinem Grabe die Wiffen- 
Ihaft zu bereichern nicht aufhört und von deffen Studien 
noch Generationen zehren werden. 


Die Civilprozessordnung für das Deutsche Reich in der Fas- 
sung des Gesetzes vom 17. Mai 1898. Nebst den Einführungs- 
— Für den praktischen Gebrauch erläutert von Jul. 

etersen. 5. Aufl. Bearbeitet von E. Remel6 u. E. Anger. 

I. Band. Lahr, 1904. Schauenburg. (XIX, 896 8. Gr. 8.) 4 17; 
gbd. # 20, 50. 

Die Schnelligkeit, mit welcher die im erften Bande vors 
liegende fünfte Auflage diejes Werkes der von und mehr. 
fah, zulegt im 53. Jahrg. (1902), Nr. 23, Sp. 765 d. BI. 
beiprochenen vierten Wuflage gefolgt ift, beweilt, daß der 
vortreffliche Kommentar nicht nur in der Beurteilung, fon» 
dern auch auf dem Büchermarkt die Anerkennung gefunden 
Hat, welde er verdient. Die neue, vom Reichsgerichtsrat 
Nemeld und Landgerichtsdireltor Anger unter Erhaltung der 
dem Werfe dnrch Peterfen gegebenen Eigenart bearbeitete 
Auflage berüdfichtigt die inzwijchen erjchienene Literatur und 
Kudilatur, von welch leßterer jogar hier und da Entjcheidungen 
von Landgerichten und Amtsgerichten mitgeteilt find. Um 
hierfür und für die Erörterung der aus den Beitimmungen 
der Novelle vom 17. Mai 1898 und dem Bürgerlichen Gejet- 
buch fih ergebenden Fragen Raum zu gewinnen und dem 
Kommentar gleichzeitig eine noch größere Weberfichtlichkeit zu 
geben, haben die Verfaffer den auf das frühere materielle 
Recht bezüglichen Inhalt des Werkes, die Hinmweife auf die 
minder wichtige ältere Literatur und den im Band II der 
früheren Auflage enthaltenen Anhang I, welder die jet 
meiſt gegenſtandslos gewordenen prozeſſualen Uebergangsfragen 
betraf, beſeitigt. Dadurch iſt trotz der Bereicherung des In⸗ 
halts für den erſten, mit dem 8S 610 CPO. abſchließenden Band 
eine Verminderung ſeines Umfangs um 30 Seiten erreicht 
worden. Die durh bdie Novele vom Fahre 1898 Hervor: 
gerufenen Veränderungen der geſetzlichen Beftimmungen find, 
wie in der zweiten Auflage, auch jetzt durch Sperrdruck hervor⸗ 
gehoben. Die äußere Ausſtattung des Werkes zeigt die ſeinem 
Inhalte entſprechende Sorgfalt und Zweckmäßigkeit. Wir 
hoffen, daß der abſchließende zweite Vand dem erſten Bande 
bald folgt. N. 


Schanz, Georg, Der künstliche Seeweg und seine wirtschaft- 
licho Bedeutung. Berlin-Grunewald, 1904. Troschel. (96 S. 8.) 
M 2. 

Künftliche Seewege oder Seelanäle tommen nur infoweit 
in Betracht, al3 e8 fich darum handelt, entweder zwei Meere 


175 


— 1905. 5. — Literarifhes Bentralblatt. — 28. Januar. — 


176 


E 


mit einander zu verbinden, meift mit bem Bwed die Fahrt er- 
heblich abzufürzen, oder dad Meer möglichit weit in3 Binnen- 
land fortzufegen und dadurch Binnenorte dirett dem See- 
verkehr zu erjchließen. Die erftere Bedeutung der Seekanäle 
weiſt Schanz in feiner obigen Schrift nad) dur Schilderung 
des Suez-, Norbdoftfee-, Korinther und des PBanamafanal?. 
Die zweite Art von Seelanälen, die fogenannten Seeftidh- 
tanäle, veranschaulicht er durch die Seelanäle Petersburg und 
Kronftadt, die Kanäle bei Königsberg, Stettin, Amjterdam, 
Rotterdam, Brügge, Brüffel, Liverpool, denen er noh als 
Beifpiele für natürliche Seefanäle den Miffiffippi, die Donau, 
die Wefer ze. gegenüberftellt. Die Schrift, die eine Fülle 
wertvollen, tatfächlichen Materials bietet, ift Berkehrspolititern 
jehr zu empfehlen. 


Gefeg u. Redt. Seleit. v. E. Frhr.v.d. Golp. 6. Jahrg. Rr. 1—6. 
Breslau, Langewort. 
Inh.: (1.) ©. Weinberg, Die Verfaffung Japang. — (1/2.) 
W. Mantey, Der Gebraud fremder Sprachen im deutfchen Rechte 
leben. — (1.) Winter, Gehört die Lebendverficherungdfumme z. Nah- 
lap? — R. Förtfdh, Automobilunfällee — 12.) Winter, Der Ent 
wurf cined preuß. Wohnungsgefeped. — Zur Orientierung über den 
Kippifchen Streit. — (3.) A. Brüdmann, Die Entihädigung für 
unfhuldig erlittene Unterfuhungshafl. — Mittermüller, Das 
Pfandrecht an bewegl. Sachen. — Lubowski, Gewerbl. Darlehns—⸗ 
vermittlung. — (4.) W. Goetze, Der Gebrauchs muſterſchutz. — 
Thiefing, Die Haftung f. Biehbmängel. — (5/6.) E. Koch, Hilfe 
gegen fäumige Schuldner. — (5.) F. Müller, Die Sicherung der 
aubhandwerker u. Baulickeranten jegt u. einftl. — (6.) Thiefing, 
Das Umtaufbreht beim Kauf. 


Stati. Jahrbuch deutiher Städte. Hrög.v.M.Neefe. 12. Jahrg. 
Breslau, Korm. (XI, 481 ©. Gr. 8.) æ 14. 


Inh: M.Neefe, Gebiet, Bodenbenugung u. Grundbefig 1901/2. 
— S. Schott, Das Wachstum d. Großſtädte ſeit 1871. — E. Haſſe, 
Bautätigkeit 1901. — M. Flinzer, Oeffentliche Parts, Gartens u. 
Schmuckanlagen 1901. — Derſ., Straßenreinigung u. ⸗Beſprengung 
1901. — Derſ., Abfuhr u. Kanaliſation 1901. — K. Buechel, 
Waſſerverſorgung 1901. — K. Zimmermann, Beleuchtungsweſen 
1902. — ©. Kod, Perfonenvertehr 1901/2. — Derf., Poft- u. 
Telegraphenvertchr 1902. — J. Ra htë, Pich- u. Schladhthöfe 1902. 
— K. Ginger, Biebpreife 1900/3. — F.. Pröbft, Konſumvereine 
1901. — A. Fiad, Sparfafien 1901. — 8. Seutemann, Deffentl. 
Reibbäufer 1900/1. — 3. Feig, Arbeitönachmweis u. Notitandsarbeiten 
1902/3. — M. Neefe, Streits u. Audiperrungen 1903. — ©. Te» 
ning, Deffentl. Bibliothefen u. Lefeballen 1901. — 8. Singer, 
Rebengmittelpreife 1896/1903. — A. Dullo, Deifentl. Desinfektiond« 
anftalten 1901. — P. Glodkowski, Feuerlöſchweſen 1901/2. — 
D. Landsberg, Heilanftalten 1901. — ©. Zretau, Deffentl. 
chem. Unterfubungsämter 1901. — H. Silbergleit, Unterrichte 
wefen 1901/2. — M. Mendelfon, Kinderbewabranftaltn. Klein 
finderfchulen u. Kindergarten 1901,2. — $H. Sdöbel, Gemeinde. 
fteuern 1901. — E&. Haffe, Wocenmärfte u. Martıhallen 1898/1902. 
— O. Wiedfeldt, Schulden 1901. — Meinerich, Bevölkerung 
1902/3. — Inhaltsüberfiht der Jahrgänge I—XII. 


Deutfche Juriften- Zeitung. Hrög. von P. Laband, O. Hamm 
u. &. Heinig. 10. Jahrg. Nr. 2. Berlin, Liebmann. 
Snb.: Wah, Schöffen od. Geſchworene. — Gierke, Einlöſung 
v. Inhaberpapieren durch Geſchäftsunfähige. — Kekulé v. Stra— 
donig, Bildung eines Staatsgerichtshofs b Entfheidung v. Thron: 
folgeſtreitigkeiten. — Stranz, Juriſtiſche Rundfchau. 





Techniſche Wiſſenſchaften. 


Korn, Arthur, Elektrische Fernphotographie und Aehnliches. 
Mit 13 Fig. im Text. Leipzig, 1904. Hirzel. (€6 S. 8) #1 


Sn dem Heinen Wertchen Kornz wird nicht nur der große 
Unterfchied zwilhen dem praftiih noch nicht gelöften Pro» 
blem des elektrifchen Yernjehen? und dem der Fernphoto- 
graphie Hargelegt, jondern e8 werden auch die praftiichen 
Ergebnifje und die Upparate zur Fernphotographie befchrieben. 


Die Weitergabe von Photographien oder Handichriften oder 
Beichnungen auf telegraphifhem Wege ift bereit3 möglich. 
Braftifche Verfuche über wirkliche Telegraphen- oder Telephon- 
feitungen auf Streden von 400 und 800 km wurden dant 
dem Entgegentommen des fgl. bayriſchen Verkehrsminiſteriums 
angeftellt und ergaben zufriedenftellende Rejultate. Die Ueber- 
mittelung gejchieht entweder mit Hilfe von Selenzellen oder 
mittel3 eines Rafterbildeg auf Metall, bei dem die hellen 
Stellen nicht leitend, die dunklen metallifch rein find. Das 
Problem des elektriichen Zerniehens liegt noh in weitem 
Felde, wenngleich e8 theoretifch gelöft ift. H. M. 





Die heimifche Juduftrie. Red. von Dtto R. Witt. 28. Jahrg. 
Nr. 1. Berlin, Weidmann. 
Inh.: Die deutih-fdweizerifhe Konkurrenz in Zeerfarben. — ©. 
v. Knorre, Zur Beftimmung der Schwefeliäure mitteld Benzidin- 
dhlorhytrat u. üb. die Schwefelbeftimmung in Ppriten. — F. Spiper, 
Bericht über die vom 1. big 15. Dezember 1904 herauegegebenen 
Patente aug dem Gebiete der hemifchen Induftrie. 


Photographiſche Mitteilungen. Hrdg.v.P.Hanncke. 42. Jahrg. 
1. Heft. Berlin, Buftav Schmidt. 
Snd.: Ueber Hcrftellung vergrößerter Negative. — 3J. C. Sto d 
Holm, Das Photographieren bei Nacht (bei natürl. Lidt). — Zur 
Beeinfluffung der Bildwirkung durch das Kopierverfahren. 





Chemifhe Zeitfhrift. Gentralblatt f. die Fortfchritte der gefamten 
Chemie, hrög. v. 5. BD. Ahrens. 4. Jahrg. Nr. 1. Leipzig, Hirzel. 
Inh.: F. N. — Bericht üb. die Fortſchritte d. phyſiolog. 
Chemie im 2. Halbjahr 1903. — P. Lindner, Techn. Biologie. — 
G. Bornemann, Fette u. fette Ocle. Bericht üb. d. 1. Halbjahr 1904. 


Aprachkunde. Literaturgeſchichte. 


Linguistic Survey of India. Compiled and edited by G. A. 
Grierson. Vol. Ill: Tibeto-Burman family. Part II: Spe- 
cimens of the Bodo, Nägä, and Kachin groups. Vol. V: 


Indo-Aryan family, Eastern group. Part II: Specimens of 
the Bihāri and Oriyā languages. Calcutta, 1903. Office of the 
Superintendent, Government Printing, India. (II, 528; X, 
449 S. Fol.) à Sh. 9, 9d. 


Grierjong gropes Unternehmen fchreitet rüftig vorwärts. 
Dem kürzlich im 55. Jahrg. (1904), Nr. 43, Sp. 1431 fg. 
d. Bl. beiprocdhenen erjten Teile deg fünften Bandes ift der 
zweite auf dem Fuße gefolgt. Er behandelt die Sprachen 
von Bihär und Driffa. Das Bihärt wird von etwa 36 Milli- 
onen geiprochen. ©. jelbit Hat (hon früher feinen Aufenthalt 
in Batna zu wichtigen Urbeiten über diefe Sprache benußt. 
Sein neues Werk enthält zunädhjft furze Abriffe der Grammatif 
der drei Hauptdialefte und bietet hiermit die Refultate feiner 
langjährigen mühfamen Forfchungen in überfichtlicher Geftalt. 
E3 folgen Proben der Unterdialefte in verfchiedenen Ulpha- 
beten, begleitet von lateinijcher Umfchrift, Snterlinearverfion 
und freier Ueberfegung. Das Maithili ift der einzige unter 
den drei Hauptdialeften, welcher eine eigene Literatur befibt. 
©. gibt al3 Beifpiele ein Funftvolle8 Lied des dem Ende 
des 15. Sahrh.3 angehörigen Bidyapati Thaffura und zwei 
andere Heine Gedichte. An die Spracdproben fchließt Héi 
eine Lifte von 241 Worten und Sägen in 12 Abarten deg 
Bihari. Das Driyä, die Sprache von 9 Millionen in Orifja, gilt 
für „augsdrudsvoll und poetiih, von angenehmem Klang und 
mufifaliiher Sntonation, und feinegwegs fchiwierig zu ers 
fernen und zu beberciden" e Dot feine eigentlichen Dia- 
lefte, ift aber in Euttad mit Bengali und in Gumfür (wofür 
G. irrtümlich „Gumſar“ ſchreibt) mit Telugu gemiſcht. Wie 
im Telugu werden im ſüdlichen Teile von DOriffa cha und 
ja wie tsa und äeza ausgeſprochen. Auf den Einfluß des 
Telugu möchte Ref. auch eine andere Eigentümlichleit des 


177 


Oriy zurüdjühren. E3 find dies die Nelativparticipia der 
Gegenwart und Vergangenheit in GSäben wie mu debä 
dhäna, „das Korn welches ich gebe”, und mu delä tankä, 
„die Rupie welche ich gab“. Daneben hat jedoch das Driy& 
das ariihe NMelativpronomen bewahrt, welches dem Telugu, 
wie den anderen dravidiihen Sprachen, abgeht. — Der Gegen: 
jtand des dritten Bandes deg Linguistic Survey find bie 
Zibeto-Burmanifhen Sprachen, eine Abteilung der großen 
Sndo-Ehinefiihen Familie. Der bereits erjchienene zweite 
Teil Dieleë Bandes behandelt drei Heine Sprachgruppen, 
die, wie die beigegebenen jorgfältigen Karten zeigen, den 
Provinzen Affam und Upper Burma angehören. Ale drei 
jtehen auf der agglutinierenden Stufe der Entwidlung. Die 
erfte Gruppe, das Bara, iſt jedoch von den fleftierenden 
Sprachen der benachbarten Arier ftarf beeinflußt. Die zweite, 
dad Näga, zerfällt nad) ©. in fünf Heinere Gruppen und 
29 Dialefte. Daß e8 Œ. gelungen ift, auf Grund fpärlicher 
und ungleihmäßiger Quellen diefes chwierige Material ans 
Ihaulich zu ordnen und darzuftellen, verdient ungeteilte Be: 
wunderung. Sn der Bearbeitung der dritten und lebten 
Gruppe, des Kadin, ift ©. von Sten Konow unterftüßt 
worden. Während da3 Där den benachbarten arifhen 
Epradhen das Relativpronomen entlehnt Hat, brauchen Näg& 
und Kadin, wie die dravidifchen Sprachen, ein Relativparti- 
cipium. in anderer Berührungspunft zwifchen Bara und 
Näga einerjeit3 und den dravidiichen Sprachen andererjeit3 
ijt die Negativform des Verbum, welhe dur) Anfügung 
eines Suffize3 an die Wurzel gebildet wird. Fm Dravidiichen 
lautete diejes Suffir nad) Caldwell urfprünglih al und ift 
in den Formen a und å erhalten oder ganz gejchwunden, 
jo daß die Suffirloligfeit der Wurzel die negative Bedeutung 
gibt. Zm Bära lautet das Negativfuffir å, im Nägä& mo 
oder e. Ziele Uebereinjtimmung mit dem Dravidilchen ift 
bemerkenswert. Doch läßt ſich vorläufig nicht entjcheiden, 
ob hier Urverwandtichaft, Entlehnung oder Zufall anzunehmen 
ift. Ohne Zweifel wird G.3 Werf, wenn es vollftändig vor: 
liegt, die Löfung ähnlicher Fragen erleichtern. E. H. 


Index Isocrateus. Ge EE Preuss. Leipzig, 
) 


1904. Teubner. u. 112 8. Gr. 8. 

Der durch — Index Demosthenicus (1892) und feinen 
Snder zu Ueichines (Anhang zu der Teubnerichen Ausgabe 
von 1896) rühmlichit befannte Verf. hat nun, zur Freude 
aller mit den Rednern und überhaupt der attiichen Profa 
Beihäftigten, auch einen Index Isocrateus nad) gleichem 
Plane verfaßt und Herausgegeben. Mit der Herausgabe 
muß ed, nach einer AUndeutung in der Vorrede, nicht ohne 
Schwierigkeiten zugegangen fein, fo dab die Firma B. ©. 
Teubner auch nicht wohl den Verlag übernommen haben 
fann: orbatus redemptore huius libelli B. G. Teubnero 
quibusdam de causis, non meo merito haec hunc in modum 
foras dedi. Der erfte Teil ift al3 Programm von Fürth 
erichienen, bi8 ©. 96; dann fängt neue Seitenzählung an. 
Man fragt verwundert, ob B. ©. Teubner nicht mehr ein 
fo augenscheinlich nütliches, ja nötiges Buch in Berlag neh- 
men will. Der Inder ift an die Ausgabe der Bibliotheca 
Teubneriana angeidhloffen, gleichwie die beiden früheren; 
Vorarbeiten gab e3 von X. ©. Baiter, die von Hand zu 
Hand wandernd an den Berf. gelommen find. Die Eigen- 
namen fehlen auch hier; ferner fehlen wie im Index Demo- 
sthenicus: aUzog Qé èxcīvoç xal ët ò oç oŭtog, wag 
man bedauern Tann, was indes die Brauchbarfeit nicht 
Ihädigt.. Die fonftige Unlage entjpricht der des fpäteren 
Index Aeschineus, indem von den Verbindungen deg be- 
treffenden Wortes redt viel ausgefichrieben ift, und dem: 
gemäß der Artikel über das Wort von vorherein nicht bloß 


— 1905. 5. — Literarifhes Bentralblatt — 28. Januar. — 


178 


nah den Sleriondformen, wie im Index Demosthenicus, 
fondern auh nah ben Gebrauchäweifen in Abfchnitte zers 
fält. Wenn freilich der Raum mangelt (dieg muß ber 
Grund fein), dann wird abgekürzt: 4. B. „ayasov ift Db: 
jeft zu àrrohéhłavza da und da, zu SlapvAdrrew da und 
da”; dazwifchen fteht >3 Ph. — und es folgt » D 18«; 
d. h. Philipp. 7 iſt es Objekt zu einem mit 8, Demonic. 18 
zu einem mit Ò beginnenden Berbum. Beffer hon, e3 wäre 
auh da3 ausgefdhrieben; aber e3 ging eben wohl niht, und 
fo find die Stelen wenigfteng angemeffen untergebradht. Die 
Borrede liefert zu diefer Eigentümlichkeit den Schlüffel, ohne 
welchen mancher Benuber wohl ratlos wäre, wag diefe Bud- 
ftaben bedeuten. E83 wird jebt, nachdem beier Zuber da 
ift, ein gang anderes und viel leichtere Arbeiten im Ifo» 
frate fein, mag man nun ftiliftifche Beobachtungen madıen, 
oder Tertfritif treiben, oder eine Stelle finden wollen, die 
einem ohne ihren Fundort im Sinne liegt. Dem Verf. gebührt 
aufrichtigfter Dank, um fo größerer, da er zunädjft GC 
wohl feinen gehabt Hat. 


Ginger, H. F., Der Humanift Jakob — 1460—1512, 
Prof. der Theol. an der Mainzer Univerfität 2c. Nach ardival. und 
gedructen Zeitquellen bearb. Muinz, 1904. Druderei Lehrlingshaus. 
(53 ©. Or H 

Wer das Hefthen mit der Hoffnung in die Hand ges 
nommen bat, hier einer bedeutfamen, von der Horihung 
überjehenen Berjönlichkeit zu begegnen, wird es recht enttäufcht 
zur Seite legen; denn Merfteter ift einer der Dubendhuma- 
niften jener Zeit, der weder durch feine Perfon noch durch 
feine Schriften intereffieren fann, und dem der Berf. nur 
deshalb eine eigene Darftellung widmet, weil Meriteter vor 

400 Jahren an derfelben Pfarrei al3 Seelforger tätig gë: 

wejen war, wie er. Daß Meriteter auch Profefjor an der 

Univerfität Mainz war, jteht auf dem Titel des Buches; 

fonft hören wir von dem Berf. nichts darüber. Daß er 

verichiedene Werfe mit verifizieren Tateinifchen Einleitungen 
verfah, ift fein ganges Titerariiches Verdienft, wir können 
daraus ermefjen, wie wenig das lange Gedicht, worin Jo- 

Hann Rhagius Uefticampianug ihn feiert, zu befagen Hat. 


Mauntz, Alfr. v., Heraldik in Diensten der Shakespeare- 
Forschung. Selbststudien. Berlin, 1903. Mayer & Müller. 
(XI, 331 S. Gr. 8.) 

xeber neue Verjuch, von einem beftimmten Gebiete aus 
in die fchier unbezwingliche Wee der Lebensgeichichte Shafe- 

Ipeares und der Auslegung jeiner Werke Brejche zu legen, 

ifi dankbar zu begrüßen, jelbft dann, wenn der Wafferngang 

nur geringfügige Beute ergeben folte. Solche Verjuche find 
bereits von der Medizin, der Jurisprudenz, den Naturwillen- 

Ihaften aus unternommen worden, und gewiß haben die 

meiften bavon Ergebniffe gehabt, die für die Shaleipearektunde 

verwendbar waren. Die Heraldik in den Dienjt diefer Wifjen- 
haft zu ftelen, ift ein Berfuh, der gwar in England fon 
gemacht worden ift, für uns in Deutjchland aber den Reiz 
der Neuheit Hat. Ohne Frage hat v. M. mit der Stellung 
feiner Aufgabe einen glüdlihen Griff getan und aud in 
einem Teile feiner „Selbititudien“ (nebenbei bemerkt eine 
jeltiame Neubildung) ganz Unerfennenswertes geleiftet. Bes 
fonders gilt dies von den fünf erjten Kapiteln. Jm eren 
bietet er allgemeine aus der Heraldik des elifabethanijchen 
Beitalters, der Stufenleiter der gefellichaftlicden Rangord- 
nung, die Bedingungen, unter denen Wappen vom Heroldsamt 
gewährt wurden, und bergl.; die zweite Studie beichäftigt 
ih mit dem Familiennamen, die dritte mit dem Wappen, 
die vierte mit der Abftammung, die fünfte mit der heral- 
difhen Ausdrudsweife Shafejpeares. Die jechfte und umfang- 


179 


reichfte Studie Hat v. M. „Leuchtfeuer oder Srrlichter” über- 
chrieben; fie umfaßt die Seiten 163—312 und behandelt 
das Gedicht „Phönir und Turteltaube”, das vermittelft der 
Heraldik eine neue Auslegung erfahren fol. Die Ueberfchrift 
läßt ahnen, daß der Verf. fich felbjt niht gang ficher fühlt, 
ob er mit der Leuchte verftandesmäßiger Kritik feinen Stoff 
gefichtet und behandelt Habe, oder ob feine Rhantafie in ben 
Dunftfreis Kühner Konjekturalfritit verlodt worden fei. 
Diefer Eindrud des eigenen Unficherheitggefüihl3 wird noch da- 
durch verftärft, daß v. M. fih Hinter die Autorität A. Brandls 
verichanzt. Dieje Hohe Autorität in allen Ehren, wird fid 
doch Fein denkender Lefer ded v. M.ichen Buches abhalten 
laffen, perfönliche Stellung zu diefem fechiten Kapitel zu 
nehmen. Und diefe Stellung wird, wie mit ziemlicher Sicher: 
heit zu erwarten fteht, bei der weitaus größeren Mehrheit 
ber Lefer eine abmweilende fein. Ref. beichlih beim Durch: 
lefen diejer „Selbitftudie” zuweilen das Gefühl, al Habe 
er eine der Fühnen Leitungen ©. Hermanns vor fi, bie 
er vor nahezu einem Meenjchenalter durchzuarbeiten Hatte. 
dv. M. folte ich nicht in nebelhafte Höhen verfteigen, fondern 
mit feinem jcharfen Denken und Löblichen Fleiß auf dem 
feften Boden pofitiver Forfchung bleiben, dann wird er der 
Shafejpearfunde noch manches Wertvolle zu jagen Haben, 
wie er dag auh fon in den fünf erjten feiner „Selbititudien“ 
getan Hat. Des Danteg und der Anerkennung dafür darf 
er ſich verfichert Halten. Ldw. Pr. 





Abeken, Bernh. Rud., Goethe in meinem Leben. Erinnerungen 
und Betrachtungen. Nebst weiteren Mitteilungen über Goethe, 
Schiller, Wieland und ihre Zeit aus Abekens Nachlass hrag. 
von Adolf Heuermann. Weimar, 1904. Böhlaus Nacht 
(VIII, 2788. 8) #4. 

Der Name des DOsnabrüder Gymnafialdireftord und 
Hrögbr.3 von Zuftus Möfers Werfen Dot feit langem in ber 
Goetheliteratur guten Klang. Sein Bud) über „Goethe in 
den Jahren 1771,75", das ihm 1861 den jeßt zum eritenmal 
veröffentlichten bedeutenden Danfbrief Dttiliend eintrug, 
ragt auh Heute noh aug der Maffe der Goetheliteratur 
rühmlich Hervor. Aber vieleicht noch wertvoller find die 
jegt aus feinem Nachlaß herausgegebenen Aufzeichnungen. 
Statt einer Autobiographie jchrieb Abelen einen Rüdblid, 
wie Goethe von feiner Jugend bis in fein Alter auf ihn 
gewirkt Habe: „Goethe in meinem Leben.” Der Hrgbr. 
gejellte diefer Qebengbeichte auf Goethe und Wieland bezüg- 
liche Stellen aus Ubelens Tagebüchern und einen diplomatifch 
getreuen Abdrud der Niederichriften von Gefprädhen Schillers, 
die Ubelens Gattin in jenen Tagen verfaßte, da fie als Ehriftiane 
v. Wurmb im Haufe ihres Verwandten Schiller geweilt. Der 
Neudrud der [don von Karoline v. Wolzogen mitgeteilten Ges 
fpräche ift jehr zu begrüßen, aber aud) die Goetheſche Geſpräch— 
fammlung wird durd Abelens Aufzeichnungen ergänzt. Die 
Schilderung des Lebensverhältniffes eines fo tüchtigen, urteilg- 
fähigen Mannes, wie Ubelen e8 war, zu Goethe ift für die 
Seihichte von Goethes Einwirkung auf feine Beitgenoffen 
äußerft wertvoll, und dies um fo mehr, da Abefen alg 
Student in Deng und Ipäter ald Hauslehrer bei Echillerd 
Kindern wichtige Perioden der großen weimarifchen Kultur- 
periode al lebhaft teilnehmender Augenzeuge miterlebt hat. 

M. K. 


Blätter für Volfsbibliotheten und Lefehallen. Hrög.v. E.Liefegang. 
6. Jahrg. Nr. 1 u. 2. Leipzig, Harraffomwip. 

Inh.: W. Bube, Welde Bände hat ein LXefer fhon entlichen? 
— €. Schulge, TDufterverzeicnie v. Büchern d. fchönen Literatur 
f. Boltöbibliotheten. — KR. W. Samalomesti, Wilhelm Fiicdher in 
Graz. — ©. Frig, Ein neues Werk über volkdtüml. Bibliothetd- 
wefen. — R. Fränktel, Das Doltd- „Antiquariat“ der Münchener 
Brodenfammlung. 


— 1905. 35. — Literarifhes Zentralblatt. — 28. Januar. — 


180 


Gymnaſium. Hrg. von P. Meyer u. A. Wirmer. 23. Jahre. 
Nr. 2. Paderborn, Schöningh. 


Snb.: v. Schenkendorff, Cin obligator. N an 
den deutfhen Schulen. — Programmfhau. Deuti-Defterreich 1903: 
Widmann u. Golling, Zur Beididte. 


Neue Jahrbücher für das affiihe Altertum, Gefhichte u. deutfche 
Literatur und für Pädagogik. Hrög. von Joh. Jlberg u. Bernh. 
Gerth. 8. Jahrg. 15. u. 16. Bandes 1. Heft. Leipzig, Teubner. 

Snh.: (1. Abt. 15. Br.) PB. Cauer, Erfundened u. Ueberliefertes 
bei Homer. — S. Strzygowski, Die Schickſale des Hellenismus 
in der bildenden Kunft. (Mit 1 Taf. u. 4 Abb.) — E. Samter, 

Antike u. moderne Totengebräudhe. — R. M. Meyer, Lebendwahr- 

heit dichterifcher Scftalten. — €. Stußer, Bidmard u. Lafjalle — 

(2. Abt. 16. Dr.) W. Münd, Pädagog. Prüfungsarbeiten. — R. 

PBapprig, Wie mildert man die Furcht vor dem Ertemporale? — 

W. Soltau, Die Wedung deg Hiftor. Sinne bei den Schülern der 

höheren Lebranftalten. — D. Richter, Neue Elemente d. Geometrie. 


Philologus. Zeitichrift für das claff. Altertbum. Hreg. von Dtto 
Erufius. 63. Bd. 4. Heft. Leipzig, Dieterich. 

Snh.: A. Ausfeld, Neapolid u. Brudeion in Alerandria. — 
G. A. Gerhard u. D. Öradenmig, QNH EN OISTEI. — 
A. Brieger, Die Urbewegung d. Demofritifhen Atome. — E. La nge, 
Exkurſe z. Thukydides. — E. Stemplinger, Studien 3. Stephanos 
v. Byzanz. — A. Zimmermann, Ungewöhnliche Abkürzungen der 
latein. Pränomina. — W. Weinberger, Der Dichter Ennius als 
Berfaffer eines orthograpb. Hilfsbuched. — H. Blafe, Der Potential 
des PBerfefts mit Bergangenheitsbedeutung im Lateinifchen. 


Die neueren Spraden. Hr3g. v. Wilh. Biëtor. 12. Bd. 9. Heft. 
Marburg, Elwert. 

Snh.: £. Wimmer, Das franzöf. Diktat, indbejond. an den 
bayer. Realihulen. — E. Bitollet, Moderne Strömungen im franzö|. 
Roman u. Drama. — B. Abmann, Beriht üb. die 7. Hauptver- 
fammlung d. jächf. Neuphilolog.-Berbandes in Freiberg. — R. Hengft, 
Der erfte engl. Fortbildungsfurfus f. Lehrer böh. Schulen in Frant 
furt a. M. (17.—29. Oft. 1904). 


Beitfchrift für dad Gumnafialwelen. Heraudg. von H. J. Müller. 
59. Jahrg. 1. Heft. Berlin, Weidmann. 
Inh.: E. Samter, Kunftpflege in der Schule. — H. Müller, 
Bereinigung d. Freunde d. humanift. Oymnafiumd. — Jahresberichte 
d. philol. Vereins zu Berlin: H. 5. Müller, Livius. 


BZeitfchrift für die öfterreichiichen Oymnafien. Red.: S.Huemer, E. 
Hauler, H.v. Arnim. 55. Jahrg. 12. Heft. Wien, Gcrolde ©. 
Inh.: A. Huemer, Zur Einführung des indiſch-aAarab. Zahlen⸗ 
ſyſtems in Frankreich u. Deutſchland. — H. St. Sedlmayer, Zu 
Cicero in Verrem act. II, 1. V 162. — $.Zominğ$et, Die Bicle 
des Mafj. Unterrichtes u. die Privatleftüre. — 8.Klement, Bemer- 
tungen 3. 24. Aufl. d. griech. Schulgrammatit von urtiud- v. Hartel. 
— Bur Mittelihulftatiftil. — A. Bubo, Die Enthülung ded Joh. 
Gabriel Eeidl«Dentmald in Cilli. 


Zentralblatt f. Bibliotheldwefen. Hrög.v.P.Schwente. 22. Jahrg. 
1. Heft. Leipzig, Harrafjowig. 

Inh.: B.Schwente, Einheitl. Zetteldrud f. die deutfhen Biblio- 
tbhifen. — H. Meisner, Ueber Ordnung u. Verwaltung v. Karten 
fammlungen. — Die Feuermeldeanlage in d. Prager Univ.-Bibliothet. 
— PB. Trommdäpdorff, Ernft Morig Arndt in d. deutfch. Bibliotheken. 


— 2 


Pũüdagogik. 


Pädagogiſches Archiv. Hrsg. v. Ludw. Freytag. 47. Jahrg. 
1. Heft. Braunſchweig, Vieweg u. Sohn. 

Inh.: J. Schoubye, Die Verwendung v. Paläontologie vu Ur 
geſchichte im geograph. Unterrichte — H. Schmidkunz, Hochſchul⸗ 
pädagogif u. Berufsbildung. — Gräpvell, Zwei moderne Wikinger. 
— 3. Öuterfohn, Schul. u. Unterrichtöftagen. — P.Ziertmann, 
Bur Sefhichte dwè Soahimstalfchen Oymnafiumd. — E. Horn, Zum 
Moralunterricht. 


Körper und Geift. Hrögdr. K. Möller, FJ. A. Shmidt, $. 
Widenhagen. 13. Jahrg. Nr. 21. Leipzig, Voigtländer. 
Snh.: Kurth, Zur Gefhichte ded Schwimmend in den legten 
Jahrzehnten. — Moeftue, Literarifche Stimme über dad philanthre- 
piftifhe Zurnleben. — Xhalwiger, Der Parademarfch, beipr. v. Meisner. 
— Bollert, Aus den Lebenderinnerungen ded Prof. Dr. Neumann. 
— Heffen, Befunde Frauen. 


181 


Zeitfägrift f. den deutfchen Unterricht. Hrög.von D. Lyon. 19. Jahrg. 
1. Heft. Leipzig, Teubner. 

Snh.: D. Lyon, Eine Hebbelausgabe für Schule u. Haud. — 
P. Shwarptopff, Die Bfliht der höheren Schulen, in die Philos 
fophie einzuführen. — R. Wagner, Bon der Freiheit des deutichen 
Unterrichts, namentlih in Oberfetundae.. — U Schaefer, Die Be 
handlung deuticher Dichtungen u. die Derwendung nationaler Poefie im 
geograph. Unterricht. — 2. Böhme, Sedichtiammlungen u. Lefebücher. 


Zeitſchrift f. eech höbere Schulen. Hrdg.v.Schmig-Mancy. 
16. Jahrg. 4. Heft. Leipzig, Teubner. 

Inh.: Aus dem deutfchen Greg — B. Kübler, Realfhuls 
bildung u. jurift. Studium. — Quoffet, Zwet u. Umfang d. latein. 
„Privatunterrichts“. — R.Eickhoff, Der Partikularismus in unferem 
höheren Schulweſen. 


Segan für dag en 
u NMN. © 


Gr3g. von Çm. Czuber, Ad. 
Bechtel löfer. 30. Jahrg. 


1. Heft. Wien. Hölder. 


Inh.: a. Stagl, Die Serienture der Alliance francaise in 
Parid im Eommer 1904. — U. Bechtel, Zur praft. Ausbildung 
der neuipradl. Lehrer. — % Pollat, Zur Theorie der abwidel- 


baren Flächen. — R.Suppantſchitſch, Bemerkung zu den ebenen 
Schnitten br Kegeln zweiter Ordnung. — Neuordnung des Mittel- 
Ihulftudiumd in Franfreih. (Schl.) 


Katehetifhe Zeitfhrift. Grën, pn A. Spanuth. 8. Jahrg. 
1. Heft. Stuttgart, Greiner & Pfeiffer. 

Snh.: H.Spanuth, Probleme u. Reformbeftrebungen im Gebiete 
ded Religiondunterrichtd d. Oegenwart. — Eberhard, Zur Wertung 
ded Katechiemud in d. neueft. wiljenfchaftl. Pädagogit. — B. Kirchner, 
efu Ramen u. Bezeichnungen in alphabet. Folge. Skizzen au einer 

rößeren Reihe v. Gottegdienften mit d. tonfirm. Jugend. — O. Um- 
ku Lektionen üb. dad Leben Jefu. — N. Geyer, Mofes Geburt 

Rettung. Ein Lebrbeifpiel f. die Unterftufe in tontret aufbauender 
kuttoidelns-dustehenden Form. 


Vermiſchtes. 
a Theod., Reden und Aufsätze. Mit 2 Bildn. Berlin, 
Weidmann. (VI, 479 8. Gr.8) 48. 

Fr die Reden und Auffäte, welche uns hier in einem 
fattlihen und geihmadvoll außgeftatteten Bande vorliegen, 
von der Sammlung von Mommjensd Hiftoriiden Schrijten 
ausgeichloffen wurden, ift in der Ordnung, denn fie wenden 
fih an ein anderes Publifum; daß fie Dier vereinigt worden 
find, dafür verdient der Hregbr. Otto Hirichfeld, der feiner Aufe 
gabe im ganzen mit großer Sorgfalt gewartes hat, den Dant 
der Gelehrten wie überhaupt der Gebildeten. Dieje Arbeiten 
find ja zum guten Teile jo wenig zugänglih, daß manche 
faft vergefjen find, während andere von vornherein nicht die 
Wirkung ausüben konnten, welche ihnen gebührt hätte. Der 
Hragbr. hat fie nach etwas äußerlichen Geficht3punften ges 
ordnet: Univerfitätsreden, alademiihe Reden, Reden im 
Adgeordnietenhaujfe, Vorträge und Auffäge. Sie bewegen 
béi auf fehr, verichiedenen Gebieten, denn wenn Mommjen 
e3 liebte, fih al3 Fachmann auf dem Gebiete des Römertums 
zu geben, fo griff er doch von da aus (und Feineswegs als 
Dilettant) auf alle möglichen anderen Gebiete hinüber, während 
er gar nicht felten feine Stimme auch dort vernehmen tiek, 
wo der Fahmann nur fehr bedingt zu herrichen Hat, nämlich 
in der Politi. Mit der getroffenen Auswahl wird man 
im ganzen einverftanden fein müffen. E83 ift wohl durchweg 
nur da aufgenommen, wa Mommijen jelbjt nicht auöge- 
Ichlofien hätte; jeder der zum Teil fo harafteriftifchen Aeuße— 
rungen, die Mommfen öffentlich über Tagesfragen getan, 
nachzugehen, ift zwar Pflicht des Biographen, fann aber 
nicht Aufgabe des Hrögbr.8 einer folhen Sammlung fein. 
Daß aber eine Anzahl mehr oder weniger politifcher Aufjäge 
aufgenommen wurde, fann nur erwünjcht fein. Wie wir 
über die darin behandelten Fragen denken, wie ihr Verf. 
ſelbſt ſpäter darüber gedacht hat, kann dabei gleichgiltig ſein; 
wir haben es hier mit hiſtoriſchen Dokumenten zu tun, und 
die Erben Niebuhrs haben den Hiſtorikern viel Merger bes 
reitet, weil fie einige nicht unmwichtige Streitichriften des 


— 1905. RR — Literarifhes Zentralblatt — 28. Januar. — 


182 


Mannes, die nur mit größter Mühe aufzutreiben waren, 
nicht wieder zum Abdrud gebracht haben. Sehr erwünſcht 
wird auch der Artikel über die Schladt bei Schleswig am 
23. April 1848 fein, ber eine febr gute Ergänzung zu der 
Schilderung von Dtto Fod bildet, welher dem Kampf in 
ähnlicher Stellung wie M. beimohnte. Aufläge in fremden 
Sprachen find ausgeihloffen, wohl mit Recht; nur für eine 
Ausnahme würden wir eingetreten fein. Jedermann weiß, 
daß M. für die Grundfäge, welche er in dem Aufjah „In 
eigener Sade” von 1895 ausjpricht, immer eingetreten ift; 
hier aber wäre e3 zum Belege erwünjht gemwejen, wenn ber 
italienische Zeitungsartikel von 1870, beffen er dort gedentt, 
mit vorgelegt worden wäre. Die paar Reden aus dem 
Ubgeordnetenhaufe, über die Berliner Bibliothel und die 
dortigen Meufeen, Hätten dagegen wohl ohne Schaden forts 
bleiben können; vorzüglich auf ihren Biwed berechnet, find 
fie Doh an fich Feineswegs bedeutend. Den größten Raum 
nehmen die afademiihen Reden ein. Sie find merkwürdig 
genug. ©3 ift feine unter ihnen, die niht da3 gang eigens 
tümliche Gepräge des Nedners trüge, die nicht neue Belehrung 
gewährte und durch Gedankenreichtum fefjelte, auch wenn fie 
(wie oft genug) mehr zum Widerjpruch al3 zur Buftimmung 
reizt. Aber ob fie alle fo eigentlich afademifch find? Was 
man fonft mit diefem Worte bezeichnet, hatte doch vielleicht 
M.3 Vorgänger Moriz Haupt mehr in der Gewalt. M. war 
eine leidenjhaftliche Natur und er war geneigt, das, was 
ihn im Augenblid bewegte, big in feine legten Konfequenzen 
zu verfolgen und ihm dann einen Ausdrud zu verleihen, 
ala ob nichts Anderes daneben Eriftenzberechtigung hätte. 
Wie e8 aber damit ftand, war ihm jelbft nicht verborgen, 
und er bringt dann auch wohl anderswo die Kehrfeite der 
Medaille zum VBorfchein. Der Stil M.3 ift überall von 
einem gewifjen Herben, aber erfrijchenden Aroma; dieje Reden, 
die bisher in den Sigungsberichten der Berliner Afademie 
begraben waren, werden viele Liebhaber finden. An Ent- 
gleifungen fehlt e3 darin freilich auch nicht, nit bloß in 
Fragen des Geichmads, wie S. 89. Die ärgfte ift wohl die 
auf S. 119, wo zu lefen fteht, daß Mufik (!) und bildende 
Kunſt Wilhelm v. Humboldt innerlich nicht minder nah ges 
ftanden Hätten al3 die Literatur. Die populären Vorträge 
und Auffäge find zum Teil wahre Mufter der Gattung, 
wie die über die Arvalbrüder und die römifhen Katalomben ; 
es ift fchade, daß M. ihrer fo wenig gejchrieben; jo manches 
andere, das ung fein unermübdeter Fleiß gefchenkt, hätten 
auch Andere machen können, welchen für folche Urbeit die 
Begabung und, was ein befonderer Borzug aller diefer Auf- 
jäe ift, Der weite Ueberblid abgeht. Der tfeine Nuffaş über 
Cornelius Gallus ift geradezu eine Perle. Doh wir Haben 
hier nicht eigentlich zu rezenfieren, und diefes Blatt ift 
wohl auch taum der Ort, eine Charatteriftit M.3 al3 Shrift- 
Heller zu verfuchen, eine jchwere, aber dantbare Aufgabe; 
e3 muß genügen, darauf Hinzumeifen, was in dem Bude 
zu finden ift. Beigegeben find zwei Bildniffe M.3, das eine 
aus dem Jahre 1860, fehr fompathiih, nah einer mittels 
mäßigen Vorlage, dag andere, aug dem Jahre 1896, ein 
Meisterwerk und von geradezu erjchredender Aehnlichkeit. 
Abhandlungen der kal. Gefellidyaft der „lan nn Göttingen. 
Mathematiſch-phyſikal. Klaſſe. N. F. Bd. III 

Inh.: (2.) U. v. Koenen, Ueber die untere Kreide Eat 

und ihre Ammonitiden. (63 ©. 4. mit 4 Taf.) # 4. — (b.) F. ale 


Quftelektrifche Meffungen bei zwölf Ballonfahrten. (90 ©. 4. mit 
4 Taf.) Æ © Berlin, Weidmann. 


Separat-Abdrud aus den Sigungsberichten der mathem.-phyf. ale 
der l. bayer. Akademie der Wiffenfchaften. Br. 34. 1904. Heft 3 
Münden, Franz; in Komm. 

"nb: Otto Maag, Bemerkungen zum a der Medufen. 

Revifion der Gannotiden "Hacdels. (25 ©. 8.) 4 0, 40. 


183 


Siuungsherichte der Fönigl. preuß. Akademie der Wiffenfchaften zu 
Berlin. Gelamtfigung. 1905. Nr. 1. 

Snh.: Harnad, Ueber den apofryphen Briefiwccfel der Korinther 
mit dem Apoftel Paulus. — L. Cohn, Ein Philo-Palimpief. — $. 
Siegel, Unterfuhungen über die Aetiologie des Echarlahd. — W. 
Kolbe, Bericht über eine Reife in Meifnien. — €. Friedrich, 
Bericht über cine un der Injeln des Thrafiichen Meered u. der 
Nördlichen Sporaden. — U. Behn, Ucber dag Verhältnis der mitt⸗ 


leren (Bunſenſchen) Calorie zur 150.Calorie en in J. Schuhr, 
Ueber eine Klaſſe von endlichen Gruppen linearer Sure 


Britifhe Sadyzeitfhriften. ` 





Revue crit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 
39° année. Nr. 2. Paris, E. Leroux. 

Somm.: Le Tantrakhyaika, p. Hertel. — Schrader, Le mariage des morts. 
— Lécrivain, L'Histoire Auguste. — Halkin et Zech, Bulletin d’In- 
stitutions politiques romaines, I. — Cardinali, Framentatio. — Mar- 
chesi, L Ethique à Nicomaque au moyen âge. — Lucquet, Aristote et 
l'Université de Paris. — D'Arbois do Jubainville, Les Celtes depuis 
les temps les plus anciens jusqu'en l'an 100. — Chardon, Searron in- 
connu et les types du Roman Comique. — Choppin, Trois insurrections 


militaires en 1790. 


Wochenſchrift für Haffifche Philologie. Hrag. dv. ©. Andrefen, $. 
Drabeim u. J. Harder. 22. Jahrg. Nr. 3. Berlin, Weidmann. 


Inh.: Y. Blag, Tie Jnterpolationen in der Odnffee. (C. Rothe.) — N. Riedy, 
Solonis elocutio quatenus pendeat ab exemplo Homeri. — N. Torzaghi, 
Timoteo ed i Persiani. (J. Sitzler.) — Thesaurus linguae latinae epigra- 
phicae. A dictionary by N. Olcott. I, 1. (M. Ihm.) — 8. Fedt uw 3. 
Sipler, Griehifdes Uebungsbud für Sekunda. (W. Vollbrecht.) 


Außerdem erſchienen 


ausführliche Kritiken 


Arche, A., Pralt. Chemie. (Rail: auer, f. d. öftr. Gymn. LV, 12) 

Beling, H, Studien üb. d. kora deg Horatius. (Fritſch: Ebd.) 

Below u. Meinede, Handb. d. mittelalterl. u. neuen Gei, UL IV, 
(Gét, f. d. Realihulm. XXX, 1.) 

Berthold, D., Beiträge 3. Bfocologie des Unterricht. (Reh: Ebd.) 

Beer A., Goethe. II. (v. Weilen: Ziſchr. f. d. oft, Ber 

Collard, F., Méthodologie de EE moyen. (Zichen: 
Neue Sabıbb. LR fait, Atert. XVI, 1.) 

Dresdner, A., Der Weg der Kunft. (Nord u. Süd. H. 335.) 

Dülberg, 9., "Altholän. Gemälde d erzbifchöfl. Mufeum zu Utredht. 
(Friedländer: Kunſtchronik XVI, 12.) 

Engler, A., Das Pflanzenreich. (Naturw. Rundſchau XX, 3.) 

Friedmann, ©., Dag deutfche Drama d. 19. Sabrh. in f. Hauptvers 
tretern. IL, (Betih: Neue Sahrbb. f. d. klaſſ. Altert. XV, 1.) 

ee £., Da8 Zeitalter dee Sonnengotted. I. (Ehrenreih: Ztfchr. 
d. WE f. Erdl. zu Berlin. Nr. 10.) 

ns g T Werden dreier Denter. (Ragaz: Schweiz. theol. Ztichr. 

Furtwängler u. Urlih8, Denkmäler grich. u 


. rom. Skulptur. 2. Aufl. 
(R. Wagner: Neue Sabrbb. f. d. Maff. Altert. XVI, 1.) 

Furtwaͤngler u. Urlichs, Denkmäler griech. u. röm. Skulptur. 2. Aufl. 
(Weizſäcker: Neues Korr.Bl. f. d. Gel.- u. Realſch. Württ. XI, 12.) 

Görres, K. H., Der E der Geſchworenen u. ſ. pſycholog. 


Grundiagen. Beil. z. A CS r. 7.) 
—— Konzils, (Pfülf: Stimmen aus 


Oranderath, Th., Geſch. d. 
Maria⸗Laach LXVIII, 1. 

Grund, A., Die —AX (Schlüter: Ztſchr. d. Geſ. f. Erdk. 

zu Berlin. Nr. 10.) 

(Tieſſen: Ebd.) 


Hamilton, N., Korea. 
Harder, Chr., Homer. (Bogrinz: Ztichr. f. d. Realihulm. XXX, 1.) 
nn, % Ruther Leben. (Waldburger: Schweiz. theol. Ztichr. 
Hoffmann, R. M., Das Markudevangelium u. f. Quellen. (P. W. 
chmidt: Ebd.) 
Holzmüller, ©., Vorbereitende Sal og) d. Raumlehre. (Sciffner: 
Ztiſchr. d. Realſchuiw XXX. 
Huelfen, Chr., Dag Forun SE (Groag: Ztſchr. f. d. öftr. 
(R. M. Werner: Ebd.) 


©Gymn. LV, 12. 
Jahnte, R., Hebbeld Nibelungen. 
Fornemann., E., Die neue Livius⸗Epitome aus Oxythynchus. (Sher: 
mann: Neues Korr.Bl. f. d. Gel. u. Realih. Württ. XI, 12.) 
Knoke, K., Luthers Kleiner Katechismus nach den älteft. Ausg. in Hd., 
nd. u. fat. Spr. (Ebeling: Katedhit. Ztfchr. VIIL 1.) 

Krebd, N., Die nördl. Kalkalpen zwifhen Enns, Traifen u. Mür;. 
(Schlüter: Stihr. d. Gef. f. Erdk. zu Berlin. Nr. 10.) 

un M., Marie Fürftin zu Wied. (Nord u. Süd A 335.) 

Külpe, DO , Die Philoſophie ver mn in Deutfhl. (Spengler: 
Ztſchr. f. d. öſtt. Gymn. LV, 12.) 


— 1905. M 5. — Literariſches Zentralblatt. — 28. Januar. — 


184 


Kutter, H., Das nun eine Menfchheitäfrage. 
— theol. Ztſchr. X 


.) 
Leffion, U, Smmermannd Alerie. (Arnold: Zıfhr. f. d. öfter. Gymn. 
ns Ziſcht. f. d. öſtt. Gy 


Luckenbach H., Kunſt u. Geſchichte. (Weizſäcker: Neues Korr.Bl. f. 
d. Gls u. Realfch. Württ. XI, 
“IL ILL (Rothe: Btfdr. f. d. 


Marſhall, W., Die Tiere der SE 
Realſchulw. XXX, 1.) 

Mölhaujen, B., Bilder aug dem Reiche der Natur. (Kirchhoff: Ztſchr. 
d. Gen. f. Erdt. zu Berlin. Nr. 10.) 

ON und, W., SE (Miller: Neues Korr.-Bl. f. d. Oel.» 

u. Realic. Württ. XI, 12.) 

Mind, W., Zukunfepädagogik. (Kaller: Ztfhr. f.d.Realfhulm. XXX, 1.) 

Oſtwald, an. Die Schule der Chemie. II. (Brandflätter: Ebd.) 

Paftor, W., Die Erde in der Zeit des Menfhen (Unterb.- Beil. z. 
Tägl. Rundſchau Nr. 7) 


Farner: 


Paues, A., A fourteenth century English biblical version. G. 
en: Theol. gbl. XXVI, 3. 

Piat, &., Sofrated. Ucberf. v. E. Prinz a E 
a Stimmen aus Maria-faah LVIIL 


Prener, U, Indo-malatische Streifzüge. (v. Stee Petermannd 
Mitteil. k 11. 
Rcihling, D., Appendices ad Hainii-Copingeri repertorium bi- 
— Voulliéèê me: Bbl. f. Bibliothetsw. XXII, 1.) 
Reychler, A., Phnfifal.schem. Iheorien. Bearb. v. B. Kühn. (Zahrad- 
nice: gét, f. d. Realihulm. a 1.) 
Riemann, H., Handke. d. Mufitgefd. I, 1. (Guhrauer: Neue Sahrbt. 
f. d. fla. Altert. XV, 1.) 

Rodwell, W., Die Doppelche ded Landgrafen Philipp v. Heffen. 
(Wiegand: Theol. Rei. XXVI, 3. 

Rofen, F., Die Natur in der Kunft. (vd. Gerftfeldt: Kunfthronit XVL 12.) 

Sägmüller, 3. B., Lebrb. d. kathol. Kirchenrehtd. III (Qaurentiug : 
Stimmen aud Maria-faahb LXVIIL 1. 

Schlömilds Hantb. d. Mathematik. III Hgb. v. Henke u. Heger. 
(Wallentin : Ztichr. f. d. öftr. Gymn. LV, 12.) 

Schulg, A, Das häudl. Leben der europ. Kulturvölker vom MA. big 
D 2. Hälfte dis 18. Oubhrb, (eler: Neued Korr.-Bi. f. d. Gel. 

Realſch. Wurtt. XL 12. 

Stilling. $ ‚Die Kurifichtigkeit. (Burgerftein: Ebd.) 

Tobler, a "Das Bolkelicd im Appenzellerlande. (Hippe: Mitteil d. 
ſchleſ. Gefeliſch. f. Boltötde. 12. 9.) 

Velten, C., Sitten u. Öebräude der Suakeli. 


Mitteil. T 11.) 
Webers Weltgeſch., E v. Baldamus. I. (A. Bauer: Ztfchr. f. d. 


öftr. Gym. LV, 1 ) 
a e Die Sleihniffe Jefu. (Köhler: Schweiz. theol. Ztichr. 


' 


(Singer: Petermannd 





Com 11. big 18. Januar find nachſtehende 


nen erfhienene Werke 


bei un® eingeliefert worden, deren Beiprecdhung fich die Redaktion vorbehält: 

Fem og tyvende Årsberetning fra Samfund til udgivelse af 
gammel nordisk litteratur stiftet 24 maj 1879. Kopenhagen. 
Mollers Bogtrykkeri. (18 S. 8.) 

Bartíd, R., Ehelihes Güterrecht im N Defterreih im 
16. Zem Leipzig. Det & Co. (8.) Æ 2, 50. 

Bieſe, A., Römiſche Elegiker (Catull, Tibull, Proper, Ovid) in Aug: 
wapi s ` Schulgebr. 2. dun. Leipzig. Fredtag. (8.)-Geb. æ 1, 20. 

N Sabrbud u. deuticher Netrolog. Hgb. v. A. Bettel- 
bzim 7. 3d.: 1902. Berlin. ©. Reimer. (Gr. 8.) M a 

Canftein, R. Frhr. v., Dad S SENG 1. Band. 3. Aufl. 
Berlin. Heymann. (8.) A 20 

Cartellieri, A., Ueber Wefen u. Gliederung der Geſchichtẽwiſſen⸗ 
ſchaft. Leipzig. Dyt. (32 S. Gr. 8.) 

Corneliu, P., Literariihe Werte. 4. Bd.: Gedichte, gef. u. hab. 
v. Adolf Stern. Leipzig. Breittopf & Håttel. (Gr. 8.) Æ D. 

Dernburg, H., Dag bürgerl. Redit treg a Reihe u. Preußens. 
d SCH Zoe Erbreht. Halle a. S. Buchh. d. Waiſenhauſes. 
(Gr 

Deutſcher — Almanach 1905. Ein CN f. Amateur-Photo- 
raphen. Hgb. v. Friz Koefher Berlin. ©. Schmidt. (8. mit 

Gravüre u. 131 Abb.) M 3, 50. 

Diener- Wyf, H., Calvin, ein aftengetreucd Lebendbild. Zürich. 
Orel obt, (8. mit 1 Bildn.) Æ 1, 50. 

Fiſcher, E. F., SE Rebre von der Belehrung. Tübingen. 
Mohr. (Gr. 8.1.4 3, 

Friedli, E. Bärndütſch EN Spiegel berniſchen Volkstums. 1. Bd.: 
Lußelfiüh Mit 158 — Farbendr. u. 2 topogr. Karten. 
Bern. Frande. (Or. 8.) M 

Geid berg, M., Berzeidhnig pie ‚Rupferfice SE = SES 
+ 1503. Straßburg. Heig. (Or. 8. mit 9 Taf.) M 


185 


— 1905. 35. — Literarifhes Zentralblatt. — 28. Januar. — 


186 





Kogler, F., Beiträge zur Gefhichte der Rezeption u. der Symbolit 
ver legitimatio per subsequens matrimonium. Weimar. Böhlaug 
Rahi. (8.) æ 2. 

Derf., Die legitimatio per rescriptum von Juftinian big zum Tote 
Karl IV. Ebd. (8) A3. 

Loewenberg, J., Detlev von Liliencron. Hamburg. Gutenberg: 
Berlag. (Gr. 8. mit 1 Bildn.) æ 0, 50. 

Roui, R., Anton Brudner. Münden. ©. Müller. (Gr. 8. mit 
14 Portr. u. Fall.) # 5. 

Manee, A, Berfiherungsweien. Leipzig. Teubner. (Gr. 8.) .# 10. 

Maudbah, J., Kernfragen hriftliher Welt u. Lebensanſchauung. 
3. u. 4. Aufl. M.-Gladbadh. Zentralftelle ded Voltöver. f. d. kath. 
Deutfhland. (8.) Æ 1, 20. 

Mayer, € B., Chriftentum u. Kultur. Berlin. Trowipfh & Sohn. 
(8) Æ 1, 40. 

MUT: Luther ald deuticher Mann. Tübingen. Mohr. (Gr. 8.) 
4 £ 


Möller, M., Orientierung nah dem Schatten. Mit 30 Fig. Wien. 
Hölter in Komm. (Gr. 8.) Æ 3, 50. 

Monumenta Germaniae historica. Auctorum antiquissimorum 
tomus XIV: Merobaudes, Dracontius, Eugenius Toletanus. 
Berlin. Weidmann. (4.) M 16. 

Morawski, C. de, De Athenarum gloria et gloriositate Athe- 
niensium. Krakau. Akademie der Wiflenfchaften. (42 ©. 4.) 
Parzer-Muplbader, N., Pbotographifched Unterbaltungsbud. 
on Anleitungen. Berlin. G. Schmidt. (8. mit 121 Abb.) 

Aæ 3, 60. 

Philipp der Großmütige. Beiträge z. Geſch. ſ. Lebens u. ſ. Zeit. 
Hsb. v. d. Hiſtor. Verein f. d. Großh. Heſſen. Marburg. Elwert 
ın Komm. (VIII, 610 ©. 4.) 

Regener, Œ. N., Œ. M. Lilien. Ein Beitrag zur Gefch. d. zeichn. 
Küunfte. Goslar. Lattmann. (4.) Geb. M 8. 

Nihter, A, Die Lehre von der Form in der unt, Leipzig. Breit 
font & Härtel. (Br. 8.) 4 3. 

Rudert, TH., Skizze eined Moraliyftemd ald prakt. Grundlage der 
fünftigen Weltreligion. Leipzig. Anaur. (41 ©. 8.) 

Sanders, H. A., Roman historical sources and institutions. 
New York. Macmillan Co. (402 S. Gr. 8.) 

Schapire, R., Johann Ludwig Ernit Morgenftern. Straßburg. 
Heig. (Br. 8. mit 2 Taf.) Æ 2, 50. 

Scholz, B. v., Gedanken vum Drama. Münden. ©. Müller. (8.) 3. 

Soden, H. Frhr. v., Urchrifil. Titeraturgefchichte (die Schriften dee 
N. Zen. Berlin. NI. Dunder. (8) Æ 2, 50. 

Soergel, H. TH., Redtfprecdung 1904 zum B. G. B. ꝛc. 5. Jahrg. 
Stuttgart. Deutide Berlagsanftalt. (8.) Geb. Æ 6, 40. 

Spitta, W., Dir landwirtfhafti. Grundfredit in Württemberg mit 
bei. Berüdj. d. Württemb. Kreditvereind in Stuttgart. Tübingen. 
Raupp. (Gr. HI 4 2, 50. 

Starzer, A. Die Konſtituierung der Ortsgemeinden Niederöſterreichs. 
Wien. Berl. d. t. k. niederöſterr. Statthalterei. (VIII, 244 S. Gr. 8.) 

Statiſtiſches Jahrbuch der Haupt⸗u. Refidenzſtadt Budapeſt. 5. Jahrg.: 
1902. Red. v. Guſtav Thirring. Budapeſt. Communalſtatiſt. 
Burcau. Berlin. Puttkammer & Mühlbrecht in Komm. (Lex.8.) Kr. 6. 

Statiſt iſches Jahrbuch für den Preußiſchen Staat. 2. Jahrg. 1904. 
Htsg. v. Kgl. Statiſt. Bureau. Berlin. Selbſtverl. (Gr. 8. Orb. 41. 

Sulze, E., Nur durch die Ueberwind. des Katholizismus in der ev. 
u. der fath. Kirche u. durch d. unumwundene Räckkehr z. urſprüngl. 
Religion Jeſu iſt die wachſ. Mäacht des Atheismus zu brechen. — 
Ed. Mayer, Der Kampf wider d. Atheismus. (Vorträge.) Berlin. 
Stwitihle & Sohn. (40 u. 10 S. 8.) 

Takaoka, K., Die innere Koloniſation Japans. Leipzig. Duncker 
& Humblot. 8.) Æ 2, 60. 

Trocehtſch, E. Pſychologie u. Erkenntnistheorie in d. Religionswiſſen⸗ 
ſchaft. Vortrag. Tübingen. Mohr. (Gr. 8.) Æ 1, 20. 

Ueberwegs Grundriß der Geſch. d. Philoſophie, bearb. u. brsg. v. 
Mar Heinze. 2. Th.: Die mittlere od. d. patriſt. u. ſcholaſt. Bur 
9. Aufl. Berlin. Mittler & Cohn. (Gr. 8.) A 7. 

Rid. Wagners Briefe nad) Zeitfolge und Snhalt.e Don Wil. Alt» 
mann. *2eipgig. Breitfopf A Härtel. (Br. 8.) M 9. 

Wehrbah, M., Schulerauffüge (Bollsihule). 2. ZI. Minden. Ma: 
rowgľfy. 8. .# 1, 20. 

Wefingtv, M., Die inkruftierte Keramik der Steine u. Bronzezeit. 
Mit 1447 Abb. auf 150 Taf. Berlin. Afher & Co. (Gr. 8.) .4 20. 

Württemberg. Bejchichtöquellen. Hrög. v. d. Württemberg. Kommijfion 
f- Landesacihichte. 8. Bd.: Das rote Buh ter Stadt Ulm, hgb. 
v. ©. Mollwo. Stuttgart. Kohlhammer. (VII, 304 ©. Gr. 8.) 

z3immermann, ©., Hanauer Chronik mit Kultur u. Sittengefdhichte. 
Hanau. König. (XX, 800, LXXXVI ©. Gr 8.) 

Bint, H., Urkfundenunterdrüdung u. SA im 8 274 des St. G. B. 
Breslau. Schlettetr. (Gr. 8. Æ 2, 80. 

Zuccante, G., Fra il pensiero antico e il moderno. Mailand. 
Hoepli. (8.) L. 7, 50. 





Antiguarifche Aataloge. 


Brecher, 2. u. A., in Brünn. Nr. 24 u. 25, Deutfhe Sprade u. 
Literatur. 2221 u. 2573 Nrn. 

Sarlebadh, E., in Heidelberg. Nr. 267. Deutiche Riteratur, indbei. 
Schwabene. (Bibl. Weitbredit. I.) 947 Nrn. 

Groß, L., in Nizza. Nr. 8. Verfdriedened. 857 Nrn. 

Härtel, R., in Plauen i. B. Nr. 24. Werte aus verjchied. Wiffen- 
fhaften. 360 Nrn. 

Haupt, Rud., in Halle a. ©. Verzeichn. Nr. 3. Aeltere deutfche, 
franzöf. zc. Literatur. 205 Nrn. 

Hierfemann, Q., in Leipzig. Nr. 308. Intunabeln, frühe Drude 
u. Manuffripte, Bibliographie. 380 Nın. 

Kerler, Heinr., in Ulm Nr. 334. Amerika, Auftralien. 951 Nın. 

Lazarus, H., in Berlin. Moderne Lit., feltene Werke. 424 Nm. 

Strobel, Fr, in Jena. Nr. 18. Theologie. 1630 Nrn. 

v. Zabn & YJaenjd in Dresden. Nr. 162. Shakefpeare, 425 Nın. 
Nr. 163. Freimaurerei, Rofenkreuzer, Zefuiten, Moyfterien, 814 Nrn. 
Nr. 164. Dccultidmud, 1579 Nm. Nr. 165. Medizin, 559 Nrn. 
Nr. 166. Polytechnijche u. crakte Wifjenichaften, 1370 Nrn. Wr. 167. 
Kunftgewerbe u. Ornamentif, 551 Nın. Nr. 168. Napoleon I u. 
fein Zeitalter, 392 Nın. Nr. 169. Gencalogie u. Heraldik, Waffen 
394 Nın. Nr. 170. Scographie, Topographie, Ethnographie, Reifen, 
948 Nrn. Nr. 171. Sıfchichte, 999 Nın. 


Auktion. 
30. Januar 1905 u. folg. Tage bei &. Möjfel in München. Porträts, 


Städteanfichten, Kupferftiche, bin x, geihichtl. Da:- 
ftelungen, Koftüme, illuftr. Werte. 1 Nrn. 


Nachrichten. 

Der etatsmäßige Prof. der Mathematik an der Bergakademie Dr. A. 
Kneſer in Berlin wurde zum ord. Profeſſor in Breslau, der a. ord. 
Profeſſor der innern Medizin Dr. Fleiner in Heidelberg zum Honorar⸗ 
profeſſor, der a. ord. Profeſſor der Elektrotechnik an der Bergakademie 
Dr. Zickermann in Berlin zum Ordinarius, der a. ord. Profeſſor 
des öſterreich. Ziviltechts Dr. M. Wellspacher in Czernowitz zu 
gleicher Stellung in Innsbruck, der Privatdozent der Geſchichte Dr. 
K. R. Wenck in Marburg zum ord. Hon.Profeſſor, der Dozent der 
Phyſik an der techn. Hochſchule Prof. Dr. F. Dolezalek in Danzig 
sum a. ord. Profeſſor in Göttingen, der Privatdozent der Botanit 
Dr. 4. Ernft in Zürich, der Privatdozent der erperimentellen Pfycho« 
logie Dr. 8. Heinrich in ratau und der Privatdozent der Chemie 
an der techn. Hodhfchule Dr. M. Shwarzmann in Karlöruhe zu a. 
ord. Profefjoren, der Präfelt an der Konjularatademie J. v. Blocie- 
zewski in Wien zum a. ord. Profejfor ded Böllerrchtö und ber 
diplomatischen Staatengeihichte dajelbit ernannt. 

Sn Bonn habilitierte ih Dr. 9. Selter für Hygiene, in Breslau 
Dr. ©. Baermann für Dermatologie, in Prag (zed. Univ.) Dr. 3. 
Simat! für böbhmifche Sefhühte, in Krafau Dr. St. Droba in der 
medizin. Jalultät, in Bern rau Dr. Schwenter-TZradheler für 
Dermatologie, an der Bergakademie in Berlin der Oberingenicur 
Philippi fur Eleftrizitätdlchte, an der techniſchen Hochſchule daſelbſt 
Dr. 4. Marr für das Lebrfah „Heizung und Lüftung der Räume“. 

Am naturbiitor. Hofmufrum in Wien wurden der Kuflos ber 
anthropologiichethnographifchen Abteilung Regierungsrat %. Heger 
und der Kuftod der mineralogiich-petrographifchen Abteilung Prof. Dr. 
3. Bernwerth zu Direktoren ernannt. 


Der Phyſikaliſche Verein in Frankfurt a. M. wählte den Hon.: 
Profefjor der Chemie Dr. 3. Brühl in Heidelberg zum Ehrenmitglied. 

Gè wurde verliehen: dem Regierungs: und Edulrat Dr. Waf how 
in Bromberg der Charakter old Gch. Regierungsrat, dem Privat- 
dozenten der Phyfiologie Dr. P. Jenfen in Breslau und dem Lehrer 
der engl. Sprade am Seminar für oriental. Spraden Dr. K.Lengner 
in Berlin dag Prädikat Profeffor, dem ord. Profeſſor Geh. Ober⸗ 
tegierungsrat Dr. v. Bezold in Berlin der rote Adlerorden 2. Klajje 
mit Eichenlaub, dem Direktor dis aftrophyfifaliihen Laboratoriume 
Sch. Dberregierungsrat Prof. Dr. Bogel in Potstam derjelbe Orden 
2. Klajie, dem Berlagsbuhhändter Scherl in Berlin die tgl. Krone 
zum roten Adlerorden 3. Klajje mit der Schleife, dem ord. Profejjor 
Seh. Med.-Rat Dr. Engelmann dajelbfl die Edyleife zum roten 
Adlerorden 3. Klaffe, dem vortragenden Rat im Kultusminifterium 
Sch. Oberregierungsrat Dr. Matthias in Berlin und dem ord. Pro» 
feffor Sch. Reg. -Rat Dr. Baajche dajelbft der rote Adierorden 3. Alajie 
mit der Echleife, den ord. Profchhoren Sch. Med.-Rat Dr. Fehling, 
Dr. Sofmeifter u. Dr. Sidel in Etraßburg, Dr. Grman m 
Muünfter, Dr. Kaufmann in Breslau, Konfiftorialrat D. Mirbt in 
Marburg, Dr. Peter in Göttingen, Dr. Prym in Bonn, Dr. Rehm te 
in Greijawald, Dr. Shottty in Berlin, Dr. Strübing in Greifs. 
wald, Dr. Boltmann in Königsberg i. Pr., den a. ord. Profefforen 
der Rechtemwifjenfhaft Dr. Bornhak und Dr. Kübler in Berlin 








— — — — 


187 


— 1906. 5. — Literarifhes Bentralblatt — 28. Januar. — 


188 





dem Profeſſor an der landwirtſchaftl. Hochſchule Hupperts in Bonn: 
Poppelsdorf, dem Profeſſor an der tierärztl. Hochſchule Boether in 
Hannover, den etatsmäßigen Profeſſoren an der techniſchen Hochſchule 
Quirll in Aachen und Troske in Hannover, dem Mitglied der 
phyſikaliſch⸗techn. Reicheanſtalt Prof. Dr. Wiebe in Charlottenburg, 
den Reichsgerichtsräten Dr. Düringer, Hoffmann, Dr. Krang 
u. Maenner in Leipzig, dem Rechtsanwalt beim Reichsgericht Juſtizrat 
Dr. Deiß daſelbſt, den Provinzialſchultäten Löwer in Münſter i. W. 
und Dr. Wolffgarten in Danzig, dem Kreisſchulinſpektor Schulrat 
Flebbe in Osnabrück, dem Archivdirektor Archivrat Dr. Ilgen in 
Düſſeldorf, dem Ge: und Bibliothefar Dr. Landauer in 
Straßburg, dem Bibliothelar beim Abgeordnetenbaufe Profeffor Dr. 
Wolffftieg in Berlin, dem Lehrer an der Forftafademie Dr. Kienig 
in Eberdwalde, den Bymn.-Direktoren Dr. Died in Verden und Dr. 
Beil in Straßburg i. €., dem Realgumn.Direftor Dr. Matthes 
in Witten (Reg.-Bez. Arndberg), den Seminardireftoren Schulräten 
®rüner in Scneidemühl und Lüttich in Nltdöbern (Kreis Kalau), 
dem Direftor der höheren Mädchenihule Schulrat Dr. Wedpy in 
Hannover, den Gymn.-Profefforen Dr. Appelmann in Demmin, Dr. 
G. Pfeiffer und Dr. Steinberg in Berlin, Dr. Practoriud in 
®raudenz der rote Adlerorden 4. Klaffe; den ord. Profefforen Geh- 
Reg.-Räten Dr. Dilthcy und Dr. Sahau in Berlin, Geh. Juftizrat 
Dr. Frensdorff in Göttingen, D. Kaugfh in Halle a. S., Dr. 
Michaelis und Dr. Shmicdeberg in Straßburg, Dr. Weiß in 
Braundberg, den etatömäßigen Profelloren an der techn. Hodfchule 
Geh. Reg. -Räten Dolezalet in Hannover, Herrmann in Oochen 
und Dr. Liebermann in Berlin, den Neichegerichteräten Dr. v. 
Lippmann, Dr. Pland und Reihardt in Leipzig und dem Bro, 
vinzialfhulrat Gch. eg Mot Lute in Pofen der l. preuß. Kronen 
orden 2. Klaffe, dem Direktor des biologifchslandwirtfchaftl. Inſtituts 
Sch. Neg.-Rat Dr. Stublmann in Amani (Deutfh-Oftafrifa) der 
felbe Orden 3. Klaffe mit Schwertern am Ringe; den ord. Profefjoren 
Dr. Breßlau und Dr, Grober in Straßburg, Geh. Med.-Rat Dr. 
Hertwig und Geh. Reg.-Rat Dr. Zimmer in Berlin, Geh. Reg. 
Nat Dr. Spider in Münfter und Geh. Med.-Rat Dr. Stieda in 
Königsberg, dem etatdmäßigen Profefjor an der techn. Hochfchule Geh. 
Reg. Rat Riehn in Hannover, dem Profeffor an der tierärztl. Hoch 
ſchule Geh. Reg⸗Rat Dr. Munf in Berlin, dem ord. Profeffor an 
der landwirtfchaftl. Hochichule Geh. Reg.-Rat Werner in Berlin, dem 
Direktor der Geolog. Tandesanftalt und der Bergakademie Geh. Berg: 
rat Schmeißer in Berlin, den Reichögerichtöräten Bartih, Shu- 
mann, Dr.v. Schwarze, Stoniegfi und Dr. Syahn in Leipzig, 
dem Reihsdanmwalt beim Reichdgeriht Dr. Nagel dafelbft, dem Ober: 
bibliothelar beim Reihögeriht Prof. Dr. Schulz dafelbft, dem Staat$- 
arhivar Geh. Ardhivrat Dr. Reimer in Koblinz, dem Gch. Regierungs: 
und Edulrat Bauer in Köın, dem Provinzialidulrat Dr. Thalheim 
in Bredlau, dem Gymn.Direltor Dr. Schneider in Duidburg, dem 
em. Seminardireftor Schulrat Belten in Kempen (Rheinland) und 
dem Gymn.-Profelior Pb. Kaifer in Trier der L preuß. Kronenorden 
3. Klaffe; dem Geh. Negierungd und Schulrat Dr. Breuer in 
Koblenz, dem Provinzialfhulrat Klemwe dafelbft, den Oymn.-Dircktoren 
Dr. Etardt in Breslau und Prof. Dr. Gocbel in Soet und dem 
Scminardireltor Schulrat Seeliger in Halberftadt der Adler der Ritter 
des al. Hausordend von Hohenzollern; dem Schriftfteller und Privat: 
gelehrten Siegfried in Königeberg i. Pr. dad Ritterkreuz 1. Alaffe 
des k. ſchwed. Waſaordens, dem Chefredakteur der „Schlef. Ztg." Röfe 
in Breslau das Offizierfreug de8 Ordens der fal. rumän. Krone, dem 
Redakteur an derfelben Zeitung Ezech das Ritterkreuz desfelben Ordens, 
dem erften Sekretär des AUrchäolog. Inftituts Prof. Dr. Beterfen in 
Rom dad Rommandeurfreug ded F. ital. Et. Mauritius u. Razarusordend. 


Am 14. Januar + in Delft der Profeffor der Mitrochemie an ber 
polytehhnifhen Schule Dr. Xh. H. Behrens, 63 Jahre alt. 

Am 16. Januar + in Amfterdam der Profeffor der Ohrenheilkunde 
Dr. 9. U. ©. Guye, 65 Jahre alt. 

Am 17. Januar + in Heidelberg der frühere Hon.-Profefior der 
faffifhen Philologie an der Univ. Freiburg i. B. Hofrat Dr. Jofeph 
Raud im 88. Lebendjahre; in Benedig der Kunfthiftoriter Dr. Guftav 
Rudmwig, 45 Jahre alt. 

Am 18. Januar + in Berlin der Drientalift Konful Dr. Johann 
Gottfried Wepftein im faft vollendeten 90. Lebensjahre. 

Am 22. Januar + in Leipzig der Mufltihriftftellee Dr. Alfred 
Dörffel, 84 Jahre alt. 

Bor kurzem + in Hildesheim der Direltor des Roemer-Mufenmd 
Prof. Dr. Agil Andreae im 55. Lebensjahre; iin Genf der em. 
Hon.-Profeffor der Botanik Dr. Marc Thury, 82 Jahre alt. 


Wiffenihaftliche Juftitute und Vereine, 

Die Batitanifhe Bibliothet hat die Erlaubnid gegeben, daf 
die mufitalifhen Handfchriften der Cappella Sistina von Intereſſenten 
fludiert werden dürfen. C8 handelt fih um etwa 250 Werte von 
über hundert Komponiften vom 14. bie 18. Jahıb. 


Wiffenfchaftlihe Stiftungen und Zumwenbungen. 

E wiſſenſchaftlichen Unternehmungen bewilligte die k. Akademie 
der — ten zu Berlin durch die phyſikaliſch⸗mathematiſche 
Klaſſe: dem Oberbergrat Prof. Dr. K. Chelius in Darmſtadt zur 
Fortſetzung ſeiner geologiſch-petrographiſchen Bearbeitung des Oden⸗ 
waldes 1000 Æ; dem Prof. Dr. ©. Cohnheim in Heidelberg Aur 
Fortführung feiner Arbeiten über Glylolyfe in den Muskeln 1000 M ; 
H. Friefe in Jena zur Herausgabe einer Monographie der Meliponen 
1200 4; dem Prof. Dr. ©. Klemm in Darmftadt zur yortfegung 
feiner geologifhen Unterfuhungen im Zeffintal 500 .4; dem "Prof. 
Dr. R. Cauterborn in Heidelberg zur Fortfegung feiner Erforihung 
der Tiere und Pflanzenwelt deg Rheins und feiner Zuflüffe 1000 M; 
dem Prof. Dr. R. Magnu? in Heidelberg zur Fortführung feiner 
Berfuche an glatter Mudfulatur, fpezicl am überlebenden Darm 300 M ; 
dem Prof. Dr. R. Sommer in Gießen zur Sortiepung feiner Studien 
über Ausdrudäbemwegungen 500 .4; dem Prof. Dr. A. Epulcr in 
nen zur Fortfegung feiner Bearbeitung der Schmetterlinge Europas 

M. 


Bur Erinnerung an König Umberto von Stalin Hat die Königin 
Margherita auf dem Bipfel ded Pic D’DMen (2909 Meter hoch, in der 
Monte Rofa-Gruppe) eine alpine Bibliothek einrichten laffen, die 
volfommenfte ihrer Art, zu der die befannteften Gelehrten und Alpi- 
niften Curopad und Ameritas Werle über alpine Literatur, Photo: 
graphien und Bergrelichd geichentt haben. 

Zum Neubau did Univerſitätsgebäudes in Jena, deſſen Geſamt⸗ 
foften auf 1050000 .# veranfhlagt find, wurden 800000 Æ aus 
der Stadt Jena gefpendet: 400000 „4 von der Karl Zeiß-Stiftung, 
150000 .# von der Stadtgemeinde, 200000 Æ von zwei Privatleuten 
und 50000 Æ von der Spartaffe. 

Der Landrat Ebbinghaug in Düfjeltorf ftiftete für dad Krebs: 
ee in Heidelberg 150000 A. fo dag die Gtiftungd- 
umme für das Inftitut nunmehr im ganzen 500000 Æ erreicht hat. 

Preisausſchreiben. 


Die rehte und ſtaatswiſſenſchaftliche Fakultät der Univerſität 
Freiburg i. Br. hat als Thema eines Preisausſchreibens die Ab⸗ 
faſſung einer „Zunftgeſchichte Freiburgs i. Br.“ gewählt. Erfordert 
wird eine quellenmäßige Geſchichte der hervorragenderen Freiburget 
Zünfte bis zur Einführung ber Gewerbefreiheit, eventl. unter ver⸗ 
ne Heranziehung der Zunftgeichichte anderer füdmwefldeutjcher 

tädte und mit bejonderer Rüdfichtnahme auf Bücherd Theorie der 
Stadiwirtfchaft. Der Preis beträgt 1000 Æ. Die Arbeiten müfjen 
bi zum 1. Mär; 1906 eingereicht werden, die Verkündigung des 
Urteild wird am 1. Auguft 1 erfolgen. (Beil. 3. Allg. Org) 

Der Borftand der Kants: Gefeljdhaft hielt am 14. Januar in 
Halle a. ©. eine Sipung ab, in ter dag erfte Augfchreiben einer 
Preisaufgabe der Kant-Stiftung beichloffen wurde. Zur Bearbeitung 
ift das Thema geftellt: „Kante Begriff der Erkenntnis, verglichen mit 
dem des Ariftoteled.” Ad Preis für die befte Arbeit ift der Betrag 
von 500 Æ audgefept; bei günftiger Dermögendlage der Stiftung 
dürfte au ein zweiter und dritter Preig zur Verteilung kommen. 
Endtermin der Ablieferung an das Kuratorium der Univerfität Halle 
der 1. Oktober 1906; Verkündigung des Preifed am 22. April (Kante 
Geburtötag) 1907. Die Redaktion der Kant-Studien ift berechtigt, 
aber nicht verpflichtet, preidgetrönte Arbeiten in ihrer Zeitſchrift zum 
Abdrud zu bringen. 


Altertumsfunde. Ausgrabungen. 


In der Nähe von Pfeddersheim (öftlih von Worm) wurde ein 
fräntifh-merowingifcher Friedhof aug dem 5. big 8. Jahrh. blof: 
gelegt. Bereit wurden über 20 Gräber, die mit den verfchiedenften 
Zotenbeigaben audgeftattet waren, aufgededt. Die Funde famen zum 
großen Zeil in dad Paulud-Mufeum zu Wormd. 

Yorfchungsreifen. 

Die Ruffifhe Geograppifhe Gefelihaft hat ihren Bericht für 
das Jahr 1903 veröffentlicht über folgende in diefem Zeitraume unter- 
nommene Arbeiten und Reijen: 8. &. Berg hat den Ballajh-Sce 
in Snnerafien erfundet, Elpatiewdty den See Koffogol welig 
vom Baikal-See auf mongoliihem Gebiet, Shotaldty den Ladoga- 
Ser, der Seograph und Geologe Prof. Anutfchin verfchiedene Seen 
im europäifhen Rußland und den Gottfta-See in RuffiideArnenien. 
Ripêtij hat feine Studien über die Ke Weier Inner-Afiend fort: 
geſetzt und zu dieſem Zweck ergebnisreiche Reifen am Tienfhan aus: 
geführt, Nomwipkij weitere Forfhungen in der nach Peter I benannten 
Gebirgékette an der Nordgrenze des Bamir unternommen. Dir Bota- 
nifer Woronow ift in der nordweftlihen Mongolei gereift; Grine» 
Beni) unterfudhte die Flora von Trandkaufafien, FJauffet dic 
Tierwelt in Zrandlafpien und Peterfen die Schmetterlinge im 
Uralgebiet. 


Literarifche Renigkeiten. 


Im Berlage von W. Engelmann in Leipzig it foeben eine neue 
lehrreiche Zeitfhrift „Internationales Arhiv für Schulhygiene“ 


189 


erihienen, herausgegeben von Dr. A. Mathieu (Parið), Sir Lauder 
Brunton (London), Prof. Arel Zohanneffen (Ghriftiania) und 
Prof. Heim. Briesbah (Müldaufen), unterflügt von einer ftatt- 
lien Reihe hervorragender Fachleute aller Ränder. Der Anhalt des 
1. Heftes findet fih oben Sp. 172 verzeichnet. 

Gine neue Monatsfhrift ‚„„Dramaturgifche Blätter’ gibt der 
Dramaturg und Regiffeur des Kaiferjubiläume-Theaters in Wien, Karl 
Ludwig Schrö der, heraus. Gie bezwedt eine unmittelbare Wechfel- 
wirfung aller Künfte und Wiffenfchaften zur Dramatit und Drama: 
turgie, befaßt Héi aber auh mit dem Verhältnis des Dramatiferd 
und des Zuihauerd zur Bühne. Dad Abonnement koftet jährlich 
6 Kronen (Berlag in Wien, Währinger Gürtel 107). 

Das in Nr. 4, Sp. 140fg. zur Anzeige gelangte Wert von G. A. 
Ralino, Al Battäni sive Albatenii Opus astronomicum ift in 
Deutfhland dur die Buchhandlung von Rudəlf Haupt in Halle a. ©. 
(Alte Promenade 11) zu beziehen, welcher der Alleinvertrieb für Deutfch- 
land übertragen worden ift. 

Berſchiedenes. 

Auf Veranlaſſung des preuß. Unterrichtsminiſteriums ſoll eine 
nmfaſſende Katalogifierung und bibliographiſche Verzeichnung Tënt, 
licher erhaltenen Drucke bis 1500(Inkunabeln) herbeigeführt werden. 
Zunächſt ſind die Herren Prof. Häbler (Dresden), K. Burger Leipzig) 
und Dr. Voullié me (Berlin) damit beauftragt, den Plan auszuarbeiten. 

Die Goethe⸗Geſellſchaft in Weimar hai den am 12. Oklober 1808 
Goethe von Napoleon J verliehenen Orden der Ehrenlegion nebſt 
mehreren dieſe Auszeichnung begleitenden Dokumenten erworben und 
dem Goethe⸗Nationalmuſeum überwieſen. 


Dr. Jul. Subak, Trieft, ?. f. Akademie, erbittet Nachricht über 
das bei Baer u. Co., Frantfurt a. M., Ragerfatolog 451 ex 1902 sub 939 


— 1905. 5. — Literarifhes Jentralblatt — 28. Januar. — 


1% 


verzeichnete Etymolog. Wörterbuch der albanef. S rode, burg, 
ſchoſſen Fe a vielen Zufäßen angeblich von deg usteet ©. Meyer, 
eigener Hand. 


Anfrage nnd Bitte. 


Sprachgeſchichtliche Anfrage: Es wird — uſtellen, wo 
und in welder Bedeutung der Ausdrud Terra si ala zuerft in 
der Literatur auftritt. Der Llaffifchen Zeit fbeint er niht angu. 
un Ale Bemühungen aud) feitend Spätlatiniften waren erfolglos. 

ef. Mitt., Anreg. bitte an Paul Diergart, Berlin W. 35, dat. 
damer Straße 35. 


ung. Dr. phil. mit gründ!. bewährt. fultur- u. literar. 
bor. Kenntn. fowie prakt. Erfahrung fucht auf Grund 
vorz. Empfehlg. pafj. Stellg. an Biblioth. od. Verlag. Gef. 
Ungeb. bef. die Erped. des L. 8. sub. Z. 500. 


Sunger Buchhändler fucht zum 1. April d. 3.8, evtl. 
auh früher oder fpäter, Stellung als Bibliothefögehilfe. 
Gef. Zujchriften erbeten unter A. F. 21 a. d. Erped. d. UL. 


Dr. phil. Hiftorifer und Germanift mit reichen kunftwiffenfch. 
u. volkswirtſch. Kenntniſſen, onge an Univerf.-Bibliothefen 
beichäftigt, fucht bei mäßigen Unfprüchen Stellung in Bib— 
liothek, Archiv oder Redaktion. Anfragen unter L. F. 1 
erbeten Crp. d. BI. 


Nr. 4, Ep. 133, 3.1 lied: Salzmann, Erid v., Im Sattel durch 
Bentralafien, ftatt Sakmann, ıc. 





Ue Büderfendungen erbitten wir unter der Abrefle ber Expeb. 5. BI. (Linbenftrae 18), alle Briefeunter ber bes Heraudgeberd (Raifer Wilgelmftr. 39). Mur foidpe 
Werte Finnen eine Beſprechung finden, die der Red. voorgelegen haben. Bel Rorreiyonbenzen Aber Olier bitten wir fetë den Ramen von beren Berleger anzugeben. 


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Literatur. 1781 Nrn. 

521. Philosophie. 21566 Nrn. 

522. Bavaria. 1600 Nrn. 

523. Allgemeine u. vergleichende Sprach- 
wissenschaft. Orientalische und andere 
nichteuropäische Sprachen. 1565 Nrn. 

624. Volkslieder, Kinderreime etc., Sprich- 
wörter, Sentenzen, Rätsel, Inschriften 
etc. Dialektdichtungen. 627 Nrn. 

625. Allgemeine Weltgeschichte. Atlanten. 
Deutsche Geschichte. 3868 Nrn. 

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528. Bibliotheca philologica classica. II. 
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Geschichte u. Literatur. Flugblätter. 
Ausländ. Geschichte. Kochbücher. 
Kriegsgeschichte u. Militaria. Alte 
Leichenreden. Alte Mathematik. Alte 
Medizin. Münzkunde. Namenkunde. 
Orientalia. Philosophia. Reisen. Sagen. 
Silhouetten. Alte Theaterzettel. Thu- 
ringica. Varia usw.) 


Katalog umsonst und postfrei. 


M. Hauptvogel, Antiquariat 


Gotha, Hauptmarkt 14a. 


Verlag von Eduard Avenarins in Leipzig. 


Adolf Bartels 
Kritiker und Kritikaster 


Pro domo et pro arte. 
Mit cinem Anhang: 
Das Judentum in der deutschen Literatur. 
H Bogen. Æ 1, —. 

Sn diefer Shrift fegt fih der befannte Lite 
rarhiftoriter in fehr energifcher und amüfanter 
Weiſe mit feinen Gegnern auseinander, gibt 
aber zugleih eine grüundlidellnterfudung 
über Bas Wefen der Kritil und Streif 
lichter über heutige deutihe Verhältniſſe, die 
zmweifello® alle ®ebildeten aufd höchfte inter: 
ejfieren werden. 





* Fürſt Hohenlohe; 


binterlaffene Aufzeichnungen 


General v. d. Goltz: Errreunsen an ben Pringon 


Rud. von Bennigfen: 


Mitteilungen aug 
feinen hinterlaffenen Papieren 


erfheinen im Sahrgang 1905 der Monatfchrift D euficıe Revue 
Herausgegeben von Rihard Fleifcher. Vierteljährlich (3 Hefte) 6 Mart 
Das Januarheft liefert jede Buchhandlung zur Anfiht, auch Die Deutfche Verlags-Anftalt in Stuttgart 


Die intereflantefte deutihe Monatjchrift ihrer Art 











Berantwortl. dtebafteur Prof. Dr. Eduard Zarnde in Leipzig, Kaifer Wilhelmfttaße 29. — Drud von Breitlopf & Härtel in Leipzig. 





Literariiches Zentralblatt 


für Zeutſchland. 


Gegründet von Sriedrih Barnke. 
Heransgeber Prof. Dr. Ed. Rarnıke in Leipzig, Raifer Wilhelmfiraße 29. 


Ir h. Mit der halbmonatlihen Beilage, Die ſchöne Literatur“. 56. Jabra 


Verlegt von Ednard Avenarins tn Leipzig, Kindenfirafie 18. 








Erieint jeden Sonnabend. > 4, gebruar 1905. = Preis einfchl. Beilage jährl. € 30. 
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Inbal Naturwiffenfhaften. Mathematik (209): Friedmann, au gennergen) der 

Theologie (193): Seremias, Tag Alte eg im Lichte deg alten Orients. , Organismen. Schloemilchs Handbuch der Mathematik, I 

Berendts, Die handſchriftliche Ucherlieferung der Zadjarias und Jobannes: | Begis: und Staatswifenfhaften (211): Mommfen, Sefammeite Schriften, 

Apotrgphen; Ueb. die'Bibliothefen d. Meteorifchen u. Offa: np den Klöſter. IL, 1. A Die Toten im Redt. Handbud) der Wirtjhaftsfunde 
FVbiſoſophie (200): Friedrich Nietzſches Geſammelte Briefe, III, Eucken, Deutſchlands, I 

Geiſtige Strömungen der Gegenwart. 5prachkunde. Nieraturgeſchicht⸗ (214): Manddiſcher Diwan, mitgeteilt v. J. 
Geſchichie. Kulturgeſchi te (202): Felder, Geſchichte der wiiienfchaftl. Studien Euting. Calpurnii Flacei declamationes ed. G. Lehnert. Paneoncelli- 

im Öranziefanerorden. indner, Weltgejchichte feit der Völferwanderung, a Calzia, De la nasalits en italien. Zuid, Deutfche Lautlehre. Diarbacher 

Arnold, Die Kultur der Renaiffance. Gröf Szöchenyi Istvan munkai, I. Shillerbud. 

Boffe, Ans der Sea Handwerker, Gefdicdte der Würzburger ` Ae el rett (218): Zudenbad, Runt u. Geihichte, I. Neil, Tie 

Univzrjitäts.Bibliother. :  frühchriftl. Darftellungen der Rreugigung Chrifti. Stevenfon, Belazque. 
$Fänder- und Bölkerkunde (207): Krauße, Die Teltifche Urbevölferung Deutfh- : Dauriac, Essai sur l'esprit musica 

land? Gelzer, Bom Heiligen Berge und aus Maledonien. | Bermifdtes (222): Ken, Ueber Liebe und Che. 


e EE EE EE EEN 
Alphabetiſches Inh altsvereichnis. Handbuch d. lan. 4 Bd. (213.)} Mommpfen, Th, Gefammelte Schriften. 1. Abt. 1. Br. 

Arnold, R. F., Die Kultur der Renaiffance. (204.) | Handw erker, O., Ge ſchichte der Würzburger Uni- 211. 

Berendte, A., Die handidriftl. — — verſitäts⸗ — 206.) SE t ches Gefammelte Briefe. 3. Bd., 1. Gälfte. 
Schoriad, u. Sohannes- Apofrnphen. — Ueber b Seremiag, A., an Alte Teftament im Lichte des örſter⸗Nietzſche u. C. —X 
lee d. Meteoriſchen u. Oſſa⸗Olympiſchen life alten Orients. 1193.) Gë 

Be Re a E., Ueber Liebe und Ehe. Uebertr. v. Y. Maro.| Panconcelli-Calzia, G., De la nasalité en italien. 

Boife. R., Uus der Jugendzeit. (206.) (222.) 215. 

— Flacci declamationes ed. G. Lehnert. Gear — W., Die keltiſche Urbevölkerung Deutſchlande. ne sateloe ‚ Die Toten im Redt sc. (212.) 

Daariac, L., Essai sur l'esprit musical. (221. (207.) Reil, ‚Die rnit. Darftellungen der Kreuzigung 

Suden, R., Geiftige Strömungen d. — 202. Lind ner, Weltgeſchichte ſeit der Völkerwanderung. Sri. GI 

Gelder, $., Geſchichte der u ai Studien: 3. DD. (203 .) Shlomi id andbucd der a sf v. R. 
im Sranzislanerorden 2c. (202.) guig, Q, Deutſche gautlehre. (216. Henteu. R. Heger. 3. Bd. 2 

Friedmann, H., Die Konvergenz d. Organigmen.(209.) Ludenbad, H., Runi und Gefhidte. 1. TI. (218.)| Stevenfon, R. A. M., Belasi Gben. v. 

SC u T, H., Bom Heiligen Derge u. aus Maledonien. y 





Mandäifcher Diwan, mitgeteilt v. 3. Euting. (214.) Krhr. v. Bodenhaufen. (220.) 
Marbacder Schiüerbuch. 216.) Gróf Széchenyi István munkái. I. kötet. (205.) 


Femme — —— — G õ G rDrrr 0 , 


doch immer dem Faden der bibliſchen Darſtellung folgen, 
Theologie. ſo daß das Prinzip der Anordnung durch das ganze Buch 
Jeremias, Alfred, Das Alte Testament im Lichte des alten hindurch im weſentlichen basfelbe ift. An paflenden Stellen 


Orients. Handbuch zur biblisch-orientalischen Altertumskunde. | hat der Berf. feinen Erläuterungen aber auf) zujammen: 
Mit 145 Abb. u. 2 Karten. Leipzig, 1904. Hinrichs. (XIV, | hängende Ueberblide über wichtige Materien vorangefchidt, 


383 3. Gr. 8) .4 6, 50. fo daß der Lefer feineswegs etwa nur mit Einzelheiten ab» 
Ref. Hatte fich zuerjt allen Ernftes gefragt, ob nad) dem | gefpeift wird, fondern eine in die Tiefe einführende Belehrung 
Eriheinen der von Hugo Windfer und Heinrich Zimmern | über die großen Gefchiht3- und Kulturzufammenhänge be, 
bearbeiteten dritten Auflage von Eberhard Schraders „KReil- | fommt. Wußer den beiden wichtigen Einleitungsfapiteln, 
infhriften und das Alte Teftament“ für ein Wert wie das | über die Ref. fih nachher noch äußern möchte, feien hier 
bon Jeremias wirklich noch Platz ſei. Nachdem er dieſes namentlich die Abſchnitte „Abraham als Babylonier” 
Werk aber eine Reihe von Monaten bei feinen Arbeiten | (S. 179—182), „Da8 vorisraelitifhe Kanaan” (S. 185— 
fleibig au Mate gezogen, fann er die Frage jegt mit gutem 209), „Abraham als Kanaander” (S. 209— 213), „Der 
Gewiſſen bejahen und bekennen, daß es ſich (bm als ein Auszug aus Aegypten“ (S. 249 -264), „Die Ethik des 
zuverläſſiger und anregender Ratgeber erwiejen hat, ben er, | Eoder Hammurabi” (S. 263—266), „Bibliih-babylonifche 
trogdem er fiġ in manchen Fragen in prinzipiellem Gegenſah Verwandtſchaft im Opfer-Ritual“ (S. 266 - 270), „Minäiſche 
zu dem Verf. weiß, neben dem ausgezeichneten Schraderſchen Elemente im moſaiſchen Ritualgeſetz“ (S. 271 -272) und 
Werk nicht gern wieder entbehren möchte. Aus dieſer Er- endlich der hübſche Abriß der „politiſchen Geſchichte der 
fahrung heraus möchte er dem Werke die weiteſte Verbreitung Staaten Israel und Juda im Lichte ber Denkmäler“ 
unter den Theologen wünfchen und e8 auch allen denen | (S. 289—313) hervorgehoben. — Weiter unterjcheibet fidh 
unter den Gebildeten empfehlen, die fih für die Bufammen- das Wert von J. von dem Schraderfchen dadurh, dab S. 





hänge intereffieren, die zwiichen dem Alten Orient und der | fi nit nur auf eine Erläuterung bes U. Teit. durch die 
Geſchichte und Religion des israelitiſchen Volkes beſtehen. Keilinſchriften beſchränkt, ſondern auch ägyptiſche, phöniziſche, 
Im Unterſchiede von H. Winckler und H. Zimmern hat J.ſyriſche, etruskiſche, phrygiſche, indiſche, griechiſche, ja gelegent⸗ 
die für den Bibelleſer ſo bequeme gloſſatoriſche Art, wie ſie lich ſelbſt mexikaniſche Ueberlieferungen, die in manchen 
in den beiden erſten Auflagen von Eberh. Schrabers „ Keile | Punkten eine höchft merkwürdige Uebereinftimmung mit ber 
infriften und das Alte Teftament” in Anwendung gebracht altorientaliſchen Ueberlieferung verraten, zur Vergleichung 
war, vorgezogen in der ausgeſprochenen Abficht, einen Zehra- und Erläuterung heranzieht. Das bedeutet eine höchſt wert— 
der redivivus zu liefern (vgl. Vorwort S. VII). Wenigftens | volle Erweiterung unjeres Horizontes, für die der auf dem 
tritt diefe Art in der zweiten Hälfte bes Wertes deutlich | Gebiete der vergleichenden Mythologie anerfannt tüchtige 
hervor, während für die erfte Hälfte, in ber die biblifchen | Verfaffer unferen wärmjten Dank verdient. 

Urgefchichten Gen. 1—11 behandelt find, fi) mehr zufammen- Bei dem reichen Inhalt des Buches muß Ref. fi be 


hängende Ausführungen größeren Umfanges finden, die aber | gnügen, einige ihm wejentlich dünkende Punkte zur m 
193 


195 


teriftit herauszubeben. Bor allem möchte er betonen, daß 
der Verf. bei feiner gründlichen theologifchen Bildung und 
feinem feinen Berftändnis für das Zielen der Religion es 
ausgezeichnet verftanden Hat, die Eigenart der ißraelitifchen 
Religion und ihren höheren fittlichen Charakter gegenüber 
den Natur- und Aftralreligionen des alten Orients gebührend 
heraugszuftellen. Dabei wird er aber aud der altbabylonifchen 
Religion, die man theologifcherfeit3 zur größeren Ehre der 
Religion Israels jo gern geflifientlich herabzufehen fucht, 
im hohen Grade geredt, Er Steht nicht an, einen latenten 
Monotheismus in ihr anzuerkennen, und Ref. kann ihm 
darin nur beiftimmen. Dem Einwurfe, daß mit diefer An— 
erfennung die Eigenart der ißraelitiichen Religion illuforifch 
werde, begegnet er mit dem fehr richtigen und beherzigend- 
werten Saß, daß e3 hier nicht jomwohl auf die Quantität, 
als vielmehr auf die Qualität anfomme (S. 48). — Be 
merfenswert ift weiter, da der Berf. entgegen der Meinung 
vieler, dab die JSraeliten zum erften Male auf fanaanäifchem 
Boden mit babylonischer Kultur in Berührung gefommen 
jeien, jchon für die Zeit lange vor der Einwanderung der 
Hebräer in Ranaan für diefe eine Belanntichaft mit alt- 
orientaliicher Kultur und Mythologie annimmt. Denn diefe 
Dinge find ihm zu der Beit, wo die Hebräer auftauchen, 
längit Gemeingut des gefamten alten Orients, an dem jedes 
Volk Teil haben mußte, da8 im Bereiche des alten Orients 
lebte. Der Berf. erklärt demnach ausdrüdlih, daß er feine 
fulturlofe Beit Jsraels fennt (vgl. ©. 144 Anm. 2), und 
daß eine fpätere literarifche Abhängigkeit von der mytho- 
Iogifhen Literatur Babyloniens für ihn erft in zweiter und 
dritter Linie in Betracht kommt (vgl. ©. 84 fg.). Daran 
ift gewiß fo viel richtig, daß die erjten (für uns durch bie 
Geftalt Abrahams repräfentierten) Hebräer bereits in ihren 
eriten Wohnfigen bei Ur Kasdim und Harran, in die fie 
von Ojtarabien Her eingewandert waren und an denen fie 
für und zum erften Male ans Licht ber Gefchichte treten, 
mit babylonifhen Spekulationen und Mythen befannt ge- 
worden find (vgl. die mythologifchen Unklänge in der 
Ubraham-Ueberlieferung). Uber die Berührungen mit ber 
babylonijchen Geiftestultur Haben fih wiederholt, und zwar 
bejonders intenfiv auf dem von babylonifcher Kultur durch- 
tränften Boden KRanaang, wo allmählich auch eine Literarische 
Beihäftigung mit mythologifhen Texten Hinzufam uud wo 
fih jedenfalls erft die gründliche Verarbeitung der mhytho- 
logijchen Stoffe im Geifte der von Mofes begründeten Jahve- 
Religion vollzog. — Charakteriftifch ift ferner die Energie, 
mit der der Berf. (hier im engften Unfchluß an Hugo 
Windler, al3 defjen Prophet er Hier geradezu erjcheint) für 
die Annahme einer ziemlich Eonfequenten Anwendung des 
fogen. aftral-mythologifchen Schema3 auf die altteftamentliche 
Geihichtfchreibung und Gefchichtenerzäflung eintritt. Daß 
diefe Annahme feineswegs aus der Luft gegriffen ift, davon 
hat fih Ref. troß anfänglicher Stepfis, der er noch in der 
Beiprehung von Eberh. Schraders Reilinfchriften u. d. U. T. 
(vgl. Jahrg. 1903, Nr. 8, Sp. 267 d. Bl.) Ausdrud ge- 
geben Hatte, immer mehr überzeugt, und er ift durch die 
Leltüre des vorliegenden Werkes in diefer Heberzeugung nur 
noch beitärft worden. Man fönnte fih freilich fragen, ob 
die biblifchen Erzähler, denen wir die altteftamentlichen Ge- 
Ihichten in der jebigen Geftalt verdanten, das mythologijche 
Schema noh mit Bemwußtfein angewandt oder ob fie von 
feinem Borhandenfein in den von ihnen mit großer Treue 
reproduzierten Erzählungen nod eine einigermaßen Tore 
Ahnung gehabt Haben. BZumeilen bat man wenigitend den 
Eindrud, ald ob e3 fih dabei nur um Wendungen und 
Darftellungsformen handle, die allerdings im legten Grunde 
auf Mythologie zurüdgehen, die aber im Laufe einer mehr: 


— 1905. 16. — Literarifhes Jentralblatt — 4. Februar. — 


196 


hundertjährigen Erzählerpraxis zu ftereotypen Gtilformen 
gewordeu find, die die Erzähler bei Beichreibung gewiffer 
Situationen und Vorgänge unmwilllürlih zur Anwendung 
bringen, ohne fich dabei immer des mythologifchen Hinter: 
grunds bewußt zu fein, vergleiche 3. B. bdie Tammuz- 
Motive in der Sofephsgeihichte (Seite 239 fg.) oder bie 
318 Knechte des Abraham :c. Andererjeit3 fünnte man 
daran erinnern, daß die Verwendung mythologifcher Motive 
in der Geihicht3erzählung auch in nacdheriliicher Beit fich 
nod findet (vgl. Either, Judith), was wieder dafür fpricht, 
daß die bewuhte Unmwendung mythologijcher Schemata fort: 
während geübt worden ift. Wie dem nun aber audy fein 
möge, auf jeden Hal hat die Forfchung dieje Schemata und 
Motive ausfindig zu maden und ihre Anwendung zu er- 
Hären. Damit begibt fie fich freilid) auf ein fehr gefährliches 
Gebiet, über dem die Ssrrlichter nur fo bin: und bertanzen, 
und Ref. will Teinesiwegs behaupten, daß nit Hin nnd 
wieder auch einmal der Berf. von einem Srrlichte in den 
Sumpf gelodt worden ift. Ob 3. B. in den drei Töchtern 
Hiob8 mwirflich eine Anfpielung auf den orientalischen Typus 
der drei griehilchen Parzen vorliegt, ift Ref. fraglich. Die 
Berufung auf die LXX, die den Namen der dritten durch 
Auarselag xegas wiedergibt, will jedenfalls nicht recht 
verfangen, da der Ueberjeter Hier feinesivegs von einer alten 
Tradition abhängig zu fein braudht, fondern die mythologiſche 
Anspielung von fi) au8 hereingebradjt haben fann, fofern 
er nämlich keren happukh —= „Schminfbühschen” vielleicht 
keren haphukh —= umgemwendete3 d. h. mit der Oeffnung nad) 
unten gerichtete Horn gelefen und dabei an ein feine Gaben 
ausfchüttendes Küllhorn, d. 5. ar das Iprichwörtlicde Amalthea- 
Horn gedadht Haben Tonn. Hätte ihm aber wirklich eine alte 
Ueberlieferung, die die drei Töchter Hiob8 zu den Drei 
Barzen in Beziehung fehte, vorgelegen, fo fieht man nicht 
recht ein, warum er für die Namen der beiden anderen 
Töchter (Jemima und Neşia, nadh [Jeremias — die Tages 
verlängernde und die den Lebensfaden Rürzende, f. S. 329) 
nicht die Namen der beiden Parzen Klotho und Atropos 
eingefegt Haben follte.e Um fo Lieber unterfchreibt Ref. die 
Ausführungen über Abraham (S. 182 fg.), über den Segen 
Satobs Gen. 49 (©. 248 fg.), über die Geburtögeichichte 
Mofes’ Er. 2 (©. 254 fg.) und über die Spaltung des 
Waflerd des Schilfmeeres Er. 14 23—26 (S. 260). Denn 
dab auf Abraham Züge des Meondgottes von Harran über: 
tragen find, daß in Gen. 49 die zwölf Stämme Jsraels 
zu den Tierfreisbildern in Beziehung gejeßt erjcheinen, daß 
die Erzählung von der Geburt deg Mofes (wie Die gang 
entiprecjende von der Geburt dez babylonifhen Königs 
Sargon I) Züge aus dem Dfiris-Adonig-Mythus enthält, 
und daß dem Erzähler von Er. 14 23—26 dad Motiv des 
Wafleripaltend aus dem Mardul-Mythus vorjchwebt, darf 
nicht länger bezweifelt werden, um jo weniger als fich ähnliche 
Uebertragungen fajt im ganzen Bereich der antifen Gejchicht- 
Ichreibung finden, vgl. dazu des BVerf.s fchöne Ausführung 
auf ©. 22 fg., wo bejonderd auch hervorgehoben wird, daß 
die Aufweifung mytbologifher Züge in einer Erzählung 
feineöiwegd ohne weiteres mit der Auflöfung des Erzählten 
in Mythologie identifh ift Es wäre erwünfcdt, wenn Die 
Anwendung des aftralmythologiichen Schemas auf die alt: 
teftamentliche Gefchichtserzählung einmal zum Gegenftand 
einer bejonderen eingehenden Unterfuchung gemacht würde. 
Breilih fann diefe Unterfuchung nicht ohne die genanefte 
und umfafjendite Kenntnis des altorientalifchen mythologifchen 
Syſtems geführt werden, und eine folche Kenntnis ift heute 
no% etwas überaus rared. Wer aber in fie eingeführt 
werden will, darf fih getroft J. zum Führer wählen. 

Sn den beiden erften Kapiteln Hat fih J. diefe Ein- 


197 


— 1905. X 6. — Literarifdes Zentralblatt. — 4. Februar. — 


198 





führung zur beſonderen Aufgabe gemacht. Er handelt darin 
vom Weſen der altorientaliſchen Lehre und dem altorientaliſchen 
Weltbild und von den Kultorten und Hauptgeſtalten des 
babyloniſchen Pantheons. Ref. hält dieſe beiden Kapitel 
für die wertvollſten des ganzen Werkes und kann ihr gründ—⸗ 
liches Studium, für das allerdings eine energiſche Auf— 
friſchung und Erweiterung der aſtronomiſchen Kenntniſſe, 
an benen bei den heutigen Theologen niht gerade ein Ueber: 
Hub berrfcht, von Nöten fein dürfte, nicht dringend genug 
empfehlen. Auf wenigen Seiten bietet der Verf. Dier eine 
Beichreibung des dreigeteilten himmlischen und irdifchen All, 
des Tierfreifes mit feinen fieben Sphären, der vier Welteden, 
die von Marduf, Ninib, Nebo und Nergal beherricht werden; 
daran reihen fih Ausführungen über die Drientierungs» 
weifen und über die durch die Präzeflion der Sonne not- 
wendig gemachten Kalenderreformen. "mp der im zweiten 
Kapitel gebotenen Behandlung der einzelnen Göttergeftalten 
weicht X. in ber Auffaffung ihres aftralen Charakters und 
auch in fonftiger Beziehung mehrfach von den betreffenden 
Ausführungen Zimmerns in Eberhard Schraders „Reilin- 
Ichriften und das Alte Teftament” IT. II in bemerfenswerter 
Weile ab (vgl. zu Mardut, Sohn des Ca, ©. 30 u. 41 fg., 
Nebo ©. 44, Nergal und Ninib ©. 34 u. 45 fg.). Ob er 
dabei immer das Recht auf feiner Seite hat, fann Ref. nicht 
überfchauen. Jedenfalls aber ift feine Auffaffung fo gut 
funbamentiert und in allen Stüden fo ungezwungen in fid) 
telbft zufammenftimmend, daß man nit Vertrauen an feine 
Ausführungen herantreten und es wenigfteng nicht verfäumen 
darf, beim Studium der betreffenden Ausführungen von 
Zimmern die entjprechenden von "9. forgfältig zu Nate zu 
ziehen. 

Auf weitere Einzelheiten einzugehen muß Ref. fih leider 
verjagen. Er will zum Schluß nur no einigen Bedenfen 
Raum geben und zu diefen und jenem ein Fragezeichen 
fegen. So hält Ref. des Berf.d Stepjis gegen die Sumerer: 
Hnpotheje für zu weit gehend. Die Unmenge jumerifcher 
Bötternamen und fumerifcher Bezeichnungen von Heiligtümern 
läßt nach des Ref. Meinung, trog ber an fich berechtigten 
Warnung beë Vert 8. der Sprache bei Eulturellen Ausein- 
anderiegungen ein enticheidendes Gewicht beizulegen, Die 
fumerifche Grundlage doch al3 ziemlich ficher erjcheinen. Doch, 
da ber Berf., der diefe Frage nun einmal no nicht für 
fpruchreif Hält, vorfichtig von einer euphratenfiichen oder 
altorientalifhen Kultur redet, laffen wir ung da3 gern ges 
falen, da fo für die Sumerer-HYpothefe doch immer noch 
Raum bleibt. Schwerwiegender find unfere Bedenfen gegen 
des Berf.3 Auffaffung von Abraham und feiner Religion. 
Zwar dab fid in der Abraham-lieberlieferung eine Erinnerung 
an eine hiftorifche Verfönlichkeit reflektiert, und daß fih an 
diefe Perfönlichkeit mit gutem Hiftorifchem Redt die Cr- 
innerung an einen gewilfen Hocftand der Religion Der 
Bäterzeit Inüpfte, wagt Ref. nicht zu beftreiten. Aber diefe 
Religion wird von der einen gewiffen Hochitand verratenden 
Mondreligion von Harran im Zielen nicht fehr verichieden 
gewefen fein, d. b. fie wird die Stufe einer abgeflärten 
Aftralreligion (vielleicht mit monotheifierender Tendenz gegen 
gleichzeitige Sonnen: und YStarverehrung) nicht überjtiegen 
haben. Der Unftand, daß Abraham in fo intenjiver Weile 
mit Harranifhen Mondgottmotiven ausgeftattet erjcheint, 
lät niht gut daran denken, daß er in bewußtem Gegenjaß 
gegen den Mondkult von Harran geftanden hat, fondern läßt 
viel eher vermuten, daß er von dort aus reiche Unregungen 
erfahren Hat. In bewußten Gegenfab gegen die Aftrals 
religion Hat ihn erft die fpätere igraelitifche Meberlieferung 
und die jüngfte Legendenbildung geftellt. Ref. ift e8 jeden» 
fal3 unmöglih, die auf Abraham übertragenen Mondgott- 


motive in fo neutraler Weife zu werten, wie e3 der Berf. 
auf ©. 182 fg. getan hat. Daß übrigens Abraham, fofern 
er Träger einer höher gewerteten Neligiofität gewefen ift, 
Propaganda für diefe gemadht haben wird, liegt in ber 
Natur der Sade, aber au3 Gen. 125 kann das nicht er- 
\hloffen werden, denn dort ift keineswegs die Rede davon, 
dap er viele Geelen für feine Religion gewonnen habe, 
jondern e3 wird da nur gejagt, daß Abraham und Lot fih 
viele Seelen, P. D nach dem Sprachgebrauch der Quelle P 
Sklaven und Sklavinnen erworben hatten. Das größte 
Bedenken aber hat Ref. gegenüber des Verf.3 allzuniedriger 
Einfhäßung der hiftorifchen und literariihen Kritik, wie fie 
am U. Teft. geübt worden ift. Zwar erklärt er im Vorwort 
(S. VII) auh diefe Kritit für notwendig und weiß fogar 
ihre Berdienfte zu preifen, aber im ganzen fieht er dodh 
auf fie wie auf einen längit überwundenen Standpunft herab. 
Ueberlieferung ift ihm Ueberlieferung, und unbedenklich ver: 
wertet er Nachrichten aus den verfchiedeniten Beitaltern, ja 
jelbft allerjüngfte Legenden, um ein lebendiges, FTonfretes 
Gefchicht3bild zu gewinnen. So werden z. B. für Abraham 
niht nur die einzelnen Quellen des PBentateuch® ganz unter: 
Ihied3los herangezogen, fondern audy Stellen wie Neh. 97, 
Act. 72 (warum niht auh Judith 5 6 fg. ?) verwertet und 
ihr Inhalt auf eine Fläche aufgetragen. So gewinnt der 
Berf. zwar ein fehr farbenfräftiges, von Leben ftrogende3 
Bild, da3 doh aber nur den Laien über feinen hiftorischen 
Unmwert Hinmwegtäufchen fann. Aufgabe der altteftamentlichen 
Wiffenichaft wird es fein, zwar die reichlich prudelnden 
Hilfsquellen, die die altorientalifde Forihung ihr in fo 
danlenswerter Weife erfchloffen hat, im reichiten Maße aus- 
zunußen und dadurd) ein Gegengewicht gegen manhe Cin: 
feitigfeit des literarfritifchen Betriebes zu Ichaffen und manche 
ihrer Schlüffe zu korrigieren, aber darüber doch ihre alten 
gefiherten Errungenschaften nicht zu vernachläffigen. Es 
fönnte fonst leicht dahin tommen, daß die alttejtantentliche 
Wiflenfhaft ihren mwijlenfhaftlihen Charakter verliert und 
zu einer allerdingd von antiquarifcher und mythologijcher 
Gelehriamteit ftrogenden, aber eben doch nur gelehrten und 
fritiffofen Kenntnis der altteftamentlicden Ueberlieferung 
herabſinkt. 

Aber alle dieſe Bedenken hindern Ref. nicht, dem Verf. 
für ſeine reiche Gabe ſeinen wärmſten Dank zu ſagen und 
ſein Werk allen, die es angeht, auf das angelegentlichſte zu 
empfehlen. Ganz beſonderen Dank verdient auch die Ver— 
lagshandlung, die für einen ſo billigen Preis eine ſo ge— 
diegene Ausſtattung, ſo zahlreiche ſaubere und deutliche 
Illuſtrationen und die beiden von Oberſt a. D. Billerbeck 
und Prof. F. C. Andreas entworfenen überſichtlichen Karten 
(eine Weltkarte zur Erläuterung der Völkertafel in Gen. 10 
und zur Völkerliſte des Darius und eine Karte von Kanaan 
für die Amarnazeit) geliefert hat. Möge ſie für ihre Opfer 
durch reichlichen Abſatz des Werkes einigermaßen entſchädigt 
werden. B. Baentsch. 


— —— 


Berendts, A., Die handschriftliche Ueberlieferung der 
Zacharias- und Johunn«-s-Apokryphien. — Ueber die Bib- 
liothekeu der Meteorischen und Oxsa-Olympischen Klöster. 
Leipzig, 1904. Hinrichs. (84 89. Gr. 8; .# 2,70. 

Texte u. Untersuchungen z. Gesch. d. altchristl. Lit., hgb. von 
O. v. Gebhardt u. Ad. Harnack. N. F. XI, 3. 


U. Berendts, Privatdozent in Dorpat, der fhon 1895 
„Studien über Zacharias-⸗Apokryphen und Zacharias⸗-Legenden“ 
veröffentlichte, bietet in dieſem Hefte eine Aufklärung über 
„einen ganzen, um Johannes den Täufer und ſeinen Vater 
Zacharias ſich webenden Legendenkreis“, wobei er in reichem 
Maße ſlawiſches Material herbeizieht. Es iſt von großem 


in nn mn A 


199 


Wert, daß ähnlih wie Bonwetih in einem viel älteren 
Sahrgange, jebt Konrad Grab und Berendt3 flawiiche Quellen 
für weftlihe Theologen zugänglih machen. Zum Glücke 
ftand v. Dobihüß bei bieden neuen Forfchungen dem Ber: 
fafjer zur Seite und gab ihm allerlei Hilfe in Vergleichungen 
oder Abfchriften von, oder Auskunft über, Handichriften in 
weit zerjtreuten Bibliothefen. Berendtis ſtellt Drei griechifche 
Recenfionen des Tertes der Zacharia3-Johannes-Legende feft, 
befpricht fura ihm aufgeftoßene Verarbeitungen der Negenden, 
und weit auf die angeblih von einem Kohannes-Schüler 
Markus herrührende Erzählung vom Leben und befonders vom 
Tode des Johannes. Darauf wendet er fih zu den flawilchen 
Terten und zählt unter ihnen eine Anzahl von flawilchen 
Beugen für den erften Teil der erften griechischen Recenfion auf, 
die aber eine Ueberjeßung eines nicht genau mit dem Texte des 
beiten, aber fpäten griedhifhen Beugen übereinftimmenden 
Textes bieten, und die deshalb einen jelbftändigen Wert für fich 
daneben beanipruchen. In ähnlicher Weife erhalten wir dann 
einen Ueberblid über die vielen ſlawiſchen Handfchriften, die 
die zweite, die Eurippug-NRecenfion, und zwar in ihrem ganzen 
Beitande, mit dem Bacdjariastag in den Menden verbunden, 
enthalten. Hier findet er, daß die flawijche Form al3 „eine 
Urt freier PBaraphrafe” der griechifchen gelten könnte, daß 
aber andererjeit3 der griechifche Tert vielfach „den Charalter 
ziemlich gewaltfamer Verfürzung, ja geradezu eines Auszugs“ 
trägt, und er vermutet, daß zwei unabhängige Bearbeitungen 
derjelben griecdhiichen Vorlage jtattgefunden haben, wovon 
die Fürzere ënn im neunten Sahrhundert nachweisbar ift 
und daher eine bedeutend ältere Vorlage voraugfeht. Die 
dritte griechische Necenfion jcheint nicht ing Slawifhe über- 
fegt worden zu fein, dafür aber manche Verarbeitung ber 
Legende. 

Während der ganzen Unterjuchung erhalten wir von 
Berendt3 vielfeitige willfommene, peinlich ins einzelne gehende 
Auskunft über Handichriften in allen möglichen Bibliotheken. 
ALS Schluß für fein Heft weift er auf Vorfiris Beichreibung 
der Handicriften in den Meteorifhen und Dffa-Olympifchen 
Klöftern Hin. Die Hinweifung ift ein großes Fragezeichen. 
Was ift no in den Klöftern? Was haben die Türken 
1897—1898 geraubt? Waz davon liegt jebt in Athen? 
Was in Paris? AnSbefondere erwähnt Berendts eine 
Raflianhandichrift mit Hippolyt-Bugaben, eine unbefannte 
CHronit (ob von Julius Ufrifanus?) und einige bibliiche 
Handicriften. Wir danken dem DVerfaffer für diejes Heft 
und wünjdhen ihm weiteren Erfolg, womöglich die Unter, 
fuhung aller Zacharias-Johannes-Handſchriften und die 
Herausgabe eines Textes mit Apparat. 

Caspar René Gregory. 


Der alte Taube. Ev.-luther. Semeindeblatt f. die gebildeten Stände. 
Hrsg. v. W. Gufmann. 6. Jahrg. Nr. 15. Rpa., Wallmann. 


Inh: H. Bezzel, Ja, nah dem Gcfeg und Zeugnis! — N. 
Späth, Die internat. Bedeutung ded Qutherifhen Belenntniffe. — 
Tas Bild einer urdriftl. Gemeinde. — F. Better, J. Lepus und 
der vierte Schöpfungstag. — ©. Zeme, Modernes Heidentum. 


Jahrbuch der Geſellſchaft für die Geſchichte des Proteſtantismus in 
Deſterreich. Hrsg. v. G. Loeſche. 26. Jahrg. Jubiläumsband 1904. 


Inh.: &. U. Wig-Oberlin, Rüdblil. — ©. Loeſche, Die 
evangel. Fürftinnen im Haufe Habeburg. — R. v. Höffen, Numid- 
matite Dentmale auf den Proteftantiömus in Defterreih. — ©. A. 
Stalsty, Zur Vorgefchichte der „evang.stheol. Lehranftalt” in Wien. 
— 93. J. Koh, Streiflihter zur Geſchichte des Proteſtantismus in 
Oberöfterreih. — F. Selle, Eine Belenntniöfhrift der Stadt Steyr 
v. 3. 1597. — 3. Strnadt, Der Bauerntricg in Oberöfterreih. — 
D. Voiertb, Zur Oefchichte der Reformation u. Gegenreformation in 
Inneröfterreih. Rüdblid u. Ausihau. — F. Arnold, Die Salzburger 
in Amerila. — ®.Locefche, Zillertaler:Rachlefe. — Derf., Mathefiana. 
— J . Kra ßala, Comeniana. — .4. Staldty, Aus dem Amts: 


— 1905. 86. — Literarifhes Zentralblatt — 4. Februar. — 


200 


leben des erften mähr.-Ihlef. Zoleranz-Superintendenten. — ©. Loeſche, 
Eine Denkſchrift über die beabſichtigte Beſchränkung der Freiheiten der 
galiz. Proteſtanten (1825). — J. Polek, Die Ausbreitung des 
Proteſtantismus in der Bukowina. — G. Boſſert, Die Liebestätig— 
keit der evangel. Kirche Württembergs Tür Oeſterreich bis 1660. — 
G. Loeſche u. G. A. Skalsky, Rundſchau über die den Proteſtan⸗ 
tismus in Oeſterreich (Zisleithanien) betr. Erſcheinungen d. J. 1903 


Allgem. evang.luther. Kirchenzeitung. Begr. von Chr. E. Lut⸗ 
hardt. 1905. Nr. 3. Leipzig, Dörffling u. Franke. 

Inh.: Ob der Menſch ſelig werden kann. — WB. Bold +, Die 
grut, Volltommenheit nah der bi. Schrift. 1. — An der Wiege deg 
Chriftentumd. 3. — Eindrüfe vom apologet. Inftruftiondkturfus. — 
„Duldung in Blaubendfacdhen.“ 


Deutfher Merkur, Hrög.: Mülhaupt. 35. Jahrg. Rr. 18. Bonn. 


Inh.: J. B. Watterih. — Ein Wort an unfere deutfHen Staats» 
Tegierungen. 


Proteftantenblatt. Hrg. von R. Emde u. M. Fifher. 38. Jahrg. 

Nr. 4. Bremen, Schünemann. 

Inh.: A. König, Durch Gottes Gnade. — Baentſch, Ent⸗ 
ſtehung, Art u. Geſch. d. israelit. Monotheismus. 11. — A. Ame⸗ 
long, Religionsunterricht in der Volksſchule. — A. N. Bertrand, 
Moderner Proteſtantismus in Frankreich 3. — A. Urbain, Des 
Paſtors Riele. 4. — Beilage: Bon EE Arbeit der Riberalen 
u. Drthodoren. — Das Urteil gegen D. wuer, 


Da? Reih Chrifti. Hragbr.: J43. Lepfiud. 7. Jahrg. Nr. 12. 
Or.-Lichterfelde, Reich Chrifti-Berlag. 

Snh.: Löder, Wirklichkeiten, Offenbarungen u. Geheimniffe. — 
©. Bomwindel, Die Bolkdfirhe u. die eine Kirhe. — Schwarz, 
Kann jeder Menfch rechten Gotteddienft tun? — Brode, Gottes: 
dienft u. Beruf. 


Stimmenaus Marias L? aah. Kathol. Blätter. Jahrg. 1905. 1. Heft. 
Freiburg i. Br., Herder. 

Inh.: U. Kard. Steinhuber, Die fhwebenden Sclig- u. Hcilig« 
(prehungsprogeffe. — J. Laurentius, Freiheit der Religionsübung 
im Deutfhin Reihe — H. Hoffmann, Nüdblit auf die Jahr- 
hundertfeier Kants 1904. 1. — B. Cathrein, Moderne Religion. 
— J.G. Hagen, Der internat. Kongreß f. Kunft u. Wiffenfchaft auf 
der Et. Rouifer Weltausftelung. — U. Baumgartner, Der fpan. 
Humorift P. Jofeph Franz de Jla S. J. 1. 


Die driftlihe Welt. Hrg.: W. Rade. 19. Jahrg. Nr.3. Marburg. 


Inh.: K. Furrer, Zwei Pfalmen. — Fromme Bedenken zu dem 
Befdheide des Brandenburger Konfiftoriumd gegen Pfarrer D. Filcher. 
— E.Lahenmann, Der Bruh zwifchen Franfreih u. d. Batitan. 
3) Die Projekte für die Kirche u. Staat. — Sulze, Herrnhut. — 
M. Robbe, Wohlfahrtöpflege. 1. — Aus der Beriinigten Freikirche 
von Schottland. Briefe einer Pfarrfrau. 


Schmweizerifche theol. Zeitfchrift. Begr. v. Jr. Meili, redig. v. U. 
MWaldburger. 21. Jahrg. 4. Bierteljahrêheft. Zürich, Frid. 
Inh.: U. Bollinger, Die Bereutung der Erkenntnis für tir 
Religion. — C. Trautvetter, Die Frauenfrage mit befond. Berüd- 
fihtigung ded Stimmredhtes der Frauen in kirchlichen Dingen. — ©. 
Schindler, Ueber den Bau protsftant. Kirchen. 


le lu EE 


Ahilofophie. 


Griebrich Nieufches Sejammelte Briefe. 3. Bd., 1. Hälfte: Prietr. 
Niepfhes Briefwecfel mit Fr. Ritfihl, 3. Burkhardt, H. Taine, 
©. Keller, Frhrn. v. Stein, ©. Brandes. Hrögb. v. Elif. Förfter 
Niepfhe u. C. Wahsmuth. Berlin, 1904. Schufter & Löffler. 
306 8) #5. 

Man Hat zu dem eren Bande der Briefe Niebjches 
bemerkt, daß ihnen die rechte Rejonanz fehlt, weil die Adref: 
jaten meift zu wenig befannt find und felbjt garnicht zu 
Worte fommen. Die Adreffaten diejes dritten Halbbandes 
find: Fr. Ritihl, I. Burdhardt, H. Taine, ©. Keller, der 
frühvollendete Heinrich v. Stein, ©. Brandes, alfo lauter 
fehr befannte Namen, und fie fommen auch alle zu Worte. 
Ob boburdh der Ton des Ganzen reiher und voller wird ? 
E83 ift ja ein ganz einziger Genuß, Briefe Niebjches zu Lefen. 
Sein Stil zeigt hier eine Grazie und fchalfhafte Heiterkeit, 





201 — 1905. 6. — Literarifhes Zentralblatt — A. Februar. — 202 





— — 





der lautere und edle Grund ſeines Weſens ſtellt ſich hier 
ſo ungetrübt dar, daß wir nirgends ſo wie in ſeinen Briefen 
von dem Zauber jeiner Perfönlichfeit gefangen werden. Aber | „Ein Baar Lefer, die man bei fih felbft in Ehren hält und 
um biejen Zauber ganz zu entfalten, brauchte er die Atıno- | fonft feine Lefer, fo gehört e3 in der Tat zu meinen Wün: 
\phäre, die vertraute Freundfhaft um uns haucht, und von ſchen“. Wie jubelt er, als er hört, daß Brandes vor 300 
feinem der oben genannten Adreffaten fann man jagen, daß | Zuhörern Vorlefungen über ihn gehalten bat, und dabei 
er in wirklicher Sreundichaft mit Niegfche verbunden gewefen | nennt diefer feine Zuhörer imbecile Menihen. Das ift alles 
lei. Mutt blieb ihm immer der verehrte Lehrer, und fo ehr menschlich und natürlih, nur maht e8 ung die Pofe 
iind e3 denn auch Hauptjächlich fahwiffenfchaftliche Angelegen- | verdächtig, die der Einfiedler von Sils-Maria jo gern in 
heiten, die den Anlaß zu diefem Briefwechjel geben. Aller» | jeinen Schriften annimmt. — Den Briefen find ehr aus: 
dings weiß Niegiche aud diefen mehr ‘oder minder gejhäft- | führliche Erläuterungen beigegeben, denen an Ritihl von Curt 
lihen Mitteilungen durch überrafchende, anmutige Wendungen Wahsmuth, den übrigen von Frau Förfter-Niekiche. —A. 

einen eigenartigen Reiz zu leihen, mit feinem Sunerjten een 

fommıt er doch wenig heraus. Wo er es einmal wagt und 
geitet: „Dagegen fünnte ich nicht ohne Wolluft einen hübſchen 
Band vermilchtejter Dinge, ein rechtes „Leipziger Allerlei" 
zujammenftellen, teil3 Titerarhiftorifche Erfenntniffe, teilg 
neue Anjichten und Ausjichten”, da wird er gleich auf Die 
Bahn ſolider Gelehrſamkeit zurüdverwiefen. Weit perfönlicher 
gibt jih N. in den Briefen an Frau Ritihl; ein Kleines 
Rabinettftüd und Höchft charakteriftiich für ihn ift namentlich 
der Brief 14. Cehr enttäufhen dagegen die Briefe, die 
zwiihen N. einerjeit3 und Burdhardt, Taine, Gottfried 
Keller andrerjeitö gewechjelt wurden. X. fendet ihnen feine 
Schriften und erhält von Burkhardt Dankichreiben, in denen 
ich Bewunderung und verlegene Ablehnung wunderlich mischen, 
bis fchließlid) die Ablehnung fo ftark wird, daß er es vor— 
zieht, garnicht mehr zu antworten; von Taine ein paar fran- 
zöliih geichriebene Billets, wie fie irgend ein beliebiger ge- 
bildeter Franzoje wohl auch nicht weniger gut und bedeutend 
gemacht hätte; von Steller nichtS weiter al3 ein paar Beilen 
mit der Bemerkung: „Für Ihren Barathuftra dante ich 
herzlich” ; ein inhaltreicherer Brief fcheint verloren gegangen 
zu fein. — Erbhöhtes Intereffe gemährt der Briefwechjel mit 
Heinrid d. Stein, den Niegihe einmal zu feinem Propheten 
erjehen Hatte. Der „gute Dr. von Stein”, wie ihn Frau 
Förfter- Niegfche zu nennen beliebt, mußte freilich erfahren, 
daß für einen Propheten das erfte und oberfte Gebot ift: 
Du folit feine anderen Götter haben neben mir. Mit den 
Propheten und Brophetinnen Hatte N. fein Glüd, von feiner 
splendid isolation follte er auf einem viel gemwöhnlicheren 
Wege erlöft werden, duch den Tamtam der öffentlichen Vors 
träge und der rette, E3 war eine gute Aodreffe, die ihn 
ein Wiener Herr gab, als er ihn an Georg Brandes wies. 
Auf die Zufendung des Buches „Senfeit3? von Gut und 
Böfe” reagierte diefer nicht; erft als Niegfche ihm 1887 die 
Genealogie der Moral jchicdte, dankte er, und es beginnt 
ein Briefwechjel, der für die Beurteilung N.83 febr wichtig 
ift. Er zeigt und, daß man mit dem Gerede von feiner 
Krankheit jehr vorfichtig fein muß, daß er fih durdhaus zu 
beherrihen verftand, wo es ſein Intereſſe heiſchte. Es iſt 
das letzte Jahr vor ſeiner Erkrankung, aber auch mit der 
Betten Lupe könnte man in dieſen Briefen, ausgenommen 
den letzten vom 20. November datierten, nicht eine Spur 
geiſtiger Störung erblicken. N. iſt von vollendeter Courtoiſie, 
kritiſche Ausſtellungen, die Brandes an ſeinen Schriften macht, 
verſtimmen ihn nicht, er fährt den hochmögenden Literaten 
nicht an wie ſeinen Freund Rohde, weil jener über Taine 
anders urteilt als er ſelbſt, er läßt es ſich gefallen, daß 
Sören Kierkegaard als einer der tiefſten Pſychologen geprieſen 
wird, die es überhaupt gibt, er läßt ſich ſagen, daß er oft 
ganz intime, ganz perſönliche Data umdeutet oder generali— 
ſiert, daß ſein Geiſt, der in ber Regel ſo blendend iſt, ein 
wenig zu kurz zu kommen ſcheint, wo die Wahrheit in der 
Nüance liegt, er bleibt immer liebenswürdig und beſcheiden. 
Wie groß muß ſein Hunger nach Ruhm und Anerkennung 


geweſen ſein, wenn er das alles über ſich gewann! Er 
täuſchte ſich ſehr über ſich ſelbſt, wenn er an Brandes ſchreibt: 

















Eucken, Rudolf, Geistige Strömungen der Gegenwart. Der 
Grundbegriffe der Gegenwart dritte umgearbeitete Auflage. 
Leipzig, 1904. Veit & Comp. (XU, 398 8. Gr. 8) #8. 

Die dritte Auflage der „Grundbegriffe der Gegenwart” 
ift nod mehr auf jahlihe Erörterung gerichtet al8 Pie 
zweite, in der bereit3 da3 Hiftorifhe aus feiner urfprünglich 
beitimmenden Stellung verdrängt war. Jm Zufammenhange 
mit diefer Veränderung fteht die allenthalben anzutreffende 

Betonung der Lebensinterejfen und das Bemühen, in den 

heute zur Diskuffion ftehenden Problemen nicht fomwohl rein 

intellektuelle Angelegenheiten als vielmehr Lebensbemwegungen 
und Lebenspunkte aufzuzeigen. Als ein Bauftein zur tultu- 
rvellen Entwidlung und im bejonderen al3 ein Beitrag zur 
einheitlichen und metaphyfiihen Begründung unjeres Lebeng 
und Geins ift diefes für die Anihauungsweije feines Autors 
bejonders charateriftifch gewordene Werk nunmehr anzufehen. 
C. D. P. 


Geſchichte. Kulturgeſchichte. 


Felder, Hilarin, &eschichte der wissenschaftlichen Studien 
im Franziskanerorden bis um die Mitte des 13. Jahrhunderts. 
Freiburg i. B., 1904. Herder. (XI, 557 S. Gr BI 48; 
geb. æ 10. 

Wer die eriten Entwidelungsitadien des Franzistaner- 
ordend aufmerffam verfolgt, dem drängt fih der innere 
Widerfpruh auf, in welchem fih diefe zu den urjprünglichen 
deen des Gtifter3 bewegen. Der felbft, wie ale Voten 
jener Beit, gang ungebildete Frang Hat feine Jünger ficher 
nicht zum Betriebe der Wiffenfhaften angehalten fejen wollen 
und zuerit bat ja oud die Bahl der Laien, die Wd ihm 
anfchloffen und die er prinzipiell von jeder Bildung fern 
halten will, bei weiten die Zahl der Kferifer, die ber 
Senofjenichaft beitraten und die übrigens auch um jene Beit 
de3 Niederganged nur einen geringen Stand der Bildung 
vertraten, übertroffen. Und wenige Jahrzehnte fpäter find 
die Zaienmitglieder ganz in den Hintergrund gedrängt, fteht 
der Orden an der Spite der wiljenfchaftlichen Bewegung deg 
Beitalter8 und produziert oder gliedert fih in Perjönlich- 
feiten, welde der wiljenfchaftlichen Entwidelung für Jahr- 
hunderte den Stempel ihres Geiftes aufgedrüdt haben. Hat 
fich diefe Entwidelung im Gegenja zu den Tendenzen deg 
grancicu von VUn vollzogen, ift fie feinem Orden durch 
die römiihe Kurie aufoftrogiert worden? Die communis 
opinio nimmt dag an, und der erjte Teil des vorliegenden 
Buches will aus den Quellen heraus das Gegenteil beweifen. 
Wir geftehen gerne zu, daß der Berf. fih ale Mühe ges 
geben hat, feine Thejis zu begründen. Uber überzeugt Hat 
er und nidt. Mag fein, daß der evangelifche Rei. nicht 
genügend in den Katholischen und Ordensgeift, welder den 
Verf. befeelt, einzubringen vermag. Cbenjo wenig wie wir 
an die Wunder des H. Frang zu glauben vermügen, ebenjo 

kä. 


EE —— — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — 
— — — — — — — — —— — —— — — — 


203 


wenig verftehen wir, daß der ungebildete Mann ein großer 
Theologe gewefen fein fol. Und wenn der Verf. diefe feine 


— 1905. 36. — Literarifhes Zentralblatt. — 4. Febriar. — 


| 


204 


Seleifen, die jowohl dem Fadhmann wie dem gebildeten Lefer 


‚ beffer vertraut find, als das bei umfangreichen Partien Der 


Eigenschaft auf ein Charisma zurüdführen will, fo verhalten ` 
- Berf. fehr zu ftatten, daß er für reichlich die Hälfte de3 behan- 


wir ung folden Erflärungsverjucdhen gegenüber jteptiich. 
Hätte der Verf. feinen urjprünglichen Plan verfolgt und 
ih auf die Löfung des angedeuteten Problems beichränft, 
jo würden wir freilich den Eifer, mit welchem er fich in die 
Quellen vertieft bat, anerkannt haben, aber wir würden 
uns feiner Arbeit nicht gerade jympathilch gegenüber gejtellt 


haben. Zum Glüde bringt aber der Berf. mehr und aller | 


Unertennung Würdiges. 
Entwidelung jener wifjenjchaftlihen Tätigkeit dar bis zu 
dem Beitpunft, wo diefe an ihren Höhepunkt heranreidte. 
Roger Bacon fällt fchon nicht mehr in den Kreis der Be- 
handlung hinein. — Er charafterifiert die wiljenschoftlichen 
Herven des Ordens in ihrem Lebensgange und ihren Werfen. 
Er jchildert die Objekte der franzisfanifchen Studien und 
die Art, wie diefe betrieben wurden. So geitaltet fih fein 
Buch zu einer Gelehrten- und Unterrichtsgeichichte für eine 
allerdings nur kurze Periode des Mittelalters, aber für eine 
jolche, die bisher von der Forihung ganz vernachläfjigt ge- 
wefen ift. Aud) für die Gefchichte der Univerfitäten fällt dabei 
vieled ab, denn die Art des mifjenfchaftlichen Betriebes ift 
auf diejen nicht anders gewefen al3 auf den Ordensjhulen. 
E3 ftedt eine immenfe Arbeit in diefem Teile des Buches 
und wir mödten darum Alle, die fid mit der Gefdidte ber 
Theologie, der Philojophie, der Philologie, der Mufif, ja 
fogar der Medizin befchäftigen (für diejenige der Jurig- 
prudenz fällt nur wenig ab), auf die Schönen Unterfuchungen 
des Berf.s nahdrüdlich Hinweifen. Daß der Verf. das alte 
Mipverjiändnis teilt, die PBarifer Studierenden hätten in 
den Auditorien auf vem Yußboden gejelen, während ihnen 
nur die erhöhten Pläte der Graduierten verboten fein follten, 
möchten wir nur der Kuriofität halber hervorheben. 


Lindner, Theodor, Weltgefdiichte feit der Völlerwanderung. Ir 
neun Bänden. Dritter Band. Vom 13. Jahrh. bis zum Ende der 
Konzile. Die abendländifchhriftlihe Kultur. Anfänge viner neuen 
Zeit. Etuttgart, 1903. Cotta Nathf. X, 592 ©. Gr. 8.) 

Sm Gegenjab zu den beiden vorhergehenden Bänden 
(vgl. Jahrg. 1902, Nr. 51, Ep. 1712 d. BL.) von Lindners 
Weltgefchichte gilt der dritte fo gut wie ausschließlich den Ge- 
Ichidfen des Abendlandes. Diefes findet im 13. big 15. Jabri. 
im Bapjttum feine univerjalhiftorifhe Zufammenfaffung und 
Einheit: ganz naturgemäß bildet daher legtere3 den beherrjchen: 
den Mittelpunkt des vorliegenden Bandes: er ift in erfter Qinic 
die Geihichte vom almählichen Niedergange der päpftlichen 
Madht. Nur jcheinbar geht die Kurie aus der Konzilperiode, 
mit der 2. diesmal abjchließt, unbefiegt hervor: wohl rettet 
das Papfttum noch einmal fein altes juriftifches und finan: 
zielle8 Syjtem, aber feine politifche Gewalt über die Staaten 
ift dahin. Die Mafje Hält noch zur Kirche, wenn fie ihr 
auch feineswegs mehr mit reiner Liebe zugetan ift, fie viel: 
mehr oft al3 Laft empfindet. Doh befdhräntt fih die Be- 
deutung des Klerus jegt auf das Firchliche Gebiet: er ift 
nicht mehr eine für dag gejamte Leben unentbehrliche Inſtanz 
2. ift entichieden geneigt, die Verdienfte de Papfttums um 
die kulturelle Entwidiung bedeutend geringer einzujchäßen, 
al3 Died zur Beit feiteng der Hiftoriographie zu gejchehen 
pflegt. Neben dem Bapjttum felbjt befchäftigt fih L. Io 
nur mit jenen Staaten, die mit Rom in engen Beziehungen: 
jtehen: mit Deutfchland und Stalien, Frankreich und England; 
außer ihnen ift nur Polen und Ungarn (dies wird treffend 
als ein in die flawilche Welt hineingejchobener trennender 
Keil charakterifiert) je ein kurzer Mbfchnitt gewidmet. Jm 
Ganzen Hält fih jo in diejem Bande 2.3 Darftelung in 


Er ftellt in mühfaner Arbeit die 


— — — — — — — — — — — — — — — — — — — —— —— — — — E a a a — — — —— — — — ar u an mn m DEE, ng m ei) EE mn, a en ie 


vorhergehenden Bände der Fall war. Dabei kommt es dem 


delten Stoffes ſich auf ſeinem ureigenen Arbeitsfelde befindet, 
und deshalb nicht darauf angewieſen iſt, das Rohmaterial 
zu ſeinem univerſalhiſtoriſchen Aufbau den Forſchungen an— 
derer zu entnehmen. Es iſt dies gerade für die Zeit des 
ausgehenden Mittelalters von beſonderem Wert, einmal weil 
es hier mehr als ſonſt an brauchbaren größeren zuſammen— 
faſſenden Vorarbeiten fehlt, ſodann weil die hier in Betracht 
kommenden Ereignis- und Entwicklungsreihen oft ungewöhnlich 
komplizierten Charakter zeigen. Dank der vollen Beherrſchung 
des behandelten Stoffes iſt es L. trefflich gelungen, nicht 
nur die ſo mannigfachen Einzelerſcheinungen des hiſtoriſchen 
Werdens und Wandels vom 13. bis 15. Jahrh. ſelbſt, ſondern 
ebenſo auch ihre gegenſeitige Verknüpfung und Abhängigkeit 
dem Leſer klar und plaſtiſch vorzuführen; mit Glück bedient 
er ſich zu dieſem Zweck wiederholentlich der ſynchroniſtiſchen 
Form der Darſtellung. Im Vordergund ſteht auch diesmal 
die politiſche Geſchichte. Zu den wiſſenſchaftlichen Kontro— 
verſen wird überall beſtimmt Stellung genommen; dabei 
begegnet mehrfach eine gewiſſe Neigung ſich anders zu ent— 
ſcheiden, als dies die zur Zeit herrſchend gewordene Auffaſſung 
getan. So wird Philipp IV von Frankreich als die wirk— 
liche Seele der an ſeinen Namen ſich knüpfenden Politik, 
keineswegs bloß als Organ ſeiner Räte gekennzeichnet; ſo 
wird betont, daß ſich Karl IV um das deutſche Reich große 
Verdienſte erworben. Entſprechend ſeiner früher dargelegten 
Grundanſchauung ſchätzt L. die Bedeutung des Singulären 
und damit der großen Perſönlichkeit für den hiſtoriſchen 
Verlauf recht hoch ein; demgemäß ſpielen auch in ſeiner Dar— 
ſtellung die Perſönlichkeiten eine bedeutende Rolle, wobei 
wir wiederholentlich treffliche lebensvolle Porträts erhalten: 
erwähnt ſeien beiſpielsweiſe die Charakteriſtiken Kaiſer Fried— 
richs II unb Karls IV oder König Philipps IV von Frank— 
reich. Selbſt dem Walten des Zufalls mißt L. eine durchaus 
nicht geringe Macht bei; wird doch beiſpielsweiſe die Jung— 
frau von Orleans als eine Erſcheinung des Zufalls bezeichnet. 
Wenn auch die politiſche Geſchichte den allgemeinen Anſchau— 
ungen des Verf.s entſprechend überall die Darſtellung be— 
herrſcht, ſo ſind doch auch gerade in dieſem Bande verhältnis— 
mäßig recht ausführliche Partien der inneren Entwicklung 
gewidmet. So beſchäftigt ſich das ganze zweite Buch mit 
der abendländiſchen Kultur des 13. Jahrhunderts; ebenſo 
behandelt im dritten ein eigener Abſchnitt die kirchlichen und 
geiſtigen Wandlungen des 14. Jahrhs. Wenn man auch 
in dieſen Partien deutlich erkennt, daß die intellektuelle Kultur 
den Verf. mehr intereſſiert als die materielle, ſo wird doch 
auch über die letztere alles weſentliche mitgeteilt. So bietet 
der vorliegende Band ein ebenſo vollſtändiges wie zutreffendes 
Bild von der Entwicklung des Abendlandes vom 13. bis zum 


15. Jahrh. 


Arnold, Robert F. Die Kultur der Renaiſſance. Geſittung, 
Forſchung. Dichtung. Leipzig, 1904. Göſchen. (137 S. Kl. 8.) 
Geb. #4 0, 8. 


Sammlung Göfden 189. 


Das vorliegende Bändchen darf al3 gut gejchriebene und 
verftändige Zufammenfafjung der zahlreichen, gerade Dies 
Gebiet mit Vorliebe betreffenden Forjchungen weiteren Kreifen 
empfohlen werden. E38 bringt einen großen Vorrat fachlicher, 
namentlich literargefchichtlicher Notizen und Daten und hebt auch 
die allgemeinen Gefichtspunfte im ganzenrichtig hervor. mmer, 
hin ift einiges zu vermiffen. Eingehender, als es auf S. 8 fg. 
geihieht, mußte über die Bedeutung der Antife auch für 


205 


das bisherige Mittelalter geiprochen werden, obgleich an Ré 
richtig betont ift, daB „die Bildung des Haffiichen Altertum3 in 
zahlreihen, wenn auh dünnen Adern big zur Renaiffance 
Hindurdfidert”. Ueber die Beeinfluffung der Kunft, über das 
Verhältnis von Kirche und Antike, über den Grad der mittel- 
alterliden Kenntnis der griehifchen Autoren, aber auch über 
die Verbreitung der römischen Hätte mehr angeführt werden 
jolen. Wenn ferner (S. 29) hervorgehoben wird, daß der 
„Humanismus*, deffen Wejen ©. 15 zutreffend charafterifiert 
ift, „nicht mit der Renaiffance identifch iſt, dieſe vielmehr 
aus einer VBerquidung bumaniitifcher Kultur mit Tendenzen 
des Chriftentums und der verjchiedenen europäiihen Natio- 
nalitäten refultiert“, fo Hätte die Nenailfance ald Kultur: 
feiftung des italienischen Menjchen, als reifftes Rroduft mittel: 
alterlicher Kultur fchärfer Hingeftellt werden können. Biel 
nahdrüdlicher fodann mußte der große Unterfhied zwiſchen 
italienischer Renaiffance und deutichem Humanismus betont 
werden. Gerade bei der Entwidelung und Charafterifierung 
des Iegteren fehlen notwendige Punkte, auf die zum Teil 
die fonft benugten Forfchungen von Burda) und Herrmann 
hätten hinführen können. Ein Vergleich mit der betreffenden 
Bartie der eben vollendeten „Sejchichte der deutfchen Kultur“ 
des Referenten (S. 466 fg.) ergibt in diejer Beziehung folgende, 
dort ausführlich behandelte Momente: 1) war ein näherer 
Nachweis der Wege nötig, auf denen al3 Produft italienischen 
Rultureinfluffes der Humanismus nad) Deutichland tam, 
vor allem des Befuches italienischer Univerfitäten durch Deutſche, 
der nur ©. 123 fur erwähnt wird, jowie der Einflüffe des 
Handel3- und fonftigen Verkehrs. Die für die Anfänge wichtige 
Rolle Böhmens und Karls IV ift awar erwähnt, aber dabei 
hätten die Einflüſſe der frühen franzöſiſchen humaniſtiſchen Be— 
ſtrebungen, die überhaupt betont werden mußten, mit heran— 
gezogen werden können. 2) Weiter mußte die Förderung 
des Humanismus in Deutſchland durch die römiſchen Juriſten 
und namentlich durch die Kanzleileute, welch letztere mit 
den Humaniſten die für dieſe überhaupt im Vordergrund 
ſtehende Pflege des Stils, die Eloquenz verband, nachgewieſen 
und 3) eine eingehende Darlegung der Eroberung der deutſchen 
Univerſitäten im Einzelnen gegeben werden. — Die Tätig— 
teit der Brüder vom gemeinfamen Leben im Humaniftifhen 
Sinne ift wohl überjchägt. G. BL 





Gróf Széchenyi István munkäl. I.kötet. Budapest, 1904. Magyar 
Tudomänyos Akadémia. (XVII, 243 u. 378 S. Gr. 8.) Kr. 10. 
Die ungarische Afademie der Wiffenfhaften Hat eine Ehren- 
pflicht erfüllt, indem fie die Werke ihres Gründers in einer 
neuen vornehmen Ausgabe zugänglicd; machte. Diefe bedeutenden 
Schriften, in den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen 
Sahrhunderts erihienen, waren im Buchhandel überhaupt 
vergriffen. Der erfte vorliegende Band der Gejamtausgabe 
bringt nun die met eren hochwichtigen Werte des Staats- 
mannes, ben fein erbitterter Feind, Ludwig Kofjuth, den 
„größten Ungarn” nennen mußte: „Kredit" und „Welt“. 
Er felbjt ruft in der zweiten Schrift aus: „BZuerjt fommt 
die Tat, dann das Wort, — vorn fteht der Menich, der 
Patriot, dann erft kommt der Schriftiteller.” Der Sap 
birgt die Kritik feines literarifhen Schaffend. Die Vorzüge 
des Schriftiteller8, das Pathos und der Humor, und feine 
Mängel (Graf Széchenyi beherrichte faft jede europäijche 
Sprache mehr al die magyarifche) find belanglo8 dem gegen: 
über, daß feine Werke eben Taten waren, Worpoften und 
Grundlagen einer revolutionären Entwidlung. Die Gejchichte, 
aber auch die Literaturgefchichte des modernen Ungarns it 
ohne diefe Schriften faum denkbar. Die Geſamtausgabe 
wird Durch vorzügliche Einleitungen noch brauchbarer gemacht, 
in welchen Paul Gyulai den Grafen Stephan Szechenyi als 


— 1905. M 6. — Literariſches 


Bentralblatt — 4. Februar. — 206 


Schriftiteller und Julius Kaug Die zwei Werfe des eriten 


Bandes würdigt. E. Kovács. 
Zoe, Robert, Aus der Jugendzeit. Erinnerungen. Mit 1 Sil- 
bouette. Leipzig, 1904. Grunow. (331 e Gr. 8.) 4 5. 


Bürwahr ein ganz pracdhtvolles Bud, das zur Lektüre 
nicht angelegentli genug empfohlen werden fann! Denn 
diefe in fchlichter und Lebensfrischer, oft Humorvoller Dar: 
ftellung niedergefchriebenen Jugenderinnerungen des einftigen 
preußischen Hultusminifter8 Dr. D. Robert Bofje feljeln den 
Qefer von Anfang bis zu Ende und bereiten ihm durchweg 
einen wahrhaft reinen und eigenartigen Genuß. Die erjten 
206 Seiten jchildern und den Vorfrühling und die Schulzeit 
diefes hochverdienten Mannes und trefflihen Menfhen. Wir 
erfahren genaueres über die Enwidlung feines Zamiliennameng 
und erhalten einen lichtvollen Einblid in B.3 Baterftadt 
Quedlinburg und in fein Eltern» und Großelternhaus. Seine 
Mutter, von der fih des Verf.t Vater 1835 infolge ehelichen 
Streits feiden liep, verlor er bereits, ald er noh niht das 
vierte Lebensjahr erreicht hatte. Mit Tiebevollen und dant- 
erfüllten Worten charakterifiert B. feine zweite Mutter, die 
fein Bater im Jahre 1838 nah dem Tode feiner geicdhjie- 
denen erften Frau geehelicht Hatte. Wir durchleben dann 
mit ihm feine Schulzeit (Volfsfhule und Gymnafium) mit 
ihren mancherlei Freuden und Leiden big zur Reifeprüfung. 
Aus allen diefen Erinnerungen, die u. a. auch auf das Jahr 
1848 intereffante Streiflichter werfen, leuchtet immer des 
Verf.s dankbare Verehrung für feine einftigen Lehrer heraus. 
Der zweite Abjchnitt behandelt den Mai des Leben3, die 
. Schöne, fonnige und forglofe Studentenzeit in Heidelberg und 
' Berlin, fowie das Hallenfer Freiwilligenjahr. Sehr reizvoll 
- find de3 Verf.s lebenswahre Echilderungen vom Heidelberger 
| Corp- und Studentenleben mit allen enen fröhlichen Ge- 
‚ lagen und Menfuren, fehr treffend deffen Urteile über feine 
ı Profefforen, deren juriftifhe, Hiftoriiche und philoſophiſche 
| VBorlefungen er eifrigft befuchte. Diefe Aufzeichnungen über 

die Hallenfer und Berliner Studentenzeit waren das legte, 
was ber Berf. kurz vor feiner legten Krankheit im Frühjahr 
1901 für den Drud feiner Erinnerungen vollendet Hatte. 
Ueber Die Beit von 1853 big zur Ueberjiedlung nad) Berlin 
im Herbft 1876, wo die Ion früher vollendeten (dereinft 
hoffentlich auch im Drud erfcheinenden) Aufzeichnungen wieder 
ı einfegen, folgt zur Heritellung de3 Bujfammenhanges als 
| willtommene Beigabe zu obigen Memoiren nod) eine furze, 
fih auf die freilich fehr ungleihen Tagebuchblätter B.s 
 ftügende Darftelung (S. 315—331) vom Ende der Etu- 
| bentenzeit bis zur Verheiratung (1853—1861), von feinem 
' Aufenthalt als Konfiftorialafjeffor in Ropla (1861—1868) 
und als Kreighauptmann in dem weltentlegenen, zur Provinz 
| 


ln I — nn e M 


Hannover gehörenden Uchte 1868—1870:, fowie über jein 
Wirken als juriftifches Mitglied des Konfiftoriums rejpektive 
Oberpräfidiumd zu Hannover (1870—1876). Mit einem 
Gefühl der Befriedigung fcheidet man von der Leftüre biejer 
genußreichen Schrift, welcher al3 Titelblatt eine Silhouette, 
darjtellend den jungen Studiofus B. in ber zitronengelben 
Müge des Heidelberger Corps Suevia, beigegeben ift. 





Handwerker, Otto, Geschichte der Wiirzburger Universitäts- 
Bibliothek bis zur Säkularisation. Würzburg, 1904. Stahel. 
(147 S. Gr.8) #2. 

Da fi in neuerer Zeit die wiffenjhaftlihen Bibliotheken 

‚ einer größeren Wertichägung erfreuen, wollen wir auf diejen 
Beitrag zur Bibliothefögeichichte befonders hinmeifen, welcher 
aus der Feder eines Affiftenten der t. Univerfität3:Bibliothef 
Würzburg ftammt. Bon S. 9—50 fhildert und der Berf. 
die Beit des 17. Jahrh.8, von S. 51—137 die des 18. Jahrh.. 


207 


Leider verjagt er für das folgende Seider verfagt er für das folgende Gäkulum, obwohl es | ardd Höhe, Berg, urfeltifh ardvo-s, vol. lat obwohl es 
wohl mwünfjchenswert gewefen wäre, auch die Entwidelung 
der Würzburger Büderfammlung feit dem Eintritt ber 
Säkularifation zu erfahren. Kurz zufammengefaßt, fo jehen 
wir die Bibliothef im 17. Sahrh. nach vielverjprechenden 
Anfängen einem langwierigen Siehtum verfallen. Mit dem 
18. Säflulum wurden die Beitände, wenn auch nicht mit 
gerade bedeutenden Mitteln, regelmäßig vermehrt, nach feiten 
Grundfäben verwaltet, und zu ausreichender Beit für die 
Benugung am Orte zugänglich gemat, in Den legten Gahr: 
zehnten wird den Profefforen die Entleihung nah Haufe | 
geftattet. Cine Lijte der Beamten und dag Shema des | 
Realfataloges von 1731 hat wohl nur für Fachleute Antereffe, 
doch dürften die Darſtellungen und Abbildungen, worunter 
einige Ex-libris, auch weitere Kreife intereflieren. 


Heſſenland. Zeitſchrift fùr þeffijhe Gefdidte und Literatur. Ned.: 
a 19. Jahrg. Nr. 2. Kafel, Scheel. 
: 9. Keßler, Hcber die Kolonifution Dee Dftend und dag 
ns (Fortſ. — J. Lewalter, Der „Danfer Doodle” cin 
Etwälmer Tang? — PB. Zraudt, Die Waldbraut. (Movellctte.) 


Monatshefte der Comenius-Geſellſchaft. Hrsg. von Ludw. Keller. 
14. Sabrg. 1. Heft. 

Inh.: W. Paſt E Buftav Theodor Fechner u. die Weltanſchauung 
der Alleinslehre. .dv. Hanftein + Der Staatdgetanfe in der 
dramat. Literatur um e Mitte w8 19. Jabrh. (Aus d. Nacdlap.) — 
R. Keller, Die maurerifhen Sozietäten u. die moral. Wochenſchriften. 


Neue Beit- u. Steitfragen. 2. Jahrg. 2. Heft. Dresden, v. Bahn u. 3 
Snh.: Dade, Der deutide Bauer in der Gegenwart. (31 &. 5. 


Zeitſchrift des Aachener Geſchichtsvereins. 26. pp Aachen, Gremer. 


Inh.: E. Teichmann, Aachen in Philipp Mouskets Reimchronik. 
Die Zeit von 814 Lie 1242. — H. F. Macco, Schloß Kalkofen u. 
ſeine Beſitzet. — A. Fritz, Theater u. Muſit in Aachen ſeit dem 
Beginn der preuß. Herrſchaft. 2. Teil. — A. Schoop, Beiträge zur 
Schul⸗ u. Kirchengeſchichte Dürens. — F. Cramer, Die Namen Juülich 
u. Greſſenich. — J. Buchkremer, Ueber das Verhältnis der drei 
das “innere des Aadener Dlünfterd darjtellenden alten Gemälte zu 
a — 6. Pauls, Zur Sejchichte SE Vogtei Juͤlichs u. der 
oo DBrabante in Aachen. — E. Zeihmann, Nachträge: 
1) Zur Namensgeihichte der Aachener St. Ealvatorfapelle. 2) Zu dem 
Tote „Joſephshoſen“. 











Pänder- und Mölkerkunde, 


Krauße, W., Die keltiſche Urbevblkerung Dentfd,lands. Erklärung 
der Namen vieler Berge, Wälder, Flüſſe, Bäche und Wohnorte, beſ. 
aus Sachſen-Thüringen. der Rdön und dem Harze. Toni, 1904. 
Eger. (VI, 135 ©. 8) æ 2, 50 

Der Verf. ift bei Beichäftigung mit den topographiichen 

Namen Sadjen-Thüringens, der Rhön und des Harzes auf 

den Gedanken gefommen, daß in Deutjchland einft Kelten | 

gewohnt Haben. „Die Namen unzähliger Berge, "tute, 

Bäche, Wälder, Flurteile u. |. w." fagt er, „lafjen Héi leicht 

und natürlich aus Wortftänmen, die noh in den Feltischen 

Spraden vorliegen, erklären, wad, wenn bewiejen, darauf 

ſchließen laſſen würde, daß einſt in vorgeſchichtlicher Zeit 

ein Volk keltiſcher Herkunft Deutichland bewohnt und jene 

Namen in feiner Sprache gegeben Hat.” Daß Selten in 

großen Teilen Mittel: und Süddeutichlandg gewohnt Haben, 

ift eine Annahme, die längft erwiefen ift. Wir wijfen aud, 
daß in zahlreihen Fluß: und Bergnamen teltifhe Wurzeln 
jteden, und feiner wird leugnen, daß fih auf diefem Gebiet 
noh mandes finden laffen wird, wenn jemand Iprachwifien- 

\haftlich gejchult methodisch vorgeht. Über leider fehlt dem 

Verf. die ſprachwiſſenſchaftliche Schulung ſo gut wie ganz, 

und ſo finden ſich nur wenige Weizenkörner unter vieler 

Spreu. Er operiert mit einer Reihe Prinzipien, von denen 

jeder Abſatz eine Probe gibt. Ich wähle einen aus: »Ard, 


— 1905. M 6. Eed EE, Zentralblatt — 4. Februar. — 


208 





ardd Höhe, Berg, urfeltifch ardvo-s, vgl. lat. ard-uus. Mit 
Borfchlag H: Hartenberg,-ftein. — Der Arzberg, der Arztfnochen 
ard, arz hod), cnoc Berg. Der Harz, Hart, Harz, Haertz, 
beſſer bon ard, hard Berg', als von ahd. hart Wald, weil 
jeneg haratteriftifcher für das Gebirge ift ala der Wald, 
der auch die Ebene bededt; ebenjo der Harz:berg bei Sireuz- 
burg. Mit Vorſchlag Sch: der Schartenberg, Kopf, fortgebildet 
durch geziſchtes d: in Sch-arz-felſen, H. Schw⸗-arten-berg, ge— 
ztichtes d: Schw-arz-burg, Schwarzenberg, Kopf. Mit Bor- 
Ihlag W: die Wartburg. Mit mog, mo grog der Mord- 
berg (m-ard große Höhe), fortgebildet in dem Mördertopf, 
R. Desgleichen mit keltiſchem Artikel n (in): der Nordberg 
(ohne einen Südberg) n-ard, daher auch die Form Narz— 
berg für denſelben Berg, die aug bem abd. nord, angelf. 
nordh niht entftehen fonnte, wohl aber aug bem felt. ard, 
nard, geziicht nards.“ Dag wird genügen. ©8 ift ein Buch, 
wie e8 leider (dhon viele gibt, und man fann nur den Wunfch 
auziprechen, daß doc Dilettanten das fchwierige Gebiet der 
Namenforihung nit anrühren mödten. Belchränfte fich 
der Verf. darauf, die Orts- Filur- und fonftigen Namen zu 
jammeln, fo würde er der Wiſſenſchaft wirkliche Dienſte leiſten, 
während dies auf dieſem Wege leider nicht der Fall iſt. 
H. Hirt. 


Gelzer, H., Vom Heiligen Berge und aus Makedonien. 
Reisebilder aus den Athosklöstern und dem Insurrektions- 
gebiet. Mit 43 Abb. u. 1 Kärtchen. Leipzig, 1904. Teubner. 
(XII, 262 8.8) ep 

Der chriſtliche Orient kommt, wie es ſcheint, immer mehr 
in Aufnahme; im beſondern feine Hochburg, der Klofterberg 

Athos, hat in kurzer Zeit drei Darfteller gefunden: v. d. Golg 

(vgl. Jahrg. 1903, Nr. 46, Sp. 1569 d. BL), Schmidtfe und 

Gelzer. Dieſer wird als beſter Kenner ber griechiſch-orien— 

taliſchen Kirche und als Verfaſſer des Buches: „Geiſtliches und 

Weltliches aus dem türkiſch-griechiſchen Orient“ den erſten 

Anſpruch auf Beachtung haben, wenn es ſich darum handelt, 

einen Führer zu finden, ſei es zur hiſtoriſchen und gegen- 

wärtigen Orientierung, fei e8 zur Vorbereitung auf eine 

Reife in der merkwürdigen Welt des Uthosberges, die ©. 

treffend eine mittelalterliche Reliquie unter türfiihem Schuß 

nennt. Wußer dem Byzantiniften von Fach werden die an- 
ziehend bejchriebenen, durch perfünlihe Erinnerung belebten 

Skizzen dem A tulturbiftorifer und jedem Freund beichaulid)- 

idglliicher Betrachtung willfonmen fein. Die eingeitreuten 

zahlreichen Abbildungen, metjtend von Landichaftabildern nadh 

Momentaufnahmen des Berf., werden auch manchen Maler 

auf die Naturfchönheiten Diele allen irdiichen Freuden ent⸗ 

zogenen Erdenwinkels aufmerkſam machen. Für eine ſo 
wünſchenswerte weitere Verbreitung wäre es noch förder— 

licher, wenn griechiſche Ausdrücke wie Agrypnia (S. 45), 

Raſophori (S. 55), Igumen, Glyko (S. 67) uſw. durch 

deutſche erſetzt oder doch erklärt worden wären. Zu billigen 

iſt es aber durchaus, daß die neugriechiſchen Worte mög— 
lichſt ihrer Ausſprache gemäß wiedergegeben werden. Der 
zweite Teil beſchreibt einen Beſuch Makedoniens und Al—⸗ 
baniens, der über die nationalen und politiſchen Verhältniſſe 
guten und ſachkundigen Auffchluß gibt. Much für die alba- 
nefifche Volkskunde fällt einiges ab (S. 220fe.). Die Ab: 
bildungen dieſes Teiles geben übrigens faft nur Unfichten 
von Bolfätypen mit Ausnahme einer Unfiht von DOchrida. 
©3 ift das um fo mehr zu bedauern, ald ©. feldft fagt 
(S. 252), daß dad ganze von ihm burchreifte Gebiet, jet pt 
in Salonifi oder Sofia, eine terra incognita war. K.D. 


Globus. Pä, H. Singer. 87. Bo. Nr. 2. Braunfchw., Bieweg u. ©. 

Snh.: Adler, — al Kolonie Riebenedorf im Gouverne 
(EGL) Mit 11 Ntb.) — Förfter, Die Arbeiten 
Stenztommiffion zwifchen Niger u. Xfadiee. 





ment Woroneft. 
der engl. =frungoj. 


209 


Witjer, Urgefhichtl. Neger in Europa. — Goldftein, Die Mal- 
tbufiihe Theorie u. die Bevölkerung Deutichlandd. — Inowrazlaw 
Hohenjalza. 


- LIU m — — — — — — — —u — 


Mitteilungen der ſchleſiſchen Geſellſchaft für Volkskunde. Hrsg. von 
Th. Sieb s. Jahrg. 1904. Heft 12. Breslau, Woywod in Komm. 
Inh.: F. Pradel, Der Schatten im Volksglauben. — Derſ., 
Kopfloſe Menſchen u. Tiere in Mythe u. Sage. — S. Fraenkel, 
Aus oriental. Quellen. — W. Nehring, Die ſloven. Volkslieder. — 
C. Olb rich, Die Freimaurer im deutſchen Volksglauben. — M. 
Hippe, Volkstüml. aus einem alten Breslauer Tagebuche. — K. 
Guſinde, Ueber Mundartengrenzen im Kreiſe Dels. — O. Scholz, 
Schleſiſche Tänze. — A. Haas, Fünf Sagen aus d. Rieſengebirge. 
— M. Hellmich, Sagen aus den Kreiſen Glogau, Falkenberg u. 
Grünberg. — Th. Siebs, Ruf. Sang u. Sprud beim Au: u. Gin. 
trieb des Viehs. — E. Blaſchke, Weihnachtéheiligerohmt ei der 
Schwenzer Schmiede vor 30 Jahren. 


Zeitſchrift der Geſellſchaft f. Erdkunde zu Berlin. Hrsg. von Georg 
Kollm. 1904. Nr. 10. Berlin, Mittler u. Sohn. 
Inh.: C. Uhlig, Vom Kilimandſcharo zum Meru. (Schl.) — 
P. Ehrenreich, Der 14. internat. Amerikaniſten⸗ſtongreß zu Stutt- 
gart. — D. Şii her, Bom 8. internat. Geographen Kongrep. 


Geographie Zeitfhrift. Hrög. v. Alfr. Gettner. 11. Jahrg. 
1. Heft. Leipzig, Teubner. 

Snb.: K. Dove, Grundzüge einer Wirtichaftdgeographie Afrikas. 
— D.Shlüter, Das öfterr..ungar. Oftupationdgebiet u. fein Küften- 
land. Gıne geograph. Skizze. 1) Einleitung. 2) Der Boden. — $. 
Steffen, Reue Forfhungen in den dhilen.-argentin. Hodkordilleren. 
Mit 1 SR — N Regel, Das oftafiat. Küftenland zu Beginn 
d. J. 





— — — — — — — — 


Haturmiffenfchaften. Mathematik, 
Friedmann, Herm., Die Konvergenz der Organismen. Eine 
empirisch begründete Theorie als Ersatz für die Abstammungs- 
ehre. Berlin, 1904. Gebr. Paetel. (242 S. Gr. 8. #5; 
geb. .# 6. 
Der Berf. jchreibt einen fehr anziehenden Stil und zeigt 
ji mit naturwiffenihaftlicher wie philojophifcher Literatur 
wohl vertraut. Darum wundert man fi) und bedauert 
faft, Toviel Geihid und Fleiß an eine unmöglicdhe Idee ver- 
ihmwendet zu jehen. Belfanntlih ift die anatomije und 
entwidlungsgeichichtlide Aehnlichkeit verjchiedener Formen 
in engerem und weiterem Kreis dag wichtigite Beweismittel 
der Lehre von der „Blutsverwandichaft”" der Formen. F. 
will ung nun einreden, daß folche Uebereinftimmungen für 
eine gemeinfame Abjtammung gar nichts beweijen; daß die 
Arten von Anfang getrennt und jelbitändig waren, und die 
nicht zu leugnenden Wehnlichkeiten durch „Konvergenz“ ent 
fanden find. Drei Prinzipien führen die Annäherung herbei: 
Das Prinzip der „Homologie”, der „WUnalogie" und Die 
„direkte Konvergenz”. Die „Analogie” fann man für ge- 
wifle Tatfachen-Gruppen (wie das fchon Tängft geichieht) 
gelten Lajjen; fie bejteht in der Wirkung gleichartiger äußerer 
Lebenabedingungen. Die „Homologie* ift eine Art finalen 
Bildungstriebeg. Die „direlte Konvergenz” arbeitet gar 
auf pfyhiihem Gebiet. E3 ift etwas fühn, derartige „Er- 
flärungsmittel” an Stelle der Abjtammung anzubieten. Aber 
F. bemüht fih in ben erften Kapiteln zu zeigen, daß bie 
Argumente, die man aus vergleichender Anatomie und Ent- 
widlungsgeihichte, Paläontologie, Tiergeographie zc. für eine 
genealogiihe Verwandtichaft ber Zommen beigebracht Hat, 
hinfällig find. Diefe Kapitel find die jchwächlten des Buches. 
Auf S. 35 werden z. B. eine Menge Einzelheiten aug der 
vergleihenden Anatomie des Wirbeltierjchädel3 aufgezählt, 
Die dem Laien gar nichts jagen, den Fachmann aber höchitens 
daran erinnern, wie leicht in einer genealogiichen Reihe die 
eine Bildung in die andere übergehen fonnte, und wie feft 
bei allem Wechjel die Grundzüge des Schädelbaues gehalten 
werden. Aber nein, diefe und andere Heine Differenzen 





— 1905. A86. — Literarifhes Zentralblatt — 4. Februar. — 


210 


jollen „grundjäglicde Verjchiedenheiten“ fein, die den Ges 
danken an ein genetiiches Band zmifchen fo heterogenen 
Hormen unmöglih maden. Nach einem ähnlichen Nezept 
wird die ganze Wucht des entwicdlungsgefchichtlichen Bewmeiscz 
abgetan: weil nämlich Mehnert gezeigt hat, daß in ber 
Entwidelung der Tiere zeitliche Berjchiebungen eine bejcheidene 
Role fpielen! Eine Uuseinanderjegung über PBentamerie 
[©. 44 fg.) wird man mit Kopfichütteln Tefen; um zu zeigen, 
daß das Auftreten der FZünfzahl feine Verwandtfchaft beweiit, 
werden fünffingerige Wirbeltierertremitäten, fünfgliedrige 
übe und Fühler von nfekten, fünfftrahlige Echinoderment, 
jogar eine Amöbe mit fünf Pjeudopodien und fünfblättrige 
Blüten umftändlich zitiert. Nur die fünf Sinne fehlen. z. S. 








Schilvoemilh8 Handbuch der Mathematik. 2. Auflage. Hrög. ven 
R. Hente und R. Heger. 3. Band: Höhere Mathematik, 2. Teil. 
Mit 94 Figuren und 20 Tafeln. Leipzig, 1904. Barth. (VIII, 
62 ©. Gr 8) #4 20; geb. „4 22, 50. 

Der vorliegende Band, der das ganze Werk (vgl. 55. Jahrg. 
[1904], Nr. 25, Sp. 817 d. BL.) zum Abichluß bringt, 
ift von R. Heger in Dresden bearbeitet und zerfällt in 
jech8 Bücher: 1) Integrale im Gebiete der realen Zahlen; 
2) Bunktionen einer fompleren VBeränderlichen; 3) Differential» 
gleichungen; 4) Wuggleichungsredhnung; 5) Mathematifche 
Grundlagen des Berfiherungsmwefens; 6) Kartenentwürfe. 
Bon diefen find die erften vier, gegenüber der erften Aus- 
gabe, nicht mejentli) verändert, nur im dritten ift der 
Buhsihen Theorie der Iinearen gewöhnlichen Differential. 
gleichungen ein bejonderer Paragraph gewidmet worden und 
zwar unter Beichränfung auf Sleihungen dritter Ordnung. 
Budh 5 ift vollftändig neu bearbeitet, jo daß es jeht einen 
vollftändigen Begriff von den Verficherungsrechnungen gibt 
und duch ausführlide 16 Seiten umfaffende numerische 
Tafeln für Berfiherungen auf den Todes: und Lebens» 
fall, für Kinderverfiherung und für Feierzeitverfiherungen 
(Venfionskafjen) reichlichen Stoff zu praltiihen Uebungen 
in verficherungs-techniihen Seminaren bietet. Neu Hinzu- 
gefonmen ut Buch 6, das auf 60 Seiten eine überfichtliche 
Entwidelung der verihiedenen Kartenentwurfsarten bringt 
und dem durh 20 Tafeln mit den toichtigiten Karten- 
entwürfen, die in den modernen Kartenwerfen verwendet 
werden, und mit den Uniffen der darauf dargeitellten Ge» 
biete ein ganz befonderer Wert verliehen ift. Dazu tommt 
endlich ein ausführliches Sachregiiter über da3 ganze Werf. 
Uufgefallen ift ung, daß in den wenigen Fällen, wo auf 
andere Literatur verwiejfen wird, die Literaturangaben zum 
Teil veraltet find. 3. 3. wird auf S. 264 von Ennepers 
Lehrbuche der elliptiihen Funktionen nicht die zweite Auf: 
lage von 1890, fondern die erfte von 1876 angeführt, auf 
©. 389 wird das 1875 erichienene Buch von Manfion über 
partielle Differentialgleihungen erfter Ordnung genannt, 
während doh ein neuere und bei weiten befjereg Wert 
von Gourjat über diefen Gegenjtand exijtiert, überdies hätte 
von dem Manfionfchen wenigftens die deutjche Ueberjegung 
(Berlin 1892) angeführt werden folen. E—I. 


— — e — — — —— — — — m M — — — — 


Mathematiſche Aunalen. Hrég. v. F. Klein, W. v. Dyd u. 
D. Hilbert. 60. Band. 1. Heft. Leipzig, Teubner. 

Inh.: H. v. Mangoldt, Zur Verteilung der Nullſtellen der 
NRiemannichen Funktion Et). — E. Lasker, Zur Theorie der Moduln 
u. Ideale. — F. Bernſtein, über die iſoperimetrt. it Ser dee 
Kreifed auf der Kugeloberflähe u. in der Ebene. — L. E. Dickson, 
A new system of simple groups. — ©. Kowalcwefi, Ueber 
den zweiten Mittelwertiag der Interraltehnung — F. Kuridhat, 
Ueber eine charakterift. Eigenichaft der Differentialgleihungen der 
Bariationsrehnung. — Berichtigung zu dem Aufjage von E. Meyer 
im 59. Bde. d. Ann. — M. Debn, Ueber den Inhalt fphär. Dreiede. 
(Mit 6 Fig.) 


Skk 


211 


Aftronomiiche Radridgten. Hrög.v. 5. treug. 167. Bd. Nr. 3989. 
Hamburg, Maule Söhne. 

Inh.: B. Wanad), Ueber die Audgleihung von Uhrgängen. — 
D. C. Pickering, The November meteors of 1904. — W. F. 
Denning, Note on the Leonid meteors of 1904. — Ueber den 
Stern BD.-+30°583. — %.Küftner, Mitteilung aus den Originalen 
der BD. — ©. Ban Biedbroed, Berzeichnid von Doppelftern- 
bahnen. — Kop, Beobahtungen von Sternen und Planeten. — 
Bianchi, Beobahtungen auf der Sternwarte deg Collegio Romano 
in Rom. — J. PBalifa, Beobachtungen von Fleinen Planeten u. 
Kometen 1904 e. — M. Wolf, Photograph. Aufnahmen von Pleinen 
Planeten. — Beobachtungen deg Kometen 1904 e. — G. H. Peters, 
A photographic observation of a minor planet. — ©. Rew: 
eomb, Aufforderung betr. een von Sternbededungen. — 
M. Ebel, Cyhemeride deg Kometen 1904 e. — E. Hartwig, 
Var. 49.1903 Orionis. 


Natur und Schule. Hrg. von B. Landberg, DO. Schmeil u. 
B. SHmid. 4. Hd. 2. Heft. Leipzig, Teubner. 
Snh.: H. Biehmeyer, Myrmekophile Käfer. (Mit 16 Abb.) — 
Th. Stingelin, Ueber naturbifter. Mufeen in der Schweiz. (Mit 
4 Abb.) — F-Pfuhl, Die Behandlung der Mufcheln im Unterridhte 
der Untertertia eined Gymnafiumsd. (Mit1 Skizze) —P. Weftberg, 
Da Neg der Kreuzfpinnen. (tortf.) 


Naturwiffenfhaftl. RundfHaun. Hrg. v. W.S tla ret. 20. Jahrg. 
Rr. 3. Braunfhmweig, Pieweg u. Sohn. 


Inh.: W. A. Noy es, Gegenwärtige Probleme d. organ. Chemie. 
(Shi) — EC. Mez, PBhyfiolog. Bromeliaceenftudien. 1) Die Warffer- 
öfonomie der ertrem atmofphär. Zillandfien. 


— —— — —— — — — 


6. Jahrg. Nr. 2. Leipzig, Hirzel. 

Inh.: V. Gabritſchewski, Die elektr. Radiographie. — A. 
Schmidt, Ueber die Radioaktivität einiger Süßwafferquellen des 
Zaunue — J.J. Taudin Chabot, Gine neue Radiation oder eine 
neue Emanation.3. — ©. Maifel, Zur Theorie ungedampfter elektr. 
Schwingungen. — M. Jtlé, Ueber die Bezeichnungsweife der Empfind« 
lichkeit eines Balpanometerd. — A. HSendmweiller, Magnetoftriftion. 
— Y. E. Kefter, Der SouleThomjon:Erjeft in Kohlenfäure. — 8. 
v.Wefendonf, Zur TIhermodynamit. — G.W. U. Kablbaum u. 
M. Sterffend, Ueber die fpontane Einwirkung von Metallen auf 
die emyfindlihe Edicht photograph. Platten bei Bermeidung jedes 
direkten Kontaftes. 


Rechts⸗ und KAtaatswiſſenſchaften. 

Mommsen, Theodor, Gesammelte Schriften. I. Abteilung: 

Juristische Schriften. 1. Band. Berlin, 1905. Weidmann. 
‘VII, 479 S. Gr. 8. mit 1 Bildn. u. 2 Taf) 4 12. 

Dem Plane, feine zerjtreuten Abhandlungen gefammelt 
herauszugeben, war Mommfen fchon bei feinen Lebzeiten 
näher getreten, und in feinem Teftament vom Jahre 1902 
betraute er, falls er felbft nicht mehr die Aufgabe Löjen 
fönne, Bangemeifter (der dann freilig no vor Mommfen 
verftarb) und Dtto Hirichfeld mit der Edition. Ja mit der 
Sammlung der juriftiihen Schriften machte M. noch felbt 
in demfelben Jahre mit Unterftübung von Bernhard Kübler 
den Anfang. Der erfte Band follte die von ihm behandelten 
antifen Gefegesterte mit den Kommentaren enthalten, der 
zweite die Abhandlungen über römische Zuriften und römijche 
Gefegbücher, der dritte die fonftigen Beiträge zur römijchen 
Nechtsgeihichte. Sm Dezember 1902 begann der Drud des 
eriten Bandes, für mweldhen M. inzmwilhen die zeitlih am 
meiften zurüdliegenden Gejehesfommentare neu zu bearbeiten 
begonnen Hatte, geriet aber Schon im Mai 1903 ing Stoden, 
und der einerjeitS Durch Augenleiden behinderte, andrerjeitd 
durch die Uusgabe des Codex Theodosianus ganz in Anjprud) 
genommene Gelehrte, fam big zu feinem am 9. November 
1903 erfolgten Tode nicht mehr dazu, an der Sammlung 
fortzuarbeiten. So hat denn die Vollendung des Wertes 
dem früheren Hilfsarbeiter Kübler übertragen werden müjlen. 
gür den erften, jet vorliegenden Band fanden fih in M.3 


— 1905. 436. — Literarifhes3 Zentralblatt — 4. Februar. — 


212 


Nacdlafje ziemlich umfangreiche aus dem legten Lebensjahre 
des Berf.d ftammende Zufäbe zu dem Kommentar für Die 
Stadtrechte von Salpenfa und Malacca vor, die wie die von 
M. jelbft zur Lex Repetundarum gemadıten Zufäge als 
folde durch Klammern im Abdrude bemerklich gemacht worden 
find. Dagegen bat fih der Hrögbr. für die übrigen Ab- 
handlungen mit Reht darauf beichränft, die Zitate nachzu⸗ 
prüfen, bezw. nach den neuen Fritiihen Editionen umzuge- 
ftalten, die jeither erjchienene Literatur anzugeben und auf 
die Berichtigungen Hinzumeilen, welche die in den Abhand- 
{ungen ausgeiprochenen Anfichten teild von M. felbft in 
ipäteren Schriften, teil3 anderwärts gefunden Habe. Denn 
nah der ausdrüdlichen Erflärung M.3 war ed weder feine 
Ubfiht, alle feine Abhandlungen in die Sammlung aufzu- 
nehmen (da8 als „ephemer und zur Wiederholung ungeeignete“ 
folte auggefhieden werden) noh „geradezu Fehlerhaftes und 
Befeitigtes" wieder abzudruden. Küblerd Zufäge find wie 
die von M. felbft zur Lex Repetundarum herrührenden in 
edige Klammern eingeichloffen. — Der vorliegende Band ent- 
hält 16 Abhandlungen des jchon oben charalterijierten Inhalts. 
(Gë Tonn nicht Aufgabe diefer Anzeige fein, kritiich auf die 
einzelnen Abhandlungen, die ja im wejentlicden unverändert 
geblieben und fchon Längft in ihrer wifienfchaftlichen Be- 
deutung gewürdigt find, einzugehen. Wir müffen ung damit 
begnügen, dem Lejer mitzuteilen, was er in diejem erften 
Bande vorfindet. Aus dem Corpus inscriptionum find auf- 
genommen: die Lex Repetundarum (mit Erweiterungen durch 
M.), die Lex Agraria und die Sententia O. M. Minuciorum 
inter Gennates et Viturios; au8 der Ephemeris epigraphica : 
Lex municipii Tarentini, Lex Col. Genetivae und Rap. 61 
bis 82 desjelben Geſetzes. Aus den Jahrbüchern des ge— 
meinen Rechts: Ueber den Inhalt des rubriſchen Geſetzes; 
aus dem Hermes: Ein zweites Bruchſftück des rubriſchen 
Geſetzes; aus dem Bormannhefte der Wiener Studien: Zu 
C. I. L. XI, 1146; aus den Abhandlungen der Sächſiſchen 
Geſellſchaft der Wiſſenſchaften: Die Stadtrechte der latiniſchen 
Gemeinden Salpenſa und Malacca (mit Ergänzungen von 
Mommſen); aus den Abhandlungen der Berliner Akademie: 
Zwei Sepulcralreden aus der Zeit Auguſts und Hadrians 
und Aegyptiſches Teſtament vom Jahre 187 n. Chr.; aus 
der Beitidrift der Savigny-Stiftung, Rom. Abt.: Teftament 
des ©. Longinus Caftor, Negyptiiher Erbichaftsprozeß aus 
dem Jahre 124 n. Chr., Aegyptifcher Erbichaftsprogeß vom 
Jahre 135, Aegyptiiche Papyri. Der vortrefflich ausgeftattete 
Band it mit einem vorzüglichen Bildnifje des Verfaſſers 
geſchmückt. 


Petrakakos, D., Die Toten im Recht nach der Lehre und 
den Normen des orthodoxen morgenländ. Kirchenrechts und 
der Gesetzgebung Griechenlands. Leipzig, 1%. Deichert 
Nacht (XIX, 248 S. Gr. 8) 4# 6. 


Ie mehr die fanoniftiiden Studien an den deutichen 
Hodhfehulen in den Hintergrund treten, um fo erfreulicher 
ift der Aufichtwung, den dieje Wilfenfchaft außerhalb Deutich: 
lands, peziel in Italien und in Sranfreich genommen Dot, 
Dielen Ländern beginnt Griechenland fich anzureihen. (Wir 
erinnern A. B. an die jchönen Arbeiten von Nhallis.) Und 
zwar ift Dies nicht zum geringsten der Einficht der griechiichen 
Staatdregierung zu verdanken, welche die Bedeutung eines 
genügend fanoniftiich geichulten, auf dem Boden des Staates 
ftehenden juriftiichen Nachwuchjes erfannt hat. Diejer Einficht 
verdankt indirekt auch die vorliegende Urbeit ihre Entitehung. 
Eine recht tüchtige Eritlingsarbeit, die mehr Hält, als ihr 
Titel veripridt. Denn nicht nur die fpeziellen Normen des 
ortHodoren morgenländiichen Kirchenrecht8 und des griechiichen 
Staate3 werden zur Darftellung gebracht, fondern der Berf. 





213 


bat ý auch bemüht, durch Hereinziehung der gefamten 
einfchlägigen deutfchen und franzöfiihen Literatur feiner Ar- 
beit eine breite, wiflenjchaftliche Bafis zu geben. Beftattung 
und Beftattungsrecht, dag Redt der Gräber und das Recht 
des Leihnams, das find die drei Hauptpuntte der Darftellung. 
Wenn bei der Eigenart der Dlaterie auch viel Rulturhifto- 
rifches mit unterläuft, fo ift Doch die Schilderung der alten und 
neueren griedifchen Sitten nicht nur im allgemeinen, ſondern 
auch fpeziell für den Auriften beachtenswert, und das um fo 
mehr, al gerade bier Sitte und Recht häufig genug enge 
nebeneinander wohnen. 


Handbuch der Wirtschaftskunde Deutschlauds. Hrsgb. im 
Auftr. des deutschen Verbandes f. d. kaufmänn. Unterrichts- 
wesen. IV. Bd. Leipzig, 1904. Teubner. (VII, 7488. Lex. 8. 
mit 1 Karte.) .# 18. 

Mit dem Erfcheinen des vierten Bandes zu Ende des 
Vorjahres ift dad Handbuch der Wirtichaftsfunde in feiner 
erften Auflage vollftändig geworden. Ueber die Neichhaltig- 
teit feines Inhaltes gibt bereit3 die nachitehende Weberficht 
der Aufläe, welche fich in diefem Band finden, Aufſchluß. Cin- 
leitung: R. van der Borght, Ullgemeiner Ueberblid über bie 
Bolkzwirtihaft Deutichlands. I. Handel. 1) Kreuzlam, Groß- 
handel; 2) Rode, Kleinhandel; 3) &. Hölfcher, Buch⸗, Kunſt⸗ 
und Mufifalienhandel; II. £. Brämer, Verfiherungsmefen. IH. 
Berfehr. 1)5.W. R. Zimmermann, Der Landverkehr. 2) Man: 
nih, Poft, Telegraphie und Ferniprechweien; 3). Kurs, Die 
Binnenſchiffahrt; 4) 2. Boyjen, Die Seeidhiffahrt; IV. Kreuz 
tam, Baft:, Shantwirtihaft und Hotelmeien. V. € Schwente, 
Da3 Geld- und Kreditwefen. VI. Bejondere Einrichtungen 
im Dienfte der Landwirtichaft, der Gewerbe, deg Handels 
und des Verkehrs. 1) Ernft Bödeler, Organifationen und 
Einrichtungen der Landwirtfhaft; 2) Thilo Hanıpfe, Organi- 
fationen und Einrichtungen des Handwerks; 3) W. Schmidt, 
unter Mitwirkung d. H. Kreuzkam u. Teegmann, Organi: 
jationen und Einrichtungen des Handels; 4) Kreuzfam, Or- 
ganifationen und Einrichtungen der Jnduftrie; 5) W. Schmidt, 
Einrihtungen für den Eifenbahnverfehr, 6) Teebmann, Cin- 
rihtungen für die Seeſchiffahrt; 7) W. Schmidt, Einrichtungen 
für die Binnenſchiffahrt. Es liegt auf der Hand, daß die 
Beiträge der zahlreihen Mitarbeiter durchaus nicht gleich 
mäßig uud nicht von demfelben Werte find. So hervorragend 
beifpieläweife die Einleitung van der Borght3 zu bezeichnen 
ift, zu fo vielen Ausftellungen gibt die Darftelung Brämers 
über da3 Berjicherungswefen Anlaß; bedauerfich ift, daß eine 
Reihe von Aufläten bereit3 vor mehreren Jahren fertigge- 
ftellt und nicht auf die neuefte Zeit gebracht worden ift. 
Defien ungeachtet verdient auh diefer legte Band die An- 
ertennung, welde wir bereits bei Befprehung der übrigen 
drei Bände an diefer Stelle zum Ausdrud gebracht haben. 
E3 ift nicht daran zu zweifeln, daß das Handbud) der Wirt- 
Ihaftsfunde Deutichlands ein Standard Work insbejondere 
für die Studierenden unferer Handelshochichulen werden 
dürfte und das für diefe neuen Hochfchulen bedeuten wird, 
was das Handwörterbuh der Staat3wiflenichaften für die 
Studierenden ber Univerfität ift. 


Eiſenbahnrechtliche EENS und Abhandlungen. Hreg. 
von ©. Eger. 21. Band. 2. Heft. 

Inh.: M. Reindl, Haftung der Eifenbahn bei Beförderung dee 
QButs in offenem Wagen. — L. Calmar, Der Artikel 6 lit. 1 ded 
internat. Uebereintommensd über den Eifenbahnfradhtverfehr, betr. dic 
Angabe u. Wahl ded XTrandportiweged vor dem Forum der nädhften 
Revifiondkonferenz. — Sendpiehl, Die nadträgl. Annabmebereit- 
ſchaft des El Din beim Frachivertrage. — W. Boethke, Der 
Dienſtvertrag der Beamten ber Privateiſenbahnen (Haupt⸗, Neben⸗ u. 
Keinbahnen) in Preußen. — ©. Eger, Beiträge ar Erläuterung 
de& preuß. Enteignungdgefeped v. 11. Juni 1874. 4) Die fehsmonati. 
Strit zur Befchreitung ded NRechtöwegs nah Zuftellung des Entichä- 


— 1905. 36. — Biterarifdes Zentralblatt — A. Februar. — 


214 


SE — M. Boldfhmied, Die Anwendung 
des DBerbanddreglementd gegenüber abweichenden Beflimmungen der 
Lofalreglemente. 


Yahrbud) für Gefepgebung, Verwaltung und Bolköwirtfhaft im 
Deutihen Reich. Hreg. von G. Schmoller. 29. Zahrg. 1. Heft. 
Leipzig, Dunder u. Humblot. 


Snh.: ©. Cohn, Ueber die Fakultäten, deren Bereinigung und 
Trennung. — %.ZTönnies, Zur naturmwiffenfhaftl. Gefellfhaftslehre. 
— ©. Heig, Gloffen zu den bisherigen Volldzählungen im Deutichen 
Reich. 2. Stud. 1. — %. Somary, Befteuerung u. Entwidelung der 
Snduftrie » Altiengefellihaften in Defterreihd. — W. Naudé, Die 
brandenburg.-preuß. Getreidehandelspolitit von 1713—1803. — RN. 
Winters, Zur Organifation des füdruff. Getreide-Erporthandels. — 
E.MoIl, Die preuß. Alaunyütteninduftrie u. das Alaunfyndilat von 
1836—1844. 1. — 8. Bräuer, Unternehmerverbände in Belgien. 
Das Recht. Hrég. v. H. Th. Soergel. 9. Jahrg. Nr. 1. Hane 

nover, Helming. 

Inh.: Reinhard, Der Einfluß d. öffentl.-rechtl. Unfallverfiche- 
tung auf die zivilrehtl. Schadenerfagflage. — Rotermund, Wird 
dur Verurteilung zu Gatiernung aus d. Heere od. zu Dienftentlafjunga 
der Peniiondanfprudy beeinflußt? — Hellbah, Mängel der ver: 
fauften Sache. 


Zeitfgrift für Socialwiffenfhaft. Hrsg. von 3. Wolf. 8. Jahrg. 
Heft 1. Berlin, ©. Reimer. 


Snb.: E. Schwiedland, Die piyholog. Grundlagen der Wirt- 
fhaft. — E. Hunde, Die wirtfchaftl. Befämpfung der Tuberkulofe. 
— ®. Sharling, Der nord. Berein für gemeinfamcd öfonom. 
Wirken. — Frhr. v. Zedlig-Neufirdh, Bureaufratie. 


Zentralblatt f. freim. Serichtöbarkeit u. Notariat fowie Zwangdver- 
fteigerung. Hrög.v.A.Robe. 5. Jahrg. 14. Heft. Reipzig, Dieteridh. 
Snh.: Landauer, Zum Berteilungdverfahren Fei Zwangsver— 
waltungen. — Strübe, Die Eintragungsbemwiliigung i. ©. des $ 19 
der Srundbuhordnung — Dennler, Hat die Berfündung einer Ber: 
fügung von Todeöwegen auch bei Nihtanwefenpeit von Beteiligten 
zu erfolgen? 


Mandäischer Dikan nach photogr. Aufnahme von Dr. P Poert- 
ner mitgeteilt von Julius Euting. Strassburg, 1904. Trübner. 
98. 4. u.1 Taf! 410. 

Der Verf., der (hon vor mehr alg vierzig Jahren De- 
gonnen hatte, alle in Europa befindlichen mandäifhen Hand: 
idriften au fopieren, war im Sabre 1869 in Rom nicht in 
der Lage gewejen, Einfiht in unfern Diwan zu nehmen, 
der um die Mitte des 17. Jahrh.3 von dem Karmeliterfrater 
Soynatius a Sefu nad) Rom gebracht wurde und dort bis 
auf den heutigen Tag in der Propaganda Fide aufbewahrt 
wird. Seht Iegt er und die mandäifhe Rolle in durd 
Lichtdrud vervielfältigten Photographien vor, die Herr Di- 
vifionspfarrer Dr. Börtner aufgenommen hat. Die Benugung 
de3 Diwang ift aber erfchwert durch allerlei Umſtände: 
einige der Beifchriften (3. B. bei Nr. 42 fg.) find fo Hein 
herausgefommen, daß fie wohl faum nod Tejerlidh find. 
Dann wecdjelt der Maßſtab der Photographien (e3 find 23 an 
der Zahl) ziemlich ftark, und fchließlich pafjen fie niht genau an- 
einander. So wiederholen fich zwischen Blatt 5 und 6 24 Beilen, 
zwifchen BL. 6 und 7 13 Beilen, BI. 18 ift ganz überflüflig zc. 
Undrerjeit3 fcheinen fi auch Heinere Lüden zu finden. 
Ref. Hält es deshalb für wünjchensiwert und wagt e3 die 
Bitte auszusprechen, daß der Altmeifter der ſemitiſchen Pa— 
läographie ung neben diefer photographiichen nod) eine auto- 
graphierte Edition des Dimans Ichenken möge, zumal einige 
Stelen auh durch Alter und Näffe (?) gelitten haben, jodaß 
eine endgültige Lejung nicht immer möglih ift. Was den 
Inhalt diefes „toftbaren Diwang und der glänzenden Leuchte“ 
anbelangt, ſo iſt es eine Darſtellung der zukünftigen Welt. 
Es iſt eine Reihe von ſehr kindlichen Zeichnungen (wie ſie 
ſich ähnlich als Verzierungen auf Schmiedearbeiten der Man— 


215 


däer, faft alle Mandäer find Kupfer- oder Silberjchmiede, 
noch heute vorfinden) mit Beifchriften (3. B. Nr. 8: diejes 
ift das Bild des Hajal, der das Steuer hält :c.), die zuweilen 
von einem längeren Tert unterbrochen find. Nadh dem Mond- 
und Sonnenjdiffe famt Befagung folgen Adam, Eva und 
Bilder aus der Hölle. Bejonderd Mohammed, Fatme und 
die Anhänger feiner Lehre werden dort in ftrengem Gewahr- 
fam gehalten. Dann paffiert man Höllenhunde, Schlangen, 
Tiger und ähnliches Höllengetier. Man gelangt nun an einen 
Baum, von dem die Heinen, noch vor der Taufe gejtorbenen 
Kinder effen, um fi zum Lichte emporarbeiten zu können. 
Die Seele gelangt ferner zu Schiff zum Paradieje, da3 von 
vielen Heiligen bevölkert ift. Dort wird auf der Wage ihre 
Seele gewogen, ob fie würdig ift, im Lichte bleiben zu dürfen. 
Ganz zu oberft befindet fi) der Thron, auf dem Gott ferbft 
figt und ridtet. 

Bildliche Darftelungen finden fih in mandäifhen Terten 
übrigen? außer den von Euting ©. 3 angegebenen nod) 
bei Pognon, Coupes de Khouabir Nr. 4; 8, 14; 15 und 
in den eine Fülle neues, fpeziell aud modern manbäifches 
Material bietenden Livres et Manuscrits en écriture Man- 
daite ©. 257; 262 des Herrn de Morgan, die mir durch) 
die Güte des Hrögbr. 3 (dhon jegt vorliegen. Heren Geheimrat 
Euting gebührt für diefe neue mandäifche Publifation unfer 
allerwärmfter Dant. B. M. 


gr Flacci declamationes ed. Georgius Le eh ner t. Leipzig, 
1 Teubner. (XXII, 64 S. 8.) 

Der von Borghefi ohne zureichende Gründe mit dem consul 
suffectus deg Jahres 96 n. Chr., M. Calpurnius Flaccus, 
identifizierte Nhetor wird gewöhnlich in die Hadrianifche 
oder antoninifche Zeit gejebt (BrzoSta bei Pauly-Wifjoma III 
1371 fg.; M. Schanz, Geſch. d. róm. Lit. III? 162 fg.). 
Die erhaltenen Auszüge aus feinen Deflamationen, die ganz 
den Geift der Rhetorenjchule atmen, wie er und aus dem 
Werte des älteren Seneca und den Duintilians Namen tra: 
genden 1lebungsreden befannt ift (befonders gejchmadvoll 
©. 33, 18 fg. »tu enim, puella, quid passa es? virginitate 
caruisti. sollemne in his damnum, ut non dixerim votum«), 
gehen auf die erzerptorifche Tätigkeit eines Unbekannten zurüd, 
der fich Auszüge aus 10 rhetores minores anlegte. Unter 
den vom neueften Hrögbr. benutten Hdjchrr. ragen an Güte 
und Alter die Bruchftüde des Montepeljulanus (école de 
médecine H 126 saec. X) hervor, an zweiter Stelle rangiert 
der Chifianus H. VII 261 saec. XV, an dritter der dem 
gleichen Sahrhundert angehörende Monacenfis 309. ©. 40 fg. 
ein index legum und ein index verborum. Jn Iebierem 
fehlt ©. 47 s. v. »debere« die Stelle ©. 22, 23. C. W-n. 


Panconcelli-Calzia, G ., De la nasalit6 en italien. Avec 
98 illustr. (These.) Paris, 1904. Institut de laryngologie et 
orthophonie. (118 S. Gr. 8.) 

Der Berf. unterfuht nad der Rouffelotichen Methode 
mit Snftrumenten, die er genauer bejchreibt, die Najalierung 
im Stalienifhen. Er hat feine Beobachtungen an zwölf Per- 
fonen aus den verichiedeniten Gegenden und aug den verjchie- 
denften Ständen Staliend gemadht und kommt zu fehr inter: 
effanten Ergebnifien. Jm Stalienifchen find weit mehr Nafale 
vorhanden, al3 man anzunehmen geneigt wäre, fie find aber 
in ihrer Entwidlung weit weniger vorgeichritten als im Fran- 
zöfifchen. Nach einander unterfucht Panconcelli-Galzia die 
Wirkung der Nafale auf Volale und auf Konfonanten, die 
Nafalierung der nichtnafalen Konfonanten, die Najalierung 
der Endvofale und den vollftändigen Fall des Nafals, NN 
fein Aufgehen in den vorangehenden Nafalvofal. Bejonders 
hervorgehoben fei die Erklärung der Angleichungen mb) mm, 


— 1905. 6. — Literarifhesd Bentralblatt — 4. Februar. — 


216 


nd) on, tm, dm) mm im Stalienifchen und die des ne 
von n bor f, v, s im Lateinifchen. 


Luick, Karl, Deutsche Lautlehre. Mit bes. Berücksichtigung 
der Sprechweiso Wiens u. der österreich. Alpenländer. Leipzig 
und Wien, 1904. Deuticke. (XII, 193 S. Gr. 8.) æ 2, 50. 

Wie der Titel andeutet, vertritt der Verf. nicht die Cin- 
heit3ausfprache der Bühne im gewöhnlichen Verkehr. Sein 

Buch war dringend notwendig, um die Beittebungen ber 

Berliner Ausfprahelommijfion, der auch Quid angehörte, ing 

rechte Licht zu eben. ` mm eriten Teil wird nicht weniger 

als eine volljtändige Phonetik in außerordentlich Harer Dar: 
ftelung gegeben. Eine Reihe feiner Beobadtungen macht 
da3 Buh auh für den Yahmann anziehend. Die nord: 
deutfche Aussprache, fait fich dedend mit der „Bühnenfprache“, 
wird durchweg berüdjichtigt, aber zunächjt werden die Laute 
der gebildeten öfterreihiihen Umgangsiprache beichrieben. 
Im zweiten Teil wird dann unterjucht, wie weit die öfter- 
reihifchen Laute big auf weiteres nod) zuläffig feien, wie 
weit man fie den norddeutichen (oder nicht öfterreichijchen) 
nähern oder durch fie erjegen tönne oder müffe. Der Berf. 
bleibt fich deffen bewußt, daß die örtliche Ausipracdde ein 
natürliches und gefchichtliches Recht befite, daß zu ftramme 

Ausgleicherei zu feinem wirflidden Ergebni3 führe. Noch ein 

paar folde „LXautlehren" aus dem Südmelten, aug Mittel- 

und Nordweitdeutichland, und die Richtung der Uusipradje- 
verbefjerung wird gewonnen fein. -nn- 


Marbacher Schillerbuch. Zur — Wiederkehr von Schillers 
Todestag hrsg. vom Schwäbiſchen en 
Eotta Nadf. (X, 3806. Ver 8) Geb. M7, 50 


Beröffentlichungen ded Shwäh. Schillervereind. Hrg. v. O. Günther. I. 


Wie viele literarifhe Jeftgaben der 9. Mai auh Hervor- 
rufen mag, fo wird der vom Mufeum feiner Geburtsftadt ver- 
anftaltete Sammelband doh immer eine der wertvolliten 
Spenden zu Schiller3 Hundertitem Todestage bleiben. Zwar 
an ungedrudten Schriftjtüden Schillers jelbjt enthält der Band 
nur drei Briefe (S. 330. 346. 347) an Lotte, Huber, Roğlig 
und da3 wertvolle, von Guftav Kettner erläuterte Fakjimile 
des dramatiihen Entwurfes „Das Schiff“. Wie aber Die 
Sammlung von Erich Shmidt eingeleitet wird dur Humboldt3 
gehaltvolle Klage über den Tod feines Freundes, die fih an 
Frau von Staël richtet, fo finden wir auch weiterhin Briefe 
von Wilhelm v. Humboldt, Aphorismen aus Karoline v. Wol- 
zogens Nachlaß, Briefe von Wieland, Voß, Schröder, Iffland 
und von Herder, deffen Verhältnis zu Sch. von Otto 
Harnad erörtert wird. Berichtet Sch.s Iebier Nachfomme, 
Freiherr v. Gleichen-Rußmwurn von den intimen Reizen des 
Schillermujfeums auf dem fräntifhen Schloffe Greifenftein, 
jo gibt Paul Weizjäder eine Vorprobe feiner Sch.-Skono- 
graphie in der Unterfuchung über die von Chriftophine Rein: 
wald verfertigten Bildniffe ihres Bruders. Rud. Krauß 
vermochte Weltrichd Forfcyungen über die Ludwigsburger 
Schuljahre zu ergänzen, Berthold Pfeiffer jchildert die Räume 
der Militärafademie, Herm. Bilcher ftelt unter Quellen- 
prüfung die auf Sch. bezüglichen Teile in Herm. Kurz’ Ichwä- 
biihem Geihichtsroman zufammen. Für Schubart und Hölder: 
fin erhalten wir Charafteriftifen von Wohlwill und aus 
Sr. Th. Viſchers Nachlaß. Entbehrlihe Zujammenftellungen 
von Yeußerungen Sch.3 über feinen Dichterberuf und über 
da8 Friegerifche Element in feinen Werken unternahmen Bau- 
meter und Pfilter, wie auch Weitenholz' Vergleich zwiichen 
Macbeth und Wallenftein nicht einmal völlig zutreffend bes 
reit3 öfter Gefagte3 wiederholt. Dagegen erhebt fih Theobafd 
Bieglerd Unterfuhung über „Freiheit und Notwendigfeit 
in Sh.3 Dramen“ zu einer ganz vortreffliden Löfung der 


Stuttgart, 1905. 


217 





Trage über den Unteil der Schidfalsidee im „Wallenftein“. 
Bieglerd Beitrag dürfte als der bedeutendfte des ganzen Sammel- 
bandes gerühmt werden. Jm Gegenfağe dazu haben Berthold 
Auerbahs Aufzeichnungen über den Tell kaum den Abdrud 
verdient; ungleich beachtenswerter find Adolf Freys Nachweife 
über Anregungen, die Sh. von Matthijong Gedichten für ben 
„Tell“, das Berglied und den Spaziergang empfangen bat. 
Adolf Bartel3 hätte man nach den maßlojen Ausfällen feiner 
Lit.Geſch. gegen Eh. und das Keltifche in deffen Dramen 
nicht als Teilnehmer einer Schiller-Ehrung erwarten follen. 
Wenn Bartels fih diesmal in der Beurteilung von „Ech.3 
Theatralismus“ auch Mäßigung auferlegte, fo findet er den 
„Lichterpolitifer" doch nur „auf einer der Zwifchenftufen 
zwiichen wahrer dramatiicher Kunst und dem Theatralismus“ 
ftehend (S. 160). Wie man den überquellenden Dichter: 
fhwung in die engen Grenzen der theatralifchen Notiwendig- 
feit ohne Echädigung einleiten tann, dafür gibt Eugen Hi 
liang Begründung feiner ausgezeichneten Bühnenbearbeitung 
des „Ton Karlod" ein prächtiges Beilpiel. Kilian Hat 
zweifellos recht mit feinen Anlagen de3 Theaterichlendriang, 
der an einen in der zweiten Hälfte ganz unverjtändlichen 
Karlos gewöhnt hat. E3 wäre eine wirkliche Schiller-Ehrung, 
wenn die deutjchen Bühnen Hatt des finnlos verftimmelten 
Werkes oder des törichten Experiments der Verteilung auf 
zwei Ubende doc) die bereit3 erprobte Bearbeitung deg Karls- 
ruber Dramaturgen (Reclam Nr. 4569) annehmen möchten. 
Für CH.3 Balladendihtung und Balladentechnit haben Lig: 
mann und Bulthaupt zwei Auffäbe beigeiteuert, die man 
befonders für die Behandlung der Balladen in der Schule 
beachtet jehen möchte. Q. Geigers Beitrag „Sch. und Di- 
derot“ ijt vor allen der Unterfuhung von Sch.3 Ueberjegung 
des „Beilpiel3 weiblicher Rache” gewidmet, maht aber aud) 
aufmerffam auf einen erft nad Ch.3 Tod befannt gewor: 
denen dramatiihen Entwurf Tiderot3, der fih mit dem Stoffe 
der „Bürgichaft“ berührt. — Befondere Erwähnung verdienen 
Die vier Beiträge amerikanischer Foricher: Kuno Frande, Lear: 
ned, Otto E. Schneider, ternande Richter, die fhon an 
béi Beugnifie von dem großartigen Fortwirfen des fchwä- 
biſchen Dichters in der internationalen Kulturmwelt bilden. 
Und wieder werden wir in die traulich treue Familienenge, 
aus welcher diejes heroifche Wirken hervorging, geführt, 
wenn Frig Jonas uns des Dichter? Schwiegermutter Quife 
von Lengefeld fchildert, Peterfen aus Lottes fpäterem Brief: 
wechſel mit dem Verleger Cotta Proben mitteilt. Dem 
reichen jchriftitelleriichen Erträgniffe der Abhandlungen haben 
nun die Marbacher Diufeumsleitung und die Verlagshandlung 
in 78, zum Zeil erftmalig zugänglich gemachten Abbildungen 
von Schilleritätten, feinen und feiner Freunde Bildern, Fat- 
fimiles einen prächtigen fünftlerifhen Rahmen gefchaffen. 
Freilich ift auf manden Seiten die Lejung etwas erichwert, 
wenn eine größere Beilenanzahl durd) das in ihre Mitte 
gefillte Bild auseinandergezerrt wird. Aber gerne nimmt 
man bie Fleine Unbequemlichkeit hin und erfreut fih bont, 
bar an dem Ehrendentmal, mit dem der Schwäbildhe Schiller: 
verein die geplante Reihe feiner größeren „Beröffentlichungen“ 
(Heinere Beiträge waren bereits in feinen acht Rechenichafts- 
berichten erjchienen) auf mwürdigfte eröffnet hat, wenn aud 
auffallender Weife gerade die hervorragenditen Schillerforſcher 
wie Weltrich, Minor, Bellermann, Ernſt Müller in dem 
Kreiſe der Mitarbeiter fehlen. M. K. 


zn Forfchungen. Hrög. v. K. Bollmöller. 16. Band. 

3. Heft. Erlangen, Junge. 

Snb.: M. Huber, Visio Monachi de Eynsham. Zum crften 
Male frit. berausgeg. — P.Marchot, Etymologies. — R. Jor- 
tan, Berod von Neele’d nt Inhaltsangabe ju einem Sammel- 
coder. Mit Einleitung u. Slofjar zum erften Dale herausgeg. — J. 


— 1905. 6. — Literarifhes Zentralblatt — 4. Februar. — 


218 
Ruzi, Die futfelvischen Dialekte (Lautichre). — A. Reiff, Hiftor. 
Formenlihre der Dialekte von Bournois-Beſançon. 


Miscellanea di studì storici e ricerche critico - bibliografiche 
‘sul Petrarca), raccolta per cura della società storica lom- 
barda, riccorendo il sesto centenario dalla nascita del poeta. 
Milano, 1905. Cogliati. ‚370 p. con ritratto, cinque facsimili 
e due tavole. 8.) j 


Sommario: I. Studî storici: F. Novati, Il Petrarca e i 
Visconti. — P. de Nolhac, Pétrarque à Bologne an temps 
d'Azzo Visconti. — A. Annoni, Il Petrarca in villa: nuove 
ricerche sulla dimora del poeta a Garegnano. — IL Ricerche 
eritico-bibliografiche: H. Cochin, Le texte des »Epistolae de 
rebus familiaribus« de Pétrarque d'après un ms. de la Biblio- 
thèque Nationale de Paris. — F. Novati, Chi e il postillatore 
del codice Parigino? — R. Sabbadini, Le »Periochae livianae« 
del Petrarca. — F. Novati, Un esemplare visconteo dei » Psalmi 
poenitentialese. — A. Ratti, Ancora del celebre cod. ms. delle 
operc di Virgilio giå di Francesco Petrarca ed ora della Biblio- 
teca Ambrosiana. — F. Novati, Un’ epitome poetica de >De 
viris illustribus« scritta nel quattrocento. — E. Motta, Il Pe- 
trarca e la Trivulziana: spigolature bibliografiche. — C. Fo- 
ligno, F. Motta, F. Novati e A. Sepulcri, Spoglio dei 
codici manoscritti petrarcheschi esistenti nelle Biblioteche 
Ambrosiana, Melziana, Trivulziana, nell'Archivio Visconti di 
Modrone, nell’ Archivio Capitolare Arcivescovile. Catalogo di 
tutte le opere petrarchesche a stampa esistenti nelle Biblio- 
teche Melziana e Trivulziana. 


KRunſtwiſſenſchaft. 

Luckenbach, H., Kunst und Geschichte. I. Teil: Abbildungen 
zur alten Geschichte. D. vermehrte Auflage. ansich 
1904. Oldenbourg. (96 8. Lex. 8.) .# 1, 50; geb. .# 1, 80. 

Mit groper Freude müffen wir eine neue Auflage von 

Luckenbachs ausgezeichnetem Buche „Kunſt und Geſchichte“ 

begrüßen. Iſt doch die Kunſt in erſter Linie geeignet, dem 

Schüler Verſtändnis für griechiſches Weſen zu erſchließen und 

Begeiſterung dafür zu erwecken. Befindet ſich erſt L.s Buch 

in den Händen aller Schüler (etwa von Quarta aufwärts), 

und das iſt doch wohl der Gedanke des Verf.s, ſo darf man 
mit Sicherheit eine Vertiefung der äſthetiſchen Bildung unſerer 

Schüler erwarten; nicht nur auf den Gymnaſien. Gerade 

bei Realſchülern, denen die Beſchäftigung mit der antiken 

Literatur fehlt, wird die Kunſt als alleinige Vertreterin der 

Antike um ſo tiefer wirken. Schon die dritte Geſchichts- 

ſtunde in der Realquarta läßt ſich mit Erfolg in dieſer 

Richtung verwenden. Bei der Beſprechung des Buches ſei 

es geſtattet, einige Wünſche zu äußern. Die Abbildungen 

ſind durchweg alle gut gelungen, nur einige ſind zu dunkel 
geraten, z. B. die Laokoongruppe (S. 45) und Menelaos 
mit der Leiche des Patroklos (S. 62). Die Wirkung einiger 

Bilder wird beeinträchtigt durch zu große Häufung auf einer 

Seite (z. B. S. 31, 44, 60). Die Münzen ſind durchweg 

als Randbilder gezeichnet. Vielleicht wäre es richtiger, den 

Münzen einen beſonderen Abſchnitt zu widmen. Den Per- 

gamon⸗-Bildern möchte Ref. einige Hinzufügen, z. B. die 

Gruppen der Phoibe und Hekate, die gut erhalten iſt. Ref. 

vermißt ferner eine Aphrodite-Darſtellung. Die ſtolze Schön⸗ 

heit der Göttin von Melos wird auf keinen Schüler in 
ſchlechten Sinne wirken. Ref. glaubt vielmehr, daß eine 
keuſche vornehme Darſtellung des Nackten nur von gutem 

Einfluß ſein kann. Neben den Apollon von Belvedere gehört 

vielleicht noch die Artemis von Verſailles. Von römiſchen 

Denkmälern in Deutſchland könnte noch das Moſaik von 

Nennig aufgenommen werden. Von Nutzen für das Buch 

wäre auch die Beifügung des Textes zu den Abbildungen. 

Ref. ſchließt mit dem Wunſche, daß recht bald jeder Gymna— 

ſiaſt und Realſchüler das Buch kennen und ſchätzen möge. 

H. Meyersahm. 


219 — 1905. X 6. — Literarif des 





Reil, Johs., Die frühchristlichen Darstellungen der Kreu- 
zigung Christi. Mit 6 Taf. Leipzig, 1904. Dieterich (Th. 
Weicher). (VIII, 128 S. Gr. 8) #4. 


Studien über christl. Denkmäler, hgb. v. Johs. Ficker. 2. Heft. 

Eine jehr fleißige Arbeit, ausgezeichnet durch umfafjende 
Literaturfenntnis und Beherrichung reichen Materials. Dem 
Grundgedanken der Eammlung entiprechend zerfällt fie in 
einen dogmengeichichtlichen und einen ifonographiichen Teil, 
beide natürlich auf einander angelegt: der erfte will den 
funftgefchichtlichen Befund des zweiten begreiflich machen. 
Dieſer met in Reils einleuchtender Gruppierung, von ver- 





einzelten früheften Berfuchen auf Gemmen und auf der Tür 


bon ©. Sabina (um 430) abgefehen, einen älteren und einen 
jüngeren morgenländifchen Typus auf, jener repräfentiert 
durch die Ampullen von Monza, deren Vorbilder R. an ben 
heiligen Stätten von Paläftina fucht (6.—8. Kahrh.), diefer 
u. a. durch einen Ägrifchen Silberteller (5.—6. Zahrh.), die 
Malereien der Rabbulagevangelien vom Jahre 586 (dod, 
wie R. auf3 neue erweilt, ficher übermalt) und römifche 
Gresfen vom 7.—10. Sahrh.; jener charakterifiert al3 Dar- 
ftelung der Kreuzesanbetung, ohne eigentlichen Erucifizus, 
diefer ald wohlgruppiertes Hiftorienbild mit Maria und 
ssohannes, dem Speerträger und Schmammhalter, den Mora 
jpielenden Soldaten, Ehriftus jelbft im Longen Wermelge: 
wande. Diejem Typus jchließen fich in bunter Mannig— 
faltigfeit die zahllofen Produfte der Rleinfunft in Elfenbein 
und Metall, in Miniaturmalerei und Stiderei an; auf ihn 
führt fich auch der wunderlich ftilifierte irifche Typus zurüd, 
während R. (abgejehen vom palatinifchen Spottfruzifir) einen 
abendländifhen Typus (?) nur in den Paffionstäfelchen des 
Britiichen Mufeums, in der Erwähnung eines nadten Eruci- 
fixus bei Gregor von Tours und in der Weltfarte des 
Sjidorcoder Ban Gallensis 237 nachmweifen fann. Die 
Beichreibung ift überall jehr genau, die Literatur reichlich 
verzeichnet, fieben Abbildungen erleichtern das Verjtändnis 
wejentlih. Dielen Befund will nun der erfte (verhältnis: 
mäßig zu ausführliche) Teil erklären durch die Thefe, daß 
da8 Morgenland dem SKreuzestode CHrifti ein viel größeres 
Beritändnis entgegengebracht habe al3 das Abendland, daß 
jpeziell die Syrer eine lebhafte Empfindung für da8 menfe. 
liche Leiden gehabt hätten, während die Lateiner nur ben 
deus crucifixus fahen, dem dann auch die germanischen 
Völker in dankbarer Treue fich weihten. Richtig ift hieran 
ohne Bmweifel, daß dem Abendland im erften Zahrtaufend 
noch jene Verfenfung in die Leidensgeftalt am Kreuze fehlt, 
die da8 Mittelalter charakterifiert, aber es ift Doch zu viel 
gejagt, daB das Abendland unfähig war, den Tod Chrifti 
zu begreifen. R. fieht Dier etwas durch die Brille des 
funftgejchichtlichen Befundes und lieft abendländifche und 
morgenländifche Quellen verjchieden. E3 ift jedenfalls etwas 
einfeitig, fih zur Feftftellung der Stimmung des Abendlandes 
(mit einziger Ausnahme Auguftins) an die Dichter zu halten, 
unter Sgnorierung von Männern wie Tertullian, Cyprian, 
Novatian u. a., die doch al Theologen und Prediger aud 
auf die Volksfrömmigfeit gewirkt haben. Bei den Orien- 
taten führt R. weit mehr Theologen ing Feld, abgefehen 
davon, daß auch unter den zitierten Dichtern gerade De, 
rühmte Dogmatiker fih finden, während die Tateinifchen 
Dichter zumeift nur halbchriftianifierte Nhetoren find, deren 
Anihauung gefättigt ift mit mythologifchen Bildern, beren 
Sprache zum Teil geradezu direkte Anleihen bei Heidnifchen 
Dichtern macht: ſollen dieſe wirklich die chriftliche Volksan- 
ſchauung am beſten wiedergeben? Obendrein betont Reil 
z. B. Sedulius V, 262 fg., was nichts als Anſpielung auf 
Joh. 10, 18 iſt, während er an der bedeutſamen Wendung 
V, 283 fg. vom Tod: semine vipereo culp& genetrice cre- 


| 


Bentralblatt — 4. Februar. — 220 





aris | et veniå regnante peris vorübergeht. Hiernady ift in 
Chrifti Tod die Gnade zur Herrichaft gelangt; da darf man 
doch wohl nicht von „einem völligen Unvermögen des Abend: 
(andes, dem Nreuzestode Chrifti ein direltes Heilzinterefje 
abzugewinnen” reden. Umgefehrt ift eg nur Schein, daß 
innerhalb der phylifchen Spekulation der griehiihen Theo- 
logie ein tieferes Verftändnis des Todes erwüdjje: er bleibt 
auh den Griechen ein Geheimnis, dad man nur in Kauf 
nimmt, weil e3 biblijh bezeugt ift, während die Grund- 
tendena zum Dofetismus führt. Nur die fgrifchen Theologen, 


. die fih) am meisten an die Schrift und ihre Gefchichte Halten, 


haben für das Leiden ein Verjtändnis, wie e3 andererjeits 


in nod tieferem Sinne Auguftin hat; aber aud bei ihnen 


überwiegt doh da3 Spiel mit der Baradorie: Gott — leidet. 


Sollte die Erklärung für das Auftauchen, die Wandelungen 


: Römer aufgewiefen. 
an vorhandene außercriftlicde Vorbilder zu berüdjichtigen. 





—————— — — — — ——— — — — —— — — — — — —— — — — — —— —— nn — — — — 


und Wanderungen des Kreuzigungsbildes nicht ausreichend 
in den von R. richtig betonten lokal⸗kultiſchen Verhältniſſen 
Paläſtinas gegeben geweſen ſein? Ein zweiter Faktor iſt 
von R. richtig in dem verſchiedenen äſthetiſchen Empfinden 
der Orientalen und der klaſſiſch gebildeten Griechen und 
Daneben wäre etwa noch Anknüpfung 


— An Kleinigkeiten ſei nur noch bemerkt, daß die byzan— 
tinische Kunfttragödie Xouorog € gra nicht ins 6., ſondern 
ind 12. Sahrh. gehört, in die gleiche fpäte Zeit auch die 
damit eng verwandte Rec. B der WBilatus-Alten. Das 
Aevrıov in Rec. A c. 10 hat alfo mit bem dacov xox- 
xıvov in B nicht8 zu tun: e3 ift ein Schurz wie %oh. 13, 4, 
woher e3 vermutlich ftammt. Denn gegen die beliebte Ab: 
leitung aus Bildern Spricht Hier wie bei den Namen ber 
Schäder und des Speerträgers (über die übrigens neuer: 
dings Eh. Meftle und Rendel Harris Expos. VI ser. I 
1900, 161—177 gehandelt haben), daß die literarifhe Be: 
zeugung älter ift al3 derartige bildliche Darftellungen. 
UndererjeitS ift die Heilung des Longinus durch das Blut 
Chrifti von Blindheit niht vor dem 12. Jahrh. und nur in 
abendländifcher Literatur nachweisbar, vgl. Kröner, Longinus- 
legende, 1899. Die fyrifhe Legende identifiziert ihn viel: 
mehr mit dem LZahmen vom Teiche Bethesda Joh. 5, 14 
(Salomo von Basra, Buh der Biene 44). Demnah wird 
der Blutjtrahl auf den Bildern von S. Maria Antiqua, 
©. Giovanni e Paolo und dem Evangeliar von Sankt allen 
nicht jo zu deuten fein. Xgıorog raoywv B. 1488 ift 
gegen Dübnerd Konjeltur zoonAw mit dem neueflen Her- 
ausgeber Bramb3 das überlieferte zouovAm EvAw beizube- 
halten al3 Hinweis auf die drei Holzarten im Kreuz, vgl. 
Eb. Neitle, de sancta eruce 113. Wbfürzungen wie HDG 
und SDG für Harnad und Seebergs Dogmengeidhichte Haben 
etwas hieroglyphenhaftes. Mehrfach wundert man fih, nadh 
MSL ftatt nach CSEL (üblicher al3 CSAV) zitiert zu finden. 
Das ift aber alles nebenfählid. Möge e8 dem fleikigen 
Berf. vergönnt fein, und bald mit feiner angekündigten 
Arbeit über „Bilderzyklen“ zu erfreuen. v. D. 


Stevenson, R. A. M., Velazquez. Uebersetzt und eingeleitet 
von Eberhard Frhr. v. Bodenhausen. München, 1904. 
Bruckmann. (166 S. Gr. 8. mit 23 Taf.) Æ 4. 

Dieſes Buch ift von einem Maler gefHrieben und handelt 
ausfchlieglih von dem Maler Velasquez. Für ales tat- 
ſächliche und Hiftorifche ift die Kenntnis von Zuftis Meijter- 
wert vorauggefegt. Der feinfinnige Ueberjeger erinnert an 
Hildebrands „Problem der Form”, und diejer Vergleich ift 
durchaus zutreffend. Stevenfon, der au3 der Schule ber 
Vontainebleauer und Carolus Durang hervorgegangen ift, 
jieht in Velasquez das Vorbild und den Uusgangspunft des 
modernen Smprejlionismus und ftudiert ihn wie einen ver= 


221 — 1905. 36. — Literarifhed Zentralblatt — 4. Februar. — 222 





ehrten Meifter. Mit innigfter Nachempfindung unterfucht 


l 
t 


er die Technik des Künftlers, über deren Bedeutung und | 
Würde er jchöne Worte jagt. Kompofition, Farbe, Modellierung ' 


und Pinjelführung werden geiftreich analyfiert; und auch wer 
widerfprechen folte, muß zugeben, daß hier ein Berufener 
jeine Stimme hören läßt. Es ift keine leichte Lektüre und 
himmelweit verjchieden von den jegt üblichen „Monogra: 


phien”; wer aber wirklich dem wejentlichen der Kunft näher WERTEN: Jene tungan. OOS 
Der SKunftwart. Hrögbr. $. Avenariud. 18. Jahrg. 8. Heft. 


zu fommen wünfjcht, dem fei Stevenfons Buch ala Feiertags- 
leftüre empfohlen. 


Alcan. (301 S. 8.) Fres. 5. 
Bibliothèque de philosophie contemporaine. 


Ein merfwürdiges Buch, aber ein gutes, ein fehr lefeng- 


wertes Buh. Merkwürdig, weil e3 von einem ftreng wiffen: ` 


Ihaftlihen Standpunkte aus, auf Grund einer gediegenen 
pbilojophifchen und äfthetiihen Bildung nah einem Hor 
disponierten Plane ausgeführt, fi) doc) in der Geftalt einer 
unterhaltenden Plauderei abwidelt. Der Titel des Buches ift 
irreleitend und man ijt verfudht, ihn auf die mufifalifchen 
Formen anftatt auf den Snhalt zu beziehen. Doch läßt 


Die Kunft- Halle. Hregbr. ©. Galland. 10. Jahrg. Nr. 8. 
Berlin, Harrwig Nadıf. 

"nh, ` ©. Galland, Der Kaifer u. die Kunfl. 2. — ©. $. 
Wolf, Zum Andenken an Unfelm Feuerbah (Feuerbach-Auéſtellung 
in Munden). — M.Rapfilber, Ein Hermann Preil-Werl. — Ein 
beutjcher Kunftfalon in Faris. — H. Pudor, Semper, der geiftige 
Vater ded neuen preuß. Erlafjed über die mwerfftättl. Erziehung der 


“ Handwerker u. KRunftbandwerfer. — ©. J. Wolf, Mündner Kunft- 


die Ueberjchrift des 12. Kapitel® Les conditions objectives de ` 
l’esprit musical: Rapports de la psychologie musicale et : 


de l'esthétique feinen Bmeifel über den Sinn, in welchem 
der Berf. dag Wort esprit verjtanden wiffen will. Nicht 
etwa um den Eiprit, den man den franzöfiichen Romponiften 


| 


bericht. — M. Rapfilber, Berliner Kunftfchau. 


Münden, Callwey. 
Inh.: F. Avenarius, Wie feiern wir Schiller? — J.G regori, 


Dauriac, L., Essai sur Pesprit musical. Paris, 1904. Felix ' Borlefeabende. — E. Tharl, Warum c8 der Operette fo fchledht geht? 


Mitteilungen des württembergifchen Runftgewerbevereind Stuttgart. 
1%04/1%W5. Heft 3. Göppingen, Zlig & Müller. 
.Inh.: Konr. Lange, Bernhard Pantol. — W. Klein, Dad 
wurttemberg. Mufitzimmer auf der Weltausitellung in St. Louis. 


Die Schönheit. Hrög. v. 8. Banfelow. 2. Jahrg. Heft 10. Berlin. 

Suh.: ©. Möhring, Eine alte Gefhichte. — K. Röttger, 
Schönheit u. fozialed Empfinden. — Myron, Spartanifche Erziehung. 
— MPohhammer, Ein Bejuh bei der Mode. — Sittlichkeit u. 
Sgamilienbad. — R. Sommer, Dottorinnen? — $H. Pudor, 
Moderne Gläjer. (Dit 6 Abb.) — Formgejep. — 3. Rapp, Ciniges 
über Hautpflege. 


Ter Städteban. Begr. von Th. Goede u. C. Sitte. 2. Jahrg. 
Heft 1. Berlin, Wasmuth. 
Snb.: TH. Soede, Bon den Beziehungen der Zonenbauordnung 
zum Bebauungsplane. — 3. Bartfhat, Ein Borfhlag zur Umge- 
Raltung d. Wilhelmplaped in Pofen. (Mit 1 Taf.) D Lane, 





nahrühmt im Gegenfage zur italienifchen Melodiefchwelgerei | Ausgcftaltung des Anlagenplagce an d. Balpiglerftraße in Münden. 
und der beutfchen Tiefe der Empfindung, handelt e3 fid, | (Mit 4 Taf.) — R. Stölder, Urhitekt od. Randmeifer? (Dazu 3 Taf.) 


jondern ganz einfach um den ideellen Gehalt, den Inhalt 
der Mufit überhaupt. Freilich täufcht fich der Verfafier, 
wenn er glaubt, mit feiner Definition etwas neues gejagt, 


| Ee 





einen Schritt vorwärts getan zu haben, nämlich daß die | 


Melodie die Bewegungen der Seele nadahmt (©. 298: 
la mélodie imite l'âme ... les sentiments, .. les érections .. 
les passions de l’äme; elle en imite ou reproduit les nuances 
et les rythmes, rien de moins, croyons nous, mais rien de 
plus). Dag find befanntlih faft Hanslids eigene Worte, 
welche grundlegend für den Aufbau der muſikaliſchen Aeſthetik 
der letzten 60 Jahre geworden ſind. Aber ſie gelten ſeit 
Fechner und Lotze nicht mehr für erſchöpfend; nicht mehr eine 
„Nachahmung“ der Affekte, ſondern einen direkten „Ausdruck“ 
derſelben ſieht heute die Aeſthetik in der Muſik. Ebenſo 
wie dieſer letzte Schluß bleiben auch frühere Ausführungen 
hinter den Ergebniſſen der deutſchen Muſikäſthetik zurück, 
z. B. die Behandlung des Problems der Vorſtellung der 
Tonbewegungen als Entwickelungen im Raum. Doch ſteht 
auch hier Dauriac auf gleichem Boden mit Steinitzer, Bücher, 
Lipps, indem er alle Arten der ſinnlichen Wahrnehmung 
auf allgemeines Körpergefühl (versation commune) zurückführt, 
von dem ſie nur Teile, Differenzierungen ſind. Die Grund: 
probleme der Melodik, Harmonik und Rhythmik werden 
übrigens kaum geſtreift; mit der Uebertragung von Delboeufs 
Bezeichnung des „Wortes“ als geste sonore auf muſikaliſches 
Gebiet (Phraſe) kommt Dauriac ebenfalls zu ſpät, da bereits 
vor Delboeuf Nietzſche dieſen Terminus direkt gebraucht hat. 
Doch können dieſe kleinen Ausſtellungen den Wert des Buches 
nicht in Frage ſtellen, das im Detail eine Fülle von An- 
regungen bietet und als Ganzes auf dem Standpunkte der 
heutigen Erkenntnis ſteht. H. R. 


Kunſtchronik. Hrsg. von E. A. Seemann. N. F. 186. Jahrg. 
Nr. 11. Leipzig. E. A. Seemann. 
Inh.: A. Haupt, Das Weßlarer Skizzenbuch u. der Giebel des 
Heidelberger Otto Heinrichsbaues. — F. H. Pofmann, Der Meiſter 
Anthoni des Heidelberger Kontrakts von 1668. 








— — — — — — — — — — — — —— — — 


Key, Ellen, Ueber Liebe und Ehe. Essays. Autorisierte 
Uebertragung von Francis Maro. 3. Auflage. Berlin, 1904. 
S. Fischer. (XV, 496 8. 8) GA: geb. #5. 

E3 wird in der Gegenwart nicht nur von den Vertretern 
des Nadifalismug, fondern auh von vorfichtig urteilenden 
Aeithetifern und Sozialpolitikern zugeſtanden, daß unſere we— 
niger durch die Sitte als vielmehr durch geſetzliche Vorſchriften 
aufrecht erhaltenen und kirchlich gebilligten Begriffe über die 
geſchlechtliche Sittlichkeit wie ſo viele andere ethiſche Werte einer 
eingreifenden Umgeſtaltung bedürftig ſind. Nun iſt ja aller— 
dings auch eine ſtarke Partei vorhanden, welche die ſtaatlich und 
kirchlich ſanktionierte Ehe als die allein berechtigte Grund— 
lage des Geſchlechtsverkehrs betrachtet und dieſe Inſtitution, 
da ſie angeblich im Tranſcendentalen wurzelt und ohne Zweifel 
ein Entwicklungsprodukt Jahrtauſende alter Kulturarbeit 
iſt, auch für alle Zukunft als unveränderlich und allgemein 
verpflichtend erflärt. Die Neuerer dagegen lafien alles Tran: 
jcendentale außer Betradht. Sie geben zwar zu, daß jede 
hiftoriich gewordene Einrichtung zu irgend einer Zeit unter 
gewifjen gegebenen Verhältniffen vernünftig und zmwedmäßig 
war, weiſen aber aud) darauf hin, daß alle Gebilde ber 
menfchlichen Rulturentwidlung ſich bei wejentlich veränderten 
gejelichaftlihen YBuftänden entweder been anpafjen oder 
unaufhaltfam zu Grunde gehen müfjfen. Bu diejen Neuerern, 
welche die Entwidlungslehre auh auf die höchiten Kultur 
güter der Menichheit angewendet wiljen wollen, gehört aud) 
die Verfafjerin der vorliegenden Schrift, die ſich ſchon durch 
mehrere gedanfenreiche und gemütstiefe Bücher iiber allgemeine 
Menfchheitsfragen in weiten Kreilen befannt gemadt bat. 
Sie befämpft in ebenjo feinfinniger und zartfühlender als 
entfchiedener Weife die heute allein zu Mecht beitehende Form 
ber Ehe als nicht mehr Eulturgemäß. Un ihre Stelle will 
fie eine freie, lediglich auf gegenjeitige Liebe begründete und 


223 


mit deren Erlöfchen ohne weiteres lüsbare Form der Ver- 
einigung treten laffen, welche zugleich einen freiwilligen oder 
notgedrungenen Nechtöverzicht in fih jchließt, neue Leben 
unter Bedingungen zu erzeugen, die diejelben minderwertig 
oder widerftandsunfähig im Stanıpf uns Dafein machen würbeı:. 
Ieder fol das Recht Haben, nad) eigener Wahl und auf eigene 
Weiſe mit feiner Liebe dem Ganzen zu dienen und unter 
eigener Verantwortung die Freiheit feiner Liebe gebrauchen, 
ohne von Staat oder Kirche feine Direftiven zu holen. Bon 
der fiegreihen Durchführung diejer Forderungen erwartet 
die Berfafferin ein Aufhören der Heute üblichen oft aus un: 
würdigen äußeren Nüdfichten geichloffenen Zivangsehe und 
auch der Proftitution. Sie gibt fih awar nicht der Hoffnung 
Hin, daß ihre Vorichläge [Hon in naher Zukunft allgemein 
durchdringen fünnten, aber fie will einzelne vorurteilsloje 
Paare zu entfchiedenem Vorgehen in der angedeuteten Nid)- 
tung ermutigen, und fie nimmt an, daß bereits in wenig 
Generationen die Beurteilung des Gefchlechtsvertehrs zweier 
Menſchen ſich nicht auf die Jorm ihrer Vereinigung jondern 
auf deren Folgen eritreden wird. — Das Buch gehört zu 
den beiten und Iejenswerteften, die vorn nichtmiedizinischen 
Standpunkte aus über die Probleme des Gejchledhtslebens 
geichrieben worden find. Die Darftelung überfchreitet nirgends 
die Grenzen der Wohlanftändigfeit. Nicht völlig befriedigend 
wird allerdings eine überaug wichtige Trage beantwortet, 
an der bisher alle Terfuche, die Freiheit der Liebe zum 
Siege zu führen, Schließlich doch gejcheitert find, nämlic) 
die Frage nach der Verjorgung und Erziehung der Kinder 
für den Fall, daß die nicht durd) Zwang zufammengehaltene 
Vereinigung der Eltern fih auflöft. 

Abhandlungen der Tal. Sefellichaft der Wifjenichaften zu Göttingen. 

Milologifd-hiftorifhe Klaffe. N. F. Bd. VIL Rr. å. 

Snh.: 3.Flemmingu.H.Liepgmann, Apolinariftifhe Schriften. 
Eyrifh. Mit den griebifhen Terten und einem fyriichegricchijchen 
MWortregifter. Berlin, Weidmann. (76 S. 4.) M 8. 

Chicago. The Decennial Publications. Vol. V. 


Cont.: E. D. Burton, Some principles of literary cri- 
ticism and their application to the synoptic problem. (72S. 4.) $ 1. 


Signugsberidte der f. bayr. Akademie d. Wiff. zu München. Jan. 1905. 

L Philofoppifchephilologifhe Klaffe: v. Amira, Die Handye 
bärden in den Bilderhandichriften ded Sacjenfpiegeld. (2. Hälfte.) — 
A. Srünwedel, Beriht über archäolog. Arbeiten in Idikutſchari 
und Umgebung, im Winter 1902/3. 

U. Matbematifhepboufitaliihe Klaffe: K. v. Linde, Ueber die 
Feftftellung der Dichte von gefättigten Wafferdämpfen u. des thermifchen 
Berhaltend von überhipten Wafjerdämpfen. — ©. Finfterwalder, 
Der „gefährlihe Ort” bim Rüdwärtsrinfchneiden auf der Kugel. — 
A. Korn u E. Strauß, Ueber eine Beziehung zwiiten Wanderungd:- 
geihwindigfeit und Form der Jonen. — D. Stolz, Beweis cines 
Sapesd über dad Borhundenjein ded fompleren Integrale. 

LI. Hiftorifche Klaffe: Prug, Die Autonomie des TZemplerordend. 
— Simondgfeld, Die Zufammenkunft Friedrih Rothbarts mit Papit 
Hadrian IV im Juni 1155 zu Eutri. — Traube, Palävgraphijche 
Forfhungen, V. Teil (Johanne? Scotus). 


Sigungsberichte der t. preuß. Akademie d. Wiff. zu Berlin. 


Phyfit.-mathemat. Klaffe. 1905. Nr. 2: Klein, Ueber Theodolith: 
goniometer. 

Philof.-Hiftor. Klaffe. 1905. Nr. 3: Stumpf, Erfcheinungen und 
piyhifche Funktionen. 


Univerſitätsſchriften. 
(Format 8., wo ein anderes nicht bemerkt iſt.) 
Greifswald. (Kektoratswechſel.) E. Stengel, Die Bruchſtücke 


— 1905. Æ6. — Literariſches Zentralblatt. — 4. Februar. — 


der noch ungedruckten Chanson d'Anseis de Mes aus den Archives | 
von Saint-Hubert im belgiſchen Siaatsdepot zu Arlon: L. 12, x. | 


(48 ©.) 


Friedrih LXoeffler, Chronik der Königlichen Univerfität 
Greifswald für dad Jahr 1903/1904. 


| 


— (Inauguraldif. PHilot. Fat., Deutſche Philol.) Wilhelm | 


van Aderen, Die althochdeutfchen Bezeichnungen dir septem pec- 


224 


cata criminalia und ihrer filiae. (57 ©.) — Kranz Deibel, Dora 
thea Schlegel ald Schriftftellerin im Bufammenhang mit der roman: 
tiihen Schule. (61 ©.) — Carl Dittmar, Ueber den Riederdihter 
Johann Möller, ven Orünrer der Gottfingenden Gefelfhaft zu Greifen» 
terg i P. (89 S.) — Ctto Hermann Kirhgeorg, Die didteriihe 
Entwicklung J. J. W. Zatariäd. (52 ©) — SHceinrih Yühring, 
Iheaterbearbeitungen der „Räuber“. (104 ©) — Satob Shmip, 
Die älteften Yyaljungen des deutichen Romans von den fichen weiien 
Meiftern. 1122 ©.) — (Klaff. Philol.) Ricardus Dedo, De anti- 
quorum superstitione amatoria. 495.) — (Roman. Philol.) Ludwig 
Kußmann, Beiträge zur Uererlieferung ded |„Livre des quatre 
Dames“ von Ulain Chartier. (41 S.) — (Gefd.; Walther Barthel, 
Zur GcfhHidte der römijchen Städte in Africa. (67 S.) — Hand 
Dumreje, Unterfudungen zur Gefdichte der Reformation im fteicr 
märkiſchen Bauernſtande. 96 S.) — Nationalökon. Erich Schir— 
meifter, Marlo- Winfelbleh und fein Zukunftsftaat. (46 ©.) — 
Chemie.) Otto Bürger, Ucber Zfomerien bei acetylierten Bbenyl- 
bydrazonen aromatiſcher Oxyaldehyde. (37 S. — Johannes Lipski, 
Ueber Thiophenochinone. Ein Beitrag zur Konftitution der Pheno— 
hinone (5d ©) — Dtto Schröter, Ueber Pieudophenole aus 
p-Orptripbenglcarbinol, Calicplaldehyd und o-Nitrophenol, jowie einige 
ihrer Ummwantelungeprodufte. (62 ve, mit 1 Tab.) — [Yuriit. Sat.) 
Johannes Blod, Die Vorausjegungen rer mora creditoris nad 
gemeinem "Met und tem Rehte des BS.B. für das Deutiche 
Med, BO — Friedrid Bremer, Die Sıfamtgläubigerichaft nad 
dem Rechte des B.G. B. (48 S.) — Ulriy Dummer, Die Boraus: 
ſetzungen der Kollationspflicht. (101 S.) — Hugo Ecker, Die recht— 
liche Natur des regulären und irregulären Bankverwahrungsdepots. 
69 S.) — Joſef Geide, Die Einbringung von Sachen bei Gaſt— 
wirten. (48 S.) — Alwin Släpner, Die tedtlibe Natur der Zur 
lafjung von Wertpapieren zum Börfinbandel. (78 S.) — Otto Kern, 
Die brtugte Forderung. 86 S.) — Hugo Krohn, Pergleihung ter 
gemeinrcchtl. actio Publiciana und der Aniprüde aus den SS 1006 
u. 1007 deg 8.9.3. (52 ©.) — ğrana Lange, Dag Redt trer bes 
ſchränkten perſönlichen Dienſtbarkeiten. (00 Z.) — Jehannes Lange, 
Ueber den Erwerb did Eigentums turh Aneignung nad dem B.G. B. 
§§ 958-964. 46 ©.) — Heinrid Madert, Der Einfluß der Todes- 
erklärung auf dag Familienrecht. (38 S. — Erhard Müller, Die 
rehtlihe Stellung des Findera nah gemeinem Rehte und dem Rechte 
des B.9.B. f. pb Deutihe Reih. (77 S.) — Erft Müller, Die 
Anſprüche des unbeauftragten Geichäftsführere gegen den Gejdyäfte- 
herin aus der Geichäftsführung. (43 ©.) — Johannes Noad, Die 
rechtliche Stellung des nidıt recbtetühigen Vereine. (49 ©.) — Gart 
Dgorek, Die Begrenzung der Notwehr und ded Notitandes. (80 ©.) 
— &ridh Ohm, Die fretüchtige Ausrüuftung der Kauffahrteiichiffe und 
die Zutifatur der deutichen Berichte. (48 5.) — Konrad Plünticd, 
Das Verhältnis der Niederlaffung zur Einbürgerung burg Aumnabme. 
57 ©.) — Hermann Richter, Begriff und rechtliche Bedeutung des 
Zuberöre. (82 ©.) — Hermann Seidel, Das richterliche Beräußerungd«- 
verbot. (82 S.) — Rihard Seraphim, Zur Lehre von der Pro;ch» 
vollmadıt im Bergleih mit der Bollmadıt und dem Auftrage de B.G. B. 
82 ©.) — Baron kurt von Stempel, Wie unterscheiden fidh nad 
dem 38.8.8. Forderungsübertragung und Schuldübernahme hinficht- 
lich ihred Einfluifes auf Forderung, Einwendungen und Nebenrechte? 
(59 5.) — Medizin. Fal.) Mar Freytag, Ueber ein ungewöhnlich 
großes „Ofteem“ emes Ecjambeindg am Daumen traumatiihen Ur, 
iprungs. (38 S., mit 1 Taf.) — Borg Haase, Kajuiftil des Schuhartt- 
Schnittes. 30 ©.) — Bruno Kaminski, Ein Beitrag zur Toppili« 
tiiden Darmftenofe. 37 ©., mit 1 Taf.) — Alfons Kobylinefi, 
Ueber primäre Sarkome in der Lunge. 58 S.) — Alfred Laufer, 
Spontangangrän ded Borderarmed. (26 S., mit 1 Taf.) — Cacelaw 
Meißner, Die Chondrome der Finger. (36 S., mit 1 Taf.) — 
Georg Meyer, Die Behandlung der Oterfhentelbrühe mit trüf- 
zeitigen Bewegungen. (37 S.) — Paul Noeßke, Geburtehilfliche 
BZerftüdlungsoperationen. (31 ©.) — Erih Rohde, Ueber Krebfe im 
jugendlihin Alter. (62 ©.) — Jofeph Rojenberg, Ueber Aneuryd 
men der Öehimarterien. (51 ©) — %. Siegel, Die Ehrlihicdhe 
Diazoreaftion und die Gruber-Widalfche Agglutinationsprobe in ibrer 
Bedeutung bei Typhus abdominalis. (42 ©.) — Martin Stappen- 
bed, Ueb:r die Beihoßwirkung Eleinkalibriger Mantelgeichoffe. (Ein 
Vergleich der Kriegserfabrungen im Burentriege mit den Refultaten 
der Scießverfuhe auf Leihen der MedizinaleAbteilung ded K. Preuß. 
Kriegsminifteriumd.) (43 ©.) — Johannes Thiele, Ueber die Ur 
fahen der Spontangangrän der Ertremitäten. (57 ©) — Martin 
Zauled, Leberabfceije bei Blinddarmentzüundung. 


 Kritifche SFadpeitfchriften. 


La Cuitura di Ruggero Bonghi. Nuova serie diretta da E. 
de Ruggiero. Anno XXIV. Nr.1. Rom. 


Somm.: E. Calandra, Vecchio Piemonte. G. Réval, La cruche casse. T . 
Carlyle, Passato e presente. A. Cougnoet, Il ventre dei popoli. (Laura 








225 


Gropallo.) — G. Marchesini, Le finzioni dell’anima. (G. Setti.) — Ari- 
stotelos’ Metaphysik übersetzt von Dr. E. Rolfes. (C. Giambelli.) — 
H.Winckler, Geschichte der Stadt Babylon. (R. Paribeni.) — W. Olsen, 
Die Schlacht bei Plataeae, (A. Solari.) — D. Besse, 
(P. P. Lonardo.) — E. Ch. Babut, La plus ancienne d6crstale. (N. Tamassia.) 
— U. G. Mondolfo, Terre e classi sociali in Sardegna nel periodo feu- 
dale. — E Düren, ' Nene Forschungen über den Marquis de Sade Ee 
Vidossich) — Correspondance du Duc d'Enghien. (C. Manfroni.) — G. 
Oxilia, La campagna toscana del 1548 in Lombardia. — K. Weissm — 
Beiträge zur Erklarung u. Beurteilung grioch. Kunstwerko. — B. Fischor, 
Archäolog. Erinnerungen aus einer Studienreise nach Griechenland. — R 
Thiele, Das Foram Romanum. — G. Richter, Die jüdischen Münzen 
zum ersten Aufstande unter Nero; Die Münzprä ung der Juden während 
des ersten u. zweiten Aufstandes unter Nero] u. Hadrian. (L. Cesano.) — 
Frida Schotimüller, Donatello. — P. Rossi, Il Sodoma nell arte 
senese. — O0. H. Giglioli, Pistoia nelle sue opero à` arte. — H. W. 
Singer, Der Kupferstich. — G. Pen nesi, Indice dei nomi dell'Atlante 
scolastico. (G. V. Callegari.) — C. Puini, 11 Tibet. (G. Mondaini.) — T. 
Stickney, Les sentences dans la possie grecque. (C. Pascal.) — B. 
Helbing, Die Präpositionen bei Herodot. (C. O. Zuretti.) — Isaei ora- 
tiones, ed. Th. Thalheim. Aristotelis Ethica Nicomachea, reoc. Fr. 
Susemihl. (A. Mancini.) — Ennianae poesis reliquiae. Rec. I. Vahlen. 

i.) — Horae semiticae N. III, IV. — O. Stauf von der March, 
Literarische Studien. — A. Baccelli, Studi giuridici e questioni forensi. 
— G. Amadori-Virgilj, La rendita-merce 6 la rendita-moneta. 


Mitteilungen aus der hiftor. Riteratur, hgb. v. d. hift. Gef. in Berlin. 
Rcd.: Ferd. Hirfh. 33. Jahrg. 1. Heft. Berlin, Weidmann. 


3nh.: SOTADA der Gelhichtäwiffenihaft XXV, 1. 2. kent — Mil- 
lard, — bistorique. L (Preuß.) — Hauchk, Kirchengeſchichte KN 
lands. IV. (Halın.) — Haller, Papfitum u. Bichenzeform. (Preuß.) 
ua Deutſche Geſchichte. 1V. V. 3. Aufl. (Röichhhorn.) — Deet 
Seihichte Bayerns. VI. (Moif.) — Roth, ne Ne — II. 
(Schmidt.) — v. Sickel, Römiſche Berichte. IV. V. (Wolf.) — Sufta, Die 
römifhe Kurie u. das Konzil von Zrient unter Pius IV. I. (Molf.) — Briefe 
u. Alten zur Sefchichte des I0jähr. Krieges in den Zeiten des vorwaltenden 
Einflufies der Wittelsbader. IX. Hrg. vo. Chrouft. (Vreuß.) — Schie⸗ 
mann, Geihihte Muflands unter Kaifer Nikolaus I. L (Girgenfohn.) — 
ü bner, Neun Jahre der Erinnerungen eines öfterr. Botfchafters in Paris 
unter dem zweiten Kaiferreih 1851—1559. I. (vd. Gruner.) — Beröffentl. der 
Hiftor. Rommiffion für Weftfalen. Rechtequellen. Wertfälifche Stadtrechte. I, 2. 
(Koehne) — Areng, Tas Tiroler Boll in feinen Weistümern. (Jiwof.) 


Revue crit. d'histoire et de littérature. Dir.: A. Chuquet. 
39° année. Nr. 3. Paris, E. Leroux. 


Somm.: Contributions à l'histoire ancienne, III, 3; IV, 1 et 2. — J. Colin: 
Annibal en Gaule. — Eusèbe, Histoire ecclésiastique , p. Ed. Schwartz; 
La traduction latine < Rufin, p Mommsen, l Onomasticon, p. Klos ter- 
mann; la Théophani . Gressmann. — Sell, La religion des clas- 
siques allemands. — pi on, Portraits frangais. — Goorge Sand, Souvenirs 
et idées. — Ronan, Melanges religieux et historiques. — Münch, Notes 
au terto de la vie. — Pineyro, Le romantisme en Espagne. — René 
Worms, Philosophie des sciences ‘sociales. 


Rivista a italiana. Diretta dal G. Ciardi-Dupré. 
Anno X 


Somm.: A. Capecelatro, Problemi moderni. — P. F. Prat, La Bibbia e la 
storia. — A. Pandozai, La figura storica di Gesù? — A. Mori, Ele- 
menti di Geografa. — O. Cipolla , Pubblicazioni sulla storia medioevale 
italiana (1900). — F. Carlesi, Origini della città e del comune di Prato. 
— V. Lusini, L'arte del legname innanzi al suo Statuto del 1426. — 
M. Terlizzi, L’ Ugolino di Dante. — A., Micheli, Ugo Foscolo a Ve- 
nezia. — M. Bontempelli, Egloghe. — N. Doria- Cam bon, Petali al 
vento. — D. Ambr. M. Amelli, uidonis monachbi Aretini Micrologus. 


Reue philologifche Rundfhan. Hrög. von C. Wagener u. 
Ludwig. 1905. Nr 2. Gotha, F. A. Perthe. 


Inh.: F. Buherer, Anthologie aug den griehifchen Phrifern. (3. Sigler.) — 
Ed. Turner, Qnaestionis criticae in Platonis Lachetem. (Fr. Beyschlag ) 
— R. Ellis, "Catulli carmina, (G. Schüler.) — E. Hoffmann, Vergilii 
Aeneidos epitome cum delectu ex Georgicis et Bucolicis. (G. Koch.) — ®. 
Zelbrüd. Ginleitung in das Studium der indcgerm. S praden. (Fr. Stoh.) 
— 3. Wadernagel, Studien sum grieh. Perseltum. (H. Dielter.) — Joh. 
Kirchner, Prosopographia Attica. (Ad. Bauer.) — A. 3an te, Auf Aleran- 
ders d. Or. Pfaden. (U. Hanfen) — H. van Here erden, Appendix 
Lexici Graeci suppletorii et dialectici. (Ph. we — ae eifigte, Stadti 
oo Beamtenmweien im römifihen Aegypten. (D. Y. Ò Ae) Kahler, 
Lanfrey, La Campagne de 1809. (0. Klein.) — John og, ur fron, 
—3 Tree) = Dh. Blattner, Uebungsbuch zur fran). Grammatik. 
Lë. Bihler.) — Ch. Mills Gayley, Kepresentative English Comedies. 


Beochenihrift für Haffiihe Philologie. Grën, v. ©. Andrefen, 9. 
Drabeim u. F. Harder. 22. Jahrg. Rr. 4. Berlin, Weidmann. 


Inh.: DB. Delbrüd. Einleitung in das Studium der indogerm. Spraden. (D. 
Beife.) — Valeri 'Flacci Argonauticon libri octo, rec. C. Giarratano. 
(Hublocher.) — J. Candel, De clausulis a Sedulio in eis libris, qui in- 
scribuntur Paschale Opus, adhibitis. (J. Hilberg.) — J. Pascoli, seda- 

gium. Carmen praemio aureo ornatum. Accedunt IV poemata laudata. 
f Birimin: Cornelius Gallus Parthenio; H. Damsté, Duo signa; P. 
Rosati, De telegrapho acrocodilo; X. Beuss, Ad Franciam. (H. Draheim.) 


Außerdem erfchienen 


ausführlide Aritiken 


Acta Borussica. platt Teil. I. Bd. (Fıhr. v. Schhrötter: 
Schmollers Jahrb 

Baer, L., Die Aue Siforienbäder des 15. Jahrh. 
dronit XVI, 13.) 

Brüll, 00. Ehronit der Stadt Düren. (Tile: Ztichr. d. Aach. Geſch.⸗ 
Ber. XXVL) 


Saint Wandrille. | 


(Singer: Kunft» 


-— 1905. XV 6. — Literarifhes Zentralblatt — 4. Februar. — 








x = — Sa e EE — — — — — 


226 


Claaßen, W., Die ſoziale Berufsgliederung des deutſchen Volkes nach 
Nahrungequellen u. Familien. (Seutemann: Schmollers Jahrb. 
XXIX, 1.) 

Cohen, H., Syftem ber — — J. (Grũnbaum: Viertelj. f. wiſſ. 
Philof. u. S03. XXVIII, 4.) 

Conrad, E., Die Organifation ded Arbeitänachweifes in Deutfchland. 
(Zahn: Schmollers Jahrb. XXIX, 1.) 

es Das weftpreuß. Provinzialmufeun 1880—1905. (Natur. 
Rundftau XX, 4.) 

Coquelle, P., Napoleon and England, 1803—13, transl. from 
the French by G. F. Knox. (Ropes: The Academy Nr. 1707.) 


Crohns, Die Summa theologica ded Antonin v. Florenz. (Schaub: 
Hiftor. Jahrb. XXVI, 1.) 
(Beil. z. Allg. 


Dürd, R. a Magner und die Münchener 18695. 
Z3tg. 

EE a. Die Rhythmik Fiſchatts. (Vogt: Studien z. vergleich. 

(v. Liebenau: Hiſtor. Jahrb. 

XXVI, 1. 

Ewald, D., Niepfched Lehre in ihren SD alles (R. Rigter: 
Biertelj. í. wif. Bhilof. u. So. XXVIII, 

Freeman, E. A., Western Europe in the eigth century and on- 
ward. {Rose: The Academy Nr. 1707.) 

v. Gerlach, Ernft Ludwig v. Gerladh. (Franz: Hiftor. Jahrb. XXVI, 1.) 


Lit.Geſch. 'V, 1.) 
Çubel, Bullarium Franciscanum. VII. 

4.) 
Franz. Das Rituale von St. Florian aud dem 12. Jahrh. 
Hiftor. Yahrb. XXVL 1.) 


(Drewes: 


BE ne Unabhängiges Shrifentun (Websky: Proteſt. Monatsh. 
Se Dë Ce KAunft des 19. Jahrh. (Uhder-Bernays: Beil. z. Allg. 
"E bon Niepiche. (NR. Richter: VBiertelj. f. will. Philof. 
Hüffer, H., Alfred v. Reumont. (Landsberg: Ztfhr. d. Aach. Geld. 


Ber. XXVI.) 

Hutchins and Harrison, A history of factory legislation. (9. 
Simon: Schmollerd Jahrh. XXIX, 1.) 

Ilgner, C., Die volkswirtſchaftl. Anſchauungen Antonins v. Sun 
(1389 — 1459). — — a Jahrb. XXIX, 


Schaub: Hiftor. Jahrb. XX 
Jacob, ©., Vorträge türtifer neibgs. (Globus LXXXVII, 4.) 
(Heip: Schmollere 


Kleinwächter, F., Lehrb. d. Rationalskonomie. 
Jahrb. XXIX, 1.) 
Kropatihet, Fr, Das — ber luther. Kirche. J. (v. Walter: 


Beil. z. Allg. Ztg. N 

Kroſe, A. D. — Deutſchlands. (Kollmann: Schmollers 
Jahrb. XXI 

Die Kunſtdenkmäler der Rheinprovinz, hrsg. v. Clemen. VIII, 2. 


(Hertel: Etudien 3 


(Didtmann: Ztfchr. d. Aach. Geid. Ber. XXVI. ) 
Lampredt, R., ale Sefhihte. (Barth: Viertelj. f. will. Philof. 
4.) 
Landau, P., SCH? Romane. 
Geſch. V, 1 
(R. Richter: Viertelj. f. 
wiſſ. pbiloſ. u. Soz. XXVIII 
Langguth, A., Chriſtian Hieronymus Esmarch u. der Göttinger a 
Lippert, ©., Leber die DVergleihbarkeit der Werte von internation. 
MWarenslichertragungen. (Roghé: Sdhmollers Jahrb. XXIX, 1.) 
f. wif. duet u. €v}. XXVIII, 4.) 
Mit D. .‚„ La crise du change en Espagne. (Weſtphal: 
Muſchner-Niedenführ, G., Das Rieſengebirge. 
Rundſchau XX, 4.) 
Ueberſ. v. 
M. u (Singer: Globug LXXXVII, 4.) 
Oehler, R no Niepfhe u. die Borfotratiter. (R. Ridter: 
Dldenberg, ée." ie — des alten Indien. 
un: Lit.Geſch. NV. : * 
(Guſti: Viertelj. f. wiſſ. 
Philoſ. u. 6c}. XXVII, 4.) 
Platter, 3., Die Grundlehren der Nationalökonomie. Heitz: Schmollere 
Jahrb. XXIX, 1.) 
Gcogr. Ztfhr. XI, 1.) 
% H. Schein, ne von Prüfer. (W. Niemann: Signale f. d. mufit. 
(Bufti: 


u. Soz. XXVIII, 
(Bobertag: Studien A, vergleich. Lit.: 
Rang, A., — — u. die men 
) 
bund. (Hohlfelp: Monatsh. d. Comenius-Geſellſch. XIV, 1.) 
Mauthner, F., Beiträge zu einer Kritik d. Sprache. (Barth: Vieitelj. 
chmollers Jahrb. oo 1.) 
Kaupfh: Natur. 
Nordenftjöld, Andersfon, Larfen u. Skottsberg, Antarctic. 
Biertelj. f. w . Philof. u. &0;. XXVIII, 4.) 
Dnden, B., Seid. d. 
Peters, K., England u. d. Gngländer. (Kirghoff: Globus LXXXVII, 4.) 
SE ments des Flöhagebirted im Erzgebirge. (Wagner: 
Welt Nr. 5/6 


Schmoller, ©., CTT d. allgem. Volkswirtſchaftslehre. 
Viertelj. f. wif. Philol. u. S0;. XXVIII, 4.) 


227 


(Gomme: 


(Sulger: 


Schröer, H., Methodik des Turnunterridte. (Schmale: Monatsfchr. 
f. d. Turnweſen XXIV, 1. 

Ehwarz, H., Der moderne za ale EEN u. Ge⸗ 
{&hichtspringip. Beil. 3. Allg. Org, N 

Cimon, K., Studien zum Tomaten. "Bohnbau in Deutfchland. 
un Runfthronit XVI, 13. 

Somtart, W., Der moderne Kapitalidmus. (Gufti: Piertelj. f. wiff. 
Philof. u. €v XXVIII, 4.) 

Spandau, F., bit Geſch. v. Reutzal-oreönet Loerſch: Ztiſchr. d. 
Aach. Geſch.Ver. XXVI.) 

Squire, Ch., The mythology of the British Islands. 
The Academy Nr. 1707. 

E taatóftreih oder Reformen. Politifhes Reformbud zc. I. Zeil. (Boeje: 
Schmollers Jabrb. XXIX, 1. 

Stoepel, K. Th., Die deutſche Kali⸗Induſtrie. (Schulte: Ebd.) 

Sturm, A., Geſchichte der Mathematik. (Eneſtröm: Bibliotheca 
mathematica V, 4.) 

Walzel, D., Unterfuhungen zur neueren Sprack⸗ u. LitGeſch. 
Gebing: Studien 4. vergleich. Lit.-Gefh. V, 1.) 

Witalel, St., Örundzüne d. EE Aeſthetik. (Spitzer: Biertelj. f. will. 
Philof. u. S0}. XXVIII, 4.) 

"Të 2 R., we Ibſen. I. (Jiriczek: Studien 3. vergleich. Lit.» 

e 

Ziegert, e eh Urfprung und Weſen = SCH deutfchen Dap, 
tismus. un Proteft. Monateh. I 

Zimmermann, F. W Die erften 50 She des ſtatiſt. Bureaus 
des herzogl. Braunſchw.⸗daneb. Staatsminiſteriums 1854 - 1904. 
Kollmann: Schmollers Jahrb. XXIX, 1.) 


Bom 18. bis 25. Januar ſind nachſtehende 


nen erſchienene Werke 
bei uns eingeliefert worden, beren Beſprechung ſich die Redaltion vorbehält: 

Adler, S., Da Schulunterbaltungsgeſetz u. die Ba: Bürger jüd. 
Blauben?. Frankfurt a. M. Kauffmann. (31 ©. 8.) 

Apulei Psyche et Cupido. Rec. O. Jahn. Ed. quinta. Leipzig. 
Breitlopf & Härtel. (16.) Æ 1, 50. 

Bökmentasaga Islendinga. AŬ fornu og fram undir siðĝabót 
samið hefur Finnur Jónsson. I. Kaupmannahöfn. Möller. 
(S. 1—240. 8.) 

Braafd, A. H., Die SE Strömungen der Gegenwart. Leipzig. 


Teubner. 8). 41 
rn B., Riterarifche Werte. II. Ausgewählte Briefe, brög. 
(®r. 8. mit 
i Bildn.) M 8. 


. ©. M. Cornelius. Leipzig. Breitkopf & Härtel. 

Daun, B., Die Kunſt des 19. Jahrh. 1. u. 2. Lief. Charlottenburg. 
Bürkner. (80 S. Gr. 8. mit Abb.) 

Eiermann, A., Lazarus von Schwendi Frhr. v. Hohenlandberg, ein 
deutſcher Feldoberft u. Staatdmann des 16. Jahrh. Neue Studien. 
Freiburg i. B. Febienfeld. (VII, 163 ©. ©r. 8.) 

zabriciugs, E., Die Befisnahme Badend dur die Römer. Heidel- 
berg. Winter. (8. mit 1 Karte.) 4 1, 20. 

Fechner, ©. Th., Die Taaedanficht gegenüber der Rachtanficht. 2. Aufl. 
Leipzig. Breitloyf & Hartel. (Gr. 8.) M 3. 

Florilegium patristicum. Digessit vertit adnotavitG.Rauschen. 
Fasc. M Bonn. Hanftein. (8.) Æ 1, 50. 

soerfter, W., UAftrometrie oder die Lehre von der Ortäbeflimmung 
im Kimmeldraume. 1. Heft. Berlin. Reimer. (Or. 8.) M 4. 

Gerold, TH., Gefhichte der — — Niklaus in rett. Mit 
4 Ratierungen. Ebd. (Fol) M 

Griſebach, E., le reales: Mit — u. en 
Anmerkungen. 2. Aufl. Berlin. Behr. (Or. 8.) © 

Grop, AR, Die Stidhomptbie e der ne Tragödie SE Komödie. 
Berlin. Weidmann. (Or. 8.) 

Sütfhow, Elfe, nn m m au Münhen. Oldenbourg. 
(Gr. HI Geh, , 50. 

SIE D. ie i. = Studium d. Numidmatif. 3. Sur Berlin. 
O. Reimer. (Gr. 8. mit 2 Tertilluftr. u. 8 Taf) 4 6 

Harnad, U, Die Notwendigkeit der Erhaltung des alten Symnaftumd 
in der modernen Zeit. Bortrag. Berlin. Weidmann. (8.) #0, 50. 

Haußleiter, Die Autorität der Bibel. Schd Vorträge. München. 


Bed. (8) K 0, 80 
Heiđarviga Saga. Udgiven for Samfund til udgivelse af gammel 
nordisk litteratur ved Kr. Kålund. Kopenhagen. Mollers 


Bogtrykkeri. (XXXIV, 136 S. 8.) 

Heliwig, Dag Jahr der SC S Rapeburger Zehntenregifters. 
(SA. a. „Ardhiv d. Ver. f. d. . d. Gera. Lauenburg VII, 3.) 

Derf., Das Dante Teile: des Dune Rapeburg. (S.A. aus 
Jahrb. L LXIX d. Ber. f. mediend. Geld.) 

Heves, H. J., Bibel u. Aegnpten. 1. TI. al? 12 —41. Münfter i. W. 
Alchendorff. (Gr. 8.) 4 9. 


— 1905. M6. — Literarifhes Zentralblatt — 4. Februar. — 


228 


Hrölfs Saga Kraka og Bjarkarimur. Udgivne for Samfund til 
udgivelse af gammel nordisk litteratur ved Finnur Jönsson. 
Kopenhagen. Mollers Be (XXX, 176 S. 8.) 

sen Dir rufl.-japan. Krieg. 2. Heft. Berlin. R. Schröter. 
(Gr. 8) 4 2, 50. 

Jahrbuch für die SGemwäffertunde Rorddeutichlande. Hab. v. d. preup. 
Landesanftalt für E Abflußjahr Ee 7 Hefte. Berlin. 
Mittler & Sohn. (Gr. 4. mit 6 Karten.) Æ 30 

Jhering, R. v., Der Bine im Redt. 1. u. 2. Bd. 4. Aufl. Erfte 
Audg. in volfetuml. Geftalt. Leipzig. Breitlopf& Härtel. (Gr. 8.) A 6. 

Derf., Scherz u. Ernft in der Jurisprudenz. 9. Aufl. Ebd. (8.) 4 3. 

Justin, Apologies. Texte grec, traduction française, intro- 
duction er index par L. Pautigny. Paris. Picard & fils. 
(8.) Fr. 2, 50. 

Keune, J. B., Die Flur Eablon in en Zeit. Meg. Druderci 
der Rotbringer Zeitung. (28 ©. ©r. 8 

Klein, U, Die zentrale RES im Deutichordendftaate 
SE am Anfang des 15. Jahrh. Berlin. Dunder & Humblot. 
(8.) A 

Knauth, H., Uebungsſtücke zum Ueberfegen ing Latein. f. Abiturienten. 
5. Aufl. Leipzig. Freytag. (8) Geb. Æ 1, 50. 

— ge Sc Rechts⸗Atlas. Keipzig. Dieterih (Th. Weiher. 
(4) Ge 

Kulentampff, R.. Dag Rehtögut der elektrifchen Arbeit im gelten: 
den Etrafrcht u. fein we Breslau. Schhletter. (Gr. 8.) #1. 40. 

Landfredissaga Islands. Eptir Þorvald Thoroddsen. IV, 2. 
Kaupmannahöfn. Möller. PIV. S. 161—410. 8.) 

Levi, Ugo, I monumenti del dialetto di Lio Mazor. Venedig. 
Visentini. (82 S. 8.) 

Loevinson, E., Giuseppe Garibaldi e la sua legione nello 
stato romano 1848/49. Parte II. Rom. Società editrice Dante 
Aligbieri. (8.) L. 2, 50. 

Roferth, 3., Salzburg u. een! im legten Viertel de 16. Jahrh. 
Graz. Styria. (Or. 8.) 4 4. 20. 


Piranesi, G., Le case ee Alighieri. 2. ed. Florenz. Lu- 
ınachi. (8. mit Abb.) L. 2, 50. 
Preuß, $., 


Da? Redt der D'ënn Schulverwaltung in Breuten. 

Beim. Pra er. (99 ©. Or. 8.) 

Neben, ©. Die halben (shriften u. der gange SE Delenjahelen 
des Aberglaubend. Grop Lichterfelde. pelt (8.) 4 

Reinte, J. Bhilofophie der Botanik. Leipzig. — 80 

Rouge, J., Frederic Schlegel et la genese du a 
allemand :1791—1797). Paris. Fontemoing. (Gr. 8.) Fr. 7, 50. 

Rydberg, G., Zur Geichichte des franzöfiihen e. IL 3. Monofyllaha 
im Franzofiſchen: Artikelfotmen und Objektpronomina. Upſala. 
Almaviſt & Wikſell. (VII, ©. 409- 618 Or. 8.) 

Sabatier, P., Examen de quelques travaux récents sur les 
opuscules de Saint François. Paris. Fischbacher. (48 S. 8. 
Samlung Böihen. Nr. 34. Kurze, Deutfche Gcehchichte im Seitalter 
der Reformation. Nr. 37. Klein, Chemie, anorgan. Teil. Rr. 51. 
Bürklen, Mathemat. Formelfammlung. Nr. 62. Heiderid, 
Länderfunde von Europa. Nr. 76. Jåger, Theoret. Phnfit, I. 
Rr. 84. Schulze, Nautil. Nr. 142. Haußner, Darftell. Geo 
metrie, I. Nr. 228. Rippert, Tierzudtiehre. Nr. 229. Mielke, 
Schhihte des deutfhen Romand. Nr. 230. Brunner, Badifde 
Sefhichte. Nr. 231. Benzinger, Geld. Israrle bis auf die griek. 
Zeit. Rr. 232. Rippert u. Rangenbed, Aderbau- u. Pflanzen: 
baufehre. Nr. 236. Bonderlinn, Schattenfonftruftionen. Leipzig. 

Böihen. (16.) Sch. je æ 0, 80. 
Skirnir tiöindi hins Islenzka bökmentafölags 1903. Reykjavik. 
Prentaöur i Prentsmidju Reykjavikur. (152 8. 8.) 

Stern, B., Pofttiviftifbe Begründung des — Strafrechtẽ 
(nad) Wilhelm Stern). Berlin. Walther. (98 ©. 8.) 
Suef- Rath, H., Die Frau. Eine Studie aus dem Leben. Wien. 

Defterreichifche Berlagsanftalt. (54 ©. Or. 8.) 
Syslumanna fir. Eptir Hannes Porsteinsson. II, 5. Reyk- 
‚javik. Prentsmidja Pjsdolfs. (S. 565—724. 8.) 
Timarit hins Islenzka bökmentafelags tuttugasti og fimti är- 
gangur. —— Isafoldarprentsmidja. (208 S. 8.) 
Berierlein, E., Heimat-ftunft. Leipzig. Bernb. Richter. (8.) 4 1, 20. 
Weißler, A., VGeſcichte der Rechtsanwaltſchaft. Leivaig. Pfeffer. 
(Gr. 8.) #4 12. Bei Beftellung big zum 2. März 1905 .# 10. 


Michtigere Werke Der ansländifchen Literatur. 
Amerilanifde. 


(Burghersh, Lady.) Correspondence of Lady Burghersh with 
the Duke of We lington; ed. by her daughter, Lady Rose 
Aveigall. New York, Dutton. (7, 220 p. 8) $ 2, 50. 


229 


Crashaw, R., Steps to the temple; delights of the muses 
and other collected poems; the text ed. by A. R. Waller; 
this edition contains the whole of Crashaw’s poems, Eng- 
lish and Latin, now for the first time collected in one vo- 
lume. New York, Macmillan. (10, 352 p. ill. 8.) (Cambridge 
English classics.) $ 1, 50. 

Ellesmere, F., 1st Earl of, Personal reminiscences of the 
Duke of Wellington; ed., with a memoir of Lord Ellesmere, 
by his daughter Alice, Countess of Strafford. New York, 
Dutton. (241 p. 12.) $ 3, 50. 

Gue, B. F, History of Iowa from the earliest time to the 
beginning of the 20th century; il. with photographic views 
of the natural scenery of the state, public buildings, pioneer 
life, etc., with portraits and biographies of notable men and 
women of Iowa. New York, Century History Co. 4 v., il. 
pls., maps, facsimiles. (12.) $ 18. 

Haklnyt, R., The principal navigations, voyages, traffiques, 
and discoveries of the English nation; made by sea or over- 
land to the remote and farthest distant quarters of the earth 
at any time within the compasse of these 1600 yeeres. New 
York, Macmillan. (16, 466 p. il. por. maps, 8.) $ 4. 

Library of Congress. List of references on recognition in 
international law and practice, on the budget of foreign 
countries, on the popular election of senators, on the British 
tariff movement; of books relating to proportional represen- 
tation and to the Germans in the United States. Compiled 
nnder the direction of A.P.C. Griffin. Washington, 1904. 
Government printing office. (6 Hefte von 18, 19, 39, 37, 30 
u. 32 S. Gr. 8.) 

Library of Congress. Notes for the Louisiana Purchase Expo- 
gition St. Louis 1904. Nr. 1—5. Washington, 1904. Govern- 
ment printing office. (73 S. Kl. 8.) 

Naid, W.C., The Nibelung’s ring: a study of the tone signi- 
fieance of Richard Wagner’s music drama. New York, Lane. 
62 p. 8.) $ 0, 35. 

'Poe, E. A.) The works of Edgar Allan Poe; with an introd. 
by E. Markham. Cameo ed. New York, Funk & Wagnalls 
Co. 10 v., 2 pors. and il. (16.) $ 7, 50. 

Roosevelt, Th., Works. Statesman ed. New York, Review 
of Reviews Co. 14 v., il. (8.) subs. $ 11; hf. leath. $ 23. 
Shipley, F. W., Certain sources of corruption in Latin ma- 
nuscripts: a study based upon two manuscripts of Livy. 

(Thesis.) New York, Macmillan. (92 p. 8.) $ 0, 60. 
Engliide. 


Acta mythologiea apostolorum. Transcer. from Arabic MS. in 
Convent of Deyr-es-Suriani, Egypt, and from MSS. in Con- 
vent of St. Catherine on Mount Sinai. Transl. by A. Smith 
Lewis. London, Clay. (312 p. 4.) (Horæ Semiticæ. Nos. 3,4.) 
Swd. sh. 6. 

English and Scottish popular ballads. Ed. by G.L. Kittredge 
and H.Ch. Sargent. Cambridge ed. Boston. (Cr. 8.) Sh. 15; 
on India paper sh. 25. 

Jessopp, A., William Ceeil, Lord Burghley. London, Jack. 
(Fol.) (Historical Monographs.) Sh. 42. 

Lamb, C., Letters. Newly arranged, with additions. Ed., with 
intro., notes, by A. Ainger. 2 vols. London, Macmillan. 
(852 p. Cr. 8.) (Eversley Series.) Sh. 8. 

Pooler, L. A., Studies in religion of Israel. London, Hodder 
& S. ‚288 p. Cr. 8.) Sh. 5. 

Strange, E. F., Japanese illustration. History of arts and 
vood cume and colour-printing in Japan. London, Bell. 
(182 p. 8.) Sh. 6. 

Swinburne, A.C., Works. In 6 vols. (Vol. 1 ready.) London, 
Chatto. (Cr. 8.) Sh. 36. 

Texts and studies. Contributions to biblical and patristic Li- 
terature. Lausiac history of Palladius. II. By Dom C. Butler. 
London, Clay. 382 p. 8.) Sh. 10, 6d. 

W hittaker, T., Origins of christianity. Outline of Van 
Manen’s analysis of Pauline literature. London, Watts. (232 p. 
Cr. 8.) Sh. 3, 6d. 


Zu Antiguarifche Kataloge. 


Gerhardt, Dtto, in Berlin. Rr. 47. Klaff. u. neuere Philologie, 
Geſchichte ıc. 907 Nm. i 

Härtel. R., in Plauen i. B. Nr. 24. Berfchiedened. 360 Nın. 

Harraffowig, Otto, in Leipzig. Nr. 285. Semitica, Hamitica. 
1383 Nm. 

Hedenhauer, I. 3., in Tübingen. Nr. 1565. Retë u. Etaatd- 
wifienfhaft. 3321 Nrn. 

Zacobfohn & Geo, in Breslau. Nr. 2008. Deutfche, engl. u. franzöf. 
BDelletriftit, Lit.-Gefh. u. Wörterbücher. (16 ©.) 





— 1905. 6. — Literarifhes Bentralblatt. — 4. Februar. — 


230 


Kerler, H., in Ulm. Nr. 335. Deutjche Literatur ded 18. u. bes 
ginnenden 19. Jahrh., Schiller. 2786 Wem. 

Klüber, Friedr., in München. Nr. 140. Aeltere Lit., deutiche Klaffiker, 
griech. u. röm. Autoren, Philoforbie, Beletriftit. 1028 Nın. 

Reffer, Heinr., in Breslau. Nr. 300. Kriegsmwefen, Gefh., Geogr., 
Länder u. Bölkertunde. 905 Nrn. 

Loreng, Alfr., in Leipzig. Nr. 157. Syftemat. Theologie. 3986 Nrn. 

Prager, R. L., in Berlin. Nr. 169. Rechtägefchichte, Rechtsphilo— 
fephie, röm. u. deutfches Recht. 1205 Nm. 


Neue Kataloge. 


Naturae novitates. Bibliographie neuer Erfchheinungen alfer Qånter 
auf dem Gebiete der Naturgeihichte u. der cralten Wiffenihaften. 
Hyb. v. R. Friedländer & Sohn in Berlin. 27. Jahrg. (1905,, 





Ter ord. Profeffor der Geographie Geh. Regierungsrat Dr. N. 
Partich in Breslau wurde zu gleicher Stellung in Leipzig. der a. ord. 
Profefjor Dr. ©. A. Wieland zum ord. Profejfor des jchweizerifchen 
Brivatrechtd in Bafel, der Privatdozent Dr. H. v. Halban in Wien 
zum a. ord. Profeffor der Piychiatrie und Neurologie in Lemberg, der 
Privatdozent der Zoologie Dr. A. Dirazek in Prag (zed. Univ.) zum 
a. ord. Profeflor, der frühere Privatdozent der Linguiftit an der 
Basler Univ. Dr. M. Biedermann zum a. ord. Brofejior an der 
Atademie in Neuenburg i. Shw., der Privatdozent Dr. M. Nieder: 
mann in Dall wm o, ord. 'Profefjor der vergleichenden Spradhwiffen» 
fhaft an der Alademie in Neuenburg ernannt. 

In Sreifewald habilitierte fih Dr. Fr. Curfhmann für mittel- 
alterlide Befcyhichte, in Wien Dr. W. Schlefinger für innereMedizin, 
an der deutichen tedın. Hocdhidule in Brünn Dr. F. Strung für 
Geihichte der Natumviffenichaften und NRaturphilojophie. 

Der Eymn.Profefior Dr. W. Hahn in Straliund wurde zum 
Direktor des Bymnafiumd dafelbft ernannt. 


Die böhmifhe Kaifer Franz-Sofephe Akademie der Willenfchaften 
in Prag ernannte den ord. Profejfor der Gefhihte Hofrat Dr. Paftor 
in Innsbrud zum Ehrenmitglied. | 

Die theol. Fakultät in Göttingen verlich dem a. ord. Profefjor 
der fvftematifchen Theologie Dr. K. Thieme in Keipzig die Würde 
eined Ehrendoktors. 

Ferner wurde verliehen: dem Direktor ded Hobenzollern-Mufeums 
Prof. Dr. Seidel in Berlin der rote Adlerorden 3. Klaffe mit der 
Schleife, dem Oberlehrer Prof. Brauned in Hamburg derfelbe Orden 
4. Klaffe, dem ord. Profefjor der Chirurgie wirkt. Geh. Rat Dr. v. 
Bergmann in Berlin der t. preuß. Kroncnorden 1. Klafje, dem Geb. 
Neg.-Rat Prof. Dr. Güßpfeldt in Berlin derfelbe Orden 2. Klafie, 
dem Schriftfteller und Kuftos der Bibliotheken in den fgl. Schlöffern 
Balduin Völlbhaufen in Potsdam derfelbe Orden 3. Ktlafle, dem 
ord. Profeffor Geh. Zuftizrat Dr. Dabn in Breslau der f. bayr. 
Berdienftorden vom heil. Mihael 2. Klafje mit dem Stern, dem a. vrd. 
Profeffor Geh. Medizinalrat Dr. Ewald in Berlin das Ritterkreuz 
1. Klaffe des großh. badifchen DOrdend vom Zähringer Löwen, dem 
etatsmäßigen Profefior an der techn. Hohidule Sch. Neg.-Rat Dr. 
Riedler dafelbft dad Komturfreuzg mit dem Stern des ?. viterreid. 
Franz Jolephordeng, den ord. Profefforen Geh. Juftigrat Dr. Gierte 
und D. Harnad in Berlin dad Kommandeurfreuz der fgl. italienifden 
Krone, dem ord. Profeffor Geh. Neg.Rat Dr. v. Wilamomwip- 
Moellendorff dafeluft dad Kommandeurfreuz des f. ital. St. Mau: 
ritiude und Lazarusordend, dem a. ord. Profeflor der Geologie Dr. 
Jaekel in Berlin der t. ruff. St. Annenorven 3. Klaffe, dem Inhaber 
und Leiter eines Pädagogiumd Dr. Ehaumburg in Kafiel die 
2. Stufe der 3. Klaffe des laif. Hinef. Orden vom doppelten Draden. 


Am 21. Januar + in Leipzig der Begründer und langjährige Reiter 
der „Zeitfchrift für — und naturwiſſenſchaftlichen Unter⸗ 
richt“ J. C. V. Hoffmann, 79 Jahre alt. 

Am 23. Januar + in Berlin der a. ord. Profejfor der Ohren 
beiltunde Dr. Louie Jacobfon, 52 Jahre alt. 

Am 25. Januar + in (Freiberg der Profeffor der Markicheidefunde 
und Geopäfie an der Bergakademie Oberbergrat Paul Uhlid. ` 

Am 26. Januar + in Berlin der Profejfor der Mathematik an 
der techn. Hocfchule Geh. Reg.-Rat Dr. Guido Haud, 60 Jahre alt. 

Am 27. Januar + in Freiberg der em. Rektor ded Gymnafiume 
DOberfhulrat Prof. Dr. Ridrard Frante, 73 Jahre alt. 

Am 28. Januar + in Münfter i. W. der Profeffor der Zoologie 
Dr. an gandois im bald vollendeten 70. Lchengjahre. 

or kurzem + in — der langjährige Direttor des Geh— 

Haus und Gtaatdarhivd Gtaatörat Auguft v. Schloßberger, 
77 Jahre alt. 


231 — 1905. A9 6 6. = Biterariiges GEERT 232 





Wiſſenſchaftliche Inſtitute und Vereine. ———— „Geſchi der Hedteverfäffung Sranfreid;ö“ (rant 
| 








Für ein an der Univerfität Halle a. ©. zu errichtendes bafterio- | furt a. M., 1845—50; franzöfiiche Ueberfegung von Bouland), ein 
lge Auftitut hat die Landwirtfchaftsfammer der Provinz Sacıfen | von jenem binterlaffenee wertvolles Manuffript zum Gefchent erbalten. 
175000 .# bewilligt. Dasjelbe führt den Titel: „„Sunere Deine des ANIE 

Der 26. balneologifche Kongref findet in Berlin vom 9. bis | Neihes nad) Landen und Bolfsftämmen im Mittelalter. Das 
13. Mai d. J. unter Borfig ded Pıofefjors Geheimrat Liebreic ftatt. aroßangelegte neunbändige Werk behantelt die biftoriiche Geographie 

Der 4. internationale Ornithologentongref wird im Juni (ver des mittclalterlihen Deutfchlandd und befaßt fich insbelondere mit 
mutlich in a Pfingfiwoche) zu London abgehalten werden. Den aacht e Ger petung N Dar riaa Jahre bindung er 
wird Dr. Sharpe führen, dem die Bogelabteilung ded Britifchen ert den Autor befhäftigt, und das von ihm in dem Danujfrip 
Mufeume unterfteht. nicdergelegte Material dürfte auch heute noch für die Erforfcher diejeg 

Der Bentralausfhuß der Geſellſchaft ‚für Verbreitung von fpeziellen Gebietes vielfah von großem Wert fein. Näbere Auskunft 
Boltsbildung hat in feiner Eikung am 21. Januar d. I. unter dem erteilt der Direktor der Etadtbibliothef Frankfurt a. M. 

Borfig des Prinzen Heinrich zu Schönaid-Garolath dın Etat der Ge Altertumsfunde, 

jelichaft in Einnahme und Auggabe auf 132165 4 feftgeftellt. Cs In der Gegend von Thonon, am Eüdufer des Genfır Seed, bat 
jollen verausgabt werden für lofale Bildungezwede 19 A, für | Qucian Jacquot etwa 50 vorgefchichtlibe Denkmäler entdedt, die 
Begründung von Volföbibliothefen 65600 w, für öffentliche Vorträge | von Archäologen „Schalen, Näpfcben und Bedenfteine“ genannt werden 
12200 æ, fùr die Beitfhrift der Ocjellfchaft „Die Volksbildung“ | und die Zeichnungen oder Zeichen der verfchiedenften Formen tragen. 
12325 6. für die Beichaffung von Lichtbildern 2000 W. Bon einer | Ein Teil ift wie ein rieſiget Holzſchuh geſchnitten. Man hält ſie für 
Sejchenfausgate von Echillers „Wallenftein“ werten 1000 Eremplare | Druiden-Denfmäler. In der Gegend von Chambéry hat Sandel 
zur Verteilung bei der Cchillerfeier in wenig bemittelten G:meinden | ähnliche Entdelungen gemacht. 


angefauft. Literarifhe Neuigkeiten. 
Wiffenfhaftlide Stiftungen und Zuwendungen. Bon der Clarendon Press in Orford wird in furzem ein inter- 

Die faif. Alademie der Wiffenfchaften in Wien hat in ihrer | effantes Werk über Die alten offen der Thebais‘ heraut- 
Sejamtfikung vom 24. November 1904 folgende Eubventionen bir | gegeben werden, cine anthropologifhe Unterfuhung der Einwohner 
willigt: 1) aus den Eubventionsmitteln der Alafje dem Profefjor E. | von Oberägupten von den älteften vorgefchichtlichen Zeiten bis zur 
Lippmann in Wien zur Weiterführung feiner Unterfuhungen über | mobammedanifsen Eroberung auf der Orundlage von 1500 Schädel- 
Dibenzylanthrazen 500 Kr.; 2) aug dem Wedl-Legate dem Regimentde | mefjungen, die Prof. Aıthur Ihomfon und Dr. Randal-Maciver vor- 
arzt Dr. 8. Bichl in Wien zur Fortfepung feiner Arbeit über die | genommen haben. 
intrafranielle Durchtrennung de3 Nervus vestibuli und ihre Folgen Im Berlage von Leo Liepmannſohn, Antiquariat, Berlin SW., 
600 Kr., dem Prof. Dr. Schattenfrob und Dr. R. Örapberger | Bernburgerftraße 14, erfebien ein anaftatiicher Neudrud deg feit langem 
dafelbft behufd Unterfuhungen über Raufhbrand 800 Kr. volltändig vergriffenen Wertes von J. W. v. Wafielewsti, Inftru- 

Die Stadtbibliothek zu Frantfurt a. M. þat, wie teren Direktor | mentalfäge vom Ende dis 16. bie Ende des 17. Jahrhunderts (alë 
mitteilt, von den Erben des 1897 verftorbenen Rechtshiftoriferd Dr. jur. | Mufifbeilage zu: „Die Violine im 17. Jahrhundert“) zum Preife von 
Wilhelm Schaeffne t daſelbſt, des Verfaſſers der noch heute FMOD SEANAR a 12 8. 











Alle Blicherfendungen erbitten wir unter ber Norefie ber Egped. d. RECETTE (Eindenſtraße 18), alle Briefe unter der des Herausgebers (Kaiſer Wilhelmſtr. 29). Nur ſolche 
Werke können eine Beſprechung ſinden, die der Red. vorgelegen haben. Bei Korreſpondenzen Über Bücher bitten wir ſtets den Namen von deren Verleger auzugeben. 





Literariſche Anzeigen. 


| Antiquariat 
Zum 100jährigen Todestag Schillers 9. Mai 1905. | #4; "ver sche Univ.-Bucht.. Giessen 


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Kuno Fischer 


—= Schiller-Schriften = 


Verlag von Otto Spamer in Leipzig 


J Japan Q 


das Land der aufgebenden Sonne 
einft und jest. 

Geihildert von Dr. J. Lauterer. Mit 108 Ab- 

bildungen und einer Porte, Eleg. geb. M. 8.50. 


Das vorliegende Werk ijt vorzüglich geeignet, 
über die einjclägigen Verbältnijje zu unterric- 
ten und dem Lejer ein eigenes und Jelbftändiges 
Urteil zu verjcaffen. Fr feffelnder Weife und 
nad eigener auf mehrjährigen Reifen durcb ans 
Japan gewonnener Anjcbauung entwirft der 
faffer ein anfcbaulidbes Bild des Landes mit fei, 
nen Städten und feinen unvergleicdhlicden landò- 
ſchaftlichen Schönheiten. Er ſchildert den Boden⸗ 
reicbtum Japans, feine Tier- und Pflanzenwelt, 


die geographifcben und klimatifcben Verbältnifie. 
EE EE EE EE EE EE TEE insbefondere aber feine Bewobner in ibren 


itt ib 
Cari Winter’s Universitätsbuchhandlung in Heidelberg. HERE F Belonoers bervoti en Dad 
| die dem Werke beigegebenen vorzüglich ausge 


| führten Jlluftrationen, welbe mit Sabkunde 
| und Sorgfalt ausgewählt wurden, 


I. Reihe: Schillers Jugend- und Wanderjahre in 
Selbstbekenntnissen. — Schiller als Komiker. 


Geheftet 6M. In Leinwand 7M. In Halbfranz 8M. 


IL Reihe: Schiller als Philosoph. 2 Teile. 
Geheftet 6M. In Leinwand 7M. In Halbfranz 8M. 





Hierzu das Borlefungsverzeihnis ber Univerfität Roſtock S. S. 1905. 
Verantwortl. Redakteur Prof. Dr. Eduard Zarnce in Leipzig, Kaiſer Wilhelmſtraße 20. — Drud von Breitlopf & Gürtel in Leipzig. 


Literariſches 


Sentralblatt 


für Deutſchland. 


Begründet von Friedrich Zarncke. 
HYerausgeber Prof. Dr. Ed. Rarncke in Leipzig, Kaiſer Wilhelmſtraße 29. 


We, T. 


Mit der halbmonatlihen Beilage „Die fhöne Literatur“. 


Verlegt von Ednard Avenarius in Leipzig, Kindenſtrafſe 18. 


00. Jahrg, 








Eriheint jeden Sonnabend. 


> 11, Februar 1905. 


Preis einjchl. Beilage jährl. Æ 30. 





Morgan, Die Entwidlung des Frofdheie3. Cefàro, Elementares Lehrbuch 


Sußaft. 


EHeologie (233): Tie Bücher Samuelis, überf. u. erfl. v. Chlögl. 
Der evangeliſche Gottesdienſt. 

FVhiſoſophie (235): Fuchs, Vom Werden dreier Denlker. Dorner, Grund— 
probleme der Religionephilotophie. 
Geſchichte (226): Sehftrift zum Gedächtnis Philipps des Grofinütigen. Meyer: 
Benfey, Sriedrih Naumann. dv. Holleben, Gefhichte des Frühjahrafen. 

zuges 1513. Lanrezac, La manoeuvre de Lützen 1813. Hohenzollern⸗Jahr⸗ 
bud. 7. Jahrg. 1903. 
u. CP Bot 
turwiffenfdaften. Wai pat (211): Rei, Ecuador 1970—1374, SEL 2. 
Buhmann, Kritiide Nadhträge zur lora der nordweftdeutfchen Tiefebene. 


habetiſches Zußaltsverzeichnis. 
Bietet Be le Atbaniensium: Edidit F. G. 
Kenyon. (248.) 
Balassa, J., Magyar fonétika. (253.) j 
Buchmann, Y., Kritifche Nadträge zur Ylora ber 
nordweftdeutihen Tiefebene. (212. 
G@eiäro, ©, Elementares Lehrbud der algebraifchen 
Analyfis zc Deutih hgb. v. ©. Komalewesti. (211.) 
Dorner, U, Örundprobleme der Religionspbilofophie. 


(235.) 
SE d ders Srundriß der Handeldgeographie. Bd. 1 
0 


—2. 
ers AS Gedähtnis Philippe d. Großmütigen. (236.) 
uch 6, &., Bom Werden dreier Denter. (235.) 
Sellpad, W., Grundlinien einer Pfychologie der 
Hyfterie. (243.) 


Smend!, 


Theorie u. Praxis. 


Lanrezac, 
Lichtenbergs Briefe. 


Merter, 3., © 
einheimiſchen Recht in 


Theologie. 


Die Bücher Samuelis (erstes und zweites Buch der Könige). 
Uebersetzt und erklärt von Nivard Schlögl. Wien, 1904. 
Mayer & Co. (XXI, 1598. Gr. 8) #3, 40 


Kurzgefasster wissenschaftl. Kommentar zu den heil. Schriften 
des Alt. Test., auf Veranl. d. Leo-Gesellsch. hreg. v. Bernh. 
Schäfer. Abt. I, Bd. 3, 1. Hälfte. 

Der Anlage beë Schäferſchen Kommentarwerkes ent⸗ 
Tprechend wird nach einer kurzen (nur 8 Seiten umfaffenden) 
Einleitung in zwei Kolumnen eine vollftändige Ueberjeßung 
des Textes der Bulgata und des hebräischen Textes ges 
geben. Dadurh wird der Erklärung des Tertes fo viel 
arm entzogen, daß nur am Ende größerer Abjchnitte kurze 
Meprodultionen des Inhalts und in jehr gebrängten Unmer- 
Tungen die widtigiten tertfritiihen Erläuterungen gegeben 
werden Tonnen, ` Zn Iebteren fehlt e3 nicht an einzelnen 
guten Bemerkungen, aber im allgemeinen wirft die traditio- 
nene Unjhauung doch fo ftark ein, daß man bei vielen Fragen, 
svelche in der Gegenwart zu den Samuelisbüchern aufge- 
worfen werden, nicht nur feine wefentliche Förderung ber 
wiflenjhajtlihen Erfenntnis erhält, jondern auch nicht ein- 
mal da3 vorhandene Problem erfährt. Die Chronif wird 
ohne weiteres zur Erklärung beigezogen, Eli gilt al3 tbe, 
smaride, Samuel als Levit "e Doh nimmt auh S., 3. B. 
für I Sam. 17, 12 fg., eine eingefchobene Davidsgejchichte 
an. Die gelegentlichen chronologiihen Crörterungen führen 
ssaturgemäß nicht zu ficheren Refultaten. In einem wiffen- 
Schaftlihen Kommentar wäre ein fkritifch emendierter Tatei- 
niſcher Vulgatatert ohne Zweifel befier am Plat als eine 
Weberjegung, die Heritellung desjelben dürfte zur Beit aler- 
Ding no ihre Schwierigkeiten haben. Andererfeits ift ber 
zexttritiihe Apparat für den Laien, auch den gebildeten, ohne 

233 


erhunde (240): Edert, Grundrig d. Handelsgeographie, Bd.1—2. | 


ER Japenuny, hrg. dv. B. Seidel. 7. Jahrg. 

v. Hoiteben, Geſchichte des Frühjahrsfeldzuges 1813. 

Jónsbók og Réttarbætr. Udgivet v. Ó. Halldórsson. 
9 


( Jo 

la Cour, 3. 2., un und Kurzfhluß-Berfuh in 
., La manoeuvre de Lützen 1813. (237.) 
Hrögb. v. A. Leimann u. ©. 
Shiddelopf. 2. u. 3. Bd. (252. 

Litzmann, B. Goethes Fauſt. Einführung. (251.) 

er Kampf des Fremdrechtee mit dem 
raunſchweig⸗Luneburg. (245.) 
Meyer⸗Benfey, H. Friedrich Naumann. (237.) 


der algebraiſchen Analyſié. 
Ba (2439): Hellpad, Grimdlinien einer Biychologie der Syfterie. 
ed18- u. Staatswillenfdaften (215): Mertel, Der Kampf des Fremdredites 
mit dem einheimifhen Rehte in Braunjhweig Lüneburg. Traeger, Ter 
Kanfaldegriff im Strafe und Zipilreht. Bernwerth v. Bärnftein, Tie 
:  Tampfidhiffahrt auf dem Bodenfee. 
S vn Siſſenſchaften (217): Leerlauf u. KurzſchlußVerſuch. 
` $SpradAunde. Literaturgefdißte (21%): Aristotelis Res publica Atheniensium, 
;  ed.Kenyon. Wiese, Ultitalienifches Elementarbud. Jónsbók og Róttarbeætr, 
? udg. ved Halldórsson. 
2. u. 3. Bd. B 
$ — 
: Pädagogik (235): 


Litzmann, Goethes Fauſt. Lid;tenberge Briefe, 
alassa, Magyar fonétika. i S i 


— Duthefine, Das englifhe Haus, I. 
öhl, Entlafjungsreden. 


Morgan, Xp. d Die Entwidelung bes rofcheies- 
Ueberf. v.B. Solger. (242) 
Haus. 1. Bd. (254.) 


Muthefius, H., Das englifche 
Bernwertho. Bde s Die Dampffiiffahrt 
) 


auf dem Bodenfee sc. (247. 
eib, W., Ecuador 1870—1574. Heft 2, bearb. v. F. 
Zannbäuferu %.v. Wolff. (241.) 
opt. Ç.. Entlaffungsreden. (254.) 
ae Eamueli@, überf. u. erti. v. NR. Schlögl. 
33.) 


E mend, A. Der evangelifche Gottesdienſt. (234.) 

er Gr Der Kaufalbegriff im Straf- u. Zivil- 
redit. (246. 

Wiefe, 8., Aititalieniſches Elementarbuch, (249.) 


Hierzu die Beilage Die (Göne Literatur“: Kr. 4. 


Wert und beeinträchtigt die inhaltliche Erklärung. Jn ber 
Anlage des Ganzen ift e3 begründet, wenn e3 bem Verf. 
nicht gelingt, das Biel wiflenfchaftliher Eregefe wirklich zu 
erreichen. —ıl— 


Smend, Jul. Der evangelifhe Gottesdienft. Eine Liturgit nach 
evang. Örundfägen in 14 Abhandlungen ei Mc Göttingen, 1904. 
Bandenhoed & Ruprecht. (VII, 203 ©. Or. 8.) .# 3,60; geb. „4 4,40. 

Liturgifhe Erörterungen von evangeliſchem Geſichtspunkt 
aus können Heute auf eine ganz andre Aufnahme rechnen, 
ald nod) vor etwa 20 Jahren. Man weiß jebt, daß e8 hier nicht 
nur bBiftorijhe Antiquitäten auszugraben, fondern Reforms 
gedanken zur Geltung zu bringen gilt, die allerdings auf 
bie Gejhichte nicht minder al3 auf prinzipielle Denten 
fich jtügen müffen. Als Vorfämpfer auf diefem Gebiet wirken 
heute befonders die beiden Straßburger Profeſſoren Spitta 
und 3. Smend, namentlich in Beziehung auf Kirchenbau, 

Kirhenmufit und neuerdings die Abendmahlzfeier. Reform- 

gedanken diefer Art über Die genannten, aber auch noch weitere 

verwandte Gegenstände (Taufe, Konfirmation, Trauung, Gebet, 

Bekenntnis und dgl.) trägt S. in diefen Abhandlungen vor. 

Um eine wirkliche Liturgit zu fein, fehlt ihnen doch zu fehr 

die wifjenichaftliche, ingbefondere fyftematifche Haltung; aber 

fie lejen fich gut und wirken anregend als Ausftrahlungen echt 
evangeliiher Grundjäge und eines durchgebildeten Firchlich- 
fünftleriichen Sinne. Der Geift des Ganzen, in wefentlicher 

Kontinuität mit dem Schleiermachers, tritt in den beiden 

rien Aufjägen deutlich hervor. Ich flimme damit ganz 

überein, obwohl ich nur al Difjentierender zitiert werde, und 
freue mich) des allmählichen Durchdringens diefer Gedanlen. 
sm einzelnen fordern natürlich die NReformvorfchläge auch 
den Widerjprucdh heraus; z. B. in Betreff des Belenntnifjes 
und der „Saframente” halte ich fie für utopiich, folange bie 

SM 


235 


viel wichtigere Trage nach der Lehre ungelöft bleibt; mand: 
mal find fie mir zu Tühn, und ich fürchte, die freudige 
Hoffnung ©.3 wird an einem Kirchenwejen fcheitern, das 
doch mehr „petrefatt” (S. 91) ift, ald er denkt. Der Gemeinde 
und den Pfarrern traut er wohl zu viel Sinn für Kultus» 
und Runftfeinheiten (bejonders in Beziehung auf Bach) zu. 
Aber feine Gedanken find gut und tief und eine jedenfalls 
erfreuliche Unregung, nicht bloß richtig Fritifierend (namentlich 
an der preuß. Agende), jondern mutig aufbauend. 
H. Bassermann. 


Der alte Glande., Ev.-Iuther. Semeindeblatt f. die gebildeten Stände. 
Hrsg. v. W. Gußmann. 6. Jahrg. Nr. 16. Lpz., Wallmann. 
Inh.: H. Bezziel, Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen. — 
F. Weſtphal, Allerlei von der Taufe. — E. Röhrich, Die kleine 
Kirche zu Lvon. — S. Zehme, Modernes Heidentum. — E. Hoppe, 
Moderne Weltentſtehungsträume. 


Allgem. evang.-luther. Kirdenzeitung. Begr. von Chr. E, Lut- 
hardt. 1905. Nr. 4. Leipzig, Dörffling u. Frante. 
Inh.: Der Glückſucher. — W. Bold +, Die hriftl. Bolltom- 
menheit nach der bi. Schrift. 2. — An der Wiege ded Chriftentumd. 4. 
— Der Jall Fifher. — Kirbenpolit. Neujahrefhau aug Bayern. 


Proteftantifhe Monatshefte. Hrög. v. 3. Webdty. 9. Jahre. 
Heft 1. Berlin, Schwetichte u. Sohn. 
Snh.: H. Holgmann, Der Fall Loiſy. — L. Köhler, Bul- 
lingerfihriften. 


Protejtantenblatt. Hrag. von R. Emde u. M. Fifcher. 38. Jahrg. 
Nr. 5. Bremen, Schünemann. 

Inh: W. Benignud, Du Töfeft und! — Baentfd, Ent- 
ftehung, Art u. Gefdh. d. israelit. Monotheiðmug. 12. — Traub, 
Kirhe u. Sozialdemokratie. 1. — Braafh, Erni Haedeld „Lebeng 
wunder“. 1. — Drendorff, Die Huftav Wernerftiftung i. 3. 1904. 
— Beilage: Zum Fall Fiicher. 

Die Hriftlihe Welt. Hrag.: W.Nade. 19. Jahrg. Nr.4. Marburg. 

Inh.: Bott unfer hödhftie (Ging — O. Gerot, Cin Mann u. 
ein Wort der Berftändigung (Schmidt, Zur Entwidlung Jeſu). — $. 
Scholz, Zu unferer Kundgebung zum Fall Fiihde. — Schiele, 
Darf die Religiondwifjenfchaft ein Sonderbefig der Fachleute bleiben? 
— E.Lahenmann, Der Bruh zwifchen Frantreih u. d. Vatikan. 
4) Die Regierung u. die Trennung — H. Reup, Die Abfchaffung 
der Zodesftrafe.. — M. Robbe, Wohlfahrtöpflege. (SHI) 


Ahilo fophie. 


Zuchs, Emil, Bom Werden dreier Denfer. Wag wollten Fitte, 
Schelling und Schleiermacher in der erften Pıriode ihrer Entwidlung ? 
Zübingen, 1904. Mohr (Sichel). (XXIV, 381 S. Gr 8) #5. 

Der Verf. (Hilbert in anziehender, feinfinniger Art und 

Weife den Entwidlungsgang der Philofophie Fichtes, Schellings 
und Schleiermacher8 bis 1799 bezw. 1804. Dabei fommt 
e3 ihm weniger auf das Biographiiche al3 darauf an, zu 
zeigen, welche fachlichen Jntereffen diefe „nach dem Wahren, 
nicht nach dem Wirkſamen“ ſuchenden Männer in der Auf- 
ftellung ihrer Syfteme geführt Haben. Der dritte, wenn- 
gleich Fürzefte Teil dürfte der wertvollfte des Buches fein, 
das fich durch feine Elare Darftellungsweije fowie durch die 
zahlreichen wörtlidhen Unführungen bejonders zur Einführung 
in die Probleme der nachlantischen Philofophie eignet. Bchn. 


g um nn 


Dorner, A., Grundprobleme der Religionsphilofophie. Gét for, 
träge. Berlin, 1903. Schwetihle & Sohn. (VILL, 132 ©. ër 8.) 
AM 3, 20. 

Dorner ift einer der nicht allzubhäufigen Theologen von 
heute, die die Notwendigkeit der Metaphyfit betonen, und 
infofern find feine Gaben ftet3 eine heilfame Ergänzung des 
berrichenden Betrieb der Theologie. Für ihn ergibt Hä 
als Rejultat der piychologiichen Betrachtung der Religion, 


— 1905. 37. — Literarifhes Zentralblatt — 11. Februar. — 


236 


daß das Einheitsbedürfnis des menschlichen Geistes zufammen 
mit dem Abhängigfeitäberwu Btfein die Neligion begründen. 
Das Wefen derjelben beiteht demnach darin, da& wir unjeren 
Einbeitstrieb fo befriedigen, daß wir eine höhere Einheit 
poftulieren, Die über den Gegenjah des ’Hh und der Außen 
welt und über die Gegenjäge im ch felbit Hinausgeht und 
fie ausgleicht, und daß wir und nun von bdiejer Einheit 
abhängig fegen. Bon diefem Standpunkt aus befipricht er 
nun in den populären Vorträgen, die feinem „Örundriß ber 
Religionsphilofophie” in ähnlicher Weife parallel gehen, wie 
die Vorträge zur Gefchichte des fittlichen Denkens und Lebens 
jeinem „Syitem der dhrijtlichen Eittenlehre”" [wobei das 
Verhältnis der Ergänzung allerding3 beidemal ein anderes 
ift), zunächft die verfchiedenen Methoden der Neligionsphilo- 
jophie und die verfchiedenen Anfichten über da Wejen der 
Religion, begründet feine eigene Anjhauung von diefem 
Wefen und behandelt dann die verichiedenen fpezifiichen Ueuße- 
rungen de3 fubjeltiven Glaubens, wie Opfer, Mantik, Dogma 
u. a. Die beiden legten Vorträge find dem Verhältnis ber 
Religion zur Sittlichkeit, Wiffenihaft und Kunft gewidmet. 
Den Eindrud von der einheitlichen Kraft des religiöfen Lebens, 
den der Berf. geben will, wird das Buch auf die nicht 
verfeblen, die fih ber nicht ganz leichten Mühe des Durd- 
arbeiten3 unterziehen twollen. 
Wiffenfhaftlihe Beilage 3. 17. Sahresbericht (1904) d. pbhilof. 
Gefelfhaft a. d. Univ. zu Wien. Leipzig, Barth in Komm. 

Inh.: E Müller, Ueber mehrdimenfionale Räume. — ©. 
Erner, Ueber den zentralen Schaft. — R. GoldfHeid, Ueber 
die Notwendigkeit willendtheoret. Betrachtungsmweife neben ber erfonnt, 


nistheoretifchen. — R. Eisler, Der Wille zum Schmerz. Ein piy 
holog. Paradoron. (798.8) M 2. 


Bierteljahrsfchrift f. wiienfchaftl. Philofophie u. Soziologie, gegr. 
von R. Avenariud, brög. von P. Barth. 28. Jahrg. A. Seit. 
Inh.: J. KR. Kreibig, Meber ein Baradoron in der Logik Bol- 
zanod. — PB. Barth, Die Gefhichte der Erziehung in foziolog. Be- 
leuchtung. 4. — Zu Kant u. Rodes Gedådtnis. 


EE 


Geſchichte. 


Fostsehrift ↄ2um Gedüchtnis Philipps dos Grossmütigoeon Land- 
grafen von Hessen, geb. am 13. Nov. 1504. Hrsg. vom Verein 
für hess. Geschichte und Landeskunde. Kassel, 1904. Dufayel 
in Komm. (358 S. Gr. 8.) 6. 

Bu der vierhundertjährigen Qubelfeier der Geburt des 
größten Heifiichen Landesfürften haben die beiden bedeutendjten 
Geſchichtsvereine Kurheſſens und Heſſendarmſtadts Feſtſchriften 
herausgegeben. Gegen den prächtig und künſtleriſch ausge— 
ſtatteten ſtattlichen Quartband des Darmſtädter hiſtor. Vereins 
f. das Großh. Heſſen präſentiert ſich die uns vorliegende 
Caſſeler Feſtſchrift mit ihrem dünnen Oktavband in einem 
ſehr beſcheidenen Gewande mit einer für den Anlaß ihrer 
Veröffentlichung ziemlich dürftigen Ausſtattung. Das Papier 
iſt noch ſchlechter als in früheren Jahrgängen der Zeitſchrift. 
Die Feſtſchrift bildet nämlich zugleich den 38. Bd. der Zeitſchr. 
d. heſſ. Geſchichtsvereins und es iſt zu bemerken, daß das 
früher der Zeitſchrift beigefügte „Verzeichn. neuer heſſ. Lite— 
ratur“, das ſchon im vorigen Bande recht mager geraten 
war, diesmal ganz ausgefallen iſt. Man wird damit auf 
das nächſte Jahr vertröſtet. Als einzigen Schmuck enthält 
die Feſtſchrift ein bisher noch nicht reproduziertes Porträt 
L. Philipps von der Hand ſeines Hofmalers Mich. Müller, 
deſſen Original ſich im Caſſeler Rathaus befindet. Reicher 
und beſſer als die Ausſtattung iſt der Inhalt des Bandes, 
an dem faſt ausſchließlich Marburger Gelehrte, vorzugsweiſe 
die Beamten des dortigen Staatsarchivs gearbeitet haben, 
wobei mancherlei neues archivaliſches Material zur Geſchichte 


IT 


237 


des Landgrafen zu Tage gefördert ift. ES find im ganzen 
vierzehn verichiedene Uuffähe, die Durch einen zufammenfaffenden 
Vortrag über Philipp d. Gropm. eingeleitet werden, ben 
Profefior Wend auf der 7. ZYahresverfammlung der hiftor. 
Kommiflion für Heffen und Walded gehalten Hat. Einen 
intereffanten Beitrag zur Charafterijtit des 14jähr. Land» 
grafen gibt L. Armbruſt in der Entführungsgefchichte ber 
jungen Landgräfin Elifabeth, durch die Glagaus Angaben 
in den heff. Zandtagsalten ergänzt werden. W. Möllenberg 
unterfucht 2. Philipps Verhalten im Schmalfaldifchen Lager 
vor ©iengen und teilt u. a. einen bisher ungedrudten Brief 
des Landgrafen an Margarethe v. d. Saal mit, in dem es 
Heißt „Hette man mir gefolgt, wir wolten ben Keifer vor 
Sngelftadt ein gutten fampff gebben Habben. Aber zu vill 
roten und vil Heubter und fohe machen felten ein gutte 
foppen.” Die Auffäge von W. Derih und A. Huysleng 
behandeln die Anfänge der Reformation in Hersfeld, Hildes- 
beim und Marburg, während Fr. Gundlady Nachträge zum 
Briefwecdjel Philipps mit Luther und Melanchthon veröffentlicht. 
Friedr. Müd, der durch feine Bublikation des „Bolit. Archives 
d. 2. Philipp“ der Hiftorifchen Forſchung eine eigene Feftgabe 
eriten Ranges zur Philippfeier dargebradt Hat, fteuert zu 
unferer Zeitichrift drei Auffäge (über den Wormfer Reihs- 
tag, Einführung der Reformation in Geen, Philipps Stellung 
zum Klirchenbann) bei, die durch die Benugung und Ber: 
öffentlihung der „Denkzettel“ des Landgrafen bejonderes 
Snterefle beanfpruchen dürfen. Erwähnt jeinoch die Daritellung 
des Bauernfrieges in den Stiftern Fulda und Hersfeld von 
D. Merz, fowie ein ausführlicher Aufja von U. Huygfeng, 
der die Geichichte der Deutichordensballei Heflen in den fri- 
tiihen Jahren, da Philipp fie vergeblich zu fälularifieren 
juchte, zum Gegenitand hat. Ph. L. 


Meyer:Benfey, Heinr, Friedrih Naumann. Seine Entwidlung 
und feine Bedeutung für die deutfche Bildung der Gegenwart. 
Göttingen, 1904. Bandendord & Rupreht. (X, 194 ©. 8.) 
M 2, 40; geb. # 3. 

Bon Freunden und Gegnern der nationaljozialen Un- 
Ihauungen und Beftrebungen wird ziemlich einnütig aner: 
fonnt, daß Friedrih Naumann unter allen Männern unjeres 
Öffentlichen Lebens eine der jyinpathifchiten Perjönlichkeiten 
ift, und daher wird ein Werk wie da3 vorliegende, da3 ung 
diefe Perfönlihteit näher bringt, viele Freunde finden. Meyer: 
Benfey will nicht eine Biographie Naumanns im eigentlichen 
Sinne geben und feinen äußeren Lebensgang ausführlich It, 
dern, jondern er begnügt fi) damit, diejen in dem einleitenden 
Kapitel mit wenigen Strichen zu zeichnen, und gibt im üb» 
rigen eine fehr warm gehaltene, eingehende und anfprechende 
Analyfe von Naumann religiöfer, äfthetifcher und politiicher 
Entwidlung und gegenwärtiger Stellung. Das Heine Büchlein 
enthält eine Fülle von Anregungen und darf allen, die am 
Öffentlichen Leben Jnterefje nehmen, warm empfohlen werben. 


1) v. Holleben, Gefhichte des Frühjahröfeldzuges 1813 und 
feine Borgeichichte. Erfter Band. Mit 6 Zertjlizzen, 1 Ueberfidhte- 
tarte, 1 Plan und 4 Sien, Berlin, 1904. Mittler & Sohn. 
(XIV, 465 ©. Rep. 8) 4 12; geb. Æ 14. 

Geſchichte der Befreiungdtriege 1813—1815 in vier Einzelwerten. 

2.) Lanrezac, Col., La manoeuvre de Lützen 1818. Avec 18 
croquis. Paris, 1904. Berger-Levrault & Cie. (272 S. Gr. 8.) 
Fr. 10. 


(Ga lann faum größere literarifhe Gegenfäge geben, wie 
diefe zwei Bücher, welche zu gleicher Beit erfhienen und den 
gleichen Gegenitand in der Weije behandeln, daß die Urbeit 
Hollebend den vorderen Teil derjenigen Lanrezacd um 
faßt. Letztere bezieht fi nämlich nicht, entiprechend ihrem 
Titel, bloß auf die Schlacht, welche wir in Deutjchland als 


— 1%5. 7. — Literarifhes Bentraiblatt — 11. Februar. — 


238 





die von Groß-Görfchen bezeichnen, fondern auf den ganzen 
Srühjahrsfeldzug Napoleons. — Hollebens Werl (1) umfaht 
den der Darftellung nach jchwierigiten Teil der Mittlerichen 
Gejamtfamniung, bejonders jchwierig durch das allmähliche 
Eintreten Preußens in den Krieg und die damit zufammen- 
hängenden vieljeitigen und äußerjt vermworrenen Vorgänge. 
Der Berfaffer ift mit unermüdlihem Fleiße und großem Eifer 
an die Löjung feiner Aufgabe gegangen, bat Arhive und 
Riteratur Hot benubt, zeigt fih aber fchließlih, wiſſen⸗ 
Ihaftlih und in Geftaltungsfraft feiner Aufgabe niht ges 
wachſen. Ardivaliih betrachtet, darf Hollebens Wert als 
da3 fleißigite der ganzen Gruppe angejehen werben; um fo 
bedauerlicher ift e3, daß er (nad) der Lifte ©. XI) das 
neifenaufche, da8 Boyeniche, da8 Schweriner und das Hanno» 
veride Arhiv niht benußt Hat. Sorgfältig in der Angabe 
der Truppenjtärfen, übt der Verf. bisweilen eine veritändige 
Kritit, bringt mande treffliche Bemerkung, und zeigt bie 
und da, mie A B. beim Gefecht von Lüneburg (S. 271, 
272), den Rüftungen Napoleons zc., daß er anjchaulich Ichildern 
tann. Aber diefe Vorzüge werden leider durch Uebelftände 
verdunfelt. Der Verf. beherricht nicht den Stoff, jondern, 
man möchte falt jagen, er wird durch den Stoff überwältigt, 
und e3 fehlt ihm an Hiftorifher Schulung. Hieraus ergiebt 
fih dann alles: ein lojed Uneinanderreihen von Creignifien 
und Ercerpten, ein bisweilen fajt Hilflojes Umberjpringen von 
einem Gegenftande zum andern, ein Berreißen der gleichen 
Sade in verfchiedene Stüde, wiederholtes ſelbſt dreimaliges 
Burüdtommen auf denjelben Gegenitand, und jchließlich 
ein Berfallen in dürre fchematische Beitbehandlung. Weil 
der Berf. fidh feine Kenntniffe nicht zu verfagen vermag, 
bietet er zu viel Unmichtiges und Nebenfächliches, infolge 
defien das Wichtige nicht Ear hervortritt, ja bisweilen er- 
drüdt oder ganz mnebenjächlich erzählt wird. Namentlich 
Hären zu zahlreiche wörtlich” wiedergegebene Stüde aus 
Briefen, welche zwar bejagen, was der Schreiber beab- 
fichtigt, aber nicht, was8 er wirflich tut. Dabei fegt Holleben 
bisweilen zu viele, ein andermal zu geringe Kenntnifje bei 
Dem Lefer voraus. So erzählt er 3. B. febr verftändig Die 
Vorgejchichte der Konvention von Tauroggen, die Hauptjache 
aber, den Inhalt der Konvention, vermißt man. Die frans 
zöftichen und felbjt die rufiiichen Dinge werden mitunter ges 
radezu ffiszenhaft berichtet, die preußifchen daneben zu breit. 
Das volle ntereife des preußischen Seneral3 ift bei den 
Preußen; das entjpricht aber nicht der Abjicht und dem Titel 
des Buches. Auffallend ut der Mangel an Charakteridhil- 
derungen; fo hätte auf ©. 81 eine Charafteriftit des Königs 
Friedrih Wilhelm gehört, weil deffen Handeln eben auf 
feinem Wefen beruhte. Schon die Einteilung des Buches ift 
unglüdlih, voran find die Friegerifchen Ereignijje gegeben, 
und dann erft weit hinterher die gleichzeitigen politifchen, wäh. 
rend doch wohl richtiger mit diejen begonnen wäre. Man ver» 
mißt eine innerliche Verarbeitung des Stoffes; die Unklar: 
heit der Verhältniffe kennzeichnet fich gewilfermaßen in der Uns 
überfichtlichkeit der Darftellung. Wäre wenigfteng am Ende der 
Kapitel eine Zufammenfafjung der Vorgänge gegeben, fo 
würde den Lefern und Benugern ihre jchiwere Arbeit wenig. 
ftens etwas erleichtert fein. Kurz: e8 Handelt jich vielfach mehr 
um eine fleißige Sammlung von Notizen, al3 um ein dar: 
ftellendes Wert. — Ganz anders Lanrezac (2). Auf ardiva- 
fifche Forfchung verzichtet er eigentlich ganz: er begnügt fidh 
mit dem, was veröffentlicht ift; aber dies verarbeitet er Har, 
beftimmt, überfichtlich, jcharflinnig, lesbar. Wenn er aug 
zu fehr.von franzöjifcher Seite ausgeht und die Verbün- 
deten vielfach dagegen zurüdtreten, fo zeigt er fih doh ob- 
jeftin und läft namentli) den Preußen volle Gerechtigkeit 
widerfahren. Bei den NRüftungen mwirtfchaftet er zu viel 


239 


— 1905. A837. — Literarifhes Zentralblatt. — 11. Februar, — 


240 





mit theoretifchen Zahlen; fo folte das Heer Napoleons nadh 
vollendeter Aushebung ungefähr 650,000 Mann betragen; 
viel wichtiger ift, zu willen, daß der Kaifer Ende April in 
Deutichland 226,000 Mann mit 457 Gefhügen befaß. Die 
preußijche Gefamtrüftung nah vollendeter Mobilmachung 
wird auf 250,000 Mann veranjchlagt. Uber al der Feld- 
zug begann, zählte man nicht mehr ald 80,000 Krieger. 
Nicht felten find die BZahlenangaben ungenau, A. B. daß 
Eugen an der Oder 50,000 Mann verfammeln und fie im 
Laufe des März auf 80,000 Mann bringen fonnte. Richtiger 
wäre geweien, wenn 2. jene mit 41,000 Mann bemeilen und 
Hinzugefügt hätte, daß bei Magdeburg ein neues Korps gebildet 
wurde, welche am 1. März 23,000 Mann zählte Mit der 
geringeren Kenntnis der Sachen bei den Verbündeten hängen 
mancherlei Fehler zufammen, fo fennt der Berf. da? pom- 
merfche Korps Borftelld nicht, von der Neutralität Schlefiens 
hat er eine völlig faljche Auffaffung, aus Hohenmöljen madht 
er Hölfen-Mölfen, aus Bwidau: Bwenfau, aus Dresden: 
Neuftadt einen Ort Neuftadt, den Waffenftillftand bezeichnet 
er noch alg den von Poijhwig ftatt Pläswig, und vieles 
andere. Es mangelt und der Raum näher auf die Dinge ein- 
zugehen. — Jm ganzen ift zu bedauern, dak niht die beiden 
Arbeitsträfte vereint gewefen find: der Fleiß und die Einzel- 
fenntnis Hollebeng mit dem Darftellungd- und Gruppierung? 
talente Zanrezacd verbunden, würde für die Beit ergeben 
haben, deffen wir jegt leider noch entbehren: ein in jeder 
Beziehung vollwertige Bud). v. Pflugk-Harttung. 


Hohenzollern-Jahrbudh, Forfhungen und Abbildungen zur Sefchichte 
der Hohenzollern in Brandenburg-Preußen, brög. von Paul Seidel. 
7. Jahrg. 1903. Berlin und Leipzig, Did & Devrient. (VIII, 
298 ©. m. Abb. und 43 Vollbildern unb Beilagen. Well, 4 20 

Der vorlette Band des Hohenzollern-Sahrbuhs ift im 

Sahrg. 1904, Nr. 5, Sp. 159 fg. d. BI. angezeigt worden. 

Auh ber jeht vorliegende wird wieder feiner Aufgabe voll. 

fommen gereht. Die Yluftrationen gewähren wirkliches 

Sintereffe und find trefflich ausgeführt. Von den Auffähen, 

be beier Band enthält, ruhen mehrere auf bisher im wejent« 

fihen unbenugtem Material und bringen fo dem Hiftorifer 
eine erwünfchte Erweiterung feiner Kenntnig und Unjchauung. 

Rofer, der Biograph Friedrih des Gr., verwertet feine 

reiche Duellenfenntnig zu einer anjchaulidden Schilderung der 

Herren und Damen, die fih in der Zeit um 1750 am Ber: 

finer Hofe bewegten. Bejonders zu ftatten fommt ihm Hier- 

bei Dag erft vor wenigen Jahren der Forfhung erfchloffene 

Tagebuch des oftpreußifchen Grafen Ernit Ahasverus Heinrich 

von Lehndorf, deffen Original fich im Lehndorfichen Familien- 

arhiv au Steinort befindet. Ein oftpreußifches Familien- 
ardhiv, nämlich das Dohna’fche zu Schlobitten, hat auch das 

Material für den Beitrag von Borkowsh: „Königin Sophie 

Charlotte al Mutter und Erzieherin” geliefert. Die Königin 

Hatte für ihren Sohn, den fpäteren Friedrih Wilhelm I, 

al3 Gouverneur und Oberhofmeifter den Grafen Alerander 

zu Dohna gewählt. Arnheim, der bewährte Kenner der 
ſchwediſchen Geſchichte, jchildert „Guftan Adolf Brautwer- 
bung” als eriten Teil einer Biographie der Gemahlin des 

Schwedenkönigs Maria Eleonora von Brandenburg. Krieger 

berichtet über die Mrt, wie Die Mitglieder des Hohenzollern: 

Haufes ihre Bücher als ihr Eigentum zu bezeichnen pflegten 

(Er-Libris, Namenseinfchrift 2c.). Die Anwendung von Er- 

Libris-Beihen durch die Hohenzollern Täßt fih bis in bie 

zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts verfolgen. Spezielle 

Beiträge zur Kunftgeichichte Tiefern der Herausgeber Seibel 

ünd Baurat Geyer (in der Bortfegung feiner Erörterungen 

über die Baugefchichte des Töniglihen Schlofjes zu Berlin). 

In einer Heinen anjprechenden Stizze äußert fih Hinge über 


„Seit und Epochen der preußiichen Geichichte”. Wenn er 
übrigens ©. 72 behauptet, daß „in die dDumpfen Mafjen bei 
uns eigentlich erft feit dem 16. Sahrh. der Strom eines 
höheren geiftigen Lebeng eingedrungen ift”, fo fehlt es dod 
nit on Nadrihten über geiftige Regungen auch aus Der 
borausgehenden Beit. Wenn die Kirche fich veranlaßt fah, 
jelbftändige religiöfe NRegungen in der Mark zu unter 
drüden, jo können die Maffen doch nicht fo ganz „Dumpf” 
gewesen fein. Die „Roloniftenbevölferung” (von der Hinje 
ebenda fpricht) befand fih im Mittelalter in beijerer Lage 
als Später. Die genannten Beiträge find diejenigen, welde 
den Lefer am meiften fefleln werden. Aber auch noch anderes 
wird mit Dank aufgenommen werden. Zum Schluß Heben 
wir hervor, daß der Preis des Bandes in Anbetracht der 
glänzenden Ausftattung ein billiger genannt werden Tomm, 
was um fo mehr Anerkennung verdient, al3 man heute fo 
oft Anlaß bat, über unzwedmäßig Hohe Bücherpreife zu Hagen. 





Hiſtoriſches Jahrbuch. Im Auftrage der Görres-Geſellſchaft hrsg. 
von Joſ. Weiß. 26. Band. 1. Heft. München, Herder u. Co. 


Inh.: Funk, Die Echtheit der Kanones von Sardika. 1. — 
Lauchert, Der Freifinger Weihbiſchof Sebaſtian Haydlauf u. ſeine 
Schriſten. — Krirſch, Zum Verhalten des päpſtl. Stuhles bei der 
Kaiſerwahl Karls VII u. Franz' J. — Lorenz, Das Alter des heut. 
jüd. Kalenders. — Baumgarten, Die Ueberſendung des roten Hutes. 


Korreſpondenzblatt des Geſamtvereins d. deutſchen Geſch⸗u. Altert. 
Vereine. Red.: P. Bailleu. 53. Jahrg. Nr. 1. Berlin, Mittler & S. 


Inh.: Hauptverſammlung des Gcfamtvercing 9.—11. Aug. 1904 
in Danzig. (Fortf.) Vortiäge: Warſchauer, Schumacher und 
v. Nießen, UÜUeber die Erforſchung der Geſchichte der deutſchen Koloe⸗ 
niſation im Oſten; Wäſchke, Wie können die Geſchichtsvereine die 
Orténamenforſchung fördern? — Roſenfeld, Zum archival. Pro— 
venienzprinzip. — Reuſchel, Neue Zeitſchriften für Volkskunde. 


Länder- und NRölkerkunde. 


Eckert, Max, Grundriss der Handelsgeographie. Band 1. 2. 
Leipzig, 1905. Göschen. (XI, 229; XV, 5178. 8.) æ 11, 80. 


In dem zunehmenden, von Jahr zu Jahr fchärfer und 
rüdfichtölofer fich geftaltenden Wettbeiverb auf dem Welt- 
martte wird das Bolt am meiften gewinnen, deffen Kauf: 
leute und Industrielle die am gründlichiten unterrichteten 
find. Wer die Produftiong- und Konfumtiongverhältnifje 
aller Länder am Harjten überfchaut und ihre Einzelheiten 
am genaueften fennt, wird die größte Ausficht haben, feine 
Mitbewerber aus dem Felde zu Schlagen und dadurch nicht 
nur für feine eigene PBerjon den reichften Gewinn davon— 
zutragen, fondern auch den WoHfftand feines Volkes zu heben 
und für die Zukunft zu fihern. In Deutjchland wird gegen- 
wärtig viel für die Ausbildung der jungen Kaufleute durch 
ein zwedmäßig organiliertes Sachichulmwefen getan, das die 
Spige feiner Entwidlung in den trefflih eingerichteten 
Handelshochſchulen gefunden hat, die in den großen Verkehrs: 
mittelpunftten aufgeblüht find. Im Bufammenhange damit 


iſt auch die Literatur der einzelnen Handelswilfenichaften in 


den legten Jahren mächtig angewacjen. Um wenigften Hatte 
bei der fat treibhausartigen Entwidlung bißher die Handels- 
geographie gewonnen. Allerdings fehlte eë nicht an Qeit: 
fäden und Lehrbüchern für die Hand der Schüler, wohl 
aber an ftreng wiflenichaftlichen, das weite Gebiet aus- 
Ihöpfenden unmmfangreicheren Darjtelungen. Bwar Liegen 
mehrere nicht unglüdliche Verſuche vor, aber teils laffen fie 
volle Beherrihung des überaus weitichichtigen und zerjtreuten 
Stoffes vermifjen, teil3 find fie Ion nach wenigen Jahren 
veraltet, da das notwendigerweife aufzunehmende ftatiftifche 
Material nur bei rajch folgenden WUuflagen einigermaßen 
auf dem Laufenden erhalten twerden fann. Über das 


241 


— 1905. 47. — Literarifhes Bentralblatt — 11. Februar. — 


242 





fhwierige Problem, den fpröden Stoff zu meiftern, ift fo 
anziehend, daß immer neue Bücher diefer Urt auftauchen. 
Da3 jüngfte, das hier vorliegt, erwedt einen burchaus 
günftigen Eindrud. Schon aus den erften Seiten erkennt 
man, daß der Verf. nicht aus grauer Theorie redet, fondern 
die Bedürfniffe der Prarid genau kennt und die Erfahrungen 
feiner mehrjährigen Lehrtätigfeit an der Leipziger Handels: 
hodihule gejhidt verwertet. Die zu Grunde liegenden 
geographiichen ZTatjachen betrachtet er im Sinne feines 
Lehrers Friedrich Rapel. Wie diejer fucht er überall nach: 
zuweilen, daß die Wirtichafts- und Verkehrsverhältniſſe eines 
Erdgebietes in engen Beziehungen zu feiner Lage, feinen 
orographifchen,, Hydrographiichen, Elimatifchen und ethnolo- 
giſchen Verhältniffen ftehen und nur im Zufammenhange 
mit biejen verjtanden werden Fönnen. Dazu bat er mit 
großem Fleiß eine faft überreihe Fülle von durchgängig 
neuem, met amtlichen Duellenwerfen entnommenem ftati- 
Niihen Material gejammelt. Der nahe liegenden Gefahr, 
über die Maffe des Stoffes die Herrichaft zu verlieren, ift 
er im Gegenjab zu manchen feiner Vorgänger glüdlich ent- 
gangen, indem er dem Ganzen eine are, wifjenfchaftlich 
braudbare Dispofition zu Grunde gelegt und diefe ftreng 
durchgeführt Hat. Sein Werk umfaßt zwei Bände. Der 
erite enthält die allgemeine Wirtichafts- und Verkehrs» 
geograpbie, der zweite diejenige der einzelnen Wirtjchafts: 
gebiete nach ihrer politiihen oder natürlichen Gliederung. 
Das Deutihe Reich fteht mit Necht im Vordergrunde der 
Betrachtung, weil ja die Kenntnis der heimatlichen Exfchei- 
nungen die Brüde zum Berftändnis ber fremdländifchen 
Berhältnifje bildet. Auch bei der Beiprehung der außer- 
deutichen Wirtfchaftägebiete wird fortwährend auf die viel 
fahen Wechfelbeziehungen Hingewiefen, die fie mit unferm 
Baterlande verknüpfen. Die UWeberjichtlichfeit des Wertes 
wird durch die Einteilung in kurze Paragraphen, die Brauch: 
barkeit durch zwei ausführliche Sachregifter wefentlich er, 
leichter. Wer fih der Einficht nicht verfchließt, daß die 
Welt Heutzutage im Zeichen des Verkehrs fteht, und wer 
die geographiiden Grundlagen diejed riefig anwachſenden 
Verkehrs an der Hand eines gründlich unterrichteten Fad- 
mannes fennen lernen will, der wird aus dem Buche reiche 
Belehrung und Anregung fchöpfen. V. H. 


Gisbuns. Hrg.: H. Singer. 87. Bd. Rr. 4. Braunſchw., Bieweg u. S. 

Jnh.: ten Kate, Die blauen Geburtäflede. — Niebus, Das 
Ram-Feftfpiel Rordindieng. (Mit 7 Abb.) — Feblinger, Die Neger 
der Bereinigten Staaten. 





Haturmiflenfihaften. Mathematik, 


Beiss, Wilh., Ecuador 1870—1874. Petrographische Untersu- 
chungen ausgeführtim mineralogisch-petrographischen Institut 
der Universität Berlin. Heft 2: Die jüngeren Gesteine der 
ecuatorianischen Ostcordillere von Cordillera de Pillaro bis 
zum Sangay sowie die des Azuay u. eines Teiles der Cuenca- 
Mulde, bearb. v. F. Tannhäuser. Mit 1 Taf. Die älteren 
Gesteine der ecuatorianischen Ostcordillere sowie die des 
Azuay u. eines Teiles der Cuenca-Mulde, bearb. von F. v. 
Wolff. Berlin, 1904. Asher & Co. (S. 117—304. Gr. A 


Bon dem gropen Werte deg verdienftoolen Yorichungs- 
reifenden ift ein weiterer Abfchnitt erſchienen, welcher petro- 
graphifhe Unterfuchungen der Gefteine der Dftkordillere 
Ecuadors enthält. Die erfte Arbeit umfaßt die jungen 
Eruptivgefteine des Gebietes von der Cordillera del Pillaro 
nadh Süden big zur Mulde von Cuenca und hat, wie ale diefe 
Unterſuchungen, nur lokales Intereſſe, wie ja bei den vielen 
vorhergegangenen Beröffentlihungen über Hierher gehörige 
Gefteine taum anders zu erwarten war. Die zweite Arbeit 


behandelt die älteren Gefteine der Dftkordillere vom Cayambe 
bi zum Wzuay und der Luenca- Mulde und Hat infofern 
allgemeinere nterefje, al3 v. Wolff nachweift, daß diefe 
Gefteine dynamometamorph veränderte tonige und fandige 
Sedimente mit eingelagerten Diabafen, porphyrifchen Ge 
Veinen und Tuffen find, Gefteine, welche den in den Ar- 
dennen und im Taunus vorfommenden fehr ähneln. Da 
an der Faltung auch Kreideichichten teilgenommen Haben, 
ift e3 wahrfcheinlich, daß die bislang fehlenden Schichten des 
Paläozoicums, der Trias und des Jura in diefen dyna- 
mometamorphen Gefteinen vorliegen. 8. 


Buchmann, Franz, Kritische Nachträge zur Flora der nord- 
westdeutschen Tiefebene. Leipzig, 1904. Engelmann. (VI, 
74 S. Gr.8) 41,2%. 

Das Hauptwerk des durch feine rege Tätigkeit in dem 
bezeichneten Slorengebiete rühmlichft befannten Verf. ift im 
Sabre 1894 erjchienen (vgl. Jahrg. 1894, Nr. 43, Sp. 1565 
d. Bl.). Die vorliegenden Nachträge find nicht bloß folche 
neu binzugelommener Arten und Fundorte; e8 find vielmehr 
legtere einer volljtändigen jyitematiihen Aufzählung aller 
im Gebiet vorfommenden Arten an den entiprechenden Stellen 
eingefügt, jo daß dieje Zujammenftellung eine jehr bequeme 
„Ueberjicht über die Flora des deutichen Nordweitens“ ges 
währt, welche durch die am Schluffe gegebene „ftatiftifche 
Ueberjicht” (Vergleihung der im Jahre 1894 veröffentlichten 
Ylora mit den heutigen Angaben) noch vervollitändigt wird. 
Nach Iebierer find im Gebiete bis jebt 1124 Arten aus 
109 Familien der Pteridophyten und Blütenpflanzen befannt. 

Lssn. 


Morgan, Thomas Hunt, Die Entwickelung des Froscheies. 
Eine Einleitung in die experimentelle Embryologie. Nach 
der 2. engl. Aufl. übersetzt von Bernh. Solger. Leipzig, 
1904. Engelmann. (XV, 2931 S. Gr. 8) #6. 

TH. H. Morgans 1897 in erfter Auflage erfchienenes 
Budh The development of the frogs egg erwies Ré zu ba- 
maliger Beit, al3 e3 noh gar feine zufammenfaffenden Dar- 
ftellungen des entwidlungsmechanifchen Stoffes gab, al3 un- 
gemein nüblich. &3 machte den Anfänger mit dem am meiften 
unterjuchten und beftgefannten Gegenjtande entwidelungs» 
mechanischer Forfhung gründlich vertraut und Inüpfte daran 
in anregender Weile die theoretiihen Betrachtungen. Das 
Erjcheinen einer zweiten Auflage beweift am beiten, wie gut 
dem Verf. die Löfung feiner Aufgabe gelungen war. Der 
von Solger bejorgten deutfchen Ueberjegung hat Morgan 
eine Anzahl bemerkengwerter Ergänzungen Hinzugefügt, die 
der englifchen Ausgabe fehlen. Auch der Ueberfeher nimmt 
gelegentlich zu fachlichen Einwendungen dad Wort. 


Cesäro, Ernesto, Elementares Lehrbuch der algebraischen 
Analysis und der Infinitesimalrechnung mit zahlreichen 
Uebungsbeispielen. Deutsch hregb. v. Gerh. Kowalewski. 
Leipzig, ee Teubner. (II, 894 8. Gr. 8. mit 97 Fig.) 

. A 1b. l 


Diefes Wert, das der Berf. für die mathematische Jugend 
Deutichlands beftimmt Hat, ift zweifellos unter alen bisher 
erſchienenen Lehrbüchern der algebraiſchen Analyfis das 
vollſtändigſte und reichhaltigſte; es bietet aber noch weit mehr, 
als die ſonſtigen Lehrbücher dieſer Disziplin zu enthalten 
pflegen, denn es entwickelt auf der Grundlage der algebraiſchen 
Analyfis auh noh eine Darftelung der Differential und 
Sintegralrechnung, allerdings ohne dadurch ein ausführlicheres 
Lehrbuch diefer beiden Disziplinen entbehrlih machen zu 
wollen. Die vorgetragenen Lehren der algebraifhen Anas 
Iyjis werden mit volllommener Strenge entwidelt, Dagegen 
lag ed nicht in der Ubficht des DVerf.s eine erjchöpfende Dar- 

$s 


243 


ftellung der Prinzipien zu geben, fein Zwed war vielmehr, 
wie er in ber VBorrede fagt, den Lefer fne und ficher zu 
einer großen Ernte analgtifher und geometriiher Tatfachen 
zu führen. Wirklich ift die Zahl diefer Tatfadhen, die der 
Verf. in Säben und befonders in Beilpielen und Uebung®: 
aufgaben beibringt, ganz außerordentlich groß. Wie eingehend 
und reichhaltig ift, um nur zweierlei zu erwähnen, der Ab- 
Ichnitt über unendliche Reihen (S. 118— 177) und der über 
algebraifche Gleichungen (S. 377—485). Da3 ganze Wert zer- 
fält in 7 Bücher, die folgende Gegenftände behandeln: De» 
terminanten , lineare und quadratijhe Formen; Xrrationale 
Bahlen, Grenzwerte, unendlide Reihen und Produlte; 
Theorie der Funktionen; Romplere Zahlen und Quaternionen; 
AUlgebraifhe Gleichungen; Differentialrehnung; Integral—⸗ 
rehnung. Ein Anhang beipricht die Weierftraßiiche nicht diffe- 
rentiierbare Funktion und bringt einiges über Differenzenrech- 
nung, über Derivierte von Funktionen von Funktionen und über 
Bariationsrehnung. Den deutichen Studenten ift Hier für 
einen mäßigen Preig ein umfangreiches Wert geboten, deffen 
eingehende Studium ihnen von unfhägbarem Nugen fein 
muß und das fie während ihrer ganzen Studienzeit als 
Hand- und Nahjichlagebuch begleiten folte. Was ſchließlich 
die Ueberjegung angeht, fo genügt e8 zu erwähnen, daß 
man ihr nicht anmerft, daß fie eine Weberjegung ift. Der 
Ueberfeger Hat ein gutes Sachregifter beigefügt, wie e3 bei 
den neueren Erfcheinungen des Teubnerjhen Verlages die 
Regel ift. E—l. 


Bibliotheca mathematica. Zeitfchrift tr en der mathemat. 
MWiffenfhaften. Hrg. von Œ. Eneftröm. 3. FJ. 5. Band. 4. Heft. 
Leipzig, Teubner. 

Snh.: P. Duhem, Un ouvrage perdu cité par Jordanus 
de Nemore: le Philotechnes. — A. Favaro, Nuove ricerche 
sul matematico Leonardo Cremonese. — H. Bosmans, Note 
sur la trigonometrie d'Adrien Romain. — 4. v. Braunmübhl, 
Beiträge sur Gefhichte der Sntegralrehrung bei Newton u. Cotes. 
Mit3 Fig) — E. Hoffmann, Die Entwidelung der verfhiedenen 
Probleme der Marima der Anziehung. (Mit 8 Fig.) — ©. Eneftröm, 
Sé neuc literar. Hilfsmittel zur Verbreitung mathemat.-hift. Kennt 

e. — Det, Kleine Bemerkungen zur 2. Auflage von Cantors 
" Borlefungen über Srcihichte der Mathematik”. 


Aftrenomiiche Nadrichten. Hrög.v.H.Kreug. 167.Bd. Nr. 3990 
—91. Hamburg, Maute Söhne. 

Inh.: L. Courvoifier, Kimurad Phänomen u. die „jährliche 
Refraktion” der Firfterne. — F. Krüger, Farbige Firfterne zwifchen 
400 u. 600 nördl. Dellination. — N. lewdokimow, Var. RV 
Pegasi. — A. Taf, Neuer Beränderlicher 190.1904 Cassiopeiae. 
— W. Ruther, Beobachtungen deg Planeten 1905 PS. — M. C bell, 
Ephemeride ded Kometen 1904 d. — M. Wolf, Photograph. Aufe 
nahmen von feinen Planeten. 


Naturwiffenfhaftt. Rundfhan. Hrög.v.W.Stlaret. 20. Jahrg. 
Nr. 4. Braunfhweig, Pieweg u. Sohn. 

Sad: W. H. Pidering, Der neunte Saturmond. — ©. 
Elmann, Die Phullopoden, Cladoceren u. freilebenden Copepoden 
der flandinav. Hochgebirge. Ein Beitrag zur tiergeograph. Biologie 
u. Spitematit der arktifchen, nord» u. mitteleuropäifchen Arten. 





Medizin. 


Hellpach, wiy, Grundlinien einer Psychologie der Hysterie. 
Leipzig, 1904. Engelmann. (VIII, 502 S. Gr BI 49. 
Der Boben, auf dem der Berf. bei diefer wie bei der 


Mehrzahl feiner früheren Arbeiten fteht, fann Durch die beiden 
Namen Wundt und Lampreht bezeichnet werden; mit jenem 
teilt er die voluntariftifche Grundlage bei der Behandlung 
pſychologiſcher Probleme, von diefem hat er die Begriffe der 
Neizjamkeit und Lenkjamfeit übernommen, die, bejonders der 
leßtere, im Mittelpuntte feiner Unterjuchung ftehen. Er gebt 
davon aus, daB Unalyfe und Genefe der Hyfterie hei der 


— 1905. 437. — Literarifhes Bentralblatt — 11. Februar. — 


244 


vorliegenden Aufgabe ftreng zu trennen find. Die Lolali- 
fationslehre im Sinne Flehfigd wird weit abgelehnt, eben: 
fowenig ift für das vorliegende Einzelproblem von dem 
PBrinzipe des „piychophyfiihen Parallelismus“ etwas zu ge- 
winnen; Ddiefes ift Au erleben durch die Funktionalität im 
mathematischen Sinne, die an Stele einer Formel einen 
Begriff einführt. Die Aufgabe jeder Krankeitsforfchung ift 
nicht eine ontologifche, fondern einzig eine genetifche, mit 
anderen Worten: das Problem des Pathologiichen ift feine 
Unterfrage des phHfiologifchen Problems, fondern gehört 
ausichließlich der Biologie an. So ift auh das Wefen Der 
piychifchen Krankheit ein genetifches. Während als Tërper, 
liche Krankheit jede Abweichung der natürlichen Entwidlung 
auf den Tod zu bezeichnet werden fann, bie nicht mit Der 
natürlihen NRüdbildung fih dedt, wird diefe Definition ungu- 
länglich bei den pfychopathiichen Erfcheinungen; für diefe find 
als Mapftab ihre Tozialpiyhiihen Wirkungen anzujehen. 
Nah ausführlicher Begründung und Verteidigung diejes 
Sages geht der Verf. dazu über, deffen Nichtigkeit an dem 
Hyfterieproblem zu erproben. Bevor er indefjen diefes jelbft 
in Angriff nimmt, fegt er fih mit dem Begriff der Suggeltion 
auseinander: ausgehend von dem Verhältnis ded Suggeitiven 
zur pfychiihen Kaufalität erklärt er die Suggeftion als einen 
Erfolg von fompleter Sinnlofigkeit und Maplofigfeit. (Sinn 
und Maß gilt hierbei ald das Kennzeichen aller Erlebnifie, 
in denen das Yolgende als im Vorhergehenden begründet 
erlebt wird.) Das Hauptproblem wird mit einer vorerft 
analytifchen Unterfuchung über die Hyfterifchen Bewegungs: 
ftörungen begonnen: fie werden erfannt al3 Bewegungstom: 
plere, die in fpradhlihen Begriffen feitgelegt find; die Hyfte- 
rifche Lähmung ift eine beiwegungsbegriffliche, ebenfo wie die 
byiterifhe Empfindungsftörung eine glied- oder gebildbegriff- 
lihe ift. Nicht alle Hyiteriichen Erieinungen find indeljen 
pfouchogener Natur, einige, befonders Bar: und Hüperäjthefien 
find manchmal rein phufifh bedingt, in anderen Fällen 
Suggeftiverjcheinungen ; die An» und Hüperäfthefie ift ars 
eine apperceptive Empfindungsauslöfchung oder -Abihwädhung 
aufzufafien, die an fi noch nichts pathologifches ut ` die 
Verdrängung einer Empfindung dur die ihr entiprechende 
Begriffsvorftellung ift ein alltägliher Vorgang. Für die 
Ausgeftaltung des intellektuellen Seelenlebeng der Hyfterifchen 
ift das Vorherrichen der vorwiegend mit reproduftivem Mate: 
trial arbeitenden phantaftifchen Upperception maßgebend; und 
bier jchlägt Hd eine Brüde zu dem umfafjenderen Begriffe 
der Lenkjamkeit: in ihr it die Schwäche der aktiven Apper: 
ception, die für die Phantafietätigfeit bezeichnend ift, am 
deutlichiten ausgeprägt. E3 wird im Anfchluffe hieran aus- 
geführt, wie die phantaftiiche Upperception fehr wohl mit 
der erwähnten harakteriftiihen Empfindungsfhwädung ver 
einbar ift, und der bufteriiche Intellekt in dem erörterten 
Sinne jedenfall nicht aus einer afjociativen Belonderheit 
der Hyiterifchen begriffen werden fann. Die Unzulänglichkeit 
der analytischen Unterjuchungsrichtung bezüglich der Aufhellung 
des Hüfterieproblem3 ergibt fih aber jchließlich bei der Frage 
nah dem Hufterifchen Willen: die piyhophyfiiche Mapftörung 
zeigt Héi Dier darin, daß, analog wie bei der Lenkjanikeit, 
eine Disproportionalität zwifchen Affett und Wffeltausdrud 
beiteht (feine „Difjociation“ zwijchen Affelturfache und Affekt, 
wie von anderen Seiten angenommen wurde), und zwar 
eine Disproportionalität intenfiver, ertenjiver und qualitativer 
Urt; Durch diefe ift der weiteren Unalyfe der Weg verriegelt 
und die Unterfuhung auf den genetifchen Weg, die Forjchung 
nah den Quellen der Hüfterie, verwiefen. Dieje legtere 
fült den dritten Teil des Buches. Als Quellen der Hyiterie 
erfennt der Berf. die Verdrängung (hierin mit Breuer und 
Freud prinzipiell übereinstimmend, den Begriff aber über 


245 


dad Infantile und Sexuelle hinaus ermeiternd) und bie 
Lentjamkeit; einen dritten Ausgangspunft findet er in der 
Ausdrudsgemmung. Dieje drei Faktoren wirken in ber 
Weife gemeinfam, daß fich die „Höfterifierung” der Lenkjam- 
feit auf dem Wege der Affeltverdrangung vollzieht, unter 
Mithilfe der Ienkjamen Wusdrudsjchwäcdhe fowie der phan- 
taftiichen Upperception. Das Schwergewicht bei diefer Bes 
trachtung3weile legt der Verf. darauf, daß dadurch das Un- 
bewußte aus der Theorie der Hyiterie al3 überflüjfig voll- 
tommen ausfcheidet. Jn einer Kritif des Begriffes der 
Autofuggeltionen, die ftet3 das Unbewußte mehr oder me 
niger zu Hilfe nehmen mußten, fommt er zu dem Schluffe, 
dab diefe großenteild mit „juggejtiven” Prozeffen garnichts zu 
ichaffen haben. Die Spaltung der Hyfterifchen Pigche, für eine 
Anzahl Autoren dag Anfangsglied einer Theorie der Hpfterie, 
ift ihm das Endglied der Entwidlung, der Gipfel der Hüfteri- 
fierung: Spiel und Traum, im normalen Leben die beiden 
Endpuntte der Bewußtjeinzspaltung, find im Somnambulismus 
(„Zraumifpiel“) verfhmolzen. Den Schluß bilden Ausfüh- 
rungen über die jozial-pathologifche Seite des